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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Vortragsreihe "Gute Milch aus Gras"

24.02.2016 bis 16.03.2016


Wirtschaftlichkeit einer Milchviehhaltung ohne bzw. mit wenig Kraftfutter

In einem 2014 gestarteten Forschungsprojekt wurde die Wirtschaftlichkeit von Milchviehbetrieben untersucht, die seit Jahren einen eigenständigen Weg eingeschlagen haben und entweder ganz auf Kraftfutter verzichten oder mit nur wenig Kraftfutter arbeiten. Zur Bewertung ihrer Wirtschaftlichkeit wurden die strukturellen und wirtschaftlichen Kennzahlen mit zwei repräsentativen Vergleichsgruppen verglichen. Den untersuchten Betrieben, die alle ökologisch wirtschaften, ist es möglich, mit einer ausschließlichen bzw. stark überwiegenden Grundfutterfütterung ihrer Kühe ein vergleichbares bzw. sogar leicht höheres Einkommen je Arbeitskraft zu erzielen. In der Vortragsreihe wurden die Ergebnisse der Studie vorgestellt und mit der Erfahrungen aus der Praxis ergänzt.

Viele Betriebe suchen einen Ausweg aus der High-Output-Landwirtschaft und ihren vielfältig negativen Folgen. Wir wollen darstellen, wie unsere bayrischen Betriebe die Vorteile der eiweißhaltigen Grundfuttermittel, wie Grünland, Kleegras und Luzerne nutzen können, um wirtschaftlich und wettbewerbsfähig, und damit zukunftsfähig zu sein.  

Marktentlastung durch Kraftfutterreduktion

Angesichts der andauernden Milchpreiskrise ist eine wachsende Bereitschaft von Milchbauern festzustellen, das Überangebot selbst aktiv zu drosseln. Nur wenn die Milchüberschüsse signifikant reduziert werden, kann sich das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage mit auskömmlichen Erzeugerpreisen wieder einspielen.   

In der Milchviehhaltung dominiert die Strategie, durch Kraftfutter eine möglichst hohe Milchleistung zu erreichen. Doch seine Wirtschaftlichkeit wird nicht nur aktuell durch die niedrigen Milchpreise in Frage gestellt. In einem 2014 in Kooperation mit der Internationalen Forschungsgesellschaft/Breitwiesenhof in Ühlingen gestarteten Forschungsprojekt wurde die Wirtschaftlichkeit von Milchviehbetrieben untersucht, die seit Jahren einen eigenständigen Weg eingeschlagen haben und entweder auf Kraftfutter ganz verzichten oder mit nur wenig Kraftfutter arbeiten. Zur Bewertung ihrer Wirtschaftlichkeit wurden die strukturellen und wirtschaftlichen Kennzahlen mit zwei repräsentativen Vergleichsgruppen verglichen.  

Vielversprechende Ergebnisse der Studie  Den untersuchten Betrieben, die alle ökologisch wirtschaften, ist es möglich, mit einer ausschließlichen bzw. stark überwiegenden Grundfutterfütterung ihrer Kühe ein vergleichbares bzw. sogar leicht höheres Einkommen je Arbeitskraft zu erzielen. Neben den Einsparungen für Betriebsmittel wie dem zugekauften Futter lag dies auch an den geringeren Kosten in der Reproduktion. Die geringere Milchleistung der Kühe wurde über die längere Nutzungsdauer wieder ausgeglichen. Entwickelt wurden Strategien, um auf witterungsbedingt schlechtere Grundfutterqualitäten reagieren zu können.  

Tiergesundheit durch artgerechte Fütterung und hohe Milchqualität Grasfütterung ist die ursprünglichste und artgerechteste Form der Rinderfütterung und hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere. Die so erzeugten Milch- und Fleischprodukte sind außerdem qualitativ sehr hochwertig, beispielsweise durch ihren hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren.   

Milch aus dem Grashalm: Gut für Klima und Welternährung  

Die Weltgemeinschaft braucht Alternativen zu einer Landwirtschaft mit sehr hohem Verbrauch an fossiler Energie und Ausstoß von Treibhausgasen. Das Kraftfutter für Tiere, hier und in den Ländern des globalen Südens, steht außerdem in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung. Die bäuerliche, regionale Kreislaufwirtschaft mit Grundfutterstrategie bietet eine deutliche CO2-Minderung durch Grünlanderhalt und kann den Zukauf von Import-Kraftfutter weitgehend ersetzen. Sie hat positive Auswirkungen bezüglich Umwelt-, Klima- und Energiebilanz.  

Die vier Praktiker aus der Landwirtschaft machten in ihren Berichten deutlich, dass sie seit mehreren Jahren bis Jahrzehnten die beschriebene Form der Low-Input-Fütterung mit Erfolg praktizieren. In den Fragerunden und Diskussionen konnte daher die konkrete Fachpraxis vertieft werden, was die Ausführungen der Wissenschaftler perfekt ergänzte. 

ReferentInnen

Prof. Dr. Onno Poppinga
Kasseler Institut für Ländliche Entwicklung

Dr. Karin Jürgens
Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) im Netzwerk der Landforscher

Veranstaltungsort
Altusried-Krugzell / Teising / Eberfing / Dasing


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Landesverband Bayern e.V. (AbL)


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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