Diskussionsreihe
- Mittwoch, 11. März 2026 – Mittwoch, 01. April 2026 In meinem Kalender speichern
Diskussionsreihe
Walter Benjamin und die Kritik der Moderne
Angeleiteter Lesekreis zur „Einbahnstraße“
Inmitten der turbulenten Jahre der Weimarer Republik schrieb Walter Benjamin das schmale Büchlein „Einbahnstraße“. Der Philosoph und Kulturkritiker hatte es nach dem damals neuen Straßenschild „Einbahnstraße“ benannt, das wegen des zunehmenden Verkehrschaos der modernen Großstadt eingerichtet wurde. Der Titel ist Programm: Benjamin zeichnet darin ein eindringliches Bild des „Riesenapparats des gesellschaftlichen Lebens“ und seiner verborgenen Nischen.
Doch ist es zugleich ein sehr persönliches Buch. Benjamin notiert darin intime Empfindungen, Träume, Erinnerungen, und nennt das Buch „Asja-Lacis-Straße“, nach seiner großen Liebe. Asja Lacis war es auch gewesen, die ihn kurz zuvor zum Studium von Karl Marx angeregt hatte. Dessen gesellschaftskritisches Instrumentarium versteht er bereits in der „Einbahnstraße“ in eindrücklicher, dabei durchaus unorthodoxer Weise zu nutzen.
In blendend formulierten, oft lockeren und witzigen Aphorismen seziert Benjamin die moderne Entfremdung und die Selbsttäuschungen seiner eigenen Klasse, des Bürgertums. Er schreibt über die Seelenlosigkeit der großbürgerlichen Wohnung, die kulturellen Folgen der Hyperinflation, die Privatisierung der Liebe im Flirt oder das verrückte nationalistische Glück des Weltkriegs. Doch immer wieder blitzen auch positive Momente auf: die Welt der Kinder, der Rausch, die schlichte Gemeinschaft zwischen Menschen und nicht zuletzt ein befreites Verhältnis der Menschheit zur Natur.
Die „Einbahnstraße“ fasziniert als kompromisslos experimentelles Werk, das unentscheidbar zwischen Philosophie, Literatur und persönlicher Reflexion angesiedelt ist. In der aphoristischen Fragmentiertheit der persönlichen Erfahrung kristallisiert sich ein präzises Bild der Moderne in ihrer unüberschaubaren Vielschichtigkeit, das nach wie vor zu fesseln vermag und gerade in den heutigen Krisenzeiten und neuen Nationalismen eine neue Aktualität erhalten hat.
Im Lesekreis werden einige der kurzen Kapitel gemeinsam gelesen und unter Anleitung des Dozenten interpretiert. Eine Vorbereitung ist nicht nötig. Der Text ist online kostenfrei lesbar und kann hier als PDF heruntergeladen werden: https://de.wikisource.org/wiki/Einbahnstraße
Es wird jedoch empfohlen, das Buch zu erwerben, das antiquarisch für wenige Euro erhältlich ist.
Die Termine sind:
Mittwoch, 11.03.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Mittwoch, 18.03.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Mittwoch, 25.03.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Mittwoch, 01.04.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Die Anmeldung gilt für alle vier Sitzungen. Wir wünschen uns eine kontinuierliche Teilnahme an allen Terminen. Wegen der Teilnahmebegrenzung bitten wir nur um wirklich verbindliche Anmeldungen.
Seminarleitung: Emanuel Kapfinger (Philosoph). Er bietet im Bildungswerk regelmäßig den Stadtspaziergang „Walter Benjamin in Charlottenburg“ an und forscht unter anderem zu Walter Benjamins materialistischer Kulturtheorie. Website: www.emanuel-kapfinger.net.
Ort:
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Olivaer Platz 16, 10707 Berlin, 4. OG
Die Räumlichkeiten des Bildungswerks sind leider nur bedingt für Rollstuhlfahrer*innen nutzbar: Es gibt einen Aufzug (mit den Maßen 125 cm x 70 cm). Allerdings besteht eine Kante von knapp 5 cm, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. Es gibt keine barrierefreien Toiletten. Wir entschuldigen uns für die Umstände. Zurzeit sehen wir uns leider finanziell nicht in der Lage, den Altbau entsprechend zu sanieren.
Es wird es auch die Möglichkeit geben online teilzunehmen. Bitte bei der Anmeldung im Feld "Bemerkung" angeben wenn eine online Teilnahme gewünscht wird.
Die Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
Doch ist es zugleich ein sehr persönliches Buch. Benjamin notiert darin intime Empfindungen, Träume, Erinnerungen, und nennt das Buch „Asja-Lacis-Straße“, nach seiner großen Liebe. Asja Lacis war es auch gewesen, die ihn kurz zuvor zum Studium von Karl Marx angeregt hatte. Dessen gesellschaftskritisches Instrumentarium versteht er bereits in der „Einbahnstraße“ in eindrücklicher, dabei durchaus unorthodoxer Weise zu nutzen.
In blendend formulierten, oft lockeren und witzigen Aphorismen seziert Benjamin die moderne Entfremdung und die Selbsttäuschungen seiner eigenen Klasse, des Bürgertums. Er schreibt über die Seelenlosigkeit der großbürgerlichen Wohnung, die kulturellen Folgen der Hyperinflation, die Privatisierung der Liebe im Flirt oder das verrückte nationalistische Glück des Weltkriegs. Doch immer wieder blitzen auch positive Momente auf: die Welt der Kinder, der Rausch, die schlichte Gemeinschaft zwischen Menschen und nicht zuletzt ein befreites Verhältnis der Menschheit zur Natur.
Die „Einbahnstraße“ fasziniert als kompromisslos experimentelles Werk, das unentscheidbar zwischen Philosophie, Literatur und persönlicher Reflexion angesiedelt ist. In der aphoristischen Fragmentiertheit der persönlichen Erfahrung kristallisiert sich ein präzises Bild der Moderne in ihrer unüberschaubaren Vielschichtigkeit, das nach wie vor zu fesseln vermag und gerade in den heutigen Krisenzeiten und neuen Nationalismen eine neue Aktualität erhalten hat.
Im Lesekreis werden einige der kurzen Kapitel gemeinsam gelesen und unter Anleitung des Dozenten interpretiert. Eine Vorbereitung ist nicht nötig. Der Text ist online kostenfrei lesbar und kann hier als PDF heruntergeladen werden: https://de.wikisource.org/wiki/Einbahnstraße
Es wird jedoch empfohlen, das Buch zu erwerben, das antiquarisch für wenige Euro erhältlich ist.
Die Termine sind:
Mittwoch, 11.03.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Mittwoch, 18.03.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Mittwoch, 25.03.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Mittwoch, 01.04.2026, 19.00 - 21.30 Uhr
Die Anmeldung gilt für alle vier Sitzungen. Wir wünschen uns eine kontinuierliche Teilnahme an allen Terminen. Wegen der Teilnahmebegrenzung bitten wir nur um wirklich verbindliche Anmeldungen.
Seminarleitung: Emanuel Kapfinger (Philosoph). Er bietet im Bildungswerk regelmäßig den Stadtspaziergang „Walter Benjamin in Charlottenburg“ an und forscht unter anderem zu Walter Benjamins materialistischer Kulturtheorie. Website: www.emanuel-kapfinger.net.
Ort:
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Olivaer Platz 16, 10707 Berlin, 4. OG
Die Räumlichkeiten des Bildungswerks sind leider nur bedingt für Rollstuhlfahrer*innen nutzbar: Es gibt einen Aufzug (mit den Maßen 125 cm x 70 cm). Allerdings besteht eine Kante von knapp 5 cm, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. Es gibt keine barrierefreien Toiletten. Wir entschuldigen uns für die Umstände. Zurzeit sehen wir uns leider finanziell nicht in der Lage, den Altbau entsprechend zu sanieren.
Es wird es auch die Möglichkeit geben online teilzunehmen. Bitte bei der Anmeldung im Feld "Bemerkung" angeben wenn eine online Teilnahme gewünscht wird.
Die Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
- Adresse
-
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
- Sprache
- Deutsch
© Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Schumannstraße 8
10117 Berlin
T +49 (30) 285 34-0
F +49 (30) 285 34-109
www.boell.de
info@boell.de