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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Themenrückblick

27.07.2019 - 10:00 bis 17:30

Souverän und authentisch im politischen Tagesgeschäft

Rhetoriktraining für Frauen

Wer politisch engagiert ist, will Menschen überzeugen. Dreh- und Angelpunkt dabei ist authentisches und verständliches Sprechen. Klingt einfach, ist es bei weitem nicht.

Wer authentisch auftritt, macht die eigene Persönlichkeit sichtbar - jenseits von rhetorischen Rezepten. Und je mehr es um politische Konzepte und Werte geht, also eher abstrakte und komplexe Themen, desto wichtiger ist es, verständlich zu sprechen. Denn nur wer verstanden wird, kann überzeugen.

Und weil politische Überzeugungsarbeit immer in gesellschaftliche Strukturen eingebettet ist, ist es besonders für Frauen wichtig, die Mechanismen von Geschlecht und Macht in der Kommunikation zu kennen. Das gilt für eine Podiumsdiskussion, einen Infostand oder als Rednerin bei einer Veranstaltung gleichermaßen.

Im Seminar bekommen Sie einen Werkzeugkasten, der Sie in allen Rede- und Gesprächssituationen unterstützt. Sie lernen, wie Sie die rhetorischen Audrucksmittel Sprache, Stimme und Körper authentisch und verständlichkeitsfördernd einsetzen können und üben sich in Kurz- und Stegreifrede.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Kommunikation" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 2-19-45

Das Seminar richtet sich ausschließlich an Frauen.
Das Seminar ist ausgebucht. Wir haben eine Warteliste gebildet.

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
Augsburg, Hotel am alten Park, Frölichstraße 17, Raum Weitblick


Kosten
60,- / erm. 40,- Euro (inkl. vegetarischer Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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20.07.2019 - 10:00 bis 17:30

Ich liebe Konkurrenz. Nicht.

Konflikttraining für Frauen

Wer sich politisch engagiert, bewegt sich in einem zutiefst konfliktträchtigen Feld.

Die Auseinandersetzung mit politischen Gegner*innen lebt von Werte-, Ziel- und Strategiekonflikten: soziale Gerechtigkeit oder freie Märkte? Kohleenergie oder Ausstieg? Quote oder nicht?

Innerhalb der eigenen Reihen spielen zusätzlich Verteilungskonflikte eine wichtige Rolle, denn die Posten sind knapp, die aussichtsreichen Listenplätze endlich.

Frauen wird gerne nachgesagt, sie seien konfliktscheu oder gar harmoniesüchtig. Was so nicht stimmt, denn Frauen gehen einfach nur anders mit Konkurrenz und Konflikten um als Männer. Tatsache ist jedoch: Frauen wagen es selten, eine_n (politische_n) Konkurrent_in offen herauszufordern. Mit der Folge, dass sie auf Chancen, Erfolg, Status, Zufriedenheit und mehr verzichten.

Wie das anders gehen kann, betrachten wir in diesem Seminar. Es wird um folgende Fragen gehen:

  • Was ist ein Konflikt und welche Arten gibt es?
  • Welche Lösungsstrategien kommen in Betracht?
  • Wie ticken Frauen in Konflikten?
  • Wie kann ich Gelassenheit - oder sogar Spaß -  in Konkurrenzsituationen entwickeln?

Wir wechseln im Seminar zwischen Kurzinput, Einzel-/Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch und Übungen.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Kommunikation" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 2-19-44

Das Seminar wendet sich ausschließlich an Frauen.

Das Seminar ist ausgebucht. Wir haben eine Warteliste gebildet.

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
München, Petra-Kelly-Stiftung, Seminarraum, Hochbrückenstr. 10


Kosten
60,-/ erm. 40,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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18.07.2019 - 17:00 bis 21:00

Ladies Lunch: Feministische Außenpolitik

Wieso Aktivismus und Diplomatie Hand in Hand gehen müssen

Schweden macht’s. Kanada probiert sich. Und Deutschland geht auch erste Schritte: Feministische Außenpolitik ist seit kurzer Zeit in aller Munde. Doch was genau bedeutet es eigentlich, Außen- und Sicherheitspolitik feministisch zu denken? Reicht es, Frauen an den Verhandlungstisch zu bekommen?

Darüber haben wir mit Kristina Lunz (Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign Policy) und Margarete Bause (Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Ausschuss für Menschenrechte) gesprochen.

Hier finden Sie die Tonaufnahme der Veranstaltung und hier weitere Informationen über feministische Außenpolitik.

Hier noch die Links zur benannten Organisationen während des Gesprächs:

Bündnis 1325: t1p.de/rys1
centreforfeministforeignpolicy.org/
WILPF: www.wilpf.de/
RCW: www.reachingcriticalwill.org/
ICAN: www.icanw.de/
OXFAM: www.oxfam.de/‎

 

 

 

ReferentInnen

Begrüßung:

Sigi Hagl
Landesvorsitzende Bündnis90/Die Grünen

Veranstaltungsort
München, Der Pschorr (Theresiensaal), Viktualienmarkt 15


Kosten
Eintritt frei



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13.07.2019 - 19:30

Stadt für alle?

Gentrifizierung und Strategien dagegen

Lisa Vollmer verknüpft mit ihrem Buch „Strategien gegen Gentrifizierung“ Gentrifizierungstheorien mit Strategien aus der Praxis, die soziale Bewegungen gegen Gentrifizierung gefunden haben.

Die Stadtforscherin Lisa Vollmer wird dem umkämpften Begriff nachgehen um einen Überblick über unterschiedliche Erklärungsansätze zu schaffen. Darauf aufbauend zeigt Lisa Vollmer, welche Strategien Mieter*innenproteste und Mieter*innengruppen zwischen Lobbyarbeit und Basisorganisierung verfolgen, wie man das Recht zu bleiben durch eine lokale Gemeinschaft einfordert und wie sich Mieter*innenproteste gegen die Inwertsetzung ihrer Nachbarschaften stellen können.

Zentral sind dabei die Fragen, inwieweit Wohnraum als Ware gilt und gelten sollte? Wie stark die politische Komponente beim Wohnen ist? Und welche Möglichkeiten es gibt, sich in Stadt(teil)entwicklungen einzumischen, die Gentrifizierung bewirken können.
Diese Fragen greift aus einer lokalen und praktischen Perspektive auch der AK-Wohnen auf, der sich an dem Abend vorstellen wird.

ReferentInnen

Lisa Vollmer
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar und aktiv in der Berliner Mieter*innenbewegung.

Veranstaltungsort
Augsburg, Grandhotel Cosmopolis, Springergässchen 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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11.07.2019 - 19:00

Der NSU Komplex in Kunst und Kultur

 

Welche Funktion übernehmen künstlerische Positionen im gesellschaftlichen Dialog über aktuelle politische Fragestellungen?

Fotografie (Detail): Paula Markert, aus „Eine Reise durch Deutschland. Die Mordserie des NSU.“ Beate Zschäpe, 2015

ReferentInnen

Esther Dischereit
Lyrikerin und Theaterautorin, Berlin
Paula Markert

Fotografin, Hamburg
Thomas Schirmböck
Kurator, Zephyr, Mannheim

Begrüßung:
Dr. Ulrich Pohlmann (Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie)
Moderation:
Rainer Stadler

Veranstaltungsort
München, Saal des Münchner Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1,


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Podiumsgespräch zum Jahrestag des Urteils im NSU-Prozess



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07.07.2019 - 14:00

Wohnungspolitischer Spaziergang durch die Maxvorstadt

 

Bei einem rund zweistündigen Spaziergang durch die Maxvorstadt erklären wir an konkreten Beispielen, wie es zur Verdrängung von Bewohner*innen gekommen ist und warum die Mieten und Kaufpreise in der Maxvorstadt stetig steigen. Wir besprechen dabei auch, warum manche Mieterschutzinstrumente stumpfe Schwerter sind und wie es ggf. besser laufen könnte.

Bilderrechte: MUCBOOK

Hier kann man einen Artikel über die Stadtführung lesen.

Hier kann man ein Video über diesen Spaziergang sehen. Das Video wurde im Auftrag des Bayern Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung von MUCBOOK produziert.

Und hier kann man den Audioguide-Podcast über den Spaziergang hören!
Dieser Podcast ist als Tourguide gedacht, für diejenigen, die nicht dabei sein konnten und Interesse an der Wohnungs- und Baupolitik Münchens haben. Wir werden mit dem Podcast derselben Route unseres Spazierganges folgen und vor jedem Beispielsgebäude halten. Man kann den Podcast bequem aufs Smartphone herunterladen und diesem Spaziergang entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad folgen und nach jedem Halt den Podcast stoppen.

ReferentInnen

Es führen:
Svenja Jarchow vom Bezirksausschuss Maxvorstadt und Bernadette Felsch vom AK „Wer beherrscht die Stadt?“. Auch betroffene Maxvorstädter*innen sollen zu Wort kommen.

Veranstaltungsort
München, Maxvorstadt


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Eine gemeinsame Veranstaltung von:
Münchner Forum, Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung, Evangelische Stadtakademie, Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, Petra-Kelly-Stiftung


Art der Veranstaltung
Thematische Stadtführung



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05.07.2019 - 18:30

Kein Eigentum ist auch eine Lösung

 

Was wäre das für ein Leben, wenn es kein Eigentum, sondern “nur” Besitz gäbe? Wie würde dies unsere innere Haltung und unser Zusammenleben verändern? Im Eröffnungsvortrag wird Friederike Habermann Gedanken und Ideen vorstellen, um das Konstrukt von Eigentum gänzlich neu zu denken. Macht, Herrschaft und Eigentumsverhältnisse sind stark miteinander verwoben. Deshalb braucht das Gute Leben für Alle kein Eigentum, das auf Ausschluss beruht. Stattessen sollte es um die Frage gehen, wer was tatsächlich braucht und gebraucht.

ReferentInnen

Friederike Habermann
Aktivistin, Autorin und freie Akademikerin, zudem Ökonomin, Historikerin und in politischer Wissenschaft promoviert. Ihr besonderes Interesse gilt dem Verwobensein von Ökonomie mit anderen Herrschaftsverhältnissen, sozialen Bewegungen für eine emanzipatorische Globalisierung sowie alternativen Wirtschaftsformen

Veranstaltungsort
Augsburg, Provino, Provinostraße 35


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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28.06.2019 - 19:30 bis 21:30

Abschiebung ins Innere – Leben im Ankerzentrum

 

Podiumsdiskussion und Publikumsgespräch haben das Ziel, Unterbringungsbedingungen in Ankerzentren und anderen Massenlagern zu erörten, sowie Ideen zu Überwindung von individuellen und strukturellen
Gewaltursachen zu diskutieren. Das Podium soll ein Beitrag für die Debatte um angemessene Mindeststandards der Unterbringung von Geflüchteten sein und zugleich darüber hinausweisen, um bei
Unterbringung und Lebensbedingungen die Diskriminierung von Geflüchteten abzubauen.

ReferentInnen

Elshaday H.
Expertin für Gewaltschutz in Flüchltingsunterkünften
David J.
ehemaliger Bewohner eines Ankerzentrums
Diana Schubert
Kriminalpräventiver Rat Augsburg
Vertreter*in der Regierung von Bayern

N.N.; Teilnahme zugesagt

Moderation: Jana Weidhaase

Veranstaltungsort
Augsburg, Cafe Tür an Tür, Wertachstraße 29


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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28.06.2019 - 20:00 bis 30.06.2019 - 15:00

Solidarity City München?!

Konferenz

Die Grundidee einer Solidarity City, also einer solidarischen Stadt, ist bestechend einfach: Die Stadt ist für ALLE da, ganz unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, Aufenthaltsstatus, Her-kunft und Geschlecht. ALLEN ihren Bewohner*innen soll Teilhabe am städtischen Leben möglich sein. Auf der ganzen Welt haben sich Städte zu progressiven Orten entwickelt, die ganz im Gegen-satz zu den Nationalstaaten jetzt schon aufzeigen, dass sie bereit sind, neue Wege zu beschreiten und mutiger und pragmatischer an die gesellschaftlichen Herausforderungen heranzugehen. Unter dem Überbegriff Solidarity City zeigen heute schon Städte wie Palermo, New York, Berlin, Barcelona oder Toronto wie ein solidarischeres Zusammenleben praktiziert werden kann.

Hier setzt die Konferenz „Solidarity City München ?!“ an. An drei Tagen widmet sich eine Vielzahl von Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden der Frage, wie aus einer Stadt eine solidarische Stadt werden kann. Dabei diskutieren wir unter anderem die Themen Arbeit, Wohnen, Mobilität, City-ID, Aufnahme von Geflüchteten aus Seenotrettung, Ankerzentren, Einrichtung von Bür-ger*innen-Asyl und Umgang mit Illegalisierten.

Diese unterschiedlichen Themenbereiche werden vorgestellt und deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Herausforderungen und Möglichkeiten reflektiert. Eingerahmt wird die Konferenz im Vorfeld von einem bunten Filmprogramm (20. – 27.6.2019 im Werkstattkino) und dem Theaterstück „PUSH BACK“ (am 27.6.2019 im Bellevue di Monaco).

Die Konferenz steht allen offen. Die Teilnahme an den Workshops und Diskussionsveranstaltungen ist kostenlos. Beteiligt euch und macht mit uns München zu einer solidarischen Stadt.

Weitere Infos und Programm auf der Webseite von Solidarity City.

Veranstaltungsort
München, Bellevue di Monaco und Münchner Stadtmuseum


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit München


Art der Veranstaltung
Konferenz



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27.06.2019

Nachhaltigkeit in die Wirtschaft bringen!

Projekte - Perspektiven - Probleme

Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, dann muss sie zu allererst dort beginnen, wo Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden: in der Wirtschaft. Wie kann dies konkret aussehen? Dieser Frage sind wir in Zusammenarbeit mit der Neumarkter Lammsbräu nachgegangen, die seit 2002 durch ihren Nachhaltigkeitspreis zukunftsweisende Projekte und Ideen fördert.

Im Rahmen unserer Tagung hatte zunächst die gastgebende Lammsbräu Gelegenheit, über Ziele, Erfolge und Perspektiven des Unternehmens zu berichten. Johannes Ehrnsperger, der mittlerweile die Brauerei leitet und als Nachfolger seines Vaters, des langjährigen Lammsbräu-Chefs Dr. Franz Ehrnsperger, die Familientradition fortsetzt, wies darauf hin, dass Lammsbräu der Bio-Pionier seiner Branche sei. Ihr Motto: „100% Bio, 0% Kompromiss“. Der Umstellungsprozess, der mit der Festschreibung des Umweltschutzes als Unternehmensziel 1977 begonnen hatte, dauerte bis zum Jahr 1994: Seitdem sind alle Biere der Lammsbräu zu 100% Bio-Biere. Die Rohstoffe dafür (also: Braugerste, Dinkel, Weizen, Hopfen und Wasser) kommen allesamt aus der Region. Mit den Öko-Vertragsbauern, die in der „Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe“ zusammengeschlossen sind, gibt es Verträge mit fünfjähriger Laufzeit, die den Landwirten ökonomische Sicherheit für ihre Arbeit und Fixpreise deutlich über dem ansonsten üblichen Marktniveau garantieren.

Inzwischen stellt die Lammsbräu neben diversen Biersorten auch Bio-Limonaden und Bio-Mineralwasser her. Anders als beim Bierbrauen werden für die Limonaden auch Rohstoffe benötigt, die nicht in der Oberpfalz, also in der Region, angebaut werden können. Doch auch hier versucht die Lammsbräu die Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen, obwohl sie keinen direkten Einfluss auf die Umwelt- und Sozialstandards hat. Deshalb haben die Limonaden des Unternehmens seit 2018 eine Naturland-Zertifizierung, die neben der Bio-Qualität der Rohstoffe auch Mindeststandards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen sicherstellen soll.

Die seit 2001 jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte geben im Detail Aufschluss und Rechenschaft über die Unternehmenspolitik und ihre Ergebnisse. Im Mittelpunkt stehen derzeit neben der schon seit langem betriebenen Förderung des ökologischen Landbaus die CO2-Reduktion im Betrieb selbst sowie die Kompensation der nicht vermeidbaren CO2-Emissionen. Einzelheiten dazu sind dem Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2018 zu entnehmen.  

Simon Scholl, Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des „Kartoffelkombinats“ in München (im Bild links am Redepult), informierte über dieses „transformative Pionierprojekt“ der solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Der Grundgedanke dabei: Eine mehr oder weniger große Zahl von Privathaushalten garantiert die Abnahme der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Alles, was für Anbau und Ernte sowie Verteilung notwendig ist, wird vorfinanziert. Diese Gruppe erhält die gesamte Ernte und teilt sie gerecht untereinander auf. Die Beschäftigten erhalten dafür ein garantiertes Einkommen. Sowohl die Lebensmittel als auch das Einkommen sind also von Marktzwängen abgekoppelt. Die Verantwortung, das Risiko, das die landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte auf Grund von Witterungsbedingungen), die Kosten und die Ernte werden solidarisch geteilt – eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten.  

Das Kartoffelkombinat hat sich, um diesen Grundgedanken umzusetzen, in Form einer Genossenschaft organisiert. Es gibt keine Kund*innen, sondern nur Mitglieder. Inzwischen verfügt das Kartoffelkombinat - wie Scholl erläuterte - über eine eigene Biogemüse-Gärtnerei in Oberschweinbach, etwa 35 km westlich von München gelegen. Die jährlichen Kosten (Stand: 2018) liegen bei 1,26 Mio. Euro, die von mittlerweile über 1800 Mitgliedern aufgebracht werden. 1.550 Mitglieder haben einen Ernteanteil, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 75 Euro pro Monat. Die Produktmengen sind durchaus beträchtlich, z.B. 10.000kg Äpfel, 13.000 kg Tomaten oder 47.000 kg Kartoffeln. Dafür stehen als Anbaufläche zur Verfügung: 5 ha Freiland für Gemüse plus 1,6 ha für Kartoffeln, 2.100 qm in Treibhäusern sowie vier Folientunnel.

Ganz bewusst setzen sich die Mitglieder des Kartoffelkombinats mit der Frage auseinander, ob das bisherige Wachstum der Organisation so weitergehen kann. Wenn die betriebswirtschaftliche Stabilität erhalten werden, der soziale Zusammenhalt stabil bleiben soll und der transformative Charakter gestärkt, dann scheint bei 1.800 zu versorgenden Haushalten die Grenze bzw. die optimale Größe erreicht zu sein. Dann heißt es: weitere Solawi-Projekte gründen und aufbauen. Dabei Hilfestellung zu geben und andere Projekte von den eigenen Erfahrungen profieren zu lassen, ist das Ziel des Kartoffelkombinat-Vereins, der 2016 gegründet wurde: Er bietet Seminare und Beratung an, betreibt Forschungsarbeit und erstellt ein Praxishandbuch für die Umsetzung der Solawi-Ideen. 

Nachhaltigkeit – im Finanzsektor ist das leider immer noch eher ein „Fremdwort“. Dass es auch anders geht, zeigt die GLS Bank, die seit 1974 ein sozial-ökologisch orientiertes Bankgeschäft betreibt. Maurice Attenberger (im Bild am Redepult) von der Münchner Filiale erläuterte einige wichtige Wegmarken in der Firmengeschichte: 1989 wurde von ihr der erste Windkraft-Fonds gegründet. Die Schönauer Strom-Rebellen wurden von ihr 1996 bei der Übernahme des kommunalen Stromnetzes unterstützt. Mittlerweile hat sie sieben Filialen in der Bundesrepublik, eine davon in München. Seit 2008 hat sie ihre Bilanzsumme verfünffacht. Auch die beiden anderen auf der Tagung vorgestellten Unternehmen (und auch die Petra-Kelly-Stiftung) sind bei ihr Kunden. 

Das Geschäftsprinzip der GLS Bank ist klar: Sie spekuliert nicht mit dem ihr anvertrauten Geld (kein Derivate-Handel!), sondern sie vergibt Kredite an nachhaltige Unternehmen, die sozial, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Dinge schaffen. Sie unterstützt z.B. die Energiewende und finanziert Bio-Landwirtschaft und Betriebe, die ökologische Lebensmittel verarbeiten. Im Immobiliensektor geht es um die Förderung von Wohnungen und Arbeitsstätten, die Ressourcen schonen, Strom erzeugen, ein lebenswertes Umfeld bieten und durch ihre nachhaltige Bauweise eine langfristig sinnvolle Investition darstellen. Ausdrücklich ausgeschlossen von einer Finanzierung sind beispielsweise folgende Geschäftsfelder: Atom- & Kohleenergie, Rüstung und Waffen, Biozide & Pestizide, Gentechnik in der Landwirtschaft, chlororganische Massenprodukte, Massentierhaltung, Embryonenforschung, Suchtmittel und Tierversuche.

Dr. David Löw Beer vom Institute for Advanced Sustainability Studies (Bild links)  versuchte, den Transformationsgedanken, den die vorgestellten Einzelprojekte in je verschiedener Weise verfolgen, in einen breiteren gesellschaftspolitischen Rahmen zu stellen, vor allem im Hinblick auf das allgegenwärtige Thema Klimaschutz. Das, was die Kohlekommission als Vorschläge zur Reduktion der CO2-Emissionen gemacht hat, ist für Löw Beer jedenfalls ungenügend, um die internationalen Verpflichtungen der BRD einzuhalten. Eine CO2-Bepreisung dagegen sei gerecht, weil sie die Kosten des Klimaschutzes zumindest zum Teil den Verursachern aufbürdet. Es müssten aber kurzfristige Härten für die Haushalte vermieden werden. Um eine tatsächliche Verhaltensänderung zu bewirken, seien als „Einstieg“ mindestens 40 Euro pro Tonne notwendig. Um alle externen Kosten abzudecken, müsste der Preis für eine Tonne CO2-Emission bei 120-180 Euro liegen.

Um einen sinnvollen Einsatz der Einnahmen im Sinne von Klima- und Umweltschutz zu erreichen, schlägt Löw Beer die Einrichtung von Zukunftsfonds vor. Die Mittel dieser Fonds sollen zur einen Hälfte in klimafreundliche Infrastruktur fließen, z.B. in den Ausbau erneuerbare Energien, in Energieeffizienz, Elektromobilität und digitale Infrastruktur. Die andere Hälfte soll in Unternehmen investiert werden, die die UN-Klima- und Nachhaltigkeitsziele verfolgen.

Auch Barbara Unmüßig (Bild rechts), Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, widmete sich den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und warf dabei einen kritischen Blick auf die Versprechen der sog. „grünen Ökonomie“ bzw. die Hoffnung auf ein „grünes“ Wachstum. Die Protagonisten der Grünen Ökonomie – Weltbank, UNEP, OECD – glauben, dass zwar ein „Weiter so“ angesichts der klima- und umweltpolitischen Herausforderungen keine Lösung ist. Sie setzen aber vor allem auf technologischen Lösungen und Effizienzsteigerungen. Ihre Botschaft ist: Die Wirtschaft kann weiter wachsen, Wachstum kann grün werden. Genau das aber macht das Leitbild der Grünen Ökonomie aus der Sicht von Barbara Unmüßig problematisch und kritikwürdig: Es wird suggeriert, dass die Welt, wie wir sie kennen, mit einem effizienteren, ressourcenschonenden und grünen Wachstum weitgehend erhalten bleiben kann. Reale Machtstrukturen im ökonomischen wie politischen Kontext werden aus dieser Perspektive jedoch ignoriert. Die Grüne Ökonomie ist deshalb für Unmüßig keine realistische Zukunftsoption. Ignoriert wird z.B. der sog. Rebound-Effekt: Effizienzgewinne führen zwar zu Ersparnissen, werden aber durch andere ressourcenintensive Ausgaben und Verhaltensweisen wieder zunichte gemacht. Eine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist und bleibt eine Illusion. Eine grundlegende Transformation der Wirtschaftsweise erfordert jedoch - so Barbara Unmüßig – ein echtes Umdenken: nicht nur effizienter, sondern wirklich anders und weniger wirtschaften und konsumieren, weniger individueller Personenverkehr, weniger Fleischkonsum, weniger Flächenverbrauch, eine andere Landwirtschaft ohne Gentechnik, Pestizide und Massentierhaltung.

ReferentInnen

Maurice Attenberger
Regionalleiter Firmenkunden Bayern, GLS Bank München
Dr. David Löw Beer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam
Johannes Ehrnsperger

Geschäftsführender Inhaber Neumarkter Lammsbräu
Simon Scholl
Gründer und Vorstand im Kartoffelkombinat
Barbara Unmüßig
Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Moderation: Theresa Körner, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Bamberg

Veranstaltungsort
Neumarkt in der Oberpfalz


Art der Veranstaltung
Vorträge mit Podiumsdiskussion



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