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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Agri | Kultur, Mobilität und Tourismus in den Alpen

02.10.2015 bis 04.10.2015


Die Alpen sind, weit über die Hochgebirgsregionen hinaus, ein identitätsstiftender Lebens- und Kulturraum im Herzen Europas. Jedoch stellen Globalisierung, Klimawandel, Massentourismus und der zunehmende Transitverkehr den Alpenraum vor neuen Herausforderungen: So zeigt sich die Abwanderung von BewohnerInnen für viele strukturschwache Täler als ein massives Problem, aber auch die zunehmende Verstädterung von touristischen Ballungszentren, die agrarische und touristische Kleinstrukturen zerstört, gilt es kritisch zu betrachten. Daher sind kreative und energische politische Weichenstellungen gefordert.

Um zukunftsfähige, länderübergreifende Strategien für den Alpenraum zu entwickeln, haben am vergangenen Wochenende rund 100 TeilnehmerInnen aus Bayern, Liechtenstein, der Schweiz, Südtirol und Österreich unter der organisatorischen Leitung der Grünen Bildungswerkstatt Österreich im Tiroler Bergsteigerdorf Schmirn (Wipptal) gemeinsam über die Themen Mobilität, Tourismus, Kultur und (Land-)Wirtschaft diskutiert. Zu Gast waren dabei auch die beiden Landeshauptmannstellvertreterinnen Ingrid Felipe (Tirol) und Astrid Rössler (Salzburg) sowie der Vorarlberger Landesrat Johannes Rauch.

In Vorträgen, Workshops und Exkursionen wurden sowohl gesamtheitliche, theoretische Perspektiven beleuchtet als auch konkrete Lösungsvorschläge für einzelne Probleme erarbeitet. Die Vielfalt der Themen spiegelte die Diversität der Teilnehmer/innen wieder: Während Werner Bätzing die Folgen eines Zerrbildes der Alpen thematisierte, nahm Gerlind Weber in ihrer demografischen Analyse die Abwanderung von jungen Frauen aus den Dörfern in den Fokus und machte auf die ebenso bedenkliche Situation der meisten Gemeinden durch Überalterung und Unterjüngung aufmerksam. Eine Möglichkeit der Abwanderung von Frauen zu begegnen sah Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, in einer Umkehrung des traditionellen Rollenbildes: oft wäre es praktikabler, wenn die Frauen auspendeln und die Männer stattdessen die Höfe führen würden. Deutlich wurde aber auch, wie wichtig transparente Entscheidungsprozesse über die üblichen Diskussionen in den politischen Gremien hinaus sind.

Das breite Spektrum der Tagung wurde nochmals in der abschließenden Podiumsdiskussion erfahrbar, wo die verschiedenen Themen leidenschaftlich aber konstruktiv diskutiert wurden; trotz der oftmals unterschiedlichen Sichtweisen waren sich am Ende alle einig: für eine gute Zukunft des Alpenraumes ist eine verstärkte Zusammenarbeit von BewohnerInnen, Experten, PolitikerInnen und Institutionen in den Entscheidungszentren von immenser Bedeutung.

Grüne sind in allen Alpenländern (teilweise sogar sehr stark) politisch vertreten und durch ihren gemeinsamen Willen geeint, die Bergregionen als zukunftsfähigen Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten. Dieses Potential gilt es zu nützen: Alpenweite Probleme können nur über Grenzen hinweg angegangen und in der europäischen Politik nur mit einer geeinten Stimme hörbar werden.

Die Grünen setzen sich daher auf allen politischen Ebenen für die Umsetzung der Alpenkonvention als zentralem Abkommen zur Sicherung der Lebensgrundlagen des Alpenbogens ein. Als eine konkrete Maßnahme haben sich die Grünen verständigt, gemeinsame Vorschläge für einen zukunftsfähigen Alpenraum zu  erarbeiten und in den jeweiligen Landesparlamenten einzubringen.

ReferentInnen

Veranstaltungsort
Schmirn, Österreich


Partner

Grüne Bildungswerkstatt


Art der Veranstaltung
Konferenz



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