Donnerstag, 07. Mai 2026 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Antisemitismus als "Kulturtechnik"

Filmscreening & Gespräch mit Fabian Bechtle & Leon Kahane

Antisemitismus lässt sich als eine regressive Kulturtechnik beschreiben, die sich über progressiv aufgeladene Sprache und Bilder Ausdruck verschafft - das ist die These, an der sich die Veranstaltung mit Fabian Bechtle und Leon Kahane (Film und Gespräch) abarbeitet. #

Hinter dieser "Kulturtechnik" stehe der Wunsch nach einer problemlosen Welt, in der man von den eigenen Konflikten und Widersprüchen in Gänze erlöst ist. Jüdinnen:Juden und die jüdische Kultur werden demnach als zentrale Bedrohung für diese konfliktfreie Welt angesehen und seit Jahrhunderten als Urheber und Profiteure der Konflikte anderer dargestellt.

Der Film "Antisemitismus als Kulturtechnik" entstand als Teil eines umfassenden online-Interviewprojektes, das nach der kulturellen Funktion von Antisemitismus fragt: Durch welche neuen und tradierten Erzählungen sickern die Ideologieelemente des Antise- mitismus in die Gesellschaft? Reüssiert das antisemitische Weltbild in den Bildern der Kunst? Welche Rolle spielen dabei aktuelle Konflikte und Debatten um die Erinnerung? 

Nach dem Screening des Films werden diese und weiterführende Fragen im öffentlichen Gespräch mit Fabian Bechtle und Leon Kahane vom Forum DCCA Film – Forum for Democratic Culture and Contemporary Art vertieft. 

Weitere Informationen: 

Fabian Bechtle studierte Bildende Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (HGB) und an der ENSBA Lyon. Zwischen 2009 und 2011 war er Meisterschüler bei Prof. Joachim Blank (HGB Leipzig) sowie Assistent für Armin Linke in Berlin. Von 2014 bis Ende 2017 war Bechtle künstlerischer Mitarbeiter in der Klasse für Installation und Raum an der der HGB Leipzig, seit 2018 ist er Co-Leiter des Forums demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst in Berlin. Er hatte Ausstellungen u.a. im HMKV Dortmund, im Witte de With Center for Contemporary Art (Rotterdam), in der Trekhgornaya Manufaktura (Moskau), im Museum of Yugoslav History (Belgrad), in der Fabbrica del Vapore (Mailand), in der nGbK Berlin, im Bonner Kunstverein und in der Kunsthalle Osnabrück.

Leon Kahane studierte nach einem fotografischen Studium an der Ostkreuzschule Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Er arbeitete u. a. als Assistent von Wolfgang Tillmans und Hito Steyerl. Seine künstlerische Praxis beschäftigt sich seit 2008 mit europäischen Grenzpolitiken, u. a. im Rahmen einer langjährigen Recherche zu FRONTEX. 2018 gründete er gemeinsam mit Fabian Bechtle das „Forum für demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst“. Kahanes Arbeiten wurden international in Institutionen wie der Kunsthalle Wien, dem Jüdischen Museum Berlin, dem NBK Berlin, dem Belvedere 21 Wien, der 6. Moskauer Biennale und den Deichtorhallen Hamburg gezeigt. Zu seinen Einzelausstellungen zählen u. a. Präsentationen im GFZK Leipzig, der Galerie Nagel Draxler Berlin, dem Traklhaus Salzburg und dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

Leon Kahane wurde u. a. mit dem Kunstpreis _ars viva_ und dem _Kunstpreis Europäische Zukunft_ der GFZK ausgezeichnet. Er hatte Residenzen in Hongkong und auf Fogo Island (Kanada). Seit 2022 ist er Mentor im Berlin Program for Artists (BPA) und lehrte u. a. an der Sommerakademie Salzburg sowie im Studium Generale der UdK Berlin.


Eine Kooperationsveranstaltung von Galerie K', Heinrich-Böll-Stiftung Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen. 

Adresse
Galerie K' (Alexanderstraße 9b)
Veranstalter*in
Landesstiftung Bremen
Teilnahmegebühren
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.