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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

13.06.2013 - 19:00

Die Stimme der Frauen - Vor der Präsidentenwahl in Iran

 

Die Proteste nach den letzten Präsidentschaftswahlen in Iran 2009 wurden vor allem von jungen Frauen angeführt. Viele von ihnen wurden daraufhin verhaftet, andere haben das Land verlassen. Am Vorabend der iranischen Wahlen 2013 wollen wir daher fragen: 

  • Was ist aus den Stimmen der Frauen geworden?
  • Wie hat sich die Situation seit 2009 entwickelt?

Die Berichterstattung über Iran in deutschen Medien ist häufig fixiert auf den Atomkonflikt. Grundsätzliche Informationen über das Wahlsystem, die Rolle von Minderheiten und die aktive Rolle von Frauen und Frauenorganisationen fehlen.

ReferentInnen

Katayun Pirdawari
Politikwissenschaftlerin und Queer-Aktivistin, Berlin

Dr. Christl Catanzaro
Iranistin, LMU München

Narges Kalhory
Filmemacherin und Studentin an der HFF München

Moderation:
Silvia Bauer
Kulturwissenschaftlerin, München

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8,-/erm. 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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03.06.2013 bis 09.06.2013

Islamophobie & Islamkritik

Festival contre le racisme 2013 in Bamberg

Die Grundidee des „fclr 2013“ war es, eine Debatte, die im öffentlichen Raum sehr präsent ist, tiefgehend und kritisch weiterzudenken. Sechs Vorträge, die aus verschiedenen Perspektiven den Themenkomplex beleuchteten, gaben allen Beteiligten viele Anregungen zum Nachdenken und Antworten auf Fragen, die im oberflächlichen Alltagsdiskurs häufig kein Gehör finden. Dabei hat sich die Annahme bestätigt, dass Kritik am Islam und ein trotzdem respektvoller Umgang mit diesem durchaus vereinbar sind. Dies zeigte sich insbesondere während der abschließenden Reflexionsrunde, die von zwei iranischen Flüchtlingen inhaltlich begleitet wurde. Alle Vorträge waren gut besucht und mündeten in rege Diskussionen, die die vorgetragenen Gedanken reflektierten und ergänzten. Bei dem antirassistischen Fußballturnier und dem Abschlusskonzert am Samstag stand zwar der Spaß im Vordergrund, allerdings wurden die Themen der vorangegangenen Vorträge in Unterhaltungen aufgegriffen. 

Montag, 03. Juni 2013 
Daniel Poensgen: „Der Neid auf „die Juden von heute“. Zum Verhältnis von Islamophobie und Antisemitismus.“

Daniel Poensgen, Sozialwissenschaftler aus Berlin, eröffnete die Vortragsreihe mit einer stark theoretisch ausgelegten Analyse von oberflächlicher und falscher Islamkritik und zeigte den Zuhörer/inne/n sehr fundiert auf, um welches Spannungsverhältnis es beim diesjährigen „fclr 2013“ ging. Poensgen legte dar, dass der oft getätigte Vergleich zwischen Antisemitismus und Islamophobie nicht nur tieferer Sinnhaftigkeit entbehrt, sondern darüber hinaus noch sehr gefährlich sein kann. Repräsentativ, sowohl für den deutschen Umgang mit der eigenen Vergangenheit, als auch mit aktueller Islamophobie bestimmen laut Poensgen Ideologien den Diskurs und verhindern ernsthafte und notwendige Kritik. Durch den getätigten Vergleich erfolgt nicht der angepriesene Schutz für Muslime, sondern eine neue Legitimationsgrundlage für alten und neuen Antisemitismus.

Dienstag, 04. Juni 2013
Sebastian Hornung: „Islamfeindlichkeit im deutschsprachigen Internet“

Sebastian Hornung legte den Fokus auf islamfeindliche Blogs im deutschsprachigen Internet. Die Zuhörer/innen wurden für verwendete Schlag- und Codewörter sensibilisiert und der Blog „Politically Incorrect“ wurde einer genaueren Analyse unterzogen. Diese Homepage ist laut Hornung eine, wenn nicht die zentrale Anlaufstelle für Islamhasser/innen in Deutschland. Besonders interessiert waren die Teilnehmenden an Hornungs Aufzeigen von Begriffen und Argumentationslinien, die über „Politically Incorrect“  den Weg in die etablierten Medien finden. Der Vortrag baute Sensibilität für die Mechanismen von Instrumentalisierung und bewusster Erzeugung von Feindbildern auf.

Mittwoch, 5. Juni
Frank Schellenberg: Kommentierte Filmvorführung: „The Taqwacores“ (2010)

Frank Schellenberg ist Islamwissenschaftler aus Bamberg und brachte durch seine Filmvorführung einen weiteren, sehr zentralen Aspekt der Grundthematik des Festivals ein. Er legte die Fragen dar, die die Zuschauer/innen bei Betrachtung des Filmes im Hinterkopf behalten sollten. „Was kann und darf Gegenstand von Islamkritik sein? Gibt es einen zentralen Aspekt des Islams, der in allen Strömungen und Gruppierungen vorhanden ist? Kann infolgedessen der Islam als solches Gegenstand von Kritik sein oder darf sich diese immer nur auf die jeweilige Ausprägung beziehen?“ Der Film und auch die anschließende Diskussion zeigten für beide Positionen wichtige Aspekte auf. Eine Schlussfolgerung war, dass es durchaus grundsätzliche Elemente des Islams gibt, die kritikwürdig sind, es aber großer Sensibilität und Reflexion bedarf, um diese anzubringen.

Donnerstag, 6. Juni
Klaus Blees: „Islamophobie – Genese und Wirkung eines Kampfbegriffes“

Klaus Blees, Mitarbeiter und Referent im Kompetenzzentrum Islamismus des Vereins 3. Welt Saar, erarbeitete eine kritische Perspektive auf den Islamophobiebegriff und dessen Instrumentalisierung zur Verhinderung von legitimer Kritik am Islamismus. Sehr skeptisch äußerte sich Blees zu Wortkreationen wie beispielsweise „antimuslimischer Rassismus“, da sie in seinen Augen mehr zur Vernebelung der eigentlichen Problematik als zu tiefgehender, kritischer Auseinandersetzung beitragen. Der Vortrag war ein Plädoyer für eine säkulare und emanzipatorische Kritik an Menschenrechtsverletzungen, die im Namen des Islams getätigt werden. Blees zeigte darüber hinaus auf, dass, anders als vielleicht intuitiv erwartet, der Islamismus in der deutschen und europäischen Rechten mehr Freunde als Feinde hat. In Antisemitismus und Rassismus findet ein beängstigender Schulterschluss statt.

Freitag, 7. Juni
Stephan Grigat: „Islamischer Antisemitismus. Zur Kritik am iranischen Regime, den ägyptischen Moslembrüdern und ihren Verteidigern im Westen.“

Der Vortrag stand ganz im Zeichen der Islamkritik. Stephan Grigat, ein ausgewiesener Fachmann für das iranische Regime und islamischen Antisemitismus zeigte die Gefährlichkeit des Islamismus. Dieser gipfelt für Grigat in den Auslöschungsdrohungen gegenüber Israel. In seinem Vortrag stellte der Referent dar, wie das islamische Regime in Teheran die Religion als Mittel ausnutzt, um ihre menschenverachtende Politik durchzusetzen. Einen besonderen Schrecken enthielt die Darlegung, als Grigat näher auf den europäischen und speziell deutschen Umgang mit der iranischen Bedrohung einging. Umfassende Wirtschaftsbeziehungen zwischen der deutschen und der iranischen Regierung und immer wieder erfolgende, gemeinsame Öffentlichkeitstermine sind für Grigat der Gipfel der Absurdität.  

Samstag, 8.Juni:
Antirassistisches Fußballturnier

Samstag, 8.Juni:
Abschlusskonzert mit „Neonschwarz“, „eSKAlation“ und „cerpin.taxt“

Am Samstagabend fand, als kulturelle Abrundung der Vortragswoche, ein Live-Konzert mit mehreren Bands aus verschiedenen Musikrichtungen im Jugendzentrum der Stadt Bamberg statt. Den Abend eröffnete die fünfköpfige  Schweinfurter Post-Hardcore Band „cerpin.taxt“ mit einer abwechslungsreichen Mischung aus ruhigen, melodiösen Klängen und brachialen Gitarrenwänden - stets untermalt von verzweifeltem Schreigesang. Danach brachte die Band „eSKAlation“ mit ihren (durchaus vom Punkrock geprägten) Ska-Rhythmen die rund 130 Gäste zum Tanzen. Das Highlight des Abends bildete „Neonschwarz“, eine vier-köpfige Hip-Hop-Combo aus Hamburg. Durch eingängige Beats und durchaus politische Texte entfachte die Band eine gute Atmosphäre und machte den Abend für viele zu einem unglaublichen Erlebnis. Neben dem musikalischen Programm war für das „leibliche Wohl“ der Besucher/innen bestens gesorgt: neben preiswerten Getränken erweckte die lokale Gruppe „Vokühila“ mit köstlichem veganen Essen die Begeisterung der Gäste.

Durch dieses Abendprogramm wurden vor allem Jugendliche angesprochen. Eingebettet in den Rahmen des „fclr 2013“ bildete das Konzert einen Anknüpfungspunkt zur Theoriearbeit und kann als Anregung für Jugendliche verstanden werden, sich mit politischen Themen auseinander zu setzen.

Sonntag, 9. Juni:
Hadi Ghaeni und Siamak Wosoughi: Erfahrungsberichte zur politischen Situaion im Iran als Inputreferate zu einer Reflexionsrunde mit Brunch

Die beiden Referierenden sind politische Flüchtlinge aus dem Iran, die die Gräuel des totalitären Regimes direkt miterlebt hatten. Von vornherein war abgesprochen, dass die beiden aus rein subjektiver Ebene ihre persönlichen Erlebnisse im Iran schildern würden. Dies erwies sich als geeignete Ergänzung zu der am Freitag durch Stephan Grigat erfolgten theoretischen Aufarbeitung. Die Worte von Hadi Ghaeni und Siamak Wosoughi zogen die Zuhörenden in ihren Bann und bildeten eine gute Basis für das anschließende Reflexionsgespräch. Der emotionale Input der beiden Flüchtlinge bot viele Anknüpfungspunkte, um die Inhalte der Festivalwoche im Rahmen eines moderierten Diskurses zu reflektieren.

 

Empfohlene Weblinks

festivalcontreleracisme.blogsport.de

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

Integrationsbeirat der Stadt Bamberg

die LINKE

SDS Bamberg

DGB

GEW

Grün-Alternative Liste Bamberg (GAL)

AStA Bamberg

AStA TU Berlin

AStA Hannover

AStA Münster

Bürgerverein Bamberg-Mitte 

Offene Jugendarbeit Bamberg

Fachschaften der Universität Bamberg


Art der Veranstaltung
Vorträge & Diskussion / Konzert / Antirassistisches Fußballturnier



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01.06.2013 - 19:00

IRAN: Wahlen ohne Demokratie - Perspektiven der Zivilgesellschaft?

 

Die Veranstaltung wurde von musikalischen Darbietungen durch den Sänger Arash Sasan umrahmt, der persische und englische Lieder darbot und sich dazu selbst auf der Gitarre begleitete.

Die Podiumsdiskussion fand im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im Iran am 14. Juni 2013 statt. Die vorherige Wahl des iranischen Präsidenten im Jahr 2009 war höchst umstritten abgelaufen und hatte große, blutig niedergeschlagene Proteste nach sich gezogen. Die innenpolitische Lage war oder ist aufgrund dieser Ereignisse noch immer sehr angespannt.

Im Vorfeld der Wahl stellten sich daher zahlreiche Fragen, wie zum Beispiel: Haben die reformorientierten bzw. moderaten Kandidaten überhaupt eine Chance auf eine faire Teilnahme? Welche Auswirkungen wird die Wahl auf die Lage der Menschenrechte und auf das Verhältnis Irans mit dem Westen haben? Welche Perspektiven hat die iranische Zivilgesellschaft im Allgemeinen? 

Im ersten teil der Veranstaltung referierte Maede Soltani, Tochter des in Teheran inhaftierten Rechtsanwalts Abdolfattah Soltani, über die Situation der politischen Gefangenen im Iran. Abdolfattah Soltani hatte vor über 10 Jahren gemeinsam mit der Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi und anderen Juristen das „Zentrum für Menschrechtsverteidiger“ gegründet. Die Mitglieder des Zentrums konnten zahlreiche gewaltlose politische Gefangene vor Gericht vertreten. Aus diesem Grund wurden sie selbst zur Zielscheibe des iranischen Regimes: Abdolfattah Soltani wurde zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, weitere Kolleginnen und Kollegen wurden ebenfalls inhaftiert oder mussten wie Schirin Ebadi ins Exil gehen. Soltani berichtete von den Belastungen und Schikanen, denen die Familien der politischen Gefangenen, insbesondere auch deren Kinder, ausgesetzt sind. Sie versicherte, dass sie sich weiter von Deutschland aus für die Freilassung ihres Vaters einsetzen werde.

Dr. Nasrin Bassiri und Dr. Wahied Wahdat Hagh diskutieren, Silvia Bauer moderiert.

Im Mittelpunkt der folgenden, von Silvia Bauer moderierten Diskussion zwischen den beiden Politikwissenschaftlern Dr. Nasrin Bassiri und Dr. Wahied Wahdat Hagh standen Fragen nach der Zivilgesellschaft, aber auch nach den Aussichten verschiedener Kandidaten und der Rolle der Sanktionen des Westens. In einigen Punkten vertraten die Referenten unterschiedliche Meinungen: Zwar waren sich beide einig, dass das politische System im Iran keine echte Demokratie zulässt. Frau Bassiri erläuterte aber, dass es zwischen den vom Regime handverlesenen Kandidaten durchaus eine Art politischen Wettbewerb gibt. Herr Wahdat Hagh betonte dagegen die totalitäre Natur des Systems und warf die Frage auf, wie diese Diktatur enden werde: durch freiwillige Aufgabe – ähnlich wie in der Sowjetunion – oder durch Gewalt, sei es von innen oder außen.  

 

Empfohlene Weblinks

www.united4iran-bayern.de

ReferentInnen

Dr. Nasrin Bassiri
Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin

Dr. Wahied Wahdat Hagh
Soziologe und Politologe

Maede Soltani
Tochter des inhaftierten Rechtsanwalts Abdolfattah Soltani

Moderation:
Silvia Bauer
Kulturwissenschaftlerin

Musikalische Begleitung: Arash Sasan

Veranstaltungsort
München


Partner

United4Iran – Bayern e. V.

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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23.05.2013 bis 26.05.2013

Kontakt – das Kulturfestival: Thema 'suchen'

 

Wie wollen wir zukünftig wohnen? Wie wollen wir uns ernähren? Wie wollen wir kommunizieren? Wie wollen wir Kunst und Kultur in unserer Stadt leben?

Dies waren nur einige der spannenden Fragen, die das neunte „Kontakt – das Kulturfestival“ beleuchtete. In Lesungen, Workshops, Musik, Tanz sowie darstellender und bildender Kunst nahm sich „Kontakt – das Kulturfestival“ so dem diesjährigen Festivalthema <suchen> an. 

Den Schwerpunkt dieser zukunftsorientierten Fragestellung bildete das fünfteilige Symposion, dessen Höhepunkt die professionell geleitete Zukunftswerkstatt bildete. Ziel des Festivals war es, Menschen zu einer aktiven Gestaltung unserer Gesellschaft zu ermutigen. Die Besucher/innen konnten mit ihrer Teilnahme an Workshops, Vorträgen und Diskussionen das Festival mitgestalten, Gedanken zu unterschiedlichen Themen entwickeln und miteinander teilen. Den Rahmen bildete das Kulturprogramm, das sich verschiedener Genres bediente und ebenfalls für ein breites Publikum offen stand. 

Je zwei Blöcke an Kurzfilmen und Lesungen erzählten Geschichten vom gesellschaftlichen und individuellen Suchen;  insgesamt zwölf Künstler/innen zeigten in unserer Ausstellung in Form von Skulpturen, Malerei, Videoinstallationen und Fotographie ihre Interpretationen des Festivalthemas. In neun Workshops suchten wir mit unseren Besucher/inne/n neue künstlerische Ausdrucksformen und Arbeitstechniken. Abgerundet wurde dieser Rahmen durch über fünfzehn Livebands und DJanes.

Die thematische Schwerpunktsetzung des Festivals erfolgte schließlich in unserem Symposion zum Thema „Zukunft <suchen>: Wie wollen wir leben?“. Den Auftakt zu dieser Reihe innerhalb des Festivals bildete der Beitrag „Wie wollen wir wohnen? – Konversion in Bamberg“. Der Leiter des Konversionsamtes der Stadt Bamberg, Harald Lang, stellte die bisherigen Planungen zur Umnutzung des ehemaligen Militärgeländes dar. Daraufhin entwickelte sich eine rege Diskussion um bezahlbare Mieten und zukunftsfähige Wohnkonzepte in Bamberg. Am zweiten Festivaltag stellte Joscha Falck, bis 2012 Dozent an der Universität Bamberg, unter dem Titel „Wie wollen wir kommunizieren? – Wertschätzende Kommunikation“ den Ansatz der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GfK) vor und erprobte diesen mit zahlreichen Interessierten. Der Samstagnachmittag stand ganz im Zeichen der Ernährung: Unter dem Titel „Wie wollen wir uns ernähren? – Marktplatz der Ideen“ luden wir die Besucher/innen ein, im Gespräch mit Initiativen, lokalen Gastronomen und Gemüsegärtnern, regionale und nachhaltige Ernährungskonzepte zu diskutieren und auszuprobieren. Den dritten Beitrag zum Symposion lieferte PD Dr. Fritz Reheis; bekannt geworden durch seine Publikationen zum Thema „Entschleunigung“, diskutierte der Bamberger Soziologe mit Besucher/inne/n die Frage „Wie wollen wir uns bilden?“ und stellte in seinem interaktiven Vortrag die „Turbo-Bildung“ in Frage. Die vielseitigen Anregungen des Symposions mündeten in eine abschließende Zukunftswerkstatt zum Thema „Was braucht die Kultur in Bamberg?“ Unter der professionellen Leitung von Dipl. Päd. Helmut Lange diskutierten Besucher/innen vier Stunden mit den Fraktionsvorsitzenden des Bamberger Stadtrates (Grüne: Ursula Sowa; SPD: Wolfgang Metzner) Probleme des Bamberger Kulturlebens und entwarfen konstruktive Lösungsvorschläge.

Auf dem YouTube-Kanal des Kontakt-Festivals können Sie ein Video sehen, das sehr schöne Impressionen vom Festival vermittelt.

 

Empfohlene Weblinks

www.kontakt-bamberg.de

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

AStA Bamberg e.V


Art der Veranstaltung
Kulturfestival



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21.05.2013 bis 31.05.2013

Georgien: Auf dem Weg nach Europa?

 


Georgien liegt am äußersten Rand Europas und hat eine Geschichte, die wechselvoll war und ist. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion gewann das Land seine Unabhängigkeit wieder, die es vor vielen Jahrhunderten erst an Perser und Türken, dann an den russischen Zaren, verloren hatte.

Georgien ist heute eine demokratische Republik mit einem starken Präsidialsystem und zentralisierter Verwaltung. Zuletzt fanden am 1. Oktober 2012 freie Wahlen in Georgien statt, denen erstmals in diesem Kaukasus-Land ein friedlicher Machtwechsel folgte. 

Ziel der georgischen Außenpolitik ist eine Festigung der Beziehungen zur Europäischen Union und auch zum Europarat, dem es seit 1999 angehört. An diesem Ziel hält auch die neue pro-westliche Führung von Premierminister Iwanischwili fest, der Georgien weiter in die EU und die Nato führen will.

Die politischen Gegebenheiten, einzigartige Baudenkmäler, grandiose Landschaften, ein mildes Klima und seine gastfreundlichen Bewohner machen Georgien zu einem ganz besonderen Reiseziel. Unser Reiseprogramm sah so aus:

Mittwoch, 22.5.2013

Stadtführung durch Tbilissi
Tbilissi ist die Hauptstadt Georgiens und kultureller Mittelpunkt des Landes (ca. 1.5 Mio. Einwohner*nnen). Besichtigung der 2004 fertiggestellten Sameba-Kathedrale, die als Symbol der nationalen und religiösen Wiedererstehung Georgiens gilt. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt konnten sowohl die renovierten Viertel bewundert, als auch die protzigen Glaspaläste der Postmoderne bestaunen aber auch noch sehr schöne alte aber baufällige Gebäude betrachtet werden.

Besuch der Heinrich Böll Stiftung
Gespräch mit Nino Lejawa, Leiterin des Büros der HBS in Tbilissi mit vielen Informationen über die Geschichte und die aktuelle Situation des Landes, sowohl unter innenpolitischen Gesichtspunkten als auch unter dem Aspekt der ungebrochenen Westorientierung der georgischen Eliten und weiter Bevölkerungsteile, wie sie sich nicht zuletzt in der allgegenwärtigen Präsenz der Europäischen Flagge manifestiert.

Donnerstag, 23.5.2013

Besuch der Deutschen Botschaft
Gespräch mit Botschafter Ortwin Henning. Themen waren u.a. die Perspektiven Georgiens bezüglich einer weiteren Annäherung an die Europäische Union, die Zukunft der deutsch-georgischen Beziehungen und die europapolitische/internationale Ausrichtung der neuen Regierungspartei.

Besuch des kaukasischen Hauses
Gespräch mit Naira Gelashvili
Fahrt mit der Seilbahn auf den Hausberg von Tbilissi; Abstieg zu Fuß mit Besichtigung einer Kirchenanlage.

Freitag, 24.5.2013

Fahrt nach Kutaissi mit Zwischenstationen
Besuch von Mzcheta, der historischen Hauptstadt Georgiens
In Gori wurde das Stalin Museum besichtigt
Besichtigung der Höhlenstadt von Uplisciche – Ende des 2. Jahrtausends vor Christus nutzte ein einheimischer Völkerstamm erstmals die natürlichen Höhlen als Wohnungen. Im Mittelalter beherbergte die Stadt 20.000 Menschen. Erst im 18. Jahrhundert verließen die letzten Bewohner dieses Felsendomizil, dessen Reste sehr beeindruckend sind.
Abends Ankunft in Kutaissi, der zweitgrößten Stadt Georgiens und seit kurzem Sitz des georgischen Parlaments.

Samstag, 25.5.2013

Vormittags Stadtbesichtigung Kutaissi: Festung, Bagrati Kathedrale,
malerischer Markt, Synagoge, Altstadt,
Anschließend fand ein Ausflug zur Klosteranlage nach Gelati statt, dem Kloster des berühmtesten georgischen Königs David. Die Anlage beheimatet auch eine alte Akademie und einen berühmten Weinkeller, in dem die Marani-Krüge - große, henkellose Tonamphoren, die in den Boden eingelassen sind – bewundert wurden.

Sonntag, 26.5.2013

Fahrt nach Mestia in Swanetien, der „Krone des Kaukasus“
Eine Reise nach Swanetien ist immer etwas Besonderes, es ist so etwas wie eine
Zeitreise in eine archaisch anmutende Welt; die Fahrt ging durch das Enguri-Tal und endete in Mestia, berühmt für die Wohn- und Wehrtürme, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören

Montag, 27.5.2013

Ausflug nach Uschguri, dem höchsten Ort Europas. Die Fahrt auf der engen Bergstraße durch die Dörfer war ein echtes Kaukasus-Erlebnis. Da der Reisebus, diese Strecke nicht fahren kann, wurden für den Ausflug mehrere kleine Busse benutzt.

Dienstag, 28.5.2013

Fahrt von Mestia nach Batumi
Die Reise wurde unterbrochen in Poti, einem ehemals wichtigen Handelsort am schwarzen Meer. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister und einigen städtischen Abgeordneten bekam die Gruppe einen Einblick in die aktuellen Probleme der Region.
Am Abend wurde Batumi erreicht, eine lebhafte, eher türkisch anmutende Provinzhauptstadt mit schönen Stränden.

Mittwoch, 29.5.2013

Stadtrundfahrt Batumi mit Besichtigung der Gonio Festung und des botanischen Gartens.

Donnerstag, 30.5.2013
Am Vormittag wurden individuell die Bademöglichkeiten erkundet. Am Nachmittag Besuch der Zeitung Batumelebi , Gespräch mit Eter Turadze und Nana Kvachadze über die Rolle der Medien in Georgien, die Geschichte der Zeitung sowie die Pressefreiheit vor Ort.

Veranstaltungsort
Georgien


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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08.05.2013 bis 12.05.2013

festival contre le racisme

 

Das Festival verband die Vergangenheitsbewältigung mit der Gegenwart. Gerade in Niederbayern stößt man im Alltag in den Köpfen der Bevölkerung wie in den institutionellen Strukturen immer wieder auf wenig bekannte und verschwiegene Verbindungen bis ins "Dritte Reich". Um hier einen Diskurs anzustoßen, sollten sowohl Studierende als auch Passauer/innen angesprochen werden.

Der Fokus des Festivals lag auf Themen, die in unterschiedlicher Weise mit dem Gesamtthema Rassismus befassen und die Verbindung von Vergangenheitsbewältigung mit der Gegenwart herstellen. Die dabei angesprochenen Themenbereiche waren: 

  • Neue Rechte
  • Alltagsrassismus
  • Kolonialgeschichte
  • die extreme Rechte in Bayern, speziell in Niederbayern
  • Geschichtsaufarbeitung mit lokalem Bezug
  • Philosophiegeschichte
  • Islamophobie

Einen ausführlichen Bericht über die einzelnen Veranstaltungen im Rahmen des Festifals können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Veranstaltungsort
Passau


Partner

AStA/SprecherInnenRat (Studierendenvertretung) der Universität Passau


Art der Veranstaltung
Festival



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29.04.2013 - 18:30

Populismus und Fremdenfeindlichkeit in Skandinavien

 

Der Streit um eine Schließung der dänischen Grenzen, der Wahlerfolg der finnischen Rechtspopulisten, die Attentate von Oslo und Utøya – in den vergangenen Jahren gab es einige Schlagzeilen, die dem Bild vom weltoffenen, idyllischen Norden widersprechen. Schnell konnte der Eindruck entstehen, dass die Region politisch nach rechts driftet. Aber wie viel Einfluss haben rechte Strömungen und Parteien tatsächlich? Und welche Auswirkungen hat der Terror vom 22. Juli auf die skandinavischen Gesellschaften ? Wie gehen unsere nordischen Nachbarn mit der Herausforderung von populistischen fremdenfeindlichen Strömungen um?

Das waren die Ausgangsfragestellungen unserer Podiumsdiskussion im Münchner Gasteig. Besondere Aktualität erhielt die Debatte durch die bevorstehende Eröffnung des NSU-Prozess vor dem Bayerischen Oberlandesgericht. Hier ergaben sich in der Diskussion spannende Fragen, zum Beispiel die nach den Möglichkeiten und Grenzen eines Strafprozesses gegen neonazistische Gewalttäter.  Von Jan Lewenhagen wurde  herausgestellt, dass die Rechtspopulisten in Norwegen und in den anderen skandinavischen Ländern vor allem Zulauf von Zuwanderungsgegnern bekommen. Deren Angstkampagne vor einer angeblichen „Islamisierung“ Skandinaviens wie Europas findet bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung Anklang. So liege die norwegische Fortschrittspartei bei Umfragewerten von ca. 30 Prozent. Auch den rechtspopulistischen „Schweden-Demokraten“ gelang im vergangenen September erstmals der Sprung in den schwedischen Reichstag. Anika Hamrud, profunde Kennerin dieser Partei, betonte, die durchaus unterschiedlichen Ursprünge und Traditionen der diversen rechtspopulistischen Parteien und  Strömungen in Skandinavien. Geminsam sei ihnen neben der Angst vor Zuwanderung, vor allem auch die Skepsis gegen die Europäische Union. Jüngstes Beispiel dafür sind die Erfolge der Euro-Skeptiker bei den finnischen Wahlen. Gunnar Herrmann fasste diesen Teil der Diskussion zusammen: Auch wenn rechtspopulistisch nicht gleich rechtsextrem bedeutet, so zeigen viele aktuelle Entwicklungen, wie aus rechtspopulistischen Einstellungen in der Mitte der skandinavischen Gesellschaften ein Nährboden für rechtsextremes Gedankengut erwachsen konnte. 

 

ReferentInnen

Jan Lewenhagen
Deutschlandkorrespondent der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter  

Ali Esbati
Berater der norwegischen Linkspartei und Überlebender des Anschlags auf Utøya

Annika Hamrud
Journalistin und Autorin eines Buches über die Schwedendemokraten  


Moderation:
Gunnar Herrmann
ehemaliger Skandinavien-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung

Veranstaltungsort
München, Gasteig Black Box, Rosenheimer Str. 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Münchner Stadtbibliothek


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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13.04.2013

Volkes Stimme?

Ein Praxistag voller Strategien gegen Rechtspopulismus

Rechtspopulisten profitieren von Krisen, von gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen, die immer weniger überschaubar sind. Als selbst ernannte „Stimme des Volkes“ tragen sie aber nicht zu Transparenz und Klärung bei, sondern schüren vielmehr vorhandene Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung. Dabei bedienen sie sich zumeist rechtsextremer, rassistischer und nationalistischer Hetze. 

Wie man Rechtspopulisten den Wind aus den Segeln nehmen kann, mit Argumenten, pfiffigen Ideen und konsequentem Handeln, wurde an diesem Praxistag in vier Workshops vermittelt. Neben grundlegenden Informationen boten diese Workshops viel Platz zum Ausprobieren und für eigene Ideen.

Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung erschien in der Juni-Ausgabe der DDS, der Monatszeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Sie können den Bericht hier als PDF-Datei herunterladen.

Veranstaltungsort
München


Partner

Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung

Projektstelle gegen Rechtsextremismus (Bad Alexandersbad)

DGB Bildungswerk München

Evangelische Stadtakademie München

Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus

Kreisjugendring München Stadt

Evangelische Jugend München


Art der Veranstaltung
Workshop



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22.03.2013 bis 24.03.2013

Gewaltfrei im Schatten von Gewalt

Tagung des Bundes für Soziale Verteidigung

Die Tagung befasste sich anhand von drei sehr unterschiedlichen Ländern (Weißrussland, Syrien und Ägypten) mit der Frage, wie AktivistInnen im Schatten von Gewalt und Repression arbeiten, welche Strategien sie entwickelt haben, wie sie mit der eigenen Gefährdung umgehen und welche Rolle internationale PartnerInnen in Unterstützung und Schutz spielen können. Die Veranstaltung wandte sich an verschiedene Gruppen und deren Mitglieder: Organisationen und Vereine, die sich mit den Themen der Menschenrechte, Friedenssicherung und Konfliktbearbeitung (lokale Bürgerinitiativen, NROs und Kirchengemeinden) beschäftigen, sollten ebenso angesprochen werden wie PolitikerInnen auf lokaler und Bundesebene. Die Tagung war in erster Linie interessant für Menschen, die sich selbst aktiv in der Zivilgesellschaft betätigen, sei es, dass sie unter Repression leidende AktivistInnen anderenorts durch Solidaritätsarbeit begleiten, sei es, dass sie als Bürgerrechts- und oder FriedensaktivistInnen selbst unmittelbar mit den angeschnittenen Themen und Herausforderungen zu tun haben.

Die ReferentInnen und Referenten der Tagung stellten auf eindruckvolle Weise dar, welchen Formen der Repression sie sich ausgesetzt sehen. Sie alle beleuchteten durchgängig, wie diese Repression eingebunden ist in die internationalen Strukturen, d.h. inwieweit andere Akteure, besonders Akteure des globalen Nordens oder mächtige Nachbarländer, eine (kausale oder zumindest fördernde) Rolle bei der Repression spielen.

Immer wieder spielte auch das Thema "Gender" eine Rolle, etwa wenn im Falle von Belarus davon berichtet wurde, dass es dort ein neues Gesetz gibt, demzufolge Frauen bestimmte Berufe nicht ausüben dürfen, wogegen von zivilgesellschaftlicher Seite eine große Kampagne läuft. "Unser Haus" macht darüber hinaus gezielte Arbeit zu Gewalt, die von Seite der Polizei gegen Frauen ausgeübt wird. Im Falle Syriens beschrieb der Referent Aziz Ramadan, wie gerade mit zunehmender gewaltsamer Repression von Seiten des Staates die Rolle der Frauen im zivilen Widerstand immer zentraler wurde. (Während diejenigen, die sich dem bewaffneten angeschlossen haben, weitgehend Männer sind.) So sind und waren es oftmals Frauen, die solche zivilen Aktionen planten und durchführten, weil sie von den Sicherheitsorganen seltener verdächtigt und kontrolliert wurden.

Ein anderer Punkt war die auf dem abschließenden Podium aufgerissene Frage, welche Rolle internationale Unterstützung (von staatlicher wie zivilgesellschaftlicher Seite) bei dem Schutz vor und Widerstand gegen Repression spielen. Hier wurde deutlich, dass es vielfältige positive Formen der Unterstützung gibt, aber solche Unterstützung sorgfältig unter dem Aspekt der Frage geprüft werden muss, ob sie nicht den zu Unterstützenden auch schaden kann - zum Beispiel, wenn sie dadurch im Inland als "Verräter" gebrandmarkt werden, oder wenn staatlicherseits (wie in Russland) Sanktionen für ausländische Unterstützung drohen.

Aziz Ramadan und André Find mit  Übersetzerin Christine Schweitzer

In dem Feedback zur Tagung wurden immer wieder zwei Punkte betont: Erstens der tiefe Eindruck, den die Phantasie, der Mut und die Konsequenz der AktivistInnen in ihrer Arbeit für Demokratie und Menschenrechte unter Bedingungen der Repression gemacht hat. Viele drückten aus, dass sie einen besseren Eindruck davon bekamen, was gewaltfreier Widerstand und Arbeit für Bürgerrechte unter solchen Umständen bedeutet. Und zum zweiten wurde mehrfach davon gesprochen, dass sie selbst neue Ideen und Motivation bekommen hatten in Bezug darauf, was sie selbst tun könnten, um solche Arbeit zu unterstützen. Greifbares Resultat war die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe zum Thema "Syrien", die sich dann am 24. April das erste Mal in Hannover getroffen hat.


Die Irak-Theatergruppe unter Leitung  von Ali Kareem führt ihre Ergebnisse auf.

Eine Dokumentation der Tagung mit Vorträgen und Aufsätzen ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich im Sommer erscheinen. 

Empfohlene Weblinks

www.soziale-verteidigung.de

Veranstaltungsort
Würzburg


Partner

Bund für Soziale Verteidigung (BSV)


Art der Veranstaltung
Tagung



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05.03.2013

Recht auf Stadt

Demokratische Gestaltung von Stadtentwicklung und Stadtplanung

Wem gehört die Stadt?

Ausgehend von Hamburg und Freiburg formiert sich die urbane Bewegung 'Recht auf Stadt'. 'Recht auf Stadt' wendet sich gegen die Unterordnung städtischen Lebensraumes unter das Diktat kommerzieller Interessen. Die Bewegung fußt auf der Philosophie des französischen Soziologen Henri Lefebvre. Lefebvre fordert für alle Bevölkerungsschichten das Recht auf Zugang zu allen kulturellen und sozialen Institutionen sowie das Recht auf Mitgestaltung ihrer Stadt.

Derzeit findet in Deutschland ein Immobilienboom statt. Wohlhabende Anleger und Fonds investieren in sicheres Beton-Gold - in Gebäude und Grundstücke. 2011 wechselten in Nürnberg für 1,6 Milliarden Euro Grundstücke und Häuser den Besitzer. In erster Linie werden Eigentumswohnungen gebaut. Großanleger investieren in Büro- und Gewerbekomplexe. Die Folgen: Verknappung günstiger Mietwohnungen, Anstieg der Wohnungsmieten und ein Überangebot an Büroflächen. Derzeit stehen in Nürnberg 237.900 qm an Büroflächen ungenutzt  leer. Dagegen wurden 2011 nur 92 neue Sozialwohnungen fertiggestellt. 'Recht auf Stadt' wendet sich gegen Gentrifizierung - die Vertreibung einkommensschwacher Bevölkerung durch Stadtteilsanierung, Mieterhöhung und Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen.

Recht auf Stadt' tritt für kulturelle und soziale Zwischennutzungen in leerstehenden Gebäuden ein. Das ehemalige Arbeitsamt am Altstadtring steht seit zwanzig Jahren leer. 2003 wurde die Paketposthalle in der Bahnhofstraße abgerissen um Platz für ein Sportkaufhaus zu schaffen. Viele Bürger und Architekten sahen in dem markanten Bau ein erhaltenswertes Denkmal.  Nach dem Abriss sprang der Investor ab und seitdem erstreckt sich eine ungenutzte Brache. Der Denkmalschutz steht oft auf verlorenem Posten, wenn es um kommerzielle Interessen geht. So wurde auch das denkmalgeschützte Milchhofgebäude (1930 errichtet, Architekt Otto Ernst Schweizer) 2008 abgerissen.

'Recht auf Stadt' fordert transparente Planungsprozesse und die frühzeitige Einbeziehung der Bürger bei Stadtentwicklung und Bauprojekten.  

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich die veranstaltung damit, wie Stadtplanung und Stadtentwicklung demokratisch gestaltet werden können - um die Meinung und Wünsche der Bewohner ernst zu nehmen und einzubeziehen. Themen waren: Lebensqualität im urbanen Raum, bezahlbarer Wohnraum und Gentrifizierung, Leerstand und kulturelle Zwischennutzungen.  Andrej Holm stellte das Konzept der Bewegung 'Recht auf Stadt' dar. Er  forderte insbesondere den Zugang  aller Bevölkerungsschichten zu allen kulturellen und sozialen Einrichtungen . 

Anschließend erläuterte Siegfried Dengler den rechtlichen Rahmen der Bürgerbeteiligung bei Stadtentwicklung und Bauprojekten. Er stellte dar, dass und wie die Stadt Nürnberg versucht, neue Wege bei der Einbeziehung der Bürger zu gehen.

 

ReferentInnen

Andrej Holm
Sozialwissenschaftler und Buchautor

Siegfried Dengler
Stadt Nürnberg,  Leiter des Stadtplanungsamtes

Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Medienladen e.V., Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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