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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungsrückblick

24.02.2017 - 19:30

Projekt A - Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa

 

Der Jugendclub Bureau präsentiert die Filmvorführung:

PROJEKT A
-Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa-
D 2015 // Regie: Marcel Seehuber, Moritz Springer, 85 min.

Ein Dokumentarfilm über die politische Idee der Anarchie und ihre konkrete Umsetzung in sehr unterschiedlichen Projekten: Auf einer spannenden Reise durch Europa besuchen die Dokumentarfilmer Marcel Seehuber & Moritz Springer u.a. das „Internationale Anarchistische Treffen“ in St. Imier in der Schweiz (mit 3000 Teilnehmern), die Anti-Atom-Aktivistin Hanna Poddig, die anarchosyndikalistische Gewerkschaft „Confederación General del Trabajo“ in Barcelona, den besetzten und zum öffentlichen Park umfunktionierten Parkplatz „Parko Narvarinou“ in Athen und das in München sehr erfolgreiche „Kartoffelkombinat“. Protagonisten einer sehr vielfältigen, anarchistisch inspirierten Szene kommen zu Wort. Der Dokumentarfilm zeichnet ein Bild von Anarchie jenseits der Klischees vom Chaos stiftenden, Steine werfenden Punk. Vielmehr geht es den Anarchisten in dieser Dokumentation um eine konstruktive, weitestgehend vom Staat emanzipierte Weiterentwicklung gesellschaftlichen Miteinanders.

ReferentInnen

Marcel Seehuber
Regisseur

Veranstaltungsort
Sulzbach-Rosenberg, Capitol, Bayreuther Straße 4


Art der Veranstaltung
Filmvorführung mit anschließendem Filmgespräch



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20.02.2017 - 19:00

Steuergeschenke für den Diesel: Wie der Staat die Luftverschmutzung...

 

Fast die Hälfte aller Autos, die in den letzten Jahren in Deutschland neu zugelassen wurden, hatte einen Dieselantrieb. Das muss niemanden wundern: Schließlich wird Dieselkraftstoff hierzulande deutlich geringer besteuert als Benzin und ist damit an der Tankstelle günstiger.

Aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht zu Unrecht: Dieselfahrzeuge gehören zu den größten Luftverschmutzern in Deutschlands Städten und sind im Durchschnitt aller Neufahrzeuge nicht klimafreundlicher als Benziner. Auch die anderen Steuern im Straßenverkehr erfüllen ihre Ziele kaum. Die Steuerbefreiung von Euro-6-Dieseln verpuffte wirkungslos, weil kaum einer der Motoren in der Realität die geforderten Grenzwerte eingehalten hat. Und auch durch die Tricksereien beim CO2-Ausstoß entgehen dem Staat jährlich Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, ohne dass das Klima oder die Atemluft besser würden.

Die Präsentation von Alexander Mahler können Sie hier herunterladen.

 

 

ReferentInnen

Alexander Mahler
Stellvertretender Geschäftsführer sowie Leiter Verkehrs- und Agrarpolitik des FÖS 

Veranstaltungsort
München, Orange Bar, Green City Energy, Zirkus-Krone-Str. 10 (6. OG)


Kosten
Eintritt frei!


Partner

FÖS (Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft), Regionalgruppe München


Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion



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19.02.2017 - 15:00

Die 53. Münchner Sicherheitskonferenz

Was bedeutet die neue US-Präsidentschaft für die europäische Friedens- und Sicherheitspolitik?

Unmittelbar nach Ende der 53. Münchner Sicherheitskonferenz (17.-19.02.17) wollen wir mit Teilnehmenden die Konferenz wieder aus deutscher Perspektive bewerten. Dabei werden aktuelle sicherheitspolitische Perspektiven und neue Chancen für seit langem andauernde Krisen und Konflikte erörtert. Wie in den Vorjahren soll damit etwas mehr Transparenz gegenüber der kritischen Öffentlichkeit geschaffen werden.

  • Was waren die herausragenden Themen der diesjährigen Sicherheitskonferenz, was wird von Deutschland erwartet, welche Antworten sollte die deutsche Politik formulieren?
  • Welche Folgen hat die neue US-Präsidentschaft auf die sicherheitspolitische Lage in Europa und die transatlantischen Beziehungen?
  • Zeichnen sich neue Lösungen zu Syrien, zum Umgang mit Russland und in der Flüchtlings- und Migrationskrise ab?

ReferentInnen

Sylke Tempel
Chefredakteurin, Internationale Politik; Berlin Policy Journal, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik DGAP e.V., Berlin 
Daniela Dahn
Schriftstellerin und Friedensaktivistin, Berlin
Omid Nouripour
MdB, Außenpolitischer Sprecher, B90 / Die Grünen, Berlin
Jackson Janes
President, American Institute for Contemporary German Studies, Johns Hopkins University, Washington, DC

Moderation: Jutta Prediger, Hörfunkredakteurin, Bayerischer Rundfunk

Hinweis: Rund um die Sicherheitskonferenz finden zahlreiche weitere Veranstaltungen statt. Eine detallierte Übersicht finden Sie hier.

Veranstaltungsort
München, Künstlerhaus, Lenbachplatz 8


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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18.02.2017 - 10:00 bis 17:30

Im politischen Tagesgeschäft authentisch auftreten

Ein Rhetorik-Training

Wer politisch engagiert ist, will Menschen überzeugen. Und wer überzeugend sein will, muss authentisch auftreten. Rhetorische Rezepte helfen da nur wenig, denn die meisten Menschen haben ein gutes Gespür dafür, was echt ist und was antrainiert. Es geht also erst einmal darum, die eigene Persönlichkeit so in Rede und Gespräch einzubringen, dass das Gegenüber gerne zuhört. Am Infostand genauso wie bei der Kreisversammlung oder in einer Bewerbungsrede. 

Und je mehr es um politische Inhalte, Konzepte und Werte geht, also eher abstrakte und komplexe Themen, desto wichtiger ist es, neben der Authentizität auf Verständlichkeit zu achten. Denn nur wer verstanden wird, kann überzeugen.

Wie beides gelingen kann, üben wir im Seminar. Sie lernen, wie Sie die rhetorischen Ausdrucksmittel Sprache, Stimme und Körper authentisch und verständlichkeitsfördernd einsetzen können und üben sich in Kurz- und Stegreifrede. 

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "weitere Angebote - Rhetorik und Kommunikation" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 3-17-08

Achtung: Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Bitte deshalb frühzeitig und verbindlich anmelden!

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH),
seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
München, AIDS-Hilfe, Lindwurmstr. 71-73, Raum 01


Kosten
60,- / ermäßigt: 40,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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16.02.2017 - 19:00

„Neue deutsche Verantwortung“?

Eine Kooperation mit der Projektgruppe "Münchner Sicherheitskonferenz verändern" e.V.

Auf der Sicherheitskonferenz 2014 wurde von Bundespräsident Gauck eine „Neue deutsche Verantwortung“ propagiert. Diese soll insbesondere zu einem selbstverständlicheren Einsatz militärischer Mittel führen. Mit dieser Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik wollen wir uns kritisch und kontrovers auseinandersetzen. Insbesondere soll es um die Frage gehen, welche Rolle – angesichts aktueller Entwicklungen – die nach dem 2. Weltkrieg vorherrschende Forderung „Nie wieder Krieg!“ (noch) spielen kann.

ReferentInnen

Dr. Corinna Hauswedell
Friedens- und Konfliktforschung, FEST Heidelberg
Prof. em. Dr. Hanns Maull
Außenpolitik und internationale Beziehungen, Uni Trier
Dr. Ulrich Roos
Friedens- und Konfliktforschung, Uni Augsburg
Charlotte Rungius
Friedens- und Konfliktforschung, Uni Augsburg

Moderation:
Dr. Thomas Mohr, Psychoanalytiker

Hinweis: Rund um die Sicherheitskonferenz finden zahlreiche weitere Veranstaltungen statt. Eine detallierte Übersicht finden Sie hier.

Veranstaltungsort
München, Movimento München, Neuhauser Straße 15


Kosten
Eintritt frei


Partner

"Münchner Sicherheitskonferenz verändern" e.V.


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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15.02.2017 - 19:30

Mein Isl@m (ENTFÄLLT)

vom radikalen Islamismus in die Freiheit

Der Referent hat die nötigen Ausreisedokumente nicht rechtzeitig bekommen. Deshalb muss die Veranstaltung entfallen. Wir hoffen sie im Mai nachzuholen.

Amir Ahmad Nasr
wurde im Sudan geboren und wuchs in Katar und Malaysia auf. Früh kam er mit dem radikalen Islamismus in Kontakt und konnte sich erst in einem langen Prozess der inneren Transformation daraus lösen. Seine Rettung waren das Internet, die neuen Medien und ein Netzwerk junger Aktivisten, die ihre eigene Tradition hinterfragten und schließlich zur Kraft hinter dem Arabischen Frühling wurden.

In seiner Autobiografie „Mein Isl@m“ reflektiert er kurzweilig, geistreich und sachkundig über seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Islam, die ihn über die radikale Ablehnung jedes religiösen Dogmatismus zu einem differenzierten Blick auf Religion und Spiritualität in unserer säkularen Welt führten. Gleichzeitig eröffnet seine Geschichte den Blick auf eine ganze Generation junger Muslime, die sich mithilfe moderner Technologie an engen fundamentalistischen Strukturen vorbei ihren ganz eigenen Weg suchen.

ReferentInnen

Amir Ahmad Nasr
Blogger und Autor des Buches „Mein Isl@m“

Veranstaltungsort
München, EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80 RGB


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Evangelische Stadtakademie München



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08.02.2017 - 19:00

Ein Greenhorn als US-Präsident

Was sind die Folgen für die USA, Europa und Deutschland?

Der Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl hat Europa in einen Schock gestürzt: Mit einem Sieg Donald Trumps hatte fast niemand gerechnet. Der Immobilien-Milliardär stellt Deutschland und Europa vor Rätsel. Er ist neu in der Politik und der erste Präsident, der nie zuvor ein politisches Wahlamt innehatte oder im Militär Karriere gemacht hat. Seine politischen Ankündigungen sind widersprüchlich. 
Welche Auswirkungen hat seine Wahl auf die Vereinigten Staaten, welche Konsequenzen für die Transatlantischen Beziehungen und für Deutschland?

Diese Fragen wollen wir drei Wochen nach der Inauguration mit dem Amerika-Experten Christoph von Marschall beleuchten. Er war von 2005 bis 2013 USA- und White-House-Korrespondent, hat damals Barack Obama und 2016 Donald Trump im Wahlkampf begleitet. Er ist Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des in Berlin erscheinenden Tagesspiegel.

Hinweis: Das Interesse an dem Vortrag ist sehr groß und der Vortragsraum bietet leider nur eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen. Da wir gerne allen Interessierten die Möglichkeit bieten wollen an dem Vortrag teilzuhaben, werden wir den Vortrag live auf einen großen Fernseher in einen Nebenraum übertragen. Auch dort werden Sie die Möglichkeit haben im Anschluss an den Vortrag Fragen an den Referenten zu stellen. Die Plätze im Vortragsraum werden nach dem „First-come, first-served“-Prinzip vergeben. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Planung. Herzlichen Dank!

ReferentInnen

Christoph von Marschall
Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des in Berlin erscheinenden Tagesspiegel

Veranstaltungsort
München, Barer Straße 19a


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Stiftung Bayerisches Amerikahaus gGmbH


Art der Veranstaltung
Vortrag



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04.02.2017

Geistiger Widerstand durch Kunst

Die Funktion der Kunst

In seinem Vortrag "Die Funktion der Kunst" warf Professor Dr. Armin Nassehi (Institut für Soziologie an der LMU München) einen scharfen Blick auf die Bereiche von Wissenschaft, Kunst und Politik der heutigen Zeit und fokussierte den individuellen Blick auf das Bild, das sich ein jeder Mensch von jeder Sache mache: Wir sehen nicht das Bild, sondern das Bild vom Bild. Wir machen uns ein Bild vom Bild. Wahrnehmung ist nur möglich durch die Fähigkeit, die Wahrnehmung wahrzunehmen.

Ein Beispiel dafür: Bei einer Ausstellung von Matisse stand eine Besucherin vor dem Portrait einer Frau und fragte den Maler, wer diese Frau sei? Die Antwort von Matisse: "Das ist keine Frau, das ist ein Bild."

Fazit: Kreatives Denken ist gefragt, der Mensch ist der Schöpfer aller Dinge.

Der Filmabend stand im Zeichen des Nazi-Terrors. Gezeigt wurden die Dokumentarfilme "Die Architektur des Untergangs" (von Peter Cohen, 1989) und "NEIN! Zeugen des Widerstandes in München 1933-1945" (von Katrin Seybold, 1998). Im ersten Film wurde der Naziterror durch die Brille der Kunst betrachtet, im zweiten durch die Widerstandskraft einzelner Persönlichkeiten. Dem Publikum eröffnete sich ein neuer, erschreckender Blick auf das Funktionieren des NS Regimes. Im Gespräch danach wurde eine Parallele zur Akzeptanz rechter Parteien von heute gezogen mit gleichzeitigem Appell an Wachheit und Zivilcourage zu geistigem Widerstand. „Wie konnte das passieren? Wie können wir heute Schlimmes verhindern?“

ReferentInnen

Professor Dr. Armin Nassehi
Institut für Soziologie, LMU, die Forschungsgebiete von Prof. Dr. Armin Nassehi liegen im Bereich Kultursoziologie, Wissenssoziologie und politische Soziologie mit zahlreichen Publikationen. Er ist Herausgeber der Kulturzeitschrift „Kursbuch“.

Veranstaltungsort
München


Partner

Soziale Skulptur München


Art der Veranstaltung
Vortrag / Filmabend



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02.02.2017 - 19:00

Hass, Menschenfeindlichkeit und Gewalt in Deutschland

Gesellschaftliche Ursachen und politische Gegenstrategien

 

Auf dem Podium: Werner Fröhlich, Dr. Florian Herrmann (MdL), Franziska Holzschuh (Moderation), Katharina Schule (MdL), Prof. Dr. Elmar Brähler

Deutschland heute: Die Zahl von Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund steigt, Ausländerfeindlichkeit und Hass-Parolen werden salonfähig, Rechtspopulisten erzielen ungeahnte Wahlerfolge. Wo liegen die gesellschaftlichen Ursachen für diese besorgniserregenden Entwicklungen? Wie kann und soll man damit umgehen? Welche politischen Handlungsmöglichkeiten und Strategien gibt es?

Wer die Langzeit-Studien kennt, die sich seit Jahren mit diesen Phänomenen beschäftigen, wird weniger überrascht sein. Die „Mitte-Studien“ und die Untersuchungen zur „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ haben immer wieder gezeigt, dass es ein erhebliches Potenzial für die genannten Haltungen und Einstellungen gibt.

Wir stellten die aktuellen Studien vor und diskutierten mit bayerischen Politiker*innen über die politischen Konsequenzen.

Prof. Dr. Elmar Brähler (seit Jahren der Kopf hinter den Mitte-Studien) stellte die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Untersuchung („Die enthemmte Mitte“) vor. Rechtsextreme Einstellungen und Ausländerfeindlichkeit haben – das zeigt vor allem Vergleich mit den Mitte-Studien der vergangenen Jahre – demnach nicht signifikant zugenommen, sondern bewegen sich auf einem seit längerem besorgniserregend hohem Niveau.  Was in der Tat zugenommen habe, ist die Lautstärke, mit der solche Positionen geäußert werden, und die Bereitschaft, diese auch öffentlich deutlich zu artikulieren. Auch die aktuelle Studie bestätigt zum wiederholten Mal die Tatsache, dass – einigermaßen paradox - die Ausländerfeindlichkeit dort am höchsten ist, wo es am wenigsten Menschen mit Migrationshintergrund gibt.

Ergebnispräsentation (PDF-Datei)

Werner Fröhlich vom soziologischen Institut der LMU betonte, dass die ebenfalls 2016 durchgeführte Untersuchung zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland keine wesentlichen Unterschiede zur deutschlandweiten Mitte-Studie aufweise. Nur in einem Punkt gebe es eine signifikante Differenz: Obwohl in Bayern relativ viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, gibt es einen ziemlich hohen Prozentsatz  an Muslimfeindlichkeit (20%).  Dennoch könne keine Rede davon sein, dass es in Bayern ein umfassendes menschenfeindliches Weltbild gebe.

Was sehr stark zu Abwertungstendenzen gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen fördere, sei eine starke Identifikation mit Deutschland, ein nationalistisches bis chauvinistisches Weltbild also. Faktoren, die solche Abwertungstendenzen abschwächen oder verhindern, sind das weibliche Geschlecht (Frauen haben eine signifikant niedrigere Tendenz zur GMF als Männer!) und ein hoher Bildungsgrad.

Ergebnispräsentation (PDF-Datei)

Katharina Schulze, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, wies darauf hin, dass die hohe Zahl fremdenfeindlicher und rassistischer Straftaten (auch in Bayern) zeige, dass rechtsextreme Einstellungen irgendwann in tatsächliche Handlungen umschlagen. Dies erfordere eine Reaktion in zweierlei Hinsicht: sicherheitspolitisch durch Verfassungsschutz und Polizei, demokratiepolitisch durch Aufklärung und Bildung. Insbesondere hinsichtlich des zweiten Punkts sah sie in Bayern noch erhebliche Defizite. „Demokratie ist etwas Großartiges, das muss erlebbar werden“, forderte sie. Für entsprechende Förderprogramme müsse deshalb endlich auch Geld in die Hand genommen werden.

Auch Dr. Florian Herrmann, CSU-MdL und Vorsitzender des Innenausschusses des Landtags, betonte die Wichtigkeit einer „wehrhaften“ Demokratie als Reaktion auf manifeste Straftaten. Das GMF-Konzept bezeichnete er hingegen als „Arbeitshypothese“, die als Grundlage für die Arbeit von Verfassungsschutz und Polizei nur bedingt geeignet sei. Zudem sei das Handlungsfeld Prävention in ständiger Veränderung.

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer über die Wichtigkeit von Präventionsstrategien. Nur so könne verhindert werden, dass rechtsextreme Einstellungen in entsprechende Handlungsweisen umschlagen. Fröhlich betonte, wie wichtig es sei, die Menschen, die einer GMF-Einstellung zuneigen, wieder in den politischen Diskurs einbeziehen.

Das – sehr zahlreiche - Publikum bereicherte die Diskussion durch kompetente und allesamt erfreulich sachliche Diskussionsbeiträge und Fragen. Mehrfach wurde betont, dass die Zunahme von GMF und rechtsextremen Einstellungen nur dann wirksam bekämpft werden könne, wenn endlich die zunehmende soziale Spaltung in Deutschland als politisches Handlungsfeld betrachtet werde. 

Weiterführende Literatur und Links:

Langzeituntersuchung der Uni Leipzig zu rechtsextremen und antidemokratischen Einstellungen in Deutschland

Ergebnisse der bayerischen GMF-Studie: Soziologisches Institut der LMU München

Projektseite zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit an der Uni Bielefeld

Themenseite zum Rechtsextremismus der Landtagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Volles Haus im Nürnberger Presseclub

ReferentInnen

Prof. Dr. Elmar Brähler
langjähriger Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig, Mitverfasser der Studie „Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland“

Werner Fröhlich
Diplom-Soziologe, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie, Mitverfasser der bayerischen GMF-Studie

Katharina Schulze
MdL, stv. Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus

Dr. Florian Herrmann
MdL, CSU, Vorsitzender des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport

Moderation:
Franziska Holzschuh
Redakteurin, Nürnberger Nachrichten

v.l.n.r.: Dr. Florian Herrmann, Franziska Holzschuh, Katharina Schulze

Veranstaltungsort
Nürnberg, Marmorsaal im Presseclub Nürnberg, Gewerbemuseumsplatz 2


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Projektstelle gegen Rechtsextremismus im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad

Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Podiumsdiskussion



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01.02.2017

Jasmin Siri: Parteiensoziologie: Grundlagen, Herausforderungen,...

 

Die Diskussion um die Unzulänglichkeiten und Krisen von Parteien ist so alt wie  die Partei selbst. Wozu brauchen wir in der modernen Gesellschaft überhaupt noch Parteien? Welche Funktion nehmen sie in unserer Demokratie ein? Und was folgt daraus für die Menschen innerhalb dieser Organisation?

In ihrem Beitrag untersucht Jasmin Siri die Funktion der Parteien im politischen System, die Bedeutung ihrer Mitglieder sowie deren künftige Herausforderungen – vom erstarkenden Rechtspopulismus und Rechtsextremismus über den Wandel  der politischen Öffentlichkeit bis hin zur sozialen Ungleichheit als Problem für  deren Legitimation.

Jasmin Siri ist Soziologin an der Ludwig-Maximilians-Universität  München und vertritt seit April 2016 die Professur für Politische  Soziologie an der Universität Bielefeld. Ihre Arbeitsschwerpunkte  sind politische Soziologie, Gesellschaftstheorie, empirische  Parteienforschung und Organisationssoziologie. 

Ihr Beitrag ist als Policy Paper 19 im Rahmen des Projekts "Gut vertreten? Update für Demokratie" des Heinrich-Böll-Stifttungsverbundes erschienen und kann hier als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden.


Kosten
Download unentgeltlich!


Art der Veranstaltung
Veröffentlichung



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