Tagung

Freitag, 28. Oktober 2022 10.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Tagung

Das Gerücht über die Anderen - Verschränkungen von Antisemitismus, Rassismus gegen Rom*nja und Sint*ezze und Sozialchauvinismus

Herbstschule mit Vorträgen, Werkstattbericht, Workshops und Exkursion

Antisemitismus, Antiromaismus, der Rassismus gegenüber Rom*nja und Sint*ezze und Sozialchauvinismus scheinen auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Ideologien zu sein. Die Abwertung und der offene Hass gegenüber Jüdinnen und Juden, Rom*nja und Sint*ezze, Armen und Menschen, die als abweichend stigmatisiert werden, führte in der Vergangenheit zu gewalttätigen Angriffen, Pogromen und der Verfolgung und Vernichtung in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus.

Trotz all der Unterschiedlichkeit sind Antisemitismus, Antiromaismus und der Sozialchauvinismus mit dem Kapitalismus und seinem Arbeitsbegiff verwoben. ‚Juden‘ werden mit der abstrakten Seite des Kapitalismus, Macht und Weltverschwörung assoziiert. Der Antiromaismus hingegen identifiziert in den Rom*nja und Sint*ezze hauptsächlich Menschen, die durch ›Betteln‹ oder ›Stehlen‹ ihr Leben bestritten und keiner ›ehrlicher Arbeit‹ nachgängen.
>>Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen<< fasst die Haltung sozialchauvinistischer  Fürsorgepolitik in Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Die Soziale Frage wird repressiv beantwortet und gesellschaftliche Auswirkungen wie Armut, Arbeitslosigkeit und Erkrankungen wird mit Disziplinierung, Ausgrenzung und Arbeitszwang begegnet.

Mit dem Fokus einer Kritischen Theorie stellt die Tagung verschiedene Fragen.
Was lässt sich aus der zusammenführenden Analyse von Antisemitismus, Antiromaismus und Sozialchauvinismus ableiten? Wie kann diesem Hass mit unterschiedlichen Gesichtern und dem ihr innewohnenden Verachtung solidarisch begegnet werden? Welche Transformationen und Neudefinitionen in >>Arbeit, Aktivität und Wirtschaft<< braucht es? Die Herbstschule geht in ihrem Programm diesen Verbindungslinien und ihren Konsequenzen nach.

Mit Nikolas Lelle (Autor) und seiner Keynote zu Arbeit, Dienst und Führung. Der Nationalsozialismus und sein Erbe. Mit Ella Falldorf und Daniel Schuch vom Initiativkreis Riebeckstraße 63: Die ehemalige Städtische Arbeitsanstalt Leipzig als aktiver Erinnerungsort. Einem Workshop mit Anne Goldenbogen (Bildung in Widerspruch e.V.) und Dr. Sarah Kleinmann (Forschungsstelle Antiziganismus, Universität Heidelberg), den Autorinnen der Studie Aktueller Antisemitismus in Deutschland : Verflechtungen, Diskurse, Befunde. Einer Exkursion mit Stefanie Busch (solidarische Dachgenossenschaft WoGe Dresden und Weiterdenken) zur ehemaligen Arbeitsanstalt Dresden, zu einem Graffiti in Erinnerung an den Sinto-Boxer Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann mit Mario Ferizovic und Anne Klopfer (Romano Sumnal e.V. und RomaRespekt) und zum ehemaligen Judenlager am Hellerberg mit HATiKVA e.V. und audioscript.net. Außerdem Nebensächliches im Zentrum mit Ulrike Grossarth (Künstlerin).

Moderation und Konzeption: Renata Horvathova, Kathrin Krahl, Sabine Richter, Stefan Schwarz, Irina Suttner, Susanne Voigt

Anmeldung unter: schwarz@hatikva.de

ORT: Goethe Institut Dresden, Königsbrücker Str. 84

Am Vorabend findet eine Lesung mit Gespräch mit dem Autor Nikolas Lelle zum Buch Arbeit, Dienst und Führung. Der Nationalsozialismus und sein Erbe (2022, Verbrecher Verlag) in der komsotique, Martin-Luther-Str. 13 in Dresden statt.

Eine Kooperation zwischen RomaRespekt bei Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, HATiKVA e.V., audioscript.net und Goethe Institut Dresden.

Unterstützt durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“, die „Stiftung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden“ und ´Gibt´s doch gar nicht...´  - Sensibilisierung für antisemitische Einstellungen und Diskriminierung in der Gegenwart ein Modellprojekt von HATiKVA e.V. bei „Demokratie leben!“

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)