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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

01.08.2020 - 18:00 bis 03.08.2020 - 16:00

IN COMMON

Rituale eines zukünftigen Miteinanders

Unter dem Motto »das gute Leben für alle« versammeln sich neue Ideen von städtischem Wohnen, Teilen, Zusammenleben. Wie können wir das, was wir Kunst und Kultur nennen, entsprechend gestalten? Die allgegenwärtigen systemischen Krisen fordern uns, neue urbane Möglichkeitsräum zu er-finden. Räume, die sich als Gegen-Entwürfe zum Mainstream aktueller Stadtpolitiken lesen lassen. Orte, die von einer Kultur des Miteinanders geprägt sind und nicht auf Konkurrenz und Kommerz gründen. Überzeugt davon, dass wir Stadt als sozial-ökologisch gerechten und lebendigen Raum nur gemeinsam erschaffen können, laden wir Euch ein: Wir wollen die vielfältigen, bereits existierenden Ansätze eines zukunftsfähigen Miteinanders in Augsburg er-kennen lernen, miteinander in Verbindung bringen und Öffentlichkeit für bereits erprobte Alternativen schaffen. Lasst uns zwischen bestehenden und neuen Gruppen, Initiativen und Akteur*innen Allianzen für ein zukunftsfähige Stadtkultur schmieden!

Commoning sehen wir als wirkmächtigen Ansatz, um mentale und materielle Infrastrukturen eines zukunftsfähigen urbanen Miteinanders zu kultivieren. In Kooperation mit dem Friedensbüro und der Petra-Kelly-Stiftung eröffnet das Grandhotel Cosmopolis mit Silke Helfrich einen Raum zur Stärkung von verschiedenen lokalen Beispielen des Commonings: Wie können wir Rituale des Miteinanders kultivieren und pflegen?

IN COMMON. Rituale eines zukünftigen Miteinanders

Mit der Veranstaltungsreihe nähern wir uns der Logik des Gemeinschaffens als möglichen Ausgangspunkt für substantielle Veränderungen unseres städtischen Zusammenlebens. Die einzelnen Veranstaltungen bauen aufeinander auf, sind aber über die begleitende Dokumentation und durch kurze Einführungen zu Beginn der Workshops für Neueinsteigende zugänglich. Es bedarf keiner Vorkenntnisse zum Thema Commons. Die Hauptsprache ist Deutsch, für eine Übersetzung ins Englische ist gesorgt, andere Sprachen sind bei Bedarf und nach Vorankündigung möglich.

Programm:

1.8.: Einführen_Rituale im Commoning. Partizipativer Vortrag mit Silke Helfrich
18-20:30 Uhr / wenn’s trocken ist: Wir-Garten, Provino* / Voranmeldung erwünscht aber nicht erforderlich (Registrierung vor Ort)

2.8.: Verbinden_Lokale Beispiele des Commonings sichtbar machen, verhindernde Dynamiken verstehen und neue Rituale entwerfen. Workshoptag mit Silke Helfrich und lokalen Commoners, inkl. Mittagessen und Getränke
10:30-17:00 Uhr / wenn’s trocken ist: Wir-Garten, Provino* / Voranmeldung erforderlich

3.8.: Vertiefen_Grandhotel Cosmopolis als Urban Common verstehen und gestalten lernen. Brunch und anschließender Workshoptag mit Silke Helfrich
11:00 – 16:00 Uhr / Grandhotel Cosmopolis, 6. Stock / Voranmeldung erforderlich

 

Die Veranstaltungsreihe steht im Zusammenhang mit unserer aktuellen Situation: Das Grandhotel Cosmopolis befindet sich am Anfang einer umfassenden konzeptionellen Neuorientierung. Wie können wir politisch aktiv bleiben? Wie kann dieser Ort zukunftsfähig werden? Wie können, diejenigen, die denn möchten, daran teilhaben? Welche baulichen Veränderungen gehen mit den Bedürfnissen einer neuen Nutzung einher? Von was wollen wir zukünftig sprechen? Diese und andere Fragen treiben uns in die Auseinandersetzung mit post-kapitalistischen, demokratisierenden Ansätzen der Organisationsentwicklung, alternativen Formen des Wirtschaftens, der Entscheidungsfindung oder der Frage nach Eigentum. Wenn ihr euch für diesen Transformationsprozess interessiert, gibt es am 3.8. eine erste Gelegenheit, einen Einblick zu erhalten. An diesem Tag wollen wir uns dem Grandhotel Cosmopolis als gemeingeschaffenen Ort zuwenden.

 

Weitere Informationen auf der Website des Grandhotel Cosmopolis

ReferentInnen

Silke Helfrich
Autorin, Herausgeberin, Forscherin und Aktivistin zu Gemeingütern und Commons

Veranstaltungsort
Augsburg, Wir-Garten, Provino/ Grandhotel Cosmopolis


Kosten
Eintritt frei, Spenden wilkommen


Partner

Grandhotel Cosmopolis e.V.


Art der Veranstaltung
Veranstaltungsreihe



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18.06.2020 - 19:00

Wirtschaftskriege - Einfach zu gewinnen?

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie München

Durch US-Präsident Donald Trump hat sich der Niedergang vieler internationaler Institutionen, die auf Ausgleich und Kooperation setzen, rasant beschleunigt. Wir steuern auf eine Welt zu, wie sie vor 1914 bestand: ohne verbindliche globale Strukturen und Standards und im ungebremsten Konkurrenzkampf einzelner Staaten gegeneinander. In einer solchen Welt werden Wirtschaftskriege wieder zum probaten Mittel der Durchsetzung der eigenen Interessen - mit verheerenden Aussichten vor allem auch für die europäische Wirtschaft, wie sich am Beispiel USA und China zeigt. Was können die westlichen Demokratien tun, um eine Verschärfung der aktuellen Krisen zu vermeiden und um sich im Wettbewerb der politischen und wirtschaftlichen Systeme zu behaupten?

Zur Teilnahme brauchen Sie einen Laptop oder PC mit Lautsprecher oder ein Smartphone oder Tablet. Die Videokonferenzplattform Zoom ist sehr einfach zu bedienen. Wir bieten Ihnen an,  sich eine halbe Stunde vor Seminarbeginn einzuloggen, um die Technik startklar zu machen. Wenn Sie sich angemeldet haben, erhalten Sie wenige Tage vor der Veranstaltung den Zugangslink.

Anmeldung

ReferentInnen

Dr. Hans-Jürgen Wolff
studierte Rechtswissenschaften, war von 1991 bis 1995 in der Wirtschaftsabteilung des Bundeskanzleramts für Fragen der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik zuständig und arbeitete von 1995 bis 2010 im Bundespräsidialamt, zuletzt als Chef des Bundespräsidialamts. Er ist als Berater in Berlin tätig. Kooautor von Nils Ole Oermann und Hans-Jürgen Wolff, Wirtschaftskriege. Geschichte und Gegenwart, 2019

Veranstaltungsort
Online


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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26.05.2020 - 18:00 bis 19:00

Transilvania mea – von Gewinnern und Verlierern

 

Diese Veranstaltung findet auf Zoom statt. Der Zugang ist kostenlos, Sie sollten sich aber bis spätestens Sonntag, den 24.05., anmelden. Die Zugangsdaten sowohl für den Film als auch für die Diskussion werden am Montag, den 25.05., per Email mitgeteilt.

Die Zeiten für die Veranstaltung beziehen sich auf die Online-Diskussion, der Film kann zu einer beliebigen Zeit im Voraus angeschaut werden.

85 Minuten
Ein Dokumentarfilm von Fabian Daub / Bildfolge Filmproduktion Hamburg

Transsilvanien, das Land jenseits der Wälder - so heißt es wörtlich übersetzt. Wir begeben uns auf eine filmische Entdeckungsreise in diesen Teil Rumäniens und sind zu Gast bei unterschiedlichsten Menschen, die uns Einblicke in ihre Lebenswirklichkeiten gewähren. Unsere Protagonisten verbindet die Suche nach ihrer neuen Rolle in einer spannenden Region im Umbruch. Wie sieht das Leben der Menschen in Rumänien, speziell in Transsilvanien aus? Haben die uralten Traditionen genug Kraft, sich in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft durchzusetzen? Welche Wechselwirkungen und Abhängigkeiten, auch den Westen betreffend, entstehen? Welche Gründe hat die Armuts- und Arbeitsmigration und was bedeutet die massenhafte Abwanderung für das Land?

Illustration: Fabienne Houdret

ReferentInnen

Fabian Daub
Autor und Regisseur, Hamburg

Roxana Dürr
in Deutschland lebende Rumänin, Referentin im öffentlichen Dienst, Kultur- und Sprachwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Mittel-, Ost- und Südosteuropa

Veranstaltungsort
Online


Kosten
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich


Partner


Art der Veranstaltung
Filmvorführung und Diskussion



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02.03.2020

Klimawandel: Klimaschutz und Anpassungsstrategien in der...

Frühjahrstagung der AbL-Bayern

Ob trockene Sommer mit Futterknappheit, Überschwemmungen oder Dürre – das Wetter verändert sich und die Extremwetterereignisse nehmen zu. Auf den allgegenwärtigen Klimawandel muss sich gerade auch die Landwirtschaft einstellen. Und das umso mehr, als sie eine Mitverursacherin eben dieses Klimawandels ist. Vor diesem Hintergrund ging die Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) der Frage nach: Welchen Beitrag kann die Landwirtschaft leisten, um die Klimakatastrophe abzuwenden und welche Strategien sind hilfreich zur Anpassung an den Klimawandel?


Referierende und Veranstalter*innen (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hülsbergen, Gertraud Angerpointner, Josef Schmid, Rebekka Eichstädt, Prof. Dr. Ebertseder, Ludwig Huber, Tobis Fegg
Foto: © Alois Albrecht

Rebekka Eichstädt vom Landesamt für Umwelt stellte die Klimaentwicklung in Bayern und deren Folgen für die Landwirtschaft dar. Bei den Jahresmitteltemperaturen in Bayern sei insbesondere seit 1990 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, ebenso bei den Hitzetagen über 30 Grad und Dürreperioden. Zugleich hat die Emission von CO2 drastisch zugenommen. Es werde weniger Niederschläge, aber vermehrt Starkregen mit erhöhter Bodenerosionsgefahr geben. Die Grundwasserneubildungsrate sei stark rückläufig, regional mit Defiziten von rund 30 % zum langjährigen Mittel. Als Anpassungsstrategien können Humusaufbau als Wasserspeicher, eine Minimierung der Verdunstung (Mulchen) und eine der Temperatur angepasste Sorten- und Artenwahl dienen. Laut Eichstädt trägt die Landwirtschaft mit etwa sieben Prozent zu den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bei. Nicht enthalten seien dabei die Emissionen, die aus der Herstellung von eingesetzten Maschinen und Geräten oder der energieintensive Produktion von Mineraldünger resultieren. Werden diese mit einbezogen, erhöhe sich der Anteil der Landwirtschaft auf rund 12,9 %. Abhilfe schaffen kann eine Senkung der Stickstoffüberschüsse, der Ausbau des Ökolandbaus, Emissionsminderungen in der Tierhaltung, Humuserhalt und -aufbau, der Erhalt von Dauergrünland und Schutz von Moorböden.

Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der TU München erläuterte die Klimawirkungen ökologischer und konventioneller Betriebe und ihre Treibhausgas-Minderungs- und Optimierungsstrategien. Studien auf 80 Höfen über einen Zeitraum von zehn Jahren bilden die breite Datenbasis seiner Ausführungen. In seiner Problemanalyse erläuterte Hülsbergen die Unterschiede hinsichtlich Lachgasemissionen aus Böden, Energieeinsatz und CO2 Emissionen, Humusaufbau und Kohlenstoffbindung, sowie Treibhausgasemissionen durch Milchviehhaltung.

Beim Stickstoffeintrag in den Boden wird der Unterschied zwischen einem Öko- und einem konventionell arbeitenden Betrieb sehr offensichtlich. Im Ackerbau beträgt der Stickstoffeintrag eines Ökobetriebes 142 kg/ha/Jahr, während ein konventioneller 246 kg/ha/Jahr in den Boden bringt. Bei Milchviehbetrieben fällt die Bilanz ebenfalls zu Gunsten des Ökobetriebes aus mit 170 kg/ha gegenüber 275 kg/ha konventionell. Eine wesentliche Ursache für diesen Unterschied liege in der Verwendung von organischem gegenüber mineralischem Dünger.

Laut Hülsbergen gebe es sowohl bei Ökohöfen als auch bei konventionellen durchaus Möglichkeiten zur Optimierung der Klimaanpassung. Auf Ökohöfen könnten Kleegras-Management, Fruchtfolgen und betriebliche Stoffkreisläufe noch effektiver eingesetzt werden. Auf konventionellen würden konservierende Bodenbearbeitung, Mulchsaaten, Zwischenfrüchte, Strohdüngung helfen. Außerdem wäre es dringend erforderlich, einen Anteil von mindestens 20% Kleegras in der Fruchtfolge anzubauen, was auch den Mineraldüngerbedarf drastisch senken würde. Der durch Leguminosen (Stickstoffsammler wie Kleegras, Erbsen, Wicken etc.) organisch gebundene Stickstoff ist im Gegensatz zum mineralischen Stickstoff kaum auswaschungsgefährdet.

Eine Ausweitung des Ökolandbaus auf 20 % der Fläche würde eine starke Entlastung bringen. Nötig sei aber auch eine Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft, z.B. mit einer flächengebundenen Tierhaltung mit Großvieh-Zahlen pro Hektar zwischen 0,7 und 1,3. Das würde nicht nur dem Klima guttun.

Prof. Dr. Thomas Ebertseder von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme, stellte die Wirkungen reduzierter Stickstoff-Düngung auf Produktivität, Bodenfruchtbarkeit und N-Austragsgefährdung dar. Die Datenbasis hierfür bildeten langjährige und zahlreiche Feldstudien des Verbands der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA). Demnach führe eine Stickstoffdüngung, die gegenüber der Soll-Empfehlung um etwa 20 % vermindert ist, nur zu einer Ertragsminderung von lediglich bis zu 5 Prozent. Bei einer Feldstudien über 15 Jahre ergab sich folgendes Ergebnis: Eine Reduzierung der Stickstoffdüngung um 40% minderte den Naturalertrag lediglich um ca. 11 %. Der Ertrag lag zwischen 85 % bis sogar 98 % - je nach Standort. Bei Intensivfrüchten wie Weizen ist der Unterschied größer als z.B. bei Mais, Hafer, Gerste oder Zuckerrüben. Auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit (es wurde bei dieser Analyse lediglich die eingesparten Düngerkosten berücksichtigt!) ergab sich ein überraschendes Ergebnis: Nur wenn bei Weizen ein nach dem Proteingehalt gestaffelter Preis unterstellt wird, tritt bei der Variante "minus 40 %" der N-Düngung eine Verminderung des ökonomischen Ergebnisses von etwa drei bis vier Prozent ein. Geht man von einem einheitlichen Weizenpreis aus, unterscheidet sich das ökonomische Ergebnis praktisch nicht von der Variante mit „standorttypischer Optimaldüngung“. Jedenfalls stehe fest, so Ebertseder: "Je größer die Stickstoffzufuhr in den Boden, desto höher die Emissionen".

In der Diskussion tauchte die Frage auf, warum diese wichtigen Ergebnisse nicht in der Praxis, bei Fach- und Berufsverbänden und insbesondere der Politik, ankommen. Derzeit gebe es ja vielerlei Befürchtungen (z.B.: "Die Pflanzen verhungern bei 20 % weniger Stickstoff."). Gerade in dieser aktuellen Debatte zur Düngeverordnung könnten solche die Erkenntnisse zur Versachlichung beitragen. In diesem Zusammenhang wurde auch bedauert, dass angefragte Referierende aus dem bayerischen Landwirtschaftsministerium "aufgrund von Termin- und Kapazitätsproblemen" eine Teilnahme an der Tagung abgesagt hatten.  

ReferentInnen

Prof. Dr. Thomas Ebertseder
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme
Rebekka Eichstädt

Landesamt für Umwelt, Referat Klimawandelund Wasserhaushalt
Prof. Dr. Kurt- Jürgen Hülsbergen
Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme, TU München

Veranstaltungsort
Obing


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuevrliche Landwirtschaft e.V. (AbL)


Art der Veranstaltung
Tagung



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26.11.2019 - 19:00

Bodenrecht im internationalen Vergleich - am Beispiel von China und...

 

In Deutschland ist Privateigentum an Grund und Boden selbstverständlich. Dies impliziert Kauf und Verkauf sowie Investment in Grund und Boden und auch Spekulation damit. Um diese Sichtweise zu hinterfragen, lohnt sich, neben einem Blick in die Historie des Bodenrechts und in die politische Ideengeschichte, ein Blick über die eigenen Landesgrenzen hinaus.
Welche ganz anderen Auffassungen von Eigentums- und Nutzungsrechten des Bodens gibt es und welche Folgen hat das für den Miet- und Immobilienmarkt? Dies erläutern wir an den sehr unterschiedlichen Ländern China und Dänemark.


Vertiefungsmaterial:
Die Situation in China hat hier die Augsburger Allgemeine gut geschildert.

Das Diplomarbeit "Wege zu einer gerechten Bodenordnung" von Bernadette Felsch kann man hier finden. Hier kann man insbesondere das Kapitel "Bodenpolitik in anderen Staaten und globalen Regionen" lesen.

ReferentInnen

Bernadette-Julia Felsch
Diplom-Verwaltungswirtin (FH) und Diplom-Politologin, Münchner Forum und Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, München

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Straße 24


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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07.10.2019 - 19:00

Wir sind Allmende

Warum nur Teilen Sein erschafft

Vortragsreihe „Menschwürde“

Weil ois mit oim zamhängt. Wie kann der Mensch seine Rolle als fruchtbarer Teil des Lebens wieder finden? Wir SIND Allmende!, das sagt Dr. Andreas Weber und geht folgenden Fragen nach: Was genau ist damit gemeint? Was sind die Prinzipien von Allmende? Wie können wir uns diese Prinzipien wieder bewusst machen, um UNS ALLEN eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen?

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Reihe finden Sie hier.

ReferentInnen

Andreas Weber
Meeresbiologe und promovierter Philosoph. In seinen Büchern, Vorträgen und Workshops erforscht er die Wirklichkeit als lebendige Allmende und entwickelt auf dieser Grundlage eine „Erotische Ökologie“. Sein neuestes Buch Indigenialität erschien 2018 bei Nicolai.

Veranstaltungsort
Traunstein, Campus St. Michael, Kardinal-Faulhaberstr. 6, Theatersaal


Kosten
VVK 8,-/ AK 10,- Euro


Partner

Gemeinwohl JETZT Traunstein


Art der Veranstaltung
Vortrag



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13.07.2019 - 19:30

Stadt für alle?

Gentrifizierung und Strategien dagegen

Lisa Vollmer verknüpft mit ihrem Buch „Strategien gegen Gentrifizierung“ Gentrifizierungstheorien mit Strategien aus der Praxis, die soziale Bewegungen gegen Gentrifizierung gefunden haben.

Die Stadtforscherin Lisa Vollmer wird dem umkämpften Begriff nachgehen um einen Überblick über unterschiedliche Erklärungsansätze zu schaffen. Darauf aufbauend zeigt Lisa Vollmer, welche Strategien Mieter*innenproteste und Mieter*innengruppen zwischen Lobbyarbeit und Basisorganisierung verfolgen, wie man das Recht zu bleiben durch eine lokale Gemeinschaft einfordert und wie sich Mieter*innenproteste gegen die Inwertsetzung ihrer Nachbarschaften stellen können.

Zentral sind dabei die Fragen, inwieweit Wohnraum als Ware gilt und gelten sollte? Wie stark die politische Komponente beim Wohnen ist? Und welche Möglichkeiten es gibt, sich in Stadt(teil)entwicklungen einzumischen, die Gentrifizierung bewirken können.
Diese Fragen greift aus einer lokalen und praktischen Perspektive auch der AK-Wohnen auf, der sich an dem Abend vorstellen wird.

ReferentInnen

Lisa Vollmer
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar und aktiv in der Berliner Mieter*innenbewegung.

Veranstaltungsort
Augsburg, Grandhotel Cosmopolis, Springergässchen 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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05.07.2019 - 18:30

Kein Eigentum ist auch eine Lösung

 

Was wäre das für ein Leben, wenn es kein Eigentum, sondern “nur” Besitz gäbe? Wie würde dies unsere innere Haltung und unser Zusammenleben verändern? Im Eröffnungsvortrag wird Friederike Habermann Gedanken und Ideen vorstellen, um das Konstrukt von Eigentum gänzlich neu zu denken. Macht, Herrschaft und Eigentumsverhältnisse sind stark miteinander verwoben. Deshalb braucht das Gute Leben für Alle kein Eigentum, das auf Ausschluss beruht. Stattessen sollte es um die Frage gehen, wer was tatsächlich braucht und gebraucht.

ReferentInnen

Friederike Habermann
Aktivistin, Autorin und freie Akademikerin, zudem Ökonomin, Historikerin und in politischer Wissenschaft promoviert. Ihr besonderes Interesse gilt dem Verwobensein von Ökonomie mit anderen Herrschaftsverhältnissen, sozialen Bewegungen für eine emanzipatorische Globalisierung sowie alternativen Wirtschaftsformen

Veranstaltungsort
Augsburg, Provino, Provinostraße 35


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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28.06.2019 - 20:00 bis 30.06.2019 - 15:00

Solidarity City München?!

Konferenz

Die Grundidee einer Solidarity City, also einer solidarischen Stadt, ist bestechend einfach: Die Stadt ist für ALLE da, ganz unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, Aufenthaltsstatus, Her-kunft und Geschlecht. ALLEN ihren Bewohner*innen soll Teilhabe am städtischen Leben möglich sein. Auf der ganzen Welt haben sich Städte zu progressiven Orten entwickelt, die ganz im Gegen-satz zu den Nationalstaaten jetzt schon aufzeigen, dass sie bereit sind, neue Wege zu beschreiten und mutiger und pragmatischer an die gesellschaftlichen Herausforderungen heranzugehen. Unter dem Überbegriff Solidarity City zeigen heute schon Städte wie Palermo, New York, Berlin, Barcelona oder Toronto wie ein solidarischeres Zusammenleben praktiziert werden kann.

Hier setzt die Konferenz „Solidarity City München ?!“ an. An drei Tagen widmet sich eine Vielzahl von Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden der Frage, wie aus einer Stadt eine solidarische Stadt werden kann. Dabei diskutieren wir unter anderem die Themen Arbeit, Wohnen, Mobilität, City-ID, Aufnahme von Geflüchteten aus Seenotrettung, Ankerzentren, Einrichtung von Bür-ger*innen-Asyl und Umgang mit Illegalisierten.

Diese unterschiedlichen Themenbereiche werden vorgestellt und deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Herausforderungen und Möglichkeiten reflektiert. Eingerahmt wird die Konferenz im Vorfeld von einem bunten Filmprogramm (20. – 27.6.2019 im Werkstattkino) und dem Theaterstück „PUSH BACK“ (am 27.6.2019 im Bellevue di Monaco).

Die Konferenz steht allen offen. Die Teilnahme an den Workshops und Diskussionsveranstaltungen ist kostenlos. Beteiligt euch und macht mit uns München zu einer solidarischen Stadt.

Weitere Infos und Programm auf der Webseite von Solidarity City.

Veranstaltungsort
München, Bellevue di Monaco und Münchner Stadtmuseum


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit München


Art der Veranstaltung
Konferenz



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27.06.2019

Nachhaltigkeit in die Wirtschaft bringen!

Projekte - Perspektiven - Probleme

Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, dann muss sie zu allererst dort beginnen, wo Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden: in der Wirtschaft. Wie kann dies konkret aussehen? Dieser Frage sind wir in Zusammenarbeit mit der Neumarkter Lammsbräu nachgegangen, die seit 2002 durch ihren Nachhaltigkeitspreis zukunftsweisende Projekte und Ideen fördert.

Im Rahmen unserer Tagung hatte zunächst die gastgebende Lammsbräu Gelegenheit, über Ziele, Erfolge und Perspektiven des Unternehmens zu berichten. Johannes Ehrnsperger, der mittlerweile die Brauerei leitet und als Nachfolger seines Vaters, des langjährigen Lammsbräu-Chefs Dr. Franz Ehrnsperger, die Familientradition fortsetzt, wies darauf hin, dass Lammsbräu der Bio-Pionier seiner Branche sei. Ihr Motto: „100% Bio, 0% Kompromiss“. Der Umstellungsprozess, der mit der Festschreibung des Umweltschutzes als Unternehmensziel 1977 begonnen hatte, dauerte bis zum Jahr 1994: Seitdem sind alle Biere der Lammsbräu zu 100% Bio-Biere. Die Rohstoffe dafür (also: Braugerste, Dinkel, Weizen, Hopfen und Wasser) kommen allesamt aus der Region. Mit den Öko-Vertragsbauern, die in der „Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe“ zusammengeschlossen sind, gibt es Verträge mit fünfjähriger Laufzeit, die den Landwirten ökonomische Sicherheit für ihre Arbeit und Fixpreise deutlich über dem ansonsten üblichen Marktniveau garantieren.

Inzwischen stellt die Lammsbräu neben diversen Biersorten auch Bio-Limonaden und Bio-Mineralwasser her. Anders als beim Bierbrauen werden für die Limonaden auch Rohstoffe benötigt, die nicht in der Oberpfalz, also in der Region, angebaut werden können. Doch auch hier versucht die Lammsbräu die Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen, obwohl sie keinen direkten Einfluss auf die Umwelt- und Sozialstandards hat. Deshalb haben die Limonaden des Unternehmens seit 2018 eine Naturland-Zertifizierung, die neben der Bio-Qualität der Rohstoffe auch Mindeststandards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen sicherstellen soll.

Die seit 2001 jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte geben im Detail Aufschluss und Rechenschaft über die Unternehmenspolitik und ihre Ergebnisse. Im Mittelpunkt stehen derzeit neben der schon seit langem betriebenen Förderung des ökologischen Landbaus die CO2-Reduktion im Betrieb selbst sowie die Kompensation der nicht vermeidbaren CO2-Emissionen. Einzelheiten dazu sind dem Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2018 zu entnehmen.  

Simon Scholl, Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des „Kartoffelkombinats“ in München (im Bild links am Redepult), informierte über dieses „transformative Pionierprojekt“ der solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Der Grundgedanke dabei: Eine mehr oder weniger große Zahl von Privathaushalten garantiert die Abnahme der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Alles, was für Anbau und Ernte sowie Verteilung notwendig ist, wird vorfinanziert. Diese Gruppe erhält die gesamte Ernte und teilt sie gerecht untereinander auf. Die Beschäftigten erhalten dafür ein garantiertes Einkommen. Sowohl die Lebensmittel als auch das Einkommen sind also von Marktzwängen abgekoppelt. Die Verantwortung, das Risiko, das die landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte auf Grund von Witterungsbedingungen), die Kosten und die Ernte werden solidarisch geteilt – eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten.  

Das Kartoffelkombinat hat sich, um diesen Grundgedanken umzusetzen, in Form einer Genossenschaft organisiert. Es gibt keine Kund*innen, sondern nur Mitglieder. Inzwischen verfügt das Kartoffelkombinat - wie Scholl erläuterte - über eine eigene Biogemüse-Gärtnerei in Oberschweinbach, etwa 35 km westlich von München gelegen. Die jährlichen Kosten (Stand: 2018) liegen bei 1,26 Mio. Euro, die von mittlerweile über 1800 Mitgliedern aufgebracht werden. 1.550 Mitglieder haben einen Ernteanteil, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 75 Euro pro Monat. Die Produktmengen sind durchaus beträchtlich, z.B. 10.000kg Äpfel, 13.000 kg Tomaten oder 47.000 kg Kartoffeln. Dafür stehen als Anbaufläche zur Verfügung: 5 ha Freiland für Gemüse plus 1,6 ha für Kartoffeln, 2.100 qm in Treibhäusern sowie vier Folientunnel.

Ganz bewusst setzen sich die Mitglieder des Kartoffelkombinats mit der Frage auseinander, ob das bisherige Wachstum der Organisation so weitergehen kann. Wenn die betriebswirtschaftliche Stabilität erhalten werden, der soziale Zusammenhalt stabil bleiben soll und der transformative Charakter gestärkt, dann scheint bei 1.800 zu versorgenden Haushalten die Grenze bzw. die optimale Größe erreicht zu sein. Dann heißt es: weitere Solawi-Projekte gründen und aufbauen. Dabei Hilfestellung zu geben und andere Projekte von den eigenen Erfahrungen profieren zu lassen, ist das Ziel des Kartoffelkombinat-Vereins, der 2016 gegründet wurde: Er bietet Seminare und Beratung an, betreibt Forschungsarbeit und erstellt ein Praxishandbuch für die Umsetzung der Solawi-Ideen. 

Nachhaltigkeit – im Finanzsektor ist das leider immer noch eher ein „Fremdwort“. Dass es auch anders geht, zeigt die GLS Bank, die seit 1974 ein sozial-ökologisch orientiertes Bankgeschäft betreibt. Maurice Attenberger (im Bild am Redepult) von der Münchner Filiale erläuterte einige wichtige Wegmarken in der Firmengeschichte: 1989 wurde von ihr der erste Windkraft-Fonds gegründet. Die Schönauer Strom-Rebellen wurden von ihr 1996 bei der Übernahme des kommunalen Stromnetzes unterstützt. Mittlerweile hat sie sieben Filialen in der Bundesrepublik, eine davon in München. Seit 2008 hat sie ihre Bilanzsumme verfünffacht. Auch die beiden anderen auf der Tagung vorgestellten Unternehmen (und auch die Petra-Kelly-Stiftung) sind bei ihr Kunden. 

Das Geschäftsprinzip der GLS Bank ist klar: Sie spekuliert nicht mit dem ihr anvertrauten Geld (kein Derivate-Handel!), sondern sie vergibt Kredite an nachhaltige Unternehmen, die sozial, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Dinge schaffen. Sie unterstützt z.B. die Energiewende und finanziert Bio-Landwirtschaft und Betriebe, die ökologische Lebensmittel verarbeiten. Im Immobiliensektor geht es um die Förderung von Wohnungen und Arbeitsstätten, die Ressourcen schonen, Strom erzeugen, ein lebenswertes Umfeld bieten und durch ihre nachhaltige Bauweise eine langfristig sinnvolle Investition darstellen. Ausdrücklich ausgeschlossen von einer Finanzierung sind beispielsweise folgende Geschäftsfelder: Atom- & Kohleenergie, Rüstung und Waffen, Biozide & Pestizide, Gentechnik in der Landwirtschaft, chlororganische Massenprodukte, Massentierhaltung, Embryonenforschung, Suchtmittel und Tierversuche.

Dr. David Löw Beer vom Institute for Advanced Sustainability Studies (Bild links)  versuchte, den Transformationsgedanken, den die vorgestellten Einzelprojekte in je verschiedener Weise verfolgen, in einen breiteren gesellschaftspolitischen Rahmen zu stellen, vor allem im Hinblick auf das allgegenwärtige Thema Klimaschutz. Das, was die Kohlekommission als Vorschläge zur Reduktion der CO2-Emissionen gemacht hat, ist für Löw Beer jedenfalls ungenügend, um die internationalen Verpflichtungen der BRD einzuhalten. Eine CO2-Bepreisung dagegen sei gerecht, weil sie die Kosten des Klimaschutzes zumindest zum Teil den Verursachern aufbürdet. Es müssten aber kurzfristige Härten für die Haushalte vermieden werden. Um eine tatsächliche Verhaltensänderung zu bewirken, seien als „Einstieg“ mindestens 40 Euro pro Tonne notwendig. Um alle externen Kosten abzudecken, müsste der Preis für eine Tonne CO2-Emission bei 120-180 Euro liegen.

Um einen sinnvollen Einsatz der Einnahmen im Sinne von Klima- und Umweltschutz zu erreichen, schlägt Löw Beer die Einrichtung von Zukunftsfonds vor. Die Mittel dieser Fonds sollen zur einen Hälfte in klimafreundliche Infrastruktur fließen, z.B. in den Ausbau erneuerbare Energien, in Energieeffizienz, Elektromobilität und digitale Infrastruktur. Die andere Hälfte soll in Unternehmen investiert werden, die die UN-Klima- und Nachhaltigkeitsziele verfolgen.

Auch Barbara Unmüßig (Bild rechts), Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, widmete sich den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und warf dabei einen kritischen Blick auf die Versprechen der sog. „grünen Ökonomie“ bzw. die Hoffnung auf ein „grünes“ Wachstum. Die Protagonisten der Grünen Ökonomie – Weltbank, UNEP, OECD – glauben, dass zwar ein „Weiter so“ angesichts der klima- und umweltpolitischen Herausforderungen keine Lösung ist. Sie setzen aber vor allem auf technologischen Lösungen und Effizienzsteigerungen. Ihre Botschaft ist: Die Wirtschaft kann weiter wachsen, Wachstum kann grün werden. Genau das aber macht das Leitbild der Grünen Ökonomie aus der Sicht von Barbara Unmüßig problematisch und kritikwürdig: Es wird suggeriert, dass die Welt, wie wir sie kennen, mit einem effizienteren, ressourcenschonenden und grünen Wachstum weitgehend erhalten bleiben kann. Reale Machtstrukturen im ökonomischen wie politischen Kontext werden aus dieser Perspektive jedoch ignoriert. Die Grüne Ökonomie ist deshalb für Unmüßig keine realistische Zukunftsoption. Ignoriert wird z.B. der sog. Rebound-Effekt: Effizienzgewinne führen zwar zu Ersparnissen, werden aber durch andere ressourcenintensive Ausgaben und Verhaltensweisen wieder zunichte gemacht. Eine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist und bleibt eine Illusion. Eine grundlegende Transformation der Wirtschaftsweise erfordert jedoch - so Barbara Unmüßig – ein echtes Umdenken: nicht nur effizienter, sondern wirklich anders und weniger wirtschaften und konsumieren, weniger individueller Personenverkehr, weniger Fleischkonsum, weniger Flächenverbrauch, eine andere Landwirtschaft ohne Gentechnik, Pestizide und Massentierhaltung.

ReferentInnen

Maurice Attenberger
Regionalleiter Firmenkunden Bayern, GLS Bank München
Dr. David Löw Beer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam
Johannes Ehrnsperger

Geschäftsführender Inhaber Neumarkter Lammsbräu
Simon Scholl
Gründer und Vorstand im Kartoffelkombinat
Barbara Unmüßig
Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Moderation: Theresa Körner, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Bamberg

Veranstaltungsort
Neumarkt in der Oberpfalz


Art der Veranstaltung
Vorträge mit Podiumsdiskussion



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