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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

14.05.2016

DOK.fest: Preisverleihung

 

Preisverleihung mit Vorstandsmitglied Andreas Buchner (zweiter von links) / Copyright DOK.fest München – Neven Allgeier

Auch in diesem Jahr war die Petra-Kelly-Stiftung Preis-Stifterin beim DOK.fest:

Der "Horizonte"-Preis ging an den Film "A Maid for Each" von Maher Abi Samra.    
Zum Film: Erwachsene Kinder kaufen im Libanon ihren Eltern eine Hausangestellte, um das schlechte Gewissen zu entlasten. Junge Frauen aus Bangladesch oder Sri Lanka bieten ihre Dienste an und werden zur Ware. Zein ist Besitzer einer Agentur, die Dienstmädchen vermittelt. Die Kamera beobachtet die Gespräche in der Agentur, die Auswahl der Angestellten nach Alter und Religion, die üblichen Beschwerden. Die Dienstmädchen, die Opfer dieses Menschenhandels, bleiben unsichtbar.  

Aus der Jury-Begründung: "Auf beeindruckend filmische Art und Weise lässt uns der Regisseur in das internationale Geschäft mit Hausangestellten in Beirut eintauchen. Mit einer pragmatischen, geradlinigen und eleganten Filmsprache führt der Film die Grausamkeit dieses Systems vor, ohne die Opfer medial auszustellen. Die DOK.horizonte-Jury vergibt den Preis an den eindringlichen Film A MAID FOR EACH, der die Blicke der Öffentlichkeit auf die Existenz der Globalisierungsverlierer lenkt."

Außerdem erhielt der Film "Les Sauteurs" eine lobende Erwähnung der Jury.

Zum Film: Auf dem marokkanischen Berg Gurugu harren hunderte Migranten aus Subsahara-Afrika. Ihr Ziel: Sie wollen über den nahe gelegenen, riesigen Zaun in die spanische Enklave Melilla klettern. Immer wieder versuchen sie es, werden von der spanischen Polizei gestoppt und zurückgedrängt, manche verlieren ihr Leben. Abou Bakar Sidibé aus Mali lebt hier seit 14 Monaten. Er filmt sich und seine Umgebung und gibt seltene Einblicke in die Lebensrealität von Migranten an den Außengrenzen Europas.

Aus der Jury-Begründung: "Die Jury spricht die lobende Erwähnung für einen Film aus, der einen tiefen Einblick in das Leben afrikanischer Flüchtlinge gewährt – nicht von außen, sondern aus der Innenperspektive der Betroffenen. An der marokkanisch-spanischen Grenze festsitzend, fängt einer der Protagonisten mit der Kamera den alltäglichen Überlebenskampf, die Träume, Hoffnungen und Illusionen der jungen afrikanischen Migranten ein. Mal verzweifelt und desillusioniert, jedoch nie ohne Humor, ermöglicht uns diese innovative Art des Erzählens die völlige Identifikation mit den Protagonisten."

Veranstaltungsort
München



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24.10.2015

"Nachhaltige" Stadtentwicklung – hohle Phrase oder konkretes...

 

"Nachhaltig" sollte die Entwicklung einer Kommune sein - wer würde da heute noch widersprechen wollen?

Der Begriff der "Nachhaltigkeit" hat Karriere gemacht in der Politik, auch und gerade in der Kommunalpolitik. Doch hält auch alles, was sich mit mit diesem Begriff schmückt, einer kritischen Nachprüfung statt? Ist die Berufung auf "Nachhaltigkeit" nicht längst zur hohlen Phrase geworden?

Unser Seminar wollte möglichst unterschiedliche Aspekte dessen beleuchten, was heute unter "nachhaltig" verstanden werden kann und einige gute Beispiele aus der kommunalen Praxis vorstellen.

Reiner Erben, seit Mai 2014 Berufsmäßiger Stadtrat in Augsburg und Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Integration, skizzierte in seinem Grußwort die Augsburger Nachhaltigkeitsstrategie als einen „intensiven Suchprozess“, der im Rahmen der Agenda 21-Arbeit bereits seit 19 Jahren läuft und dabei Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung einbezieht. Der Stadt Augsburg, die 2013 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Großstädte erhalten hat, ist es ernst mit diesem Prozess – das zeigt sich auch darin, dass es in der Stadtverwaltung immerhin drei Angestellte auf zwei Stellen gibt, die mit dem Nachhaltigkeitsmanagement befasst sind. Die konkrete Politik soll sich dabei an den bereits vom Stadtrat beschlossenen Zukunftsleitlinien orientieren.

Den Text von Reiner Erbens Grußwort können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal-Institut gab einen ersten Überblick über Grundsätze, Ziele und Umsetzungsstrategien für eine nachhaltige Entwicklung. Er betonte, dass die Probleme und Ursachen für fehlende Nachhaltigkeit mittlerweile seit langem bekannt seien. Der Klimawandel z.B. könne nur dann wirksam verhindert werden, wenn die CO2-Emissionen um 80% verringert würden. Nachdem aber die „einfachen“ Reduktionspotenziale allmählich ausgeschöpft seien, werde dies immer schwieriger – zumal viele Reduktionen durch eine gleichzeitige Expansion kompensiert würden (Rebound-Effekt). Zum Beispiel werden Effizienzsteigerungen beim Raumwärmebedarf durch die Zunahme der Pro-Kopf-Wohnfläche ständig konterkariert. Ohne ein Wirtschaftsmodell, das ohne Wachstum auskommt, werden wir in Sachen Nachhaltigkeit nicht vorankommen – so das Credo von Kopatz.

Um auf diesem Weg voranzukommen, müssen vor allem die kommunalen und staatlichen Rahmenbedingungen verändert und die Standards angehoben werden. Was in Modellprojekten erprobt wurde, muss schnellstmöglich zum Standard für alle werden. Kopatz forderte Limits für den Straßenbau und CO2-Obergrenzen für die Autos. Eine jährliche Stellplatz-Reduktion in den Gemeinden, generell Tempo 30 in den Ortschaften und ein Tempolimit auf Autobahnen könnten den Verhaltenswandel im Mobilitätsbereich verstärken. Kopatz‘ Fazit: Die Politik muss die Richtung vorgeben, die Bürger/innen müssen die Richtung einfordern.

Einige Veröffentlichungen von Michael Kopatz zu diesem Themenkreis:

Ich will, wenn du willst! Das Entscheidungsdilemma von Bürgern und Kommunen überwinden

Kommunen im "Abwärtswettlauf". Interkommunaler Wettbewerb und Klimaschutz

Die soziale-kulturelle Transformation

Friederike Rohde vom Zentrum Technik und Gesellschaft an der TU Berlin beleuchtete den „Mode-Trend“ „Smart Cities“ und fragte, ob und wie mit neuen Technologien ein Mehr an Nachhaltigkeit erreicht werden könne. Dieser Trend wird durch ein entsprechendes Förderprogramm der EU seit 2011 auch finanziell unterstützt. Und natürlich haben die großen Technologie-Konzerne auch ein eindeutig ökonomisch motiviertes Interesse an einem neuen Zukunftsmarkt.

Was genau unter „Smart Cities“ zu verstehen ist, ist durchaus umstritten, die Definitionen sind zum Teil sehr unterschiedlich. Am ehesten kommt die Definition der Stadt Wien dem Nachhaltigkeitsgedanken nahe. Sie stellt auf die Ressourcenschonung und Lebensqualität in einer gebauten Stadt ab und bietet einen langfristigen Rahmen für die Stadtentwicklung bis 2050, der mit konkreten Zielsetzungen und Projekten näher definiert wird. In diesem Rahmen hat dann auch der Einsatz neuer Technologien seinen Sinn, ist also nicht Selbstzweck, sondern Instrument.

Rohde wies ausdrücklich auch auf die problematischen Aspekte des Smart City-Ansatzes hin, so die Gefahr einer Ökonomisierung, der Degradierung der Stadt als Markt für den Verkauf der Produkte von Technologiekonzernen. Auch die Sammlung riesiger Datenmengen und die damit verbundene Gefahr des Datenmissbrauchs und der Überwachung sind problematisch.

Einige weiterführende Links und Literaturhinweise zum Thema "Smart Cities":

Fraunhofer Fokus - Centrum für Smart Cities: http://www.ict-smart-cities-center.com/

European smart cities: http://www.smart-cities.eu/

European Innovation Partnership on Smart Cities and Communities: http://ec.europa.eu/eip/smartcities/index_en.htm

Johannes Novy: Smart Citys - Wunsch oder Alptraum. In: Politische Ökologie 142. S. 46-52

Bastian Lange: Smart City? Kollaborativer Urbanismus!

Smart Cities – intelligente Städte in Europa: http://www.smartcities.at/

Die Präsentation von Friederike Rohde können Sie als PDF-Datei hier herunterladen.Einige weiterführende Links und Literaturhinweise zum Thema "Smart Cities"

Silvia Hable, Vorstandsmitglied des Transition Netzwerks, stellt den v.a. zivilgesellschaftlich orientierten Ansatz der Transition Towns vor. Im Rahmen der Transition-Town-Bewegung versuchen seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile und lokal orientierte Wirtschaft. Initiiert wurde die Bewegung von Rob Hopkins, einem Vertreter der Permakultur. Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen zielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein Denkprinzip, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen umfasst. Grundprinzip ist ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen. Diese bildet den ethischen Hintergrund der Bewegung: als Fürsorge für die „Erde“ und die Menschen.

Hintergrund und Ursache für die Bewegung sind natürlich „Peak Oil“, der drohende Klimawandel und auch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Neben der Senkung des CO2-Ausstoßes durch Verringerung des Verbrauchs fossiler Energieträger steht im Zentrum der Transition Town-Bewegung eine Stärkung der lokalen und regionalen Wirtschaftskreisläufe und die Erhöhung der „Resilienz“ (= Widerstandskraft) der Kommunen in Krisenzeiten. Wichtig sind jedoch nicht nur die konkreten Projekte, die dabei umgesetzt werden (von der Regionalwährung über urbanen Gartenbau und Lebensmittelkooperativen bis hin zu Share-Economy-Projekten), sondern auch und vor allem, dass sich die daran beteiligten Menschen dabei wohlfühlen. Kopf, Herz und Hand sollen dabei eine gleichberechtigte Rolle spielen. Es sollen auf diese Weise Erfolgsgeschichten kommuniziert werden, auf individueller Ebene Änderungen angestrebt werden, bevor sie auf politischer Ebene wirksam werden.

Die Transition Town-Bewegung entstand in Kinsale (Irland) im Rahmen eines College-Kurses von Rop Hopkins, dem Begründer der Bewegung, die dann in dessen Heimatstadt Totnes (Grafschaft Devon, England) ihren eigentlichen Ausgangspunkt hatte. Zunächst vor allem im englischsprachigen Raum verankert, hat sie mittlerweile zahlreiche Ableger, u.a. auch in Deutschland.

Literaturhinweis:

Rob Hopkins: Einfach. Jetzt. Machen! Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen, oekom verlag, München 2014

Eva Leipprand, ehemalige 3. Bürgermeisterin des Stadt Augsburg (und in dieser Funktion für Kulturangelegenheiten zuständig), erläuterte am Beispiel Augsburgs den Versuch, die Kultur als vierte Säule einer nachhaltigen Stadtentwicklung (neben Ökologie, Wirtschaft und Sozialem) zu etablieren. Dabei ist die kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit in einem weiten Sinn zu denken: als Haltung und Orientierung, als Möglichkeit, die Welt zu deuten. Die Welt wird „begreifbar“ durch Architektur, Kunst, Literatur etc. Insofern ist Stadtplanung immer auch ein kultureller Akt. Zum Beispiel: Ein „shared space“ hat auch mit Kultur und mit Werten zu tun, er erfordert eine andere Haltung, eine Haltung der Rücksichtnahme, der Vorsicht und der Wahrnehmung des jeweils anderen und steht damit im Gegensatz zur Konkurrenz, der ansonsten unsere Gesellschaft prägt.

Der Augsburger Versuch, Kultur ganz offiziell als 4. Dimension der Nachhaltigkeit in den Stadtentwicklungsprozess einzubringen, geht laut Eva Leipprand von einem „instrumentellen“ Kulturbegriff aus. Das kann konkret heißen: Gutes Leben in Stadt und Stadtteilen fördern, Einheit in der Vielfalt schaffen, Veränderbarkeit der Welt erfahrbar machen, auch durch Wahrnehmung der eigenen kulturellen Bedingtheit, über kulturelle Aktivitäten Denkmuster aufbrechen, Möglichkeitsräume eröffnen; die Unverwechselbarkeit des Ortes bewahren, Identität und Zugehörigkeit stärken; einen neuen Heimatbegriff entwickeln, der Diversität einschließt, Vielfalt der Kulturen als Ressource betrachten und nutzen, dem Austausch der kulturellen Ausdrucksformen Raum bieten; Kultur als Gedächtnis und Wissensspeicher der Menschheit zur Verfügung stellen; öffentliche Räume als Gemeinschaftsgüter für alle offenhalten, gegen Privatisierung und Ökonomisierung (Werbung) schützen; kulturelle Teilhabe als lebendiges Element der Bürgerschaft verstärken; Zugang zur Welt der Kultur und ihren Symbolen und damit Teilhabe an kulturellen Prozessen in allen Lebensphasen ermöglichen.

Im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses wurde so eine vierte Säule der Zukunftsleitlinien der Agenda für das Stadtentwicklungskonzept erarbeitet.

Den Vortragstext von Eva Leipprand können Sie als PDF-Datei herunterladen. Darin sind auch die Leitlinien zur kulturellen Zukunftsfähigkeit Augsburgs enthalten.

Zum Abschluss des Seminars ging es um konkrete Beispiele aus kommunalen Gebietskörperschaften unterschiedlicher Größenklassen. Dieter Gewies, der bis 2014 18 Jahre lang Erster Bürgermeister der Gemeinde Furth (3.300 Einwohner/innen) im Landkreis Landshut war, erläuterte die kontinuierliche, sehr pragmatisch orientierte Politik, die ihm und dem Dorf 2013 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis eingebrachte. Einige Fotos, die die Entwicklung Furths illustrieren, finden Sie in der PDF-Datei, die Sie herunterladen können. 

Ein Eckpfeiler dieser Politik ist der Schwerpunkt Bildung & Erziehung, für den ein Drittel des – nicht sehr üppigen – Gemeindeetats reserviert ist. Damit ist es der Gemeinde möglich, eine Betreuungsgarantie von 1. bis zum 14. Lebensjahr zu geben. Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule (alle integrativ bzw. inklusiv organisiert) sowie Mittelschule, Hort und Gymnasium befinden sich im Ort. Außerdem gibt es zwei Universitätsinstitute. 

Schon 1999 wurde beschlossen, sich zu 100% mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Ein Hackschnitzelheizwerk, eine Biogasanlage sowie zahlreiche Sonnenkollektoren und PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden und Privathäusern sorgen bereits heute dafür, dass 80% der Strom- und Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Eine groß angelegt Gewässerrenaturierung, mit der die Sünden der Flurbereinigung behoben werden konnten, hat durch die Anlage von breiten Gehölzstreifen entlang der Bäche den positiven Nebeneffekt, dass auf diese Weise auch die Versorgung des Heizwerks mit heimischem Brennstoff gesichert werden konnte.

In der Dorfentwicklung setzt Furth auf Flächensparen und Innenentwicklung. Im Rahmen eines breit angelegten Bürgerbeteiligungsverfahrens wurden die Pläne für eine neue Dorfmitte entwickelt und umgesetzt. Realisiert wurde eine kleinteilige Struktur von Läden und Dienstleistern. Trotz eine großen Zuzugsdrucks betreibt Furth eine restriktive Baulandausweisung.

Kurzbegründung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 für Furth

Cord Soehlke, Baubürgermeister in der Universitätsstadt Tübingen (90.000 Einwohner/innen), präsentierte den Tübinger Ansatz der nachhaltigen Stadtplanung, der vor allem auf der Zusammenarbeit mit privaten Baugemeinschaften basiert. Obwohl es in Tübingen einen hohen Baulandbedarf gibt, konnte seit 1985 die Stadtentwicklung ohne Ausweisungen auf der „grünen Wiese“ erfolgen. Im Französischen Viertel (ehemaliges Kasernengelände der französischen Armee), im Loretto-Viertel, im Mühlenviertel und auf der Alten Weberei wurden die dort vorhandenen Brachflächen mit kleinteiliger Nutzungsmischung und sehr variabler Parzellierung bebaut. Ziel war eine Stadt der kurzen Wege. In einer Mischung von top-down und bottom-up-Planung kam verschiedene Bausteine zum Einsatz mit verschiedenen Akteuren und unterschiedlichsten Architekturen. Die öffentlichen Räume sind in den genannten Vierteln ein wesentliches Gestaltungselement: verkehrsberuhigte Bereiche, kaum Parkplätze, einladende Gestaltungselemente machen den Aufenthalt dort angenehm. Die Viertel haben eine städtische Dichte und urbanes Flair.

Umgesetzt wurden die städtischen Planungen vor allem mit privaten Baugemeinschaften, die mit einem bestimmten Konzept oder einer Idee nach gleichgesinnten Interessierten suchen und im Erfolgsfall dann eine Planungs- und Baugemeinschaft bilden. Das lohnt sich für alle: Die Wohnungseigentümer zahlen letztlich 15-20% weniger als bei einem konventionellen Bauträger, die Baustandards sind hoch, ebenso der Werterhalt der Gebäude. Da die Baugemeinschaften ihr „Stück Stadt“ selbst gestalten, ist die Identifikation groß – und damit auch die eigene Verantwortung für das Quartier. Durch die große Bandbreite an Konzepten sind vielfältige und innovative Quartiere entstanden. Es gibt Low-Budget-Projekte, Nullenergiehäuser, Holzhäuser, Mehrgenerationenhäuser usw. Da die Wohnungen in aller Regel auch für Durchschnitts- und Geringverdiener bezahlbar sind, gibt e eine breite Mischung an sozialen Schichten, Generationen und ethnischen Gruppen. Die Stadt als Entwickler erbringt natürlich erhebliche Vorleistungen. Sie

  • erwirbt Militärareale und Industriebrachen;
  • entwickelt Konzept, Städtebau und Bebauungspläne;
  • entsorgt Altlasten und stellt Infrastruktur her, die durch den Planungsgewinn finanziert werden;
  • verkauft die Grundstücke;
  • steuert die gesamte Entwicklung.

Die privaten Baugemeinschaften als Erwerber und Bauherren erhalten Grundstücksoptionen für ihre Konzepte und sind die wesentlichen Akteure der Entwicklung. Sie haben strukturelle Vorgaben, aber große gestalterische Freiheiten und übernehmen gemeinsame Aufgaben wie Innenhöfe, Tiefgaragen.

Im konkreten Fall der Alten Weberei konnten sich Baugemeinschaften, Einzelbauherren und Bauträger für die Grundstücke bewerben. Ihre Projektvorschläge wurden nicht nach Höchstgebot vergeben, sondern im Hinblick auf die Erfüllung der Vergabekriterien. Dazu zählten: der Beitrag zur Nutzungsmischung, zur sozialen Mischung und zur Vielfalt des Quartiers, Ökologie, Parzellierung und Architektur.

Die Präsentation von Cord Soehlke mit vielen Fotos stellen wir als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.

Literaturhinweis:

Architektenkammer Baden Württemberg u.a.: planen - bauen - leben. Baugemeinschaften in Tübingen. Tübingen 2011

Wie eine gesamte Region, in diesem Fall das Südtiroler Vinschgau, sich auf den Weg in die Nachhaltigkeit machen kann, erläuterte Jörn Wiedemann vom Terra-Institut. Dort soll eine „Gemeinwohl-Region“ entstehen, die sich als Reaktion und Gegenmodell zur Benachteiligung peripherer, vom Strukturwandel betroffener ländlicher Räume versteht. Problematische Entwicklungen wie  der Abfluss der Wertschöpfung, Arbeitsplatzverluste und Abwanderungstendenzen sollen so gestoppt werden. Angestrebt wird eine Entwicklung jenseits überkommener Wachstumsstrategien. Mit Lösungen im Kleinen, die aber auch erreichbar sind, sollen die Resilienz der Region gestärkt und die Kooperation gefördert werden. Im Zentrum stehen Subsistenz und Suffizienz. Konkret heißt das: Regionale Kreisläufe fördern, energieautarke Regionen schaffen, Regionalwährungen einführen usw. Unter dem Motto „Kooperation statt Konkurrent“ geht es um Wohlstand für alle. In Workshops werden dabei die Bürger/innen, Vereine, Unternehmen, Schulen und natürlich Politik und Verwaltung systematisch einbezogen. Ein kommunaler Wohlstandsindikator wurde erarbeitet, in drei Gemeinden bereits eine Gemeinwohl-Bilanz vorgelegt.

Erste Erfolge können festgehalten werden: Es gibt eine gemeindeübergreifende Kooperation im Energiesektor und bei der Tourismusvermarktung. Viele Projekte im Bereich Nachhaltigkeit (Green Event, Car-Sharing, Car-Sharing für Behindertenbusse) sind entstanden, diverse Sozialgenossenschaften (VINTERRA) wurden gegründet und stärken die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung ist deutlich spürbar – aber es gibt auch noch viel Potenzial für weitere Entwicklungen.

Die Präsentation von Jörn Wiedemann steht als PDF-Datei zur Verfügung.

Literaturhinweis:

Christian Felber: Die Gemeinwohl-Ökonomie – Das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Wien 2010

Homepage: https://www.ecogood.org/


ReferentInnen

Reiner Erben
Berufsmäßiger Stadtrat, Referat für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration
Rathausplatz 2 a
86150 Augsburg
Tel:   0821/324-4801, Fax:  0821/324-4805
E-Mail Referat: umweltreferat@augsburg.de

Dr. Michael Kopatz
Projektleiter,  Forschungsgruppe 2: Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik, Wuppertal-Institut 
Döppersberg 19
42103 Wuppertal
Tel.: 0202/2492-148 | Fax: 0202/2492-250
E-Mail: michael.kopatz@wupperinst.org

Friederike Rohde
Dipl. Soz. tech., wiss. Mitarbeiterin, TU Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft
Hardenbergstr. 16-18
D-10623 Berlin
E-Mail: rohde@ztg.tu-berlin.de

Silvia Hable
Transition Netzwerk e.V., Vorstandsmitglied
E-Mail: verein@transition-initiativen.de

Eva Leipprand
Bürgermeisterin a.D., Augsburg 
E-Mail: Eva.Leipprand@gmx.de

Dieter Gewies
1. Bürgermeister a.D., Furth bei Landshut
E-Mail: dieter.gewies@gmx.de

Cord Soehlke
Baubürgermeister, Tübingen
Brunnenstraße 3
72074 Tübingen
Tel.: 07071/204-2260 
 E-Mail: cord.soehlke@tuebingen.de

Jörn Wiedemann
Berater, Terra Institut Deutschland
Schwanthalerstr. 120 | D-80339 München
Tel.: 0174/338 24 65
E-Mail: j.wiedemann@terra-institute.eu
Internet: http://www.terra-institute.eu/


Veranstaltungsort
Augsburg



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02.10.2015 bis 04.10.2015

Agri | Kultur, Mobilität und Tourismus in den Alpen

 

Die Alpen sind, weit über die Hochgebirgsregionen hinaus, ein identitätsstiftender Lebens- und Kulturraum im Herzen Europas. Jedoch stellen Globalisierung, Klimawandel, Massentourismus und der zunehmende Transitverkehr den Alpenraum vor neuen Herausforderungen: So zeigt sich die Abwanderung von BewohnerInnen für viele strukturschwache Täler als ein massives Problem, aber auch die zunehmende Verstädterung von touristischen Ballungszentren, die agrarische und touristische Kleinstrukturen zerstört, gilt es kritisch zu betrachten. Daher sind kreative und energische politische Weichenstellungen gefordert.

Um zukunftsfähige, länderübergreifende Strategien für den Alpenraum zu entwickeln, haben am vergangenen Wochenende rund 100 TeilnehmerInnen aus Bayern, Liechtenstein, der Schweiz, Südtirol und Österreich unter der organisatorischen Leitung der Grünen Bildungswerkstatt Österreich im Tiroler Bergsteigerdorf Schmirn (Wipptal) gemeinsam über die Themen Mobilität, Tourismus, Kultur und (Land-)Wirtschaft diskutiert. Zu Gast waren dabei auch die beiden Landeshauptmannstellvertreterinnen Ingrid Felipe (Tirol) und Astrid Rössler (Salzburg) sowie der Vorarlberger Landesrat Johannes Rauch.

In Vorträgen, Workshops und Exkursionen wurden sowohl gesamtheitliche, theoretische Perspektiven beleuchtet als auch konkrete Lösungsvorschläge für einzelne Probleme erarbeitet. Die Vielfalt der Themen spiegelte die Diversität der Teilnehmer/innen wieder: Während Werner Bätzing die Folgen eines Zerrbildes der Alpen thematisierte, nahm Gerlind Weber in ihrer demografischen Analyse die Abwanderung von jungen Frauen aus den Dörfern in den Fokus und machte auf die ebenso bedenkliche Situation der meisten Gemeinden durch Überalterung und Unterjüngung aufmerksam. Eine Möglichkeit der Abwanderung von Frauen zu begegnen sah Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, in einer Umkehrung des traditionellen Rollenbildes: oft wäre es praktikabler, wenn die Frauen auspendeln und die Männer stattdessen die Höfe führen würden. Deutlich wurde aber auch, wie wichtig transparente Entscheidungsprozesse über die üblichen Diskussionen in den politischen Gremien hinaus sind.

Das breite Spektrum der Tagung wurde nochmals in der abschließenden Podiumsdiskussion erfahrbar, wo die verschiedenen Themen leidenschaftlich aber konstruktiv diskutiert wurden; trotz der oftmals unterschiedlichen Sichtweisen waren sich am Ende alle einig: für eine gute Zukunft des Alpenraumes ist eine verstärkte Zusammenarbeit von BewohnerInnen, Experten, PolitikerInnen und Institutionen in den Entscheidungszentren von immenser Bedeutung.

Grüne sind in allen Alpenländern (teilweise sogar sehr stark) politisch vertreten und durch ihren gemeinsamen Willen geeint, die Bergregionen als zukunftsfähigen Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten. Dieses Potential gilt es zu nützen: Alpenweite Probleme können nur über Grenzen hinweg angegangen und in der europäischen Politik nur mit einer geeinten Stimme hörbar werden.

Die Grünen setzen sich daher auf allen politischen Ebenen für die Umsetzung der Alpenkonvention als zentralem Abkommen zur Sicherung der Lebensgrundlagen des Alpenbogens ein. Als eine konkrete Maßnahme haben sich die Grünen verständigt, gemeinsame Vorschläge für einen zukunftsfähigen Alpenraum zu  erarbeiten und in den jeweiligen Landesparlamenten einzubringen.

ReferentInnen

Veranstaltungsort
Schmirn, Österreich


Partner

Grüne Bildungswerkstatt


Art der Veranstaltung
Konferenz



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16.05.2015 - 20:00

Preisstiftung VIKTOR DOK.horizonte 2015

 

Der erstmals von der Petra-Kelly-Stiftung verliehene VIKTOR DOK.horizonte 2015 wurde an den Film "CE QU'IL RESTE DE LA FOLIE (REMNANCE OF MADNESS)" vergeben.  Im Bild: unser Vorstandsmitglied Renate Grasse mit dem Moderator der Preisverleihung, Moritz Holfelder.

Die 2014 entstandene Dokumentation von Regisseur Joris Lachaise zeigt ein psychiatrisches Krankenhaus am Rande von Dakar: Wie wird dort geheilt und von wem? Die Psychiater ziehen Heiler zu Rate. Eine intelligente, bildintensive Investigation zu Wahnsinn und Methode im Postkolonialismus. 

Die Jury begründete die Preisverleihung so:

"Der Film beginnt im Flur in einer psychiatrischen Anstalt in Senegal, von blendend weißem Licht überstrahlt. Einem jungen Mann werden die Haare geschoren. Der Regisseur Joris Lachaise nimmt uns in seinen Raum auf, wir können uns den Verstörungen und Verunsicherungen nicht entziehen, eindeutige Zuordnungen gibt es nicht. In Schulmedizin ausgebildete Ärzte und traditionelle Heiler treten in einen Dialog. Krankheitssymptome werden hier unvoreingenommen als kulturspezifisch verstanden und entsprechend behandelt. Psychopharmaka treffen auf Ziegenblut, Isolationszellen auf christliche Fundamentalisten.
Der Film 'Ce qu’l reste de la folie' explodiert förmlich mit seiner Diskursfreudigkeit, geht ungewöhnliche formale Wege und besticht mit visueller Kraft. Eine intellektuelle Auseinandersetzung wird sinnlich erfahrbar gemacht. 'Was vom Wahnsinn übrigbleibt' ist ein überragend gestaltetes Kunstwerk das uns vom ersten Bild an überwältigt und überzeugt hat.
"

Wir gratulieren dem Preisträger ganz herzlich!

Veranstaltungsort
München, Hochschule für Fernsehen und Film, Bernd-Eichinger-Platz 1


Kosten
8,50 Euro



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24.10.2014 - 19:00

Wir haben ein Land aus Worten

Literarisch musikalische Lesung mit Texten vom Mahmoud Darwisch

 Mahmoud Darwisch (1941-2008) verkörpert wie kein anderer mit seiner Lyrik die Heimatlosigkeit, die Ohnmacht, die Gefährdung der Identität des palästinensischen Volkes und zugleich das Festhalten an der Hoffnung auf ein friedvolles Zusammenleben. Er und die vor 1948 geborenen Literaten versuchen, die Heimat aus der Erinnerung zu rekonstruieren und sie in Worten überleben zu lassen. Er ist die Stimme Palästinas. Eine Auswahl seiner Gedichte wurde zweisprachig von professionellen Sprechern vorgetragen, um diese Stimme hörbar zu machen.

 

Dabei wurden Ausschnitte aus den folgenden Werken vorgetragen:

Mahmud Darwish: Wir haben ein Land aus Worten. Ausgewählte Gedichte 1986-2002. Arabisch und deutsch. Aus dem Arabischen übersetzt und herausgegeben von Stefan Weidner, Zürich 2002

Mahmoud Darwish: wo du warst und wo du bist. Aus dem Arabischen von Adel Karasholi, München 2004

Untermalt wurde diese Lesung durch musikalischen Improvisationen von Bahir Al-Rajab auf der Qanoun (arab. Kastenzither). Lydia Starkulla, die Sprecherin der deutschen Texte, ist Schauspielerin,  Sprecherin, Regisseurin, freiberuflich an verschiedenen Bühnen und in unterschiedlichen Ensembles tätig. Riyad Helow, der Sprecher der arabischen Texte, ist Palästinenser, lange in Deutschland, Liebhaber arabischer Literatur, aufgewachsen in einem Nachbardorf von al-Birweh, dem Heimatdorf von Mahmoud Darwish. Bahir Al-Rajab ist Musiker und Hochschullehrer aus Bagdad, ein Meister der Qanoun, der arabischen Kastenzither.

Die Veranstaltung war Teil der diesjährigen als Festival konzipierten Palästina Tage 2014 „Viva Palästina“, die das Land, seine Kultur, seine Geschichte sowie die Lebensrealität seiner Menschen durch Bilder des alten und neuen Palästina, durch Tanz, Theater, Literatur und Film unmittelbar zur Anschauung bringen sollten.

 

 

ReferentInnen

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Lesung



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10.07.2014

Frauen an Hochschulen – mittendrin?

Karrierewege und Gender Studies

Ladies Lunch 2014

Der Anteil der Professorinnen hat sich in den letzten Jahren zwar erhöht, aber dennoch ist nur jede fünfte Professur mit einer Frau besetzt. Und das, obwohl sich mittlerweile ebenso viele Mädchen wie Jungen für ein Hochschulstudium entscheiden. Aber je weiter es in den Hochschulen auf der Karriereleiter nach oben geht, desto geringer wird der Frauenanteil.

Seit einigen Jahren gibt es außerdem zahlreiche Studiengänge Gender Studies – sie fragen nach der Bedeutung des Ge­schlechts für Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft.

Welche Stellung nehmen Frauen mittlerweile in der deutschen Hochschullandschaft ein? Welche Ent­wicklungen braucht es dort für mehr Gleichstellung? Welchen Einfluss haben die Gender Studies haben? Wirken Sie über den eigenen Fachbereich hinaus? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres diesjährigen "Ladies Lunch".

Merith Niehus gab einen Überblick über die Rolle der Frauen in Deutschland seit Beginn des vorigen Jahrhunderts. So durften Frauen ab 1908 studieren, was sie überwiegend im Fach Medizin taten, 1922 gab es dann auch die erste Richterin – es ging aufwärts.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Frauen zwar vordergründig hoch angesehen - allerdings nur in ihrer "Rolle" als Mütter und Ehefrauen. Direktorinnen an Schulen und Richterinnen etwa verloren ihre Positionen, Ärztinnen auch, sie wurden erst wieder nach Ausbruch des Krieges wieder "gebraucht".

Nach 1945 hatte ein eher fortschrittliches Klientel das Land verlassen und kam auch nicht zurück, damit hatte Deutschland ein modernisierendes Akademikerklientel verloren; die Frauenideale der Nazis blieben erhalten. In der öffentlichen Meinung waren Kinder erwünscht, aber als "Teil" der Frauen:  "Eine Frau arbeitet nur dann, wenn ihr Mann nicht genügend Geld verdient." und "Meine Mutter muss nicht arbeiten." waren typische Sätze der Zeit.

Erst Mitte / Ende der 60er Jahre übernahm dann eine neue Generation jüngerer, andersdenkender Frauen die Modernisierung des Frauenbilds. Auch brauchte die Industrie ab Mitte der 60er Jahre Arbeitskräfte. Nachdem zunächst "Gastarbeiter" geholt worden waren, "erfand" man die Teilzeitarbeit. Damit sollten die freien Arbeitsplätze gefüllt werden, wobei die Frauen gleichzeitig weiterhin Mütter sein konnten. Zeitgleich gingen immer mehr Mädchen länger zur Schule, machten höhere Bildungsabschlüsse und wollten dann nicht mehr zur Hausfrau und Mutter degradiert werden.

In der DDR verlief die Entwicklung anders: Betreuung auch für kleine Kinder war Staatsaufgabe, da auch die Frauen als Arbeitskräfte gebraucht wurden. Im Westen entstand ebenfalls der Wunsch, sich zumindest zwischen Berufs- und hausfrauenrolle entscheiden zu können, aber dazu fehlte es lange Zeit an Betreuungseinrichtungen. Diese entstanden in akzeptabler Zahl erst in den vergangenen 10 bis 15 Jahren. Heute sind flächendeckende Ganztagsschulen nötig, um den Frauen eine wirkliche Wahl zu lassen.

Interessantes Detail: Akademikerinnen sind die Frauen, die durchschnittlich die wenigsten Kinder haben. Bei den Männer ist es gerade umgekehrt: Die Akademiker haben die meisten Kindern.

Paula-Irene Villa erklärte den Fachbereich „Gender Studies“. Dort sind folgende Themen von genereller Bedeutung: Wie wird Geschlecht gemacht (von wem, wo, wann und wozu), was meint Geschlechterdifferenz, niemand ist nur ein Geschlecht. Je nach Disziplin werden Gender Studies unterschiedlich gerahmt, verstanden, genutzt, gesehen...

Von den insgesamt 38.564 Professuren in Deutschland (2010) kamen 150 (114 an Universitäten und 36 an Fachhochschulen) aus dem Gender Studies-Bereich, davon waren 26 im Fachbereich Soziologie angesiedelt. Gender Studies sind kein akademischer Arm des Feminismus oder der Frauenforschung!

An der sich anschließenden regen Diskussion beteiligten sich die anwesenden Frauen sehr kompetent. In vielen Beiträgen ging es um die Situation der Frauen in der Wissenschaft, um die - fehlenden – Netzwerke, um den Sexismus an Hochschulen, die Fördermöglichkeiten, die Problematik der befristeten Verträge, die Altersgrenzen bei Befristungen.


Die Teilnehmerinnen im Gespräch

ReferentInnen

Prof. Dr. Merith Niehuss
Präsidentin der Universität der Bundeswehr München

Prof. Dr. Paula-Irene Villa
Lehrstuhl für Soziologie/Gender Studies  an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Begrüßung:
Sigi Hagl
Landesvorsitzende Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Bayern

Moderation: Silke Rapp

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion



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29.05.2014 bis 01.06.2014

Cinema Iran

Iranisches Filmfest München

Ziel des Filmfestivals war, iranisches Filmschaffen, sowohl Spielfilme wie Dokumentarfilme sowie künstlerische Filmpositionen vorzustellen, um so einen vielfältigeren, differenzierteren Blick auf das Land Iran, seine Kultur, Geschichte und Bevölkerung werfen zu können und gleichzeitig Vorurteilen oder Verkürzungen, die durch die Medienberichterstattung hierzulande hervorgerufen werden, entgegenzuwirken. Bei der Auswahl der Filme wurden gleichermaßen Produktionen aus dem Iran wie auch Filme von iranischen Künstler/innen, die in der Diaspora leben, sowie Filme über den Iran aus nicht-iranischer Außenperspektive berücksichtigt. Ein weiteres Ziel des Filmfestivals war es, Gelegenheiten zum direkten Austausch und zur Begegnung zu bieten und so interkulturelle Brücken innerhalb der Stadtgesellschaft zu schlagen. 

Das Filmfestival CINEMA IRAN eröffnete am Abend des 29. Mai mit einer europäischen Erstaufführung des Kanado-Iraners Mohammad Ghorbankarimi. Der Regisseur und seine Ausstatterin (Bühnen- und Kostümbildnerin) Nassim Azadi waren zur Premiere eigens aus Toronto angereist. Nach der Premiere fand ein intensives, moderiertes Publikumsgespräch mit den beiden Filmschaffenden statt. Das Interesse an dem Film war enorm, was nicht nur durch ein bis auf den letzten Platz ausverkauftes Haus deutlich wurde, sondern darüber hinaus durch ein kanadisches Fernsehteam, das neben der Münchner Filmpresse, der Premiere beiwohnte und anschließend ein Interview mit dem Filmemacher führte.

Am 30. Mai wurde als Münchner Premiere ein Film über das Schicksal junger Deutsch-Iraner präsentiert, die als Kinder oder Jugendliche nach Deutschland kamen, weil ihre Eltern politisch im Iran verfolgt wurden (OMID IST MEIN NAME). Das wenig bekannte Schicksal der Protagonisten und Protagonistinnen bewegte die Zuschauer sehr und führte zu engagierten Diskussionen.

 Im Anschluss wurde ein Musikfilm gezeigt über die iranische Rockband KIOSK. Die Musiker leben inzwischen alle im nordamerikanischen Exil. Der Film porträtiert ihre Bandgeschichte, von den Untergrund-Anfängen in Teheran bis zur heutigen Lage im Exil. Zentrales Thema waren dabei auch die Proteste nach den Präsidentschaftswahlen 2009, die u.a. Anlass für das Exil wurden.

Der Abend wurde mit einer iranischen Produktion beschlossen: dem Road-Movie MODEST RECEPTION, der neben Spannung auch moralisch-ethische Fragestellungen bot.

Am 31. Mai gab es ein Double Feature zur Ästhetik der Revolution. Der erste Beitrag BLAMES AND FLAMES des iranischen Regisseurs Mohammadreza Farzad ist ein filmischer Essay über die Rolle des iranischen Kinos vor und während der Revolution, der auch verständlich macht, wieso gerade Filmschaffende im Iran so streng reglementiert und teilweise verfolgt werden (z.B. Panahi). Der zweite Beitrag von der deutschen Künstlerin und Filmemacherin Sandra Schäfer - ON THE SET OF 1978FF - analysiert mit vielen Hintergrund-Interviews die Geschehnisse der iranischen/islamischen Revolution und wie die Ereignisse in den deutschen Medien dargestellt wurden.

Im Anschluss wurde ein Dokumentarfilm eines Filmemachers aus Shiraz, im Süden des Iran, gezeigt, der den unbekannten Amateur-Regisseur Negahdar Jamali vorstellte. Negahdar Jamali dreht seit über 30 Jahren Westernfilme in Shiraz und Umgebung. Dieses typisch amerikanische Genre ist seine Leidenschaft und die Dokumentation ist einerseits ein Film über einen Filmenthusiasten, aber zugleich auch eine Reflexion über die Nähe der iranischen und amerikanischen Kultur.

Zum Abschluss des Samstag wurde der in Venedig ausgezeichnete Spielfilm FISH AND CAT vom Shahram Mokri präsentiert, der dramaturgische und ästhetische Innovationen zeigte und interessante Szenen, teilweise mit verrätselten, märchenhaften Momenten, aus dem Leben junger Studenten bot

Am letzten Tag des Festivals wurde am Nachmittag das Kunstvideo ROOT CANAL von Samira Eskandarfar gezeigt. Parallel dazu lief in der GEDOK Galerie eine Ausstellung mit weiteren Videoarbeiten, Fotografien und Zeichnungen der Künstlerin.

Am Nachmittag wurde THE IRANIAN FILM des marokkanischen Regisseurs Yassine el Idrissi gezeigt. Der Filmemacher dokumentiert sich selbst dabei, wie er seinen Abschlussfilm erarbeitet. Als Bewunderer der iranischen Kinogrößen Kiarostami, Panahi, Makhmalbaf versucht er in ihren Spuren zu wandeln. Der Film ist einerseits eine Liebeserklärung an das iranische Kino, zeigt andererseits geschickt Ähnlichkeiten zwischen der marokkanischen und iranischen Gesellschaft auf (Transformation, Zensur, Moderne-Tradition, Stadt-Land Differenzen). Der Regisseur war eigens aus Marokko angereist. Nach dem Film fand eine spannende Diskussion statt, die sich von der "Grünen Bewegung" bis zum "Arabischen Frühling" spannte und auch die ästhetischen und dramaturgischen Mittel ergründete. Auch wurden Parallelen zu dem am Vortag gezeigten Western-Dokumentarfilm deutlich.

Abschlussfilm des Festivals am Sonntagabend war der letzte Film von Jafar Panahi, der offiziell mit einem Berufsverbot belegt ist. CLOSED CURTAIN thematisiert die prekäre Situation des Filmemachers bzw. der Künstler im Iran.

 

 

Veranstaltungsort
München


Partner

Bauer, Kultur & Kommunikation, München


Art der Veranstaltung
Filmfestival



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06.05.2014 bis 10.05.2014

Aye Aye Sœur – Kulturfestival zu Gender, Gleichstellung und Feminismus

 

Das Festival wurde von der feministischen Hochschulgruppe „fACTION – feminist Action“ in Verbindung mit dem AStA/SprecherInnenrat organisiert. Das Ziel des Festivals war es, Vorurteile gegenüber dem Thema Feminismus abzubauen und die Vielfalt feministischer Handlungsbereiche und Theorien aufzuzeigen. Dabei sollten möglichst viele unterschiedliche Gesellschaftsgruppen an der Universität sowie in Passau und dem Umkreis angesprochen werden. Informative Vorträge und Workshops füllten das Programm, kulturelle Veranstaltungen am Abend rundeten es ab.

Parallel zum Festival wurde im Foyer der Zentralbibliothek der Universität Passau die Ausstellung „Ach so ist das?!“ der Comiczeichnerin Martina Schradi gezeigt Die Comics erzählen auf entspannte, witzige, aber auch sehr tiefgründige Weise von Anekdoten und Erfahrungen von LGBTI* und brachten einen einmal mehr die Frage auf: "Wer braucht diesen ganzen Geschlechterkram eigentlich?"

6.5.2014: Podiumsdiskussion
Dies war auch eine von vielen Fragen, die in der Podiumsdiskussion zur Eröffnung des Festivals angesprochen werden konnten. Zu Besuch waren viele tolle Menschen aus Berlin, Linz, Passau und in der Diskussion war für alle was dabei. Es hat sich eindrücklich gezeigt, dass ein Raum voller Menschen, die sich selbst als Feminist*innen bezeichnen, trotzdem eine große Bandbreite an Interpretationen des Begriffs "Feminismus" und der Themen haben kann, die für jede*n einzelne*n am relevantesten sind, und der Formen, diese Überzeugungen in die Praxis umzusetzen.

7.5.2014: Vortrag Geschlechterkonstruktionen 
Dr. Margrit Waid erläuterte die Grundsätze der Genderwissenschaften und referierte über alltägliche Herausforderungen durch Stereotype und vermeintliche Gewissheiten. Es entstand eine lebhafte Debatte über das persönliche Verständnis und Implikationen von Feminismus der Anwesenden und es wurden hilfreiche Tipps für Erwiderungen auf ablehnende Argumente gegeben, die einer/m jeder/n Feminist*in nicht selten entgegengebracht werden, und nicht immer hat mensch die passende Antwort parat. 

8.5.2014: Vortrag Frauenbilder in den Medien
Katrin Gottschalk vom Missy Magazine führte auf amüsante Weise die oft stereotypen Frauenbilder vor Augen, die von Mainstreammedien klassischerweise vermittelt werden. Sie erläuterte, wie das Missy Magazine eine Alternative dazu bieten will und sich um Vielfalt in der Darstellung und den Inhalten bemüht. 

8.5.2014: Lesung von Christian Seidel
Christian Seidels Lesung in der Kulturcafeteria war Anlass einer ausführlichen und lebhaften Diskussion rund um Männer- und Frauenrollen, den Selbstversuch des Buchautors, die vorgegebenen Geschlechtergrenzen zu übertreten, und die Widerstände, die ihm dabei entgegengebracht wurden.

9.5.2014: Vortrag Transidentität
Sandra Wißgott von der Beratungsstelle TransIdent e.V. und Schulleiterin, informierte und berichtete über das Thema "Transidentität". Durch ihre einladende Art entwickelt sich schnell eine Atmosphäre, in der keine Frage tabu war und alle etwas dazulernen konnten. Eigene Erfahrungen mit unterhaltenden Anekdoten, gemischt mit fundiertem Fachwissen, machten den Vortrag zu einem Erfolg, der das Verständnis für die Belange, Probleme und Gefühle von Transidenten bei allen Anwesenden enorm gesteigert hat. 

9.5.2014: Vortrag über feministische Pornos
Der Vortrag der (S)Expertin für eigentlich alles,  was Sexualität betrifft, Dr. Laura Mèritt, bot einen breiten Überblick über die Vielfalt des zeitgenössischen feministischen Pornos und stellte die wichtigsten Vertreterinnen und ihre künstlerischen, eigenwilligen und nicht selten sehr ungewöhnlichen Werke vor. Sie zeigte auf, worin sie sich von "Mainstream-Pornos" unterscheiden. Die anschließende Diskussion zeigte, dass die variierenden Vorstellungen davon, was als "feministisch" gelten darf und sollte (stark vereinfacht: "Nein zu Gewalt an Frauen" VS. "Alles ist erlaubt, wenn´s im Konsens passiert"), einen enormen Einfluss darauf haben, wie die gezeigten Filme rezipiert wurden.

9.5.2014: Lesung und Spokenword mit Mieze Medusa 
Die Poetryslammerin und Autorin Mieze Medusa las im Anschluss aus ihrem zweiten Roman "Mia Messer" über eine Diebin von feministischer Kunst vor.

10.5.2014: Workshops
Den Abschluss des Festivals bildeten zwei Workshops: Laura Mèritt klärte in ihrem Workshop über weibliche Sexualität auf, während Erich Lehner neue Männlichkeitsbilder vorstellte.

10.5.2014: Party und Konzert
Im Café Museum wurde das Ende eines sehr erfolgreichen Festivals gefeiert. Zu Gast waren die Wiener Rapperin Yasmo mit DJ, sowie das DJ-Team Pete Pressure und Sally Sound, die mit Swing-und Ska-Klängen die Leute zum Tanzen brachten.

ReferentInnen

 

Veranstaltungsort
Passau


Partner

Hochschulgruppe „fACTION – feminist Action“

AStA/SprecherInnenrat an der Universität Passau

Kurt-Eisner-Verein

Universität Passau 


Art der Veranstaltung
Vorträge - Workshops - Kulturveranstaltungen



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04.05.2014 bis 25.05.2014

"Willkommen, Petra Kelly!"

Begegnung mit der Friedenskämpferin Petra Kelly (1947–1992), Namensgeberin der neuen Straße im Ackermannbogen zwischen Hohenzollernplatz und Olympiapark

Fotos: © Renate Mohr (1983), © Folklore Film (1982), © Jean Guyaux (1979)

In der neuen Petra-Kelly-Straße im Ackermannbogen in Schwabing-West werden die Häuser auf dem ehemaligen Militärareal nach und nach bezogen. Wer Petra Kelly (1947–1992), Symbolfigur und eine der bekanntesten Frauen der 70er und 80er Jahre, im Bild kennenlernen oder sich an sie erinnern möchte, kann der Namensgeberin der kleinen Straße drei Wochen lang im Ausstellungsraum des Wohnquartiers begegnen. Als außergewöhnlich engagierte Aktivistin für Frieden, gegen Atomkraft und für Ökologie war Petra Kelly für die Grünen im Bundestag.

Die großformatigen Ansichten stellte die Gestalterin Irmgard Voigt für diese Rauminstallation zusammen, zumeist aus dem Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Die Austellung wurde am Sonntag, 4. Mai, offziell eröffnet. U.a. mit Margarete Bause, MdL, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, die sich an die couragierte Mitgründerin der Grünen erinnerte.

Margarete Bause bei der Ausstellungseröffnung

Die Rede von Margarete Bause können Sie auf ihrer Website nachlesen.

Hier können Sie außerdem ein kurzes Statement von Margarete Bause zur Ausstellungseröffnung sehen.

Empfohlene Weblinks

www.ackermannbogen-ev.de

Veranstaltungsort
München


Partner

SchauRaum im Ackermannbogen e.V., Projektgruppe Kultur


Art der Veranstaltung
Ausstellung



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19.04.2014 bis 01.05.2014

Kunst als (Über)Lebensmittel

Reise zu Kulturprojekten in Palästina und Israel

Jenseits der Politik gibt es in Israel und Palästina eine lebendige Kulturszene, die bei uns wenig bekannt ist. Inmitten des Konflikts weckt sie kreative Kräfte und  Möglichkeiten, mit den eigenen Erfahrungen produktiv umzugehen.

Auf dieser Reise wollten wir daher nach Kunst und Kreativität in beiden Gesellschaften fragen. Wir besuchten kulturelle Projekte und Einrichtungen, trafen KünstlerInnen und Initiatoren. 

 Von der Reise berichteten Jutta Höcht-Stöhr von der Evangelischen Stadtakademie und unser Mitarbeiter Jonas Jarass sozusagen tagesaktuell auf dem Blog der Stadtakademie über Eindrücke, Erlebnisse und Projekte. 

Hier geht's zum Blog...

 

ReferentInnen

Reiseleitung:

Gesa Tiedemann, Petra-Kelly-Stiftung

Jutta Höcht-Stöhr, Evangelische Stadtakademie München

Veranstaltungsort
Reise durch Palästina und Israel


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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