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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungsrückblick

09.09.2018 - 11:00

Willkommen in der Schweiz

CH 2017, Dokumentaton, 83 Min., OmU, Regie: Sabine Gisiger

Im Sommer 2015 suchen eine Million Geflüchtete Schutz in Europa. 40.000 schaffen es bis in die Schweiz. Die Gemeinde Oberwil-Lieli soll zehn Flüchtlinge aufnehmen. Angeführt von Gemeindeamtmann und SVP-Nationalrat Andreas Glarner, wehrt sich das Juwel am Mutschellen 2015 gegen die Aufnahme der Flüchtlinge. Lieber zahlt der reiche Ort mit seinen etwa 300 Millionären 290 000 Franken Buße, als Fremde bei sich aufzunehmen.
Johanna Gündel, Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauern, organisiert mit der IG-Solidarität den Widerstand gegen diese Nein-Politik. 
Ausgehend von den Ereignissen in Oberwil-Lieli, erzählt der Film gleichnishaft von der Schweiz in Zeiten der sogenannten Flüchtlingskrise – davon, was dieses Land in der Mitte Europas war, sein will oder werden könnte.

Trailer und weitere Informationen zum Film auf der Webseite des Fünf-Seen-Filmfestivals.

ReferentInnen

Sabine Gisiger
Regisseurin

Veranstaltungsort
Gauting, Kino Breitwand, Bahnhofpl. 2


Kosten
9,50 Euro (Einzelticket) / 7,00 Euro (U-30 Ticket)


Art der Veranstaltung
Filmvorführung



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09.09.2018 - 15:30

Willkommen in der Schweiz

CH 2017, Dokumentaton, 83 Min., OmU, Regie: Sabine Gisiger

Im Sommer 2015 suchen eine Million Geflüchtete Schutz in Europa. 40.000 schaffen es bis in die Schweiz. Die Gemeinde Oberwil-Lieli soll zehn Flüchtlinge aufnehmen. Angeführt von Gemeindeamtmann und SVP-Nationalrat Andreas Glarner, wehrt sich das Juwel am Mutschellen 2015 gegen die Aufnahme der Flüchtlinge. Lieber zahlt der reiche Ort mit seinen etwa 300 Millionären 290 000 Franken Buße, als Fremde bei sich aufzunehmen.
Johanna Gündel, Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauern, organisiert mit der IG-Solidarität den Widerstand gegen diese Nein-Politik. 
Ausgehend von den Ereignissen in Oberwil-Lieli, erzählt der Film gleichnishaft von der Schweiz in Zeiten der sogenannten Flüchtlingskrise – davon, was dieses Land in der Mitte Europas war, sein will oder werden könnte.

Trailer und weitere Informationen zum Film auf der Webseite des Fünf-Seen-Filmfestivals.

ReferentInnen

Sabine Gisiger
Regisseurin

Veranstaltungsort
Seefeld, Kino Breitwand, Schloßhof 7


Kosten
9,50 Euro (Einzelticket) / 7,00 Euro (U-30 Ticket)


Art der Veranstaltung
Filmvorführung



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08.09.2018 - 19:30

Willkommen in der Schweiz

CH 2017, Dokumentaton, 83 Min., OmU, Regie: Sabine Gisiger

Im Sommer 2015 suchen eine Million Geflüchtete Schutz in Europa. 40.000 schaffen es bis in die Schweiz. Die Gemeinde Oberwil-Lieli soll zehn Flüchtlinge aufnehmen. Angeführt von Gemeindeamtmann und SVP-Nationalrat Andreas Glarner, wehrt sich das Juwel am Mutschellen 2015 gegen die Aufnahme der Flüchtlinge. Lieber zahlt der reiche Ort mit seinen etwa 300 Millionären 290 000 Franken Buße, als Fremde bei sich aufzunehmen.
Johanna Gündel, Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauern, organisiert mit der IG-Solidarität den Widerstand gegen diese Nein-Politik. 
Ausgehend von den Ereignissen in Oberwil-Lieli, erzählt der Film gleichnishaft von der Schweiz in Zeiten der sogenannten Flüchtlingskrise – davon, was dieses Land in der Mitte Europas war, sein will oder werden könnte.

Trailer und weitere Informationen zum Film auf der Webseite des Fünf-Seen-Filmfestivals.

ReferentInnen

Sabine Gisiger
Regisseurin

Veranstaltungsort
Gauting, Kino Breitwand, Bahnhofpl. 2


Kosten
9,50 Euro (Einzelticket) / 7,00 Euro (U-30 Ticket)


Art der Veranstaltung
Filmvorführung



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26.07.2018 - 19:30

Vom Guerillakrieg ins Parlament - Kolumbien wohin?

Das Land nach dem Friedensschluss mit der FARC und den Präsidentschaftswahlen

Es war einer der längsten Bürgerkriege in der Geschichte. Wie geht es dem Land und seinen Bürgern jetzt? Was hat sich nach der Niederlegung der Waffen geändert, schwelen die Konflikte weiter? Vor allem: Wohin steuert Kolumbien nach den Präsidentschaftswahlen im Mai 2018 und dem Einzug der neugegründeten FARC Partei ins Parlament?

ReferentInnen

Wolfgang Chr. Goede
Journalist
Jose Benitez

Veranstaltungsort
München, Veranstaltungsraum an der Schloßschmidstraße 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Aluna Minga e.V.


Art der Veranstaltung
Bildvortrag und Diskussion



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25.07.2018 - 19:30

Indigene Gemeinschaften in Kolumbien III. Die Sikuani

Bildvortrag - Gespräch - Musik - Tanzen - Handwerke: !all in one!-Abend

Wie wohnen die Sikuanis? Wie sehen sie die Entwicklung der Welt und das Konzept des Buen Vivir?
Was hat sich verändert nach dem Friedensvertrag mit der FARC-Guerilla?
Welche Probleme haben sie?

Zwei Gäste aus der Sikuani Gemeinde erzählen von der Kultur ihrer Gemeinschaft, ihren Visionen und der Umsetzung des Buen Vivir.

Die Sikuani sind eines von 102 indigenen Völkern in Kolumbien, Südamerika. Sie bewohnen die Region Orinoquía an der Grenze zu Venezuela. Sie gehören zu den zahlenmäßig bedeutendsten indigenen Völkern auf kolumbianischem Gebiet. Von Vertreibung und massive Abholzung bis zu Drogenabhängigkeit sind sie eines der am meisten bedrohten indigenen Völker Kolumbiens.  

Spanisch mit deutscher Übersetzung 

ReferentInnen

Leonel Estrada
Tänzer, Musiker und Kenner der indigenen Tradition in den östlichen Prärien Kolumbiens
Mateo Campos
Musiker, Kenner der Sprachen und Geschichte der Gemeinde, Musiklehrer und Meister in der Herstellung von Anden-Musikinstrumenten

Veranstaltungsort
München, Veranstaltungsraum an der Schloßschmidstraße 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Aluna Minga e.V.


Art der Veranstaltung
Eintritt frei!



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13.07.2018 - 17:00 bis 15.07.2018 - 13:00

Erste bayernweite Afghanistan-Konferenz

 

In Afghanistan herrscht Krieg. Seit nun fast 40 Jahren. Dies verdeutlicht auch der neu erschienene Lagebericht des Auswärtigen Amtes, sowie zahlreiche Berichte von Menschenrechtsorganisation wie beispielsweise der UN. Anstatt nun die Abschiebungen endlich einzustellen, hat Bundeskanzlerin Merkel nun verlautbaren lassen, dass die Bundesregierung keinen Anlass mehr sieht, um an der seit Mai 2017 bestehenden Beschränkung auf Straftäter, Gefährder und „hartnäckige Identitätstäuscher“ festzuhalten. Stattdessen sollen Abschiebungen in das Krisengebiet wieder stärker forciert werden.

Seit Beginn der Abschiebungen im Dezember 2016 wurden mehr als 200 Menschen nach Afghanistan abgeschoben. Diese Praxis wird seit Beginn von Betroffenen, Unterstützer*innen und einer breiten Zivilgesellschaft kritisiert. Wir wollen diese Akteur*innen zusammenbringen, über die Situation in Afghanistan informieren und gemeinsame Handlungsoptionen diskutieren. Im Rahmen der bundesweiten not safe Kampagne wird diese Konferenz die Möglichkeit bieten, mit international anerkannten Expert*innen zu diskutieren und gemeinsame Strategien zu entwickeln, die zu einer anderen Politik führen sollen. Darüber hinaus wird es vor Ort ein kostenloses Beratungsangebot durch Asylrechtsanwält*innen geben.

Das genaue Programm sowie weitere Informationen zu den Referierenden finden Sie im Programm der Konferenz.

ReferentInnen

Nevroz Duman
engagiert sich für die Selbstorganisation junger Geflüchteter durch ihr Engagement bei Jugendliche ohne Grenzen. Sie ist im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL. Beruflich betreut und begleitet sie Geflüchtete.
Mirco Günther
ist Leiter des Büros der Friedrich- Ebert-Stiftung in Afghanistan. Zuvor war er für die OSZE in Tadschikistan, Kasachstan und der Ukraine tätig. Er hat Politikwissenschaft, Nahost- und Zentralasienstudien und Public Administration in Berlin, Moskau, St. Andrews und Harvard studiert.
Thomas Ruttig
ist Mitbegründer und Co-direktor des unabhängigen afghanistan analysts network mit Sitz in Kabul und Berlin. Er arbeitet seit über 35 Jahren zu und in Afghanistan, spricht Dari und Paschto.
Liza Schuster
arbeitet am Department of Socioloy der City University London. Seit 2009 beschäftigt sie sich mit Flüchtlingen aus Afghanistan. In Afghanistan forscht sie zu Abschiebung, Rückkehr, und der Wahrnehmung von Migration in der afghanischen Gesellschaft.

u.a.


Veranstaltungsort
München, Bellevue di Monaco, Müllerstr. 2-6


Kosten
40,-/ erm. 20,-/ Soligebühr 60,- Euro (jeweils für das ganze Wochenende inkl. Verpflegung)


Partner

Bayerischer Flüchtlingsrat



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05.07.2018 - 20:00

Science Slam

Flucht und Weiterleben

Science Slams sind zu recht sehr beliebte Veranstaltungen – wo sonst kann man sich prächtig unterhalten und lernt dabei neuste Forschungsergebnisse kennen, versteht sie sogar auf Anhieb?! Denn darum geht es beim Science Slam: Echte Wissenschaft wird unterhaltsam präsentiert!

Beim Science Slam „Flucht und Weiterleben“ geht es sogar noch um mehr: Fake News sowie der aktuellen politisch wie gesellschaftlich aufgeheizten Debatte in Zukunft noch besser kontern zu können mit wissenschaftlich belegten Argumenten.

Wir werden u.a. Beiträge aus der Politikwissenschaft, der Literaturwissenschaft, der Rechtswissenschaft und der Soziologie hören. So feiern wir das 25-jährige Bestehen des Fördervereins Refugio München und setzen gleichzeitig dem aufgeladenen Flüchtlingsdiskurs echtes Wissen entgegen. In diesem Sinne freuen wir uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher!

Veranstaltungsort
München, Einstein Kultur, Einsteinstraße 42


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Förderverein Refugio München e.V.


Art der Veranstaltung
Science Slam



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04.07.2018 - 17:00

Ladies Lunch

100 Jahre Frauenwahlrecht: Was hat's gebracht?

In diesem Jahr feiert Deutschland das 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts. Aber die Bilanz ist durchwachsen. Sicherlich haben Frauen durch ihre parlamentarische Arbeit einiges erreicht: Die Verankerung der Gleichheit von Frau und Mann im Grundgesetz, die Abschaffung diskriminierender Ehegesetze, zuletzt die Einführung des Grundsatzes "Nein heißt Nein" in der Definition von sexualisierter Gewalt. Andererseits trägt die parlamentarische Demokratie aber weiterhin den Stempel des Männlichen. Im neuen Bundestag ist der Frauenanteil wieder gesunken, wenn auch nicht in allen Parteien. Und erst recht auf kommunaler oder Landesebene sieht es schlecht aus. Der Kampf für die demokratische Beteiligung von Frauen an der Gestaltung des Zusammenlebens war immer schon mehr als bloße "Gleichstellung", er ist verknüpft mit dem Wunsch, Politik anders zu machen. Das 100. Jubiläum ist ein guter Anlass, sich darauf wieder zu besinnen. Bilanz zu ziehen darüber, was gelungen ist, aber auch darüber, was eben nicht gelungen ist. Und wieder darüber nachzudenken, wie Frauen in der Politik nicht nur "Mitmachen", sondern Dinge grundsätzlich verändern können.

Die Veranstaltung richtete sich ausschließlich an Frauen

Eine Tonaufnahme des Vortrages von Dr. Antje Schrupp finden Sie unter unserem Soundcloud-Kanal.

ReferentInnen

Dr. Antje Schrupp
Politologin,  freie Journalistin, Bloggerin, Publizistin
Vita

Begrüßung: Katharina Schulze, MdL
Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag

Veranstaltungsort
München, Der Pschorr, Viktualienmarkt 15 (Theresiensaal)


Kosten
Die Teilnahme ist unentgeltlich - eine Anmeldung ist aber unerlässlich!


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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22.06.2018 - 19:30

Europa und seine muslimischen MigrantInnen. Wie kann Integration...

 

Das Referat erläutert, warum sich die muslimische MigrantInnen am vorherrschenden europäischen Konsens über die Beziehung zwischen Staat, Gesellschaft und Religion orientieren sollen. Dazu werden grundlegende Prinzipien vorgeschlagen, die es dafür benötigt. Die Mehrheitsgesellschaften andererseits müssen die Bereitschaft aufbringen, ihre MigrantInnen nach dem Gleichheitsprinzip zu behandeln. Wesentlich dabei ist, dass die Auseinandersetzung zum Thema Islam und der Geschlechterfrage in den islamischen Gesellschaften nicht ausgeblendet wird.

ReferentInnen

Dr. Elham Manea
ist Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Sie lehrt und forscht in den Bereichen: Rechtspluralismus, politischer Islam und Radikalisierung, Gender und Politik im arabischen Raum sowie Politik der arabischen Halbinsel mit Spezialgebiet Jemen. Frau Manea ist auch Menschenrechtsaktivistin und berät staatliche, Nichtregierungs- und internationale Organisationen zu den Themen: Frauenrechte, Religion und Entwicklung. Nebst ihren akademischen Beiträgen hat sie als Schriftstellerin mehrere Sachbücher und Romane veröffentlicht.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Pax Christi-diözese Augsburg e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion



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21.06.2018 - 19:00

Eigenstaatlichkeit in weiter Ferne

Die Kurden zwischen Aufbruch und Repression

Die Kurden, ein westasiatisches Volk mit indogermanischen Wurzeln, gerieten im Mittelalter unter die Herrschaft der sunnitischen Araber. Später, im Osmanischen Reich, genossen sie stellenweise eine gewisse Autonomie. Nach seiner Auflösung wurde ihnen von den europäischen Mächten ein eigener Staat zwar zugestanden, aber das Versprechen nicht eingehalten. In der Türkei, im Irak, Iran und in Syrien leben sie seitdem als oft unterdrückte Minderheiten. Versuche – wie zuletzt 2017 –, einen kurdischen Staat in ihrem Stammgebiet im Irak zu gründen, scheiterten. Aber in Nordirak und neuerdings in Nordsyrien verfügen die Kurden über selbstverwaltete Gebiete. Auch wenn die Vision von einem gesamtkurdischen Staat fortlebt, so bleiben offene Fragen: Kann angesichts der unterschiedlichen Entwicklungen der Kurdengemeinden in den verschiedenen Ländern ein gemeinsam regiertes „Kurdistan“ überhaupt funktionieren? Haben wirklich alle Kurden dasselbe Ziel oder verfolgt jede regionale Gemeinschaft eher eigene Interessen?

Rückblick zusammengefasst mit Schwerpunkt auf den kurdisch-türkischen Beziehungen von Julia Koloda (Evangelische Stadtakademie München):

Die Kurden sind ein altes westasiatisches Volk indogermanischen Ursprungs mit eigener Kultur und einer dem Persischen verwandten Sprache. Das historische Siedlungsgebiet der Kurden erstreckt sich über die Türkei, den Iran und Irak sowie über Syrien. Die Kurden lebten stets unter Fremdherrschaft. Trotz etlicher Versuche einen eigenen Nationalstaat zu gründen, gelang ihnen dies bis heute nicht.  Joseph Croitoru zeichnete in seinem Vortrag in der Evangelischen Stadtakademie am 21.06.2018 die wichtigsten bisherigen Stationen des kurdischen Kampfes für einen eigenen Staat nach. 

Kurden und Osmanen

Unter islamisch-arabischem Einfluss traten viele Kurden zum sunnitischen Islam über. Im Jahr 1514, als die Osmanen einen entscheidenden Sieg über die Perser in Ostanatolien errangen (Schlacht bei Tschaldiran), räumten sie den Kurden bis in das 19. Jh. hinein eine gewisse Autonomie ein, die ihnen die Loyalität der Kurden sicherte. Im Zuge des Zerfalls des Osmanischen Reiches kam es zu mehreren kurdischen Aufständen. Einer der berühmtesten ist der von Soran, dessen Anführer Mohammed Rawanduz sich mehrere Jahre gegen die osmanische Armee behaupten konnte. Letztlich wurde der Aufstand niedergeschlagen und Rawanduz wurde ermordet. 

Atatürk und Kurden

Mustafa Kemal Pascha, der später den Ehrentitel „Atatürk“ (Vater aller Türken) erhielt, konnte die Kurden im Namen der islamischen Solidarität für den türkischen Befreiungskampf gegen die westlichen Besatzungsmächte mobilisieren. Solange er auf die kurdische Unterstützung angewiesen war, hatte Atatürk die türkisch-kurdische Brüderlichkeit hochgehalten. Mit der Staatsgründung im Jahr 1923 änderte sich das Verhältnis grundlegend. Die Kurden wehrten sich erbittert gegen die radikale Säkularisierungs- und Türkisierungspolitik Atatürks. 1925 führte die Unzufriedenheit zu einem Aufstand gegen die türkische Regierung. Scheich Said, der Anführer des Aufstands, erklärte die Regierung in Ankara zum Feind des Islam und legitimierte dadurch das rebellische Vorgehen der Kurden religiös. Im Juni 1925 wurden Scheich Said und seine Anhänger hingerichtet.

Die Katastrophe von Dersim

Eine weitere Niederlage erlitten alevitsche Kurden in Dersim zwischen 1937-1938, ein dunkles Kapitel in der Geschichte der modernen Türkei.

Die Aufstände in Dersim dienten der türkischen Regierung als Vorwand, die Kurden zu unterdrücken. Die Zerstörung der Dörfer, die Umsiedlung in den Westen, das Verbot der Sprache und kurdischen Kultur wurden als Mittel für das hohe Ziel der Modernisierung der Türkei in Kauf genommen. Bis ins späte 20 Jh. änderte sich kaum etwas an dieser Leugnungspolitik des türkischen Staates. 

Gründung der PKK

Abdullah Öcalan gründete die Arbeiterpartei Kurdistans in einer Zeit, die von sozialistischen Ideen geprägt war. Hier spielte die Religion, anders als bei früheren Aufständen und Rebellionen kurdischer Stämme, keine entscheidende Rolle mehr. Die Partei hatte eine marxistisch-leninistische Ausprägung und lieferte sich in der Osttürkei einen Jahrzehnte dauernden Guerillakrieg mit dem türkischen Militär. Die PKK propagierte einen Kurdenstaat, der sich über ein Gebiet erstrecken sollte, das Teile des Iran, Iraks, Syriens und der Türkei umfasst. 

Öcalan wurde vom Nordirak und Syrien aus unterstützt. Als er 1999 verhaftet wurde, begann eine neue Phase in der Entwicklung der PKK. 

Änderung des Kurses

Öcalan änderte seine Auffassung über die Zukunft des kurdischen Staates. Anstatt eines Großkurdistans, welches die Grenzen der umgebenden Länder sprengen würde, trat er nun für das Modell einer kommunalistischen Gesellschaftsstruktur ein: Es sollen autonome kurdische Gemeinschaften gebildet werden, die gleichberechtigt miteinander kommunizieren, ohne die Grenzen der jeweiligen Staaten, in denen sie leben, zu verletzen.

Erdoğan, AKP und Kurden

Öcalans Kursänderung fiel zeitlich mit dem Aufstieg der AKP ab dem Jahr 2002 zusammen. Erdoğan begann eine kurdenfreundliche Politik zu betreiben, um sich die kurdische Unterstützung bei den Wahlen zu sichern. Er führte ab 2013 Friedensgespräche mit der PKK, die zufriedenstellend verliefen, bis die Terrormiliz „Islamischer Staat“ auch das vorwiegend von Kurden bewohnte Nordsyrien mit Terror überzog.

IS und die türkische Politik

Als der IS die Stadt Kobane, eine hauptsächlich von Kurden bewohnte Stadt in Nordsyrien, überfiel, tat die türkische Regierung nichts, um den Kurden zu Hilfe zu kommen. Die Proteste der Kurden in der Türkei führten zum Stillstand der Friedensverhandlungen mit der PKK. Als die AKP die Wählerstimmen an die HDP (kurdische Partei in der Türkei) zu verlieren begann, fing Erdoğan an, kurdische Politiker zu diskreditieren und auszugrenzen. Der gescheiterte Militärputsch von 2016 lieferte auch den Vorwand für die Verfolgung kurdischer Politiker. Indes fand der Kampf der Kurden gegen den IS international Beachtung und wurde von den USA unterstützt. 

Ableger der PKK in Nordsyrien: PYD

Die PYD, Partei der demokratischen Union, von der PKK gegründet, richtete 2013 eine als basisdemokratisches Experiment deklarierte Autonomieverwaltung in Nordsyrien ein. Die türkische Regierung hat von Beginn an die Entwicklung Nordsyriens und vor allem die Expansionsbestrebungen der Autonomieverwaltung der Kurden mit Sorge verfolgt. Um diese zu verhindern, hat die Türkei mehrere Militäroperationen durchgeführt und mehrere Zonen Nordsyriens entlang der Grenze besetzt.

Gegenwärtige Entwicklung

Die Kurden des Nordiraks, die seit den 90er Jahren einen autonomen Status besitzen und eine wechselhafte und teilweise blutige Geschichte eines Bruderkrieges erlebten, forderten 2017 unter der Führung von Barzani vergeblich das Recht auf einen eigenen Nationalstaat. Die PYD in Nordsyrien sowie die PKK, die sich seit 10 Jahren „Regierung der Gemeinschaften Kurdistans“ nennt, halten diesen Ruf für verfrüht. Der Kampf für die Eigenstaatlichkeit bleibt auch unter den Kurden weiterhin ein umstrittenes Projekt.

ReferentInnen

Dr. Joseph Croitoru
Historiker und Journalist, geb. 1960 in Haifa, Studium in
Jerusalem und Freiburg i. Breisgau, journalistisch tätig für
FAZ und NZZ mit den Schwerpunkten Nahost und Osteuropa

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Straße 24


Kosten
8,- / erm. 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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