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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

26.11.2019 - 19:00

Bodenrecht im internationalen Vergleich - am Beispiel von China und...

 

In Deutschland ist Privateigentum an Grund und Boden selbstverständlich. Dies impliziert Kauf und Verkauf sowie Investment in Grund und Boden und auch Spekulation damit. Um diese Sichtweise zu hinterfragen, lohnt sich, neben einem Blick in die Historie des Bodenrechts und in die politische Ideengeschichte, ein Blick über die eigenen Landesgrenzen hinaus.
Welche ganz anderen Auffassungen von Eigentums- und Nutzungsrechten des Bodens gibt es und welche Folgen hat das für den Miet- und Immobilienmarkt? Dies erläutern wir an den sehr unterschiedlichen Ländern China und Dänemark.

ReferentInnen

Bernadette-Julia Felsch
Diplom-Verwaltungswirtin (FH) und Diplom-Politologin, Münchner Forum und Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, München

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Straße 24


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag


Anmeldung


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07.10.2019 - 19:00

Wir sind Allmende

Warum nur Teilen Sein erschafft

Vortragsreihe „Menschwürde“

Weil ois mit oim zamhängt. Wie kann der Mensch seine Rolle als fruchtbarer Teil des Lebens wieder finden? Wir SIND Allmende!, das sagt Dr. Andreas Weber und geht folgenden Fragen nach: Was genau ist damit gemeint? Was sind die Prinzipien von Allmende? Wie können wir uns diese Prinzipien wieder bewusst machen, um UNS ALLEN eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen?

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Reihe finden Sie hier.

ReferentInnen

Andreas Weber
Meeresbiologe und promovierter Philosoph. In seinen Büchern, Vorträgen und Workshops erforscht er die Wirklichkeit als lebendige Allmende und entwickelt auf dieser Grundlage eine „Erotische Ökologie“. Sein neuestes Buch Indigenialität erschien 2018 bei Nicolai.

Veranstaltungsort
Traunstein, Campus St. Michael, Kardinal-Faulhaberstr. 6, Theatersaal


Kosten
VVK 8,-/ AK 10,- Euro


Partner

Gemeinwohl JETZT Traunstein


Art der Veranstaltung
Vortrag



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13.07.2019 - 19:30

Stadt für alle?

Gentrifizierung und Strategien dagegen

Lisa Vollmer verknüpft mit ihrem Buch „Strategien gegen Gentrifizierung“ Gentrifizierungstheorien mit Strategien aus der Praxis, die soziale Bewegungen gegen Gentrifizierung gefunden haben.

Die Stadtforscherin Lisa Vollmer wird dem umkämpften Begriff nachgehen um einen Überblick über unterschiedliche Erklärungsansätze zu schaffen. Darauf aufbauend zeigt Lisa Vollmer, welche Strategien Mieter*innenproteste und Mieter*innengruppen zwischen Lobbyarbeit und Basisorganisierung verfolgen, wie man das Recht zu bleiben durch eine lokale Gemeinschaft einfordert und wie sich Mieter*innenproteste gegen die Inwertsetzung ihrer Nachbarschaften stellen können.

Zentral sind dabei die Fragen, inwieweit Wohnraum als Ware gilt und gelten sollte? Wie stark die politische Komponente beim Wohnen ist? Und welche Möglichkeiten es gibt, sich in Stadt(teil)entwicklungen einzumischen, die Gentrifizierung bewirken können.
Diese Fragen greift aus einer lokalen und praktischen Perspektive auch der AK-Wohnen auf, der sich an dem Abend vorstellen wird.

ReferentInnen

Lisa Vollmer
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar und aktiv in der Berliner Mieter*innenbewegung.

Veranstaltungsort
Augsburg, Grandhotel Cosmopolis, Springergässchen 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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05.07.2019 - 18:30

Kein Eigentum ist auch eine Lösung

 

Was wäre das für ein Leben, wenn es kein Eigentum, sondern “nur” Besitz gäbe? Wie würde dies unsere innere Haltung und unser Zusammenleben verändern? Im Eröffnungsvortrag wird Friederike Habermann Gedanken und Ideen vorstellen, um das Konstrukt von Eigentum gänzlich neu zu denken. Macht, Herrschaft und Eigentumsverhältnisse sind stark miteinander verwoben. Deshalb braucht das Gute Leben für Alle kein Eigentum, das auf Ausschluss beruht. Stattessen sollte es um die Frage gehen, wer was tatsächlich braucht und gebraucht.

ReferentInnen

Friederike Habermann
Aktivistin, Autorin und freie Akademikerin, zudem Ökonomin, Historikerin und in politischer Wissenschaft promoviert. Ihr besonderes Interesse gilt dem Verwobensein von Ökonomie mit anderen Herrschaftsverhältnissen, sozialen Bewegungen für eine emanzipatorische Globalisierung sowie alternativen Wirtschaftsformen

Veranstaltungsort
Augsburg, Provino, Provinostraße 35


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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28.06.2019 - 20:00 bis 30.06.2019 - 15:00

Solidarity City München?!

Konferenz

Die Grundidee einer Solidarity City, also einer solidarischen Stadt, ist bestechend einfach: Die Stadt ist für ALLE da, ganz unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, Aufenthaltsstatus, Her-kunft und Geschlecht. ALLEN ihren Bewohner*innen soll Teilhabe am städtischen Leben möglich sein. Auf der ganzen Welt haben sich Städte zu progressiven Orten entwickelt, die ganz im Gegen-satz zu den Nationalstaaten jetzt schon aufzeigen, dass sie bereit sind, neue Wege zu beschreiten und mutiger und pragmatischer an die gesellschaftlichen Herausforderungen heranzugehen. Unter dem Überbegriff Solidarity City zeigen heute schon Städte wie Palermo, New York, Berlin, Barcelona oder Toronto wie ein solidarischeres Zusammenleben praktiziert werden kann.

Hier setzt die Konferenz „Solidarity City München ?!“ an. An drei Tagen widmet sich eine Vielzahl von Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden der Frage, wie aus einer Stadt eine solidarische Stadt werden kann. Dabei diskutieren wir unter anderem die Themen Arbeit, Wohnen, Mobilität, City-ID, Aufnahme von Geflüchteten aus Seenotrettung, Ankerzentren, Einrichtung von Bür-ger*innen-Asyl und Umgang mit Illegalisierten.

Diese unterschiedlichen Themenbereiche werden vorgestellt und deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Herausforderungen und Möglichkeiten reflektiert. Eingerahmt wird die Konferenz im Vorfeld von einem bunten Filmprogramm (20. – 27.6.2019 im Werkstattkino) und dem Theaterstück „PUSH BACK“ (am 27.6.2019 im Bellevue di Monaco).

Die Konferenz steht allen offen. Die Teilnahme an den Workshops und Diskussionsveranstaltungen ist kostenlos. Beteiligt euch und macht mit uns München zu einer solidarischen Stadt.

Weitere Infos und Programm auf der Webseite von Solidarity City.

Veranstaltungsort
München, Bellevue di Monaco und Münchner Stadtmuseum


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit München


Art der Veranstaltung
Konferenz



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27.06.2019

Nachhaltigkeit in die Wirtschaft bringen!

Projekte - Perspektiven - Probleme

Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, dann muss sie zu allererst dort beginnen, wo Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden: in der Wirtschaft. Wie kann dies konkret aussehen? Dieser Frage sind wir in Zusammenarbeit mit der Neumarkter Lammsbräu nachgegangen, die seit 2002 durch ihren Nachhaltigkeitspreis zukunftsweisende Projekte und Ideen fördert.

Im Rahmen unserer Tagung hatte zunächst die gastgebende Lammsbräu Gelegenheit, über Ziele, Erfolge und Perspektiven des Unternehmens zu berichten. Johannes Ehrnsperger, der mittlerweile die Brauerei leitet und als Nachfolger seines Vaters, des langjährigen Lammsbräu-Chefs Dr. Franz Ehrnsperger, die Familientradition fortsetzt, wies darauf hin, dass Lammsbräu der Bio-Pionier seiner Branche sei. Ihr Motto: „100% Bio, 0% Kompromiss“. Der Umstellungsprozess, der mit der Festschreibung des Umweltschutzes als Unternehmensziel 1977 begonnen hatte, dauerte bis zum Jahr 1994: Seitdem sind alle Biere der Lammsbräu zu 100% Bio-Biere. Die Rohstoffe dafür (also: Braugerste, Dinkel, Weizen, Hopfen und Wasser) kommen allesamt aus der Region. Mit den Öko-Vertragsbauern, die in der „Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe“ zusammengeschlossen sind, gibt es Verträge mit fünfjähriger Laufzeit, die den Landwirten ökonomische Sicherheit für ihre Arbeit und Fixpreise deutlich über dem ansonsten üblichen Marktniveau garantieren.

Inzwischen stellt die Lammsbräu neben diversen Biersorten auch Bio-Limonaden und Bio-Mineralwasser her. Anders als beim Bierbrauen werden für die Limonaden auch Rohstoffe benötigt, die nicht in der Oberpfalz, also in der Region, angebaut werden können. Doch auch hier versucht die Lammsbräu die Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen, obwohl sie keinen direkten Einfluss auf die Umwelt- und Sozialstandards hat. Deshalb haben die Limonaden des Unternehmens seit 2018 eine Naturland-Zertifizierung, die neben der Bio-Qualität der Rohstoffe auch Mindeststandards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen sicherstellen soll.

Die seit 2001 jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte geben im Detail Aufschluss und Rechenschaft über die Unternehmenspolitik und ihre Ergebnisse. Im Mittelpunkt stehen derzeit neben der schon seit langem betriebenen Förderung des ökologischen Landbaus die CO2-Reduktion im Betrieb selbst sowie die Kompensation der nicht vermeidbaren CO2-Emissionen. Einzelheiten dazu sind dem Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2018 zu entnehmen.  

Simon Scholl, Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des „Kartoffelkombinats“ in München (im Bild links am Redepult), informierte über dieses „transformative Pionierprojekt“ der solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Der Grundgedanke dabei: Eine mehr oder weniger große Zahl von Privathaushalten garantiert die Abnahme der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Alles, was für Anbau und Ernte sowie Verteilung notwendig ist, wird vorfinanziert. Diese Gruppe erhält die gesamte Ernte und teilt sie gerecht untereinander auf. Die Beschäftigten erhalten dafür ein garantiertes Einkommen. Sowohl die Lebensmittel als auch das Einkommen sind also von Marktzwängen abgekoppelt. Die Verantwortung, das Risiko, das die landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte auf Grund von Witterungsbedingungen), die Kosten und die Ernte werden solidarisch geteilt – eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten.  

Das Kartoffelkombinat hat sich, um diesen Grundgedanken umzusetzen, in Form einer Genossenschaft organisiert. Es gibt keine Kund*innen, sondern nur Mitglieder. Inzwischen verfügt das Kartoffelkombinat - wie Scholl erläuterte - über eine eigene Biogemüse-Gärtnerei in Oberschweinbach, etwa 35 km westlich von München gelegen. Die jährlichen Kosten (Stand: 2018) liegen bei 1,26 Mio. Euro, die von mittlerweile über 1800 Mitgliedern aufgebracht werden. 1.550 Mitglieder haben einen Ernteanteil, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 75 Euro pro Monat. Die Produktmengen sind durchaus beträchtlich, z.B. 10.000kg Äpfel, 13.000 kg Tomaten oder 47.000 kg Kartoffeln. Dafür stehen als Anbaufläche zur Verfügung: 5 ha Freiland für Gemüse plus 1,6 ha für Kartoffeln, 2.100 qm in Treibhäusern sowie vier Folientunnel.

Ganz bewusst setzen sich die Mitglieder des Kartoffelkombinats mit der Frage auseinander, ob das bisherige Wachstum der Organisation so weitergehen kann. Wenn die betriebswirtschaftliche Stabilität erhalten werden, der soziale Zusammenhalt stabil bleiben soll und der transformative Charakter gestärkt, dann scheint bei 1.800 zu versorgenden Haushalten die Grenze bzw. die optimale Größe erreicht zu sein. Dann heißt es: weitere Solawi-Projekte gründen und aufbauen. Dabei Hilfestellung zu geben und andere Projekte von den eigenen Erfahrungen profieren zu lassen, ist das Ziel des Kartoffelkombinat-Vereins, der 2016 gegründet wurde: Er bietet Seminare und Beratung an, betreibt Forschungsarbeit und erstellt ein Praxishandbuch für die Umsetzung der Solawi-Ideen. 

Nachhaltigkeit – im Finanzsektor ist das leider immer noch eher ein „Fremdwort“. Dass es auch anders geht, zeigt die GLS Bank, die seit 1974 ein sozial-ökologisch orientiertes Bankgeschäft betreibt. Maurice Attenberger (im Bild am Redepult) von der Münchner Filiale erläuterte einige wichtige Wegmarken in der Firmengeschichte: 1989 wurde von ihr der erste Windkraft-Fonds gegründet. Die Schönauer Strom-Rebellen wurden von ihr 1996 bei der Übernahme des kommunalen Stromnetzes unterstützt. Mittlerweile hat sie sieben Filialen in der Bundesrepublik, eine davon in München. Seit 2008 hat sie ihre Bilanzsumme verfünffacht. Auch die beiden anderen auf der Tagung vorgestellten Unternehmen (und auch die Petra-Kelly-Stiftung) sind bei ihr Kunden. 

Das Geschäftsprinzip der GLS Bank ist klar: Sie spekuliert nicht mit dem ihr anvertrauten Geld (kein Derivate-Handel!), sondern sie vergibt Kredite an nachhaltige Unternehmen, die sozial, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Dinge schaffen. Sie unterstützt z.B. die Energiewende und finanziert Bio-Landwirtschaft und Betriebe, die ökologische Lebensmittel verarbeiten. Im Immobiliensektor geht es um die Förderung von Wohnungen und Arbeitsstätten, die Ressourcen schonen, Strom erzeugen, ein lebenswertes Umfeld bieten und durch ihre nachhaltige Bauweise eine langfristig sinnvolle Investition darstellen. Ausdrücklich ausgeschlossen von einer Finanzierung sind beispielsweise folgende Geschäftsfelder: Atom- & Kohleenergie, Rüstung und Waffen, Biozide & Pestizide, Gentechnik in der Landwirtschaft, chlororganische Massenprodukte, Massentierhaltung, Embryonenforschung, Suchtmittel und Tierversuche.

Dr. David Löw Beer vom Institute for Advanced Sustainability Studies (Bild links)  versuchte, den Transformationsgedanken, den die vorgestellten Einzelprojekte in je verschiedener Weise verfolgen, in einen breiteren gesellschaftspolitischen Rahmen zu stellen, vor allem im Hinblick auf das allgegenwärtige Thema Klimaschutz. Das, was die Kohlekommission als Vorschläge zur Reduktion der CO2-Emissionen gemacht hat, ist für Löw Beer jedenfalls ungenügend, um die internationalen Verpflichtungen der BRD einzuhalten. Eine CO2-Bepreisung dagegen sei gerecht, weil sie die Kosten des Klimaschutzes zumindest zum Teil den Verursachern aufbürdet. Es müssten aber kurzfristige Härten für die Haushalte vermieden werden. Um eine tatsächliche Verhaltensänderung zu bewirken, seien als „Einstieg“ mindestens 40 Euro pro Tonne notwendig. Um alle externen Kosten abzudecken, müsste der Preis für eine Tonne CO2-Emission bei 120-180 Euro liegen.

Um einen sinnvollen Einsatz der Einnahmen im Sinne von Klima- und Umweltschutz zu erreichen, schlägt Löw Beer die Einrichtung von Zukunftsfonds vor. Die Mittel dieser Fonds sollen zur einen Hälfte in klimafreundliche Infrastruktur fließen, z.B. in den Ausbau erneuerbare Energien, in Energieeffizienz, Elektromobilität und digitale Infrastruktur. Die andere Hälfte soll in Unternehmen investiert werden, die die UN-Klima- und Nachhaltigkeitsziele verfolgen.

Auch Barbara Unmüßig (Bild rechts), Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, widmete sich den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und warf dabei einen kritischen Blick auf die Versprechen der sog. „grünen Ökonomie“ bzw. die Hoffnung auf ein „grünes“ Wachstum. Die Protagonisten der Grünen Ökonomie – Weltbank, UNEP, OECD – glauben, dass zwar ein „Weiter so“ angesichts der klima- und umweltpolitischen Herausforderungen keine Lösung ist. Sie setzen aber vor allem auf technologischen Lösungen und Effizienzsteigerungen. Ihre Botschaft ist: Die Wirtschaft kann weiter wachsen, Wachstum kann grün werden. Genau das aber macht das Leitbild der Grünen Ökonomie aus der Sicht von Barbara Unmüßig problematisch und kritikwürdig: Es wird suggeriert, dass die Welt, wie wir sie kennen, mit einem effizienteren, ressourcenschonenden und grünen Wachstum weitgehend erhalten bleiben kann. Reale Machtstrukturen im ökonomischen wie politischen Kontext werden aus dieser Perspektive jedoch ignoriert. Die Grüne Ökonomie ist deshalb für Unmüßig keine realistische Zukunftsoption. Ignoriert wird z.B. der sog. Rebound-Effekt: Effizienzgewinne führen zwar zu Ersparnissen, werden aber durch andere ressourcenintensive Ausgaben und Verhaltensweisen wieder zunichte gemacht. Eine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist und bleibt eine Illusion. Eine grundlegende Transformation der Wirtschaftsweise erfordert jedoch - so Barbara Unmüßig – ein echtes Umdenken: nicht nur effizienter, sondern wirklich anders und weniger wirtschaften und konsumieren, weniger individueller Personenverkehr, weniger Fleischkonsum, weniger Flächenverbrauch, eine andere Landwirtschaft ohne Gentechnik, Pestizide und Massentierhaltung.

ReferentInnen

Maurice Attenberger
Regionalleiter Firmenkunden Bayern, GLS Bank München
Dr. David Löw Beer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam
Johannes Ehrnsperger

Geschäftsführender Inhaber Neumarkter Lammsbräu
Simon Scholl
Gründer und Vorstand im Kartoffelkombinat
Barbara Unmüßig
Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Moderation: Theresa Körner, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Bamberg

Veranstaltungsort
Neumarkt in der Oberpfalz


Art der Veranstaltung
Vorträge mit Podiumsdiskussion



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14.05.2019 - 19:00

Die Macht der Commons

Frei, Fair und lebendig

Buchvorstellung mit Silke Helfrich

Zum 9. heizhaus.DISKURS dürfen wir Silke Helfrich begrüßen, eine der großen Denker*Innen der Commons-Bewegung. Sie wird ihr neues Buch vorstellen. Ein Buch das die Kraft des Gemeinschaffens betont. Dies nehmen wir zum Anlass, die Welt der Commons zu entdecken und das Projekt CoKultur vorzustellen. Es ist ein bayernweites Bildungsprojekt für junge Soziokultur-Akteure, um Kooperationen zu stärken und zu vermitteln, was genau eine Kultur der Commons sein und bewirken kann.

ReferentInnen

Silke Helfrich
freie Autorin, Aktivistin, Forscherin und Bloggerin, Mitbegründerin des Commons-Institut e.V. und der Commons Strategies Group

Veranstaltungsort
Nürnberg, Heizhaus, Wandererstr. 89


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Buchvorstellung



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12.02.2019 - 19:00

Finanzwende gefordert!

Eine Bürgerbewegung für die Regulierung der Finanzmärkte

Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise sind die Folgen noch immer nicht überwunden. Das Finanzsystem ist "weder nachhaltig, noch stabil und die nächste Finanzkrise programmiert", so der Finanzexperte Gerhard Schick. Zugleich durchdringt der Finanzsektor weltweit mehr und mehr Bereiche des täglichen Lebens und unterwirft sie der Renditelogik. Im Sommer 2018 riefen daher InitiatorInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Bürgerbewegung Finanzwende e.V. ins Leben. Ihr geht es um Änderungen im Finanzsystem, die Gewinnstreben in Einklang mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Zielen einer nachhaltigen Entwicklung bringt. Wie kann das gelingen?

Den Mitschnitt des Vortrages können Sie hier ansehen.

ReferentInnen

Dr. Gerhard Schick
bis Ende 2018 MdB Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, Mitgründer und Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende e.V.

Veranstaltungsort
München, münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29 Rgb


Kosten
Eintritt frei!


Partner

oekom e.V., Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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15.11.2018 - 19:00 bis 21:00

Kolonialzeit reloaded?

Europa, China und die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas

Noch wirkt die Kolonialzeit in den Handelsbeziehungen zwischen Afrika und Europa nach und weiter. Inzwischen ist China auf dem Kontinent immer präsenter, investiert in Infrastruktur, Land und Bergbau. Doch wie sind die Beziehungen zwischen China und den verschiedenen Ländern Afrikas zu beurteilen? Was braucht Afrika an internationaler Kooperation und wirtschaftlicher Zusammenarbeit, was an geschützter Eigenentwicklung? Und wo liegen zukunftsweisende Initiativen?

Dieser Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Fokus Afrika". Weitere Termine:

 


Hier können Sie die Präsentation von Prof. Dr. Robert Kappel "Afrika, Europa und China: Wo liegen heute Perspektiven für wirtschaftliche Entwicklungen in Afrika" sehen.

Und hier können Sie das SZ-Gespräch zwischen Dr. Boniface Mabanza Bambu und dem Entwicklungsminister Müller lesen.

 

 

ReferentInnen

Prof. Dr. Robert Kappel war 1996-2004 Professor am Institut für Afrikanistik der Universität Leipzig und Leiter des dortigen Arbeitsbereichs "Politik und Wirtschaft", 2004-2011 Präsident des GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg. Er forscht gegenwärtig zu den Themen Wirtschaftsentwicklung in Afrika.

Dr. Boniface Mabanza Bambu studierte Philosophie, Literaturwissenschaften und Theologie in Kinshasa und wurde 2007 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster promoviert. Er ist Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) in Heidelberg, die sich mit sozioökonomischen Themen vor allem im Blick auf die SADC-Region befasst. Eines seiner Schwerpunkthemen sind die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit afrikanischen Ländern.

Veranstaltungsort
Museum Fünf Kontinente, Vortragssaal (Maximilianstraße 42 80538 München, 1. Geschoss)


Kosten
7,00 €


Partner

Evangelische Stadtakademie München und Museum Fünf Kontinente


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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17.05.2018 - 19:00 bis 21:00

Pfadwechsel?

Vom Asylantrag zur Arbeitsmigration

Viele Menschen sind als Asylsuchende nach Deutschland gekommen, haben aber keine Anerkennung als solche gefunden. Gleichwohl leben viele von ihnen auch schon lange in Deutschland und haben Schritte der Integration vollzogen. Für sie wäre es eine gute Möglichkeit, wenn es einen Pfadwechsel gäbe, der ihnen erlaubt, als Einwanderer hier Arbeit aufzunehmen, ohne zuerst wieder ausreisen und vom Heimatland aus einen Antrag stellen zu müssen. Und die deutsche Wirtschaft, insbesondere das Handwerk, wären aufnahmefähig und brauchen Nachwuchs. Die Situation erscheint irrational. Was hindert, die Möglichkeit eines solchen Pfadwechsels zu schaffen?

Anmeldung erbeten

ReferentInnen

Franziska Döbrich
ehem. Leiterin der Ausländerbehörde, Kreisverwaltungsreferat der LH München

Harald Preuss
seit drei Jahren Betreuer eines Asylbewerbers, Berlin

Hubert Schöffmann
Leiter der Abteilung Berufliche Ausbildung - Bildungspolitischer Sprecher BIHK e.V.

Moderation
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung und Aufsichtsrat Bellevue di Monaco

Veranstaltungsort
München, Café des Bellevue di Monaco, Müllerstraße 6


Kosten
Eintritt frei


Partner

Evangelische Stadtakademie München | Bellevue di Monaco


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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