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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

17.06.2017

Identität Muslima

 

Migranten werden in Deutschland oft als muslimisches Kollektiv wahrgenommen. Wie viel Raum lässt das für individuelles Glück? Was hat das mit einem Respekt für andere Kulturen zu tun?

Wie die Moderatorin Soma Assad eingangs erläuterte, ist Identität in der Regel etwas Vertrautes. Wenn wir uns mit etwas identifizieren, sehen wir uns identisch damit. Von Identität ist laut dem Soziologen Stuart Hall immer dann die Rede, wenn sie in der Krise steckt, wenn die vorher anerkannten Werte einer Gemeinschaft nicht mehr geteilt werden, die Selbstverständlichkeiten sich auflösen. Identität ist dann „dezentralisiert“ und „entortet“ und kann daher immer mehr zu einer politischen Ressource werden und umgekehrt wird Politik immer mehr zur Identitätspolitik. Identität wird also immer mehr angeeignet oder abgelehnt, um sich abzugrenzen und zu positionieren und auch genutzt, um politische Inhalte zu transportieren. Vor diesem Hintergrund stellte sich die Frage was „Identität Muslima“ bedeutet. Ist „Identität Muslima" eine Fremd- oder Selbst-Zuschreibung oder beides? Ist sie eine Glaubensidentität oder eine kulturelle? Ist der Feminismus mit einer „Identität Muslima“ vereinbar?

Deniz Baspinar, die sich als muslimische Atheistin bezeichnet, erklärte, die „Identität Muslima“ entstehe durch den „Blick der Anderen“. Es werde also passiv festgelegt, was die Muslima so zur Projektionsfläche für Opfer von patriarchalen Strukturen mache. Die muslimische Identität wird allerdings auch angenommen, wobei vorher bereits bestimmte Werte vermittelt wurden. Es ist also beides. Das Problem ist laut Baspinar, dass die kulturelle Praxis sich im Islam mit der religiösen Praxis vermischt hat.

Die Journalistin und Publizistin Khola Maryam Hübsch sieht die „Identität Muslima" überwiegend als Fremdzuschreibung, denn in Europa würden Muslima als „weibliche muslimische Terroristinnen“ ausgegrenzt. Ebenso erwähnte sie in der Gegenüberstellung von islamischen Ländern und Europa die Radikalisierung von Jugendlichen in Deutschland, wobei ihr von Merve Kayikci widersprochen wurde, die den Extremismus nicht im Zusammenhang mit dem Islam gesetzt sehen wollte.

Merve Kayikci sieht die „Identität Muslima" überwiegend als Fremdzuschreibung und begründete dies mit ihren eigenen Erfahrungen: wenn sie beispielsweise eingeladen wird, um über den „Islam“ zu reden, obwohl sie gar keine Islamwissenschaftlerin ist. Für sie wird die Islam-Debatte in der deutschen Öffentlichkeit zu emotional geführt. Sie erwähnte, dass ihr Lebensgefährte Atheist ist und sie selbst gläubige Muslima und das trotzdem klappt.

In der 90-minütigen Diskussion, bei der auch das Publikum mit beteiligt war, wurde deutlich, dass es auf die Frage nach der „Identität Muslima“ keine einfachen Antworten gibt. Dass es in muslimischen Communities gravierende Missstände gibt, wurde ebenso herausgearbeitet wie die Gefahr, Menschen mit ihrem Glauben zu identifizieren. 

ReferentInnen

Deniz Baspinar
Journalistin (DIE ZEIT), Psychotherapeutin
Merve Kayikci

Bloggerin
Khola Maryam Hübsch

Journalistin und Publizistin

Moderation: Soma Mohammad Assad (Politikwissenschaftlerin)

Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Deutscher Humanistentag gGmbH


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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09.05.2017 - 19:00

Frankreich nach den Wahlen

Vortrag und Diskussion

Dr. Jens Althoff, Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Paris, machte in seinem Vortrag deutlich, dass Frankreich und Europa am 7. Mai mit einem blauen Auge davongekommen sind: zwar gewann Emmanuel Macron die Wahl überraschend deutlich, dennoch zeigen der große Anteil an Nichtwählern (über 25 Prozent) sowie eine Zahl von über vier Millionen ungültig abgegebener Stimmen, wie zerrissen das Land ist.
Die große Aufgabe für die junge Bewegung mit dem neuen Namen "La République en Marche" ist es nun zunächst, in den wenigen Wochen bis zur Parlamentswahl (11. und 18. Juni) eine Mehrheit zu erreichen.



Den gesamten Vortrag können Sie auf unserem Soundcloud-Account nachhören und herunterladen.
Die Powerpoint-Präsentation schicken wir Ihnen auf Nachfrage gerne zum privaten Gebrauch zu. Schicken Sie uns dafür einfach eine Mail.

Außerdem sehr empfehlenswert ist der Blog der KollegInnen des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Paris: Marianne vor der Wahl bietet Hintergründe und alles wissenswerte zu den Präsidents- und Parlamentswahlen in Frankreich.

ReferentInnen

Dr. Jens Althoff
Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Paris

Veranstaltungsort
München, Lost Weekend, Schellingstraße 3


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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25.04.2017

Neben uns die Sintflut

Wie und warum wir über die Verhältnisse anderer leben

Den Menschen im globalen Norden geht es gut, weil es den Menschen in anderen Weltregionen schlecht geht – das ist die These von Stephan Lessenich. "Wir" lagern systematisch soziale Kosten und ökologische Lasten unserer Lebensweise aus, im kleinen wie im großen Maßstab. "Wir" leben nicht über unsere Verhältnisse. Wir leben über die Verhältnisse anderer. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich analysierte in unserem Vortrags- und Diskussionsabend die Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft, deren Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen.

Den Vortrag können Sie  in voller Länge auf Youtube anschauen.

Für alle, die sich ein bisschen in die Materie einlesen möchten, bieten wir hier einige Materialien zum Herunterladen:

- Interview von Stephan Lessenich mit der "BISS"

- Beitrag von Stephan Lessenich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Soziologie"

- Beitrag von Stephan Lessenich im "Münchner Feuilleton"

- Interview von Stephan Lessenich mit "Der Standard"

- Präsentation von Stephan Lessenich zu einem Vortrag im Haus am Dom

ReferentInnen

Prof. Dr. Stephan Lessenich
Institut für Soziologie der LMU München und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Autor von Neben uns die Sintflut, Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis, 2016

Veranstaltungsort
München


Partner

In Zusammenarbeit mit dem Münchner Forum Nachhaltigkeit und der Evangelischen Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag



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25.03.2017

Moving Women Empowerment Conference

Wir schaffen das – die Zukunft liegt in unseren Händen.

Die Moving Women Empowerment Conference stand unter dem Motto “Wir schaffen das – die Zukunft liegt in unseren Händen”. Frauen aus verschiedenen Ländern der Welt kamen zusammen, um voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren. So sollten Frauen mit unterschiedlichstem Background ermutigt werden, ihr Potenzial zu entfalten.

Ein Highlight der Konferenz war die erstmalige Vergabe des "Sonne Women of Excellence Awards" sein, mit dem vier Frauen afrikanischer Herkunft und Frauen in der Diaspora ausgezeichnet wurden, die große Vorbilder für ihre Communities sind. 

Die vielfältigen Vorträge sollten Frauen ermutigen, ihr Schicksal in die Hände zu nehmen und sich nicht entmutigen zu lassen. So zeigte die Dolmetscherin, Integrations- und- Gesundheits-Mediatorin Mathilda Legitimus-Schleicher  neue berufliche Wege für Migrantinnen auf. Die Malerin Vivian Timothy zeigte durch ihre Malerei, wie sie ihren Traum eines selbständigen Lebens und persönlichen Entfaltung verwirklicht hat., Die Ärztin N’joula Agnes Baryoh hielt einen interessanten Vortrag über "Frauen afrikanischer Herkunft und ihre Körper: Wissen um die Besonderheiten in Gynäkologie und Geburtshilfe" Davonne Schaefer, Unternehmerin, widmete ihren Vortrag „Divine Curls“ über die Bedürfnisse von schwarzen Frauen, die beschlossen haben, ihre eigenen natürlichen Haare zu tragen. 

In der von der Journalistin Dr. Jane Ayeko Kümmeth geleiteten Podiumsdiskussion (Bild links) berichteten Teilnehmerinnen wie die Rechtsanwältin Edith Otiende-Lawani, die Nuklearingenieurin Caroline Kouegoua, die junge geflüchtete Somalierin Jamila Mohamed Abdi und Vivian Timothy über ihren Werdegang und die Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Hürde zu überwinden.

Für Unterhaltung sorgte Stephanie Knott mit ihrer Amateur-Theatergruppe, deren Sketche vermittelten, wie Rassismus und Vorurteile sowohl in der afrikanischen als in der deutschen Gesellschaft vorhanden sind. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von "Nomina", einem südafrikanischen Duo, sowie der brasilianischen Tänzerin Linda.

Einen ausführlichen Bericht über die Konferenz finden Sie in dieser PDF-Datei.

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Konferenz



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10.03.2017 bis 11.03.2017

Fluchtursachen "Made in Europe"

Menschen und Wege zwischen Europa und Afrika

Europa nimmt nicht nur Flüchtlinge auf – oder wehrt sie ab –, es ist auch beteiligt an der Schaffung von Fluchtursachen in Afrika. Neue Freihandelsverträge, Export subventionierter europäischer Agrarprodukte, hilflose Entwicklungshilfe – die Kritikpunkte sind vielfältig.

Heute machen sich junge Afrikaner auf, um in Europa ein besseres Leben zu suchen. Welche Hoffnungen haben sie? Was erleben sie? Und welche Perspektiven haben die, die sich fürs Bleiben entscheiden?

Der Münchner Filmemacher Peter Heller hat seit vielen Jahren Entwicklungen in Afrika dokumentiert. Seine Filme waren der Ausgangspunkt dieses Seminars.

Der Film Süßes Giftthematisiert 50 Jahre und (mehr als) zwei Billionen Euro Entwicklungshilfe und stellt die Frage, ob die Hilfe unseren Nachbarkontinent abhängig macht. Gemeinsam mit afrikanischen Intellektuellen und Praktikern kommt Peter Heller zu der ernüchternden Einsicht, dass Hilfe ein Geschäft ist. Und es ist für die Geber und für ihre Empfänger ein gefährliches Suchtmittel, da sie Abhängigkeit und Lethargie schafft. Nach der Filmvorführung berichtete Heller ausführlich über die Entstehung des Films und diskutierte mit dem sehr interessierten Publikum die aufgeworfenen Fragen.

Prof. Dr. Robert Kappel wies zunächst deutlich darauf hin, dass Afrika keine Einheit, sondern u.a. in Kultur und Sprache sehr unterschiedlich, vielfältig und differenziert ist. So gibt es zerfallende Staaten, solche mit vielen Rohstoffen (mit denen sehr unterschiedlich umgegangen wird), Länder mit wenig Ressourcen und solche, die sich zu Industrieländern entwickeln. Auch gibt es eine große Ungleichheit in der Entwicklung von Stadt und Land. Frauen auf dem Land sind dabei die Ärmsten. Weitere Probleme sind der technologische Wandel und die Globalisierung; beides führt zu Jobproblemen. Es gibt ein extremes Bevölkerungswachstum vor allem auf dem Lande. Auch in den rohstoffreichen Ländern gibt es immer weniger Arbeit für Einheimische, was zu großen Frustrationen führt. Auch ist die Bildung ein Problem – 6 Schulpflichtjahre, wie üblich, sind viel zu wenig, vor allem, da in vielen Schulklassen bis zu 100 Kinder gleichzeitig unterrichtet werden. In einigen afrikanischen Ländern gibt es derzeit neue Ansätze hin zu besser ausgebildeten jungen Menschen, die teilweise im Ausland studiert und gearbeitet haben und nun zurückkommen und für ihr Land etwas tun wollen.

Die europäische Afrikapolitik ist gekennzeichnet von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit; es wird nicht agiert, sondern lediglich reagiert. So gibt es in Deutschland u.a. das Problem, dass viele verschiedene Pläne unterschiedlicher Ministerien nicht aufeinander abgestimmt werden. Und mit den Ländern Afrikas sind die Pläne ebenfalls nicht abgestimmt! So entsteht eine Politik für, aber nicht mit Afrika, was ein Fehler ist.

Sinnvoll wäre es laut Kappel, globale und regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen und zu nutzen. Und es wäre extrem wichtig, in die Infrastruktur zu investieren: Mit dem Bau von Straßen und der Versorgung mit Elektrizität wäre eine sinnvolle Entwicklungshilfe geleistet.

Aber auch die Länder selber müssen etwas beitragen. Gute Ideen und Pläne verpuffen auf Grund von Korruption vor Ort. Hier müsste westliche Hilfe ansetzen und auch durch das Einfordern von Menschenrechten (keine Unterstützung für undemokratische Regime!). 

In Bezug auf die Globalisierung und das damit einhergehende Auseinanderdriften der Welt muss den afrikanischen Ländern geholfen werden, eigene Wege zu finden und zu gehen und u.a. der Zugang zu Technologie erleichtert werden. So könnten z.B. Schul- und Hochschulpartnerschaften gefördert werden, damit Frauen und Männer vor Ort ihre eigenen Lösungen finden können.

Sophia Wirsching sorgte mit ihrem Beitrag für einige Fakten und Hintergründe, die zum Verständnis beitrugen und die Ausführungen von Prof. Kappel unterstrichen. Ihre Präsentation können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Der Film „Barca ou Bassa“ - Barcelona oder Tod - analysiert Hintergründe und Ursachen der Abwanderung von einer kleinen „paradiesischen“ Insel vor der Küste Westafrikas. Dabei kommen vor allem afrikanische Expert*innen und Aktivist*innen zu Wort. Der Film analysiert ökologische Umstände, wirtschaftliche Bedingungen und geopolitischen Zusammenhang zu der dokumentarischen Langzeitstudie „LIFE SAARABA IllEGAl“ vor dem aktuellen Hintergrund der Abschottung Europas.

Der Film Life-Saarabe-Illegal / Acht Jahre unter Clandestinos“ verfolgt über fast ein Jahrzehnt Aladji und Souley, zwei Brüder von einer kleinen Fischerinsel im Atlantik vor der Küste Westafrikas. „Saaraba“ nennen sie in Westafrika das verheißene Land – Europa. Der ältere Aladji schaffte es als Bootsflüchtling bis in die Gemüseplantagen Spaniens und lebt dort illegal bis heute. Der jüngere Bruder Souley träumt von Europa und macht sich auf den Weg zu seinem Bruder. Im Zentrum dieser Chronik stehen ihre Träume und Erfahrungen um Europa und ihre „privaten Entwicklungsgelder“ für die Familie daheim auf der Insel.

ReferentInnen

Peter Heller
Filmemacher, München

Prof. Dr. Robert Kappel
GIGA Institut für Afrika-Studien, Hamburg-Berlin

Dr. Miriame Racine Sow
Dipl.-Soziologin, im Senegal geboren, Frankfurt/Main

Sophia Wirsching
Referentin für Migration und Entwicklung, Brot für die Welt 

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Seminar mit Filmvorführungen



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19.02.2017 - 15:00

Die 53. Münchner Sicherheitskonferenz

Was bedeutet die neue US-Präsidentschaft für die europäische Friedens- und Sicherheitspolitik?

Unmittelbar nach Ende der 53. Münchner Sicherheitskonferenz (17.-19.02.17) wollen wir mit Teilnehmenden die Konferenz wieder aus deutscher Perspektive bewerten. Dabei werden aktuelle sicherheitspolitische Perspektiven und neue Chancen für seit langem andauernde Krisen und Konflikte erörtert. Wie in den Vorjahren soll damit etwas mehr Transparenz gegenüber der kritischen Öffentlichkeit geschaffen werden.

  • Was waren die herausragenden Themen der diesjährigen Sicherheitskonferenz, was wird von Deutschland erwartet, welche Antworten sollte die deutsche Politik formulieren?
  • Welche Folgen hat die neue US-Präsidentschaft auf die sicherheitspolitische Lage in Europa und die transatlantischen Beziehungen?
  • Zeichnen sich neue Lösungen zu Syrien, zum Umgang mit Russland und in der Flüchtlings- und Migrationskrise ab?

 

Der Videomitschnitt der Veranstaltung kann ab sofort auf unserem Youtube-Kanal angesehen werden.

ReferentInnen

Daniela Dahn
Schriftstellerin und Friedensaktivistin, Berlin
Omid Nouripour
MdB, Außenpolitischer Sprecher, B90 / Die Grünen, Berlin
Jackson Janes
President, American Institute for Contemporary German Studies, Johns Hopkins University, Washington, DC

Moderation: Jutta Prediger, Hörfunkredakteurin, Bayerischer Rundfunk

Hinweis: Rund um die Sicherheitskonferenz finden zahlreiche weitere Veranstaltungen statt. Eine detallierte Übersicht finden Sie hier.

Veranstaltungsort
München, Künstlerhaus, Lenbachplatz 8


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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23.01.2017 - 19:00

Die Geschichte des andern hören

Jüdisch-palästinensischer Dialog in Hannover - Vorbild für München?

Michael Fürst und Yazid Shammout engagieren sich seit Jahren im jüdisch-palästinensischen Dialog. Durch gemeinsame Veranstaltungen, in denen beide von ihren Erfahrungen erzählten, und gemeinsamen Reisen ins Heilige Land gelang es beiden, die Beziehungslosigkeit zu überwinden und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Einen ausführlichen Bericht von Jakob Wetzel über die Veranstaltung, in der die beiden Protagonisten über diesen jüdisch-palästinensischen Dialog berichteten, können Sie im Lokalteil der Süddeutschen Zeitung am 25. Januar lesen.

ReferentInnen

Michael Fürst
Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen

Dr. Yazid Shammout
Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinde Deutschland – Hannover e.V

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelische Stadtakademie München

Jüdisch-palästinensische Dialoggruppe München

Landeshauptstadt München, Kulturreferat


Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion



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02.10.2016 - 18:00

Rage against Abschiebelager

20 Jahre Rage Against Abschiebung

Das Rage Against Abschiebung ist das größte, regelmäßig stattfindende antirassistische Benefiz-Bandfestival im süddeutschen Raum. Der Bayerische Flüchtlingsrat organisiert es in München seit 1996. Seit 2004 mit und im Feierwerk München. Im Jahr 2016 hatte das Rage Against Abschiebung Festival die Themen:

  • europäische Abschiebemaschinerie
  • Festung Europa
  • Abschottungspolitik
  • Ausgrenzung von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten sowie Illegalisierten
  • alltäglicher Rassismus

Auf Grund des schlechten Wetters fand das Rahmenprogramm, mit dem diese Themen den zahlreichen Besucher*innen vermittelt wurde, in diesem Jahr in der halle selbst statt. Neben einem Stand des Bayerischen Flüchtlingsrats wurde in einem Pavillon und daran anschließend die Ausstellung zum Thema Abschiebelager präsentiert. Das Ziel der Ausstellung: auf das inhumane System der sogenannten „Ankunfts-und Rückführungseinrichtungen“ (ARE) in Bayern aufmerksam machen, d.h. auf die Praxis, Menschen nach Herkunftsländer zu sortieren, in Lagern zu sammeln und isoliert von Informationen und ohne Unterstützung in Schnellverfahren zu bearbeiten und letztendlich ohne ein faires, individuelles Asylverfahren in sog. „sichere Herkunftsländer“ abzuschieben. Hierzu wurde im Pavillon das Innenleben in den AREs nachgestellt. Absperrband wurde um den Pavillon gespannt, um so das Leben hinter Zaun zu verdeutlichen. Ein Metallhochbett und Malervlies als Bettdecke standen symbolisch für die triste und karge Einrichtung. Aussagen der Bewohner*innen über die Lebensumstände waren aufgemalt auf Karton an den Wänden angebracht und diese mit Infotext und Fotos versehen. Neben dem Pavillon stand eine Tafel mit realgroßen Fotos der täglichen Mahlzeiten in der Kantine. Mehrere Infotafeln informierten über weitere Aspekte, wie Arbeitsverbote, Residenzpflicht und „sichere Herkunftsstaaten“. Auch der Infobus, ein Angebot, das in naher Zukunft Betroffenen Beratung direkt vor den „Abschiebelagern“ in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen bieten wird, wurde in Szene gesetzt: So konnten die Besucher*innen diesen vor dem Festivalgelände besichtigen und hatten gleichzeitig drinnen die Möglichkeit, mehr Informationen zu bekommen und ihr Interesse an Mitarbeit zu bekunden. 

Veranstaltungsort
München, Feierwerk, Hansastr. 39-41


Kosten
9,50 Euro


Partner


Art der Veranstaltung
Solidaridätsfestival



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27.09.2016 - 19:00

"Ich war ein Salafist"

Meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt

Dominic Musa Schmitz befand sich als 17-Jähriger auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und beschäftigte sich mit Fragen wie „Was soll ich tun?“ „Warum passiert so viel Schlechtes in der Welt?“ „Was ist Gerechtigkeit?“....

Er traf auf einen alten Freund, der ihm vom Islam vorschwärmte; er ging darauf ein, begleitete den Freund in die Moschee und fand dort Antworten. Er bekam ein warmes Zusammengehörigkeitsgefühl, Spiritualität, Zuwendung – durch die Menschen, die er kennenlernte, die ihm zuhörten, ihn verstanden, auf ihn eingingen, erfuhr er Brüderlichkeit und so einen Halt im Leben.

In dieser Zeit hat Dominic Musa Schmitz sehr viel gelesen, sich intensiv mit dem Islam beschäftigt. Und er fand die Kraft, sich von alten schlechten Angewohnheiten zu lösen. Dadurch sah er wieder einen Sinn im Leben. Langsam veränderte er sich auch äußerlich, er legte seine westliche Kleidung ab und ließ sich einen Bart wachsen. Zusammen mit anderen begann er für den Salafismus auch öffentlich zu werben.

In der Zeit, in der sich Schmitz als einen „rebellische Eiferer“ beschreibt, hielt er sich strikt an alle Regeln des Islam (oder dies zumindest versuchte). Es gab keine Kompromisse beim Verhalten, Gebetszeiten, Speisen, Reden. Den Handlungen des Propheten sollte 1:1 nachgefolgt werden. Da er ein gottgefälliges Leben führen wollten, führte das in der letzten Konsequenz zum Abbruch der Kontakte zu Andersdenkenden.

Nach dem Konvertieren hat der Schmitz nichts anderes mehr gemacht – keine Schule besucht, hat keinen Beruf erlernt und ist keiner Arbeit nachgegangen; er konzentrierte sich ganz aufs „Nichtsündigen“. Gelebt hat er in der Zeit von staatlicher Unterstützung. Innerhalb seiner Gemeinde wurde er sehr ernst genommen; da er sehr belesen war und sich ein großes religiöses Wissen aneignete, wurde er von anderen Moscheebesuchern auch zunehmend um Rat gefragt. Auch begann er gemeinsam mit anderen im Internet tätig zu werden, um für den Salafismus zu werben. „Die Ideologie diktiert dir, was du denken, tun, lieben sollst“, so Schmitz.

Für den Ausstieg aus der salafistischen Szene spielte ein Sozialpädagoge, den Schmitz im Rahmen eines vom Arbeitsamt vorgeschriebenen Kurses traf, eine wichtige Rolle: Dieser nahm ihn ernst und brachte ihm die Idee nahe, eine Brücke zu sein - eine Brücke zwischen der muslimischen Welt und der deutschen Lebensweise.

Zu der Zeit begann Schmitz auch, die strikten Regeln zu hinterfragen, die er in Teilen als nicht richtig und nicht tragbar erkannte. Zumal einige seiner Mitbrüder sich immer mehr abkapselten von dem Leben und sich eher dem Gedankengut von ISIS näherten.

Ein friedliches Miteinander, dass er nun anstrebte, entspricht nach seinen Worten nicht dem salafistischen Gedankengut. So begann sein allmählicher Ausstieg aus dem Salafismus. Heute ist Schmitz zwar immer noch Moslem, aber kein Salafist mehr.

Dominic Musa Schmitz: Ich war ein Salafist. Meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt. Econ, Berlin 2016, 256 Seiten

ReferentInnen

Dominic Musa Schmitz
Autor von Ich war ein Salafist. Meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8,- / erm 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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18.05.2016 - 19:30

Ein Staat, zwei Staaten, kein Staat

Gibt es überhaupt noch eine Friedenschance im Nahost-Konflikt?

Die meisten Israelis und Palästinenser glauben nicht mehr an eine Verhandlungslösung. Angst, Hass, Verzweiflung und gegenseitiges Misstrauen sitzen tief wie nie seit dem Gewaltausbruch im Herbst 2015. Und auch der fortschreitende israelische Siedlungsbau in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland verstellt immer mehr einen territorialen Kompromiss. Was aber dann? Gibt es eine bi-nationale Alternative zu einem Zwei-Staaten-Konzept? Oder liefe das nicht auf einen realen Alptraum für Israelis und Palästinenser hinaus?

Inge Günther, seit 1996 als Journalistin in Jerusalem tätig, konstatierte: 50 Jahre nach Beginn der Besatzung und 25 Jahre nach Beginn des Osloer Friedensprozesses mögen sich Israelis und Palästinenser gegenseitig weniger denn je. Obwohl der Konflikt immer weniger lösbar scheint, sind beide Seiten immer mehr miteinander verflochten (vgl. Siedlungen). Damit sei eine Zwei-Staaten-Lösung praktisch unmöglich geworden.

Junge palästinensische Intellektuelle plädieren deshalb für eine Ein-Staaten-Lösung nach dem Muster: one man – one vote. Dagegen wendet sich die Nationalrechte in Israel, die eine jüdische Mehrheit behalten will. Günther: "Die Ein-Staaten-Lösung blendet aus, dass Israel ein Hightech-Land ist, demgegenüber die Palästinenser, was Bildung und Arbeitsmöglichkeiten angeht, im Rückstand sind."

Die Suche nach einem dritten Weg ist mehr als dringlich. Günther stellte mehrere Alternativen vor. Sie selbst findet eine Mischlösung, wie sie das Bruno-Kreisky- Forum in Wien entwickelt hat, am interessantesten. Das Bild dafür ist ein „gemeinsames Haus“, in drei Ebenen aufgeteilt: im EG Israelis und Palästinenser mit einer gemeinsamen Verfassung; im 1. Stock getrennte Wohnungen, in denen jeder seine eigene Kultur, Bildung, Religion pflegt; im Dachgeschoss schließlich wiederum eine gemeinsame außenpolitische Vertretung. Das läuft auf eine Art Konföderationsmodell hinaus.

ReferentInnen

Inge Günther
62 Jahre, lebt seit fast zwanzig Jahren als Nahost-Korrespondentin in Jerusalem (mit einjähriger Sabbatical-Unterbrechung 2004/2005 in Kalifornien). Für ihre Arbeit erhielt sie 2003 den Sonderpreis für Frieden der Alexander-Stiftung in Frankfurt. 2005 wurde sie von dem Medium-Magazin unter die zehn besten deutschen Reporter gewählt.

Veranstaltungsort
Lindau


Partner

friedens räume Lindau


Art der Veranstaltung
Vortrag



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