Vortrag
- Montag, 9. November 2026 19.00 In meinem Kalender speichern
Vortrag
Dieses verfluchte wunderschöne Land
Im März 2023 traf sich der Wall Street Journal-Reporter Evan Gershkovich 900 Meilen östlich von Moskau mit einer Quelle, als maskierte FSB-Agenten herein stürmten, ihm die Augen verbanden und ihn mitnahmen. Er wurde der Spionage beschuldigt und im berüchtigten Moskauer Lefortovo-Gefängnis inhaftiert. Während der folgenden 16 Monate in Gefangenschaft war Gershkovich sowohl Geisel als auch Spielball in einem größeren geopolitischen Konflikt, in den Russland, die USA und Europa verwickelt waren. Die ganze Zeit über berichtete Gershkovich weiter und dokumentierte das russische Gefängnissystem, während er auf ein Schicksal wartete, das auf höchster Regierungsebene entschieden wurde.
Gershkovichs Geschichte spannt einen Bogen über Themen, die sowohl in den USA als auch in Europa von Interesse und Dringlichkeit sind: nämlich, wie Russlands Krieg in der Ukraine die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen verändert hat und wie man ein Land verstehen kann, das zunehmend zu einer „Black Box“ geworden ist. Ganz zu schweigen davon, wie sich Russland selbst gewandelt hat, wobei sich seine Politik weiter verdüstert und ein repressiver Apparat immer mehr an Fahrt gewinnt. In Dieses verfluchte wunderschöne Land schildert Gershkovich seine Verhaftung, seine Inhaftierung und den historischen Gefangenenaustausch, der ihm die Freiheit sicherte – mit dem Ziel, für sich selbst ein Verständnis zu entwickeln und der Außenwelt ein Land zu erklären, das nach wie vor rätselhaft bleibt. Im Gespräch mit Joshua Yaffa, der viele Jahre lang für The New Yorker über Russland berichtete, wird er für das transatlantische Publikum auf die vielen erschütternden Details und wichtigen Lehren aus seiner eigenen Geschichte eingehen.
Mit:
Evan Gershkovich
ist Auslandskorrespondent des Wall Street Journal. Er wurde als Sohn sowjetischer Emigranten in New Jersey geboren und lebte mehr als fünf Jahre in Russland, bevor er 2023 verhaftet und wegen angeblicher Spionage für 16 Monate inhaftiert wurde. Seine Texte erschienen außerdem in der New York Times, The Economist und Foreign Policy. 2025 war er als Teil eines investigativen Teams des Wall Street Journal Finalist für den Pulitzer-Preis.
Joshua Yaffa
ist Writer-in-Residence am Bard College Berlin. Er ist Contributing Writer bei The New Yorker und Autor von Between Two Fires: Truth, Ambition, and Compromise in Putin’s Russia, wofür er 2021 mit dem Orwell Prize ausgezeichnet wurde.
Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe Amerikahaus Book Talks. Diese Veranstaltung ist auch Teil von “Writing Democracy”, einem gemeinsamen Projekt des Bard College Berlin und der Heinrich-Böll-Stiftung, sowie Teil der Vortragsreihe Munich Dialogues on Democracy, einer Kooperation zwischen dem Yale Club of Germany e.V. (Munich Chapter) und dem Amerikahaus – Bayerisches Zentrum für transatlantische Beziehungen.
Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt.
- Adresse
-
Amerikahaus
Karolinenpl. 3
80333 München-Maxvorstadt
- Veranstalter*in
- Petra-Kelly-Stiftung
- Sprache
- Englisch
- Teilnahmegebühren
- Eintritt frei
© Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
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