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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

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07.12.2012 bis 08.12.2012

Zwischen Akzeptanz und Widerstand – Energiewende und neue...

 

Das epochale nationale Projekt „Energiewende“ teilt das Schicksal vieler anderer Großprojekte: Kaum wandelt sich die Idee in konkrete Vorhaben, schon gesellt sich zur Euphorie Zurückweisung und Widerstand. Windräder werden abgelehnt, neue Stromleitungen ebenso, weil sie das Landschaftsbild verschandeln. Die Befürworter argumentieren mit der Notwendigkeit, die Gegner bestreiten diese. Die Konfliktlinien zu sortieren und danach zu fragen, wie Energiewende-Projekte gestaltet sein müssen, damit sie tatsächlich akzeptiert werden, waren nur zwei Aspekte einer Tagung, die wir in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing veranstalteten.

Prof. Dr. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gab einleitend einen umfassenden Überblick über Stand und Perspektiven der Energiewende. Er wies darauf hin, dass die eigentliche Ursache und Hauptbeweggrund für die Energiewende der bevorstehende und in Gang befindliche Klimawandel sei. In den nächsten fünf Jahren entscheidet sich nämlich, ob das Ziel, eine Erderwärmung von 2 Grad Celsius nicht zu überschreiten, überhaupt noch erreichen lässt. Derzeit befinden wir uns eher auf einem Trend, der auf 4° Erwärmung hinweist. Die Katastrophe von Fukushima, die eine breite gesellschaftliche Neubewertung der Kernenergie mit sich brachte, brachte insofern nur einen zusätzlichen Schub für die Notwendigkeit der Energiewende. Denn – und das unterscheidet Deutschland und Japan voneinander, wie Fischedick betonte - in Deutschland stand seit den 1970er Jahren die systematische Beschäftigung mit alternativen Energiekonzepten auf der Agenda, während Japan nie ernsthaft Alternativen zur Atomenergie erwogen habe. Allerdings sollte – so Fischedick - bei der derzeitigen Fokussierung auf den Atomausstieg und der damit einhergehenden Diskussion über Alternativen bei der Stromerzeugung nicht vergessen werden, dass ein hauptsächliches Handlungsfeld die Steigerung der Energieeffizienz und das Energiesparen sein muss.

Um die Energiewende voranzubringen, braucht es laut Fischedick Vorreiter auf allen Ebenen: auf der EU-, Bundes- und Länder-Ebene ebenso sehr wie auf der kommunalen. Hier sind die Beschlüsse in mittlerweile rund 130 Kommunen und Regionen getroffenen Beschlüsse, sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu 100% aus regenerativen Energien versorgen zu wollen, ebenso zu erwähnen wie die bereits eingeleiteten Maßnahmen für eine erneuerbare Energieversorgung und forcierte Effizienzstrategien.

Fischedick plädierte auch dafür, neben der technologischen Innovation und der Anpassung der Infrastrukturen die soziale Innovation nicht zu vergessen: Damit sind u.a. neue Geschäftsmodelle, Beteiligungsmuster, aber auch Änderungen im Konsumverhalten gemeint. Das Ziel ist durchaus ambitioniert: Will man beispielsweise den Energieverbrauch von Gebäuden bis 2050 um 80 % verringern – nichts anderes sieht das nationale Energiekonzept vor – , so müsste in knapp vierzig Jahren der gesamte deutsche Gebäudebestand einmal komplett durchsaniert werden. Dass dies zu schaffen sei, zeigte sich Fischedick durchaus optimistisch, auch wenn es nicht leicht werden wird.

Hinsichtlich der augenblicklichen Kostendiskussion konstatierte Fischedick ein „schräges Bild“. Die steigenden Strompreise würden nämlich vornehmlich den Privathaushalten und den Klein- und Mittelunternehmen aufgebürdet. „Schuld“ an diesen Strompreiserhöhungen sind aber in nur geringem Maße (nämlich zu rund einem Drittel) der Ausbau der regenerativen Energien und seine Förderung durch das EEG, sondern v.a. die Ausnahmeregelungen für Stromgroßverbraucher. Zudem könnten die Mehrbelastungen durch konsequente Einsparbemühungen in Haushalten und Gewerbe kompensiert werden.

Die „neue Protestkultur“ stellte Felix Butzlaff vom Göttinger Institut für Demokratieforschung auf den Prüfstand. Er stützte sich dabei auf aktuelle Forschungsergebnisse einer qualitativen Studie. Der Protest-Prototyp ist dabei folgendermaßen charakterisiert: überwiegend männlich, Mitte 40 bis Mitte 70, Souveränität über das eigene Zeitbudget (z.B. Selbstständige), sozial gut vernetzt, kirchlich nicht gebunden (und wenn doch, dann eher protestantisch), ressourcenstark. Auffällig sei zudem, so Butzlaff, dass die technischen Berufe stark vertreten seien, was dazu führe, dass die Herangehensweise an Probleme durch eine gewisse „kompromisslose Objektivität“ gekennzeichnet sei. Diese Einstellung passe aber nicht zur Eigenart von (Volks-) Parteien, die auf Kompromiss und Interessenausgleich geeicht seien. Es sind also nicht in erster Linie die gesellschaftlichen und sozialen Randgruppen, sondern die Erfolgreichen und gut Situierten, die sich mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein einbringen. Dies resultiert auch daher, dass sie einiges an lebensgeschichtlicher „Selbstwirksamkeitserfahrung“ mitbringen.

„Energetingen“ hat Maximilian Knogler von der Münchner TUM School of Education das u.a. von ihm entwickelte Planspiel genannt. Die Gemeinden (z.B. Schulklassen) in diesem fiktiven Landkreis werden vom Landrat aufgefordert, sich an der Entwicklung eines tragfähigen Energiekonzepts zu beteiligen. Den Weg zum fertigen Konzept markieren Aufbau von Expertenwissen, Meinungsaustausch, Abstimmungsprozesse – kurzum: alles, was einen demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess ausmacht. Das Planspiel, bisher mit über 1000 Schülerinnen und Schülern erfolgreich durchgeführt, eignet sich aber auch z.B. für Kommunalpolitiker, die Entscheidungsprozesse vorab einmal „durchspielen“ wollen.

Der Frage, wie Akzeptanz für Energiewendeprojekte geschaffen werden könne, widmeten sich Irina Rau (Forschungsgruppe Umweltpsychologie der Universität des Saarlands, im Foto unten links) und Dr. Hannah Büttner (rechts) von der Beratungsagentur IFOK. 

Irina Rau machte mit ihrem Überblick über die empirische Erforschung der Akzeptanz von Energiewendeprojekten deutlich, dass die Energiewende nur von 3.2% der Bevölkerung aktiv bekämpft wird. Demgegenüber stehen über 70% Befürworter und sogar zusätzlich noch 10,8%, die die Energiewende mit aktivem Engagement unterstützen. Als wesentliche Einflussfaktoren auf die Akzeptanz von Energiewendeprojekten nannte Irina Rau neben dem Standort (Landschaftsveränderungen, Ortsbindung und -identität) und der Technologie (Umweltverträglichkeit, Lebensqualität) die regionale Wertschöpfung und ein faires Beteiligungsverfahren. Beim Verfahren selbst sei es wichtig, dass die Betroffenen so früh wie möglich beteiligt werden und dass das Verfahren zumindest zu Beginn ergebnisoffen ist. Die Informationen müssten dabei allgemein zugänglich sein. Entscheidend für die Akzeptanz eines Vorhabens ist aber der Gerechtigkeitsaspekt. Und zwar nicht nur im Hinblick auf das Verfahren selbst, sondern auch auf die Verteilungsfrage (regionale Gerechtigkeit) und hinsichtlich des höflichen und respektvollen Umgangs miteinander. Gerade Politiker müssten sich aber davon verabschieden, zu glauben, Beteiligung sei eine automatische Garantie für Akzeptanz. Als Beispiel für ein sehr gelungenes Beteiligungsprojekt nannte sie den Windpark Druiberg (Gemeinde Dardesheim), wo durch vielfältige Aktivitäten die Anlage zu einem Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden sei.

Dr. Hannah Büttner, Senior-Beraterin der IFOK GmbH, berichtete über den Bürgerdialog „Energietechnologien für die Zukunft“, mit dem im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung versucht werden sollte, Hinweise aus der Bürgerschaft für die konkrete Gestaltung der Energiewende zu gewinnen. Auch sie plädierte nachdrücklich dafür, Beteiligungsprozesse nicht erst in Gang zu setzen, wenn es zu spät sei. Nur zu oft, so Büttner, werde sie eingeschaltet, wenn ein Konflikt bereits eskaliert sei. Dann gehe es vornehmlich darum, die verschiedenen Akteure miteinander wieder ins Gespräch zu bringen, das Verfahren zu versachlichen und konstruktiv zu begleiten. Der Bürgerdialog „Energietechnologien für die Zukunft“ ist ein Weg, um den Bürgern „Orientierung in der Informationsvielfalt“ zu geben, mit den Bürgern „auf Augenhöhe mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft Chancen und Herausforderungen zu diskutieren“ sowie Meinungsbilder und Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu formulieren, wie die Energiewende trotz bestehender Zielkonflikte gestaltet werden kann. Die Ergebnisse der Konsultation dokumentieren Wünsche und Anforderungen der Bevölkerung. Diese müssen nun von der Politik und den Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft (insbesondere die Mitglieder des Beraterkreises) in ihrem Handeln einbezogen werden.

Viele verschiedene Wege geht die Bürgerstiftung Energiewende Oberland, die von Vorstandsvorsitzendem Prof. Dr. Wolfgang Seiler (im Foto oben in der Mitte zwischen Dr. Gerd Rudel von der Petra-Kelly-Stiftung und Dr. Manfred Schwarzmeier von der Akademie) vorgestellt wurde. Als Ziel haben sich die beteiligten Landkreise gesetzt, bis 2035 mit einer dezentralen Energieversorgung ohne Einsatz fossiler Energieträger auszukommen. Dabei spielen Kraftwerke, die Bürgern gehören, ebenso eine Rolle, wie der Einsatz neuester Technologien (z.B. Smart Grid). Und auch für das Problem der Speicherung von Energie denkt man innerhalb der Bürgerstiftung intensiv nach: Methanisierung lautet hier das Stichwort. Auch Seiler mahnte mit Nachdruck, dass das Thema Energiewende nicht nur auf den Bereich Strom reduziert werde, sondern auch Wärme und Mobilität umfassen müsse. Überhaupt sei es wichtig, das Thema umfassend anzugehen. Obwohl man im Oberland schon viel bewegt habe, so Seiler ernüchternd, sei die Energiewende bei einer wünschenswerten Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h auch dort nur mit geschätzten 12 km/h unterwegs.

Auch Dr. Martin Pehnt (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, ifeu) ging auf die Energieeffizienz ein, die er als die „vernachlässigte Säule der Energiewende“ bezeichnete. Wie wichtig dies ist, verdeutlichte er anhand folgender Zahlen: Beim Einsatz von 100 % Primärenergie werde in Deutschland lediglich 33 % Nutzenergie erzeugt. Aber obwohl sich alle im Grunde dafür aussprechen, Energie zu sparen und effizient einzusetzen, gibt es jede Menge Gegenargumente, sobald es konkret wird. Die energetische Sanierung wird dann als „Dämmwahn“ abgewertet, gegen Energiesparlampen spricht ihr schlechtes Lichtspektrum, die Einführung von Einsparzielen für Unternehmen mittels Steuererleichterungen wird wegen der angeblichen Überbürokratisierung abgelehnt. Und sogar die längst der Vergangenheit angehörenden ineffizienten Nachtspeicherheizungen feiern als Möglichkeit, „Überschusswindstrom“ zu verbrauchen, ein unschönes „Come-back“.

Pehnt sprach sich nachdrücklich dafür aus, für Effizienzanstrengungen durch das Ordnungsrecht (Verbote, Grenzwerte, Nutzungsgebote etc.) entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Glühbirnenverbot habe z.B. gezeigt, wie rasch sich bei entsprechenden rechtlichen Vorgaben Erzeuger wie auch Konsumenten umstellen.

Ein wichtiger Beitrag für die Akzeptanz von Energiewendeprojekten ist die regionale Wertschöpfung. Dabei kann Wertschöpfung in Form der Produktion von Anlagen, durch Planung oder auch Installation und Wartung anfallen, wie Katharina Heinbach vom Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, iöw, darstellte. 2011, so hat ihr Institut errechnet, beläuft sich die Wertschöpfung durch dezentrale EE in Deutschland im Jahr 2011 auf 15,3 Mrd. Euro, davon verbleiben 10,1 Mrd. auf kommunaler Ebene. Dies lässt Heinbach schlussfolgern, dass die regionale Wertschöpfung ein wichtigerer „Treiber“ für den Ausbau der erneuerbaren Energie wird. Die Produktion von EE-Anlagen weist hohe Wertschöpfungseffekte auf, ist wichtig für den Industriestandort Deutschland und kann durch steigende Exporte noch erhöht werden. Aber die Wertschöpfungseffekte durch vor- und nachgelagerte Dienstleistungen (von Planung über Betrieb bis Rückbau) übersteigen die Effekte aus der Produktion bereits. Diese sind im Gegensatz zur (zentralen) Produktion größtenteils in fast jeder Region möglich – was einen weiteren Vorteil der Dezentralität der erneuerbaren Energien darstellt. Auch hier gilt: Die ökonomische Teilhabe (sprich: finanzielle Beteiligung) der Bevölkerung vor Ort ist ein wesentlicher Akzeptanzfaktor.

Die Frage, ob die Energiewende zentral oder dezentral organisiert werden kann, debattierten zum Abschluss der Tagung Dr. Andreas Kießling von der E.ON AG und Dr. Eva Stegen von den Elektrizitätswerken Schönau. Kießling stellte fest, dass auch E.ON zu einem beachtlichen Teil bereits dezentral aufgestellt sei. Er gab allerdings zu bedenken, dass – betrachte man den Netzausbau – Dezentralisierung auch mit Entsolidarisierung einhergehe. Den Grund dafür sah er darin, dass Photovoltaik-Betreiber sich nicht an den Kosten des Netzes beteiligten. Dr. Eva Stegen von den Elektrizitätswerken Schönau vertrat dezidiert die dezentrale Position, für die diese von den „Schönauer Stromrebellen“ initiierte Energiegenossenschaft fast schon symbolhaft steht. Vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe In Tschernobyl wurden aus den AKW-Gegnern dort sukzessive Stromversorger. Am Anfang standen Stromsparbemühungen und das Plädoyer für die Reaktivierung alter Wasserkraftwerke, die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung und die Initiierung von Solar-Gemeinschaftsanlagen. Die Übernahme des Stromnetzes in Schönau wurde nach der Liberalisierung des Strommarktes vom Einstieg in die Stromerzeugung ergänzt. Auch dafür gilt das Schönauer Motto „Energie in Bürgerhand“. Dass dies der richtige Weg sei, dafür stehe ihr bürgereigenes Unternehmen, das inzwischen 135.000 Kunden habe. Inzwischen, so Stegen, kämen sogar japanische Delegationen nach Schönau, um sich über die Möglichkeiten regenerativer Energieerzeugung zu informieren.
Manfred Schwarzmeier/Gerd Rudel

 

Literaturhinweise und weiterführende Links:

ForschungsVerbund Erneuerbare Energien: Forschung senkt Kosten der Energiewende. 10.10.2012
http://www.fvee.de/fileadmin/publikationen/Politische_Papiere_FVEE/12.10.EE_Kosten/2012_10_10_FVEE_stellungnahme_kosten.pdf

Olaf Bandt: Den Mutbürger bei der Energiewende beteiligen – die Zivilgesellschaft stärken. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2012 vom 25.05.2012
http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_bandt_120525.pdf

Franz Walter: Ende oder Fortgang der “Wutbürgerei”?
http://www.demokratie-goettingen.de/blog/ende-oder-fortgang-der-wutburgerei

Ralf Dunker: Warum ist Bürgerbeteiligung an der Energiewende erforderlich und wie kann die Beteiligung gestaltet werden? eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2012 vom 25.05.2012
http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_dunker_120525.pdf

Bruno Burger/Harry Wirth: Photovoltaik in Deutschland – Missverständnisse in der öffentlichen Diskussion. Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme. Berlin 2.2.2012
http://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/forschungsthemen/energie/Photovoltaik-in-Deutschland_Missverstaendnisse-in-der-öffentlichen-Diskussion.pdf

Burghard Flieger: Wirtschaftlich ausrichten oder ehrenamtliches Engagement stärken –(Energie-)Genossenschaften nutzen Unterstützungsstrukturen. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 16/2012 vom 31.08.2012
http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_flieger_120831.pdf

Swantje Küchler/Lena Reuster: Mehrkosten für private Haushalte durch die Begünstigungen der stromintensiven Industrie. Kurzanalyse im Auftrag der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft. Berlin, September 2012
http://www.foes.de/pdf/2012-10-Verguenstigungen_Industrie_Mehrkosten_Haushalte.pdf

Swantje Küchler und Bettina Meyer: Was Strom wirklich kostet. Vergleich der staatlichen Förderungen und gesamtgesellschaftlichen Kosten von Atom, Kohle und erneuerbaren Energien. Studie im Auftrag von Greenpeace Energy e.G.. Forum ökologische Marktwirtschaft. Berlin, August 2012
http://www.greenpeace-energy.de/uploads/media/Stromkostenstudie_Greenpeace_Energy_BWE.pdf

Craig Morris/Martin Pehnt: German Energy Transition. Arguments for a renewable energy future. Heinrich-Böll-Stiftung. Berlin 2012
http://energytransition.de/wp-content/themes/boell/pdf/German-Energy-Transition.pdf

Michaele Hustedt: Runde Tische als Instrument der Mediation in der Energiewende – Chancen und Grenzen am Beispiel des Pumpspeicherwerks Atdorf. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 20/2012 vom 26.10.2012
http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_hustedt_121026.pdf

Claudia Löhle: Direkte Demokratie – Motor oder Bremse für die Energiewende? eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2012 vom 25.05.2012
http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_loehle_120525.pdf

Reinhard Loske: Energie in Bürgerhand. In: Blatter fur deutsche und internationale Politik 12/2012, S. 29-33
http://www.blaetter.de/download/pdf/25373

Martin Pehnt (Hrs.): Energieeffizienz. Ein Lehr- und Handbuch. Heidelberg u. a. 2010

Kerstin Schnelle/Matthias Voigt: Energiewende und Bürgerbeteiligung. Öffentliche Akzeptanz von Infrastrukturprojekten am Beispiel der Thüringer Strombrücke. Erfurt. Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen 2012
http://germanwatch.org/fr/download/4135.pdf

Gerd Rosenkranz: Das sabotierte Jahrhundertprojekt. Wie die Bundesregierung die Energiewende hintertreibt. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 11/2012, S. 101-110
http://www.blaetter.de/download/pdf/25322

Hannes Rudzik: Bürgerbeteiligung beim Netzausbau – Das Internetportal Höchstspannend.de. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 20/2012 vom 26.10.2012
http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/newsletter_beitraege/beitrag_rudzik_121005.pdf

Marc Brost/Dagmar Rosenfeld/Fritz Vorholz: Grüne Energie - Lüge auf der Stromrechnung. In: DIE ZEIT. 31.08.2012
http://www.zeit.de/2012/35/Gruene-Energie-Energiewende-Strompreisluege

Wolfgang George/Thomas Berg (Hrsg.): Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben. Pabst, Lengerich/Berlin/Wien 2011

C.A.R.M.E.N. e.V. (Hrsg.): Akzeptanz erneuerbarer Energien. Ein Leitfaden. Straubing 2012

Stefan Haug/René Mono: Akzeptanz für Erneuerbare Energien – Akzeptanz planen, Beteiligung gestalten, Legitimität gewinnen. 100 prozent erneuerbar stiftung. Berlin 2012

Bernd Hirschl/Steven Salecki/Timo Böther/Katharina Heinbach: Wertschöpfungseffekte durch Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg. Endbericht. Berlin 2011
http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/91392/Anlage_Endbericht.pdf?command=downloadContent&filename=Anlage_Endbericht.pdf

Andreas Kießling/Thomas Kästner: Energie in 60 Minuten. Ein Reiseführer durch die Stromwirtschaft. Wiesbaden 2009

Umweltbundesamt: Aufbruch ins neue Zeitalter – Elemente einer nachhaltigen Energieversorgung. In: Schwerpunkte 2012
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4213.pdf

http://relaunch.100-prozent-erneuerbar.de/ 

http://www.100-ee.de/ 

http://www.100-ee-kongress.de/ 

http://www.deenet.org/ 

http://www.ee-regionen.de/ 

http://www.eneff-stadt.info/ 

http://www.bioenergiedorf.info/

http://www.kommunal-erneuerbar.de/ 

http://www.regiosolar.de/ 

http://www.wege-zum-bioenergiedorf.de/ 

http://www.energiegenossenschaften-gruenden.de/67.html

Empfohlene Weblinks

www.apb-tutzing.de

ReferentInnen

Dr. Hannah Büttner
Senior-Beraterin IFOK GmbH
Tal 21
80331 München
Fon: 089/2422352-11
Mail: hannah.buettner@ifok.de

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Felix Butzlaff
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Göttinger Institut für Demokratieforschung
Weender Landstraße 14
D-37073 Göttingen
Fon: 0551/39-1701-17
E-mail: felix.butzlaff@demokratie-goettingen.de
http://www.demokratie-goettingen.de/

Zusammenfassung der Studie, auf der der Vortrag beruhte

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick
Vizepräsident und Forschungsgruppenleiter, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt , Energie
D-42004 Wuppertal
Fon: 0202/2492-109
Fax: 0202/2492-198
manfred.fischedick@wupperinst.org
http://www.wupperinst.org

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Katharina Heinbach
Dipl.-Geoökologin, wiss. Mitarbeiterin am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH
Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz
Potsdamer Str. 105
10785 Berlin
Fon: 030/884594-66
Fax: 030/8825439
katharina.heinbach@ioew.de
www.ioew.de/wertschoepfung

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Dr. Andreas Kießling
Political Affairs and Corporate Communications, Energy Policy Affairs, E.ON AG
Brienner Straße 40
80333 München
Fon : 089/1254-1467
Fax: 089/1254-1543
Mobil: +49 160-7150587
andreas.kiessling@eon.comPräsentation als PDF-Datei

Maximilian Knogler
TUM School of Education
Schellingstraße 33
D-80799 München
Fon: 089/289-24373
E-mail: maximilian.knogler@tum.de
www.gympaed.edu.tum.de/mitarbeiterinnen/maximilian-knogler/planspiel-energetingen

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Dr.-Ing. Martin Pehnt 
Dipl.-Physiker,  ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, Fachbereichsleiter Energie, Mitglied des Wissenschaftlichen Vorstands
Wilckensstr. 3
D-69120 Heidelberg
Fon: 06221/4767-36
Fax: 06221/4767-19
E-Mail: martin.pehnt@ifeu.de
www.ifeu.de

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Irina Rau
Dipl.-Psych., Forschungsgruppe Umweltpsychologie, Universität des Saarlandes mit Außenstelle an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
irina.rau@fg-upsy.com
http://fg-umwelt.de/

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Prof. Dr. Wolfgang Seiler
Direktor i.R., Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU)
Vorstand Verein Energiewende Oberland
Fon: 08856/80536-0
Fax: 08856/80536-29
Mail: info@energiewende-oberland.de
http://energiewende-oberland.de/

Textliche Zusammenfassung der Präsentation

Dr. Eva Stegen
Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH
Friedrichstr. 53-55
79677 Schönau
Fon: 07673/8885-22
Fax: 07673/8885-19
Mail: e.stegen@ews-schoenau.de
http://www.ews-schoenau.de

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Veranstaltungsort
Tutzing


Partner


Art der Veranstaltung
Tagung



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22.11.2012

Green Economy! - Ebersberg startet durch …

 

Wie wollen wir leben? Unsere Zukunft und die der nachfolgenden Generationen hängt davon ab, wie wir diese Frage beantworten.
Vom 20. bis 22. Juni – zum Jubiläum des „Erdgipfels“ bzw. „Weltgipfels“ 1992 – fand in Rio de Janeiro die UNO-Konferenz über Umwelt und nachhaltige Entwicklung „Rio+20“ statt. Die Ergebnisse der Konferenz haben gezeigt, dass auf eine Einstimmigkeit der Staaten dieser Welt nicht gewartet werden kann. Einzelne Staaten, aber auch Regionen, müssen vorangehen.

Anlass genug, auch im Landkreis Ebersberg eine Bestandsaufnahme zu machen und wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen: Was wurde erreicht und wie soll es weitergehen? Was ist zu tun und wer sollte mitmachen?

Im Rahmen der Veranstaltung sollten konkrete Vorschläge gemacht werden, wie die notwendigen Schritte im Landkreis Ebersberg aussehen müssen und wie sie umgesetzt werden sollen. 

Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung erschien im Münchner Merkur (hier die PDF-Datei zum Herunterladen!).

Einen guten Eindruck von der mit über 200 Teilnehmenden hervorragend besuchten Veranstaltung vermittelt auch diese Bildergalerie.

ReferentInnen

Olaf Rautenberg
Stadtrat in Grafing und Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz EBE

Norbert Neugebauer
Landratsamt, Beauftragter für den Agenda 21-Prozess im Landkreis Ebersberg

Christa Stewens
MdL, ehemalige Staatsministerin

Gudrun Schweisfurth
Herrmannsdorfer Landwerkstätten

Margarete Bause
Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag

Und viele andere....


Moderation:
Fritz Lietsch
Herausgeber von „ECO-World“ und „forum nachhaltig Wirtschaften“

Musikalische Begleitung:
choir’s crossing (Jugendchor der Musikschule)
Leitung: Martin Danes

Schirmherr
Hans Vollhardt, ehemaliger Landrat

Veranstaltungsort
Ebersberg


Partner

Uwe Peters
Politologe, Erwachsenenbildner


Art der Veranstaltung
Vorträge, Diskussion, Film, Musik...



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13.11.2012

Auf dem Weg zur klimagerechten Stadt: Energetische Sanierung und mehr...

 

Die Energiewende voranbringen und gleichzeitig das Klima schützen: das ist der Charme der Energieeffizienz. Denn die Energie, die man nicht verbraucht, muss man gar nicht erst erzeugen – weder fossil noch regenerativ.

Ernsthafte energetische Modernisierung im Gebäudebestand ist deshalb unabdingbar. Wie das konkret aussehen kann und welche Förderkomponenten und rechtliche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind, zeigte Dr. Klaus Habermann-Nieße vom Hannoveraner "plan zwei"-Büro sehr nachdrücklich auf. Und ohne erhebliche Anstrengungen auf diesem Gebiet werden die klimapolitischen Zielsetzungen nicht erreichbar sein. 

Auf drei Säulen beruht der kommunale Klimaschutz:

  • Energieerzeugung: Reduzierung des CO2 Ausstoßes bei Energieproduktion und Erhöhung des Anteils regenerativer Energien  
  • Energieeinsparung: Reduzierung des Energieverbrauchs im kommunalen Gebäudebestand, im Gewerbe und beim Wohnen  
  • Energieeffiziente Siedlungsentwicklung: Reduzierung des Beitrags der Siedlungsentwicklung zur Erhöhung der CO2 Belastung durch Gewerbe, Verkehr und Haushalte

Doch bisher stand die Sanierung von Einzelgbäuden im Vordergrund, quartiersbezogene Ansätze, die auch   mit anderen Stadtentwicklungsstrategien (Wohnraumversorgungskonzepte, kommunale  Klimaschutzkonzepte, Stadtteilentwicklungskonzepte) verknüpft sein müssten, existieren kaum. Dies galt auch für die entsprechenden Förderprogramme.

Dabei liegen die Vorteile quartiersbezogener energetischer Sanierungskonzepte auf der Hand: Mit ihnen können Minderungspotenziale verbrauchsnah ermittelt, die  unterschiedlichen lokalen Akteure eingebunden und energetische  Maßnahmen mit lokalen wirtschaftlichen und sozialen Belangen der Quartiersentwicklung verknüpft werden. 

Die Handlungsfelder der energetischen und klimagerechten Quartiersentwicklung sind vielfältig. Dazu gehören:

  • Effizienzsteigerung bei der Gebäudemodernisierung erreichen
  • Wärmeversorgung effizienter gestalten
  • Lösungen für den Einsatz erneuerbarer Energien entwickeln
  • Mobilität klimagerecht gestalten
  • Stadträumliche Strukturen an die Folgen des Klimawandels anpassen
  • CO2-Minderungspotenziale im individuellen Verbrauchsverhalten der Bevölkerung erschließen  

Eine sinnvolle quartiersbezogene Sanierung ist natürlich an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehört nicht nur die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der eigentlichen Sanierungsmaßnahme, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des Wohnungsbestandes und eine handlungsfähige und handlungswillige Eigentümerstruktur. Die Energieversorgungsunternehmen (Fern- bzw. Nahwärme, BHKW) sollten in die Planung eingebunden werden. Und: Es muss eine sozialverträgliche Lösung für die Kostenfrage gefunden werden.

Habermann-Nieße stellte einige gelungen Beispiele für energetische Quartierssanierungen vor:

  • Volkswohnung GmbH: Karlsruhe, Rintheimer Feld
  • Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg: Stadtteil Neu-Reform
  • Pro Potsdam GmbH: Stadtteil Drewitz
  • Gbg Hildesheim : Stadtteil Drispenstedt  

 Die Städtebauförderung bildet die Basis für den quartiersorientierten Ansatz. Das besondere Städtebaurecht liefert ordnungsrechtliche Voraussetzungen für quartiersübergreifende Lösungen. Und sie bietet mit dem eingespielten Verfahren des Sanierungsmanagements die Voraussetzung für integrierte Handlungsansätze. Allerdings müssten die Fördertatbestände für energetische Sanierungsgebiete neu definiert werden.  Und die Hürden für eine verstärkte Förderung der energetischen Sanierung, die in der Struktur des Bund-Länder Programms selbst liegen, müssten abgebaut werden. Dabei geht es vor allem um die kommunale  Eigenbeteiligung, die für finanzschwache Kommunen ein unüberwindliches Hindernis darstellt. Perspektivisch müsste - so Habermann-Nieße zusammenfassend - die energetische Stadtsanierung jedoch als eigenständige Förderkulisse ("EKO-Quartier") etabliert werden. Damit könnten folgende Ziele erreicht werden:

  • Konzentration der Sanierung in ausgewählten Quartierstypen auf Energieeinsparung und Energieeffizienz
  • Einbindung in kommunale Konzepte (Kommunales Klimaschutzkonzept, Wohnraumversorgungskonzept, Integriertes Stadteilentwicklungskonzept)
  • Kopplung der Förderung der energetischen Sanierung an die Sozialverträglichkeit (Warmmietenneutralität)   

Empfohlene Weblinks

www.boell.de/wirtschaftsoziales/stadtentwicklung/publikationen-studie-mit-eko-quartieren-zu-mehr-energieeffizienz-14804.html

www.boell.de/downloads/Endf_Strategien_zur_Moderisierung_2_kommentierbar.pdf

ReferentInnen

Dr.-Ing. Klaus Habermann-Nieße
Architektur- und Stadtplanungsbüro „plan zwei“, Hannover, Autor von “Strategien zur Modernisierung II: Mit EKO-Quartieren zu mehr Energieeffizienz“

Veranstaltungsort
Bamberg



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22.10.2012

Alle inklusiv? Zwischen Ausgrenzung und Inklusion: die Stadt als...

 

Städte sind seit jeher Orte sozialer Differenzierung und sozialer Kämpfe. Daran hat sich auch in der Gegenwart wenig geändert. Die "Gentrifizierung" ganzer Stadtteile, die Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund, die Unzugänglichkeit bestimmter Räume für Menschen mit Behinderung sind dafür nur einige Beispiele.

Unsere Veranstaltung diskutierte mögliche Strategien, um den Sozialraum Stadt so inklusiv wie möglich für alle Bevölkerungsgruppen zu gestalten. 

Auf unserem Soundcloud-Account können Sie die Vorträge von Prof. Dr. Martin Kronauer (Professor für Strukturwandel und Wohlfahrtsstaat in internationaler Perspektive an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Forschungsschwerpunkte: neue soziale Ungleichheiten, Inklusion und Exklusion im internationalen Vergleich, Armut und Stadt, Wandel der Erwerbsarbeits- und Beschäftigungsverhältnisse - hier im Bild ganz links am Redepult) und Thomas Bannasch (Landeshauptstadt München, Sozialreferat, Projektleiter Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung) "nachhören".

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Kommunalparlamente "mit Migrationshintergrund?"


ReferentInnen

Prof. Dr. Martin Kronauer
Professor für Strukturwandel und Wohlfahrtsstaat in internationaler Perspektive an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Forschungsschwerpunkte: neue soziale Ungleichheiten, Inklusion und Exklusion im internationalen Vergleich, Armut und Stadt, Wandel der Erwerbsarbeits- und Beschäftigungsverhältnisse

Oswald Utz
ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Landeshauptstadt München

Simone Burger
Kommissarische Regionsgeschäftsführerin und Vorsitzende DGB-Kreisverband München

Thomas Bannasch
Landeshauptstadt München, Sozialreferat, Projektleiter Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung

Moderation:
Birgit Mooser-Niefanger
Beraterin, Trainerin, Moderatorin 

 

 

Veranstaltungsort
München


Partner

die urbanauten München



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18.10.2012

Land in Sicht!? - Zukunft leben auf dem Lande

 

"Zukunft leben auf dem Lande"? - Wer die aktuelle Diskussion verfolgt, wird diesen Satz vielleicht skeptisch betrachten. Denn allzu oft ist im Zusammenhang mit ländlichen Räumen eher von einer wirtschaftlichen Abkopplung der “Peripherie” von den “Metropolen”, vom demographischen Wandel, ja gar von einer möglichen "Entvölkerung" die Rede.

Aber jenseits der Schwierigkeiten und kritischen Entwicklungen, die manche ländlichen Regionen in Deutschland - und auch in Bayern - durchmachen: Es wird vielerorts an zukunftsweisenden, innovativen und kreativen Problemlösungen gearbeitet. Unsere Tagung wollte dazu einen Beitrag leisten und für zentrale Politikbereiche und Handlungsfelder Ansatzpunkte für eine nachhaltige Zukunft des ländlichen Raums aufzeigen. 

Dr. Steffen Maretzke gab einleitend einen Überblick über den Stand der Entwicklung in den ländlichen Räumen Bayerns. Bayern gehört in Deutschland zu den Bundesländern mit dem größten Anteil an Einwohnern im ländlichen Raum. Die Einwohnerdichte ländlicher Kreise liegt dabei mit 118 Einwohnern pro Quadratkilometer etwas über dem Bundesdurchschnitt (97 Ew/km2 ). Im Norden und Nordosten gibt es erhebliche Mobilitätsdefizite. Trotzdem: Die wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Eckdaten der ländlichen Räume in Bayern gestalten sich im bundesweiten Vergleich immer noch relativ günstig. Innerhalb Bayerns konzentrieren sich die wirtschaftlichen und sozialen „Problemlagen“ vor allem auf die Regionen Main- Rhön, Oberfranken- Ost und Oberpfalz- Nord. Die strukturschwächeren bayerischen ländlichen Räume sind beim leistungsfähigen Breitband deutlich unterversorgt. Wichtig: Die disparitäten innerhalb Bayerns zwischen äußerst strukturstarken und dynamischen ländlichen Regionen sind sehr groß.

Ländliche Räume in Bayern heute - eine (Zwischen-) Bilanz
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Dr. Steffen Maretzke
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Deichmanns Aue 31-37
53179 Bonn
Referat I 4 - Regionale Strukturpolitik und Städtebauförderung
Fon: 0228/99401-2326
steffen.maretzke@bbr.bund.de

Prof. Dr. Otmar Seibert knüpfte hier an und betonte, dass die ländlichen Räume in Nordostoberfranken und in der Oberpfalz vor riesigen strukturellen Problemen stünden, die sie nicht allein bewältigen könnten. Mit einem einheitlichen Förderangebot könnten diese Probleme jedoch nicht gelöst werden. Notwendig sei deshalb eine  viel stärkere Regionalisierung der Förderprogramme, bei der die Qualität vor Ort und eine inegrierte ländliche Entwicklung im Vordergrund stehen müsse. Wichtig sind gebietsbezogene Strategien und Konzepte sowie eine systematische Beteiligung und Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Dies sei am LEADER-Programm klar positiv zu bewerten.  Seibert stellte auch die herkömmlichen Kriterien für den  "Erfolg" von Förderprogrammen (Beschäftigungswirkung, Güterexport) in Frage. "Häufig ist es schon ein großer Erfolg, wenn die Abwanderung gestoppt werden kann", betonte er. Für zukünftige Förderprogramme forderte Seibert mehr Vielfalt und Flexibilität, mehr Beteiligung und regionale Verantwortung sowie mehr Mut zu neuen Strukturen.

Regionalpolitik auf dem Prüfstand
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Prof. Dr. Otmar Seibert
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - Fakultät Landwirtschaft
Steingruberstraße 2
D-91746 Weidenbach
Fon: 09826/654-204
Fax: 09826/654-4204
E-mail: otmar.seibert@hswt.de

Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf (ART)
Internet: http://www.fg-art.de/

 

Workshop 1: Die Rückkehr von "Tante Emma"?  - Versorgungs- und Einzelhandelshandelskonzepte für den ländlichen Raum
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Wolfgang Gröll plädiert nachdrücklich für Dorfläden. Das Konzept dafür fußt auf drei Säulen. 

Der Preis: Der Einkauf in Dorfläden ist bei Berücksichtigung aller Kosten nicht teurer als der in Discountern. In Dorfläden gibt es aber bislang häufig eine zu geringe Preiskontrolle. Häufig muss man nachjustieren, um einen marktgängigen Preis zu finden; Discounter und Vollsortimenter passen ihre Preise regelmäßig an – das müssen Dorfläden auch. Es gibt wenig Spielraum bei der Anordnung der Sortimente.

Individuelle Konzepte: Es gibt nicht „die“ beste Lösung bei der Errichtung eines Dorfladens; nur passgenaue Konzepte führen zum Erfolg. Mischmodelle sind möglich - Private, die Kommune, Initiativen oder soziale Träger können nicht nur alleine auf, um einen Dorfladen zu betreiben. Elementar ist die Akzeptanz des Ladens durch die Bevölkerung.

Umsetzungsprozesse: Die Individualität von regionalen Konzepten ist die Stärke der Dorfläden. Der Umsetzungsprozess läuft in mehreren Phasen ab; dieser Prozess ist nachvollziehbar und hat mehrere „Sollbruchstellen“, also die Möglichkeit für die zukünftigen Betreiber auszusteigen. Erster Schritt ist die Beratung vor Ort; danach folgt eine Art Auftaktveranstaltung, aus der auch erkennbar wird, ob ein Dorfladen Aussicht auf Erfolg haben könnte. 

Wolfgang Gröll
new WAY GmbH
Buchhofstraße 3
82319 Starnberg
Fon: 08151-7467290
Fax: 03222-370 64 29
Mobil: 0171-6847649
E-mail: wimgroell@t-online.de
Internet: http://www.dorfladen-netzwerk.de/

 

Workshop 2: Alt, krank, pflegebedürfig und auf dem Land - Gesundheits- und Pflegekonzepte für ländliche Räume 
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Dr. Gitte Händel zeigt eine Reihe von Ansatzpunkten für die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf. In der anschließenden lebhaften Diskussion bilden sich drei Schwerpunkte heraus:

Versorgung erfordert Mobilität: Ein Hauptproblem der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist die Frage der Erreichbarkeit. Die Abhängigkeit vom eigenen Auto erschwert insbesondere für Alte, Kranke oder Pflegbedürftige den Zugang zu Versorgungsangeboten. Abgestimmte öffentliche Nahverkehrsangebote, z.B. mit ergänzenden AnrufSammelTaxis, können hier zu einer Verbesserung beitragen.

Neue Pflegekonzepte: Der Anteil häuslicher Pflege wird aufgrund sich verändernder Familienstrukturen auch auf dem Land abnehmen. Alternative Konzepte wie 'Wohnraum gegen Pflege' oder Seniorenwohngemeinschaften können geeignet sein, diese Lücke zu füllen.

Ärztliche Versorgung als Gemeinschaftsaufgabe: Die medizinische Versorgungsdichte im ländlichen Raum nimmt aus verschiedenen Gründen zunehmend ab. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, fördert die Staatsregierung die Ansiedlung von Hausärzten mit finanziellen Anreizen. Im Workshop wird auch über kommunale Ansätze zur Sicherstellung der ärztlichen Grundversorgung diskutiert. Dies können finanzielle Anreize sein wie Zuschüsse oder kostenlose Praxisräume, oder auch die Anstellung von 'Gemeindeärzten' durch eine oder mehrere Gemeinden.

Dr. Gitte Händel
diessenz
Neuburger Str. 26
86167 Augsburg
Mobil-Fon: 0171/1936164
E-mail: haendel@diessenz.de
Internet: www.diessenz.de

Workshop 3: Weniger Menschen - mehr Autos?  - Mobilitäts- und Verkehrskonzepte für den  ländlichen Raum
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Die Mobilitätsentwicklung in einem großen Teil ländlicher Regionen ist heute gekennzeichnet durch geringe Bevölkerungsdichte, Bevölkerungsrückgang, sinkende Schülerzahlen und einen wachsenden Anteil älterer Menschen. Die daraus resultierende sinkende Nachfrage im ÖPNV erschwert es, die Nachfrage zu bündeln. Ein zunehmend defizitärer Betrieb und ein lückenhaftes Mobilitätsangebot im ÖPNV sind die Folge. Die ohnehin auf dem Land starke Autoorientierung der Menschen nimmt noch zu. 

Auf diese Situation kann - wie Susanne Böhler aufzeigte - in verschiedener Weise reagiert werden:
- durch eine Flexibilisierung des liniengebundenen ÖPNV mit Rufbussen, Anrufsammeltaxis und einer verstärkten Flächenbedienung;
- durch Alternativen wie selbst-organisierte Mobilität (Car-Sharing, Nachbarschaftsautos auf vertraglicher Basis usw.) und private Mitnahme;
- durch den Versuch, das Angebot zur Nachfrage zu bringen, um Mobilität zu ersetzen (fahrende Einkaufsläden, fahrendes Bürgeramt, fahrende Bank und Bücherei, fahrendes Kino etc.).

Auch eine verkehrsreduzierende Siedlungsentwicklung und das Rad als individuelles verkehrsmittel müssen im ländlichen Raum als Handlungsoptionen berücksichtigt werden.

Für all diese Bereiche gibt es mittlerweile "good practice"-Kataloge, für die flexiblen Bedienungsformen sogar eine hilfreiches Handbuch. Für viele Kommunen ist allerdings die Finanzierung ein großes Problem. Eine Nahverkehrsabgabe, Job-Tickets, Semester-Tickets könnten in dieser Hinsicht hilfreich sein.

Dr.-Ing. Susanne Böhler-Baedeker
Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt Energie GmbH
Döppersberg19
42103 Wuppertal
Fon:  0202/2492-259
Fax: 0202/2492-263
E-mail susanne.boehler@wupperinst.org

Workshop 4: Kommunale Bildungslandschaften - Ausweg aus der Schulkrise im ländlichen Raum?
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Mario Tibussek
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH (DKJS)
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin  
Fon:030/257676-43
Fax:030/257676-10
E-mail: Mario.Tibussek@dkjs.de
Internet: www.dkjs.de /

Workshop 5: Neue ökonomische Perspektiven fürs Land  - Agrar- und Energiewirtschaft der Zukunft
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Hans-Michael Pilz stellte aktuelle Tendenzen innerhalb des landwirtschaftlichen Wirtschafssektors dar und erörterte aktuelle politische Strategien der Förderung im Agrar- und Energiesektor im ländlichen Raum. Dabei wurde klar, dass der Bereich der erneuerbaren Energien bereits heute eine große Bedeutung als Einnahmequelle für landwirtschaftliche Betriebe hat, die in Zukunft noch zunehmen wird. Die Produktion von Energie aus Solar- und Biogasanlagen sowie der Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Treibstofferzeugung erschließen dabei neue Einkommensquellen, die weit mehr zur Diversifizierung in der Landwirtschaft beitragen können als andere Erwerbszweige wie z.B. der Tourismus („Urlaub auf dem Bauernhof“).

Neben den Grundstrukturen der EU-Agrarpolitik und der im Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) zusammengefassten Förderprogramme erläuterte Pilz auch das Energiekonzept der Bayerischen Staatsregierung („Energie innovativ“), das zum Ziel hat, den aktuellen Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis 2021 zu mehr als 50% durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sich die Agrarlandschaft im Zuge der Umsetzung der Energiewende deutlich verändert. Zu den bereits heute sichtbaren Entwicklungen zählen

  • Zunahme der Silomaisanbaufläche

  • Errichtung von Biogasanlagen

  • Windkraftanlagen als neue Dominanten im Landschaftsbild

  • „Solaräcker“ (Freiflächen-Photovoltaikanlagen; hier jedoch aufgrund der aktuellen Förderkulisse kaum Zuwachs)

  • Installation von Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden

Die vorgestellten Statistiken zeigten auch, dass die bekannten Tendenzen des Strukturwandels in der Landwirtschaft zwar weiter zu beobachten sind, die aktuelle wirtschaftliche Lage jedoch aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach der Ressource Boden und der seit 2009 gestiegenen Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte vergleichsweise gut ist.  

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass dies jedoch auch negative Auswirkungen haben kann („land grabbing“ durch international agierende Konzerne, massive Preisschwankungen durch Börsenspekulation mit Ernteerträgen). Außerdem wurden Notwendigkeit und Möglichkeiten steuernder Eingriffe in die Entwicklung der Kulturlandschaft vor dem Hintergrund der Energiewende kontrovers diskutiert.

Hans-Michael Pilz
Leader-Manager für die Oberpfalz
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Neumarkt
Dr. Grundler-Straße 3
92318 Neumarkt
Fon: 09181/4508-204 oder 09402/9479868
Mobil-Fon: 0173/7124257
E-mail: hans-michael.pilz@aelf-ne.bayern.de

Workshop 6: Siedlungsentwicklung und technische Infrastruktur auf dem Land - Zukunftsperspektiven unter schwierigen Bedingungen
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis skizzierte die Probleme und Herausforderungen, die sich aufgrund geänderter Rahmenbedingungen (z.B.: demographischer Wandel) im Hinblick auf die kommunale Siedlungsentwicklung vor allem im ländlichen Raum ergeben. Dies werden vor allem die steigenden Kosten für die Aufrechterhaltung der sozialen Infrastruktur sein. Es sind also bei  Baugebietsplanungen vor allem die Folgekosten, die noch viel zu wenig in Betracht gezogen werden und die künftig rapide ansteigen werden.

Als Ergebnis der Workshop-Diskussionen (ausführliche Dartellung als PDF-Datei!) ist festzuhalten, dass in den Kommunen wieder längerfristig geplant werden muss und dabei sämtliche Kosten in die Planungsprozesse einzubeziehen sind. Die Sensibilisierung für die Probleme durch Beratung, Information und schließlich Überzeugung ist Grundvoraussetzung, um sich über die jeweils ortsspezifischen geeigneten Instrumente Gedanken zu machen

Prof. Dr.-Ing. Alfred Ruther-Mehlis
Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IfSR) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Schelmenwasen 4-8
72622 Nürtingen
Fon: 07022/786303-4
E-mail: ifsr@hfwu.de

 

Materialien - Links - Literatur:

Regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen stärken. Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag. Drucksache 17/7249 vom 28.09.2011.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707249.pdf

Zukunftsrat der Bayerischen Staatsregierung (Hrsg.): Zukunftsfähige Gesellschaft. Bayern in der fortschreitenden Internationalisierung. Bericht des
Zukunftsrates der Bayerischen Staatsregierung. München 2010. 
http://www.bayern.de/Anlage10337216/BerichtdesZukunftsratsZukunftsfaehigeGesellschaft.pdf

Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften u.a. (Hrsg.): CHANCE! Demografischer Wandel vor Ort. Ideen, Konzepte, Beispiele. Bonn 2012. 
http://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/fileadmin/sites/ELER/Dateien/05_Service/Publikationen/broschuere_demografie_web.pdf

Dorfladen Otersen GbRmbH (Hrsg.): Handbuch zum Erhalt und zur Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum. Kirchlinteln-Otersen 2008

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (Hrsg.): Differenzierte Bedienung im ÖPNV. Flexible Bedienungsweisen als Baustein eines marktorientierten Leistungsangebots. Köln 2009

Christine Ahrend/Melanie Herget (Hrsg.): Umwelt- und familienfreundliche Mobilität im ländlichen Raum. Handbuch für nachhaltige Regionalentwicklung. Berlin 2012. 
http://www.verkehrsplanung.tu-berlin.de/ufm-handbuch.pdf

Susanne Böhler u.a.: Handbuch zur Planung flexibler Bedienungsformen im ÖPNV. Ein Beitrag zur Sicherung der Daseinsvorsorge in nachfrageschwachen Räumen. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Bonn 2009. 
http://www.laendlicherraum.bayern.de/fileadmin/Dokumente/PDF/Demographischer_Wandel/DL_HandbuchPlanungNeu.pdf

Carolin Schäfer-Sparenberg: Umwelt- und familienfreundliche Mobilität im ländlichen Raum. Good-Practice-Beispiele. Wuppertal 2011. 
http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wiprojekt/UmFamMob_GP_TB1.pdf

Barbara Steinrück/Patrick Küpper: Mobilität in ländlichen Räumen unter besonderer Berücksichtigung bedarfsgesteuerter Bedienformen des ÖPNV. Institut für Ländliche Räume. Braunschweig 2010.
http://www.vti.bund.de/de/institute/lr/publikationen/bereich/ab_02_2010_de.pdf

Neeltje van den Berg: Regionale Versorgungskonzepte für ländliche Regionen - gemeinsame Herausforderungen für Medizin und Pflege. München 2010. 
http://www.gruene-fraktion-bayern.de/sites/default/files/downloads/pdf/fg_gesundheit_auslaufmodell_landarzt_van_3739.pdf

Gabriele von Laufenberg: Medizinische Versorgung im ländlichen Raum.  Regionale Steuerungsmöglichkeiten bei drohendem Ärztemangel - das Beispiel Vogelsbergkreis. Dipolomarbeit. Gießen 2010. 
http://fss.plone.uni-giessen.de/fss/fbz/fb07/fachgebiete/geographie/bereiche/lehrstuhl/planung/pdf-bilder/Diplomarbeit%20Laufenberg/file/Medizinische%20Versorgung%20im%20ländlichen%20Raum.pdf

Anika Duveneck/Sybille Volkholz: Kommunale Bildungslandschaften. Heinrich-Böll-Stiftung. Berlin 2011.
http://www.boell.de/downloads/2012-02-Kommunale_Bildungslandschaften.pdf

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (Hrsg.): Wie geht`s zur Bildungslandschaft? Die wichtigsten Schritte und Tipps. Seelze 2012

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (Hrsg.):  Bildungslandschaften zwischen den Meeren. Bildung gemeinsam verantworten! Ein Programm - Drei Kommunen - Drei Antworten. Arbeitshilfe mit Erfahrungen und Anregungen aus der Praxis für die Praxis. Berlin 2012. 
http://www.dkjs.de/uploads/tx_spdkjspublications/2012_03_23_Broschuere_Bila.pdf

Wolfgang W. Weiß: Kommunale Bildungslandschaften. Chancen, Risiken und Perspektiven. Weinheim/München 2011

Forschungsprojekt  "Elternbeteiligung und Gewaltprävention in kommunalen 
Bildungs- und Erziehungslandschaften":
http://www.kommunale-bildungslandschaften.de/

Förderprogramm "Lernen vor Ort": http://www.lernen-vor-ort.info/

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Hrsg.): Leader in Bayern. Bürger gestalten ihre Heimat. München 2012. 
http://www.verwaltung.bayern.de/egov-portlets/xview/Anlage/4040770/Blickpunkt%202012%20-%20Leader%20in%20Bayern.pdf

Leibnitz- Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Dresden: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturfolgekosten. Ein Beitrag zur Abschätzung der Folgekosten alternativer Bevölkerungs- und Siedlungsszenarien für soziale und technische Infrastrukturen. o.O. o.J.
http://www.havelland-flaeming.de/PDF/ioer_hp_2.pdf

Stefan Siedentop u.a.: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturfolgekosten – Bilanzierung und Strategieentwicklung.  Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn2006.
http://www.bbsr.bund.de/cln_030/nn_23582/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2002__2006/DL__ON032006,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/DL_ON032006.pdf

 

Empfohlene Weblinks

www.srl.de

Veranstaltungsort
Amberg


Partner

SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung


Art der Veranstaltung
Tagung



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17.10.2012

Globaler Wettlauf um Ackerland!

Land Grabbing als neue Form des Kolonialismus

Im Rahmen des Münchner Klimaherbst 2012 – Zukunft auf dem Tisch

Agrarkonzerne, Anlagefonds und staatliche Akteure aus Industrie- und Schwellenländern sichern sich heute mittels langfristiger Pacht- oder Kaufverträge große Agrarflächen in Entwicklungsländern, um dort Nahrungs- und Futtermittel, aber auch Energiepflanzen für den Export anzubauen. Sie entziehen das Land damit Kleinbauern und Nomaden, aber auch der lokalen  Nahrungsmittelversorgung. 

Die Referentin, Antje Schneeweiß, fokussierte ihre Ausführungen zum Thema auf die Frage: Wer sind die Handelnden? Welches sind die Handlungsebenen, um Veränderungen zu bewirken?

Dem globalen Handel von Ackerflächen liegen zwei Motivationen zugrunde: Länder, die wenig Ackerflächen haben (z.B. arabische Staaten), treibt die Sorge um die Ernährungssicherheit ihrer Bevölkerung. Zum anderen geht es schlicht um sichere Geldanlagen vor dem Hintergrund der Finanzkrisen seit 2008. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die wachsenden Kapitalmengen, die auf der Suche nach sicheren Anlagen auf den Agrarmarkt kommen, die Preise von Agrarland und von Nahrungsmitteln steigern – zulasten der wenig kaufkräftigen Verbraucher/innen.

Die meisten Länder, so Schneeweiß, sind sowohl Zielländer (in denen Ackerland gekauft wird) als auch Investorenländer. Ausschließlich sind Zielländer sind vor allem die afrikanische Staaten mit brüchigen Regierungen (failing states). Auf dem von externer Seite gekauften Land werden oft, aber nicht ausschließlich Agrotreibstoffe angebaut. 

Vom auswärtigen Landkauf ist die nicht-vermögende einheimische Bevölkerung in mehrfacher Weise betroffen: Die Nahrungsmittel werden teurer, d.h. die Hungerproblematik verschärft sich. Oft gehen die Landkäufe mit Menschenrechtsverletzungen einher, weil die traditionellen Landnutzer keine juristisch einklagbaren Landtitel besitzen. Das Wasser wird knapper, die Böden ausgelaugt. Oft betreiben die auswärtigen Landbesitzer intensive Landwirtschaft mit der Folge, dass Pestizide in die Flüsse geschwemmt werden und dadurch auch Menschen betroffen sind, die flussabwärts weit weg vom (v)erkauften Land leben.

Bei allen negativen Auswirkungen des Landgrabbing: Es bleibt wahr, dass die Landwirtschaft in den Ländern des Süden Investitionen braucht. Von daher liegt die Lösung nicht in einem strikten Verbot von externem Landkauf. Vielmehr sind „richtige“ Investitionsstrategien zu entwickeln und durchzusetzen.

Mittlerweile gibt es drei Kodizes für „richtiges“ Investieren in Landwirtschaft: Der Kodex der Weltbank ist wertlos, weil er den Menschenrechtsaspekt außer acht lässt. Besser ist der Kodex der FAO, da er menschenrechtliche Standards benennt. Wegweisend ist der Kodex des UN-Welternährungsausschusses, da er auch Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte aufbaut (eine Stelle, an die sich die betroffene Bevölkerung wenden kann).

Von Interesse sind verschiedene Modelle einer für beide Seiten erfolgreiche Beteiligung an den Erträgen. Es gibt verschiedene Modelle von Vertragslandwirtschaft, wobei sich die Frage stellt: Wer trägt das Risiko? Mittlerweile gibt es auch gute Modelle von Joint Ventures. Entwicklungspolitisch am sinnvollsten und am meisten gerechtigkeitsorientiert sind Bauernkooperativen und fairer Handel.

 

 

Empfohlene Weblinks

www.suedwind-institut.de/de/home/

ReferentInnen

Antje Schneeweiß
Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelischen Stadtakademie München

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Münchner Klimaherbst

Ringvorlesung Umwelt an der TUM 



Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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22.06.2012 bis 30.06.2012

Commons-Sommerschule 2012: Wenn gewöhnliche Menschen außergewöhnliche...

 

In den letzten Jahren und vor allem seit dem Wirtschaftsnobelpreis für Elinor Ostrom im Jahr 2009 hat die Diskussion über das uns Gemeine jenseits von Markt und Staat (neudeutsch: Commons) an Bedeutung gewonnen. Sie wird in unterschiedlichen Bereichen - ob in Umweltfragen, im kulturellen Bereich oder im sozialen Leben - und von unterschiedlichen Gruppen geführt.  

In einer methodisch abwechslungsreich gestalteten Sommerschule wurden die folgenden Fragen gemeinsam erörtert.

  • Was sind Commons?
  • Wie sehen sie in der Praxis aus und was leisten sie?
  • Wer sind die Protagonisten der Commons und gibt es eine globale Commonsbewegung?
  • Wie können Sozialbeziehungen gestaltet werden, die von Transparenz, Kommunikation, Reziprozität und Selbstentfaltung geprägt sind?
  • Wie wachsen Commons in Kultur, Natur und im sozialen Raum? 
  • Wie vernetzen sich commonsbasierte Projekte und welche Konfliktlösungen entwickeln sie?
  • Wie gestaltet sich in einer Gesellschaft, die der Idee der Commons verpflichtet ist, die Beziehung zwischen Markt, Staat und Gesellschaft?
  • Was ergibt sich aus der Perspektive der Commons für die Eigentumsfrage?
  • Wie können Commons institutionalisierte Formen finden, in denen sie gedeihen?
  • Was ist commonsbasierte Peer-to-Peer Produktion? Welche Prinzipien und Grundgedanken liegen ihr zu Grunde?
  • Bieten Commons Lösungen für die Krisen der Gegenwart? Etwa: Wege aus dem Wachstumszwang?

Die Ergebnisse der Commons-Sommerschule sind ausführlich dokumentiert in einem eigenständigen WIKI:
http://web03.webcoach.at/w16/commons/index.php/Commons_Sommerschule_2012




Empfohlene Weblinks

www.commonsblog.de

www.commonsstrategies.org

www.gemeingueter.de

www.commons.at

ReferentInnen

 

Veranstaltungsort
Bechstedt (Thüringen), Kulturhof Bechstedt, Ortsstr. 19


Partner

Coko: Commons - Kooperation - Kommunitkation e.V., Jena
Stiftung Leben und Umwelt, Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen
Bildungswerk Weiterdenken, Heinrich Böll Stiftung Sachsen
Heinrich Böll Stiftung Thüringen
Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt
Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
stiftung nord-süd-brücken
Rosa Luxemburg Stiftung

 


Art der Veranstaltung
Sommerschule



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20.06.2012

Zeit für ein neues Wirtschaftsmodell: Wir brechen auf in die...

 

Günther Reifer stellte das Konzept und die Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie vor. Für dieses Konzept bilden Werte wie Solidarität, Menschenwürde, ökologische Nachhaltigkeit wichtige Grundlagen. Es geht um die Frage, wie viel ein Unternehmen für das Gemeinwohl tut. Das Wohl aller steht im Vordergrund und soll durch einen entsprechenden Rechtsrahmen unterstützt werden. 35 Energiefelder werden definiert und in einer Gemeinwohl-Matrix aufgelistet. Nach diesen Kriterien werden Firmen beurteilt bzw. können sich jetzt in der Anfangsphase selbst beurteilen. Eine Forderung stellt die Begrenzung der Einkommen dar, z.B. kann ein Manager nur bis zum 10-fachen des Gehaltes des „kleinsten Mitarbeiters“ verdienen. Eine Vision ist die steuerrechtliche Belohnung der Unternehmen, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und danach handeln. Günther Reifer berichtete, dass z.B. die Sparda Bank nach diesen Kriterien arbeitet und sich hat beurteilen lassen. Der unmittelbare Nutzen stellt die sinnorientierte Unternehmensführung dar und ein verändertes Bewusstsein der MitarbeiterInnen.  

Empfohlene Weblinks

www.friedens-raeume.de

www.gemeinwohl-oekonomie.org

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Um- und Aufbruch in der arabischen Welt
Konfliktbereit - versöhnungswillig


ReferentInnen

Günther Reifer
Vorstandsmitglied des Vereins „Gemeinwohl-Ökonomie“. Günther Reifer ist als Betriebswirt 10 Jahren in der freien Wirtschaft tätig gewesen. Er machte sich selbstständig und gründete die Unternehmensberatung „terra institute“.  Als Unternehmer eines kleinen Modeunternehmens wirbt er für ein anderes Denken und Konsumieren.

Veranstaltungsort
Lindau


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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10.05.2012 bis 11.05.2012

Stadtentwicklung im historischen Stadtgefüge

 

Das baukulturelle Erbe unserer Städte unterliegt vielfältigen Ansprüchen Dritter: der ökonomischen Verwertung, der energetischen Ertüchtigung, der adäquaten Nutzung für die Stadtbürger, um nur einige zu nennen. All dies löst städtebauliche Spannungen aus und - planerisches Handeln. Konzepte für die Zukunftsfähigkeit der historischen Städte im Sinne einer Erhöhung der Alltagstauglichkeit jenseits einer Festivalisierung sind gefragt.  

Im Mittelpunkt der Tagung stand deshalb die Frage der planerischen Bewältigung von Problemen des gesellschaftlichen Wandels in Städten mit starkem historischen Kontext.  

Bamberg wurde als Tagungsort gewählt, weil diese Stadt nicht nur exemplarisch für eine typische deutsche Welterbestadt steht, sondern weil hier 2012 die Landesgartenschau stattfindet, die die die Frage einer Nachnutzung einer Industrieanlage stellt, die bedeutendes Beispiel der industriellen Architekturggeschichte der Stadt war.

Die Tagungsbeiträge sind auf der Internetpräsenz unseres Kooperationspartners SRL ausführlich dokumentiert. Bitte klicken Sie hier!

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier:

Forschungsvorhaben "Kommunale Kompetenz Baukultur"

Bundestransferstelle "Städtebaulicher Denkmalschutz"

Empfohlene Weblinks

www.srl.de

ReferentInnen

Dr. Ulrike Laible, Welterbemanagement Bamberg

Carola Neugebauer, TU Dresden

Hathumar Drost, Transferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz, Potsdam

Harald Lang, Leiter Stadtplanungsamt Bamberg

Peter Boie, SES Stadtentwicklungsgesellschaft Stralsund GmbH

Dr. Ulrike Wendland, Landesamt für Denkmalpflege, Halle

Nadya König-Lehrmann, Geschäftsstelle des Zweckverbands Oberes Mittelrheintal

Richard Mühlmann, Projektleiter Welterbekoordination, Stadt Regensburg

Dr. Marta Doehler-Behzadi, BM für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Berlin

André Zaman, LUWOGE, Ludwigshafen

Kerstin Camenisch, Geschäftsführerin Stiftung Ferien im Baudenkmal, Zürich

Michael Bräuer, Architekt, Rostock 

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung


Art der Veranstaltung
Tagung



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20.04.2012

10 Jahre "Region aktiv Chiemgau-Inn-Salzach"

 

Am 20.03.2002 hat die AbL-Bayern vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit der damaligen Ministerin Renate Künast die Nachricht erhalten, dass die Region Chiemgau-Inn-Salzach einer der Sieger beim Wettbewerb "Regionen aktiv" ist. Mit Hilfe der bereitgestellten Fördermittel wurden ein Regionalmanagement installiert und im Förderzeitraum von fünf Jahren insgesamt 75 Projekte umgesetzt.

Viele dieser Projekte laufen auch heute noch sehr erfolgreich und tragen weiter zur nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums  in der Region bei. Mit dem Symposium wurde das 10-jährige Bestehen von Region aktiv gebührend gewürdigt. 

Renate Künast stellte zunächst die Widerstände dar, die ihr in ihrer Zeit als Landwirtschaftsministerin bei der Initiierung des Modellprojekts von Seiten der etablierten Agrarpolitik begegneten. Sie bescheinigte der Region, mit einem ungewöhnlich hohen Anteil an ehrenamtlichem Einsatz tragfähige „Modelle der Zukunft“ entwickelt zu haben, die ein Leitbild für die Agrarentwicklung sein sollten.  

Die beiden Vorsitzenden des Vereins Region aktiv e.V. Franz Schiefer und Elisabeth Widauer stellten eine Auswahl der Projekte vor. Die Vermarktungsgenossenschaft regionaler Lebensmittel und die Etablierung einer der ersten Regionalwährungen, des „Chiemgauers“, sind dabei wohl als die erfolgreichsten einzustufen. 

Josef Kobler, Behördenleiter des Amt für Landwirtschaft und Ernährung aus Töging, gab einen kenntnisreichen Überblick über die landwirtschaftlichen Strukturen der Region sowie Prognosen für verschiedene Szenarien der künftigen Entwicklung. 

Josef Rottenaicher wagte auch einen Blick auf die „Schattenseiten“ des Modellprojekts: wo ideenreiche Individuen mit viel Dynamik an vielen Fäden spinnen, entstünden natürlich auch Spannungen: „durch Reibung entsteht Wärme, die manchmal auch sehr intensiv sein kann“. 

Zum Abschluss hielt Prof. Dr. Alois Heißenhuber von der TU Weihenstephan ein Plädoyer für die Honorierung der Gemeinwohlleistungen in der anstehenden Agrarreform für eine echte Stärkung des ländlichen Raums.  

Als Fazit konnte festgestellt werden, dass die Region den Vertrauensvorschuss der investierten staatlichen Fördermittel bestens honoriert hatte, indem sie zeigte, dass oftmals nur eine Anschubfinanzierung nötig ist, um tragfähige, langfristig erfolgreiche Projekte ins Leben zu rufen. 

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Die Vorschläge der EU-Kommission zur "Gemeinsamen Agrarpolitik" nach 2013


Veranstaltungsort
Burghausen


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.


Art der Veranstaltung
Symposium



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