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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Themenrückblick

23.04.2018 - 19:00

Filmreihe Kino Europa: Djam

 

FR / GR / TUR 2017, Drama, 97 Min., OmU, Regie: Tony Gatlif

Auf der Suche nach einem raren Ersatzteil für das Boot ihres Onkels trifft die junge Griechin Djam in Istanbul auf die 19-jährige Französin Avril, die dort freiwillig bei der Flüchtlingshilfe arbeitet. Avril fühlt sich verloren in der großen, fremden Stadt, weshalb Djam sie an die Hand nimmt und die beiden sich auf eine Reise voller Hoffnung, spannender Begegnungen und der Freude am Teilen begeben. 

Weltpremiere auf den Filmfestspielen in Cannes. Ab dem 26.04. in deutschen Kinos.

ReferentInnen

Daphne Patakia
Hauptdarstellerin

Veranstaltungsort
München, Gasteig, Carl-Amery-Saal


Kosten
Eintritt frei!


Partner

In Kooperation mit dem Europe Direct Informationszentrum München & Oberbayern, dem Creative Europe Desk München GmbH und dem Informationsbüro des EU-Parlaments


Art der Veranstaltung
Filmvorführung mit anschließender Diskussion



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22.04.2018 - 18:00

Frauen im Iran – Vortrag von Niloofar Beyzaie

 

Auf der Suche nach den Spuren iranischer Frauen bei der gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen des Irans wird sich die Referentin einigen Vorreiterinnen der Frauenrechte im Iran wie Tahirih Qurrat al-ʿAin und dem Geist und den eigentlichen Zielen der konstitutionellen Revolution im Iran widmen.    
Denn eigentliches Ziel der Bewegung war es, die absolute Monarchie durch ein parlamentarisches Regierungssystem abzulösen und eine moderne Rechtsordnung einzuführen. In dieser Epoche wurde zum ersten Mal im heutigen Sinne über den Begriff „Freiheit“ diskutiert und es fanden die ersten Auseinandersetzungen zwischen den religiösen und den säkularen Kräften statt.    
Vor allem die Frauen spielten in der konstitutionellen Revolution eine maßgebliche Rolle. Sie organisierten sich im Untergrund und hielten Versammlungen ab. Einige persische Intellektuelle und Dichter*innen schrieben über die Unterdrückung der Frau und riefen zum Aufstand auf.    
Zur Zeit der Herrschaft der letzen Könige der Qajar Dynastie wurde Frauen der Zugang zur Bildung ermöglicht, erste Frauenzeitschriften veröffentlicht und Frauen gründeten Schulen für Mädchen. Auch die Verschleierung der Frau wurde thematisiert und kritisch hinterfragt. Gegen all das liefen die Kleriker Sturm.  Als Reza Shah Pahlawi die Herrschaft übernahm, versuchte er die Einfluß der Kleriker einzuschränken und den Iran zu modernisieren. Er ermöglichte die Entschleierung der Frauen. Erstmals ohne Schleier in der Öffentlichkeit zeigten sich seine Ehefrau und seine Tochter.    
Mehrere Frauenorganisationen wurden ins Leben gerufen. Immer mehr Menschen gehörten der Mittelschicht an und beteiligten sich am politischen Leben. 1963 bekamen Frauen im Iran zum ersten Mal das Wahlrecht. Dies war der wichtigste Grund für den Aufstand der religiösen Kräfte unter Ayatollah Khomeini. In Qom, der religiösen Hauptstadt Irans, gingen sie dagegen auf die Straße. Pahlawi stand für einen modernen Iran, konnte aber mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung nichts anfangen. Anders formuliert, er erlaubte individuelle Freiheit, ging jedoch hart gegen alle vor, die für politische Freiheit waren.

ReferentInnen


Niloofar Beyzaie
wurde am 15. Januar 1967 in Teheran geboren und lebt seit 1985 in Frankfurt am Main im Exil. Nach dem Studium der Germanistik, der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie der Pädagogik an der Universität Frankfurt gründete sie 1994 die freie Theatergruppe „Daritsche“.     
Ihr Vater ist der im Iran bekannte Theater- und Filmregisseur Bahram Beyzaie.

Veranstaltungsort
Würzburg, Theater Ensemble Würzburg - im Bürgerbräu, Frankfurter Strasse 87


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Theater Ensemble Würzburg - im Bürgerbräu


Art der Veranstaltung
Vortrag



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21.04.2018 - 10:00 bis 17:30

Souverän auf rechtspopulistische Äußerungen reagieren

Ein Argumentationstraining

Nicht nur bei den vielzitierten Stammtischen, von AfD-Sympathisant*innen oder auf den sog. "Demos für alle" sind sie zu hören, die menschen- und demokratiefeindlichen Äußerungen von Rechtspopulist*innen. Auch mitten unter uns, in der Verwandtschaft, unter Freund*innen oder Kolleg*innen sind sie inzwischen scheinbar normal geworden. 

Das ist ein Aspekt, der sie so gefährlich macht. Ein weiterer, dass sie uns oft sprachlos zurücklassen, weil uns gar nichts einfallen will, was wir entgegnen könnten.

Um einigermaßen souverän auf rechtspopulistische Aussagen reagieren zu können, brauchen wir außer Geistesgegenwart drei Dinge: Wissen über Argumentationsmechanismen und ihre Wirkung, rhetorische Kenntnisse und praktische Übung. 

Genau darum geht es in diesem Argumentationstraining:

  • Wie funktioniert die Argumentationsweise von Rechtspopulist_innen?
  • Welche Sprache nutzen sie?
  • Welche Argumentationstechniken setzen sie ein?
  • Wie bleibe ich souverän in der Diskussion mit Rechtspopulist_innen?
  • Wie kann ich auf ihre Äußerungen reagieren?
  • Welche Gesprächsführungstechniken sind in welchen Situationen wirkungsvoll?

Wir wechseln im Seminar zwischen Theorie-Input, Diskussion und praktischen Übungen an Beispielen aus dem Kreis der Teilnehmenden und anhand öffentlich bekannter Beispiele.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Kommunikation" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 3-18-03

Hinweis: Die Veranstaltung ist ausgebucht. Beachten Sie bitte unseren Zusatztermin am 27.10.2018 in München.

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
München, Petra-Kelly-Stiftung, Hochbrückenstr. 10, Seminarraum


Kosten
60,- / erm. 40,- Euro (inkl. vegetarischer Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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20.04.2018 bis 21.05.2018

Sex: zwischen Macht, Tabus und Idealen

Aktionstage zu Körperbildern, Sexualität und sexuellen Grenzüberschreitungen

„Männer wollen immer nur das Eine“ oder der „Mythos Jungfrau“: Unzählige überholte Vorstellungen rund um Körper und Sexualität stecken noch immer in unseren Köpfen und weisen dabei meist Männern* eine aktive und Frauen* eine passive Rolle zu. Weibliche Lust wird tabuisiert, Körperwissen wird vorenthalten. Scham für und Unwissen über den eigenen Körper, die eigene Sexualität und  zugehörige Begriffe (etwa Vulva oder Klitoris) verhindern, dass insbesondere Frauen* und Mädchen*  sich mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen auseinandersetzen, sie kennen(lernen) und artikulieren. 

Der Glaube, dass Männer* “immer nur an das Eine denken”,  ist Teil eines Männlichkeitskonzepts, das Grenzüberschreitungen durch Männer* legitimiert. Konsens war deshalb ein zentrales Thema der Veranstaltungsreihe und wurde im Licht der aktuellen Debatte um “#metoo” umso relevanter:  Es zeigt  sich, dass nicht nur unbeabsichtigte Grenzverletzungen, sondern auch bewusst in Kauf genommene  sexualisierte Gewalt nach wie vor die Lebensrealitäten von Frauen* und anderen Gruppen prägen. 

Die Foto-Ausstellung der jüdisch-US-amerikanischen Künstlerin Hannah Altman wurde vom Organisationsteam der Aktionstage am Freitag (20.04.2018) in der Kultur-Cafeteria der Universität Passau gezeigt. Die Fotoserie ersetzte Körperflüssigkeiten von Frauen* (darunter Blut, Tränen und Erbrochenes) durch Glitzer und karikierte so die Norm, als Frau* in allen, auch in z.T. unerträglichen Situationen schön aussehen zu müssen. Der Ausstellung war ein Beschreibungs- bzw. Interpretationstext beigefügt, sodass alle Passant*innen Zugang zum Thema hatten. Sie funktionierte auch als Mittel, um Teilnehmer*innen für die übrigen Veranstaltungen zu gewinnen. Knapp zwei Wochen nach Ende der Aktionstage wurden die Werke wieder abgehängt, sodass die Aktionswoche über die Ausstellung noch nachwirken konnte.

Beim mit über 150 Zuhörer*innen ausgezeichnet besuchten Poetry Slam gegen Sexismus ging es um niederschwellige Einsicht in sexistische Lebensrealitäten und Feminismus als Begegnungsstrategie. In ihren Texten verbalisierten die Slammerinnen* (Katrin Freiburghaus, Lolo Logie, Doro Röder, Yasmin Köseli, Fatima Talalini) unterschiedlichste Alltagserfahrungen, die sie selbst mit Sexismus hatten. Das gesamte Publikum beteiligte sich rege, sodass von einer gelungenen Sensibilisierung für die Existenz dieser Diskriminerungsform ausgegangen werden kann.

Im Film "Vulva 3.0" und der anschließenden Diskussion ging es vor allem um eine kritische Auseinandersetzung mit Tabus und Schönheitsidealen. Die Referentin Julia Schuh zeigte auf, wie sich die Darstellung und gesellschaftliche Wahrnehmung von Vulven geschichtlich entwickelt haben und welche Rolle diese in der heutigen Darstellung von Vulven spielen. Im Anschluss wurde der Film Vulva 3.0 gezeigt. Dieser geht besonders auf die heutige Tabuisierung von Vulven auf der einen Seite und die verzerrte Darstellung von Vulven in Medien und der Wunsch vieler Frauen* sich daran mittels Operationen anzupassen auf der anderen Seite ein. Daraus entstand eine sehr anregende Diskussion zum Umgang mit Schönheitsidealen.

In der Podiumsdiskussion: „Sexismus und sexualisierte Gewalt an der Hochschule" sollten die aktuellen Maßnahmen der Universität Passau kritisch beleuchtet und Ideen für andere Umgangsweisen mit Sexismus und sexualisierter Gewalt an Hochschulen entwickelt werden. Zuerst erläuterte Ann Wiesental als Expertin für sexualisierte Gewalt befragt, was darunter zu verstehen sei und wie sinnvolle Betroffenen-Unterstützung aussehen kann. Hier wurde klar, dass die Definitionsmacht über den Umgang bei den Betroffenen liegen sollte. Wie solche betroffenenorientierte Unterstützung an der Universität aussehen kann und wo die Anlaufstellen sind, erklärte Elena Dück, die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Philosophischen Fakultät. Kritik an der Umgangsweise der Universitäten kam von Eva Gruse, Vorstand des freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften e.V.. Sie problematisierte, dass die zuständigen Stellen in der Regel in das universitäre Geschehen eingebunden sind, die Professor*innen, von denen eine Grenzüberschreitung ausgehen kann, oft persönlich kennen und Betroffene daher nicht unabhängig unterstützen können. Anregungen zu möglichen Veränderungen in der Lehre und den Lehrinhalten gab Dr. Christian Rademacher, ein Dozent der Universität Passau. Aus dem Publikum kamen viele Wortmeldungen, gewünscht wurde sich unter anderem, dass Lehrinhalte, die für Genderproblematiken sensibilisieren, nicht optional, sondern verpflichtend in jeden Studiengang eingebunden werden.

Der Film „Fuck Sex - Asexualität als letztes Tabu” klärt über Asexualität auf und lässt verschiedene asexuelle Personen zu Wort kommen. Im Anschluss daran konnten Fragen gestellt werden und eigene Erfahrungen ausgetauscht wurden. Dazu gab es eine Vorwissens- sowie Erwartungsabfrage. Eine Tafel mit (Fach-)Begriffen und Diskussionsthemen gab bei der folgenden Diskussion Anregungen für Fragen und Gespräche, Unklares wurde durch die Referentin Lea Jung beantwortet. Die Veranstaltung lässt sich als voller Erfolg werten, da mehr Teilnehmer*innen kamen, als  erwartet, darunter auch einige nicht-studentische Personen sowie asexuelle und allosexuelle Personen. Es entstanden angeregte, gleichzeitig sehr respektvolle Gespräche und einige Teilnehmer*innen, die zuvor mitgeteilt hatten, das Thema sei vollkommen neu für sie, sind mit Mehrwissen aus der Veranstaltung gegangen.

Im Workshop "Konsens" ging es um die Sensibilisierung für sexuelle Grenzüberschreitungen und die Kompetenz, eigene Beziehungen konsensual zu gestalten. So wurden verschiedene zwischenmenschliche Situationen dargestellt und gefragt, ob in diesen Situationen Konsens gegeben war. Im Fall von fehlendem Konsens sollte überlegt werden, wie man als Außenstehende*r sinnvoll eingreifen und/oder Hilfe anbieten kann. Außerdem sollten Möglichkeiten gefunden werden, selbst in den eigenen Beziehungen Konsens herzustellen.

Im Vortrag "Alternative Verhütungsmethoden" vermittelte die Referentin Monika Kastner ausführliches Wissen über die weiblichen* Geschlechtsorgane, den Ablauf des Zyklus und einigem mehr, zum Beispiel zur Flora und dem Milieu der Vagina und darauf fußend zu sinnvoller Körperhygiene und Menstruationsmethoden. Außerdem wurden ausführlich verschiedene Verhütungsmethoden kritisch betrachtet. Als eine mögliche Alternative zu üblichen Methoden wurde die sympto-thermale Methode in ihren Grundlagen vorgestellt.

"Flach, glatt, gesund: Körper- und Gesellschaftsverhältnisse unter dem Stichwort "Attraktivität"“ betrachtet" gab Louise Haitz einen Überblick über die jeweilige gesellschaftlichen Ordnung von der feudalen Ständegesellschaft bis heute und deren spezifische gesellschaftlichen Sicht auf den „Körper“ auf. Die Trennung von Körper und Geist und dem Körper als Arbeitskraft und etwas vom Geist „zu bezwingendes“, „zu optimierendes“ fand ebenso Erwähnung wie der Zusammenhang zu Kolonialismus und Rassismus. Im Anschluss daran zeigte die Referentin anhand von Beispielen, v.a. aus der Medienwelt und dem Fernsehen, die in unserer Gesellschaft vorherrschenden Körperideale auf und stellte den Zusammenhang zu kapitalistischer Leistungsideologie dar. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Diskriminierung von hochgewichtigen Menschen, in deren Körperform gesellschaftlich nicht nur ein „unschön*“, sondern auch ein „ungesund*“, „faul*“, „unintelligent*“ und „sozial schwach*“ eingeschrieben ist. Dem Vortrag folgte eine sehr anregende Diskussion zum Umgang mit Schönheitsidealen und Körpernormen.

Der Vortrag "Das deutsche Sexualstrafrecht – Alles nur noch Verhandlungssache?" gab einen Überblick über die historischen Fassungen des Sexualstrafrechts mit kurzen Exkursen ins Mittelalter und das alte Rom und erläuterte dann genauer die Änderungen in den letzten beiden Jahrhunderten bis zur heutigen Fassung. Dabei wurden verschiedene gesellschaftliche Sexualitätskonzepte vorgestellt, die den Versionen jeweils zu Grunde lagen bzw. liegen. Die Referentin Anja Goetz zeigte, wie juristisch scheinbar neutrale Begriffe von Sexualstrafrechts-Anwält*innen immer im Rahmen gesellschaftlicher Konzepte von Sexualität und sexualisierter Gewalt interpretiert werden bzw. andersherum gesellschaftliche Sexualitätskonzepte und Vergewaltigungsskripte in das Recht übertragen werden. Ein historisches Konzept ist dabei der „Täter aus Trieb“, während heutige Täterkonzepte oft den „Täter aus Versehen“ proklamieren und ihn dadurch juristisch weniger angreifbar machen. Der Vortrag offenbarte so einer der vielen Problematiken juristischer Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt. Da rechtliche Fassungen Skripte beinhalten, die in die Gesellschaft weiterwirken und übernommen werden, ist die Weiterentwicklung des Sexualstrafrechts hin zu einer Konsensmoral trotz häufig nicht stattfindender Verurteilungen möglicherweise angebracht, um einen Beitrag zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt zu leisten.

Mara Schepsmeier, der Produzentin des Films "Maria, Christiane, Else, Karin, Lea, Lydia, Petra S., Petra W. und der § 218" gab zunächst eine Einführung in das Thema Schwangerschaftsabbrüche. Sie stellte klar, dass Schwangerschaftsabbrüche schon seit jeher durchgeführt wurden, und dies unabhängig von den unterschiedlichen medizinischen, gesellschaftlichen und später auch rechtlichen Bedingungen. Der Begriff der Selbstbestimmung geht dabei nicht immer automatisch mit der Möglichkeit des Abbruchs einher, da Abbrüche auch von anderen Akteuren als der schwangeren Person erzwungen werden können und die im  Falle einer Kriminalisierung oder Ächtung oft fehlende ausreichende medizinische Versorgung zu Komplikationen oder dem Tod der schwangeren Person führen kann.  Als Rahmenhandlung des Films wird die Geschichte einer während der Weimarer Republik lebenden Ärztin vorgelesen, die sich aufgrund der verbotenen Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in Haft befindet. Dazwischen werden Interviewsituationen mit verschiedenen Frauen* gezeigt, die selbst abgetrieben haben, darunter eine Frau, die in den 70er Jahren unter gesetzlichem Verbot heimlich abgetrieben hat und schwere gesundheitliche Komplikationen nicht behandeln lassen konnte, sowie einige Frauen*, die in den letzten Jahren die Erfahrung eines Abbruchs hatten. Wie bereits in Einführung und Film kristallisierte sich auch in der anschließenden Diskussion heraus, dass eine freie Entscheidungsmöglichkeit bezüglich Schwangerschaftsabbrüchen nach wie vor nicht gegeben ist, sowohl in Bezug auf rechtliche Hürden (u.a. dem § 218) wie auf gesellschaftliche Reaktionen.

In dem von Marc Brandt geleiteten Workshop "Critical Maleness" ging es um das Bewusstsein für und den kritischen Umgang mit Privilegien gegenüber nicht-männlichen* Personen. Die Teilnehmenden setzten sich mit den verschiedenen Dimensionen von Männlichkeit auseinander und befassten sich mit Männlichkeitskonzepten, wie sie ihnen in Sozialisation und Erziehung vermittelt worden waren. Männlichkeit in der politischen Arbeit, wobei auch Gruppenstrukturen reflektiert wurden, Männlichkeit beim Flirten und mit Auswirkungen von Männlichkeitskonzepten auf das eigene Leben (etwa auf die Gefühlswelt) waren weitere Themen des Workshops.

Die thematischen Veranstaltungen wurden von einer Reihe von Info-Tischen und Aktionen begleitet, mit denen das Thema der Veranstaltungsreihe auf dem Campus präsent gemacht wurde. Dazu gehörten zwei "Austausch-Cafés", ein Info-Stand, ein Flashmob gegen Sexismus, ein Selbstverteidigungskurs für Frauen, ein Brunch mit offenem Austausch sowie eine "Sofa-Aktion". Dabei wurde ein Sofa aufgestellt, auf dem eine weiblich gelesene Person mit Bechern und Getränkeflaschen so drapiert war, dass sie als betrunken und schlafend zu erkennend war. Am Sofa lehnte ein großes Schild mit der Aufschrift „If I can`t say no, I can`t say yes. #knowno“. Damit wurde vermittelt, dass betrunkene und nicht ansprechbare Personen nicht konsensfähig sind und eine Initiierung von (sexuellen) Handlungen mit dieser Person nicht-hinnehmbare Grenzverletzungen darstellen und zu unterlassen sind. Die Aktion lief für vier Stunden und wurde von zahlreichen Universitätsangehörigen wahrgenommen, es gab etliche positive Feedbacks. 

Den Abschluss bildete das Konzert "Petra und der Wolf".

Veranstaltungsort
Passau


Kosten
Siehe Veranstaltungsflyer


Partner

Liste der unabhängigen kritischen Student*innen an der Uni Passau (LUKS)


Art der Veranstaltung
AKtionstage



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19.04.2018 - 20:00 bis 00:00

Im märkischen Sand – NS-Massaker an italienischen Militärinternierten

Vortrag im Rahmen der Wanderausstellung »Banditi e ribelli«

Am 23. April 1945 wurden in einer Sandgrube bei Treuenbrietzen (Brandenburg) 127 italienische Zwangsarbeiter – sogenannte Militär-Internierte – von Angehörigen der deutschen Wehrmacht erschossen. Das Massaker wurde vergessen. Doch dann kehrt die Geschichte zurück. Als die Bewohner der Stadt beginnen, sich der Vergangenheit zu stellen, kommen verdrängte Erinnerungen hoch an die Gewaltexzesse der letzten Kriegstage, die im historischen Gedächtnis der Stadt lange verborgen geblieben waren.
Die deutsch-italienische Webdoku „Im märkischen Sand“ ist eine crossmediale, interaktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der italienischen Militärinternierten. 

Die beiden Filmemacher*innen Nina Mair und Matthias Neumann zeigten einige Episoden ihrer umfangreichen Doku und berichteten im Gespräch mit dem Publikum über die geschichtlichen Hintergründe, die jahrelangen Dreharbeiten und die filmische Umsetzung.

 

 

ReferentInnen

Matthias Neumann
Filmemacher der deutsch-italienischen Webdoku „Im märkischen Sand“

Nina Mair
Regisseurin der deutsch-italienischen Webdoku „Im märkischen Sand“

Veranstaltungsort
Erlangen, Lesecafé, Hauptstraße 55 (Altstadtmarktpassage)


Kosten
Eintritt frei


Partner

Kulturförderung der Stadt Erlangen | Rosa Luxemburg Stiftung e.V. | Stadt Bibliothek Erlangen | Volkshochschule Erlangen | Bismarckstraßenfest | Stadtratsfraktion Grüne/Grünen Liste


Art der Veranstaltung
Vortrag



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18.04.2018 - 19:00 bis 21:00

Die langen Schatten der Kolonialgeschichte

Postkoloniale Strukturen heute

Europa wäre nicht, was es ist, ohne seine Kolonialgeschichte. Die Kolonien versprachen Rohstoffe, Absatzmärkte und Orte für Auswanderer. Die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Ordnungen, die nicht bereits durch den Sklavenhandel unterminiert waren, wurden vollends zerstört. Offiziell leben wir in postkolonialen Zeiten. Aber haben wir uns selbst entkolonialisiert? Wieviel Kolonialismus steckt in rassistischem Denken, in Überlegenheitsgefühlen und Nord-Süd Handelsbeziehungen? Es ist Zeit für eine erweiterte Erinnerungskultur – und entsprechende politische Konsequenzen

ReferentInnen

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer
Arbeitsbereich Globalgeschichte – Geschichte Afrikas, Universität Hamburg   

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8,-/ erm. 7,- Euro (SchülerInnen und Studierende bis 30 Jahre frei)


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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17.04.2018 - 20:00 bis 00:00

»Ich mache das alles, weil ich es mir ausgesucht habe« – Frauen im...

Vortrag im Rahmen der Wanderausstellung »Banditi e ribelli«

In ihrem Vortrag über Frauen im italienischen Widerstand vermittelte die Historikerin Nadja Bennewitz ein lebendiges Bild von Frauen, die als Stafetten Nachrichten und Munition transportierten, die mit der Waffe kämpften, die Frauenverteidigungsgruppen gründeten und Streiks organisierten. Weiterhin zeigte Bennewitz zeigte auf, dass die Resistenza ohne unterstützende Aufgaben wie die Versorgung von Verwundeten und die Beherbergung von Kämpfenden nicht möglich gewesen wäre. Der Widerstand italienischer Frauen gegen Faschismus und deutsche Besatzung von 1943-45 war also nicht weniger konsequent als der von Männern. Dass ihr Geschlecht jedoch immer eine Rolle spielte, erfuhren sie von den deutschen Besatzern und spätestens bei der Befreiung auch von ihren eigenen Genossen: Bei den Umzügen durch die Städte nach ihrer Befreiung im April 1945 durften Frauen nicht in den Partisanenformationen mitlaufen. Ihrer Bedeutung sind sich die Partisaninnen dennoch bis heute bewusst: »Die Arbeit der Frauen war das Rückgrat der resistenza«, so Annita Malavasi, Kampfname »Laila« bei einem Interview.

ReferentInnen

Nadja Bennewitz
Historikerin M.A.

Veranstaltungsort
Erlangen, Volkshochschule – vhs club INTERNATIONAL, Friedrichstr. 17 (Innenhof)


Kosten
Eintritt frei


Partner

Kulturförderung der Stadt Erlangen | Rosa Luxemburg Stiftung e.V. | Stadt Bibliothek Erlangen | Volkshochschule Erlangen | Bismarckstraßenfest | Stadtratsfraktion Grüne/Grünen Liste


Art der Veranstaltung
Vortrag



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16.04.2018 - 19:00

Europa Aktuell: Erich Rathfelder

Vortrag und Diskussion

Anfang Februar 2018 verkündete die EU, den Westbalkanstaaten bis zum Jahr 2025 eine Beitrittsperspektive zu bieten. An erster Stelle stehen Serbien und Montenegro, dann Mazedonien und Albanien. Bosnien und Herzegowina sowie das Kosovo hätten dagegen noch einen langen Weg zu gehen. Ist es gerecht, diejenigen zuerst aufzunehmen, die ihre Rolle bei den Kriegen der 90er Jahre verschleiern und sich um die Aufarbeitung der blutigen Vergangenheit drücken, während diejenigen Gesellschaften, die wegen des Krieges am meisten gelitten haben, zurückgelassen werden? Seltsam ist: Sowohl Kosovo wie auch Bosnien und Herzegowina stehen in den Augen Brüssels am Ende der Schlange der Beitrittsländer, obwohl dort EU-Missionen und internationalen Organisationen großen Einfluß ausüben und Vertreter der EU in den internationalen Administrationen wesentlich die Innenpolitik dieser Ländern mitbestimmen.

Wie kann der Weg in die EU für diese Gesellschaften aussehen? Und wie kann man zu Frieden und Versöhnung in der Region beitragen? Die Zeit drängt, denn Russland, China und die Türkei versuchen angesichts der Schwäche Europas Einfluss in der Region zu gewinnen. Erich Rathfelder analysiert für uns die Situation und erklärt die unterschiedlichen Perspektiven, die Akteure und ihr Ansinnen. Und er beschreibt die Möglichkeiten für eine friedliche Zukunft.

ReferentInnen

Erich Rathfelder 
Freier Journalist für die Balkanstaaten (u.a. taz, Berlin, die Presse, Wien), der seit 1983 über die Region berichtet. Als Journalist, Publizist und Filmemacher will er mit seinem Wirken zur Verständigung der Menschen in den Westbalkanstaaten beitragen. Er lebt in Split und Sarajevo.



Moderation: Manfred Bosl

Veranstaltungsort
München, IG - InitiativGruppe e.V., Karlstraße 48/ 50, Saal


Kosten
Eintritt frei!


Partner

IG - InitiativGruppe e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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13.04.2018 - 20:00 bis 00:00

Die Resistenza und das Massaker von Cumiana

Vortrag im Rahmen der Wanderausstellung »Banditi e ribelli«

Die Veranstaltung mit dem Buchautor Marco Comello wurde mit einem historischen Überblick zur Resistenza und der damaligen Situation in Italien von Heike Herzog vom Verein zur Förderung alternativer Medien e.V. eingeleitet. Sie übernahm auch die anschließende Übersetzung und Moderation des Vortrags von Comello.

Ausgehend von seinem Buch "Covo di banditi" schilderte der Historiker aus Cumiana eines der größten Massaker während der deutschen Besetzung Italiens: 51 Zivilisten werden in Cumiana als Vergeltung für eine Partisanenoperation erschossen.

Im Herbst 1999 erhob die Turiner Militärstaatsanwaltschaft in dieser Sache Anklage gegen Anton Renninger aus Erlangen, der mit einer italienischen SS-Einheit unter deutschem Kommando in Cumiana war und den Befehl zu den Erschießungen erteilt hatte. Anton Renninger starb im April 2000, bevor der Prozess beendet werden konnte. Besuche und Recherchen des Erlanger Bündnis für Frieden und des Vereins zur Förderung alternativer Medien in Cumiana im Jahr 2000 waren der Ursprung für eine Städtefreundschaft zwischen Cumiana und Erlangen.

Der gut besuchten Veranstaltung, bei der auch mehrere Erlanger Stadträt*innen Erlangens anwesend waren, folgte eine rege Diskussion.

ReferentInnen

Marco Comello
Historiker aus Cumiana

Veranstaltungsort
Erlangen, Stadtbibliothek, Marktplatz 1


Kosten
Eintritt frei


Partner

Kulturförderung der Stadt Erlangen | Rosa Luxemburg Stiftung e.V. | Stadt Bibliothek Erlangen | Volkshochschule Erlangen | Bismarckstraßenfest | Stadtratsfraktion Grüne/Grünen Liste


Art der Veranstaltung
Vortrag



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13.04.2018 - 19:30 bis 21:30

Szenische Lesung: Q - Alles gehört Allen

Gegen Luther, Papst und Fürsten

Der Roman "Q" des Autor*innenkollektivs Luther Blisset erzählt von Bauernkriegen, den Wiedertäufern in Münster und Protokommunisten in Antwerpen. Er zeigt die subversiven Momente der Reformation, die sich nicht nur gegen Roman, sondern auch gegen Klerus und Adel erhoben. Die Figuren des historischen Thrillers nehmen erstmalig auf einer Bühne Gestalt an und führen das Publikum durch das Europa der gescheiterten Aufstände von 1517 bis 1555. Der Protagonist des Romans, ein Vertrauter Thomas Müntzers, kämpft nicht nur für sein Credo "alles gehört allen". Er muss sich auch in Acht nehmen vor seinem unbekannten Widersacher Q, einem Spion der Kurie und Agent der Inquisition, der stes darum bemüht ist, die Rebellion ins Unglück zu lenken.

Einlass: 19:30 Uhr Beginn: 20:30 Uhr

ReferentInnen

Enseble: Ruth Marie Kröger, Matthias Kelle, Denis Moschitto, Jörg Pohl

Veranstaltungsort
München, Kafe Marat, Thalkirchner Str. 104


Kosten
5,- Euro


Partner

Eine Veranstaltung des Kulturkollektivs 900 in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, des Kurt-Eisner-Vereins für politische Bildung und der Petra-Kelly-Stiftung


Art der Veranstaltung
Szenische Lesung



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