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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

08.05.2009

Der Mann an ihrer Seite

Der Mann an ihrer Seite: in diesem Falle Queen Elizabeth mit Prinzgemahl Philip

Die Ausnahme und die Folgen oder: Er in der Nebenrolle

"Die Frau wird mit Bezug auf den Mann determiniert und differenziert, er aber nicht in Bezug auf sie (…) Er ist das Subjekt, er ist das Absolute, sie ist das Andere."
Simone de Beauvoir: "Das andere Geschlecht". 1949

Aber was, wenn es "andersrum" ist????

Die alte Frage, wie Frauen in Spitzenpositionen die Führungskultur und das Arrangement der Geschlechter verändern, muss erweitert werden:

  • Verändert "der Mann an ihrer Seite" das Bild von Männlichkeit und traditioneller Geschlechterordnung? 
  • Werden die Protagonisten zu "role models" für gleichberechtigte Verhältnisse? 
  • Und wird durch den Ausnahmemann der alte "Code" ( Goffmann ) im Arrangement der Geschlechter verändert?

Unser Workshop befasste sich ausführlich mit diesen Fragen. Die zusammenfassenden Schlussfolgerungen von Workshop-Leiterin gesine Spieß können sie sich als PDF-Datei herunterladen.

Impressionen vom Workshop finden Sie in unserer Bildergalerie

ReferentInnen

Prof. Dr. Gesine Spiess
FH Erfurt, Fakultät Soziale Arbeit, Lehrgebiet Genderstudies, Geschlechterverhältnisse

 


Partner

Frauenbeauftragte der Ludwig-Maximilians-Universität, München



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09.07.2008

Ladies Lunch

Junge Frauen auf dem Sprung

Die jungen Frauen von heute sind unabhängig, zielstrebig und selbstbewusst, so die Ergebnisse der Studie "Frauen auf dem Sprung".

Im Auftrag der Zeitschrift BRIGITTE haben das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und das Sozialforschungsinstitut infas mehr als 1000 Frauen zwischen 17 und 19 sowie zwischen 27 und 29 befragt. Frauen also, die sich auf den Weg machen in die Ausbildung, ins Studium, in den Beruf, die sich aber auch entscheiden müssen, ob sie eine Familie gründen wollen.

Bildung, Männer, Kinder, Karriere - wie stehen junge Frauen zu diesen Themen?

Was sind ihre Wünsche, ihre Ziele und was ihre Ängste?

Werden sie verwirklichen können, was sie sich heute vornehmen?

Die Präsentation, mit der Doris Hess die wesentlichen Ergebnisse der Studie anschaulich darstellte und die die Basis einer lebhaften Diskussion bildete, können Sie als PDF-Datei bei uns bestellen.

Einige Impressionen von dieser Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie.

ReferentInnen

Doris Hess
Bereichsleiterin Sozialforschung infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH Mitverfasserin der Brigitte-Studie "Frauen auf dem Sprung"



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16.09.2007

Frauenblicke auf den Bosporus

Eine Frauenreise nach Istanbul

Die Bildungsreise nach Istanbul fand statt vom 16.-23.9.07

Vor Ort erwartete die Gruppe ein umfangreiches Programm bestehend aus Vorträgen zur Geschichte der türkischen Frauenbewegung vom osmanischen Reich bis heute, Vorträge über ethnische Minderheiten, Straf- und Zivilrecht, Besuch von verschiedenen Vereinen, die sich für die Gleichstellung von türkischen Frauen engagieren sowie einer Lesung.

Der Exkurs in die Vergangenheit der türkischen Frauenbewegung zu Anfang der Woche war wichtige Grundlage für die anderen Punkte des Programms. 
Auch die Einbeziehung von Informationen über den Islam hatte in diesem Zusammenhang ihre Bedeutung.

Besonders interessant war für die Teilnehmerinnen der Kontakt zu den Akteurinnen vor Ort. Dabei wurde besonders deren Offenheit geschätzt. Spannend waren Fragen nach der Rolle der Frau in der Türkei und ob bzw. wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat oder mit der Reform von verschiedenen Gesetzen geändert hat. 

Die Teilnehmerinnen mussten feststellen, dass viele Maßnahmen in Politik und Gesellschaft nicht so bei den Frauen ankommt, wie auf dem Papier intendiert. 
Gerade im ländlichen Raum haben Frauen zumeist noch die Rolle als Hausfrau und Mutter und werden über den Mann definiert. Das Zusammenleben von Mann und Frau in der Türkei ist ein sehr tradiertes, an dem Gesetzesänderungen von heute auf morgen nichts ändern werden. 

Die Frage nach der Finanzierung der Vereine und deren Projekte stand auch mehrmals im Mittelpunkt der Diskussion. Großes Unverständnis wurde seitens der deutschen Frauen bezüglich der Diskriminierung von ethnischen Minderheiten und benachteiligten Menschen geäußert. In diesem Zusammenhang sahen die Teilnehmerinnen ein großes Problem für die Türkei auf dem Weg in die EU.

Insgesamt wurde die Reise als überaus informativ und lehrreich eingeschätzt.


Partner

Stiftung Leben & Umwelt, Hannover

Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen



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11.12.2006

Genderaspekte in der Stadtplanung

Gender in den Mainstream

Das Gesicht der Städte verändert sich, so stehen z.B. innerstädtische Flächen durch Umnutzungen für eine neue Gestaltung zur Verfügung. Ziel der neuen Stadtentwicklung sind Stadtviertel und Gegenden, in denen multifunktionale Nutzungen möglich sind, d.h. das Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten, Konsum und Infrastruktur. Bei den beteiligten Akteur/innen wie Stadtplaner/innen, Architekt/innen, Verwaltungen und Investor/innen stellt sich die Frage, wie der bei Frauen und Männern unterschiedliche Lebensalltag – und damit die unterschiedlichen Bedürfnisse an die bebaute Umwelt - Einfluss nehmen kann auf die Bauleitplanung.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden deshalb Stadtentwicklungspläne auf ihre Genderkonstruktionen und ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer betrachtet.

Vorträge als PDF-Datei

Die Vorträge der Veranstaltung können Sie als PDF-Dateien bei uns bestellen:

Genderaspekte in der Stadtplanung
Allgemeine Überlegungen und grundsätzliche Anliegen

von Dr. Gabriele Schambach

Genderaspekte in der Stadtplanung
Konkrete Beispiele und Überlegungen aus München

von Dr. Marie-Luis Wallraven-Lindl
fileadmin/user_upload/newsartikel/PDF_Dokus/Vortrag_Wallraven-Lindl.pdf



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11.09.2006

Alt - agil - aktiv!

Leben und Wohnen im Alter

Deutschland wird älter - daran besteht kein Zweifel. Es wird mehr alte Menschen geben, darunter viele Hochbetagte, aber auch "Senioren und Seniorinnen", die agil, fit und unternehmungslustig sind. Leben und Wohnen im Alter - das wird in Zukunft vielfältig und facettenreich sein. Das klassische Alten- und Pflegeheim ist für die wachsende Gruppe älterer Menschen in Deutschland keine attraktive Zukunftsaussicht. Die meisten wollen auch im hohen Alter möglichst selbstbestimmt leben und wohnen, am besten in den eigenen vier Wänden.

Unsere Tagung beschäftigte sich mit den verschiedenen alternativen Wohnformen und stellt konkrete Praxismodelle vor, die den individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden wollen. 

Wir dokumentieren die uns vorliegenden Beiträge der Tagung als PDF-Dateien.

Holger Adolph, Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin
Unser Bild des Alters - Lebensformen im Wandel
Präsentation und Vortragstext

Andrea Rau, Institut für Mobilität & Verkehr (imove), TU Kaiserslautern
mobil & barrierefrei - Altsein im öffentlichen Raum
Präsentation

Heike Skok, Dipl. Soz.
Alter(n) und Geschlecht
Präsentation

Sonja Thiele, SIMBA, Germering
Betreutes Wohnen
Präsentation

Klaus Wuttig, Seniorenforschungsgruppe SENTHA, TU Berlin
Senioren und Technik
Präsentation

Petra Hüttner, Senioren- und Stiftungsamt, Regensburg
Füreinander und Miteinander Miteinander - Engagement im Alter
Präsentation

Rudi Schmid-Geiger, Dipl.-Sozioalpädagoge, Stadt Amtzell
Jung und Alt gemeinsam
Präsentation

Marita Gerwien, Seniorennetzwerk, Stadt Arnsberg
Engagement im Alter: konkret
Präsentation





 


Partner

Akademie für Politische Bildung Tutzing


Art der Veranstaltung
Tagung



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12.07.2006

Ladies Lunch

Neue Familienpolitik?

Die Familienpolitik ist seit Monaten eines der Top-Themen in den Medien und der politischen Debatte. Ausgelöst durch Zukunfts-Szenarien wie "Die Deutschen sterben aus" oder "Kinderlosen Städten" wird nach Lösungen gesucht, wie in Deutschland Familienleben an Attraktivität gewinnt und wieder mehr Kinder geboren werden könnten. Die große Koalition hat mit dem Elterngeld, das ab 2007 ausgezahlt werden soll, reagiert. Aber wie wird das Elterngeld mit seinen zwei "Vätermonaten" wirken? Wird damit tatsächlich die Neuverteilung der Kinderbetreuung zwischen Männern und Frauen eingeläutet oder ist das Elterngeld - in der Tradition von Kinder- und Erziehungsgeld - eine Geldzahlung mehr an Familien, von der allerdings vor allem besser Verdienende profitieren? Ist die aktuelle Debatte um Familienpolitik vor dem Hintergrund des demografischen Wandels tatsächlich der Aufbruch in eine modernere Gesellschaftspolitik oder doch nur alter Wein in neuen Schläuchen? Was für ein Familienbild wird von Medien und Politik gezeichnet und was hat das mit dem Leben von Frauen, Männern und Kindern in Deutschland zu tun? Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion mit Ihnen! Danach laden wir Sie herzlich ein, bei einem Glas Sekt und einem kleinen Buffet mit den anderen Teilnehmerinnen ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung wendet sich ausschließlich an Frauen. Eine Anmeldung ist erforderlich.

ReferentInnen

Prof. Dr. Elisabeth Beck-Gernsheim Soziologin und Autorin von "Was kommt nach der Familie? Einblicke in neue Lebensformen" und "Die Kinderfrage heute. Über Frauenleben, Kinderwunsch und Geburtenrückgang" (erscheint im Herbst). Begrüßung: Theresa Scho

Veranstaltungsort
Unionsbräu München, Einsteinstraße 42 U4/ U5: Max-Weber-Platz


Kosten
keine


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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29.10.2004

"Schöner wirtschaften - Europa geschlechtergerecht gestalten!"

Eine Internationale Konferenz

"Wirtschaftsmacht Europa", "Europa braucht (mehr) Wachstum", "Unternehmen drohen mit Jobexport" - so oder so ähnlich klingen aktuelle Schlagworte in einschlägigen Wirtschaftsmagazinen, wenn es um den Europäischen Wirtschaftsraum geht. Wer sind die AkteurInnen, die den europäischen Wirtschaftsraum gestalten? Wie und mit welchen Themen sind Frauen und Männer in Politik und Wirtschaft vertreten? Bislang ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an der Gestaltung und am Wohlstand Europas ein unerreichtes Ziel. Wie wird die Gleichstellung der Geschlechter in der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik in der erweiterten Europäischen Union befördert? Welche Zwischenbilanz kann aus der europaweiten Einführung von Gender Mainstreaming gezogen werden? Wie lauten die Anforderungen einer geschlechtergerechten Ökonomie? Welche alternativen feministischen Vorstellungen existieren? Wie kann es gelingen, diese verstärkt auf die politische Agenda zu setzen?

Mit der Konferenz "Schöner wirtschaften" sollten Frauen in Ost und West ermutigt und darin unterstützt werden, sich um ihre wirtschaftlichen Belange selbst zu kümmern und dazu Bündnisse auf- und auszubauen.

Im Eröffnungsvortrag "Standort Europa – ohne Frauen ist keine Wirtschaft zu machen" empfahl Brigitte Unger-Soyka vom BMFSFJ den Anwesenden, der privaten Wirtschaft gegenüber nicht zu sehr den Aspekt "Geschlecht" zu betonen, da Unternehmen das eher abschreckend empfänden. Sie befürwortete stattdessen die Diversity-Strategie. Gleichzeitig verwies sie auf die Notwendigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Frauen bessere Einstiegschancen zu geben. Hier sieht sie die Schwerpunktaufgabe ihres Ministeriums. In den Diskussionsbeiträgen wurde eingewandt, dass die Diversity-Strategie inzwischen circa zehn Jahren alt ist und der Frauenanteil in Führungspositionen in der Privatwirtschaft in der Folge kaum gestiegen ist. Auch wurde festgestellt, dass die Konzentration auf die Vereinbarkeitsfrage als Erfolgsrezept für Frauen in der Wirtschaft zu kurz greife.

Im Beitrag von Jochen Kubosch, Leiter der Europäischen Vertretung in München, ging es um die Möglichkeiten der EU, auf eine geschlechtergerechte Wirtschaft hinzuwirken. Im Fazit stellte Kubosch fest, dass die Lissabon-Strategie dafür zwar gute Voraussetzungen schaffen würde, dass sie von den Mitgliedstaaten aber bereits heute als mehr oder weniger gescheitert angesehen wird und es enormer Anstrengungen bedürfte, um die angestrebten Ziele planmäßig bis 2010 zu verwirklichen.

In der Podiumsdiskussion "Die erweiterte Europäische Union – eine Chance für eine geschlechtergerechte Ökonomie" ging es wesentlich um die Positionen der Unternehmen einerseits und die der Gewerkschaften andererseits. Die IHK verwies auf die Fortschritte im Hinblick auf familienfreundliche Unternehmen hin und nahm kleine und mittlere Unternehmen in Schutz, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum in der Lage wären frauenfreundliche Bedingungen zu schaffen. Von gewerkschaftlicher Seite wurde entgegen gehalten, dass sich die Betrachtung ändern müsse, dass Kinder allein in der Verantwortung von Frauen lägen. In Bezug auf die Situation der Frauen in den Beitrittländern wurde festgestellt, dass es dort notwendig wäre, bessere staatliche Voraussetzungen für Unternehmerinnen und Gründerinnen zu schaffen, und dass diesbezüglich von Seiten der EU Impulse und finanzielle Unterstützung erwartet werden.

Der erste Konferenztag endete mit einem Weltcafé. Dabei handelte es sich um ein moderiertes Kennenlernen. In drei Runden tauschten sich die Teilnehmenden in stets wechselnden Fünfergrüppchen zu folgenden Fragen aus: Mit welchen Fragen und Anliegen sind Sie heute hier? Was bestätigt, erstaunt oder irritiert Sie? Wo sehen Sie zukunftsweisende Potentiale für Bewegung und Gestaltung? Der Austausch war über Sprachgrenzen hinweg sehr lebendig und ein schmackhaftes Buffet schaffte einen angenehmen Rahmen, die begonnenen Gespräche im Anschluss weiter zu führen.

Der Vortrag der Schweizer Ökonomin Mascha Madörin am Samstagmorgen gab einen Überblick über die feministische Ökonomie. Sie wies deutlich darauf hin, dass Geschlechtergerechtigkeit in der Wirtschaft weit mehr brauche als Kinderbetreuung, was sich u.a. daran zeige, dass es auch kinderlose hochqualifizierte Frauen kaum in Spitzenpositionen schafften. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Verankerung einer feministischen Ökonomie.

In den Workshops gab es rege Diskussionen zu der zwar vergleichbar schlechten Stellung von Frauen in der Wirtschaft in Ost und West, aber den oft sehr unterschiedlichen historischen und aktuellen Voraussetzungen. So wurde deutlich, dass es den Frauen in den Beitritts- und neuen EU-Ländern sehr um eine Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation geht, an der auch sie als Frauen partizipieren möchten. Die Frage der gezielten Frauenförderung oder Gender Mainstreaming in wirtschaftlichen Zusammenhängen spielt für sie – noch? – kaum eine Rolle. Andere Themen waren u.a. eine empirische Studie zu Familienfreundlichkeit als ökonomischer Erfolgsfaktor in großen Unternehmen sowie die Erfolge und Schwierigkeiten von Gender Mainstreaming in den Europäischen Strukturfonds und Gender Budgeting.

Rezzo Schlauch (BMWA) stellte in der abschließenden Podiumsdiskussion fest, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Privatwirtschaft, die beruflichen Chancen von Frauen zu verbessern, gescheitert ist und das Thema wieder auf die politische Agenda müsse. Die Polin Dr. Ewa Ruminska-Zimny (UNECE) wies nochmals darauf hin, dass staatliche Zielformulierungen, wie die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und ausreichende Kinderbetreuung, noch nichts an der tatsächlichen Situation von Frauen ändern.

Als Ergebnisse der Konferenz können gewertet werden: Erstens, dass sich die ökonomische Situation von Frauen in Ost- und Westeuropa im Kern ähnlich schwierig darstellt. Zweitens werden Frauen extrem aufmerksam sein müssen, dass ihre Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit nicht auf die Frage der Vereinbarkeit reduziert wird. Und drittens ist es dringend geboten, eine feministische Ökonomie fest in allen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen in Europa zu etablieren, um den langen Weg zu einem wirtschaftlich geschlechtergerechten Europa zu begleiten und zu forcieren.

Die Tagung "Schöner Wirtschaften – Europa geschlechtergerecht gestalten!", war sehr erfolgreich, vor allem auch unter dem Blickwinkel der notwendigen Vernetzung von Frauen und Frauenorganisationen in West- und Osteuropa, um eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik voran zu treiben. An der Konferenz nahmen knapp 120 Personen aus zwölf europäischen Staaten teil.

 


Partner

FAM Frauenakademie München e.V.

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Friedrich-Ebert-Stiftung

Hanns-Seidel-Stiftung

Heinrich-Böll-Stiftung

Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern


Art der Veranstaltung
Internationale Konferenz



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22.10.2004

Wanderinnen zwischen den Kulturen

Kunst, Lesben, Migration!

22.10./ 05.11. Vernissage – Finissage der Ausstellung "Migration – Integrität – Individualität" in der Arte Galerie N

Zur Vernissage der Ausstellung in der von Migrantinnen betriebenen Galerie wurde die Veranstaltungsreihe durch Maria Virginia Gonzalez Romero von Visiones vorgestellt und einführende Worte zur Ausstellung und zu den Künstlerinnen gesagt. Es wurden Werke von Jucelia Oliveira, Ana Judith Haugwitz und Cecilia Herrero gezeigt, die Künstlerinnen waren anwesend und stellten sich der Diskussion mit dem Publikum. Ana Judith Haugwitz bot eine Performance mit ihrer Textilkunst.
Die Ausstellung wurde mit einer Finissage beschlossen, auf der Sigi Kreiner eine Performance mit dem Titel "rumänische Klangbilder" gab, in der sie rumänische Texte und Gedichte vortrug.

Durch die Ausstellung wurden viele kreative Ideen aufgeworfen: Am Abend der Vernissage wurde schon durch eine Migrantinnenorganisation die Möglichkeit aufgegriffen, im nächsten Jahr eine gemeinsame Arbeit mit Ana Haugwitz zu ihrem Thema durchzuführen. Überlegt wurde auch, mit den Arbeiten von MAIZ weiter zu machen. Zur Finissage wurde auch die Möglichkeit diskutiert, im nächsten Sommer ein gemeinsames Projekt mit KünstlerInnen aus der afrokaribischen Kultur anzustreben.

3.11. Podiumsdiskussion in den Räumen von LeTra, Lesbenberatungsstelle

Thema der Diskussion waren verschiedene Aspekte des Lebens als lesbische Migrantin in Deutschland, in der Herkunftskultur und in der lesbischen Community. Die Podiumsteilnehmerinnen hatten unterschiedliche kulturelle Hintergründe:
Kornelija Rade, in Kroatien geboren, lebt seit ihrem 16. Lebensjahr in Deutschland; Ene Kukk, in Estland geboren, lebt seit wenigen Jahren in Deutschland, Saideh Saadat Taghroudi, im Iran geboren, lebt in Berlin und Maria Virginia Gonzalez Romero, in Venezuela geboren, lebt in München.
Moderiert wurde das Podiumsgespräch von Rita Braaz, Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit bei LeTRa. Interessante Diskussionsinhalte waren die Gemeinsamkeiten des Lebens als lesbische Migrantin im Gegensatz zu den Unterschiedlichkeiten des kulturellen Hintergrunds, die Bedeutung von Gruppen für lesbische Migrantinnen und der Umgang der lesbischen Community mit dem Thema.
Auch die individuellen unterschiedlichen Sichtweisen wurden deutlich und brachten eine Differenzierung in das verallgemeinernde Wort "lesbische Migrantin". Die Bedeutung von Kunst im Leben ( lesbischer ) MigrantInnen wurde ebenso thematisiert unter der Prämisse, dass Kunst kein Monopol der Künstlerinnen ist, sondern dass es durch künstlerische Darstellung sehr wohl möglich ist, unsere Vision einer/dieser Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen.

4.11. Vortrag und Film: "Migrantin sein, Lesbe sein" in den Räumen von LeTRa

Die Referentin Saideh Saadat Taghroudi, selbst Lesbe mit iranischem Hintergrund und Mitarbeiterin der Lesbenberatung Berlin, stellte das Projekt LesMigraS vor und berichtete über die Situation lesbischer Migrantinnen in Berlin. LesMigraS ist ein Zusammenschluss lesbischer Migrantinnen und Schwarzer Lesben, die im Rahmen ihrer politischen Arbeit zusammen einen Videofilm zum Thema "lesbische Migrantinnen" in Berlin gedreht haben, welcher an diesem Abend gezeigt wurde. Anschließend gab es eine Diskussion über die Inhalte. Besonders thematisiert wurden die Bedeutung des Projekts und die künstlerische Umsetzung des Themas in dem Video. In Arbeit ist zudem ein Buch mit Autobiographien von lesbischen Migrantinnen, aus dem ein Text gelesen wurde. Es wurde der Wunsch geäußert, weitere Videofilme von anderen Migrantinnengruppen zu sehen, um die verschiedenen Lebensbedingungen in anderen Ländern zu betrachten. Da der Film im Rahmen eines EU-Projektes entstand, gibt es zum gleichen Thema weitere Filme aus Frankreich und aus Österreich. Den Wunsch nach einer solchen Veranstaltung möchten wir gerne im nächsten Jahr aufgreifen. Außerdem wurde viel über die alltägliche Diskriminierung in Deutschland und unter Lesben gesprochen. Es wurden die Lebensbedingungen in den Herkunftsländern und die Lebensbedingungen in Deutschland verglichen.

 

5.11. Podiumsgespräch/Vortrag: Erlebnisberichte aus dem Kulturchaos – Jugo Lesben packen aus in den Räumen von LeTRa

Die Lesben der Jugo–Lesben–Gruppe stellten sich mit ihren verschiedenen Hintergründen aus den exjugoslawischen Republiken vor und nahmen zu verschiedenen Fragen Stellung. Inhalte der Diskussion waren zum Beispiel welche Unterschiede die verschiedenen Herkunftsregionen aufweisen, welche Bedeutung der Krieg in ihrem Miteinander spielt, wie sie als Lesben in ihrer Herkunftskultur auftreten können und wie es ihnen in der deutschen Lesbencommunity geht. Es wurde auch auf die Lebenssituation in ihrem Herkunftsland eingegangen und was es in diesem Zusammenhang für die Einzelne bedeutet, in Deutschland zu leben. Anschließend konnten Fragen aus dem Publikum beantwortet werden. Die besondere Situation von Migrantinnen aus den exjugoslawischen Republiken wurde dargestellt und damit der Ansatz der "Jugolesben Gruppe", sich nicht durch die nationalen Unterschiede trennen zu lassen. Der Name "Jugolesben" wurde erläutert: hier wurde ein stigmatisierend besetzter Ausdruck im Sinne des Empowerment positiv und identitätsstiftend besetzt.

 

6.11. "Fest zwischen den Kulturen" im Feierwerk

Das Fest sollte die Möglichkeit bieten, sich zu begegnen, sich zu unterhalten und die Musik anderer Kulturen als Ausdrucksform kennen zu lernen. Zu Anfang gab es einen Auftritt der lateinamerikanischen Band Tierra Nueva mit politischen Liedern und Tanzmusik. Anschließend legten Djanes Musik aus ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen heraus auf. Es gab Musik aus dem griechisch-türkischen Raum, vom indischen Subkontinent, Balkan-Mix, sowie gemischte Musik. Die Veranstalterinnen (LeTRa und Visiones) stellten sich auf der Bühne vor und sorgten so für den Öffentlichkeitsaspekt.

 

11.11. Filmabend im Maxim

Dieser Filmabend fand im Rahmen der Filmreihe "Borderline–Filme gegen Grenzen" des Ökumenischen Büros und des bayerischen Flüchtlingsrates statt. Es wurden drei Filme gezeigt: "Migrantinnen in Berlin", Dokumentation; "Die leere Mitte", Dokumentation; "Lola und Bilidikid", Spielfilm.
Der Wunsch vieler Anwesenden, "Die leere Mitte" noch einmal zu sehen und dabei Hito Steyerl einzuladen, wurde ausgedrückt. Es wird überlegt, ob und wie dies im nächsten Jahr ermöglicht werden könnte.

 

12.–14.11. Workshop "Kartographische Eingriffe" in den Räumen der ESG

Dieser Workshop richtete sich explizit an Migrantinnen. Es wurden die Wege der Migration und des Lebens in München künstlerisch aufgearbeitet, sowie ein Forum für Austausch geschaffen.
Es wurde der Unterschied zwischen Utopie, Phantasie und Fiktion dargestellt. Eine kartographische Fiktion trägt zur politischen Bewusstseinsbildung bei durch die Fragestellung nach der Vereinbarkeit der Stadt in der wir leben mit der Stadt, mit der wir uns identifizieren könnten. 
Es wurden neue Grenzen definiert, Orte neu bezeichnet. Es wurde eine Kartografie von Innen, die durch "kartografische Eingriffe" nach Außen kommuniziert wurde, geschaffen. Zum Beispiel wurden Behördengänge mehrfach mit traumatisierenden Erlebnissen in Zusammenhang gebracht. Durch die Arbeit wurden diese Erlebnisse neu und anders besetzt.
Ziel dieses Seminars war, Fragen aufzuwerfen, Diskussion zu fördern und so einen Rahmen zu schaffen, in dem Migrantinnen und Deutsche gemeinsam Lösungen / Änderungsvorschläge machen können.
Welche Strategien gibt es, um die Sichtbarkeit von Migrantinnen im öffentlichen Raum zu verstärken? 
Im Januar soll mit der Gruppe noch einmal die Möglichkeit diskutiert werden, dieses Seminar im Laufe des nächsten Jahres immer wieder stattfinden zu lassen (eventuell einmal pro Quartal) und am Ende des Jahres eine Ausstellung inklusive offener Diskussion zu organisieren.

 


Partner

LeTRa, Lesbentelefon e.V.

Visiones e.V. (i.G.)



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07.07.2004

Ladies Lunch: Rabenmütter

 

Die Reihe Ladies Lunch fördert die Vernetzung, den Informationsaustausch und den Meinungsbildungsprozess zu gesellschaftliche aktuellen Themen zwischen engagierten Frauen. In diesem Jahr ging es beim 3. Ladies Lunch der Petra-Kelly-Stiftung um das Thema "Rabenmütter".

Dazu hatten wir eingeladen:

Herrad Schenk, Sozialpsychologin und Schriftstellerin, Autorin von "Wieviel Mutter braucht der Mensch? Der Mythos der guten Mutter"

In ihrer Einleitung erklärte Silke Rapp mit Bezug auf Brehms Tierleben den Begriff "Rabenmütter" – die Raben würden ihre Jungen zwar füttern, sich jedoch nicht so liebevoll um sie kümmern wie anderen Singvögel. Theresa Schopper ergänzte diese These in ihren Grußworten mit dem Hinweis, dass Raben ihre Jungen zwar durchaus aus dem Nest verjagen würden, wenn sie groß genug seien - sollte sich jedoch herausstellen, dass die Kleinen sich doch noch nicht alleine versorgen können, würden die Eltern sie auch weiterhin füttern und sich um sie kümmern.

In ihrem Vortrag leitete Herrad Schenk historisch her, dass Frauen immer gearbeitet und dies mit dem Muttersein kombiniert haben. Früher waren Familien anders strukturiert und Kinderhaben hatte nichts mit freier Wahl zu tun. Zugleich waren nicht nur die Mütter, sondern auch Freunde, Verwandte, die Gemeinschaft und Geschwister an der Erziehung der Kinder beteiligt. Wie das Kind aufwuchs, war also nicht nur von der Mutter abhängig. Mit der Pille hat sich dies geändert. Seither haben Frauen die Freiheit, Kinder nur zu haben, wenn sie wollen. Frauen können die perfekte Zeit zum Kinderhaben auswählen und auf die perfekten Bedingungen warten. Aber was sind die perfekten Bedingungen?

Verbunden damit kam es im deutschsprachigen Raum zu einem neuen Ideal des Mutterseins - die Mutter soll immer für das Kind da sein und dieses auch als ihren ureigenen Wunsch betrachten. Liebe, Aufmerksamkeit und positive Bestätigungen sollen zu einem glücklichen Leben für das Kind führen.  Die Erziehung des Kindes hing demnach immer mehr von der Mutter ab. Frauen bekamen mehr Kontrolle über die Erziehung des Kindes, und sie üben diese Kontrolle auch als Machtmittel gegenüber Anderen aus, aber sie bekommen dafür auch die Verantwortung und die Schuld, falls es Probleme gibt. 
Das Bild der Mutter basiert heute auf diese Idee der "guten Mutter". Das Kind wird als Spiegelung der Erziehung gesehen; dies erfordert, so viel Zeit wie möglich mit dem Kind zu verbringen.

Die Welt des Kindes hängt fast komplett von der Mutter ab. Darunter leiden sowohl Mutter, als auch Kind - vom Vater mal ganz abgesehen. Doch diese so "bemutterten" Kinder sind nicht glücklicher als die Kinder vor ihnen. Im Prinzip ist der Mutter alles erlaubt, aber wehe, die Kinder geraten nicht wohl! Da die Entscheidung für Kinder eine freie Wahl ist, ist es Tabu, sich über die Schwierigkeiten, Muttersein und Beruf zu vereinbaren, zu äußern. Wenn sich eine Mutter über das "Muttersein" beschwert, ist sie plötzlich von Schuldgefühlen ergriffen. Noch nie haben Frauen so viel Fürsorge- und Erziehungsleistungen auf so wenige Kinder konzentriert – und doch haben sie nie so viele Schuldgefühle gehabt wie heute.

Diese Schuldgefühle müssen erkannt und abgebaut werden, da sie den Kontakt zu den Kindern schwer belasten können. Kinder sind nicht ausschließlich die Angelegenheit der Mütter sondern von allen, was in anderen europäischen Ländern durchaus so gesehen wird - und deren Kinder geraten mitnichten schlechter. Im Laufe der Jahre hat sich eine Konkurrenz entwickelt zwischen den Müttern, die daheim bleiben und denen, die erwerbstätig sind; so ist zu beobachten, dass die beiden Gruppen oftmals unter sich bleiben.


Art der Veranstaltung
Ladies Lunch



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06.02.2004

Wer Macht Frieden

Frauen und Männer in Friedensprozessen

Frauen kommt eine wichtige Rolle bei der Verhütung und Beilegung von Konflikten zu, das erklärt der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 1325, verabschiedet im Oktober 2000. Diese Resolution fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, "dafür zu sorgen, dass Frauen in den nationalen, regionalen und internationalen Institutionen und Mechanismen zur Verhütung, Bewältigung und Beilegung von Konflikten auf allen Entscheidungsebenen stärker vertreten sind"

1. Warum gibt es diese Resolution? Was ist zu erwarten, wenn Frauen "in allen Anstrengungen zur Wahrung und Förderung von Frieden und Sicherheit gleichberechtigt und in vollem Umfang teilhaben"

2. Machen Frauen andere Friedensarbeit als Männer?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Tagung "WEHR MACHT FRIEDEN?". 

Informationen zur Veranstaltung und den Referentinnen sowie Bilder von der Tagung sind zu erhalten unter: http://wermachtfrieden.agfp.de

 


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF)

Evangelische Stadtakademie München

Frauensicherheitsrat

Frauengleichstellungsstelle der evangelischen Kirche in



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