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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

05.02.2014 - 19:30

Pakistan – Wie leben die Menschen in diesem widersprüchlichen Land?

 

 Atombombe, Taliban, Drohnenkrieg, Selbstmordanschläge von Islamisten, verheerende Naturkatastrophen – wir Menschen im Westen verbinden mit Pakistan meist Angst und Schrecken. Manche nennen Pakistan ganz einfach das gefährlichste Land der Welt. Unser Blick ist von Angst geprägt. Das merken leider auch viele Pakistaner, die mit großen Hoffnungen nach Deutschland kommen und hier mit den Urteilen zu kämpfen haben, die meist aus Unwissenheit entstanden sind, denn sie beruhen meist nur auf den Bildern der Fanatiker, die so oft in den Nachrichten zu sehen sind. 

Der Schwerpunkt des Vortrags  der Berliner Journalistin  Ingrid Müller lag auf dem Alltagsleben der  Menschen in Pakistan. Das war umso bedeutsamer, als in den gängigen westlichen Medien Pakistan vor allem als ein Land von Gewalt und Angst dargestellt wird. Demgegenüber betonte Ingrid Müller trotz der bestehenden Probleme und Gefahren auch die lebendige Vielfalt des Lebens der Pakistani und deren Interesse, dass das einseitige Bild ihres Landes im Westen relativiert wird. 

Drei Bereiche wurden exemplarisch angesprochen und durch Bildmaterial 
unterstützt:

1. Das Reisen in Pakistan
Ingrid Müller ist als Journalistin mehrfach durch Pakistan gereist. Ihre jüngste Reise 2013 begann im öffentlich nicht zugänglichen Grenzgebiet zu Afghanistan im Swat-Tal, wo vor allem verschiedene Volksstämme das politische Sagen haben und das an das Rückzugsgebiet der Taliban in den Bergen grenzt. Die Präsenz des pakistanischen Militärs wird nach Meinung Ingrid Müllers von der Bevölkerung als  Schutzmacht akzeptiert. Es unterhält dort auch ein „Erziehungslager“, in dem ehemalige Taliban interniert sind, die auch Bildungs- und Berufsförderungsmaßnahmen erhalten. 
Gegenüber dem nüchternen Charakter der am Reißbrett entstandenen Hauptstadt Islamabad zeigen Lahore und auch Karachi eine vielfältige altertümliche Kultur, mit renovierter Altstadt und vielen Straßenständen, den bekannten Sufi-Schreinen und dem Puppenmuseum. 
Die Kulturen des Islam und des Buddhismus sind hier nebeneinander vertreten. Diese, wie auch andere Regionen in Pakistan zu bereisen und mit den Menschen zu sprechen, erschien Ingrid Müller als nicht riskanter als in anderen Regionen der Dritten Welt, soweit man über deren problematische Gegenden gut informiert ist, gegebenenfalls auch durch einheimische Begleitung. Auf einen auffallenden Widerspruch wies Ingrid Müller mit einem Foto eines McDonald-Restaurants hin, das offensichtlich trotz Ablehnung der amerikanischen Drohnen-Angriffe in Pakistan von der Bevölkerung geschätzt wird. 

2. Die Situation der Frauen
Auf ihren Reisen hat Ingrid Müller zahlreiche Frauen kennengelernt. Ihr fiel auf, dass  in einem Land, das ausdrücklich als „Islamische Republik“ gegründet wurde, die Kleidervorschriften für Frauen nicht restriktiv gehandhabt werden: Man trifft je nach Region Frauen in Burka, indischem Sari, muslimischer Verschleierung und westlicherKleidung. Allerdings ist es meist üblich, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen. 
Die pakistanischen Frauen sind nach den Erfahrungen von Ingrid Müller mehr familienorientiert, gesellschaftliches und politisches Engagement ist selten. Aber Ingrid Müller traf sich auch mit Sheema Kermina, der Tänzerin, Theatermacherin und Frauenrechtlerin, die auch schon mehrfach Gast des Interkulturellen Forums in München war. Allgemein scheinen strenge religiöse Verhaltensvorschriften zumindest als Mittel der Politik häufig abgelehnt zu werden. Die bestehende Diskriminierung von Frauen belegte ein Besuch in einem Krankenhaus, in dem von Männern verletzte Frauen behandelt werden. Verhütung ist eher ungewöhnlich. Die vom Islam vorgeschriebene Geschlechtertrennung wird, wie ein Besuch einer Fußballfabrik und von Schulen zeigte, durchaus praktiziert, aber eher formell. Das Schulsystem in Pakistan ist grundsätzlich unterfinanziert, der Bildungsstandard besonders der Frauen niedrig. 

3. Der Umgang mit Alkohol
In der Islamischen Republik leben zu ca. 3% religiöse Minderheiten. Nur diesen ist auf Antrag der Einkauf eines geringen Kontingents von Alkohol erlaubt. I. Müller besuchte in der Garnisonsstadt Rawalpindi eine Brauerei, die mit altertümlicher Ausstattung Bier braut. Mit entsprechenden Beziehungen gelangen aber auch viele muslimische Männer an Alkohol, ein letztes Beispiel für die Widersprüchlichkeit Pakistans.

ReferentInnen

Ingrid Müller
Leitende Redakteurin, Tagesspiegel, Berlin

 

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion



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20.11.2013 bis 22.11.2013

Neuer Schwung für Bildung?

Kulturelle Bildung - Partizipation - nonformale Bildung

20. internationaler Netzwerkkongress „Banlieues d´Europe“

 

Vom 20. bis 23. November 2013 trafen sich Akteure aus Kunst, Bildung, Politik und Verwaltung, stellten ihre Projekte aus Frankreich, Belgien, England sowie vielen weiteren Ländern vor und diskutieren neue Ansätze der künstlerisch-kulturellen Bildung. Im Vordergrund stand die Frage: Wie kann nonformale und kulturellle Bildung dazu beitragen, ausgegrenzte Zielgruppen sozial und politisch zu integrieren?

Nonformale und kulturelle Bildung entwickelt sich, wenn auch Kulturprojekte wertgeschätzt werden, die nicht der traditionellen Hochkultur zuzurechnen sind. Kulturellle Bildung entfaltet sich in Theaterprojekten, die in den Vorstädten entstehen und dort ihr Publikum finden oder mit Projekten bildnerischer Kunst mit marginalisierten Zielgruppen. Damit kommt die Frage in den Blick, unter welchen Bedingungen solche Kultur und solche Kulturprojekte entstehen und Bestand haben. Das ist gerade im europäischen Vergleich und im Vergleich mit den Staaten im Mittelmeerraum eine überaus spannende Frage.

Das Panel "Die Rolle der Kulturpolitik im Spannungsfeld von Subsidiarität und politischer Steuerung“ und der Workshop "Subsidiaritäts- und Demokratieverständnisse im europäischen Kontext und euromediterranen Raum“  beschäftigten sich mit den Themen, wie das Prinzip der Subsidiarität in den unterschiedlichen Ländern verstanden und implementiert ist.

Beim Panel arbeitete Andreas Gösseler die philosophischen Grundlagen von Subsidiarität heraus und legte dar, dass dieses Prinzip eine Grundvoraussetzung demokratischer Geselllschaftsentwicklung ist. 

Jordi Balta von interarts in Barcelona beschrieb die Schwierigkeiten europäischer Kulturförderung in der Bürokratie der EU.

Im Workshop wurde das Prinzip der Subsidiarität sehr kontrovers diskutiert. Besnik Mustafa (Tirana / Albanien) und Iman Noureldine aus Ägypten betonten die kreative Kraft, die aus nicht-öffentlich geförderter Kultur erwächst. Die Workshop-Teilnehmenden aus europäischen Ländern bekräftigten den Anspruch an die Kulturpolitik, auch „Rand-Kulturen“ zu fördern und beriefen sich dabei auf die Rede, die der Kulturreferent der LH München, Herr Küpper gehalten hatte. 

Während beim Panel simultan übersetzt wurde, lief der Workshop zweisprachig auf englisch und deutsch: jeder Rede-Beitrag wurde nachlaufend übersetzt. Damit konnten aus Zeitgründen viele Aspekte nicht gründlich diskutiert werden. Andererseits erhöhte dieses Procedere die Aufmerksamkeit füreinander, da fast alle Beteiligten bei der Übersetzung halfen.

Beim Kongress nahmen insgesamt über 200 Menschen teil. Das Panel zur Subsidiarität hatte etwa 200 Zuhörer. Am Workshop beteiligten sich etwa 25 Personen, ausschließlich Erwachsene, Akteure der kulturellen Bildung und der Kulturpolitik. An anderen Workshops nahmen auch Jugendliche aus kulturellen Projekten aus Deutschland, Irland, Schottland und Frankreich teil, was dem Kongress eine besondere Atmosphäre gab. Der lebendige und mit viel „Bodenhaftung“ geführte Austausch wurde auch durch den Ort geprägt: das Kreativquartier an der Dachauer Straße.

Die Veranstalter/innen waren mit dem Kongress und seinen Ergebnissen sehr zufrieden. Das Abenteuer der mehrsprachigen Kommunikation konnten ebenso gut bewältigt werden wie die organisatorischen Herausforderungen durch den für Kongresse eigentlich ungeeigneten Ort. Die Rückmeldungen sowohl der ausländischen Gäste als auch der Münchner Teilnehmenden war durchweg positiv.

 

Veranstaltungsort
München


Partner

Kooperationsgemeinschaft „Münchner Trichter“


Art der Veranstaltung
Kongress



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26.09.2013 bis 29.09.2013

Uranium Film Festival München

 

Das Uranium Film Festival ist das weltweit einzige Festival, das sich der gesamten Atomkette gewidmet hat: Vom Uranbergbau bis zum Atommüll; von Hiroshima bis Falluja und Fukushima. Auch wenn Länder wie Österreich, Italien oder Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen sind oder aussteigen wollen, wird die Menschheit schon aufgrund des bereits produzierten radioaktiven Abfalls noch über Tausende von Jahren weiter mit radioaktiven Gefahren leben müssen. Zudem investieren andere Länder wie Brasilien, China, Frankreich, Südafrika und Indien weiter in Atomkraft und Uranbergbau. Ideologiefreie Aufklärung über Radioaktivität, Atomkraft und strahlendem Abfall sollte deshalb kontinuierlich fortgesetzt werden. Die Folgen der Atombombenabwürfe und Tausender von Atombombentests, die atomaren Unfälle wie Harrisburg 1978, Tschernobyl 1986 oder der radioaktive Unfall von Goiânia 1987 in Zentralbrasilien dürfen nicht vergessen werden. Das Medium Film ist eines der besten Mittel dazu.

Das Wissen um die Gefahren von Uran und anderen radioaktiven Elementen muss von Generation zu Generation weitergetragen werden. Radioaktivität ist unsichtbar, hat keinen Geruch und keinen Geschmack und doch können radioaktive Strahlen töten oder den genetischen Code verändern. Es gilt das Unsichtbare sichtbar, das geruchlose riechbar zu machen. Welches Instrument ist dafür besser geeignet als der Film? 

Insgesamt 44 Filme - Dokumentar-, Spiel-, Experimental- und Trickfilme, neue Komödien und Science Fiktion - hat das 2011 in Rio de Janeiro gegründete Uranium Film Festival für sein Debüt in München aus 14 Ländern ausgewählt: Australien, Brasilien, Deutschland, Estland, Indien, Italien, Israel, Iran, Japan, Rumänien, Russland, Schweden, der Ukraine und den USA. Filmemacher, Produzenten & Regisseure aus Deutschland, Italien, Japan, Russland und den USA werden dabei sein.

Einen ausführlichen Rückblick auf das Festivals können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Downloads zum Artikel

Uranium-Festival.pdf5.3 M


Empfohlene Weblinks

www.uraniumfilmfestival.org/index.php/de/

Veranstaltungsort
München


Partner

Uranium Film Festival

Nuclear Free Future Award

Heinrich-Böll-Stiftung

Stiftung Neue Energie, GLS Treuhand e.V.

Petra-Kelly-Stiftung

Istituto Italiano di Cultura

Deutsch-Brasilianischer Kulturverein e.V.

DENKmal-Film Verhaag GmbH


Art der Veranstaltung
Film-Festival



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26.06.2013 - 19:30

Welternährung und Neokolonialismus

Lesung aus dem Buch „Kongo“ von David van Reybrouck

Das Buch "Kongo" hat in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit hervorgerufen  - nicht nur in Belgien, das über viele Jahrzehnte den Kongo kolonisiert  hat, sondern auch in Deutschland. Der Autor erzählt auf eindrückliche Weise die dramatische Kolonialgeschichte der Menschen im Kongo seiner belgischen Kolonisatoren. Das Geschehene ist für die gesamte westliche Welt ein Beispiel für die Verbrechen gegenüber den einheimischen Bevölkerungen der Kolonialländer. 

Der Moderator, Claude Mukadi, selbst Kongolese, stellte mit einem kurzen Vortrag die Geschichte aus seiner Sicht dar. Kontrastiert wurden seine Beiträge durch Lesung einzelner Episoden aus dem Buch von David van Reybrouk. Dabei wurden die politischen Rollen verschiedener Persönlichkeiten, die diese Geschichte geprägt haben, wie z.B. der belgische Monarch Leopold, der Freiheitskämpfer Lumumba oder der Diktator Mobutu dargestellt.  

Das Publikum war auch gemischt. Insbesondere die Beiträge der anwesenden Kongolesen haben sehr zum Verständnis des Landes und seiner Historie beigetragen. Auch die aktuelle Lage wurde behandelt: die Ausbeutung der Bodenschätze - früher mit Kautschuck, heute mitColtan - und damit einhergehend die kriegerischen Auseinandersetzungen (Bürgerkriegsmilizen, Massenmorde an der Bevölkerung, Vergewaltigungen, Kindersoldaten).  

Claude Mukadi stellte  am Ende einer lebhaften und engagierten Veranstaltung seine Friedensaktion "Bel Amani - Friedensglocke" vor.

ReferentInnen

Claude Mukadi
In Lubumbasi (Kongo) geboren und 1974 als Student nach München gekommen. Für seine ehrenamtliche Friedensarbeit wurde mit dem Preis „Münchener Lichtblicke 2012“ ausgezeichnet. Gründer der Initiative „Bell Amani“ (Friedensglocken). 

Matthias Klie
Freier Schauspieler und Synchronsprecher, München

Veranstaltungsort
München


Partner

InitiativGruppe e.V.

Initiative „Bell Amani“

FIAN München

Misereor

Nord Süd Forum

Arbeitskreis Panafrikanismus

Suhrkamp Verlag

Bayern liest e.V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München 


Art der Veranstaltung
Buchvorstellung / Ausstellungseröffnung / Diskussion



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08.06.2013 bis 09.06.2013

3. FemFest Würzburg: Gesellschaftskritisches zum Thema Geschlecht

 

Samstag

Julia Scholz: "Inspirationen für Aktivismus aus queer-feministischer Psychologie" 
Julia Scholz, Psychologie-Doktorandin, setzt sich in ihrer Arbeit kritisch mit der  empirischen psychologischen Forschung auseinander, die objektiv sein möchte, jedoch auf Vorannahmen basiert und diese verfestigt, wenn sie nicht kritisch hinterfragt und offengelegt werden. Besonders wenn es um Vergleiche geht zwischen bspw. Männern und Frauen oder Menschen verschiedener Herkunft, kann eine unreflektierte Forschung Vorurteile stärken oder sogar erst kreieren. Die Vortragende zeigte aber auch Wege auf, wie empirische Forschung emanzipatorisch und politisch für eine geschlechtergerechte Gesellschaft tätig werden kann.

Bettina Staudenmeyer: „Bauchtanz – zwischen Selbstermächtigung
und –objektivierung. Eine feministische Perspektive“
 
Nach einer Darstellung der Tradition des Bauchtanzes und der daraus resultierenden Kontroverse durch die gegenläufigen Interpretationsweisen, als emanzipatorisch oder objektivierend, unterzog die Referentin beide Sichtweisen einer kritischen Analyse. Daraus entwickelte sie eine eigene feministische Sichtweise, welche sowohl die systemstabilisierenden als auch die subversiven Momente des Bauchtanzes in den Blick nahm. Darüber hinaus ging es darum, wie man selbst als Tanzlehrer/in oder Schüler/in mit diesem Konflikt umgehen kann.
Der Workshop stellte eine Einführung in die Grundbewegung des Bauchtanzes dar. Im Anschluss an den vorausgehenden Vortrag konnten die Teilnehmer/Innen aufgeworfene Fragen über ihre eigene Leiblichkeit erfahren. 

Miriam Gebhardt: "Das Unbehagen im deutschen Feminismus – eine kritische Diskursgeschichte" 
In einem historischen Abriss stellte die Vortragende den Verlauf des deutschen Feminismus dar. Ihrer These nach wandelte sich die Bewegung, die sich durch Vielstimmigkeit, Bedeutungshaftigkeit und internationale Relevanz auszeichnete, zu einer Bewegung, die programmatisch unbedeutend sich auf die Aussagen der medial redeführenden Alice Schwarzer reduziert hat. Anschließend warf sie die Frage auf, ob die aktuellen Debatten einen neuen Feminismus oder nur eine Weiterführung des Feminismus der siebziger Jahre darstellen.

Sookee: "Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles reden"
Der Vortrag gab einen Überblick über Entstehung, Potentiale und problematische Aspekte von Rapmusik. Aufbauend auf Theorien der Geschlechterkonstruktion und der kritischen Männerforschung stellte die Vortragende einen Zusammenhang her zwischen Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-) Sexismus im deutschsprachigen HipHop. Dabei ging sie insbesondere auf sprachliche Mechanismen und Gepflogenheiten ein – auf ihre Mehrdeutigkeit, Tragweite und Verquickung mit Gewalt, sexualisierter Gewalt, Reproduktion nicht emanzipatorischer Geschlechterrollen und Sexismus.
Das anschließende Konzert von Sookee war ein äußerst stimmungsvoller Ausklang des ersten FemFest Tages und  stieß auf große Begeisterung bei den Zuhörer/inne/n. 

Film „And you belong“
Der Film von Julia Ostertag ist ein künstlerisch-dokumentarisches Portrait des Duos Scream Club und ein gelunges Zeitdokument aktueller Strömungen der queeren Musikszene in Berlin.

Sonntag

Tanzperformance "Empfangsverhütung"

Jagoda Rosul-Gajic: "Auf dem Weg nach Europa – Umsetzung der Gleichstellungspolitik in Kroatien"
Die Referentin stellte die aktuelle Situation Kroatiens im Kontext seiner ereignisreichen Geschichte dar. Gewalt, Krieg und Nationalismus brachten eine Marginalisierung von Frauen und ihrer Interessen hervor, ließen aber andererseits auch die Frauenbewegung aufblühen. Es wurde des Weiteren die Lebenswirklichkeit von Frauen in Kroatien dargestellt und erörtert, welchen Einfluss die Gleichstellungspolitik der EU besitzt.

Katharina Schulz & Markus Weißschnur: "Bauch raus, Brust rein – Geschlechterbilder im Fokus"
Anhand von Standbildern und anschließenden Gesprächsrunden näherten sich die
Teilnehmer/inne/n des Workshops auf kreativ-spielerische Weise dem Thema
Geschlechterstereotypen an. 

Pecha Kucha rund um das Thema Feminismus 
Diese Form der kurzweiligen Vorträge ermöglichte es den Referent/inn/en, ihr
Wissen über spezielle oder ganz allgemeine Themen zu queeren/(trans)gender/
feministischen und damit verbundenen Sachverhalten innerhalb einer kleinen Präsentation zu teilen. Themen waren u.a. die Frage nach Aufklärung über Pornografie im Unterricht, historische Persönlichkeiten Würzburgs und Sexismus in der Werbung.

Podiumsdiskussion  "Sex wie im Porno"
Die queer-feministische Podiumsdiskussion zum Thema sexuelle Selbsterfahrung vor dem Hintergrund pornographischer sowie pornographisierter Bilder und Filme wurde moderiert von Mitorganisatorin Marika Levien, Podiumsgäste waren Maike Brochhaus (Lehrbeauftragte der Kunstwissenschaft und Regisseurin des postpornographischen Experiments „Häppchenweise“), Bianca Kennedy (Studentin der Medienkunst, München), Hans-Peter Breuner (Sexual- und Genderpädagoge bei pro familia), André Wendler (Medienwissenschaftler, Weimar) sowie Anna Schillinger (Studentin der Medienwissenschaften).

Empfohlene Weblinks

femfestwuerzburg.blogspot.de

Veranstaltungsort
Würzburg


Partner

FemFest

Gleichstellungsstelle der Stadt Würzburg

Akademie Frankenwarte


Art der Veranstaltung
Queer-feministisches Fest



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23.05.2013 bis 26.05.2013

Kontakt – das Kulturfestival: Thema 'suchen'

 

Wie wollen wir zukünftig wohnen? Wie wollen wir uns ernähren? Wie wollen wir kommunizieren? Wie wollen wir Kunst und Kultur in unserer Stadt leben?

Dies waren nur einige der spannenden Fragen, die das neunte „Kontakt – das Kulturfestival“ beleuchtete. In Lesungen, Workshops, Musik, Tanz sowie darstellender und bildender Kunst nahm sich „Kontakt – das Kulturfestival“ so dem diesjährigen Festivalthema <suchen> an. 

Den Schwerpunkt dieser zukunftsorientierten Fragestellung bildete das fünfteilige Symposion, dessen Höhepunkt die professionell geleitete Zukunftswerkstatt bildete. Ziel des Festivals war es, Menschen zu einer aktiven Gestaltung unserer Gesellschaft zu ermutigen. Die Besucher/innen konnten mit ihrer Teilnahme an Workshops, Vorträgen und Diskussionen das Festival mitgestalten, Gedanken zu unterschiedlichen Themen entwickeln und miteinander teilen. Den Rahmen bildete das Kulturprogramm, das sich verschiedener Genres bediente und ebenfalls für ein breites Publikum offen stand. 

Je zwei Blöcke an Kurzfilmen und Lesungen erzählten Geschichten vom gesellschaftlichen und individuellen Suchen;  insgesamt zwölf Künstler/innen zeigten in unserer Ausstellung in Form von Skulpturen, Malerei, Videoinstallationen und Fotographie ihre Interpretationen des Festivalthemas. In neun Workshops suchten wir mit unseren Besucher/inne/n neue künstlerische Ausdrucksformen und Arbeitstechniken. Abgerundet wurde dieser Rahmen durch über fünfzehn Livebands und DJanes.

Die thematische Schwerpunktsetzung des Festivals erfolgte schließlich in unserem Symposion zum Thema „Zukunft <suchen>: Wie wollen wir leben?“. Den Auftakt zu dieser Reihe innerhalb des Festivals bildete der Beitrag „Wie wollen wir wohnen? – Konversion in Bamberg“. Der Leiter des Konversionsamtes der Stadt Bamberg, Harald Lang, stellte die bisherigen Planungen zur Umnutzung des ehemaligen Militärgeländes dar. Daraufhin entwickelte sich eine rege Diskussion um bezahlbare Mieten und zukunftsfähige Wohnkonzepte in Bamberg. Am zweiten Festivaltag stellte Joscha Falck, bis 2012 Dozent an der Universität Bamberg, unter dem Titel „Wie wollen wir kommunizieren? – Wertschätzende Kommunikation“ den Ansatz der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GfK) vor und erprobte diesen mit zahlreichen Interessierten. Der Samstagnachmittag stand ganz im Zeichen der Ernährung: Unter dem Titel „Wie wollen wir uns ernähren? – Marktplatz der Ideen“ luden wir die Besucher/innen ein, im Gespräch mit Initiativen, lokalen Gastronomen und Gemüsegärtnern, regionale und nachhaltige Ernährungskonzepte zu diskutieren und auszuprobieren. Den dritten Beitrag zum Symposion lieferte PD Dr. Fritz Reheis; bekannt geworden durch seine Publikationen zum Thema „Entschleunigung“, diskutierte der Bamberger Soziologe mit Besucher/inne/n die Frage „Wie wollen wir uns bilden?“ und stellte in seinem interaktiven Vortrag die „Turbo-Bildung“ in Frage. Die vielseitigen Anregungen des Symposions mündeten in eine abschließende Zukunftswerkstatt zum Thema „Was braucht die Kultur in Bamberg?“ Unter der professionellen Leitung von Dipl. Päd. Helmut Lange diskutierten Besucher/innen vier Stunden mit den Fraktionsvorsitzenden des Bamberger Stadtrates (Grüne: Ursula Sowa; SPD: Wolfgang Metzner) Probleme des Bamberger Kulturlebens und entwarfen konstruktive Lösungsvorschläge.

Auf dem YouTube-Kanal des Kontakt-Festivals können Sie ein Video sehen, das sehr schöne Impressionen vom Festival vermittelt.

 

Empfohlene Weblinks

www.kontakt-bamberg.de

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

AStA Bamberg e.V


Art der Veranstaltung
Kulturfestival



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21.05.2013 bis 31.05.2013

Georgien: Auf dem Weg nach Europa?

 


Georgien liegt am äußersten Rand Europas und hat eine Geschichte, die wechselvoll war und ist. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion gewann das Land seine Unabhängigkeit wieder, die es vor vielen Jahrhunderten erst an Perser und Türken, dann an den russischen Zaren, verloren hatte.

Georgien ist heute eine demokratische Republik mit einem starken Präsidialsystem und zentralisierter Verwaltung. Zuletzt fanden am 1. Oktober 2012 freie Wahlen in Georgien statt, denen erstmals in diesem Kaukasus-Land ein friedlicher Machtwechsel folgte. 

Ziel der georgischen Außenpolitik ist eine Festigung der Beziehungen zur Europäischen Union und auch zum Europarat, dem es seit 1999 angehört. An diesem Ziel hält auch die neue pro-westliche Führung von Premierminister Iwanischwili fest, der Georgien weiter in die EU und die Nato führen will.

Die politischen Gegebenheiten, einzigartige Baudenkmäler, grandiose Landschaften, ein mildes Klima und seine gastfreundlichen Bewohner machen Georgien zu einem ganz besonderen Reiseziel. Unser Reiseprogramm sah so aus:

Mittwoch, 22.5.2013

Stadtführung durch Tbilissi
Tbilissi ist die Hauptstadt Georgiens und kultureller Mittelpunkt des Landes (ca. 1.5 Mio. Einwohner*nnen). Besichtigung der 2004 fertiggestellten Sameba-Kathedrale, die als Symbol der nationalen und religiösen Wiedererstehung Georgiens gilt. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt konnten sowohl die renovierten Viertel bewundert, als auch die protzigen Glaspaläste der Postmoderne bestaunen aber auch noch sehr schöne alte aber baufällige Gebäude betrachtet werden.

Besuch der Heinrich Böll Stiftung
Gespräch mit Nino Lejawa, Leiterin des Büros der HBS in Tbilissi mit vielen Informationen über die Geschichte und die aktuelle Situation des Landes, sowohl unter innenpolitischen Gesichtspunkten als auch unter dem Aspekt der ungebrochenen Westorientierung der georgischen Eliten und weiter Bevölkerungsteile, wie sie sich nicht zuletzt in der allgegenwärtigen Präsenz der Europäischen Flagge manifestiert.

Donnerstag, 23.5.2013

Besuch der Deutschen Botschaft
Gespräch mit Botschafter Ortwin Henning. Themen waren u.a. die Perspektiven Georgiens bezüglich einer weiteren Annäherung an die Europäische Union, die Zukunft der deutsch-georgischen Beziehungen und die europapolitische/internationale Ausrichtung der neuen Regierungspartei.

Besuch des kaukasischen Hauses
Gespräch mit Naira Gelashvili
Fahrt mit der Seilbahn auf den Hausberg von Tbilissi; Abstieg zu Fuß mit Besichtigung einer Kirchenanlage.

Freitag, 24.5.2013

Fahrt nach Kutaissi mit Zwischenstationen
Besuch von Mzcheta, der historischen Hauptstadt Georgiens
In Gori wurde das Stalin Museum besichtigt
Besichtigung der Höhlenstadt von Uplisciche – Ende des 2. Jahrtausends vor Christus nutzte ein einheimischer Völkerstamm erstmals die natürlichen Höhlen als Wohnungen. Im Mittelalter beherbergte die Stadt 20.000 Menschen. Erst im 18. Jahrhundert verließen die letzten Bewohner dieses Felsendomizil, dessen Reste sehr beeindruckend sind.
Abends Ankunft in Kutaissi, der zweitgrößten Stadt Georgiens und seit kurzem Sitz des georgischen Parlaments.

Samstag, 25.5.2013

Vormittags Stadtbesichtigung Kutaissi: Festung, Bagrati Kathedrale,
malerischer Markt, Synagoge, Altstadt,
Anschließend fand ein Ausflug zur Klosteranlage nach Gelati statt, dem Kloster des berühmtesten georgischen Königs David. Die Anlage beheimatet auch eine alte Akademie und einen berühmten Weinkeller, in dem die Marani-Krüge - große, henkellose Tonamphoren, die in den Boden eingelassen sind – bewundert wurden.

Sonntag, 26.5.2013

Fahrt nach Mestia in Swanetien, der „Krone des Kaukasus“
Eine Reise nach Swanetien ist immer etwas Besonderes, es ist so etwas wie eine
Zeitreise in eine archaisch anmutende Welt; die Fahrt ging durch das Enguri-Tal und endete in Mestia, berühmt für die Wohn- und Wehrtürme, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören

Montag, 27.5.2013

Ausflug nach Uschguri, dem höchsten Ort Europas. Die Fahrt auf der engen Bergstraße durch die Dörfer war ein echtes Kaukasus-Erlebnis. Da der Reisebus, diese Strecke nicht fahren kann, wurden für den Ausflug mehrere kleine Busse benutzt.

Dienstag, 28.5.2013

Fahrt von Mestia nach Batumi
Die Reise wurde unterbrochen in Poti, einem ehemals wichtigen Handelsort am schwarzen Meer. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister und einigen städtischen Abgeordneten bekam die Gruppe einen Einblick in die aktuellen Probleme der Region.
Am Abend wurde Batumi erreicht, eine lebhafte, eher türkisch anmutende Provinzhauptstadt mit schönen Stränden.

Mittwoch, 29.5.2013

Stadtrundfahrt Batumi mit Besichtigung der Gonio Festung und des botanischen Gartens.

Donnerstag, 30.5.2013
Am Vormittag wurden individuell die Bademöglichkeiten erkundet. Am Nachmittag Besuch der Zeitung Batumelebi , Gespräch mit Eter Turadze und Nana Kvachadze über die Rolle der Medien in Georgien, die Geschichte der Zeitung sowie die Pressefreiheit vor Ort.

Veranstaltungsort
Georgien


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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08.05.2013 bis 12.05.2013

festival contre le racisme

 

Das Festival verband die Vergangenheitsbewältigung mit der Gegenwart. Gerade in Niederbayern stößt man im Alltag in den Köpfen der Bevölkerung wie in den institutionellen Strukturen immer wieder auf wenig bekannte und verschwiegene Verbindungen bis ins "Dritte Reich". Um hier einen Diskurs anzustoßen, sollten sowohl Studierende als auch Passauer/innen angesprochen werden.

Der Fokus des Festivals lag auf Themen, die in unterschiedlicher Weise mit dem Gesamtthema Rassismus befassen und die Verbindung von Vergangenheitsbewältigung mit der Gegenwart herstellen. Die dabei angesprochenen Themenbereiche waren: 

  • Neue Rechte
  • Alltagsrassismus
  • Kolonialgeschichte
  • die extreme Rechte in Bayern, speziell in Niederbayern
  • Geschichtsaufarbeitung mit lokalem Bezug
  • Philosophiegeschichte
  • Islamophobie

Einen ausführlichen Bericht über die einzelnen Veranstaltungen im Rahmen des Festifals können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Veranstaltungsort
Passau


Partner

AStA/SprecherInnenRat (Studierendenvertretung) der Universität Passau


Art der Veranstaltung
Festival



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04.01.2013

"Die Hure muss brennen" - Ideologiekritisches zu Reggae und...

 

Wenngleich Reggae wohl überwiegend wegen des Grooves so populär und einflussreich sein dürfte und heute eher eine Art Traditionsveranstaltung bildet, haben auch die transportierten Inhalte immer gewirkt: aufwiegelnd und kraftspendend für viele Ausgeschlossene, aber auch verheerend als Futter fürs Bedürfnis nach Glauben, Abgrenzung und Selbsterhöhung.

Daniel Kulla versuchte in seinem Vortrag, für die Diskussion um Reggae einige Navigationshilfen durch das Dickicht aus Bass & Babylon, christlichem Endzeitkult & Widerstand gegen Rassismus, Homophobie & Frauenfeindlichkeit zu geben. Das selbstverwaltete Zentrum „Z“ in Rosenheim war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das große Interesse des überwiegend jungen Publikums dürfte auf die breiten Diskussionen der vergangenen Jahre über die Auftritte homophober Musiker beim Chiemsee Reggae Festival zurückzuführen sein. 

Der Referent thematisierte zwar auch diese aktuelle Debatte. Der Schwerpunkt des Vortrags war jedoch die dahinterstehende Ideologie des Rastafarianismus. Rastafari ist, so der Berliner Autor, Sänger und Blogger, eine relativ junge, aus dem Christentum entsprungene Glaubensrichtung. Diese Religion der vom Kolonialismus ausgebeuteten Menschen weist jedoch nicht immer emanzipatorische Inhalte auf. Zentral für diese Religion ist die biblische Bedeutung von Babylon, welche von Kulla ausführlich und sehr kritisch dargestellt wurde. In den Interpretationen vieler Rastas gehe es zunächst darum, die angeblich "wahren Interessen" zu "enthüllen", die hinter der prunkvoll erscheinenden Fassade Babylons versteckt liegen sollen, ehe die "Hure Babylon" erniedrigt und dann unter der Anleitung Gottes vernichtet werden soll. Eine "Kollaboration" mit Babylon, welches oftmals als die „westliche Welt“ gesehen wird, ist unter den Rastas weiterhin sehr verpönt. Trotzdem sei laut Kulla die Annahme verfehlt, die Rastas selbst würden im Sinne ihrer Vernichtungsphantasien handeln. Jedoch erzeugen sie ein ideologisches Muster, das anderen als handlungsleitend gilt. 

Nicht nur im Kampf gegen Babylon weist der Rastafarianismus viele alttestamentliche Bezüge auf, sondern auch bei dem oft wörtlich aus der Bibel übernommenen Bild von Frauen, welche als „unrein“ gelten. Oft sind sie weiträumig marginalisiert, müssen sich an strenge Kleidervorschriften halten, sind vom rituellen Ganja-Rauchen ausgeschlossen und werden in bestimmten orthodoxen Gruppen wie den Bobos, denen so populäre Reggaekünstler wie Sizzla angehören, zeitweise in Menstruationshäuser verbannt.

Trotz seiner Religonskritik warnte der Referent davor, alle Rastas als Fundamentalisten zu sehen, und argumentierte für einen differenzierten Blick auf die Thematik. Auch war ihm wichtig zu betonen, dass die Essentialisierung von Geschlechterrollen keine Spezifika des Rastafarianismus sei, sondern in vielen Religionen und Gesellschaften weit verbreitet ist. In Bezug auf die aktuelle Kritik an homphoben Reggae Acts warnte er vor einer Selbsterhöhung gegenüber einer „schwarzen Musik aus der Karibik“, welche nicht zu einer Entlastungsstrategie werden dürfe, um von Homophobie und Sexismus in der eigenen Gesellschaft abzulenken. Er sei selbst kein „Boykottmensch“, sondern er empfahl vielmehr die „positive Aufwiegelungstradition, welche im Reggae zu finden ist“ aufzugreifen. Für Daniel Kulla sollte es nicht darum gehen, die Früchte der Zivilisation zu zerstören, sondern sich diese anzueignen und für alle Leute zugänglich zu machen.

Empfohlene Weblinks

infogrupperosenheim.tk

z-rosenheim.net

ReferentInnen

Daniel Kulla 
Autor, Sänger und Blogger aus Berlin

Veranstaltungsort
Rosenheim


Partner

infogruppe Rosenheim



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03.11.2012

„good night – white pride“

 

Schon zum zehnten Mal fand unter dem Motto „good night – white pride” in der Rosenheimer Vetternwirtschaft ein antifaschistisches Hardcorekonzert  statt.  Hardcore - das ist eine Musikrichtung zwischen Punk und Metal. 


Infostand am Rande des Konzerts

„good night white pride” ist eine Kampagne von Mitgliedern der Hardcoreszene, die sich gegen Rassismus und Faschismus wendet. In diesem Jahr traten SNIFFIN GLUE (siehe Bild unten) , SLAMDAMN und SWALLY OR SPIT  (Rosenheim)  auf.

Weitere Eindrücke von Konzert:

http://www.flickr.com/photos/89642794@N04/sets/72157631928945912/

und

http://www.flickr.com/photos/89642794@N04/sets/72157631925411975/


Empfohlene Weblinks

www.goodnight-whitepride.de.tf

Veranstaltungsort
Rosenheim


Partner

infogruppe rosenheim


Art der Veranstaltung
Konzert



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