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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

25.10.2017 - 19:30

Neben uns die Sintflut!?

Wie und warum wir über die Verhältnisse anderer leben

Den Menschen im globalen Norden geht es gut, weil es den Menschen in anderen Weltregionen schlecht geht – dies ist die These von Stephan Lessenich. „Wir“ lagern systematisch soziale Kosten und ökologische Lasten unserer Lebensweise aus, im kleinen wie im großen Maßstab. „Wir“ leben nicht über unsere Verhältnisse. Wir leben über die Verhältnisse anderer. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis.

Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich analysiert die Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft, deren Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen.

ReferentInnen

Prof. Dr. Stephan Lessenich
Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
Autor von „Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis“
http://www.stephan-lessenich.de/

Veranstaltungsort
Bamberg, Kapitelsaal im Stephanshof, Stephansplatz 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion


Anmeldung nicht erforderlich.


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13.06.2017 - 19:00

Was heißt heute „israelfreundlich?“

 

Die Absage der Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing „Nahost-Politik im Spannungsdreieck israelisch-palästinensischer Friedensgruppen als Lernorte für deutsche Politik?“ sowie im selben Monat Mai der Besuch von Außenminister Sigmar Gabriel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Israel und in Palästina haben erneut Diskussionen über die freie Meinungsäußerung in der Bundesrepublik und über die deutsche Nahostpolitik ausgelöst.

Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungsflyer.

ReferentInnen

Moshe Zimmermann
war bis zu seiner Emeritierung Direktor des Richard-Koebner-Zentrums für deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem

Moderation: Reiner Bernstein (Nahosthistoriker)

Veranstaltungsort
München, Initiativgruppe e.V. , Karlstr. 50, Rgb.


Kosten
8,- Euro


Partner

Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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24.05.2017 - 19:00

50 Years to the Occupation: How is it Possible?

Vortrag mit Gideon Levy

Der Kolumnist der liberalen israelischen Tageszeitung Haaretz wird historisch resümierend über die seit 50 Jahren bestehende Besatzung der Palästinensergebiete und die politischen Optionen für deren Zukunft sprechen.

(Veranstaltung auf Englisch)

ReferentInnen

Gideon Levy
Journalist (Haaretz)

(Autor: Soppakanuuna | CC BY-SA 3.0 )

Veranstaltungsort
München, Gasteig, Rosenheimer Straße 5, Black Box


Kosten
10,- Euro


Partner

Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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23.05.2017 - 19:30

The World According to Donald Trump

Welche Zukunft für die offenen Gesellschaften des Westens?

Die Präsidentschaft Donald Trumps und die Erfolge (rechts-)nationalistischer Parteien in Europa haben viele Fürsprecher der liberalen Demokratie erschüttert. Manche sprechen vom Beginn einer neuen Epoche des Illiberalismus. Was begründet den Erfolg von Trump und Co.? Welche Folgen haben diese Entwicklungen für die USA, für Deutschland und für Europa? Stehen wir am Beginn einer weltpolitischen Zeitenwende? Und was können wir tun, um uns als offene Gesellschaften des Westens zu behaupten?

Diesen Fragen wird Bastian Hermisson in einem Vortrag mit anschließender Diskussion nachgehen. Er ist seit 25 Jahren ein intensiver Beobachter der politischen Entwicklungen in den USA und leitet seit 2015 das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington, DC.

(Anmeldung erbeten)

ReferentInnen

Bastian Hermisson
Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington, DC

Veranstaltungsort
München, Lost Weekend, Schellingstraße 3


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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09.05.2017 - 19:00

Frankreich nach den Wahlen

Vortrag und Diskussion

Dr. Jens Althoff, Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Paris, machte in seinem Vortrag deutlich, dass Frankreich und Europa am 7. Mai mit einem blauen Auge davongekommen sind: zwar gewann Emmanuel Macron die Wahl überraschend deutlich, dennoch zeigen der große Anteil an Nichtwählern (über 25 Prozent) sowie eine Zahl von über vier Millionen ungültig abgegebener Stimmen, wie zerrissen das Land ist.
Die große Aufgabe für die junge Bewegung mit dem neuen Namen "La République en Marche" ist es nun zunächst, in den wenigen Wochen bis zur Parlamentswahl (11. und 18. Juni) eine Mehrheit zu erreichen.



Den gesamten Vortrag können Sie auf unserem Soundcloud-Account nachhören und herunterladen.
Die Powerpoint-Präsentation schicken wir Ihnen auf Nachfrage gerne zum privaten Gebrauch zu. Schicken Sie uns dafür einfach eine Mail.

Außerdem sehr empfehlenswert ist der Blog der KollegInnen des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Paris: Marianne vor der Wahl bietet Hintergründe und alles wissenswerte zu den Präsidents- und Parlamentswahlen in Frankreich.

ReferentInnen

Dr. Jens Althoff
Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Paris

Veranstaltungsort
München, Lost Weekend, Schellingstraße 3


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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08.05.2017 - 20:00

Deportation Class

Dokumentarfilm von Hauke Wendler und Carsten Rau

Deutschland 2016, 84 Min.

Der 85-minütige Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS zeichnet in einer Langzeitstudie ein umfassendes Bild von Abschiebungsmaßnahmen: Von der monatelangen Planung einer Sammelabschiebung über den nächtlichen Großeinsatz in den Unterkünften der Asylbewerber bis zu ihrer Ankunft im Heimatland und der heiklen Frage, was die Menschen dort erwartet.

Der Albtraum jeden Asylbewerbers: Mitten in der Nacht wird eine albanische Familie von einem sogenannten Zuführkommando aus dem Schlaf gerissen und sitzt kaum eine Stunde später mit 200 weiteren Betroffenen im Flugzeug zurück ins „sichere Herkunftsland“. Der Film blickt hinter die Kulissen von Mecklenburg-Vorpommerns größter Sammelabschiebung und folgt zwei der Familien bis nach Albanien.

Der Nüchternheit und Entschlossenheit des Behördenapparats steht die Verzweiflung der Abgeschobenen gegenüber: Menschen wie Gezim J., der in Deutschland auf eine bessere Zukunft für seine Kinder hoffte und ohnmächtig zusehen muss, wie sein Traum zerplatzt. Oder die Familie von Elidor und Angjela H., die vor der Blutrache flüchten musste und nach der Abschiebung in Albanien ins Bodenlose stürzt.

ReferentInnen

Hauke Wendler
Autor, Regisseur und Produzent
Christine Kamm, MdL
Sprecherin für Europapolitik, Migrationspolitik und Integration der Fraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag
Matthias Weinzierl
Bayerischer Flüchtlingsrat, München

Veranstaltungsort
Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1


Kosten
9,50 Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Filmvorführung mit anschließender Diskussion



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25.04.2017 - 19:00

Neben uns die Sintflut

Wie und warum wir über die Verhältnisse anderer leben

Den Menschen im globalen Norden geht es gut, weil es den Menschen in anderen Weltregionen schlecht geht – das ist die These von Stephan Lessenich. "Wir" lagern systematisch soziale Kosten und ökologische Lasten unserer Lebensweise aus, im kleinen wie im großen Maßstab. "Wir" leben nicht über unsere Verhältnisse. Wir leben über die Verhältnisse anderer. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich analysierte in unserem Vortrags- und Diskussionsabend die Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft, deren Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen.

Den Vortrag können Sie  in voller Länge auf Youtube anschauen.

Für alle, die sich ein bisschen in die Materie einlesen möchten, bieten wir hier einige Materialien zum Herunterladen:

- Interview von Stephan Lessenich mit der "BISS"

- Beitrag von Stephan Lessenich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Soziologie"

- Beitrag von Stephan Lessenich im "Münchner Feuilleton"

- Interview von Stephan Lessenich mit "Der Standard"

- Präsentation von Stephan Lessenich zu einem Vortrag im Haus am Dom

ReferentInnen

Prof. Dr. Stephan Lessenich
Institut für Soziologie der LMU München und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Autor von Neben uns die Sintflut, Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis, 2016

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Straße 24


Kosten
5,- Euro


Partner

In Zusammenarbeit mit dem Münchner Forum Nachhaltigkeit und der Evangelischen Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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24.04.2017 - 19:00

Menschenrechte dulden keinen Aufschub

Begegnung mit Abdulkarim Sadi

Abdulkarim Sadi studierte Psychologie an der Najah Universität in Nablus; seit 14 Jahren arbeitet er für die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem und dokumentiert im Norden der Westbank Übergriffe auf Zivilpersonen durch die israelische Armee. Er begleitet regelmäßig Journalist*innen durch die von Israel besetzten Gebiete, um Kontakte herzustellen und zu übersetzen.

Vortrag in englischer Sprache zur Arbeit bei B‘Tselem und zu den neuen Gesetzen NGOs betreffend. Übersetzung kann angeboten werden.

ReferentInnen

Abdulkarim Sadi
Psychologe, Mitarbeiter bei B’Tselem

Moderation: Wolfgang Sréter


Veranstaltungsort
München, IG-Initiativ Gruppe, Karlstrasse 50, Saal Erdgeschoss


Kosten
3,- Euro inkl. Getränke


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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25.03.2017

Moving Women Empowerment Conference

Wir schaffen das – die Zukunft liegt in unseren Händen.

Die Moving Women Empowerment Conference stand unter dem Motto “Wir schaffen das – die Zukunft liegt in unseren Händen”. Frauen aus verschiedenen Ländern der Welt kamen zusammen, um voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren. So sollten Frauen mit unterschiedlichstem Background ermutigt werden, ihr Potenzial zu entfalten.

Ein Highlight der Konferenz war die erstmalige Vergabe des "Sonne Women of Excellence Awards" sein, mit dem vier Frauen afrikanischer Herkunft und Frauen in der Diaspora ausgezeichnet wurden, die große Vorbilder für ihre Communities sind. 

Die vielfältigen Vorträge sollten Frauen ermutigen, ihr Schicksal in die Hände zu nehmen und sich nicht entmutigen zu lassen. So zeigte die Dolmetscherin, Integrations- und- Gesundheits-Mediatorin Mathilda Legitimus-Schleicher  neue berufliche Wege für Migrantinnen auf. Die Malerin Vivian Timothy zeigte durch ihre Malerei, wie sie ihren Traum eines selbständigen Lebens und persönlichen Entfaltung verwirklicht hat., Die Ärztin N’joula Agnes Baryoh hielt einen interessanten Vortrag über "Frauen afrikanischer Herkunft und ihre Körper: Wissen um die Besonderheiten in Gynäkologie und Geburtshilfe" Davonne Schaefer, Unternehmerin, widmete ihren Vortrag „Divine Curls“ über die Bedürfnisse von schwarzen Frauen, die beschlossen haben, ihre eigenen natürlichen Haare zu tragen. 

In der von der Journalistin Dr. Jane Ayeko Kümmeth geleiteten Podiumsdiskussion (Bild links) berichteten Teilnehmerinnen wie die Rechtsanwältin Edith Otiende-Lawani, die Nuklearingenieurin Caroline Kouegoua, die junge geflüchtete Somalierin Jamila Mohamed Abdi und Vivian Timothy über ihren Werdegang und die Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Hürde zu überwinden.

Für Unterhaltung sorgte Stephanie Knott mit ihrer Amateur-Theatergruppe, deren Sketche vermittelten, wie Rassismus und Vorurteile sowohl in der afrikanischen als in der deutschen Gesellschaft vorhanden sind. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von "Nomina", einem südafrikanischen Duo, sowie der brasilianischen Tänzerin Linda.

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Konferenz



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10.03.2017 bis 11.03.2017

Fluchtursachen "Made in Europe"

Menschen und Wege zwischen Europa und Afrika

Europa nimmt nicht nur Flüchtlinge auf – oder wehrt sie ab –, es ist auch beteiligt an der Schaffung von Fluchtursachen in Afrika. Neue Freihandelsverträge, Export subventionierter europäischer Agrarprodukte, hilflose Entwicklungshilfe – die Kritikpunkte sind vielfältig.

Heute machen sich junge Afrikaner auf, um in Europa ein besseres Leben zu suchen. Welche Hoffnungen haben sie? Was erleben sie? Und welche Perspektiven haben die, die sich fürs Bleiben entscheiden?

Der Münchner Filmemacher Peter Heller hat seit vielen Jahren Entwicklungen in Afrika dokumentiert. Seine Filme waren der Ausgangspunkt dieses Seminars.

Der Film Süßes Giftthematisiert 50 Jahre und (mehr als) zwei Billionen Euro Entwicklungshilfe und stellt die Frage, ob die Hilfe unseren Nachbarkontinent abhängig macht. Gemeinsam mit afrikanischen Intellektuellen und Praktikern kommt Peter Heller zu der ernüchternden Einsicht, dass Hilfe ein Geschäft ist. Und es ist für die Geber und für ihre Empfänger ein gefährliches Suchtmittel, da sie Abhängigkeit und Lethargie schafft. Nach der Filmvorführung berichtete Heller ausführlich über die Entstehung des Films und diskutierte mit dem sehr interessierten Publikum die aufgeworfenen Fragen.

Prof. Dr. Robert Kappel wies zunächst deutlich darauf hin, dass Afrika keine Einheit, sondern u.a. in Kultur und Sprache sehr unterschiedlich, vielfältig und differenziert ist. So gibt es zerfallende Staaten, solche mit vielen Rohstoffen (mit denen sehr unterschiedlich umgegangen wird), Länder mit wenig Ressourcen und solche, die sich zu Industrieländern entwickeln. Auch gibt es eine große Ungleichheit in der Entwicklung von Stadt und Land. Frauen auf dem Land sind dabei die Ärmsten. Weitere Probleme sind der technologische Wandel und die Globalisierung; beides führt zu Jobproblemen. Es gibt ein extremes Bevölkerungswachstum vor allem auf dem Lande. Auch in den rohstoffreichen Ländern gibt es immer weniger Arbeit für Einheimische, was zu großen Frustrationen führt. Auch ist die Bildung ein Problem – 6 Schulpflichtjahre, wie üblich, sind viel zu wenig, vor allem, da in vielen Schulklassen bis zu 100 Kinder gleichzeitig unterrichtet werden. In einigen afrikanischen Ländern gibt es derzeit neue Ansätze hin zu besser ausgebildeten jungen Menschen, die teilweise im Ausland studiert und gearbeitet haben und nun zurückkommen und für ihr Land etwas tun wollen.

Die europäische Afrikapolitik ist gekennzeichnet von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit; es wird nicht agiert, sondern lediglich reagiert. So gibt es in Deutschland u.a. das Problem, dass viele verschiedene Pläne unterschiedlicher Ministerien nicht aufeinander abgestimmt werden. Und mit den Ländern Afrikas sind die Pläne ebenfalls nicht abgestimmt! So entsteht eine Politik für, aber nicht mit Afrika, was ein Fehler ist.

Sinnvoll wäre es laut Kappel, globale und regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen und zu nutzen. Und es wäre extrem wichtig, in die Infrastruktur zu investieren: Mit dem Bau von Straßen und der Versorgung mit Elektrizität wäre eine sinnvolle Entwicklungshilfe geleistet.

Aber auch die Länder selber müssen etwas beitragen. Gute Ideen und Pläne verpuffen auf Grund von Korruption vor Ort. Hier müsste westliche Hilfe ansetzen und auch durch das Einfordern von Menschenrechten (keine Unterstützung für undemokratische Regime!). 

In Bezug auf die Globalisierung und das damit einhergehende Auseinanderdriften der Welt muss den afrikanischen Ländern geholfen werden, eigene Wege zu finden und zu gehen und u.a. der Zugang zu Technologie erleichtert werden. So könnten z.B. Schul- und Hochschulpartnerschaften gefördert werden, damit Frauen und Männer vor Ort ihre eigenen Lösungen finden können.

Sophia Wirsching sorgte mit ihrem Beitrag für einige Fakten und Hintergründe, die zum Verständnis beitrugen und die Ausführungen von Prof. Kappel unterstrichen. Ihre Präsentation können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Der Film „Barca ou Bassa“ - Barcelona oder Tod - analysiert Hintergründe und Ursachen der Abwanderung von einer kleinen „paradiesischen“ Insel vor der Küste Westafrikas. Dabei kommen vor allem afrikanische Expert*innen und Aktivist*innen zu Wort. Der Film analysiert ökologische Umstände, wirtschaftliche Bedingungen und geopolitischen Zusammenhang zu der dokumentarischen Langzeitstudie „LIFE SAARABA IllEGAl“ vor dem aktuellen Hintergrund der Abschottung Europas.

Der Film Life-Saarabe-Illegal / Acht Jahre unter Clandestinos“ verfolgt über fast ein Jahrzehnt Aladji und Souley, zwei Brüder von einer kleinen Fischerinsel im Atlantik vor der Küste Westafrikas. „Saaraba“ nennen sie in Westafrika das verheißene Land – Europa. Der ältere Aladji schaffte es als Bootsflüchtling bis in die Gemüseplantagen Spaniens und lebt dort illegal bis heute. Der jüngere Bruder Souley träumt von Europa und macht sich auf den Weg zu seinem Bruder. Im Zentrum dieser Chronik stehen ihre Träume und Erfahrungen um Europa und ihre „privaten Entwicklungsgelder“ für die Familie daheim auf der Insel.

ReferentInnen

Peter Heller
Filmemacher, München

Prof. Dr. Robert Kappel
GIGA Institut für Afrika-Studien, Hamburg-Berlin

Dr. Miriame Racine Sow
Dipl.-Soziologin, im Senegal geboren, Frankfurt/Main

Sophia Wirsching
Referentin für Migration und Entwicklung, Brot für die Welt 

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Seminar mit Filmvorführungen



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Treffer 1 bis 10 von 160