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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

14.10.2010

Wege zur nachhaltigen Stadt: Erneuerbare Energien und ökologisches...

Green New Deal in der Debatte

Logo Green New Deal

Wege zur nachhaltigen Stadt:

Ein großes Ziel und viele kleine Schritte

 Angesichts des drohenden Klimawandels und der schwindenden Ölreserven ist ein Umsteuern der Stadtentwicklung in Richtung „erneuerbare Stadt“ unumgänglich. Aber wie kann dies aussehen in einer historischen Stadt wie Bamberg mit einem beträchtlichen Bestand an denkmalgeschützten Gebäuden? Dieser Frage ging die Petra-Kelly-Stiftung im Rahmen der Debattenreihe "Green New Deal in Städten und Regionen - die urbane Revolution" mit ihrer Podiumsdiskussion „Wege zur nachhaltigen Stadt“ in Bamberg auf den Grund.

Prof. Peter Droege vom Institut für Architektur und Raumentwicklung der Hochschule Liechtenstein und Mitglied im Weltrat für Erneuerbare Energien erläuterte in seinem einführenden Vortrag sehr nachdrücklich, warum eine Wende in der Stadtentwicklungspolitik notwendig sei. Die heutige Urbanisierung sei eine unmittelbare Folge der fossilen Energieversorgung, die sich in autoorientierter Siedlungsentwicklung und weltweit dominierenden Reihenhaussiedlungen äußere. Hier sei ein tiefgreifender Wandel gefragt: „Städte, die sich zu 100% aus erneuerbaren Energien versorgen, sind notwendig und möglich.“ Droege verwies auf zahlreiche Städte und Regionen aus aller Welt, darunter auch viele deutsche, die sich bereits auf diesen Weg gemacht hätten. Solare Potenziale – so Droege – gibt es jedoch nicht nur im Neubau, sondern auch im Bestand. Gerade Werks- und Genossenschaftssiedlungen seien dafür gut geeignet. Droege nannte hier das Beispiel der Siemensstadt im Berliner Stadtteil Spandau.

Solare Freiraumgestaltung

Solare Freiraumgestaltung hat auch ästhetische Qualitäten

Zusammenfassend empfahl Droege, mehrere Nachhaltigkeitsprinzipien miteinander zu verknüpfen:

  • Verdichtung des Stadtraums
  • Einführung erneuerbarer Energien
  • nachhaltige integrierte Mobilitätssysteme
  • Energie- und Ressourceneffizienz
  • Konsumreform und Suffizienz

Diese Strategie biete auch historischen Städten wie Bamberg eine Perspektive hin zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Gabriele Pfeff-Schmidt berichtete aus ihrer Sicht als Kreisbaumeisterin, welche Probleme es in der Praxis gebe, solch hochgesetzten Ziele auch tatsächlich zu erreichen. Zwar zeige die Potenzialanalyse für den Landkreis auf, wo sich erneuerbare Energien sinnvoll und wirtschaftlich einsetzen ließen. Die Umsetzung weitergehender Schritte sei jedoch oft mühsam und bedürfe großer Überzeugungsarbeit. Zudem seien die finanziellen Rahmenbedingungen nicht günstig: „Eine Kontrolle von Energiestandards oder eine entsprechende Beratung sind in Zeiten von Sparhaushalten personell überhaupt nicht umsetzbar.“

Heinrich Kemmer, Direktor der kommunalen Stadtbau GmbH, vermisste günstige und dauerhaft verlässliche Rahmenbedingungen, damit eine wirtschaftlich kalkulierende Wohnungsbaugesellschaft energetische Sanierungen im Bestand in wünschenswertem Umfang vornehmen könne. Das Konjunkturpaket habe sich zwar günstig ausgewirkt, sei aber eben nicht dauerhaft. Kemmer kritisierte, dass die Städtebauförderung um 50% gekürzt werden solle. Er sah zudem gerade in Bamberg Probleme mit denkmalgeschützten Gebäuden, wo eine energetische Sanierung in schnell in Konflikt mit den Auflagen der Denkmalpflege geraten könne.

Energiespar-Denkmal 

Ein - sogar preisgekröntes - "Energiespar-Denkmal" in Tübingen

Dem widersprach Dr. Manuel Haus, Gebäudeenergieberater vom Umweltzentrum Tübingen. „Auch in historischen Gebäuden kann und muss energetisch saniert werden“, betonte Haus und verwies auf bereits realisierte Projekte in seiner Heimatstadt. Haus mahnte aber auch eine Abkehr von bloß wirtschaftlich orientiertem Denken an: „Wir müssen den Leuten zeigen, dass es geht und sie auch emotional begeistern.“

Prof. Droege forderte mehr Engagement von den Energieerzeugern. Stadtwerke müssten von sich aus aktiv werden und möglichst viel erneuerbare Energie anbieten und nicht nur auf die entsprechende Nachfrage der Konsumenten warten.

Die Präsentationen von Prof. Droege und Manuel Haus können bei uns als PDF-Dateien bestellt werden.

 

Nützliche Links und Veröffentlichungen:

Peter Droege: 100% Renewable Energy - and Beyond - for Cities. HafenCity University Hamburg and World Future Council Foundation, Hamburg, March 2010.
Download als PDF-Datei

Peter Droege (Hrsg.): 100 Per Cent Renewable. Energy Autonomy in Action, Earthscan Ltd 2009

http://www.100-percent.org/

http://www.solarcity.org/

Umweltzentrum Tübingen e.V.

Weitere interessante Web-Sites zum Thema:

http://relaunch.100-prozent-erneuerbar.de/

http://www.100-ee.de/

http://www.100-ee-kongress.de/

http://www.kommunal-erneuerbar.de/

http://www.regiosolar.de/

Dort gibt es auch jede Menge weiterführender Links!


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Heinrich Böll Stiftung



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23.09.2010

Wem gehört die Welt?

Zur neuen Aktualität der Gemeingüter

Natürliche Ressourcen wie Wasser, das genetische Erbgut von Mensch, Tieren und Pflanzen oder die Erdatmosphäre – all diese den ersten Blick so unterschiedlichen Bereiche haben etwas gemeinsam: Sie gehören zur unverzichtbaren Basis menschlichen Lebens. Und: Sie gehen der Gemeinschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen werden.

Wer sich nicht damit abfinden will, dass die Welt nicht mehr allen gehört, dass sie immer mehr "eingezäunt" und kommerzialisiert wird, muss sich neuen Konzepten umsehen. Die "Gemeingüter", im Englischen auch "Commons" genannt, sind ein solches Konzept, das auf eine lange Tradition verweisen kann und wieder verstärkt in den Blickpunkt wirtschaftspolitischer Diskussionen rückt. Die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft an die Gemeingüter-Forscherin Elinor Ostrom ist dafür nur ein Indiz von vielen.

Gemeingüter-Vortrag in Nürnberg
Silke Helfrich bei ihrem Vortrag im Nürnberger "eckstein"

Silke Helfrich, Mitherausgeberin und -autorin des Buchs "Wem gehört die Welt? - Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter", stellte das Konzept der Gemeingüter vor und beleuchtete die Vielfalt und das Potenzial der Gemeingüter. Sie setzte sich mit der angeblichen Tragödie der Commons" auseinander und stellte viele konkrete Beispiele vor, wie Gemeingüter "verwaltet" und gestaltet werden können.

Ihr Vortrag zeigte anschaulich, dass die Gegensätze "Markt versus Staat", "Privateigentum contra Staatseigentum", die die wirtschaftspolitische Debatte seit Jahrzehnten beherrschen, nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, wenn man das Gemeingüter-Konzept konsequent anwendet.

Die ihrem Vortrag zugrundeliegende Präsentation können Sie als PDF-Datei bei uns bestellen. 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im von Silke Helfrich mitverfassten Report "Gemeingüter - Wohlstand durch Teilen", den Sie ebenfalls als PDF-Datei herunterladen können. Das Manifest "Gemeingüter stärken - Jetzt!" steht ebenfalls zum Herunterladen zur Verfügung.

Links zu vielen interessanten Informationen rund um das Thema Gemeingüter finden Sie im entsprechenden Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung.

Zwei Buch-Tipps:

Peter Barnes:
Kapitalismus 3.0 - Ein Leitfaden zur Wiederaneignung der Gemeinschaftsgüter
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
Aus dem Amerikanischen von Veit Friemert
224 Seiten; Hardcover, Fadenheftung; EUR 18,80
Als PDF-Datei unentgeltlich!

Heinrich-Böll-Stiftung, Silke Helfrich (Hrsg.):
Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter
ökom Verlag (München) 2009. 288 Seiten, 24,95 EUR

Empfohlene Weblinks

commonsblog.wordpress.com

www.allgemeingut.org

www.gemeingueter.de



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23.04.2010

Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013: ökonomisch- ökologisch- sozial

 

Die AbL Bayern , die Petra-Kelly-Stiftung und die KLJB haben sich mit einer eigenen Tagung frühzeitig in die Diskussion um die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) eingeschaltet. 

Ministerialrat Anton Dippold erläuterte die Positionen des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Landwirtschaft und Agrarpolitik stünden vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Eine weitere Deregulierung der Märkte sei zu erwarten. Das erfordere auch neue Antworten wie z.B. Terminbörsen für alle Produktbereiche. Die Direktzahlungen behielten die Aufgabe, die landwirtschaftlichen Betriebe zu stabilisieren. Zudem seien sie ein Ausgleich für höhere Standards und zur Sicherstellung öffentlicher Güter erforderlich. Eine besondere Stärke und Chance der bayerischen Agrarwirtschaft sei das Heraustreten aus einer ansonsten zunehmenden Austauschbarkeit der Erzeugnisse.

Lutz Ribbe, Direktor bei EuroNatur, zeigte in einem eindrücklichen und lebendigen Vortrag zwei verschiedene Entwicklungspfade auf. Entweder die europäische Landwirtschaft werde zum reinen Lieferanten billiger Rohstoffe für eine weltmarktorientierte Agrarindustrie degradiert. Oder aber das europäische Agrarmodell einer vielfältigen, natur- und umweltschonenden Landwirtschaft werde endlich mit Leben erfüllt. „Beides zusammen geht nicht. Eine multifunktionale bäuerliche Landwirtschaft ist nicht zu Weltmarktpreisen zu haben“, so Ribbe. Er forderte dazu auf, sich bei der Reform nicht nur um das Geld, sondern auch um stabile Märkte zu kümmern.

Dr. Ulrike Doyle aus Berlin stellte den Vorschlag des Sachverständigenrat für Umweltfragen zur Umgestaltung der Brüsseler Agrargelder vor. Statt der bisherigen Direktzahlungen solle eine flächendeckende „ökologische Grundprämie“ eingeführt werden, die statt an geltende Rechtsvorschriften (Cross Compliance) an die Vorgabe gebunden sein soll, auf mindestens 10 Prozent der Betriebsfläche an Agrarumweltmaßnahmen teilzunehmen oder Hecken, Buntbrachen oder ähnliches nachzuweisen. Daneben solle es eine Förderung für örtlich begrenzte Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutz-Maßnahmen geben. Drittens schlägt der Rat Landschaftspflegemittel für die Aufrechterhaltung von ökologisch wertvollen Bewirtschaftungsformen vor, wo ohne Unterstützung ein Brachfallen drohe. Es gehe nicht darum, im EU-Agrarhaushalt zu sparen, sondern die Gelder ökologisch positiv wirksam werden zu lassen.

Von der AbL-Geschäftsstelle zeigte Ulrich Jasper auf, dass die heutige Zuteilung der Zahlungen bäuerliche Betriebe gegenüber stark rationalisierten flächenstarken Betrieben schlechter stelle. Wenn Direktzahlungen das Einkommen der Bauern und Bäuerinnen stabilisieren sollten, dann müssten sie statt nur an der Fläche auch an den Faktor Arbeit gebunden werden. Eine starke Staffelung der Zahlungen, wie von der EU-Kommission 2007 vorgeschlagen, sei deshalb weiterhin notwendig und mit der Anrechenbarkeit von betrieblichen Lohnkosten zu verbinden.

Dr. Gerhard Hovorka von der österreichischen Bundesanstalt für Bergbauernfragen in Wien stellte ein anderes Modell vor, um die Direktzahlungen direkt an den Faktor Arbeit statt an die Fläche zu binden. Dabei werden nicht die tatsächlichen Arbeitskräfte der einzelnen Betriebe herangezogen, sondern der standardisierte, also durchschnittliche Arbeitszeitbedarf für verschiedene Kulturen und andere Erzeugungsbereiche. Die tatsächliche Höhe der Zahlungen für den Einzelbetrieb errechnet sich dann aus diesen Durchschnittswerten und den in jeweiligen Sammelantrag des Betriebes angegebenen Daten. Das Modell komme daher für 94 Prozent der Betriebe ohne die Erfassung weiterer Daten aus. Das Modell ist im Rahmen einer Studie in Abstimmung mit dem Wiener Ministerium 2007/08 erstellt worden. Gewinnen würden bei diesem Modell  Betriebe mit hohen Arbeitseinsatz wie Milchviehbetriebe und Betriebe mit natürlicher Erschwernis.

Der AbL-Landesvorsitzende Josef Schmid betonte zum Abschluss der Tagung, wie wichtig für die AbL die Berücksichtigung der Arbeitskräfte bei der künftigen Zuteilung der Direktzahlungen ist. Und er kündigte an, die Anregungen und Ergebnisse der Tagung auch in die Bayerische Zukunftskommission einzubringen, die vom Bayerischen Minister Josef Brunner eingerichtet worden ist und vom ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler geleitet wird.

Einen ausführlichen Bericht über die Tagung hat Reinhold Bonfig für den presse- und Informationsdienst boCommunication verfasst. Den Bericht können Sie als PDF-Datei herunterladen.

Downloads zum Artikel

Bericht_ABL-Tagung2010.pdf677 K


Empfohlene Weblinks

www.abl-bayern.info


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V., Landesverband Bayern

Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V.



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Dokument

Der Gemeingüter-Report

Publikation der Heinrich Böll Stiftung

Nicht erst seit der Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften an Elinor Ostrom erleben die Gemeingüter eine Renaissance. Die gemeinschaftliche Verwaltung von Ressourcen macht Hoffnung auf ein besseres Wirtschaften. Der Gemeingüter-Report stellt die "Allmende" in leicht verständlicher Form vor.

Silke Helfrich, Rainer Kuhlen, Wolfgang Sachs und Christian Siefkes zeigen auf, wo Gemeingüter gesellschaftliche Chancen bieten. Beispiele aus Natur, Gesellschaft und Kultur machen anschaulich, auf wie vielen Feldern Ressourcen gemeinschaftlich verwaltet und genutzt werden können. Zugleich machen die Autor/innen aber auch deutlich, dass diese Ressourcen in Gefahr sind. Es bedarf einer starken Vision, um sie bewahren.

Download "Gemeingüter Report" (PDF, 52 Seiten, 2 MB)



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20.03.2010

Die Kommunen als Auftraggeber

Gesetzliche Grundlagen – ökologische und soziale Handlungsmöglichkeiten

Die Kommunen verfügen mit ihren Aufträgen und Beschaffungen über eine beträchtliche "Nachfrage-Macht". Fast ein Fünftel des deutschen Bruttossozialprodukts fließt auf diese Weise durch die kommunalen Kassen.

Dass die Kommunen in ihrer Rolle als Auftraggeber eine Vorbildfunktion erfüllen, dass sie bei ihren Aufträgen in besonderem Maße auch ökologische und soziale Belange verfolgen sollten, darüber kann schnell Einigkeit hergestellt werden. Doch der Teufel liegt auch hier im Detail: im komplexen und komplizierten Vergaberecht. Dessen Anforderungen sind zu berücksichtigen, wenn ökologische und soziale Ziele verfolgt werden.

Unsere Fachtagung gab einen Überblick über den aktuellen Stand der rechtlichen Grundlagen – in Deutschland und der Europäischen Union, die hier ja eine immer wichtigere Rolle spielt. Und sie zeigte (nicht zuletzt anhand konkreter, bereits realisierter Beispiele!), wie sich die Zielsetzung einer nachhaltigen Beschaffung umsetzen lässt.

Die Präsentationen und Vorträge der Tagung können Sie bei uns als PDF-Dateien bestellen:

Dr. Angela Dageförde: Die rechtlichen Rahmenbedingungen
der kommunalen Auftragsvergabe: Bund 

Heide Rühle, MdEP: Öffentliche Auftragsvergabe und EU-Recht 

Philipp Tepper: Ökologische Belange in der Auftragsvergabe - kreativ und rechtskonform einkaufen 

Daniel Günthör: Die Landeshauptstadt München als Auftraggeber - Vergabe unter Beachtung von internationalen sozialen Kriterien 

Heiko Glawe: Keine Ausbeutung mit Steuergeldern -  Soziale Belange in der Auftragsvergabe 


Weiterführende Informationen finden sich unter den folgenden Links:

Europäische Kommission: Umweltorientierte Beschaffung! - Ein Handbuch für ein umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen

Deutscher Städtetag: Die Berücksichtigung sozialer Belange im Vergaberecht - Hinweise für die kommunale Praxis

ICLEI: Das Procura+ Handbuch für Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in der öffentlichen Beschaffung (2. Auflage)

Bündnis 90/DIE GRÜNEN BUndestagsfraktion: Fachtagung "Vergaberecht reformieren – Rechtssicherheit schaffen" mit zahlreichen Statements und Präsentationen
Dokumentation der Fachtagung (Reader)

BUY FAIR - Ein Leitfaden für die öffentliche Beschaffung von Produkten aus Fairem Handel

Richtlinien über die Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten bei der Vergabe
öffentlicher Aufträge (Umweltrichtlinien Öffentliches Auftragswesen – öAUmwR)
Bekanntmachung der Bayerischen Staatsregierung vom 28. April 2009 Az.: B II 2-5152-15:
http://www.lfu.bayern.de/abfall/fachinformationen/stoffliche_verwertung/doc/umweltgesichtspunkte.pdf

Philipp Tepper: Kommunale Ansätze und Erfahrungen aus Europa. Sozial-ökologische Beschaffung in der Praxis

Procura+ - Kampagne für nachhaltige Beschaffung: www.procuraplus.org/de

ICLEI - nachhaltige Beschaffung: www.iclei-europe.org/procurement

Smart SPP - Innovation durch nachhaltige Beschaffung: www.smart-spp.eu

Umweltbundesamt: Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung

Kampagne "Keine Ausbeutung mit Steuergeldern": CorA - Netzwerk für Unternehmensverantwortung

EU entscheidet: Kommunale Grundstücksverkäufe und städtebauliche Verträge unterliegen nicht dem Vergaberecht.

Dokumentation des Prozesses, der zur Verabschiedung des fortschrittlichen Vergaberechts in Bremen führte, in der Broschüre "Es geht auch anders! - Sozial und ökologisch verantwortliche Beschaffung im Land Bremen"

Bundesweites Netzwerk faires Beschaffungswesen

Zwei Lese-Tipps für die, die den Griff zum Papier nicht scheuen:

Alexander Fonari/Vivien Führ/Norbert Stamm (Hg.): Sozialstandards in der öffentlichen Beschaffung. Grundlagen - Erfahrungen - Materialien. Hannover 2009

Vergaberecht & faire Vergabe. AKP 2/2010, S. 37-53

Ein Hinweis für alle KommunalpolitikerInnen und -verwaltungen:
Das ICLEI-Europasekretariat bietet in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut e.V. maßgeschneiderte Vor-Ort Schulungen zur umweltfreundlichen Beschaffung an. In diesen vom Umweltbundesamt geförderten Trainings erfahren Beschaffungspraktiker und/oder politische Entscheidungsträger, wie sie Kosten senken und die Umwelt schützen können. Diese Schulungen sind auf die jeweiligen Kommunen und ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten.
Kontakt: franziska.singer@iclei.org

ReferentInnen

Dr. Angela Dageförde
Fachanwältin für Verwaltungsrecht und für Bau- und Architektenrecht, Lehrbeauftragte an der Uni Hannover
angela.dagefoerde@versteyl.de, Tel.: 0511/270487-0

Heide Rühle
Mitglied des Europäischen Parlaments
heide.ruehle@europarl.europa.eu

Philipp Tepper
Team "Nachhaltiges Beschaffungswesen", ICLEI Europasekretariat, Freiburg
philipp.tepper@iclei.org,  Tel.: 0761/368920

Daniel Günthör
Dipl.-Verwaltungswirt (FH), Landeshauptstadt München, pers. Mitarbeiter von Bürgermeister Hep Monatzeder
daniel.guenthoer@muenchen.de

Heiko Glawe
GewerksschaftsGrün, Abteilungsleiter beim DGB Berlin-Brandenburg im Bereich Wirtschafts- und Strukturpolitik
Heiko.Glawe@DGB.de, Tel.: 030/21 240-130


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Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg



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17.03.2010

Happy Planet Index: Wer ist warum glücklich?

Politische und psychosoziale Folgerungen aus der Krise

Prof. RuckriegelDer Vortrag von Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (Georg Simon Ohm-Fachhochschule Nürnberg) gab einen kompetenten Überblick über die Ergebnisse der Glücksforschung und stellte den sog. Happy Planet Index vor, der neben objektiven und subjektiven Kriterien für die "happiness" (Lebenserwartung und Lebenszufriedenheit) auch das Nachhaltigkeitskriterium des "ökologischen Fußabdrucks" berücksichtigt. Ruckriegels wirtschaftspolitische Konsequenzen waren eindeutig: Weg vom Wachstumszwang und von der Orientierung am Bruttosozialprodukt, weniger Einkommensungleichheit und Stärkung der sozialen Netzwerke.

 

Prof. NiklewskiProf. Dr. Günter Niklewski (Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Nürnberger Klinikum) ging in seinem Kommentar v. a. auf die Ursachen von Depressionen und den damit verbundenen Verlust von Lebensfreude ein. Auch er betonte die kulturellen Dimensionen des Glücks, die – eine Befriedigung materieller Grundbedürfnisse vorausgesetzt – durch Wirtschaftswachstum nicht verbessert würden. Kritisch wies er darauf hin, dass Konkurrenzdenken und Ellenbogenmentalität mittlerweile auch Freizeit- und Sozialverhalten durchdringe.

In der lebhaften Diskussion wurde v. a. auf die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels in der Wirtschaftspolitik (z.B. Grundeinkommen) hingewiesen und der Einfluss verschiedener "Nationalcharaktere" (Skandinavien!) auf das "Glücksniveau" thematisiert.

Das Publikum

Die Präsentation von Prof. Ruckriegel können Sie als PDF-Datei bei uns bestellen, einen Text von ihm gibt es zum unentgeltlichen Herunterladen. Weitere Informationen und Materialien zum Thema Glücksforschung finden Sie auf seiner Homepage.

Informationen zum "Happy Planet Index" finden sich hier: http://www.happyplanetindex.org/

Dort können Sie auch die aktuelle Version des Bericht als PDF-Datei (englisch!) herunterladen.

Unten finden Sie außerdem einen Link zu einem in der "Nürnberger Zeitung" erschienenen Bericht über die Veranstaltung.

Empfohlene Weblinks

www.nz-online.de/artikel.asp


Partner

Evangelische Stadtakademie Nürnberg



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25.02.2010

Wem gehören Wissen und Kultur? - Zwischen "open access" und...

Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Welt? - Die 'Gemeingüter' und ihre Bedeutung für die Wirtschaft der Zukunft"

Wie kann die Wissens- und Kulturallmende so genutzt werden, dass sie allen nützt?

Nicht zuletzt die Digitalisierung der Informationsverarbeitung hat den Umgang mit dem für unsere Gesellschaft so wichtigen "Grundstoff" Wissen, Information, aber auch Kultur und Bildung in das Zentrum politischer Debatten gerückt.

  • Wie weit dürfen private Schutz- und Kontrollrechte auf diese Ressourcen ausgedehnt werden?
  • Was leisten „Open Access“-Modelle?
  • Können „Creative Commons“ oder Freie Lizenzen einen Umgang mit Informationen, Kultur und Wissen garantieren, der diese als Gemeingut erhält?
  • Wie können die berechtigten Interessen der Wissensproduzenten und Kulturschaffenden berücksichtigt werden?
  • Kann die viel diskutierte "Kulturflatrate" eine Lösung bieten?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des letzten Abends unserer Veranstaltungsreihe.

Es diskutierten (von links nach rechts) sehr angeregt:

Die Podiumsteilnehmer der Diskussion

Alexander Wolf (Geschäftsführer CELAS, GEMA-Syndikus für internationale Rechtsfragen), Dietlind Klemm (Moderation) und Philipp Frisch (Netzwerk Freies Wissen).

Die Präsentationen zu den einleitenden Statements der Referenten:

Alexander Wolf: Urheberrechtsverletzungen im Internet – Piraterieverfolgung. Die Strategie der GEMA (kann bei uns als PDF-Datei bestellt werden)

Philipp Frisch: Wem gehört das Wissen der Welt ? - Geistiges Eigentum als virtuelles Öl des 21. Jahrhunderts (ca. 5,3 MB)
Dieser Beitrag wird unter einer CC-BY-Lizenz veröffentlicht. genaueres dazu hier:
 

Eine interessante Veröffentlichung zu diesem Themenkreis ist der folgende Reader von der Heinrich-Böll-Stiftung:

Copy.Right.Now!
Plädoyer für ein zukunftstaugliches Urheberrecht
Reader downloaden (PDF, 136 Seiten, 1,3 MB)

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Wem gehören die Gene?
Wem gehört das Wasser?
Manifest: Gemeingüter stärken. Jetzt!




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Dokument

Was bringt Kopenhagen für das Klima?

 

Der UN-Klimagipfel in Kopenhagen verlief enttäuschend, die Ergebnisse waren mager. Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitete die Klimaverhandlungen mit Berichten, Kommentaren und eigenen Veranstaltungen. Wir dokumentieren die wichtigsten Beiträge.

In einem gemeinsamen Hintergrundpapier zeigen Germanwatch und die Heinrich-Böll-Stiftung ausführlich Greenwashing-Gefahren auf und bieten wichtige Backgroundinformationen zu den Verhandlungen der mehr als 100 Regierungschefs.

Substanz oder Greenwash-Show? Die Zeit für Halbheiten ist vorbei (Download des E-Papers)

 

Die jüngsten Berechnungen von Wissenschaftlern zeigen, dass wir von heute an bis zum Jahr 2050 nur noch 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen dürfen, wenn wir den weltweiten Temperaturanstieg unter 2 Grad halten wollen – jede Steigerung darüber hinaus gilt weder als technisch noch finanziell beherrschbar. Das heißt, dass jedem der heute knapp sieben Milliarden Erdenbürger noch rund 110 Tonnen CO2 zustehen. Doch bei dieser Verteilung hakt es gewaltig...

Die Broschüre "Wärmer ist uncool" der Heinrich-Böll-Stiftung zeigt in einfachen Worten, welche Probleme der Klimawandel mit sich bringt und warum die Länder des Südens den Preis für die Klimasünden der Industrienationen zahlen. Für die UN-Klimakonferenz bietet das Heft wichtige Informationen, aber auch alternative Ansätze, die einen Beitrag für eine umwelt- und klimafreundlichere Zukunft leisten können.

"Wärmer ist uncool" (Download des E-Papers)

 

Außerdem immer lesenswert: das Blog "Klima der Gerechtigkeit".

Unter der Überschrift "Geld für den Klimaschutz - wie muss eine neue Klima-Finanzarchitektur aussehen?" kommentiert  Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, die Ergebnisse des Klimagipfels:
"Die Erwartungen an neue Finanztransfers für den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern waren groß. Mit Zusagen bis zu 30 Milliarden US-Dollars für die nächsten drei Jahre haben sich die Industrieländer erst einmal Zeit gekauft. Eine neue Klima-Finanzarchitektur muss erst noch ausgehandelt werden. Das Prinzip der Gerechtigkeit und Fairness kam weder bei den Zielen zur Verminderung von Emissionen noch bei der Verteilung der Finanzlasten in Kopenhagen zum Zuge."

Lesen Sie den gesamten Kommentar.

 

"Trotz Kopenhagen - die grüne Zukunft hat schon begonnen", meint Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stiftung, zu den Perspektiven nach Kopenhagen und verleiht so seiner Zuversicht Ausdruck, dass die ökologische Transformation der Industriegesellschaft so oder so weitergehen wird.

Den gesamten Text finden Sie hier.

 

Nach Kopenhagen der Weltuntergang? - Das fragt der Politikwissenschaftler Helmut Wiesenthal in einer umfangreichen Analyse für die Heinrich Böll Stiftung. Seine Meinung: "Der Klimagipfel von Kopenhagen war nicht ergebnislos. Er hat immerhin deutlich gemacht, warum wir in diesen Jahren nicht mit einem weltweiten Klima-Abkommen rechnen sollten, das sowohl problemgerecht als auch verbindlich ist. Denn das Debakel von Kopenhagen führt uns das Ende jener Weltordnung vor Augen, in der den Staaten Europas eine Führungsrolle zukommt. Wer dennoch von Europa aus Einfluss auf die Entwicklung des Weltklimas nehmen will, dem bleibt nur eines: eine überzeugende Demonstration, wie Klimaschutz und Prosperität vereinbar sein können."

Den kompletten Text finden Sie hier. Oder Sie laden ihn sich als PDF-Dokument (17 Seiten, 80 KB) herunter.



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28.01.2010

Wem gehören die Gene?

Zwischen Vielfalt und Verwertung

Die genetische Vielfalt – egal ob es dabei um Menschen, Tiere oder Pflanzen geht – ist einer der größten Reichtümer auf dieser Erde. Molekularbiologie und Gentechnologie haben – im Verein mit dem Streben nach wirtschaftlicher Rendite – zu immer stärkeren Versuchen geführt, die genetischen Ressourcen zu privatisieren. Patente auf Saatgut und auf (Nutz-) Tiere sind nur Beispiele dafür, wie diese Entwicklung die Biodiversität gefährden.

Wie kann das Gemeingut „genetische Vielfalt“ erhalten und für eine nachhaltige Nutzung bewahrt werden?

Diese Frage stand im Mittelpunkt des zweiten Abends unserer Veranstaltungsreihe zur Wiederentdeckung" der Gemeingüter.

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Wem gehören Wissen und Kultur? - Zwischen "open access" und "copyright"
Wem gehört das Wasser?
Manifest: Gemeingüter stärken. Jetzt!


ReferentInnen

Benedikt Härlin (rechts)
Leiter des Büros Berlin der Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Gregor Kaiser  (links)
Sozialwissenschaftler und Forstwirt, Doktorand an der Uni Kassel

 

Moderation:

Dietlind Klemm (Mitte)
Redakteurin, Bayerischer Rundfunk



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26.11.2009

Wem gehört das Wasser?

Gemeingut, Privateigentum oder was sonst?

Die Ressource Wasser ist eine unverzichtbare Basis menschlichen Lebens. Sie geht der Gemeinschaft aber immer mehr verloren, wenn sie privatisiert, zur Ware und der allgemeinen Verfügung entzogen wird.

Das Konzept der "Gemeingüter" ist eine Alternative zu dieser Entwicklung, die gleichermaßen Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit anstrebt. 

Am ersten Abend unserer Gemeingüter-Reihe stellte Silke Helfrich, Mitherausgeberin und -autorin des Buchs "Wem gehört die Welt? - Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter", das Konzept der Gemeingüter vor, gab einen Überblick, was Gemeingüter sind und welche Organisationsformen bzw. Institutionen es für ihre Bewirtschaftung gibt, und erläuterte dieses Konzept am Beispiel des gemeinguts Wasser.

Prof. Dr. Ulrich Scheele, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Oldenburg, ging auf die Organisation der Wasserwirtschaft in den Industrienationen ein, thematisierte v.a. Privatisierungs und Deregulierungstendenzen und erläuterte die Rolle des privaten Sektors in den Entwicklungsländern im Hinblick auf die Millennium-Ziele und das das Menschenrecht auf Wasser.

Die Präsentationen von Silke Helfrich und Prof. Scheele können Sie als PDF-Dateien bei uns bestellen.

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Wem gehören Wissen und Kultur? - Zwischen "open access" und "copyright"
Wem gehören die Gene?
Manifest: Gemeingüter stärken. Jetzt!




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