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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

17.05.2019 - 19:30

Und täglich grüßt der Rassismus

Betroffenenperspektiven auf Alltagsrassismus in Deutschland

In unserer Gesellschaft der Vielen erleben manche Menschen alltäglichen Rassismus. Dieser begegnet ihnen an der Uni, in der Bahn oder etwa bei der Wohnungssuche. Unser Referent ist ebenfalls Betroffener von Alltagsrassismus. Er wird anhand eigener Erfahrungen und der Arbeit mit anderen Betroffenen aufklären, wie sich Alltagsrassismus in Deutschland äußert, welche destruktiven Auswirkungen er auf das seelische und soziale Wohlbefinden von Betroffenen hat und wie eben jene empowernde Strategien für sich entwickeln.

ReferentInnen

Walid Malik
wurde im hessischen Frankfurt am Main in eine Familie von pakistanischen Geflüchteten geboren. Als Friedens- und Konfliktforscher beschäftigt er sich heute aktivistisch wie wissenschaftlich mit den alltäglichen Formen von (Anti-)Rassismus und unterstützt insbesondere Betroffene von rassistischer Polizeigewalt in ihren Heilungsprozessen.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei!


Partner

pax christi Diözesenverband Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion



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10.05.2019 - 19:30

„Ohne Angst verschieden sein“

Herausforderungen der Migrationsgesellschaft

Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Vorurteile und Stereotype gegen Menschen, die als „Andere“ definiert werden, sind paradoxe Phänomene der modernen Gesellschaft. Sie haben wieder einmal erschreckend hohe Ausmaße angenommen. Anders betrachtet ist Fremdheit aber zuerst einmal nur die Definition einer Beziehung, die auch anders hätte ausfallen können. Im Vortrag mit anschließender Diskussion soll unter anderem dem nachgegangen werden, was dies alles mit dem Verständnis der eigenen Identitätskonstruktion zu tun hat.

ReferentInnen

Prof. Dr. Peter Nick
lehrt seit 2008 mit dem Lehrgebiet „Soziale Arbeit“ an der Hochschule Kempten in der Fakultät Soziales und Gesundheit. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind unter anderem „Interkulturalität und Interkulturelle Soziale Arbeit“ sowie „Jugendarbeit“.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei!


Partner

pax christi Diözesenverband Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion



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02.05.2019 - 19:00

100 Jahre Abschiebehaft – 100 Jahre unschuldig in Haft

Blackbox Abschiebehaft 2

Vortrag und Diskussion über die skandalöse Institution der Abschiebehaft, die juristische Situation der Betroffenen sowie den „Alltag“ in den Abschiebehaftanstalten Eichstätt und Erding.
mit Elisa Urbanczyk (Rechtsanwältin) und Dieter Müller (Jesuiten-Flüchtlingsdienst).

In ganz Deutschland werden immer mehr Abschiebeknäste errichtet. Allein in Bayern sind mit Passau und Hof zwei weitere Abschiebehaftanstalten geplant. Die Abschiebehaft hat in Deutschland eine lange und unrühmliche Tradition: Vor ziemlich genau 100 Jahren wurde sie als Instrument staatlicher Repressionsmaßnahmen gegen nicht erwünschte Menschen eingeführt. In den Fokus dieser Repressionsmaßnahme gerieten damals vornehmlich aus Osteuropa zugewanderte Jüd*innen. War die Institution der Abschiebehaft schon damals nicht unumstritten, so hat sie bis heute als äußerst fragwürdig zu gelten. Als reiner Verwaltungsakt stellt sie eine Haftform ohne vorausgegangene Straftat dar. Eine grundsätzliche Kritik an Abschiebehaft ist und bleibt daher notwendig. Um nur einen Ansatzpunkt zu nennen: Obwohl richtigerweise immer wieder betont wird, dass Abschiebehäftlinge keine Strafgefangenen sind und folglich nicht als solche zu behandeln seien, ist ihre juristische Betreuung durch Anwält*innen viel prekärer als die von Gefangenen in „normalen“ Haftanstalten. Der zweite Teil der Vortragsreihe „Blackbox Abschiebehaft“ nimmt die Bedingungen der 2017 eröffneten und äußerst umstrittenen Abschiebehaftanstalt Eichstätt sowie der in 2018 zusätzlich eröffneten Einrichtung in Erding in den Fokus. Ausgehend von konkreten Fallkonstellationen wird die rechtsstaatliche Problematik und das skandalöse Konzept von Abschiebehaft beleuchtet.
Elisa Urbanczyk, die als Rechtsanwältin verschiedene Mandant*innen im Abschiebegefängnis Eichstätt betreut, wird über die äußerst prekäre juristische Lage von Geflüchteten in Abschiebehaft referieren. Dieter Müller, der als Mitarbeiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes die Abschiebegefangenen wöchentlich besucht, wird über deren Haftsituation berichten. Im Anschluss besteht Raum für eine Publikumsdiskussion mit den Expert*innen.

Die Veranstaltung ist Teil der Aktionswochen gegen Abschiebehaft des Bündnisses 100 Jahre Abschiebehaft - Bayern.

ReferentInnen

Elisa Urbanczyk
ist Rechtsanwältin in Nürnberg und vertritt verschiedene Mandant*innen in der Abschiebehaftanstalt Eichstätt. Sie ist Expertin für rechtliche Fragen im Kontext von Migration und kennt die Abschiebevorgänge aus erster Hand.


Dieter Müller
ist Jesuit und besucht seit 20 Jahren im Auftrag des ordenseigenen Flüchtlingsdienstes Abschiebungsgefangene – zuerst in Berlin und Brandenburg und seit 10 Jahren in Bayern.

Veranstaltungsort
Augsburg, Café "Tür an Tür" (Wertachstraße 29)


Partner


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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14.04.2019 - 08:00 bis 17.04.2019 - 19:30

Europa vor der Wahl

Bildungsreise nach Straßburg

Die Europawahl wirft ihre Schatten voraus. Ende Mai 2019 sind über 500 Mio. Bürgerinnen und Bürger aufgerufen den künftigen Kurs der EU mitzubestimmen. Vom 14. bis 17. April bietet die Petra-Kelly-Stiftung in Kooperation mit der Europäischen Akademie Bayern e.V. die Möglichkeit Straßburg zu entdecken und Politikgestaltung vor Ort zu erfahren und zu diskutieren. Wie funktioniert die EU und welche demokratischen Einflussmöglichkeiten haben die Bürgerinnen und Bürger?

Die Reise ist ausgebucht. Wir haben eine Warteliste gebildet.

Veranstaltungsort
Straßburg


Kosten
290,- Euro (EZ-Zuschlag: 160,- Euro | Ermäßigung für Studierende, Auszubildende etc.: 50,- Euro) Inklusive Ü/F, An- und Abreise, zwei gemeinsamen Abendessen, Mittagessen im Parlament und allen Eintritten und Führungen


Partner

Europäische Akademie Bayern e.V.


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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09.04.2019 - 19:00

Gustav Landauer: Jenseits der Macht

Leben und Werk eines deutschen Anarchisten

Gustav Landauer, 1870 – 1919, ist sicher der vergessenste aller vergessenen Revolutionäre. Aufgewachsen im Deutschen Kaiserreich und immer wieder mit der Obrigkeit in Konflikt geraten, entwickelte er einen ganz eigenen Weg zum Sozialismus. Seine Ideen wurden Vorbild für viele Kommunegründungen und die Kibbuzbewegung in Israel und erlebten eine große Renaissance in den Kommunebewegungen der 70er Jahre. Von Kurt Eisner wurde er nach der erfolgreichen Revolution vom 7. November 1918 nach München geholt. Landauer wurde Mitglied des Revolutionären Arbeiterrates und schließlich Volksbeauftragter für Volksaufklärung in der der anarchistischen Phase der Räterepublik. Nach der Niederschlagung der Räterevolution wurde er vor genau 100 Jahren auf bestialische Weise im Gefängnis Stadelheim ermordet.
Es gilt an einen sozialistischen Denker und Revolutionär jenseits von Staat, Kapital aber auch Kommunistischer Herrschaft zu erinnern.

ReferentInnen

Siegfried Benker
Geschäftsführer der Münchenstift GmbH

Veranstaltungsort
München, EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80, Großer Saal


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Vortrag



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30.03.2019 - 10:00 bis 17:30

Souverän auf rechtspopulistische Äußerungen reagieren

Ein Argumentationstraining

Nicht nur bei den vielzitierten Stammtischen, von AfD-Sympathisant*innen oder auf den sog. "Demos für alle" sind sie zu hören, die menschen- und demokratiefeindlichen Äußerungen von Rechtspopulist*innen. Auch mitten unter uns, in der Verwandtschaft, unter Freund*innen oder Kolleg*innen sind sie inzwischen scheinbar normal geworden. 

Das ist ein Aspekt, der sie so gefährlich macht. Ein weiterer, dass sie uns oft sprachlos zurücklassen, weil uns gar nichts einfallen will, was wir entgegnen könnten.

Um einigermaßen souverän auf rechtspopulistische Aussagen reagieren zu können, brauchen wir außer Geistesgegenwart drei Dinge: Wissen über Argumentationsmechanismen und ihre Wirkung, rhetorische Kenntnisse und praktische Übung. 

Genau darum geht es in diesem Argumentationstraining:

  • Wie funktioniert die Argumentationsweise von Rechtspopulist_innen?
  • Welche Sprache nutzen sie?
  • Welche Argumentationstechniken setzen sie ein?
  • Wie bleibe ich souverän in der Diskussion mit Rechtspopulist_innen?
  • Wie kann ich auf ihre Äußerungen reagieren?
  • Welche Gesprächsführungstechniken sind in welchen Situationen wirkungsvoll?

Wir wechseln im Seminar zwischen Theorie-Input, Diskussion und praktischen Übungen an Beispielen aus dem Kreis der Teilnehmenden und anhand öffentlich bekannter Beispiele.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Kommunikation" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 3-19-16

Das Seminar ist ausgebucht. Wir haben eine Warteliste gebildet.

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
Plattling, Hotel Liebl, Bahnhofpl. 3


Kosten
60,- / erm. 40,- Euro (inkl. vegetarischer Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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23.02.2019 - 09:15 bis 18:00

Information und Orientierung jenseits der Filterblase?! Europäische...

Regionalkonferenz im Rahmen des Projekts „Shared Spaces – Europäische Dialoge über öffentliche Räume“ des Heinrich-Böll-Stiftungsverbunds

Zeitungen stehen überall in Europa vor dramatischen Herausforderungen. Einst der öffentliche Ort des demokratischen Diskurses schlechthin, geraten sie durch vielfältige Entwicklungen unter Druck. Die Zeitungen sind von der Digitalisierung im besonderen Maße betroffen. Die Erlöse durch Verkäufe und Anzeigen gehen drastisch zurück, während die Suche nach neuen Geschäftsmodellen noch nicht abgeschlossen ist. In Zeiten von Twitter und Facebook haben sich aber auch die Art und Geschwindigkeit der Produktion und der Konsumierung von Nachrichten verändert – manchmal scheint nichts so alt wie die Zeitung von heute. Das Erstarken von rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien stellt Zeitungsjournalist*innen vor neue Fragen. Autoritäre Regierungen schränken inzwischen auch in europäischen Ländern die Pressefreiheit zunehmend ein. Aber auch in liberalen Demokratien wächst vielfach der Druck auf die vierte Gewalt – der Umgang mit Journalist*innen im Umfeld des Hamburger G-20-Gipfels oder der Versuch des österreichischen Innenministeriums, unliebsame Medien auszugrenzen, sind Beispiele dafür.

Ist das Zeitalter der (gedruckten) Zeitung zu Ende? Oder können die Zeitungen ihre Funktion als Orte des demokratischen Diskurses bewahren oder sogar noch verstärken? Denn Zeitungen sind im Idealfall das genaue Gegenteil der Filterblase. Sie berichten, kommentieren und bilden den öffentlichen Raum für politische und gesellschaftliche Debatten. Sie geben Orientierung, indem sie Nachricht, Reportage und Kommentar in einen politischen und kulturellen Sinnzusammenhang stellen und damit den Kontext bilden, der in den sozialen Medien oftmals fehlt.

Dazu kommt ihre demokratische Funktion gerade in Ländern, in denen staatliche Medien zunehmen politischer Einflussnahme durch die Regierungen ausgesetzt sind und private Medienkonzerne zur politischen Macht werden. Dort bilden vielfach die Zeitungen eine wichtige Bastion der Zivilgesellschaft.

Lassen sich aus diesen Entwicklungen neue Perspektiven für die Zeitung ableiten? Liegt hier der Grund dafür, dass in einigen Ländern neue Zeitungsprojekte gerade einen Aufschwung erleben?

Wir bringen Journalist*innen und Zeitungsmacher*innen aus ganz Europa ins Gespräch über die Zukunft der Zeitung, ihre neuen Aufgaben und Herausforderungen in Zeiten von Populismus, Fake News und Filterblase. Dabei soll es um den Austausch, das gemeinsame Lernen und die gemeinsame Arbeit an neuen Konzepten gehen. Aber auch die breite Debatte mit einer interessierten Öffentlichkeit soll geführt werden. Schließlich geht es um die Zukunft dieses für unsere Demokratie entscheidenden öffentlichen Raums, der sich zwischen bedruckten Seiten oder immer häufiger auch auf den Websites der Zeitungen im Internet konstituiert.

Programm

(Bild: Charles Taylor – Shutterstock )

Material von der Konferenz

Videos

  1. Keynote Heribert Prantl: Die Zeitung ist tot. Es lebe die Zeitung!
  1. Gespräch: Prof. Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung, Mitglied der Chefredaktion) und Muhterem Aras (Landtagspräsidentin BW)
  2. Podiumsdiskussion: Under Fire - Pressefreiheit in Europa!
    Es diskutierten Márton Gergely (leitender Redakteur der Wochenzeitschrift HVG, Ungarn), Nina Horaczek (Chefreporterin der Stadtzeitung Falter, Wien), Dr. Michael Rediske (Vorstandssprecher Reporter ohne Grenzen), Tabea Rößner (MdB – Bündnis 90/Die Grünen), Bartosz Wieliński (leitender Redakteur Gazeta Wyborcza, Polen).
  3. Podiumsdiskussion: Auslaufmodell oder unverzichtbarer Kompass in unruhigen Zeiten: Zukunft der Zeitung in Europa
    Es diskutierten Kaki Bali (Chefredakteurin der griechischen Tageszeitung AVGI - Griechenland), Patrik Garaj (Editor und Reporter bei Denník N - Slowakei), Jun.-Prof. Dr. Leyla Dogruel, (Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg Universität Mainz), Stefan Reinecke, Redakteur (taz)

Audio

Berichte aus den LABs

  1. Wie sieht die Zeitung der Zukunft aus? Harriet Wolff (taz, Mitverfasserin taz-Innovationsreport)
  2. Finde den Fehler. Fake News – Der Umgang mit einer neuen Wirklichkeit. Dr. Bernd Zywietz (Johannes Gutenberg Universität Mainz)

ReferentInnen

u.a. mit:

Prof. Dr. Dr. h. c. Prantl, Süddeutsche Zeitung, Mitglied der Chefredaktion
Muhterem Aras, Landtagspräsidentin Baden-Württemberg
Jakob Augstein, Verleger Der Freitag
Dr. Michael Rediske, Vorstandssprecher Reporter ohne Grenzen
Tabea Rößner, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Nina Horaczek, Chefreporterin der Stadtzeitung Falter, Wien
Silke Burmester, freie Journalistin
Márton Gergely, leitender Redakteur der Wochenzeitschrift HVG (Ungarn)
Bartosz Wielinski, leitender Redakteur Gazeta Wyborcza (Polen)
Dr. Reinhard Olschanski, Publizist und Philosoph
Harriet Wolff, taz, Mitverfasserin taz-Innovationsreport
Ingrid Brodnig*, Journalistin und Autorin
Kaki Bali, Chefredakteurin der griechischen Tageszeitung AVGI
Patrik Garaj, Editor und Reporter bei Denník N (Slowakei)
Jun.-Prof. Dr. Leyla Dogruel, Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg Universität Mainz
Donatien Huet, Leiter Zukunftswerkstatt Mediapart (Frankreich)
Stefan Reinecke, Redakteur, taz

* angefragt

Veranstaltungsort
Stuttgart, Literaturhaus, Breitscheidstraße 4 | U-Bahnsteig 1, Linie U14/ U29, Haltestelle Berliner Platz- Liederhalle (2 Haltestellen vom Hauptbahnhof)


Kosten
Teilnahme: 20 € / 10 € (inkl. Verpflegung)


Partner

Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, Heinrich Böll Stiftung Saar


Art der Veranstaltung
Regionalkonferenz



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23.02.2019 - 10:00 bis 18:00

„Entknastung: Ideen jenseits von Strafe und Gefängnis“ (AUSGEBUCHT)

Workshop

Obwohl Strafe ein Kern von Herrschaft ist, weil sie immer Institutionen bedarf, die sie ausführen, und bedeutet, dass sich ein Individuum über das andere erhebt, ist die Kritik der Strafe und des Gefängnisses als zentrale Strafinstitution moderner Gesellschaften in linken Kreisen eine Seltenheit. Noch weniger als über Strafe und Gefängnis wird aber über mögliche Alternativen gesprochen, geschweige denn Entsprechendes ausprobiert. In diesem Workshop wollen wir darüber sprechen, was Strafe eigentlich ist, warum wir strafen und was Kriminalisierung und Knast bedeutet. Gleichermaßen soll es darum gehen, Möglichkeiten eines anderen Umgangs mit «Delinquenz» und schmerzhaften Konflikten zu diskutieren und auszuprobieren.

Der Workshop teilt sich in zwei Abschnitte auf:
Am Vormittag erarbeiten wir gemeinsam, was Strafe eigentlich ist und warum wir sie einsetzen. Dann werden wir über das Gefängnis sprechen und über den gesellschaftlichen Strafapparat.
Können wir uns eine Gesellschaft ohne Knäste vorstellen?
Warum und warum nicht?
Wo liegen die Schwierigkeiten? 

Am Nachmittag wird es darum gehen, zu erarbeiten, was es braucht, um ohne Gefängnis und ohne Strafe auszukommen. Verschiedene Modelle werden vorgestellt und je nach Zeitrahmen das ein oder andere experimentell ausprobiert.

Der Workshop ist auf 15 Teilnehmer*innen begrenzt.
Meldet euch verbindlich bis zum 6.2. per Mail an. 
Sollten sich mehr als 15 anmelden, entscheidet das Los.

ReferentInnen

Rehzi Malzahn
hat im Herbst beim Schmetterling Verlag den Sammelband »Strafe und Gefängnis. Theorie, Kritik, Alternativen. Eine Einführung« herausgegeben. Sie hat sich viele Jahre an der Anti-Knast-Demonstration zu Sylvester in Köln beteiligt und arbeitet seit mehreren Jahren zu verschiedenen Formen gewaltarmer Konfliktbewältigung, darunter auch im Kontext von »Justiz«.

Veranstaltungsort
Augsburg, Ganze Bäckerei, Frauentorstrasse 34


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Workshop



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22.02.2019 - 19:30

„Blackbox Abschiebehaft“

Vortrag und Diskussion

In ganz Deutschland werden immer mehr Abschiebeknäste errichtet. Allein in Bayern sind mit Passau und Hof zwei weitere Abschiebehaftanstalten geplant. Die Abschiebehaft hat in Deutschland eine lange und unrühmliche Tradition: Vor ziemlich genau 100 Jahren wurde sie als Instrument staatlicher Repressionsmaßnahmen gegen nicht erwünschte Menschen eingeführt. In den Fokus dieser Repressionsmaßnahme gerieten damals vornehmlich aus Osteuropa zugewanderte Jüd*innen. War die Institution der Abschiebehaft schon damals nicht unumstritten, so hat sie auch heute als äußerst fragwürdig zu gelten. Als reiner Verwaltungsakt stellt sie eine Haftform ohne vorausgegangene Straftat oder richterlichen Urteilsspruch dar – aus rechtsstaatlicher Perspektive ist das ein Skandal. Eine grundsätzliche Kritik an Abschiebehaft ist und bleibt daher notwendig. Um nur einen Ansatzpunkt zu nennen: Obwohl richtigerweise immer wieder betont wird, dass Abschiebehäftlinge keine Strafgefangenen sind und folglich nicht als solche zu behandeln seien, ist ihre Lage und vor allem ihre juristische Betreuung durch Anwält*innen viel prekärer als die von Gefangenen in „normalen“ Haftanstalten.

Ausgehend von konkreten Fallkonstellationen möchte die Veranstaltung die rechtsstaatliche Problematik in den Fokus rücken. Einleitend wird Elisa Urbanczyk, die als Rechtsanwältin verschiedene Mandant*innen im Abschiebegefängnis Eichstätt betreut, über die menschenunwürdigen Bedingungen in der 2017 eröffneten und äußerst umstrittenen Abschiebehaftanstalt berichten. Anschließend wird Monika Mokre, Politikwissenschaftlerin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, grundlegende Überlegungen zur Illegalisierung von Migration und der Aus- und Einsperrung von Migrant*innen präsentieren. Im Anschluss besteht Raum für eine Publikumsdiskussion mit den Expertinnen.

ReferentInnen

Monika Mokre
Politikwissenschaftlerin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obfrau des eipcp und Aktivistin des Refugee Protest Camps Vienna. In ihrer Forschungstätigkeit und ihrer politischen Arbeit beschäftigt sie sich mit europäischer Demokratie, Migration und Kulturpolitik. Sie ist Mitherausgeberin des Buchs „Das große Gefängnis“. 
Elisa Urbanczyk
Rechtsanwältin in Nürnberg und vertritt verschiedene Mandant*innen in der Abschiebehaftanstalt Eichstätt. Sie ist Expertin für rechtliche Fragen im Kontext von Migration und kennt die Abschiebevorgänge aus erster Hand.

Veranstaltungsort
Cafe Tür an Tür, Wertachstraße 29, Augsburg


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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09.02.2019 - 19:00

Hamburger Gitter: Der G20-Gipfel als „Schaufenster moderner...

Film und Diskussion

31.000 Polizisten, brennende Autos, 20 Regierungen zu Gast - eine Stadt scheint traumatisiert. Auch ein Jahr nach dem G20-Gipfel sucht die Polizei noch mit allen Mitteln nach hunderten Verdächtigen, die Politik fordert harte Strafen, die Gerichte leisten Folge und die wenigen kritischen Stimmen verblassen im allgemeinen Ruf nach Law and Order.

17 Interviewpartner*innen aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivismus ziehen in diesem Film Bilanz. Welche Freiheitsrechte konnten in Hamburg dem Druck standhalten? War dieser Ausnahmezustand der Startschuss für eine neue sicherheitspolitische Normalität?

Die Dokumentation konzentriert sich auf den Umgang mit den Protesten und die staatliche Sicherheitspolitik. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Pressefreiheit spielen in den Betrachtungen eine ebenso große Rolle wie die Veränderung der polizeilichen Strategien.

Konnten während der Proteste Grundrechte außer Kraft gesetzt werden? Welche Garantien des Grundgesetzes konnten rund um den G20-Gipfel standhalten? Mit welcher Leichtigkeit konnten die Behörden agieren? Welche Methoden der Ausnahmesituation werden langsam zur Normalität? Und welche Gesellschaft zeichnet sich da am Horizont ab?
Antworten geben u.a. Rafael Behr (Prof. für Polizeiwissenschaft, Akademie der Polizei Hamburg), Christiane Schneider (Hamburger Bürgerschaft), Heribert Prantl (Chefredaktion Süddeutsche Zeitung); der Pressesprecher der Polizei Hamburg; der junge Aktivist Fabio V., der vier Monate in Untersuchungshaft saß, seine Anwältin und Vorstand im RAV, Gabriele Heinecke; sowie viele weitere aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivismus.
Der Hintergrund: Bis zu 170 Ermittler arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstranten und Menschen die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurückzugewinnen. „Mit allen Mitteln“, war selten so wörtlich zu nehmen wie im Fall der G20-Verfahren. Eine Öffentlichkeitsfahndung von noch nie dagewesenem Ausmaß stellte über zweihundert Menschen mit vagen Verdachtsmomenten „an den Pranger“ und die Boulevard-Presse „spielte den Hilfssheriff“. 30 Wohnungen und Häuser wurden mit hoch bedenklichen Begründungen durchsucht und ein linkes Medienportal vom Innenminister verboten. Eine Redaktionsgruppe des Videokollektivs „leftvision“ ging der Frage nach, ob die Befugnisse der Sicherheitsbehörden auf den Prüfstand gehören? Droht die Gefahr, dass bei echten politischen Krisen alle Dämme des Rechts brechen, die den Bürger vor staatlicher Willkür schützen sollten? 13 Kameraleute filmten das Material während der G20-Tage welches ein umfangreiches und detailliertes Panorama in diesem Dokumentarfilm ermöglicht. Einschätzungen von 17 Protagonist*innen bilden den inhaltlichen Faden eines Films der weit über die Ereignisse vom Juli 2017 hinaus geht.

Ein Film von: Marco Heinig, Steffen Maurer, Luise Burchard, Luca Vogel

ReferentInnen

Friederike Habermann
Ökonomin, Schwerpunkt Herrschaftskritik

Roman Thurn
war Mitarbeiter im Projekt Mapping #NoG20, welches vom Hamburger Institut für Sozialforschung und dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung durchgeführt wurde und eine wissenschaftliche Analyse der Ereignisse um den G20-Gipfel in Hamburg leistete. Er promoviert derzeit am Institut für Soziologie an der LMU München zu sog. Gefahrengebieten und der polizeilichen Praxis des stop & frisk.

Veranstaltungsort
Augsburg, City Club, Konrad-Adenauer-Allee 9


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Filmvorführung mit Dikussion



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Treffer 1 bis 10 von 155