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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

16.06.2018 - 10:00 bis 17:30

Ich liebe Konkurrenz. Nicht.

Konflikttraining für Frauen

Wer sich politisch engagiert, bewegt sich in einem zutiefst konfliktträchtigen Feld.

Die Auseinandersetzung mit politischen Gegner*innen lebt von Werte-, Ziel- und Strategiekonflikten: soziale Gerechtigkeit oder freie Märkte? Kohleenergie oder Ausstieg? Quote oder nicht?

Innerhalb der eigenen Reihen spielen zusätzlich Verteilungskonflikte eine wichtige Rolle, denn die Posten sind knapp, die aussichtsreichen Listenplätze endlich.

Nun wird Frauen nachgesagt, sie seien konfliktscheu oder gar harmoniesüchtig. Was so nicht stimmt, denn Frauen gehen einfach nur anders mit Konkurrenz und Konflikten um als Männer. Tatsache ist jedoch: Frauen wagen es seltener, eine*n Konkurrent*in offen herauszufordern, sich klar und sachdienlich einem politischen Konflikt zu stellen und ihn auszutragen. Mit der Folge, dass sie auf Chancen, Erfolg, Status und mehr verzichten. 

Wie das anders gehen kann, betrachten wir in diesem Seminar. Es wird um folgende Fragen gehen:

  • Was ist ein Konflikt und welche Arten gibt es?
  • Welche Lösungsstrategien kommen in Betracht?
  • Wie ticken Frauen in Konflikten?
  • Wie kann ich Gelassenheit - oder sogar Spaß -  in Konkurrenzsituationen entwickeln?

Wir wechseln im Seminar zwischen Kurzinput, Einzel-/Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch und Übungen.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Organisation bzw. Gender & Diversity" angerechnet werden.

Das Seminar wendet sich ausschließlich an Frauen.

Veranstaltungsnummer: 3-18-04

Achtung: Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Bitte deshalb frühzeitig und verbindlich anmelden!

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
Nürnberg, Tagungszentrum Eckstein, Burgstr. 1-3, Raum 1.11/12


Kosten
60,-/ erm. 40,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar


Anmeldung


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20.04.2018 bis 21.05.2018

Sex: zwischen Macht, Tabus und Idealen

Aktionstage zu Körperbildern, Sexualität und sexuellen Grenzüberschreitungen

„Männer wollen immer nur das Eine“ oder der „Mythos Jungfrau“: Unzählige überholte Vorstellungen rund um Körper und Sexualität stecken noch immer in unseren Köpfen und weisen dabei meist Männern* eine aktive und Frauen* eine passive Rolle zu. Weibliche Lust wird tabuisiert, Körperwissen wird vorenthalten. Scham für und Unwissen über den eigenen Körper, die eigene Sexualität und  zugehörige Begriffe (etwa Vulva oder Klitoris) verhindern, dass insbesondere Frauen* und Mädchen*  sich mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen auseinandersetzen, sie kennen(lernen) und artikulieren. 

Der Glaube, dass Männer* “immer nur an das Eine denken”,  ist Teil eines Männlichkeitskonzepts, das Grenzüberschreitungen durch Männer* legitimiert. Konsens ist deshalb ein zentrales Thema der Veranstaltungsreihe und wird im Licht der aktuellen Debatte um “#metoo” umso relevanter:  Es zeigt  sich, dass nicht nur unbeabsichtigte Grenzverletzungen, sondern auch bewusst in Kauf genommene  sexualisierte Gewalt nach wie vor die Lebensrealitäten von Frauen* und anderen Gruppen prägen. 

Um neue Perspektiven auf die Themen Körperbilder und Sexualität zu geben sowie für Grenzverletzungen zu sensibilisieren, haben wir Euch mit dieser Aktionswoche im Rahmen der  bundesweiten Kampagne „Gesellschaft Macht Geschlecht“ des fzs e.V. ein buntes Programm  zusammengestellt.

Das genaue Programm und weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer.

Veranstaltungsort
Passau


Kosten
Siehe Veranstaltungsflyer


Partner

Liste der unabhängigen kritischen Student*innen an der Uni Passau (LUKS)


Art der Veranstaltung
AKtionstage


Siehe Veranstaltungsflyer


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13.03.2018 - 19:30 bis 21:30

Migrantinnen aus Mittel- und Osteuropa (noch) in ungeschützten...

 

 

Anlässlich des internationalen Frauentages und der kommenden Internationalen Wochen gegen Rassismus haben wir uns mit einem alltäglichen Thema beschäftigt: die prekäre Arbeitssituation von Frauen, die aus Osteuropa kommen und mit rechtlichen und sozialen Schwierigkeiten alltäglich in ihrer Arbeit konfrontiert sind.

Wir haben uns gefragt, wie Sozial- und Migrationspolitik in einander greifen, welche Konsequenzen Unterschiede in den Zugang auf Sozialleistungen für Deutsche, EU- und nicht EU Bürgerinnen haben und wie es besser gehen kann.

Anwesend waren sowohl Deutsche als auch Migrantinnen aus Bulgarien und Rumänien, da in Landshut gerade neue Migrantinnen-Vereine enstanden sind. Daher war Ziel der Veranstaltung auch der Erfahrungsaustausch.

Zum Anfang ging es (um die Relevanz der Thematik zu demonstrieren) um das Beispiel von 4 Frauen, die Frau Riedner in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit beim Workers‘ Center in München betreut hatte. Alle Frauen kommen aus Bulgarien und sind im Reinigungsgewerbe tätig. Ihnen wurde allen deutlich weniger bezahlt, als sie geleistet hatten, weil in der Branche man nicht pro Stunde, sondern „pro Fläche“ (es gibt also eine feste Zahl an Arbeitsstunden, die gebraucht werden, um eine Fläche zu reinigen) bezahlt wird. Diese Frauen haben die Leiharbeitsfirma vor Gericht gebracht und haben gewonnen. Dieses Beispiel zeigte sowohl die Relevanz der „Solidaritätsarbeit“ der Ehrenamtlichen und der anderen Mitbürger*innen in ähnlichen Zuständen als auch, dass die Probleme in der Branche kollektiv und nicht individuell sind.

Im zweiten Teil des Referats ging es um die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und in der EU zum Thema Personenfreizügigkeit und wie diese im Laufe der europäischen Osterweiterung im Jahr 2004 und 2007 sich geändert haben. Vor diesen Erweiterungsphasen der EU hatten Migrant*innen aus Osteuropa in Deutschland und Westeuropa mit immer erneuten Tourismus-Aufenthaltserlaubnissen gearbeitet. Seit dem EU-Beitritt ihrer Länder war alles rechtlich möglich, es hat sich aber die Frage gestellt, inwieweit (in diesem Fall) der deutsche Staat auch zu Sozialleistungen für EU-Bürger*innen verpflichtet ist. Erst seit 2014 wurden Gründe für die „Aberkennung der Freizügigkeit“ eingeführt, die die Aufenthaltserlaubnis für EU-Bürger*innen sperren, die innerhalb von 6 Monaten keine Arbeitsstelle gefunden haben. Viel ist aber noch nicht genau geregelt und führt immer noch zu Ungleichheiten und unsicheren Lebensverhältnissen.

Der dritte Teil war für das Empowerment von Migrantinnen gedacht und entstand aus einer Auflistung und Arbeitserklärung von Migrant*innenorganisationen, die in Deutschland und Europa aktiv sind. Genannt wurden u.a. das Worker‘ Center in München (http://inizivi.antira.info/initiative-fur-zivilcourage/) und Oficina Precaria in Berlin (http://oficinaprecariaberlin.org/).

 

Hier findet man die Präsentation der Referentin mit Hinweise auf unterschiedliche Initiativen (PDF Dokument)

 

ReferentInnen

Lisa Riedner
Mitarbeiterin am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Georg-August-Universität Göttingen

Veranstaltungsort
AWO Mehrgenerationenhaus, Ludmillastraße 15, Landshut


Kosten
Eintritt frei


Partner

Haus International | AWO Landshut


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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04.12.2017 bis 09.12.2017

Grenzgaenge: Mut zu Widerstand und Vielfalt

 

Das Grenzgaenge Filmfest zeigte elf Filmprojekte, deren gemeinsamer Kristallisationspunkt es ist, Grenzen in ihren verschiedenen Bedeutungen und Dimensionen nachzuspüren. Die Filme zeichneten Bilder und Perspektiven aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Sie zeigten Menschen, die in kleinen Alltäglichkeiten oder in global gedachten Maßstäben Mut beweisen, Vielfalt verteidigen oder Widerstand leisten. Die Filmgespräche und Veranstaltungen erzählten Geschichten von Menschen, die auf der Suche sind und dabei Möglichkeiten finden, mit Hürden umzugehen und Grenzen zu überwinden. Sie hielten Eindrücke fest, die Impuls sein können zu Reflexion und aktivem Handeln. 

Ziel aller Filme war es, die Potentiale und die Bereicherung von Diversität zu erkennen. So sollten Gemeinsamkeiten zu einem Mitglied einer bislang diskriminierten Gruppe erkennbar und Handlungsansätze für bestehende Problematiken gefunden werden.

Bei vier der Filmvorführungen waren außerdem externe Gäste eingeladen, die zu einer Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung standen. Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung mit dem Film "Women Sense Tour" waren auch die beiden Regisseurinnen Sarah Zouak und Justine Devillaine anwesend. Sie waren ein halbes Jahr mit der Kamera durch sechs muslimisch geprägte Länder gereist, um dort feministische Muslima zu porträtieren. Auf dem Filmfest zeigten sie die erste Etappe, Marokko. In der Diskussionstand nicht nur der  Film selbst zur Debatte, sondern auch die Situation von Muslima in Frankreich und die Korrelation zwischen Feminismus und dem muslimischen Glauben.

Im Anschluss an den Film "Gayby Baby" konnte mit Vertreter*innen der Münchner Organisation LesMamas und von Pro Familia Passau über die Erfahrungen von Kindern gleichgeschlechtlicher Paare diskutiert werden. 

Zu dem georgischen Film "I didn’t cross the border, the border crossed me", der sich mit dem Grenzkonflikt zwischen Georgien und Südossetien befasste, war der Lehrstuhlinhaber für Internationale Politik, Prof. Dr. Bernhard Stahl der Universität Passau, als sachkundiger Gesprächspartner eingeladen. Er gab nicht nur grundlegende Informationen zum Grenzkonflikt, sondern trug auch dazu bei, die subjektive Wahrnehmung der in der Dokumentation dargestellten Protagonisten kontextuell einzubetten.

Im Anschluss an die Dokumentation "Seefeuer", die sich mit dem Zusammenleben von Geflüchteten und "Alteingesessenen" auf der Insel Lampedusa beschäftigt, war es ein Repräsentant der Organisation SeaWatch, der die Fragen des Publikums zur Seenotrettung und zur anschließenden Unterbringung von Geflüchteten beantwortete.

Vor der offiziellen Eröffnung des Filmfests fand bereits eine Filmvorführung der Dokumentation "Tomorrow" statt, die vor allem an Schulklassen gerichtet war. Die Kooperation mit einer Schulklasse und einer Schülervertretung sah in einem ersten Schritt das gemeinsame Schauen der Dokumentation vor, die sich in fünf Kapiteln mit globalen Problemen beschäftigt und lokale Lösungsansätze und Projekte vorstellt. In einem zweiten Schritt fanden in der Woche nach dem Filmfest zweistündige Workshops mit den einzelnen Schulklassen statt, in denen sich die Schüler*innen vertieft mit den einzelnen Kapiteln des Films beschäftigten.

Zum Abschluss der Filmfest-Woche wurde erstmals ein "Public Living Room" im Cafe Museum durchgeführt. In insgesamt zwei Durchläufen wurde hierbei die Kurzfilmreihe "Out of Place" gezeigt, ein deutsch-israelisches Filmprojekt mit vielfältigen Themen wie Religion, Behinderung oder Migration. Das Konzept des Public Living Room ermöglichte es den Anwesenden, in entspannter Atmosphäre die gezeigten Filme zu diskutieren.

Empfohlene Weblinks

filmfestgrenzgaenge.wordpress.com

Veranstaltungsort
Passau


Partner

AStA/SprecherInnenrat der Universität Passau


Art der Veranstaltung
Filmfest



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15.11.2017 - 19:00

Die Rosa-Hellblau-Falle

Rollenklischees in der Werbung

Rosa ist für Mädchen, Hellblau für Jungs, nach diesem Prinzip sind ganze Kaufhausabteilungen geordnet. Lego hat gerade eine neue Mädchen-Spielsteinreihe auf den Markt gebracht, für die Jungs gibt es eigene Cyber-Raketen-Roboterwelten. Sind Geschlechterunterschiede wirklich angeboren und damit eine Lebensrealität?
Die Referierenden - selbst mit drei Kindern im Geschlechterklischee-Dschungel unterwegs - diskutieren: Wie würden unsere Kinder aufwachsen, wenn die Klischeefallen und Schubladen nicht immer wieder bedient würden? Wie trägt Gendermarketing die Ungleichstellung in der Erwachsenenwelt in die Kinderzimmer hinein und wie beschränkt sie Kinder, ihre Persönlichkeiten zu entfallen? Und: Wie lässt sich ganz konkret die Genderfalle im Alltag umschiffen?

ReferentInnen

Almut Schnerring
Kommunikationswissenschaftlerin, Journalistin, Trainerin, Bonn
Sascha Verlan
Literaturwissenschaftler, Regisseur, Journalist, Bonn

AutorInnenteam von Die Rosa-Hellblau-Falle, 2014

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8,-/ erm. 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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16.09.2017 - 18:00

sisteResist #1

 

sisteResist versteht sich als praktische Auseinandersetzung mit einer weiterhin deutlich wahrnehmbaren Geschlechterungleichheit in vielen Teilen (sub)kulturellen Alltags. Ein lauter Diskussionsbeitrag in Form einer Veranstaltungsreihe. Beginnend mit der Riot Grrrl Bewegung. All genders welcome. Hört zu. Diskutiert mit. Seid aktiv und kreativ. Wir freuen uns auf euch!
Riot Grrrl Abend:

Vortrag vom Archiv der Jugendkulturen

Kein Mädchen sondern ein Grrrl – Über Weiblichkeit, Geschlechterrollen und Feminismus bei den Riot Grrrls
Mit der Riot Grrrl- Bewegung entstand Anfang der 90er Jahre eine feministische Bewegung von jungen Frauen, die inspiriert von der „Do It Yourself- Attitüde" des Punk ihre eigenen Bands gründeten, eigene Fanzines herausbrachten und vor allem junge Frauen im gemeinsamen Kampf gegen Sexismus, Misogynie und Antifeminismus vernetzen wollten. Mit dem Slogan “Revolution Girl Style Now!“ forderten sie ihren Platz auf der Bühne ein, der sonst nur Jungs und Männern vorbehalten schien, und schärften bei viele Musikerinnen, die nach ihnen kamen, ein feministisches Bewusstsein im immer noch stark männerdominierten Musikgeschäft. Darüber hinaus wollten sie tradierte Geschlechterrollen und -muster durchbrechen und eigneten sich dafür bewusst negativ besetzte Begriffe wie „Bitch" und „Slut" an, die sie als Form ihrer Widerständigkeit stolz in großen Buchstaben auf ihre Körper schrieben und sie damit als positive Selbstbeschreibungen umwerteten. Dieser Vortrag widmet sich der Entstehung, den Protagonistinnen und der Entwicklung der Riot Grrrl- Bewegung und zeigt auf, wie stark viele Themen und Missstände auch heute noch in der Musikwelt und Gesellschaft verankert sind.

ReferentInnen

DECIBELLES (Noise Pop, Lyon)
Mary Bell (Riot Grunge, Paris)
DREAM NAILS (Witches Punk, London)

Veranstaltungsort
Nürnberg, Desi, Brückenstraße 23


Kosten
VVK 12,- / AK 15,- Euro


Partner

Desi Nürnberg



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12.07.2017

Die männliche Subjektkonstitution

Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen

Sexuelle Gewalt ist männlich. Täglich konfrontieren uns die Medien mit Berichten über "normale" sexuelle Belästigungen, Vergewaltigungen oder gar Sexualmorde. Was sind die tieferen Ursachen für dieses Verhalten? 

Rolf Pohl stellte zunächst die theoretischen Konzepte von Cornell („Hegemoniale Männlichkeit“) und Bourdieu („Männliche Herrschaft“) dar, an die er in seiner Forschung und dem Vortrag kritisch anschließt. Er nimmt auch Bezug auf psychoanalytische Konzepte von Abwehr und Gewalt, die seiner Ansicht nach in den gegenwärtigen Debatten um Sexismus und Frauenfeindlichkeit zu wenig berücksichtigt werden. Er folgt dabei der These, dass Weiblichkeit von Männern unbewusst als Bedrohung erlebt und deshalb abgewehrt wird. Pohl weist nach, dass die gängigen Erklärungsversuche zu kurz greifen, die sexuelle Gewalthandlungen ausschließlich als Ausdruck männlicher Macht deuten und die Sexualität des Mannes unberücksichtigt lassen. Er verknüpft den Ursprung geschlechtsbezogener Gewalt mit der geschichtlich-gesellschaftlichen Entstehung und Entwicklung der männlichen Sexualität und ihrer phallisch-aggressiven Ausrichtung. Denn entscheidend sind - so Pohl - nicht allein die Triebgrundlagen von Sexualität und Aggression, sondern ihre Bindung an das gemeinsame Objekt: die Frau. Die typisch männliche Gewaltbereitschaft entspringt einer aus Lust, Angst, Neid, Wut und Hass bestimmten unbewussten Einstellung zur Weiblichkeit.

Pohl verbindet seine theoretischen Überlegungen mit eigenen empirischen Beobachtungen des – auch in München relevanten – Phänomens der „Pick Up Artists“. Anhand von vielen und vielfältigen Beispielen aus dieser frauenfeindlichen Szene veranschaulicht er sein Konzept von männlicher Gewalt. 

ReferentInnen

Rolf Pohl
ist emeritierter Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hannover. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten in der Geschlechterforschung gehören die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Krisendiskurse. Er ist Autor des Buches "Feindbild Frau - Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen" (2004).

Veranstaltungsort
München


Partner

Institut für Soziologie, LMU München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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17.06.2017

Identität Muslima

 

Migranten werden in Deutschland oft als muslimisches Kollektiv wahrgenommen. Wie viel Raum lässt das für individuelles Glück? Was hat das mit einem Respekt für andere Kulturen zu tun?

Wie die Moderatorin Soma Assad eingangs erläuterte, ist Identität in der Regel etwas Vertrautes. Wenn wir uns mit etwas identifizieren, sehen wir uns identisch damit. Von Identität ist laut dem Soziologen Stuart Hall immer dann die Rede, wenn sie in der Krise steckt, wenn die vorher anerkannten Werte einer Gemeinschaft nicht mehr geteilt werden, die Selbstverständlichkeiten sich auflösen. Identität ist dann „dezentralisiert“ und „entortet“ und kann daher immer mehr zu einer politischen Ressource werden und umgekehrt wird Politik immer mehr zur Identitätspolitik. Identität wird also immer mehr angeeignet oder abgelehnt, um sich abzugrenzen und zu positionieren und auch genutzt, um politische Inhalte zu transportieren. Vor diesem Hintergrund stellte sich die Frage was „Identität Muslima“ bedeutet. Ist „Identität Muslima" eine Fremd- oder Selbst-Zuschreibung oder beides? Ist sie eine Glaubensidentität oder eine kulturelle? Ist der Feminismus mit einer „Identität Muslima“ vereinbar?

Deniz Baspinar, die sich als muslimische Atheistin bezeichnet, erklärte, die „Identität Muslima“ entstehe durch den „Blick der Anderen“. Es werde also passiv festgelegt, was die Muslima so zur Projektionsfläche für Opfer von patriarchalen Strukturen mache. Die muslimische Identität wird allerdings auch angenommen, wobei vorher bereits bestimmte Werte vermittelt wurden. Es ist also beides. Das Problem ist laut Baspinar, dass die kulturelle Praxis sich im Islam mit der religiösen Praxis vermischt hat.

Die Journalistin und Publizistin Khola Maryam Hübsch sieht die „Identität Muslima" überwiegend als Fremdzuschreibung, denn in Europa würden Muslima als „weibliche muslimische Terroristinnen“ ausgegrenzt. Ebenso erwähnte sie in der Gegenüberstellung von islamischen Ländern und Europa die Radikalisierung von Jugendlichen in Deutschland, wobei ihr von Merve Kayikci widersprochen wurde, die den Extremismus nicht im Zusammenhang mit dem Islam gesetzt sehen wollte.

Merve Kayikci sieht die „Identität Muslima" überwiegend als Fremdzuschreibung und begründete dies mit ihren eigenen Erfahrungen: wenn sie beispielsweise eingeladen wird, um über den „Islam“ zu reden, obwohl sie gar keine Islamwissenschaftlerin ist. Für sie wird die Islam-Debatte in der deutschen Öffentlichkeit zu emotional geführt. Sie erwähnte, dass ihr Lebensgefährte Atheist ist und sie selbst gläubige Muslima und das trotzdem klappt.

In der 90-minütigen Diskussion, bei der auch das Publikum mit beteiligt war, wurde deutlich, dass es auf die Frage nach der „Identität Muslima“ keine einfachen Antworten gibt. Dass es in muslimischen Communities gravierende Missstände gibt, wurde ebenso herausgearbeitet wie die Gefahr, Menschen mit ihrem Glauben zu identifizieren. 

ReferentInnen

Deniz Baspinar
Journalistin (DIE ZEIT), Psychotherapeutin
Merve Kayikci

Bloggerin
Khola Maryam Hübsch

Journalistin und Publizistin

Moderation: Soma Mohammad Assad (Politikwissenschaftlerin)

Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Deutscher Humanistentag gGmbH


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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25.03.2017

Moving Women Empowerment Conference

Wir schaffen das – die Zukunft liegt in unseren Händen.

Die Moving Women Empowerment Conference stand unter dem Motto “Wir schaffen das – die Zukunft liegt in unseren Händen”. Frauen aus verschiedenen Ländern der Welt kamen zusammen, um voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren. So sollten Frauen mit unterschiedlichstem Background ermutigt werden, ihr Potenzial zu entfalten.

Ein Highlight der Konferenz war die erstmalige Vergabe des "Sonne Women of Excellence Awards" sein, mit dem vier Frauen afrikanischer Herkunft und Frauen in der Diaspora ausgezeichnet wurden, die große Vorbilder für ihre Communities sind. 

Die vielfältigen Vorträge sollten Frauen ermutigen, ihr Schicksal in die Hände zu nehmen und sich nicht entmutigen zu lassen. So zeigte die Dolmetscherin, Integrations- und- Gesundheits-Mediatorin Mathilda Legitimus-Schleicher  neue berufliche Wege für Migrantinnen auf. Die Malerin Vivian Timothy zeigte durch ihre Malerei, wie sie ihren Traum eines selbständigen Lebens und persönlichen Entfaltung verwirklicht hat., Die Ärztin N’joula Agnes Baryoh hielt einen interessanten Vortrag über "Frauen afrikanischer Herkunft und ihre Körper: Wissen um die Besonderheiten in Gynäkologie und Geburtshilfe" Davonne Schaefer, Unternehmerin, widmete ihren Vortrag „Divine Curls“ über die Bedürfnisse von schwarzen Frauen, die beschlossen haben, ihre eigenen natürlichen Haare zu tragen. 

In der von der Journalistin Dr. Jane Ayeko Kümmeth geleiteten Podiumsdiskussion (Bild links) berichteten Teilnehmerinnen wie die Rechtsanwältin Edith Otiende-Lawani, die Nuklearingenieurin Caroline Kouegoua, die junge geflüchtete Somalierin Jamila Mohamed Abdi und Vivian Timothy über ihren Werdegang und die Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Hürde zu überwinden.

Für Unterhaltung sorgte Stephanie Knott mit ihrer Amateur-Theatergruppe, deren Sketche vermittelten, wie Rassismus und Vorurteile sowohl in der afrikanischen als in der deutschen Gesellschaft vorhanden sind. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von "Nomina", einem südafrikanischen Duo, sowie der brasilianischen Tänzerin Linda.

Einen ausführlichen Bericht über die Konferenz finden Sie in dieser PDF-Datei.

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Konferenz



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30.10.2015 - 13:00 bis 31.10.2015 - 18:15

radikal und widerständig – riskantes Denken und feministische Praxen

Tagung

von Agnes Lang

Die Tagung „Radikal und widerständig – riskantes Denken und feministische Praxen“ wurde anlässlich des 30sten Geburtstages der FAM konzipiert. Zentral war die Frage danach, wie radikal und widerständig die Frauenbewegungen auch im Jahr 2015 noch oder wieder ist und welche Akteur_innen und gesellschaftliche Bewegungen in heutigen feministischen Umfeldern dementsprechend zu finden sind. 

Mit vier Themenschwerpunkten war es dem Tagungsteam ein Anliegen, das Feld für widerständiges und radikales Denken und Handeln möglichst breit aufzuzeigen:

  • Feministische Ökonomie, Ökofeminismus und Queer Ecologies
  • Netzfeminismus
  • Internationale Frauensolidarität im Spannungsfeld von Rassismus und postkolonialem Feminismus
  • Subversive Körper – Überwindung von Sexismus und Heteronormativität?

Birgit Erbe, Geschäftsführerin der FAM, begrüßte die Tagungsteilnehmer_innen und stellte den Rahmen der Veranstaltung vor. Ein Kurzfilm beleuchtete die Gründungszeit der FAM in den 1980er Jahren und ihre Entwicklungsgeschichte bis heute als Teil der Frauenbewegung. Anschließend führte Dr. Andrea Rothe, Vorsitzende der FAM, ins Tagungsthema ein.


Feministische Ökonomie, Ökologie, Ökofeminismus und Queer Ecologies (Panel 1)

Prof. Dr. Christine Bauhardt (HU Berlin) und Dipl.-Soz. Andrea Baier (anstiftung gGmbH, München) diskutierten, wie Frauen (aus dem globalen Norden) sich heute mit ihrer Rolle als mit-Produzentinnen globaler Ungleichheit, Ressourcenvernichtung und Ausbeutung durch Mensch und Natur auseinandersetzen können bzw. müssen. Die Referentinnen gaben in diesem Zusammenhang einen Einblick in feministische Ökonomiekritik und damit auch einen Anstoß für alternative Sicht-, Denk- und Handlungsweisen, wie sie z.B. in „urban gardening“-Projekten sichtbar werden.


Netzfeminismus (Panel 2)

Der Vortrag von Marek Stuffler (feministische_r Netzaktivist_in, München) widmete sich der Netznutzung von (Queer)-Feminist_innen, Kommunikation und Vernetzung, sowie der Frage, in welcher Form durch das Internet Räume für Empowerment, schnelle Vernetzung und Solidarität eröffnet werden können; dabei beleuchtete er auch, wie diese Orte des virtuellen Austausches und der Meinungsbildung extreme Anfeindungen hervorrufen, die auch Konsequenzen für den offline-Alltag der Bloger_innen haben.


Internationale Frauensolidarität im Spannungsfeld von Rassismus und postkolonialem Feminismus (Panel 3)

Referent_innen: Denis Bergold-Caldwell (Universität Marburg; kurzfristige Vertretung für Dr. Anette Dietrich) und Nadine Lantzsch (freie Autorin und Aktivistin, Berlin)

Der zweite Tag begann mit einer Einführung in den Schwarzen und postkolonialen Feminismus. Die Kritik an der inhaltlichen Reproduktion von „weißem Feminismus“, die Notwendigkeit der Sichtbarmachung des Subalternen in der Geschichte, die Analyse der Stereotypisierung Schwarzer Frauen und die Funktionsweise und Wirkung von Rassismus auf den unterschiedlichsten Ebenen, waren hierbei zentrale Themen. Gleichzeit ging es auch um die Möglichkeiten, gemeinsame Räume und Positionen von Schwarzen und weißen Frauen zu finden, besonders entlang der Frage, was Leben ist und welches Leben schützenswert ist. Im Rahmen des Fishbowls wurde diskutiert, wie antirassistischer Feminismus im Alltag aussehen kann.


Subversive Körper – Überwindung von Sexismus und Heteronormativität? (Panel 4)
Referentinnen: Prof. Dr. Tanja Thomas (Universität Tübingen), Dr. Laura Méritt (Sexberaterin und Mediatorin, Berlin)

Im Abschlusspanel der Tagung stand die zentrale Bedeutung von Körpern im Spannungsfeld sexueller Auseinandersetzung und vergeschlechtlichter Potentiale von Körpern zur Bildung politischer Aussagekraft und radikaler Formen des Protests im Fokus. Hierfür wurden sowohl FEMEN als auch sexpositive Positionen dargestellt und mit dem Plenum diskutiert.

Veranstaltungsort
München, Seidl Villa München, Nikolaiplatz 1b (U3/U6 Giselastr.)


Partner

FAM - Frauenakademie München e.V.


Art der Veranstaltung
Tagung



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