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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

29.05.2014 bis 01.06.2014

Cinema Iran

Iranisches Filmfest München

Ziel des Filmfestivals war, iranisches Filmschaffen, sowohl Spielfilme wie Dokumentarfilme sowie künstlerische Filmpositionen vorzustellen, um so einen vielfältigeren, differenzierteren Blick auf das Land Iran, seine Kultur, Geschichte und Bevölkerung werfen zu können und gleichzeitig Vorurteilen oder Verkürzungen, die durch die Medienberichterstattung hierzulande hervorgerufen werden, entgegenzuwirken. Bei der Auswahl der Filme wurden gleichermaßen Produktionen aus dem Iran wie auch Filme von iranischen Künstler/innen, die in der Diaspora leben, sowie Filme über den Iran aus nicht-iranischer Außenperspektive berücksichtigt. Ein weiteres Ziel des Filmfestivals war es, Gelegenheiten zum direkten Austausch und zur Begegnung zu bieten und so interkulturelle Brücken innerhalb der Stadtgesellschaft zu schlagen. 

Das Filmfestival CINEMA IRAN eröffnete am Abend des 29. Mai mit einer europäischen Erstaufführung des Kanado-Iraners Mohammad Ghorbankarimi. Der Regisseur und seine Ausstatterin (Bühnen- und Kostümbildnerin) Nassim Azadi waren zur Premiere eigens aus Toronto angereist. Nach der Premiere fand ein intensives, moderiertes Publikumsgespräch mit den beiden Filmschaffenden statt. Das Interesse an dem Film war enorm, was nicht nur durch ein bis auf den letzten Platz ausverkauftes Haus deutlich wurde, sondern darüber hinaus durch ein kanadisches Fernsehteam, das neben der Münchner Filmpresse, der Premiere beiwohnte und anschließend ein Interview mit dem Filmemacher führte.

Am 30. Mai wurde als Münchner Premiere ein Film über das Schicksal junger Deutsch-Iraner präsentiert, die als Kinder oder Jugendliche nach Deutschland kamen, weil ihre Eltern politisch im Iran verfolgt wurden (OMID IST MEIN NAME). Das wenig bekannte Schicksal der Protagonisten und Protagonistinnen bewegte die Zuschauer sehr und führte zu engagierten Diskussionen.

 Im Anschluss wurde ein Musikfilm gezeigt über die iranische Rockband KIOSK. Die Musiker leben inzwischen alle im nordamerikanischen Exil. Der Film porträtiert ihre Bandgeschichte, von den Untergrund-Anfängen in Teheran bis zur heutigen Lage im Exil. Zentrales Thema waren dabei auch die Proteste nach den Präsidentschaftswahlen 2009, die u.a. Anlass für das Exil wurden.

Der Abend wurde mit einer iranischen Produktion beschlossen: dem Road-Movie MODEST RECEPTION, der neben Spannung auch moralisch-ethische Fragestellungen bot.

Am 31. Mai gab es ein Double Feature zur Ästhetik der Revolution. Der erste Beitrag BLAMES AND FLAMES des iranischen Regisseurs Mohammadreza Farzad ist ein filmischer Essay über die Rolle des iranischen Kinos vor und während der Revolution, der auch verständlich macht, wieso gerade Filmschaffende im Iran so streng reglementiert und teilweise verfolgt werden (z.B. Panahi). Der zweite Beitrag von der deutschen Künstlerin und Filmemacherin Sandra Schäfer - ON THE SET OF 1978FF - analysiert mit vielen Hintergrund-Interviews die Geschehnisse der iranischen/islamischen Revolution und wie die Ereignisse in den deutschen Medien dargestellt wurden.

Im Anschluss wurde ein Dokumentarfilm eines Filmemachers aus Shiraz, im Süden des Iran, gezeigt, der den unbekannten Amateur-Regisseur Negahdar Jamali vorstellte. Negahdar Jamali dreht seit über 30 Jahren Westernfilme in Shiraz und Umgebung. Dieses typisch amerikanische Genre ist seine Leidenschaft und die Dokumentation ist einerseits ein Film über einen Filmenthusiasten, aber zugleich auch eine Reflexion über die Nähe der iranischen und amerikanischen Kultur.

Zum Abschluss des Samstag wurde der in Venedig ausgezeichnete Spielfilm FISH AND CAT vom Shahram Mokri präsentiert, der dramaturgische und ästhetische Innovationen zeigte und interessante Szenen, teilweise mit verrätselten, märchenhaften Momenten, aus dem Leben junger Studenten bot

Am letzten Tag des Festivals wurde am Nachmittag das Kunstvideo ROOT CANAL von Samira Eskandarfar gezeigt. Parallel dazu lief in der GEDOK Galerie eine Ausstellung mit weiteren Videoarbeiten, Fotografien und Zeichnungen der Künstlerin.

Am Nachmittag wurde THE IRANIAN FILM des marokkanischen Regisseurs Yassine el Idrissi gezeigt. Der Filmemacher dokumentiert sich selbst dabei, wie er seinen Abschlussfilm erarbeitet. Als Bewunderer der iranischen Kinogrößen Kiarostami, Panahi, Makhmalbaf versucht er in ihren Spuren zu wandeln. Der Film ist einerseits eine Liebeserklärung an das iranische Kino, zeigt andererseits geschickt Ähnlichkeiten zwischen der marokkanischen und iranischen Gesellschaft auf (Transformation, Zensur, Moderne-Tradition, Stadt-Land Differenzen). Der Regisseur war eigens aus Marokko angereist. Nach dem Film fand eine spannende Diskussion statt, die sich von der "Grünen Bewegung" bis zum "Arabischen Frühling" spannte und auch die ästhetischen und dramaturgischen Mittel ergründete. Auch wurden Parallelen zu dem am Vortag gezeigten Western-Dokumentarfilm deutlich.

Abschlussfilm des Festivals am Sonntagabend war der letzte Film von Jafar Panahi, der offiziell mit einem Berufsverbot belegt ist. CLOSED CURTAIN thematisiert die prekäre Situation des Filmemachers bzw. der Künstler im Iran.

 

 

Veranstaltungsort
München


Partner

Bauer, Kultur & Kommunikation, München


Art der Veranstaltung
Filmfestival



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06.05.2014 bis 10.05.2014

Aye Aye Sœur – Kulturfestival zu Gender, Gleichstellung und Feminismus

 

Das Festival wurde von der feministischen Hochschulgruppe „fACTION – feminist Action“ in Verbindung mit dem AStA/SprecherInnenrat organisiert. Das Ziel des Festivals war es, Vorurteile gegenüber dem Thema Feminismus abzubauen und die Vielfalt feministischer Handlungsbereiche und Theorien aufzuzeigen. Dabei sollten möglichst viele unterschiedliche Gesellschaftsgruppen an der Universität sowie in Passau und dem Umkreis angesprochen werden. Informative Vorträge und Workshops füllten das Programm, kulturelle Veranstaltungen am Abend rundeten es ab.

Parallel zum Festival wurde im Foyer der Zentralbibliothek der Universität Passau die Ausstellung „Ach so ist das?!“ der Comiczeichnerin Martina Schradi gezeigt Die Comics erzählen auf entspannte, witzige, aber auch sehr tiefgründige Weise von Anekdoten und Erfahrungen von LGBTI* und brachten einen einmal mehr die Frage auf: "Wer braucht diesen ganzen Geschlechterkram eigentlich?"

6.5.2014: Podiumsdiskussion
Dies war auch eine von vielen Fragen, die in der Podiumsdiskussion zur Eröffnung des Festivals angesprochen werden konnten. Zu Besuch waren viele tolle Menschen aus Berlin, Linz, Passau und in der Diskussion war für alle was dabei. Es hat sich eindrücklich gezeigt, dass ein Raum voller Menschen, die sich selbst als Feminist*innen bezeichnen, trotzdem eine große Bandbreite an Interpretationen des Begriffs "Feminismus" und der Themen haben kann, die für jede*n einzelne*n am relevantesten sind, und der Formen, diese Überzeugungen in die Praxis umzusetzen.

7.5.2014: Vortrag Geschlechterkonstruktionen 
Dr. Margrit Waid erläuterte die Grundsätze der Genderwissenschaften und referierte über alltägliche Herausforderungen durch Stereotype und vermeintliche Gewissheiten. Es entstand eine lebhafte Debatte über das persönliche Verständnis und Implikationen von Feminismus der Anwesenden und es wurden hilfreiche Tipps für Erwiderungen auf ablehnende Argumente gegeben, die einer/m jeder/n Feminist*in nicht selten entgegengebracht werden, und nicht immer hat mensch die passende Antwort parat. 

8.5.2014: Vortrag Frauenbilder in den Medien
Katrin Gottschalk vom Missy Magazine führte auf amüsante Weise die oft stereotypen Frauenbilder vor Augen, die von Mainstreammedien klassischerweise vermittelt werden. Sie erläuterte, wie das Missy Magazine eine Alternative dazu bieten will und sich um Vielfalt in der Darstellung und den Inhalten bemüht. 

8.5.2014: Lesung von Christian Seidel
Christian Seidels Lesung in der Kulturcafeteria war Anlass einer ausführlichen und lebhaften Diskussion rund um Männer- und Frauenrollen, den Selbstversuch des Buchautors, die vorgegebenen Geschlechtergrenzen zu übertreten, und die Widerstände, die ihm dabei entgegengebracht wurden.

9.5.2014: Vortrag Transidentität
Sandra Wißgott von der Beratungsstelle TransIdent e.V. und Schulleiterin, informierte und berichtete über das Thema "Transidentität". Durch ihre einladende Art entwickelt sich schnell eine Atmosphäre, in der keine Frage tabu war und alle etwas dazulernen konnten. Eigene Erfahrungen mit unterhaltenden Anekdoten, gemischt mit fundiertem Fachwissen, machten den Vortrag zu einem Erfolg, der das Verständnis für die Belange, Probleme und Gefühle von Transidenten bei allen Anwesenden enorm gesteigert hat. 

9.5.2014: Vortrag über feministische Pornos
Der Vortrag der (S)Expertin für eigentlich alles,  was Sexualität betrifft, Dr. Laura Mèritt, bot einen breiten Überblick über die Vielfalt des zeitgenössischen feministischen Pornos und stellte die wichtigsten Vertreterinnen und ihre künstlerischen, eigenwilligen und nicht selten sehr ungewöhnlichen Werke vor. Sie zeigte auf, worin sie sich von "Mainstream-Pornos" unterscheiden. Die anschließende Diskussion zeigte, dass die variierenden Vorstellungen davon, was als "feministisch" gelten darf und sollte (stark vereinfacht: "Nein zu Gewalt an Frauen" VS. "Alles ist erlaubt, wenn´s im Konsens passiert"), einen enormen Einfluss darauf haben, wie die gezeigten Filme rezipiert wurden.

9.5.2014: Lesung und Spokenword mit Mieze Medusa 
Die Poetryslammerin und Autorin Mieze Medusa las im Anschluss aus ihrem zweiten Roman "Mia Messer" über eine Diebin von feministischer Kunst vor.

10.5.2014: Workshops
Den Abschluss des Festivals bildeten zwei Workshops: Laura Mèritt klärte in ihrem Workshop über weibliche Sexualität auf, während Erich Lehner neue Männlichkeitsbilder vorstellte.

10.5.2014: Party und Konzert
Im Café Museum wurde das Ende eines sehr erfolgreichen Festivals gefeiert. Zu Gast waren die Wiener Rapperin Yasmo mit DJ, sowie das DJ-Team Pete Pressure und Sally Sound, die mit Swing-und Ska-Klängen die Leute zum Tanzen brachten.

ReferentInnen

 

Veranstaltungsort
Passau


Partner

Hochschulgruppe „fACTION – feminist Action“

AStA/SprecherInnenrat an der Universität Passau

Kurt-Eisner-Verein

Universität Passau 


Art der Veranstaltung
Vorträge - Workshops - Kulturveranstaltungen



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04.05.2014 bis 25.05.2014

"Willkommen, Petra Kelly!"

Begegnung mit der Friedenskämpferin Petra Kelly (1947–1992), Namensgeberin der neuen Straße im Ackermannbogen zwischen Hohenzollernplatz und Olympiapark

Fotos: © Renate Mohr (1983), © Folklore Film (1982), © Jean Guyaux (1979)

In der neuen Petra-Kelly-Straße im Ackermannbogen in Schwabing-West werden die Häuser auf dem ehemaligen Militärareal nach und nach bezogen. Wer Petra Kelly (1947–1992), Symbolfigur und eine der bekanntesten Frauen der 70er und 80er Jahre, im Bild kennenlernen oder sich an sie erinnern möchte, kann der Namensgeberin der kleinen Straße drei Wochen lang im Ausstellungsraum des Wohnquartiers begegnen. Als außergewöhnlich engagierte Aktivistin für Frieden, gegen Atomkraft und für Ökologie war Petra Kelly für die Grünen im Bundestag.

Die großformatigen Ansichten stellte die Gestalterin Irmgard Voigt für diese Rauminstallation zusammen, zumeist aus dem Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Die Austellung wurde am Sonntag, 4. Mai, offziell eröffnet. U.a. mit Margarete Bause, MdL, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, die sich an die couragierte Mitgründerin der Grünen erinnerte.

Margarete Bause bei der Ausstellungseröffnung

Die Rede von Margarete Bause können Sie auf ihrer Website nachlesen.

Hier können Sie außerdem ein kurzes Statement von Margarete Bause zur Ausstellungseröffnung sehen.

Empfohlene Weblinks

www.ackermannbogen-ev.de

Veranstaltungsort
München


Partner

SchauRaum im Ackermannbogen e.V., Projektgruppe Kultur


Art der Veranstaltung
Ausstellung



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19.04.2014 bis 01.05.2014

Kunst als (Über)Lebensmittel

Reise zu Kulturprojekten in Palästina und Israel

Jenseits der Politik gibt es in Israel und Palästina eine lebendige Kulturszene, die bei uns wenig bekannt ist. Inmitten des Konflikts weckt sie kreative Kräfte und  Möglichkeiten, mit den eigenen Erfahrungen produktiv umzugehen.

Auf dieser Reise wollten wir daher nach Kunst und Kreativität in beiden Gesellschaften fragen. Wir besuchten kulturelle Projekte und Einrichtungen, trafen KünstlerInnen und Initiatoren. 

 Von der Reise berichteten Jutta Höcht-Stöhr von der Evangelischen Stadtakademie und unser Mitarbeiter Jonas Jarass sozusagen tagesaktuell auf dem Blog der Stadtakademie über Eindrücke, Erlebnisse und Projekte. 

Hier geht's zum Blog...

 

ReferentInnen

Reiseleitung:

Gesa Tiedemann, Petra-Kelly-Stiftung

Jutta Höcht-Stöhr, Evangelische Stadtakademie München

Veranstaltungsort
Reise durch Palästina und Israel


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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05.02.2014 - 19:30

Pakistan – Wie leben die Menschen in diesem widersprüchlichen Land?

 

 Atombombe, Taliban, Drohnenkrieg, Selbstmordanschläge von Islamisten, verheerende Naturkatastrophen – wir Menschen im Westen verbinden mit Pakistan meist Angst und Schrecken. Manche nennen Pakistan ganz einfach das gefährlichste Land der Welt. Unser Blick ist von Angst geprägt. Das merken leider auch viele Pakistaner, die mit großen Hoffnungen nach Deutschland kommen und hier mit den Urteilen zu kämpfen haben, die meist aus Unwissenheit entstanden sind, denn sie beruhen meist nur auf den Bildern der Fanatiker, die so oft in den Nachrichten zu sehen sind. 

Der Schwerpunkt des Vortrags  der Berliner Journalistin  Ingrid Müller lag auf dem Alltagsleben der  Menschen in Pakistan. Das war umso bedeutsamer, als in den gängigen westlichen Medien Pakistan vor allem als ein Land von Gewalt und Angst dargestellt wird. Demgegenüber betonte Ingrid Müller trotz der bestehenden Probleme und Gefahren auch die lebendige Vielfalt des Lebens der Pakistani und deren Interesse, dass das einseitige Bild ihres Landes im Westen relativiert wird. 

Drei Bereiche wurden exemplarisch angesprochen und durch Bildmaterial 
unterstützt:

1. Das Reisen in Pakistan
Ingrid Müller ist als Journalistin mehrfach durch Pakistan gereist. Ihre jüngste Reise 2013 begann im öffentlich nicht zugänglichen Grenzgebiet zu Afghanistan im Swat-Tal, wo vor allem verschiedene Volksstämme das politische Sagen haben und das an das Rückzugsgebiet der Taliban in den Bergen grenzt. Die Präsenz des pakistanischen Militärs wird nach Meinung Ingrid Müllers von der Bevölkerung als  Schutzmacht akzeptiert. Es unterhält dort auch ein „Erziehungslager“, in dem ehemalige Taliban interniert sind, die auch Bildungs- und Berufsförderungsmaßnahmen erhalten. 
Gegenüber dem nüchternen Charakter der am Reißbrett entstandenen Hauptstadt Islamabad zeigen Lahore und auch Karachi eine vielfältige altertümliche Kultur, mit renovierter Altstadt und vielen Straßenständen, den bekannten Sufi-Schreinen und dem Puppenmuseum. 
Die Kulturen des Islam und des Buddhismus sind hier nebeneinander vertreten. Diese, wie auch andere Regionen in Pakistan zu bereisen und mit den Menschen zu sprechen, erschien Ingrid Müller als nicht riskanter als in anderen Regionen der Dritten Welt, soweit man über deren problematische Gegenden gut informiert ist, gegebenenfalls auch durch einheimische Begleitung. Auf einen auffallenden Widerspruch wies Ingrid Müller mit einem Foto eines McDonald-Restaurants hin, das offensichtlich trotz Ablehnung der amerikanischen Drohnen-Angriffe in Pakistan von der Bevölkerung geschätzt wird. 

2. Die Situation der Frauen
Auf ihren Reisen hat Ingrid Müller zahlreiche Frauen kennengelernt. Ihr fiel auf, dass  in einem Land, das ausdrücklich als „Islamische Republik“ gegründet wurde, die Kleidervorschriften für Frauen nicht restriktiv gehandhabt werden: Man trifft je nach Region Frauen in Burka, indischem Sari, muslimischer Verschleierung und westlicherKleidung. Allerdings ist es meist üblich, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen. 
Die pakistanischen Frauen sind nach den Erfahrungen von Ingrid Müller mehr familienorientiert, gesellschaftliches und politisches Engagement ist selten. Aber Ingrid Müller traf sich auch mit Sheema Kermina, der Tänzerin, Theatermacherin und Frauenrechtlerin, die auch schon mehrfach Gast des Interkulturellen Forums in München war. Allgemein scheinen strenge religiöse Verhaltensvorschriften zumindest als Mittel der Politik häufig abgelehnt zu werden. Die bestehende Diskriminierung von Frauen belegte ein Besuch in einem Krankenhaus, in dem von Männern verletzte Frauen behandelt werden. Verhütung ist eher ungewöhnlich. Die vom Islam vorgeschriebene Geschlechtertrennung wird, wie ein Besuch einer Fußballfabrik und von Schulen zeigte, durchaus praktiziert, aber eher formell. Das Schulsystem in Pakistan ist grundsätzlich unterfinanziert, der Bildungsstandard besonders der Frauen niedrig. 

3. Der Umgang mit Alkohol
In der Islamischen Republik leben zu ca. 3% religiöse Minderheiten. Nur diesen ist auf Antrag der Einkauf eines geringen Kontingents von Alkohol erlaubt. I. Müller besuchte in der Garnisonsstadt Rawalpindi eine Brauerei, die mit altertümlicher Ausstattung Bier braut. Mit entsprechenden Beziehungen gelangen aber auch viele muslimische Männer an Alkohol, ein letztes Beispiel für die Widersprüchlichkeit Pakistans.

ReferentInnen

Ingrid Müller
Leitende Redakteurin, Tagesspiegel, Berlin

 

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion



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20.11.2013 bis 22.11.2013

Neuer Schwung für Bildung?

Kulturelle Bildung - Partizipation - nonformale Bildung

20. internationaler Netzwerkkongress „Banlieues d´Europe“

 

Vom 20. bis 23. November 2013 trafen sich Akteure aus Kunst, Bildung, Politik und Verwaltung, stellten ihre Projekte aus Frankreich, Belgien, England sowie vielen weiteren Ländern vor und diskutieren neue Ansätze der künstlerisch-kulturellen Bildung. Im Vordergrund stand die Frage: Wie kann nonformale und kulturellle Bildung dazu beitragen, ausgegrenzte Zielgruppen sozial und politisch zu integrieren?

Nonformale und kulturelle Bildung entwickelt sich, wenn auch Kulturprojekte wertgeschätzt werden, die nicht der traditionellen Hochkultur zuzurechnen sind. Kulturellle Bildung entfaltet sich in Theaterprojekten, die in den Vorstädten entstehen und dort ihr Publikum finden oder mit Projekten bildnerischer Kunst mit marginalisierten Zielgruppen. Damit kommt die Frage in den Blick, unter welchen Bedingungen solche Kultur und solche Kulturprojekte entstehen und Bestand haben. Das ist gerade im europäischen Vergleich und im Vergleich mit den Staaten im Mittelmeerraum eine überaus spannende Frage.

Das Panel "Die Rolle der Kulturpolitik im Spannungsfeld von Subsidiarität und politischer Steuerung“ und der Workshop "Subsidiaritäts- und Demokratieverständnisse im europäischen Kontext und euromediterranen Raum“  beschäftigten sich mit den Themen, wie das Prinzip der Subsidiarität in den unterschiedlichen Ländern verstanden und implementiert ist.

Beim Panel arbeitete Andreas Gösseler die philosophischen Grundlagen von Subsidiarität heraus und legte dar, dass dieses Prinzip eine Grundvoraussetzung demokratischer Geselllschaftsentwicklung ist. 

Jordi Balta von interarts in Barcelona beschrieb die Schwierigkeiten europäischer Kulturförderung in der Bürokratie der EU.

Im Workshop wurde das Prinzip der Subsidiarität sehr kontrovers diskutiert. Besnik Mustafa (Tirana / Albanien) und Iman Noureldine aus Ägypten betonten die kreative Kraft, die aus nicht-öffentlich geförderter Kultur erwächst. Die Workshop-Teilnehmenden aus europäischen Ländern bekräftigten den Anspruch an die Kulturpolitik, auch „Rand-Kulturen“ zu fördern und beriefen sich dabei auf die Rede, die der Kulturreferent der LH München, Herr Küpper gehalten hatte. 

Während beim Panel simultan übersetzt wurde, lief der Workshop zweisprachig auf englisch und deutsch: jeder Rede-Beitrag wurde nachlaufend übersetzt. Damit konnten aus Zeitgründen viele Aspekte nicht gründlich diskutiert werden. Andererseits erhöhte dieses Procedere die Aufmerksamkeit füreinander, da fast alle Beteiligten bei der Übersetzung halfen.

Beim Kongress nahmen insgesamt über 200 Menschen teil. Das Panel zur Subsidiarität hatte etwa 200 Zuhörer. Am Workshop beteiligten sich etwa 25 Personen, ausschließlich Erwachsene, Akteure der kulturellen Bildung und der Kulturpolitik. An anderen Workshops nahmen auch Jugendliche aus kulturellen Projekten aus Deutschland, Irland, Schottland und Frankreich teil, was dem Kongress eine besondere Atmosphäre gab. Der lebendige und mit viel „Bodenhaftung“ geführte Austausch wurde auch durch den Ort geprägt: das Kreativquartier an der Dachauer Straße.

Die Veranstalter/innen waren mit dem Kongress und seinen Ergebnissen sehr zufrieden. Das Abenteuer der mehrsprachigen Kommunikation konnten ebenso gut bewältigt werden wie die organisatorischen Herausforderungen durch den für Kongresse eigentlich ungeeigneten Ort. Die Rückmeldungen sowohl der ausländischen Gäste als auch der Münchner Teilnehmenden war durchweg positiv.

 

Veranstaltungsort
München


Partner

Kooperationsgemeinschaft „Münchner Trichter“


Art der Veranstaltung
Kongress



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26.09.2013 bis 29.09.2013

Uranium Film Festival München

 

Das Uranium Film Festival ist das weltweit einzige Festival, das sich der gesamten Atomkette gewidmet hat: Vom Uranbergbau bis zum Atommüll; von Hiroshima bis Falluja und Fukushima. Auch wenn Länder wie Österreich, Italien oder Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen sind oder aussteigen wollen, wird die Menschheit schon aufgrund des bereits produzierten radioaktiven Abfalls noch über Tausende von Jahren weiter mit radioaktiven Gefahren leben müssen. Zudem investieren andere Länder wie Brasilien, China, Frankreich, Südafrika und Indien weiter in Atomkraft und Uranbergbau. Ideologiefreie Aufklärung über Radioaktivität, Atomkraft und strahlendem Abfall sollte deshalb kontinuierlich fortgesetzt werden. Die Folgen der Atombombenabwürfe und Tausender von Atombombentests, die atomaren Unfälle wie Harrisburg 1978, Tschernobyl 1986 oder der radioaktive Unfall von Goiânia 1987 in Zentralbrasilien dürfen nicht vergessen werden. Das Medium Film ist eines der besten Mittel dazu.

Das Wissen um die Gefahren von Uran und anderen radioaktiven Elementen muss von Generation zu Generation weitergetragen werden. Radioaktivität ist unsichtbar, hat keinen Geruch und keinen Geschmack und doch können radioaktive Strahlen töten oder den genetischen Code verändern. Es gilt das Unsichtbare sichtbar, das geruchlose riechbar zu machen. Welches Instrument ist dafür besser geeignet als der Film? 

Insgesamt 44 Filme - Dokumentar-, Spiel-, Experimental- und Trickfilme, neue Komödien und Science Fiktion - hat das 2011 in Rio de Janeiro gegründete Uranium Film Festival für sein Debüt in München aus 14 Ländern ausgewählt: Australien, Brasilien, Deutschland, Estland, Indien, Italien, Israel, Iran, Japan, Rumänien, Russland, Schweden, der Ukraine und den USA. Filmemacher, Produzenten & Regisseure aus Deutschland, Italien, Japan, Russland und den USA werden dabei sein.

Einen ausführlichen Rückblick auf das Festivals können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Downloads zum Artikel

Uranium-Festival.pdf5.3 M


Empfohlene Weblinks

www.uraniumfilmfestival.org/index.php/de/

Veranstaltungsort
München


Partner

Uranium Film Festival

Nuclear Free Future Award

Heinrich-Böll-Stiftung

Stiftung Neue Energie, GLS Treuhand e.V.

Petra-Kelly-Stiftung

Istituto Italiano di Cultura

Deutsch-Brasilianischer Kulturverein e.V.

DENKmal-Film Verhaag GmbH


Art der Veranstaltung
Film-Festival



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26.06.2013 - 19:30

Welternährung und Neokolonialismus

Lesung aus dem Buch „Kongo“ von David van Reybrouck

Das Buch "Kongo" hat in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit hervorgerufen  - nicht nur in Belgien, das über viele Jahrzehnte den Kongo kolonisiert  hat, sondern auch in Deutschland. Der Autor erzählt auf eindrückliche Weise die dramatische Kolonialgeschichte der Menschen im Kongo seiner belgischen Kolonisatoren. Das Geschehene ist für die gesamte westliche Welt ein Beispiel für die Verbrechen gegenüber den einheimischen Bevölkerungen der Kolonialländer. 

Der Moderator, Claude Mukadi, selbst Kongolese, stellte mit einem kurzen Vortrag die Geschichte aus seiner Sicht dar. Kontrastiert wurden seine Beiträge durch Lesung einzelner Episoden aus dem Buch von David van Reybrouk. Dabei wurden die politischen Rollen verschiedener Persönlichkeiten, die diese Geschichte geprägt haben, wie z.B. der belgische Monarch Leopold, der Freiheitskämpfer Lumumba oder der Diktator Mobutu dargestellt.  

Das Publikum war auch gemischt. Insbesondere die Beiträge der anwesenden Kongolesen haben sehr zum Verständnis des Landes und seiner Historie beigetragen. Auch die aktuelle Lage wurde behandelt: die Ausbeutung der Bodenschätze - früher mit Kautschuck, heute mitColtan - und damit einhergehend die kriegerischen Auseinandersetzungen (Bürgerkriegsmilizen, Massenmorde an der Bevölkerung, Vergewaltigungen, Kindersoldaten).  

Claude Mukadi stellte  am Ende einer lebhaften und engagierten Veranstaltung seine Friedensaktion "Bel Amani - Friedensglocke" vor.

ReferentInnen

Claude Mukadi
In Lubumbasi (Kongo) geboren und 1974 als Student nach München gekommen. Für seine ehrenamtliche Friedensarbeit wurde mit dem Preis „Münchener Lichtblicke 2012“ ausgezeichnet. Gründer der Initiative „Bell Amani“ (Friedensglocken). 

Matthias Klie
Freier Schauspieler und Synchronsprecher, München

Veranstaltungsort
München


Partner

InitiativGruppe e.V.

Initiative „Bell Amani“

FIAN München

Misereor

Nord Süd Forum

Arbeitskreis Panafrikanismus

Suhrkamp Verlag

Bayern liest e.V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München 


Art der Veranstaltung
Buchvorstellung / Ausstellungseröffnung / Diskussion



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08.06.2013 bis 09.06.2013

3. FemFest Würzburg: Gesellschaftskritisches zum Thema Geschlecht

 

Samstag

Julia Scholz: "Inspirationen für Aktivismus aus queer-feministischer Psychologie" 
Julia Scholz, Psychologie-Doktorandin, setzt sich in ihrer Arbeit kritisch mit der  empirischen psychologischen Forschung auseinander, die objektiv sein möchte, jedoch auf Vorannahmen basiert und diese verfestigt, wenn sie nicht kritisch hinterfragt und offengelegt werden. Besonders wenn es um Vergleiche geht zwischen bspw. Männern und Frauen oder Menschen verschiedener Herkunft, kann eine unreflektierte Forschung Vorurteile stärken oder sogar erst kreieren. Die Vortragende zeigte aber auch Wege auf, wie empirische Forschung emanzipatorisch und politisch für eine geschlechtergerechte Gesellschaft tätig werden kann.

Bettina Staudenmeyer: „Bauchtanz – zwischen Selbstermächtigung
und –objektivierung. Eine feministische Perspektive“
 
Nach einer Darstellung der Tradition des Bauchtanzes und der daraus resultierenden Kontroverse durch die gegenläufigen Interpretationsweisen, als emanzipatorisch oder objektivierend, unterzog die Referentin beide Sichtweisen einer kritischen Analyse. Daraus entwickelte sie eine eigene feministische Sichtweise, welche sowohl die systemstabilisierenden als auch die subversiven Momente des Bauchtanzes in den Blick nahm. Darüber hinaus ging es darum, wie man selbst als Tanzlehrer/in oder Schüler/in mit diesem Konflikt umgehen kann.
Der Workshop stellte eine Einführung in die Grundbewegung des Bauchtanzes dar. Im Anschluss an den vorausgehenden Vortrag konnten die Teilnehmer/Innen aufgeworfene Fragen über ihre eigene Leiblichkeit erfahren. 

Miriam Gebhardt: "Das Unbehagen im deutschen Feminismus – eine kritische Diskursgeschichte" 
In einem historischen Abriss stellte die Vortragende den Verlauf des deutschen Feminismus dar. Ihrer These nach wandelte sich die Bewegung, die sich durch Vielstimmigkeit, Bedeutungshaftigkeit und internationale Relevanz auszeichnete, zu einer Bewegung, die programmatisch unbedeutend sich auf die Aussagen der medial redeführenden Alice Schwarzer reduziert hat. Anschließend warf sie die Frage auf, ob die aktuellen Debatten einen neuen Feminismus oder nur eine Weiterführung des Feminismus der siebziger Jahre darstellen.

Sookee: "Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles reden"
Der Vortrag gab einen Überblick über Entstehung, Potentiale und problematische Aspekte von Rapmusik. Aufbauend auf Theorien der Geschlechterkonstruktion und der kritischen Männerforschung stellte die Vortragende einen Zusammenhang her zwischen Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-) Sexismus im deutschsprachigen HipHop. Dabei ging sie insbesondere auf sprachliche Mechanismen und Gepflogenheiten ein – auf ihre Mehrdeutigkeit, Tragweite und Verquickung mit Gewalt, sexualisierter Gewalt, Reproduktion nicht emanzipatorischer Geschlechterrollen und Sexismus.
Das anschließende Konzert von Sookee war ein äußerst stimmungsvoller Ausklang des ersten FemFest Tages und  stieß auf große Begeisterung bei den Zuhörer/inne/n. 

Film „And you belong“
Der Film von Julia Ostertag ist ein künstlerisch-dokumentarisches Portrait des Duos Scream Club und ein gelunges Zeitdokument aktueller Strömungen der queeren Musikszene in Berlin.

Sonntag

Tanzperformance "Empfangsverhütung"

Jagoda Rosul-Gajic: "Auf dem Weg nach Europa – Umsetzung der Gleichstellungspolitik in Kroatien"
Die Referentin stellte die aktuelle Situation Kroatiens im Kontext seiner ereignisreichen Geschichte dar. Gewalt, Krieg und Nationalismus brachten eine Marginalisierung von Frauen und ihrer Interessen hervor, ließen aber andererseits auch die Frauenbewegung aufblühen. Es wurde des Weiteren die Lebenswirklichkeit von Frauen in Kroatien dargestellt und erörtert, welchen Einfluss die Gleichstellungspolitik der EU besitzt.

Katharina Schulz & Markus Weißschnur: "Bauch raus, Brust rein – Geschlechterbilder im Fokus"
Anhand von Standbildern und anschließenden Gesprächsrunden näherten sich die
Teilnehmer/inne/n des Workshops auf kreativ-spielerische Weise dem Thema
Geschlechterstereotypen an. 

Pecha Kucha rund um das Thema Feminismus 
Diese Form der kurzweiligen Vorträge ermöglichte es den Referent/inn/en, ihr
Wissen über spezielle oder ganz allgemeine Themen zu queeren/(trans)gender/
feministischen und damit verbundenen Sachverhalten innerhalb einer kleinen Präsentation zu teilen. Themen waren u.a. die Frage nach Aufklärung über Pornografie im Unterricht, historische Persönlichkeiten Würzburgs und Sexismus in der Werbung.

Podiumsdiskussion  "Sex wie im Porno"
Die queer-feministische Podiumsdiskussion zum Thema sexuelle Selbsterfahrung vor dem Hintergrund pornographischer sowie pornographisierter Bilder und Filme wurde moderiert von Mitorganisatorin Marika Levien, Podiumsgäste waren Maike Brochhaus (Lehrbeauftragte der Kunstwissenschaft und Regisseurin des postpornographischen Experiments „Häppchenweise“), Bianca Kennedy (Studentin der Medienkunst, München), Hans-Peter Breuner (Sexual- und Genderpädagoge bei pro familia), André Wendler (Medienwissenschaftler, Weimar) sowie Anna Schillinger (Studentin der Medienwissenschaften).

Empfohlene Weblinks

femfestwuerzburg.blogspot.de

Veranstaltungsort
Würzburg


Partner

FemFest

Gleichstellungsstelle der Stadt Würzburg

Akademie Frankenwarte


Art der Veranstaltung
Queer-feministisches Fest



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23.05.2013 bis 26.05.2013

Kontakt – das Kulturfestival: Thema 'suchen'

 

Wie wollen wir zukünftig wohnen? Wie wollen wir uns ernähren? Wie wollen wir kommunizieren? Wie wollen wir Kunst und Kultur in unserer Stadt leben?

Dies waren nur einige der spannenden Fragen, die das neunte „Kontakt – das Kulturfestival“ beleuchtete. In Lesungen, Workshops, Musik, Tanz sowie darstellender und bildender Kunst nahm sich „Kontakt – das Kulturfestival“ so dem diesjährigen Festivalthema <suchen> an. 

Den Schwerpunkt dieser zukunftsorientierten Fragestellung bildete das fünfteilige Symposion, dessen Höhepunkt die professionell geleitete Zukunftswerkstatt bildete. Ziel des Festivals war es, Menschen zu einer aktiven Gestaltung unserer Gesellschaft zu ermutigen. Die Besucher/innen konnten mit ihrer Teilnahme an Workshops, Vorträgen und Diskussionen das Festival mitgestalten, Gedanken zu unterschiedlichen Themen entwickeln und miteinander teilen. Den Rahmen bildete das Kulturprogramm, das sich verschiedener Genres bediente und ebenfalls für ein breites Publikum offen stand. 

Je zwei Blöcke an Kurzfilmen und Lesungen erzählten Geschichten vom gesellschaftlichen und individuellen Suchen;  insgesamt zwölf Künstler/innen zeigten in unserer Ausstellung in Form von Skulpturen, Malerei, Videoinstallationen und Fotographie ihre Interpretationen des Festivalthemas. In neun Workshops suchten wir mit unseren Besucher/inne/n neue künstlerische Ausdrucksformen und Arbeitstechniken. Abgerundet wurde dieser Rahmen durch über fünfzehn Livebands und DJanes.

Die thematische Schwerpunktsetzung des Festivals erfolgte schließlich in unserem Symposion zum Thema „Zukunft <suchen>: Wie wollen wir leben?“. Den Auftakt zu dieser Reihe innerhalb des Festivals bildete der Beitrag „Wie wollen wir wohnen? – Konversion in Bamberg“. Der Leiter des Konversionsamtes der Stadt Bamberg, Harald Lang, stellte die bisherigen Planungen zur Umnutzung des ehemaligen Militärgeländes dar. Daraufhin entwickelte sich eine rege Diskussion um bezahlbare Mieten und zukunftsfähige Wohnkonzepte in Bamberg. Am zweiten Festivaltag stellte Joscha Falck, bis 2012 Dozent an der Universität Bamberg, unter dem Titel „Wie wollen wir kommunizieren? – Wertschätzende Kommunikation“ den Ansatz der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GfK) vor und erprobte diesen mit zahlreichen Interessierten. Der Samstagnachmittag stand ganz im Zeichen der Ernährung: Unter dem Titel „Wie wollen wir uns ernähren? – Marktplatz der Ideen“ luden wir die Besucher/innen ein, im Gespräch mit Initiativen, lokalen Gastronomen und Gemüsegärtnern, regionale und nachhaltige Ernährungskonzepte zu diskutieren und auszuprobieren. Den dritten Beitrag zum Symposion lieferte PD Dr. Fritz Reheis; bekannt geworden durch seine Publikationen zum Thema „Entschleunigung“, diskutierte der Bamberger Soziologe mit Besucher/inne/n die Frage „Wie wollen wir uns bilden?“ und stellte in seinem interaktiven Vortrag die „Turbo-Bildung“ in Frage. Die vielseitigen Anregungen des Symposions mündeten in eine abschließende Zukunftswerkstatt zum Thema „Was braucht die Kultur in Bamberg?“ Unter der professionellen Leitung von Dipl. Päd. Helmut Lange diskutierten Besucher/innen vier Stunden mit den Fraktionsvorsitzenden des Bamberger Stadtrates (Grüne: Ursula Sowa; SPD: Wolfgang Metzner) Probleme des Bamberger Kulturlebens und entwarfen konstruktive Lösungsvorschläge.

Auf dem YouTube-Kanal des Kontakt-Festivals können Sie ein Video sehen, das sehr schöne Impressionen vom Festival vermittelt.

 

Empfohlene Weblinks

www.kontakt-bamberg.de

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

AStA Bamberg e.V


Art der Veranstaltung
Kulturfestival



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