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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Themenrückblick

21.06.2018 - 19:00

Eigenstaatlichkeit in weiter Ferne

Die Kurden zwischen Aufbruch und Repression

Die Kurden, ein westasiatisches Volk mit indogermanischen Wurzeln, gerieten im Mittelalter unter die Herrschaft der sunnitischen Araber. Später, im Osmanischen Reich, genossen sie stellenweise eine gewisse Autonomie. Nach seiner Auflösung wurde ihnen von den europäischen Mächten ein eigener Staat zwar zugestanden, aber das Versprechen nicht eingehalten. In der Türkei, im Irak, Iran und in Syrien leben sie seitdem als oft unterdrückte Minderheiten. Versuche – wie zuletzt 2017 –, einen kurdischen Staat in ihrem Stammgebiet im Irak zu gründen, scheiterten. Aber in Nordirak und neuerdings in Nordsyrien verfügen die Kurden über selbstverwaltete Gebiete. Auch wenn die Vision von einem gesamtkurdischen Staat fortlebt, so bleiben offene Fragen: Kann angesichts der unterschiedlichen Entwicklungen der Kurdengemeinden in den verschiedenen Ländern ein gemeinsam regiertes „Kurdistan“ überhaupt funktionieren? Haben wirklich alle Kurden dasselbe Ziel oder verfolgt jede regionale Gemeinschaft eher eigene Interessen?

Rückblick zusammengefasst mit Schwerpunkt auf den kurdisch-türkischen Beziehungen von Julia Koloda (Evangelische Stadtakademie München):

Die Kurden sind ein altes westasiatisches Volk indogermanischen Ursprungs mit eigener Kultur und einer dem Persischen verwandten Sprache. Das historische Siedlungsgebiet der Kurden erstreckt sich über die Türkei, den Iran und Irak sowie über Syrien. Die Kurden lebten stets unter Fremdherrschaft. Trotz etlicher Versuche einen eigenen Nationalstaat zu gründen, gelang ihnen dies bis heute nicht.  Joseph Croitoru zeichnete in seinem Vortrag in der Evangelischen Stadtakademie am 21.06.2018 die wichtigsten bisherigen Stationen des kurdischen Kampfes für einen eigenen Staat nach. 

Kurden und Osmanen

Unter islamisch-arabischem Einfluss traten viele Kurden zum sunnitischen Islam über. Im Jahr 1514, als die Osmanen einen entscheidenden Sieg über die Perser in Ostanatolien errangen (Schlacht bei Tschaldiran), räumten sie den Kurden bis in das 19. Jh. hinein eine gewisse Autonomie ein, die ihnen die Loyalität der Kurden sicherte. Im Zuge des Zerfalls des Osmanischen Reiches kam es zu mehreren kurdischen Aufständen. Einer der berühmtesten ist der von Soran, dessen Anführer Mohammed Rawanduz sich mehrere Jahre gegen die osmanische Armee behaupten konnte. Letztlich wurde der Aufstand niedergeschlagen und Rawanduz wurde ermordet. 

Atatürk und Kurden

Mustafa Kemal Pascha, der später den Ehrentitel „Atatürk“ (Vater aller Türken) erhielt, konnte die Kurden im Namen der islamischen Solidarität für den türkischen Befreiungskampf gegen die westlichen Besatzungsmächte mobilisieren. Solange er auf die kurdische Unterstützung angewiesen war, hatte Atatürk die türkisch-kurdische Brüderlichkeit hochgehalten. Mit der Staatsgründung im Jahr 1923 änderte sich das Verhältnis grundlegend. Die Kurden wehrten sich erbittert gegen die radikale Säkularisierungs- und Türkisierungspolitik Atatürks. 1925 führte die Unzufriedenheit zu einem Aufstand gegen die türkische Regierung. Scheich Said, der Anführer des Aufstands, erklärte die Regierung in Ankara zum Feind des Islam und legitimierte dadurch das rebellische Vorgehen der Kurden religiös. Im Juni 1925 wurden Scheich Said und seine Anhänger hingerichtet.

Die Katastrophe von Dersim

Eine weitere Niederlage erlitten alevitsche Kurden in Dersim zwischen 1937-1938, ein dunkles Kapitel in der Geschichte der modernen Türkei.

Die Aufstände in Dersim dienten der türkischen Regierung als Vorwand, die Kurden zu unterdrücken. Die Zerstörung der Dörfer, die Umsiedlung in den Westen, das Verbot der Sprache und kurdischen Kultur wurden als Mittel für das hohe Ziel der Modernisierung der Türkei in Kauf genommen. Bis ins späte 20 Jh. änderte sich kaum etwas an dieser Leugnungspolitik des türkischen Staates. 

Gründung der PKK

Abdullah Öcalan gründete die Arbeiterpartei Kurdistans in einer Zeit, die von sozialistischen Ideen geprägt war. Hier spielte die Religion, anders als bei früheren Aufständen und Rebellionen kurdischer Stämme, keine entscheidende Rolle mehr. Die Partei hatte eine marxistisch-leninistische Ausprägung und lieferte sich in der Osttürkei einen Jahrzehnte dauernden Guerillakrieg mit dem türkischen Militär. Die PKK propagierte einen Kurdenstaat, der sich über ein Gebiet erstrecken sollte, das Teile des Iran, Iraks, Syriens und der Türkei umfasst. 

Öcalan wurde vom Nordirak und Syrien aus unterstützt. Als er 1999 verhaftet wurde, begann eine neue Phase in der Entwicklung der PKK. 

Änderung des Kurses

Öcalan änderte seine Auffassung über die Zukunft des kurdischen Staates. Anstatt eines Großkurdistans, welches die Grenzen der umgebenden Länder sprengen würde, trat er nun für das Modell einer kommunalistischen Gesellschaftsstruktur ein: Es sollen autonome kurdische Gemeinschaften gebildet werden, die gleichberechtigt miteinander kommunizieren, ohne die Grenzen der jeweiligen Staaten, in denen sie leben, zu verletzen.

Erdoğan, AKP und Kurden

Öcalans Kursänderung fiel zeitlich mit dem Aufstieg der AKP ab dem Jahr 2002 zusammen. Erdoğan begann eine kurdenfreundliche Politik zu betreiben, um sich die kurdische Unterstützung bei den Wahlen zu sichern. Er führte ab 2013 Friedensgespräche mit der PKK, die zufriedenstellend verliefen, bis die Terrormiliz „Islamischer Staat“ auch das vorwiegend von Kurden bewohnte Nordsyrien mit Terror überzog.

IS und die türkische Politik

Als der IS die Stadt Kobane, eine hauptsächlich von Kurden bewohnte Stadt in Nordsyrien, überfiel, tat die türkische Regierung nichts, um den Kurden zu Hilfe zu kommen. Die Proteste der Kurden in der Türkei führten zum Stillstand der Friedensverhandlungen mit der PKK. Als die AKP die Wählerstimmen an die HDP (kurdische Partei in der Türkei) zu verlieren begann, fing Erdoğan an, kurdische Politiker zu diskreditieren und auszugrenzen. Der gescheiterte Militärputsch von 2016 lieferte auch den Vorwand für die Verfolgung kurdischer Politiker. Indes fand der Kampf der Kurden gegen den IS international Beachtung und wurde von den USA unterstützt. 

Ableger der PKK in Nordsyrien: PYD

Die PYD, Partei der demokratischen Union, von der PKK gegründet, richtete 2013 eine als basisdemokratisches Experiment deklarierte Autonomieverwaltung in Nordsyrien ein. Die türkische Regierung hat von Beginn an die Entwicklung Nordsyriens und vor allem die Expansionsbestrebungen der Autonomieverwaltung der Kurden mit Sorge verfolgt. Um diese zu verhindern, hat die Türkei mehrere Militäroperationen durchgeführt und mehrere Zonen Nordsyriens entlang der Grenze besetzt.

Gegenwärtige Entwicklung

Die Kurden des Nordiraks, die seit den 90er Jahren einen autonomen Status besitzen und eine wechselhafte und teilweise blutige Geschichte eines Bruderkrieges erlebten, forderten 2017 unter der Führung von Barzani vergeblich das Recht auf einen eigenen Nationalstaat. Die PYD in Nordsyrien sowie die PKK, die sich seit 10 Jahren „Regierung der Gemeinschaften Kurdistans“ nennt, halten diesen Ruf für verfrüht. Der Kampf für die Eigenstaatlichkeit bleibt auch unter den Kurden weiterhin ein umstrittenes Projekt.

ReferentInnen

Dr. Joseph Croitoru
Historiker und Journalist, geb. 1960 in Haifa, Studium in
Jerusalem und Freiburg i. Breisgau, journalistisch tätig für
FAZ und NZZ mit den Schwerpunkten Nahost und Osteuropa

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Straße 24


Kosten
8,- / erm. 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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17.06.2018 - 19:00

Ach, wenn doch endlich Frieden wäre! - Revoluzzer und Friedenstauben

100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs 1918

Konzertlesung mit dem Augustin Quartett und dem Wortduo „Lorenz & Widmer"

100 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges begeben sich ein Streichquartett und zwei Wortinterpreten auf Spurensuche. Sabine Lorenz und Jürgen Widmer lassen unter anderem Erich Mühsam, Rainer-Maria Rilke, Klabund und Oskar Maria Graf zu Wort kommen. Sie erzählen von Kriegsmüdigkeit, revolutionären Umtrieben und Aufbruch in Lindau und der Welt.

Die Musiker: Jörg Them (Cello), Susanne Steingrüber (Violine), Julia Beemelmans (Violine) und Heidrun Kürzinger (Viola) spielen Musik aus unruhigen Zeiten (Kurt Weill).

ReferentInnen

Sabine Lorenz
arbeitet als Schauspielerin auf deutschen und Schweizer Bühne, auch ist sie in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen. Die Schauspielerin lebt in Lindau und ist darüberhinaus als Autorin, Sprecherin, Regisseurin und Coach für Presentertraining tätig.
Jürgen Widmer
ist Journalist, Buchautor und Theaterregisseur. Er arbeitet als Pressesprecher der Stadt Lindau. Seit einigen Jahren tritt er zusammen mit Sabine Lorenz und anderen mit literarischen Programmen auf.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Pax Christi-diözese Augsburg e.V.


Art der Veranstaltung
Konzertlesung



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16.06.2018 - 10:00 bis 17:30

Ich liebe Konkurrenz. Nicht.

Konflikttraining für Frauen

Wer sich politisch engagiert, bewegt sich in einem zutiefst konfliktträchtigen Feld.

Die Auseinandersetzung mit politischen Gegner*innen lebt von Werte-, Ziel- und Strategiekonflikten: soziale Gerechtigkeit oder freie Märkte? Kohleenergie oder Ausstieg? Quote oder nicht?

Innerhalb der eigenen Reihen spielen zusätzlich Verteilungskonflikte eine wichtige Rolle, denn die Posten sind knapp, die aussichtsreichen Listenplätze endlich.

Nun wird Frauen nachgesagt, sie seien konfliktscheu oder gar harmoniesüchtig. Was so nicht stimmt, denn Frauen gehen einfach nur anders mit Konkurrenz und Konflikten um als Männer. Tatsache ist jedoch: Frauen wagen es seltener, eine*n Konkurrent*in offen herauszufordern, sich klar und sachdienlich einem politischen Konflikt zu stellen und ihn auszutragen. Mit der Folge, dass sie auf Chancen, Erfolg, Status und mehr verzichten. 

Wie das anders gehen kann, betrachten wir in diesem Seminar. Es wird um folgende Fragen gehen:

  • Was ist ein Konflikt und welche Arten gibt es?
  • Welche Lösungsstrategien kommen in Betracht?
  • Wie ticken Frauen in Konflikten?
  • Wie kann ich Gelassenheit - oder sogar Spaß -  in Konkurrenzsituationen entwickeln?

Wir wechseln im Seminar zwischen Kurzinput, Einzel-/Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch und Übungen.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Organisation bzw. Gender & Diversity" angerechnet werden.

Das Seminar wendet sich ausschließlich an Frauen.

Veranstaltungsnummer: 3-18-04

Achtung: Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Bitte deshalb frühzeitig und verbindlich anmelden!

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
Nürnberg, Tagungszentrum Eckstein, Burgstr. 1-3, Raum 1.11/12


Kosten
60,-/ erm. 40,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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15.06.2018 - 19:00

1968 und heute: Der „lange Marsch“ ist noch nicht zu Ende!?

 

Die Jahre 1965 bis 1968: Aufstand gegen die Nazi-Generation, die in den Amtsstuben, den Schulen, Gerichtssälen und nicht zuletzt in den Universitäten immer noch den Ton angab. Protest gegen die Notstandsgesetze und gegen den Krieg der USA in Vietnam. Und nicht zuletzt: Aufbegehren der Frauen gegen Männer-Dominanz in allen Lebensbereichen. 
Aus Anlass des 50-jährigen „68er-Jubiläums“ blicken wir zurück und schauen nach vorn: Hannes Heer, Historiker, Publizist und Ausstellungsmacher, war damals selbst einer der prominenten Aktivisten des SDS. In seinem Vortrag versucht er, die Geschichte des SDS und dessen Suche nach einer theoretischen Fundierung der Revolte zwischen Reform und Revolution zu rekonstruieren. In seinem Film „Mein 68: Ein verspäteter Brief an meinen Vater“ (WDR 1988) liefert er mit einer autobiographischen Skizze – im fiktiven Dialog mit dem Vater und am Beispiel der SDS-Gruppe an der Bonner Universität – ein Bild des Besonderen und Privaten im Allgemeinen. 
Vor dem Hintergrund der Thesen von Vortrag und Film gehen wir mit Dr. Elisabeth Zellmer, Autorin des Buches "Töchter der Revolte? Frauenbewegung und Feminismus der 1970er Jahre in München" den Fragen nach:

  • Was ist geblieben von der revolutionären Begeisterung?
  • Welche gesellschaftlichen und politischen Veränderungen sind dadurch tatsächlich angestoßen worden? 
  • Was ist aus der autoritären Ordinarien-Universität geworden, die auf die Forderungen einer neuen Studierenden-Generation nach Teilhabe an Entscheidungen und Öffnung für gesellschaftlich-politische Diskurse mit Repression antwortete?

Und wir betrachten die 68er-Revolte auch und gerade aus Sicht der Frauen:

  • Was hat 1968 für die jungen Frauen gebracht?
  • Welche Rolle haben sie gespielt?
  • Und vor allem: Wie ist ihre Situation heute - speziell an den Universitäten?

Mit anderen Worten: Was hat der „lange Marsch durch die Institutionen“, den Rudi Dutschke gefordert hatte, wirklich erreicht?

ReferentInnen

Hannes Heer
Historiker, Regisseur und Publizist, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Die im Rahmen des von ihm geleiteten Ausstellungsprojekts „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‚Juden‘ und ‚politisch Untragbaren‘ aus den deutschen Theatern 1933 bis 1945“ entstandene  Open-Air-Fallstudie  „Die Bayreuther Festspiele und die ‚Juden‘ 1876 bis 1945“ steht als Dauerausstellung auf dem Bayreuther Festspielhügel.

Dr. phil. Elisabeth Zellmer
Historikerin und Politologin, Referentin für Promotion, Forschung und Internationalisierung am Munich Center of Technology for Society an der Technischen Universität München.

Veranstaltungsort
München, Internationaler PresseClub München, Marienplatz 22


Kosten
Eintritt frei


Art der Veranstaltung
Vortrag, Filmvorführung und Diskussion



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13.06.2018 - 20:00 bis 25.06.2018 - 22:00

Deutschland, Dein Islam

Chancen, Hindernisse, Perspektiven

Deutschland ist im Wandel. Die Gesellschaft wird immer vielfältiger und offener. Aber gleichzeitig ist das gesellschaftliche Klima in Deutschland in den letzten Jahren fremdenfeindlicher geworden. Die Übergriffe auf Deutsche mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete häufen sich. Das trifft zu einem großen Teil die hier lebenden Musliminnen und Muslime. Debatten, wie die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, verunsichern die hier lebenden Musliminnen und Muslime und zeigen, dass die Mehrheitsgesellschaft selbst den richtigen Umgang mit dem Islam noch nicht ausgelotet hat.

Diese Veranstaltungsreihe hat das Ziel, Vorurteile und Ressentiments gegenüber dem Islam und den Musliminnen und Muslimen in Deutschland abzubauen. Es soll ein Bewusstsein geschaffen werden für islamophobe Tendenzen in Politik, Medien und Alltag.  

Veranstaltungen:

  • Gemeinsames Fastenbrechen 
  • Einführung in die Grundzüge des Islam [Vortrag]
  • Film: “Inshallah”
  • Islambild in den Medien [Podiumsdiskussion]
  • Islamophobie [Vortrag]
  • Moscheebesuch in Deggendorf 
  • Umgang mit dem Koran [Workshop]
  • Meet a Muslim [offener interkulturell-religiöser Austausch] 
  • Reformbewegungen im Islam [Podiumsdiskussion]

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen auf der Facebookseite der Reihe.

ReferentInnen

Dr. Anne Grüne
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Analyse von Mediensystemen/Kommunikationskulturen an der Universität Erfurt
Dr. Farid Hafez
Forschung und Lehre an der Abteilung Politikwissenschaft an der Universität Salzburg, seit 2016 Mitherausgeber des European Islamophobia Report 
Kamil Öktem
Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 

u.a.

Veranstaltungsort
Passau, Räumlichkeiten der Universität Passau (Innstraße 41) + Scharfrichter Kino (Milchgasse 2)


Kosten
Eintritt frei | Unkostenbeitrag für die Fahrt zur Besichtigung der Moschee in Deggendorf: 5,- Euro


Partner

AStA / SprecherInnen-Rat - Uni Passau


Art der Veranstaltung
Veranstaltungsreihe



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13.06.2018 - 14:00 bis 14.06.2018 - 18:00

Demokratinnen und Demokraten fallen nicht vom Himmel

Förderung von Demokratiefähigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Demokratie setzt voraus, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich mit ihr identifiziert. Hier setzt die politische Bildung an; sie vermittelt das dafür notwendige Wissen. Oftmals bleibt sie allerdings auf das Faktenwissen beschränkt und vernachlässigt die mindestens ebenso wichtigen sozialen Kompetenzen. Kinder und Jugendliche sollten zur Wahrnehmung ihrer Bürger_innenrolle in der Demokratie befähigt werden. Was brauchen Kinder und Jugendliche, um Demokratie „aushalten“ und leben zu können? Welche Kompetenzen sind hierfür notwendig? Wie können diese Kompetenzen in der frühkindlichen, der außerschulischen und schulischen Bildung gezielt vermittelt werden?

Hier finden Sie eine ausführliche Dokumentation der Tagungshauptreferate.
Weitere Unterlagen sind auf die Homepage der Evangelischen Akademie Bad Boll zu sehen.

Gesamte Programm der Tagung.

Grußwort: Demokratieerziehung in Baden-Württemberg
(Achim Beule, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg)

"Demokratiefähigkeit, Demokratiekompetenz, Bürgerkompetenzen - welche, wozu, wie stärken?" Von Prof. em. Dr. Sibylle Reinhardt, Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg:

"Demokratie und die Macht der Gefühle". Von Dr. Farah Dustdar, Politikwissenschaftlerin und Schriftstellerin, Luxemburg:

  • Artikel „Demokratie und Emotionen – Schulung von Gefühlen hilft der Demokratie“ im SYM-Magazin 3/2018
  • Artikel „Demokratie und die Macht der Gefühle“ in APuZ 44-45/2008 

"Demokratie-Kompetenz als Lernziel nicht nur für Schulen - Wo politische Bildung ansetzen und wie sie nachhaltig wirken kann". Von Robby Geyer, Leiter der Außenstelle Heidelberg, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg:

Veranstaltungsort
Bad Boll, Evangelische Akademie Bad Boll, Akademieweg 11


Kosten
Siehe Programm


Partner

Evangelische Akademie Bad Boll  

Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Seminar



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11.06.2018 - 19:00

Filmreihe Kino Europa: Requiem for Mrs. J. | Rekvijem za gospodju J

RS/BGR/MKD/RU/FR 2017, Drama, 93 Min., OmeU, Regie: Bojan Vuletic

Frau J. will sterben. Auch wenn sie Kinder hat fühlt sie sich alleine und will sich am Todestag ihres Mannes erschießen. Es bleiben ihr nur wenige Tage, um letzte Vorbereitungen zu treffen – doch die Behörden machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein kafkaeskes Märchen voller schwarzem Humor und die filmische Bestätigung der These, dass das Leben kompliziert ist – der Tod aber noch viel komplizierter.

Weltpremiere auf der Berlinale 2017, u. a. Grand Prix – Golden Lily auf dem goEast Film Festival in Wiesbaden. 

ReferentInnen

Heleen Gerritsen
Leiterin des GoEast Filmfestivals in Wiesbaden

Veranstaltungsort
München, Gasteig, Carl-Amery-Saal


Kosten
Eintritt frei!


Partner

In Kooperation mit dem Europe Direct Informationszentrum München & Oberbayern, dem Creative Europe Desk München GmbH und dem Informationsbüro des EU-Parlaments


Art der Veranstaltung
Filmvorführung mit anschließender Diskussion



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09.06.2018 - 10:00 bis 17:30

Ich will Bürgermeister*in werden!

Strategie-Workshop für eine erfolgreiche Wahlkampagne

Wahlen gewinnen macht Freude! Aber leider gehen Wahlkämpfer*innen ihre Wahlkämpfe viel zu häufig hemdsärmlig, ohne ausreichende Vorbereitung und Strategie an und schmälern dadurch ihre Erfolgsaussichten. Viele sind in der Regel inhaltlich sehr gut aufgestellt, die Programme strotzen nur so vor guter Ideen und Maßnahmen. Doch häufig fehlt es an Überlegungen, dafür plausibel, authentisch und überzeugend Mehrheiten zu finden.

Wer wirklich Mehrheiten für sich und für seine Ideen gewinnen will, braucht eine gute strategische Vorbereitung des Wahlkampfs, eine ausführliche Analyse der Ist-Situation (Struktur, Themen, Wählerzusammensetzung, Gegner, Verbündete) und eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit (Profil, Image, Kompetenz, Charisma, Lern- und Entwicklungsbedarf ). Er oder sie muss zudem die Themen identifizieren, die für die Wähler*innen wirklich wichtig sind ("Gewinner-Themen"), und Klarheit schaffen über die vorhandenen und noch notwendigen Ressourcen (Finanzen, Personal, Verbündete). Erst darauf aufbauend können Kampagnen ordentlich geplant und die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit organisiert werden.

Wer ernsthaft vorhat, im März 2020 insbesondere als Bürgermeister*in oder Landrätin/Landrat zu kandidieren und dabei wirklich gewinnen will, muss sich spätestens jetzt mit seiner Strategie beschäftigen und eine abgerundete Kampagne planen. Unser Seminar gibt dazu Anregungen und Hilfen und die Teilnehmenden erfahren von den Erfolgsrezepten bereits durchgeführter Wahlkämpfe.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Weitere Angebote - Kommunalpolitik" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 2-18-07

Hinweis: Das Seminar ist ausgebucht. Beachten Sie bitte unseren Zusatztermin am 10.11.2018 in Nürnberg.

ReferentInnen

Peter Gack
Geschäftsführer GRIBS-Kommunalbüro, langjähriger Stadtrat in Bamberg

Benedikt Bisping
1. Bürgermeister, Lauf an der Pegnitz

Susanna Tausendfreund
1. Bürgermeisterin, Gemeinde Pullach im Isartal

Angelika Obermayr
1. Bürgermeisterin, Stadt Grafing bei München

Veranstaltungsort
München, Tagungszentrum Kolpinghaus München-Zentral, Adolf-Kolping-Str. 1


Kosten
40,- / erm. 30,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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26.05.2018 bis 02.06.2018

Barcelona - Stadt des Wandels? Eine Metropole macht sich auf den Weg

Eine Bildungs- und Begegnungsreise

Die katalanische Metropole Barcelona ist, wie kaum eine andere Großstadt in den letzten Jahren, zu einem beliebten Touristenziel geworden. Die meisten Besucher beschränken ihren Aufenthalt aber auf wenige Tage und besuchen nur die Highlights. Die Stadt hat aber viel mehr zu bieten als die Ramblas, Tapas und Sagrada Familia. Wie in anderen spanischen Städten (Madrid, Valencia, Cádiz...) regiert in Barcelona seit den Kommunalwahlen 2015 eine progressive links-ökologische Koalition unter der Bürgermeisterin Ada Colau. Im Rahmen unserer Bildungsreise hatten wir Gelegenheit, auch mit Protagonisten dieser neuen Politik zu sprechen.

 
Unsere Reisegruppe in den "heiligen Hallen" des Rathauses von Barcelona

Und natürlich spielt auch die katalanische Unabhängigkeitsbewegung in der Stadt eine wichtige, um nicht zu sagen überwältigende Rolle in der Politik. Das merkte unsere Reisegruppe schon am ersten Tag, als Christopher Hepp (Bild links) und Antonia Schweimer (Bild rechts), beide mit katalanischen Partnern verheiratet und seit langem in Barcelona lebend, einen ersten Einblick in die politischen Entwicklungen gaben. Sie repräsentierten nämlich prototypisch die geteilte Meinung in der Bevölkerung: pro und contra Unabhängigkeit. 

Im Rahmen von mehreren Führungen konnten wir einen vertieften Einblick in die Stadtgeschichte gewinnen und Architektur und Stadtentwicklung kennen lernen: die Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts im Eixample-Viertel, die Bauten des Modernism-Architekten Antoni Gaudí (Bild unten links), das Gelände der Weltausstellung von 1929 mit dem berühmten Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe (unten rechts).

  

Auch die Olympischen Spiele von 1992 haben das Gesicht von Barcelona grundlegend verändert: Das ehemalige Fischerdorf Barceloneta ist zu einem bevorzugten Tourismus-Ziel geworden, am (künstlich aufgeschütteten) Strand tummeln sich Heerscharen von Touristen, der Hafen ist ein Magnet des Kommerzes. Überhaupt ist der Tourismus mittlerweile zu einem großen Problem für die Stadt geworden. In der Altstadt, dem Barri Gotic, und auf den Rambles orientiert sich die gesamte Infrastruktur an den Besucher*innen. Wohnungen werden in Tourismus-Quartiere umgewidmet, die Mieten steigen. Die neue Stadtregierung hat darauf mit umfangreichen Gegenmaßnahmen reagiert. So wurde ein Moratorium für den Zubau von Hotelkapazitäten verabschiedet. Und wie wir im Gespräch mit Agustí Colom Cabau, dem im Rathaus für den Tourismus zuständigen Dezernenten, erfuhren, hat sich die Vermietungsplattform Airbnb mittlerweile verpflichtet, keine nicht zugelassenen Ferienwohnungen mehr anzubieten.

Besonders für die kommunalpolitisch interessierten und engagierten Teilnehmer*innen war der Vortrag von Jaume Bernada (Bild links), Architekt und in der Stadtverwaltung für Städtebau und Mobilität zuständig, sehr aufschlussreich. Er gab einen Überblick über die zahlreichen Anstrengungen der Stadt, eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Dabei spielt die Verkehrspolitik eine wesentliche Rolle. wie dies konkret aussieht, davon konnten wir bei der anschließenden Führung selbst überzeugen: im Stadtviertel Poble Nou werden nämlich gerade umfassende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen umgesetzt, die sehr überzeugend wirkten (Bild rechts). Dieses Stadtviertel auch deshalb besonders interessant, weil es sich derzeit im Umbruch befindet: von einem (ehemaligen) Industrie- und Arbeiterviertel wird es gerade in ein Hightech-Viertel "umgebaut" (Bilder unten).

 

Aufschlussreich waren auch die Gespräche mit Vertretern des regierenden Rathausbündnisses "Barcelona en Comú" und der katalanischen grünen Partei ICV, Jordi Guillot (links) und Kate Shea Baird, die über den spezifischen Politik-Ansatz der "Bürgerplattform" und die Bemühungen berichteten, Parteiorganisationen, Bewegungungsaktivist*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen "unter einen Hut" zu bekommen.

Sozialdezernentin Laia Ortiz Castellvi (rechts) gab einen Überblick über die vielfältigen, krisenbedingten sozialen Probleme in Barcelona und die Bemühungen der Stadtregierung, hier zumindest lindernd einzugreifen, so z.B. durch kostenlose Schulspeisungen für arme Kinder und verbesserte Angebote zur Kinderbetreuung. Sie wies aber auch darauf hin, dass in vieler Hinsicht, z.B. bei der Wohnungsnot, die spanische Gesetzgebung von ausschlaggebender Bedeutung sei, weil diese Gesetze den Handlungsspielraum der Stadt einschränken.

Der Wandel in Barcelona vollzieht sich jedoch nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf dem Feld der Ökonomie: Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Initiativen und Kooperativen, die sich der solidarischen Ökonomie verschrieben haben. In der Xarxa d’Economia Solidària (XES) haben sich rund 300 solcher Gesellschaften zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um diesen Wandel auf breiter Front voranzutreiben, wie wir von Ruben Suriñach Padilla (im Foto links) erfahren konnten. Aber auch die Stadtregierung wirkt hier fördernd, indem sie sich bemüht, diese Kooperativen verstärkt bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu berücksichtigen.

Weitere Details zur politischen Situation in Barcelona können einem ausführlichen Beitrag auf unserem Themenportal "Gutes Leben für alle" entnommen werden, der vor dem Hintergrund unserer Bildungsreise entstanden ist.

Veranstaltungsort
Barcelona


Partner

Evangelische Stadtakademie München
Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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26.05.2018 - 11:30

Femfest 2018

8. Gesellschaftskritisches Fest zum Thema Geschlecht

Das FemFest bietet eine Plattform für alle Menschen, die sich mit Geschlechterfragen auseinanderzusetzen möchten. Sich den verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen zu "sex" und "gender" bewusst zu werden, ist ein erster Schritt in Richtung Loslösung von diesen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Femfests.

ReferentInnen

Anna Sophia Feuerbach
Diplombiologin und Ernährungsberaterin
Mithu Sanyal
Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin
Alexandra Schwartz
Tänzerin, Choreographin und Pädagogin (Leipzig)
Elizabeth Wurst
Visual Artist
Francis Seeck
Antidiskriminierungstrainer*in, Autor*in und Doktorand*in

Veranstaltungsort
Würzburg, Jugendkulturhaus Cairo, Fred-Joseph-Platz 3


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Jugendkulturhaus Cairo Würzburg



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