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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

05.03.2013

Recht auf Stadt

Demokratische Gestaltung von Stadtentwicklung und Stadtplanung

Wem gehört die Stadt?

Ausgehend von Hamburg und Freiburg formiert sich die urbane Bewegung 'Recht auf Stadt'. 'Recht auf Stadt' wendet sich gegen die Unterordnung städtischen Lebensraumes unter das Diktat kommerzieller Interessen. Die Bewegung fußt auf der Philosophie des französischen Soziologen Henri Lefebvre. Lefebvre fordert für alle Bevölkerungsschichten das Recht auf Zugang zu allen kulturellen und sozialen Institutionen sowie das Recht auf Mitgestaltung ihrer Stadt.

Derzeit findet in Deutschland ein Immobilienboom statt. Wohlhabende Anleger und Fonds investieren in sicheres Beton-Gold - in Gebäude und Grundstücke. 2011 wechselten in Nürnberg für 1,6 Milliarden Euro Grundstücke und Häuser den Besitzer. In erster Linie werden Eigentumswohnungen gebaut. Großanleger investieren in Büro- und Gewerbekomplexe. Die Folgen: Verknappung günstiger Mietwohnungen, Anstieg der Wohnungsmieten und ein Überangebot an Büroflächen. Derzeit stehen in Nürnberg 237.900 qm an Büroflächen ungenutzt  leer. Dagegen wurden 2011 nur 92 neue Sozialwohnungen fertiggestellt. 'Recht auf Stadt' wendet sich gegen Gentrifizierung - die Vertreibung einkommensschwacher Bevölkerung durch Stadtteilsanierung, Mieterhöhung und Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen.

Recht auf Stadt' tritt für kulturelle und soziale Zwischennutzungen in leerstehenden Gebäuden ein. Das ehemalige Arbeitsamt am Altstadtring steht seit zwanzig Jahren leer. 2003 wurde die Paketposthalle in der Bahnhofstraße abgerissen um Platz für ein Sportkaufhaus zu schaffen. Viele Bürger und Architekten sahen in dem markanten Bau ein erhaltenswertes Denkmal.  Nach dem Abriss sprang der Investor ab und seitdem erstreckt sich eine ungenutzte Brache. Der Denkmalschutz steht oft auf verlorenem Posten, wenn es um kommerzielle Interessen geht. So wurde auch das denkmalgeschützte Milchhofgebäude (1930 errichtet, Architekt Otto Ernst Schweizer) 2008 abgerissen.

'Recht auf Stadt' fordert transparente Planungsprozesse und die frühzeitige Einbeziehung der Bürger bei Stadtentwicklung und Bauprojekten.  

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich die veranstaltung damit, wie Stadtplanung und Stadtentwicklung demokratisch gestaltet werden können - um die Meinung und Wünsche der Bewohner ernst zu nehmen und einzubeziehen. Themen waren: Lebensqualität im urbanen Raum, bezahlbarer Wohnraum und Gentrifizierung, Leerstand und kulturelle Zwischennutzungen.  Andrej Holm stellte das Konzept der Bewegung 'Recht auf Stadt' dar. Er  forderte insbesondere den Zugang  aller Bevölkerungsschichten zu allen kulturellen und sozialen Einrichtungen . 

Anschließend erläuterte Siegfried Dengler den rechtlichen Rahmen der Bürgerbeteiligung bei Stadtentwicklung und Bauprojekten. Er stellte dar, dass und wie die Stadt Nürnberg versucht, neue Wege bei der Einbeziehung der Bürger zu gehen.

 

ReferentInnen

Andrej Holm
Sozialwissenschaftler und Buchautor

Siegfried Dengler
Stadt Nürnberg,  Leiter des Stadtplanungsamtes

Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Medienladen e.V., Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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13.11.2012

Auf dem Weg zur klimagerechten Stadt: Energetische Sanierung und mehr...

 

Die Energiewende voranbringen und gleichzeitig das Klima schützen: das ist der Charme der Energieeffizienz. Denn die Energie, die man nicht verbraucht, muss man gar nicht erst erzeugen – weder fossil noch regenerativ.

Ernsthafte energetische Modernisierung im Gebäudebestand ist deshalb unabdingbar. Wie das konkret aussehen kann und welche Förderkomponenten und rechtliche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind, zeigte Dr. Klaus Habermann-Nieße vom Hannoveraner "plan zwei"-Büro sehr nachdrücklich auf. Und ohne erhebliche Anstrengungen auf diesem Gebiet werden die klimapolitischen Zielsetzungen nicht erreichbar sein. 

Auf drei Säulen beruht der kommunale Klimaschutz:

  • Energieerzeugung: Reduzierung des CO2 Ausstoßes bei Energieproduktion und Erhöhung des Anteils regenerativer Energien  
  • Energieeinsparung: Reduzierung des Energieverbrauchs im kommunalen Gebäudebestand, im Gewerbe und beim Wohnen  
  • Energieeffiziente Siedlungsentwicklung: Reduzierung des Beitrags der Siedlungsentwicklung zur Erhöhung der CO2 Belastung durch Gewerbe, Verkehr und Haushalte

Doch bisher stand die Sanierung von Einzelgbäuden im Vordergrund, quartiersbezogene Ansätze, die auch   mit anderen Stadtentwicklungsstrategien (Wohnraumversorgungskonzepte, kommunale  Klimaschutzkonzepte, Stadtteilentwicklungskonzepte) verknüpft sein müssten, existieren kaum. Dies galt auch für die entsprechenden Förderprogramme.

Dabei liegen die Vorteile quartiersbezogener energetischer Sanierungskonzepte auf der Hand: Mit ihnen können Minderungspotenziale verbrauchsnah ermittelt, die  unterschiedlichen lokalen Akteure eingebunden und energetische  Maßnahmen mit lokalen wirtschaftlichen und sozialen Belangen der Quartiersentwicklung verknüpft werden. 

Die Handlungsfelder der energetischen und klimagerechten Quartiersentwicklung sind vielfältig. Dazu gehören:

  • Effizienzsteigerung bei der Gebäudemodernisierung erreichen
  • Wärmeversorgung effizienter gestalten
  • Lösungen für den Einsatz erneuerbarer Energien entwickeln
  • Mobilität klimagerecht gestalten
  • Stadträumliche Strukturen an die Folgen des Klimawandels anpassen
  • CO2-Minderungspotenziale im individuellen Verbrauchsverhalten der Bevölkerung erschließen  

Eine sinnvolle quartiersbezogene Sanierung ist natürlich an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehört nicht nur die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der eigentlichen Sanierungsmaßnahme, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des Wohnungsbestandes und eine handlungsfähige und handlungswillige Eigentümerstruktur. Die Energieversorgungsunternehmen (Fern- bzw. Nahwärme, BHKW) sollten in die Planung eingebunden werden. Und: Es muss eine sozialverträgliche Lösung für die Kostenfrage gefunden werden.

Habermann-Nieße stellte einige gelungen Beispiele für energetische Quartierssanierungen vor:

  • Volkswohnung GmbH: Karlsruhe, Rintheimer Feld
  • Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg: Stadtteil Neu-Reform
  • Pro Potsdam GmbH: Stadtteil Drewitz
  • Gbg Hildesheim : Stadtteil Drispenstedt  

 Die Städtebauförderung bildet die Basis für den quartiersorientierten Ansatz. Das besondere Städtebaurecht liefert ordnungsrechtliche Voraussetzungen für quartiersübergreifende Lösungen. Und sie bietet mit dem eingespielten Verfahren des Sanierungsmanagements die Voraussetzung für integrierte Handlungsansätze. Allerdings müssten die Fördertatbestände für energetische Sanierungsgebiete neu definiert werden.  Und die Hürden für eine verstärkte Förderung der energetischen Sanierung, die in der Struktur des Bund-Länder Programms selbst liegen, müssten abgebaut werden. Dabei geht es vor allem um die kommunale  Eigenbeteiligung, die für finanzschwache Kommunen ein unüberwindliches Hindernis darstellt. Perspektivisch müsste - so Habermann-Nieße zusammenfassend - die energetische Stadtsanierung jedoch als eigenständige Förderkulisse ("EKO-Quartier") etabliert werden. Damit könnten folgende Ziele erreicht werden:

  • Konzentration der Sanierung in ausgewählten Quartierstypen auf Energieeinsparung und Energieeffizienz
  • Einbindung in kommunale Konzepte (Kommunales Klimaschutzkonzept, Wohnraumversorgungskonzept, Integriertes Stadteilentwicklungskonzept)
  • Kopplung der Förderung der energetischen Sanierung an die Sozialverträglichkeit (Warmmietenneutralität)   

Empfohlene Weblinks

www.boell.de/wirtschaftsoziales/stadtentwicklung/publikationen-studie-mit-eko-quartieren-zu-mehr-energieeffizienz-14804.html

www.boell.de/downloads/Endf_Strategien_zur_Moderisierung_2_kommentierbar.pdf

ReferentInnen

Dr.-Ing. Klaus Habermann-Nieße
Architektur- und Stadtplanungsbüro „plan zwei“, Hannover, Autor von “Strategien zur Modernisierung II: Mit EKO-Quartieren zu mehr Energieeffizienz“

Veranstaltungsort
Bamberg



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23.10.2012

Kommunalparlamente "mit Migrationshintergrund?"

Chancen und Probleme für eine bessere politische Partizipation

In Bayern haben rund 2,4 Millionen Menschen – und damit ca. ein Fünftel der Bevölkerung – einen "Migrationshintergrund". In Großstädten liegt dieser Anteil teilweise bereits bei fast 40 Prozent. Inklusionsspolitik ist deshalb eine der entscheidenden Zukunftsaufgaben, gerade weil die Altersstruktur der Menschen mit Migrationshintergrund sehr jung ist.

Die politischen Prozesse müssen zugänglicher werden, damit Partizipation an politischen Entscheidungen möglich wird. Bisher ist es damit eher schlecht bestellt. Zwar sind fast 9 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund wahlberechtigt, bei den Kommunalwahlen kommen dazu noch die EU-Ausländer/innen. Aber in den Parlamenten, gerade auch in den Kommunalparlamenten, sind Angehörige dieser Bevölkerungsgruppe immer noch eine Ausnahmeerscheinung.

Prof. Dr. Karen Schönwälder gab einführend einen sehr informativen Überblick über die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die Kommunalpolitik. Die Zahl der Migrantinnen und Migranten in den Räten deutscher Großstädte steigt: Gab es in den zwischen 2001 und März 2006 gewählten Stadträten 116 Ratsmitglieder mit Migrationshintergrund, so ist in den zwischen September 2006 und März 2011 gewählten Räten ihre Zahl auf 198 gestiegen. Auch die Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten hat sich erhöht. Noch aber sind alle Stadträte weit davon entfernt, die Vielfalt der städtischen Bevölkerungen widerzuspiegeln. 4 Prozent der insgesamt 4670 Ratsmitglieder sind Migrant/inn/en oder Migranten. Über ein Viertel der Bevölkerung der Großstädte jedoch hat einen Migrationshintergrund – diese Bevölkerungsgruppe ist also in der städtischen Politik weiterhin eklatant unterrepräsentiert. Keine Großstadt erreicht eine Repräsentation der Migrantinnen und Migranten im Rat, die deren Bevölkerungsanteil entsprechen würde.

Die politischen Parteien sind unterschiedlich offen bzw. unterschiedlich attraktiv für Migrant/inn/en. Gemessen an der Gesamtzahl der Mandate der Partei erreichen die Grünen und die Linke mit jeweils 8 Prozent den höchsten Anteil von Einwanderern, gefolgt von der SPD mit 5 Prozent, während bei CDU/CSU und FDP nur knapp 2 Prozent der städtischen Ratsmitglieder einen Migrationshintergrund haben.

Interessant sind folgende Details:

  • Der Anteil von Frauen bei den Ratsmitgliedern mit Migrationshintergrund ist mit 40% höher als der Frauenanteil in den städtischen Räten insgesamt (33%).
  • 38% der migrantischen Ratsmitglieder sind türkischer herkunft. Diese ethnische Gruppe ist damit weit überrepräsentiert – was wiederum das Vorurteil widerlegt, dass die türkeistämmigen Bürgerinnen und Bürger eine besonders integrationsunwillige Gruppe seien.
  • Die kommunale politische Karriere gelingt überwiegend den formal hoch Gebildeten. 66% der migrantischen Ratsmitglieder besitzen einen Hochschulabschluss.

Karen Schönwälder machte deutlich, dass die Defizite in der politischen Repräsentanz der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Vergleich zu anderen europäischen Staaten (Niederlande, Frankreich) in Deutschland erheblich höher sind. 

José Luis Ortega Lleras berichtete aus seiner eigenen langjährigen Erfahrung als Mitglied des Erlanger Ausländerberats und als Stadtrat in Erlangen. Er stellte die Frage, ob die politischen Parteien tatsächlich ernsthaft an einer Integration der Migrant/inn/en in den politischen Prozess interessiert seien und betonte, dass er daran durchaus Zweifel habe.

Wolfgang Bosswick, Geschäftsführer des“ europäischen forums für migrationsstudien“ (efms) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, betonte die Bedeutung der kommunalen Zivilgesellschaft für die Integration von menschen mit Migrationshintergrund in den vergangenen Jahrzehnten – trotz aller immer noch existierender Defizite. Die kommunale ebene ist aus seiner Sicht ein „Laboratorium für die Aufnahmegesellschaft“. Bossfeld forderte jedoch Veränderungen beim Wahlrecht, wenn die Beteiligung am politischen Prozess verbessert werden solle. Notwendig seien ein aktives wie auch passives Wahlrecht für die Wohnbürger/innen einer Kommune ohne Ansehen der jeweiligen Staatsbürgerschaft.


Auf dem Podium (von links nach rechts): José Luis Ortega Lleras, Jochen Menzel (Moderation), Prof. Dr. Karen Schönwälder und Wolfgang Bosswick  

Kontrovers diskutiert wurde – unter sehr engagierter und lebhafter Beteiligung des Publikums - vor allem die Frage, ob eine bessere Beteiligung an der Kommunalpolitik durch eigenständige Listen oder Parteien erreicht werden könne, auf denen vorwiegend oder ausschließlich Menschen mit mit Migrationshintergrund kandidieren. Solche „Ausländerparteien“ wurden zum einen als legitim und vielleicht sogar notwendig bezeichnet. Durch sie werde auch Druck auf die „etablierten“ Parteien ausgeübt, sich der Thematik und den Menschen mit Migrationshintergrund als Kandidat/inn/en zu öffnen. Auf der anderen Seite stand der Appell, sich in den vorhandenen demokratischen Parteien zu engagieren und die Befürchtung, solche rein ausländisch geprägten Listen würden sogar kontraproduktive Wirkungen entfalten.

Die Studie "Vielfalt sucht Rat", die die empirische Grundlage für unsere Veranstaltung bildete, ist bei der Heinrich-Böll-Stiftung unentgeltlich erhältlich. Eine Kurzfassung der Studie ist hier zu lesen:
http://www.boell.de/demokratie/multikultur/integration-kurzfassung-studie-vielfalt-sucht-rat-13694.html

Die komplette Stiudie gibt es auch zum Herunterladen als PDF-Datei.

Kontaktadressen:

Prof. Dr. Karen Schönwälder
Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften
Hermann-Föge-Weg 11
D-37073 Göttingen
Fon: 0551/4956-129
Fax: 0551/4956-170
E-mail: schoenwaelder@mmg.mpg.de
Internet: http://www.mmg.mpg.de/

Wolfgang Bosswick
europäisches forum für migrationsstudien (efms)
Institut an der Universität Bamberg
Katharinenstr. 1
D-96052 Bamberg
Fon: 0951/932020-13
Fax: 0951/932020-20
E-mail: wolfgang.bosswick@uni-bamberg.de
Internet: www.efms.de

Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY) 
Gostenhofer Hauptstraße 63
D-90443 Nürnberg
Fon: 0911/923189-90
Fax: 0911/923189-92
E-mail: agaby@agaby.de
Internet:  http://www.agaby.de/

 

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Alle inklusiv? Zwischen Ausgrenzung und Inklusion: die Stadt als sozialer Raum


ReferentInnen

Prof. Dr. Karen Schönwälder
Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut zur Erforschung mulitreligiöser und multiethnischer Gesellschaften; Professorin an der Universität Göttingen; Verfasserin der Studie "Vielfalt sucht Rat"

José Luis Ortega Lleras
Projektmanager für Übersetzungen Siemens AG, Stadtrat in Erlangen, Mitglied im Bayerischen Integrationsrat

Wolfgang Bosswick
Geschäftsführer, europäisches forum für migrationsstudien (efms) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Moderation:

Jochen Menzel
Filmemacher, transfers film, Fürth

Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Evangelische Stadtakademie Nürnberg

Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY)



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22.10.2012

Alle inklusiv? Zwischen Ausgrenzung und Inklusion: die Stadt als...

 

Städte sind seit jeher Orte sozialer Differenzierung und sozialer Kämpfe. Daran hat sich auch in der Gegenwart wenig geändert. Die "Gentrifizierung" ganzer Stadtteile, die Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund, die Unzugänglichkeit bestimmter Räume für Menschen mit Behinderung sind dafür nur einige Beispiele.

Unsere Veranstaltung diskutierte mögliche Strategien, um den Sozialraum Stadt so inklusiv wie möglich für alle Bevölkerungsgruppen zu gestalten. 

Auf unserem Soundcloud-Account können Sie die Vorträge von Prof. Dr. Martin Kronauer (Professor für Strukturwandel und Wohlfahrtsstaat in internationaler Perspektive an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Forschungsschwerpunkte: neue soziale Ungleichheiten, Inklusion und Exklusion im internationalen Vergleich, Armut und Stadt, Wandel der Erwerbsarbeits- und Beschäftigungsverhältnisse - hier im Bild ganz links am Redepult) und Thomas Bannasch (Landeshauptstadt München, Sozialreferat, Projektleiter Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung) "nachhören".

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Kommunalparlamente "mit Migrationshintergrund?"


ReferentInnen

Prof. Dr. Martin Kronauer
Professor für Strukturwandel und Wohlfahrtsstaat in internationaler Perspektive an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Forschungsschwerpunkte: neue soziale Ungleichheiten, Inklusion und Exklusion im internationalen Vergleich, Armut und Stadt, Wandel der Erwerbsarbeits- und Beschäftigungsverhältnisse

Oswald Utz
ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Landeshauptstadt München

Simone Burger
Kommissarische Regionsgeschäftsführerin und Vorsitzende DGB-Kreisverband München

Thomas Bannasch
Landeshauptstadt München, Sozialreferat, Projektleiter Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung

Moderation:
Birgit Mooser-Niefanger
Beraterin, Trainerin, Moderatorin 

 

 

Veranstaltungsort
München


Partner

die urbanauten München



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18.10.2012

Land in Sicht!? - Zukunft leben auf dem Lande

 

"Zukunft leben auf dem Lande"? - Wer die aktuelle Diskussion verfolgt, wird diesen Satz vielleicht skeptisch betrachten. Denn allzu oft ist im Zusammenhang mit ländlichen Räumen eher von einer wirtschaftlichen Abkopplung der “Peripherie” von den “Metropolen”, vom demographischen Wandel, ja gar von einer möglichen "Entvölkerung" die Rede.

Aber jenseits der Schwierigkeiten und kritischen Entwicklungen, die manche ländlichen Regionen in Deutschland - und auch in Bayern - durchmachen: Es wird vielerorts an zukunftsweisenden, innovativen und kreativen Problemlösungen gearbeitet. Unsere Tagung wollte dazu einen Beitrag leisten und für zentrale Politikbereiche und Handlungsfelder Ansatzpunkte für eine nachhaltige Zukunft des ländlichen Raums aufzeigen. 

Dr. Steffen Maretzke gab einleitend einen Überblick über den Stand der Entwicklung in den ländlichen Räumen Bayerns. Bayern gehört in Deutschland zu den Bundesländern mit dem größten Anteil an Einwohnern im ländlichen Raum. Die Einwohnerdichte ländlicher Kreise liegt dabei mit 118 Einwohnern pro Quadratkilometer etwas über dem Bundesdurchschnitt (97 Ew/km2 ). Im Norden und Nordosten gibt es erhebliche Mobilitätsdefizite. Trotzdem: Die wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Eckdaten der ländlichen Räume in Bayern gestalten sich im bundesweiten Vergleich immer noch relativ günstig. Innerhalb Bayerns konzentrieren sich die wirtschaftlichen und sozialen „Problemlagen“ vor allem auf die Regionen Main- Rhön, Oberfranken- Ost und Oberpfalz- Nord. Die strukturschwächeren bayerischen ländlichen Räume sind beim leistungsfähigen Breitband deutlich unterversorgt. Wichtig: Die disparitäten innerhalb Bayerns zwischen äußerst strukturstarken und dynamischen ländlichen Regionen sind sehr groß.

Ländliche Räume in Bayern heute - eine (Zwischen-) Bilanz
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Dr. Steffen Maretzke
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Deichmanns Aue 31-37
53179 Bonn
Referat I 4 - Regionale Strukturpolitik und Städtebauförderung
Fon: 0228/99401-2326
steffen.maretzke@bbr.bund.de

Prof. Dr. Otmar Seibert knüpfte hier an und betonte, dass die ländlichen Räume in Nordostoberfranken und in der Oberpfalz vor riesigen strukturellen Problemen stünden, die sie nicht allein bewältigen könnten. Mit einem einheitlichen Förderangebot könnten diese Probleme jedoch nicht gelöst werden. Notwendig sei deshalb eine  viel stärkere Regionalisierung der Förderprogramme, bei der die Qualität vor Ort und eine inegrierte ländliche Entwicklung im Vordergrund stehen müsse. Wichtig sind gebietsbezogene Strategien und Konzepte sowie eine systematische Beteiligung und Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Dies sei am LEADER-Programm klar positiv zu bewerten.  Seibert stellte auch die herkömmlichen Kriterien für den  "Erfolg" von Förderprogrammen (Beschäftigungswirkung, Güterexport) in Frage. "Häufig ist es schon ein großer Erfolg, wenn die Abwanderung gestoppt werden kann", betonte er. Für zukünftige Förderprogramme forderte Seibert mehr Vielfalt und Flexibilität, mehr Beteiligung und regionale Verantwortung sowie mehr Mut zu neuen Strukturen.

Regionalpolitik auf dem Prüfstand
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Prof. Dr. Otmar Seibert
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf - Fakultät Landwirtschaft
Steingruberstraße 2
D-91746 Weidenbach
Fon: 09826/654-204
Fax: 09826/654-4204
E-mail: otmar.seibert@hswt.de

Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf (ART)
Internet: http://www.fg-art.de/

 

Workshop 1: Die Rückkehr von "Tante Emma"?  - Versorgungs- und Einzelhandelshandelskonzepte für den ländlichen Raum
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Wolfgang Gröll plädiert nachdrücklich für Dorfläden. Das Konzept dafür fußt auf drei Säulen. 

Der Preis: Der Einkauf in Dorfläden ist bei Berücksichtigung aller Kosten nicht teurer als der in Discountern. In Dorfläden gibt es aber bislang häufig eine zu geringe Preiskontrolle. Häufig muss man nachjustieren, um einen marktgängigen Preis zu finden; Discounter und Vollsortimenter passen ihre Preise regelmäßig an – das müssen Dorfläden auch. Es gibt wenig Spielraum bei der Anordnung der Sortimente.

Individuelle Konzepte: Es gibt nicht „die“ beste Lösung bei der Errichtung eines Dorfladens; nur passgenaue Konzepte führen zum Erfolg. Mischmodelle sind möglich - Private, die Kommune, Initiativen oder soziale Träger können nicht nur alleine auf, um einen Dorfladen zu betreiben. Elementar ist die Akzeptanz des Ladens durch die Bevölkerung.

Umsetzungsprozesse: Die Individualität von regionalen Konzepten ist die Stärke der Dorfläden. Der Umsetzungsprozess läuft in mehreren Phasen ab; dieser Prozess ist nachvollziehbar und hat mehrere „Sollbruchstellen“, also die Möglichkeit für die zukünftigen Betreiber auszusteigen. Erster Schritt ist die Beratung vor Ort; danach folgt eine Art Auftaktveranstaltung, aus der auch erkennbar wird, ob ein Dorfladen Aussicht auf Erfolg haben könnte. 

Wolfgang Gröll
new WAY GmbH
Buchhofstraße 3
82319 Starnberg
Fon: 08151-7467290
Fax: 03222-370 64 29
Mobil: 0171-6847649
E-mail: wimgroell@t-online.de
Internet: http://www.dorfladen-netzwerk.de/

 

Workshop 2: Alt, krank, pflegebedürfig und auf dem Land - Gesundheits- und Pflegekonzepte für ländliche Räume 
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Dr. Gitte Händel zeigt eine Reihe von Ansatzpunkten für die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf. In der anschließenden lebhaften Diskussion bilden sich drei Schwerpunkte heraus:

Versorgung erfordert Mobilität: Ein Hauptproblem der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist die Frage der Erreichbarkeit. Die Abhängigkeit vom eigenen Auto erschwert insbesondere für Alte, Kranke oder Pflegbedürftige den Zugang zu Versorgungsangeboten. Abgestimmte öffentliche Nahverkehrsangebote, z.B. mit ergänzenden AnrufSammelTaxis, können hier zu einer Verbesserung beitragen.

Neue Pflegekonzepte: Der Anteil häuslicher Pflege wird aufgrund sich verändernder Familienstrukturen auch auf dem Land abnehmen. Alternative Konzepte wie 'Wohnraum gegen Pflege' oder Seniorenwohngemeinschaften können geeignet sein, diese Lücke zu füllen.

Ärztliche Versorgung als Gemeinschaftsaufgabe: Die medizinische Versorgungsdichte im ländlichen Raum nimmt aus verschiedenen Gründen zunehmend ab. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, fördert die Staatsregierung die Ansiedlung von Hausärzten mit finanziellen Anreizen. Im Workshop wird auch über kommunale Ansätze zur Sicherstellung der ärztlichen Grundversorgung diskutiert. Dies können finanzielle Anreize sein wie Zuschüsse oder kostenlose Praxisräume, oder auch die Anstellung von 'Gemeindeärzten' durch eine oder mehrere Gemeinden.

Dr. Gitte Händel
diessenz
Neuburger Str. 26
86167 Augsburg
Mobil-Fon: 0171/1936164
E-mail: haendel@diessenz.de
Internet: www.diessenz.de

Workshop 3: Weniger Menschen - mehr Autos?  - Mobilitäts- und Verkehrskonzepte für den  ländlichen Raum
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Die Mobilitätsentwicklung in einem großen Teil ländlicher Regionen ist heute gekennzeichnet durch geringe Bevölkerungsdichte, Bevölkerungsrückgang, sinkende Schülerzahlen und einen wachsenden Anteil älterer Menschen. Die daraus resultierende sinkende Nachfrage im ÖPNV erschwert es, die Nachfrage zu bündeln. Ein zunehmend defizitärer Betrieb und ein lückenhaftes Mobilitätsangebot im ÖPNV sind die Folge. Die ohnehin auf dem Land starke Autoorientierung der Menschen nimmt noch zu. 

Auf diese Situation kann - wie Susanne Böhler aufzeigte - in verschiedener Weise reagiert werden:
- durch eine Flexibilisierung des liniengebundenen ÖPNV mit Rufbussen, Anrufsammeltaxis und einer verstärkten Flächenbedienung;
- durch Alternativen wie selbst-organisierte Mobilität (Car-Sharing, Nachbarschaftsautos auf vertraglicher Basis usw.) und private Mitnahme;
- durch den Versuch, das Angebot zur Nachfrage zu bringen, um Mobilität zu ersetzen (fahrende Einkaufsläden, fahrendes Bürgeramt, fahrende Bank und Bücherei, fahrendes Kino etc.).

Auch eine verkehrsreduzierende Siedlungsentwicklung und das Rad als individuelles verkehrsmittel müssen im ländlichen Raum als Handlungsoptionen berücksichtigt werden.

Für all diese Bereiche gibt es mittlerweile "good practice"-Kataloge, für die flexiblen Bedienungsformen sogar eine hilfreiches Handbuch. Für viele Kommunen ist allerdings die Finanzierung ein großes Problem. Eine Nahverkehrsabgabe, Job-Tickets, Semester-Tickets könnten in dieser Hinsicht hilfreich sein.

Dr.-Ing. Susanne Böhler-Baedeker
Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt Energie GmbH
Döppersberg19
42103 Wuppertal
Fon:  0202/2492-259
Fax: 0202/2492-263
E-mail susanne.boehler@wupperinst.org

Workshop 4: Kommunale Bildungslandschaften - Ausweg aus der Schulkrise im ländlichen Raum?
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Mario Tibussek
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH (DKJS)
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin  
Fon:030/257676-43
Fax:030/257676-10
E-mail: Mario.Tibussek@dkjs.de
Internet: www.dkjs.de /

Workshop 5: Neue ökonomische Perspektiven fürs Land  - Agrar- und Energiewirtschaft der Zukunft
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Hans-Michael Pilz stellte aktuelle Tendenzen innerhalb des landwirtschaftlichen Wirtschafssektors dar und erörterte aktuelle politische Strategien der Förderung im Agrar- und Energiesektor im ländlichen Raum. Dabei wurde klar, dass der Bereich der erneuerbaren Energien bereits heute eine große Bedeutung als Einnahmequelle für landwirtschaftliche Betriebe hat, die in Zukunft noch zunehmen wird. Die Produktion von Energie aus Solar- und Biogasanlagen sowie der Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Treibstofferzeugung erschließen dabei neue Einkommensquellen, die weit mehr zur Diversifizierung in der Landwirtschaft beitragen können als andere Erwerbszweige wie z.B. der Tourismus („Urlaub auf dem Bauernhof“).

Neben den Grundstrukturen der EU-Agrarpolitik und der im Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) zusammengefassten Förderprogramme erläuterte Pilz auch das Energiekonzept der Bayerischen Staatsregierung („Energie innovativ“), das zum Ziel hat, den aktuellen Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis 2021 zu mehr als 50% durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sich die Agrarlandschaft im Zuge der Umsetzung der Energiewende deutlich verändert. Zu den bereits heute sichtbaren Entwicklungen zählen

  • Zunahme der Silomaisanbaufläche

  • Errichtung von Biogasanlagen

  • Windkraftanlagen als neue Dominanten im Landschaftsbild

  • „Solaräcker“ (Freiflächen-Photovoltaikanlagen; hier jedoch aufgrund der aktuellen Förderkulisse kaum Zuwachs)

  • Installation von Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden

Die vorgestellten Statistiken zeigten auch, dass die bekannten Tendenzen des Strukturwandels in der Landwirtschaft zwar weiter zu beobachten sind, die aktuelle wirtschaftliche Lage jedoch aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach der Ressource Boden und der seit 2009 gestiegenen Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte vergleichsweise gut ist.  

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass dies jedoch auch negative Auswirkungen haben kann („land grabbing“ durch international agierende Konzerne, massive Preisschwankungen durch Börsenspekulation mit Ernteerträgen). Außerdem wurden Notwendigkeit und Möglichkeiten steuernder Eingriffe in die Entwicklung der Kulturlandschaft vor dem Hintergrund der Energiewende kontrovers diskutiert.

Hans-Michael Pilz
Leader-Manager für die Oberpfalz
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Neumarkt
Dr. Grundler-Straße 3
92318 Neumarkt
Fon: 09181/4508-204 oder 09402/9479868
Mobil-Fon: 0173/7124257
E-mail: hans-michael.pilz@aelf-ne.bayern.de

Workshop 6: Siedlungsentwicklung und technische Infrastruktur auf dem Land - Zukunftsperspektiven unter schwierigen Bedingungen
Die Präsentation ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.

Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis skizzierte die Probleme und Herausforderungen, die sich aufgrund geänderter Rahmenbedingungen (z.B.: demographischer Wandel) im Hinblick auf die kommunale Siedlungsentwicklung vor allem im ländlichen Raum ergeben. Dies werden vor allem die steigenden Kosten für die Aufrechterhaltung der sozialen Infrastruktur sein. Es sind also bei  Baugebietsplanungen vor allem die Folgekosten, die noch viel zu wenig in Betracht gezogen werden und die künftig rapide ansteigen werden.

Als Ergebnis der Workshop-Diskussionen (ausführliche Dartellung als PDF-Datei!) ist festzuhalten, dass in den Kommunen wieder längerfristig geplant werden muss und dabei sämtliche Kosten in die Planungsprozesse einzubeziehen sind. Die Sensibilisierung für die Probleme durch Beratung, Information und schließlich Überzeugung ist Grundvoraussetzung, um sich über die jeweils ortsspezifischen geeigneten Instrumente Gedanken zu machen

Prof. Dr.-Ing. Alfred Ruther-Mehlis
Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IfSR) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Schelmenwasen 4-8
72622 Nürtingen
Fon: 07022/786303-4
E-mail: ifsr@hfwu.de

 

Materialien - Links - Literatur:

Regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen stärken. Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag. Drucksache 17/7249 vom 28.09.2011.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707249.pdf

Zukunftsrat der Bayerischen Staatsregierung (Hrsg.): Zukunftsfähige Gesellschaft. Bayern in der fortschreitenden Internationalisierung. Bericht des
Zukunftsrates der Bayerischen Staatsregierung. München 2010. 
http://www.bayern.de/Anlage10337216/BerichtdesZukunftsratsZukunftsfaehigeGesellschaft.pdf

Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften u.a. (Hrsg.): CHANCE! Demografischer Wandel vor Ort. Ideen, Konzepte, Beispiele. Bonn 2012. 
http://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/fileadmin/sites/ELER/Dateien/05_Service/Publikationen/broschuere_demografie_web.pdf

Dorfladen Otersen GbRmbH (Hrsg.): Handbuch zum Erhalt und zur Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum. Kirchlinteln-Otersen 2008

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (Hrsg.): Differenzierte Bedienung im ÖPNV. Flexible Bedienungsweisen als Baustein eines marktorientierten Leistungsangebots. Köln 2009

Christine Ahrend/Melanie Herget (Hrsg.): Umwelt- und familienfreundliche Mobilität im ländlichen Raum. Handbuch für nachhaltige Regionalentwicklung. Berlin 2012. 
http://www.verkehrsplanung.tu-berlin.de/ufm-handbuch.pdf

Susanne Böhler u.a.: Handbuch zur Planung flexibler Bedienungsformen im ÖPNV. Ein Beitrag zur Sicherung der Daseinsvorsorge in nachfrageschwachen Räumen. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Bonn 2009. 
http://www.laendlicherraum.bayern.de/fileadmin/Dokumente/PDF/Demographischer_Wandel/DL_HandbuchPlanungNeu.pdf

Carolin Schäfer-Sparenberg: Umwelt- und familienfreundliche Mobilität im ländlichen Raum. Good-Practice-Beispiele. Wuppertal 2011. 
http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wiprojekt/UmFamMob_GP_TB1.pdf

Barbara Steinrück/Patrick Küpper: Mobilität in ländlichen Räumen unter besonderer Berücksichtigung bedarfsgesteuerter Bedienformen des ÖPNV. Institut für Ländliche Räume. Braunschweig 2010.
http://www.vti.bund.de/de/institute/lr/publikationen/bereich/ab_02_2010_de.pdf

Neeltje van den Berg: Regionale Versorgungskonzepte für ländliche Regionen - gemeinsame Herausforderungen für Medizin und Pflege. München 2010. 
http://www.gruene-fraktion-bayern.de/sites/default/files/downloads/pdf/fg_gesundheit_auslaufmodell_landarzt_van_3739.pdf

Gabriele von Laufenberg: Medizinische Versorgung im ländlichen Raum.  Regionale Steuerungsmöglichkeiten bei drohendem Ärztemangel - das Beispiel Vogelsbergkreis. Dipolomarbeit. Gießen 2010. 
http://fss.plone.uni-giessen.de/fss/fbz/fb07/fachgebiete/geographie/bereiche/lehrstuhl/planung/pdf-bilder/Diplomarbeit%20Laufenberg/file/Medizinische%20Versorgung%20im%20ländlichen%20Raum.pdf

Anika Duveneck/Sybille Volkholz: Kommunale Bildungslandschaften. Heinrich-Böll-Stiftung. Berlin 2011.
http://www.boell.de/downloads/2012-02-Kommunale_Bildungslandschaften.pdf

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (Hrsg.): Wie geht`s zur Bildungslandschaft? Die wichtigsten Schritte und Tipps. Seelze 2012

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (Hrsg.):  Bildungslandschaften zwischen den Meeren. Bildung gemeinsam verantworten! Ein Programm - Drei Kommunen - Drei Antworten. Arbeitshilfe mit Erfahrungen und Anregungen aus der Praxis für die Praxis. Berlin 2012. 
http://www.dkjs.de/uploads/tx_spdkjspublications/2012_03_23_Broschuere_Bila.pdf

Wolfgang W. Weiß: Kommunale Bildungslandschaften. Chancen, Risiken und Perspektiven. Weinheim/München 2011

Forschungsprojekt  "Elternbeteiligung und Gewaltprävention in kommunalen 
Bildungs- und Erziehungslandschaften":
http://www.kommunale-bildungslandschaften.de/

Förderprogramm "Lernen vor Ort": http://www.lernen-vor-ort.info/

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Hrsg.): Leader in Bayern. Bürger gestalten ihre Heimat. München 2012. 
http://www.verwaltung.bayern.de/egov-portlets/xview/Anlage/4040770/Blickpunkt%202012%20-%20Leader%20in%20Bayern.pdf

Leibnitz- Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Dresden: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturfolgekosten. Ein Beitrag zur Abschätzung der Folgekosten alternativer Bevölkerungs- und Siedlungsszenarien für soziale und technische Infrastrukturen. o.O. o.J.
http://www.havelland-flaeming.de/PDF/ioer_hp_2.pdf

Stefan Siedentop u.a.: Siedlungsentwicklung und Infrastrukturfolgekosten – Bilanzierung und Strategieentwicklung.  Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn2006.
http://www.bbsr.bund.de/cln_030/nn_23582/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2002__2006/DL__ON032006,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/DL_ON032006.pdf

 

Empfohlene Weblinks

www.srl.de

Veranstaltungsort
Amberg


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SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung


Art der Veranstaltung
Tagung



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12.05.2012 bis 13.05.2012

Energiewende in Bayern: Die Kommunen werden aktiv!

Im Rahmen des 26. kommunalpolitischen Kongresses

Das enorme Interesse an unserer Tagung - 105 Teilnehmende! - zeigt: Die Energiewende in Bayern wird kommen. Und sie wird weiterhin "von unten", von den Bürger/innen und den Kommunen, in die Wege geleitet. Und: Wenn die Betroffenen frühzeitig in die Planung einbezogen werden und ihnen die wirtschaftlichen Vorteile für die Region (Stichwort: regionale Wertschöpfung!) klar gemacht werden, dann braucht man sich auch um die Akzeptanz keine Sorgen machen.

Ludwig Hartmann betonte, dass der relativ strenge Winter gezeigt habe, dass in Deutschland die Lichter nicht ausgehen, wenn Atomkraftwerke abgeschaltet seien. Die Energiewende sei bereits in vollem Gang – was aber wesentlich dem Engagement der Bürger/innen zu verdanken sei, die sich in vielen Energiewende-Projekten engagieren. Demgegenüber lasse die Politik der Bayerischen Staatsregierung immer noch viel zu wünschen übrig. Der Windenergieatlas, den sie herausgegeben hat, zum Beispiel sei eine unzureichende Planungsgrundlage. Hinweise dafür, wie man für eine Akzeptanz von Energiewende-Planungen schaffen könne, fehlen ebenso wie verbindliche Vorgaben für die notwendigen Ausgleichszahlungen.

Da die Höchstlast derzeit nur an 21 Stunden im Jahr gebraucht wird, ist es laut Hartmann völlig unwirtschaftlich, die Auslegung des Netzes und des Kraftwerkparks an diesen Spitzenwerten zu orientieren. Notwendig seien dagegen wesentlich größere Anstrengungen für Energieeffizienz und Energiesparen.

Weitere Informationen:
Energiewende jetzt! Eine Grüne Energiepolitik für Bayern
Kommentar zu den „Hinweisen zur Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen“ (Winderlass)
http://www.energiekommission.de/

Dr. Peter Pluschke gab einen informativen Überblick über die Bemühungen in der Metropolregion Nürnberg, die Energieversorgung der Zukunft zu organisieren. Ausgehend von einer detaillierten Endenergiebilanz will man dort den Wärmeverbrauch bis zum Jahr 2050 auf die Hälfte reduzieren und 30% dieses Wärmebedarfs aus regenerativen Energiequellen erzeugen. Beim Strom soll die Ökostromquote bis 2050 auf 80% erhöht werden. Große Anstrengungen sind auch bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestands geplant. Denn – so Pluschke – das "Energiesparen ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende". Erste Erfolge dieser Klimaschutzstrategie sind schon zu verzeichnen. Die Stadtwerke spielen dabei mit ihren vielfältigen Beteiligungen und Tochtergesellschaften eine zentrale Rolle. So ist die N-ERGIE AG am Integra-Konsortium beteiligt, dem über 100 kommunale Stadtwerke angehören und das für die dezentrale Struktur der Energiewende von besonderer Wichtigkeit ist. Pluschke plädierte nachdrücklich für die Schaffung eigener Stadtwerke, weil diese als energiepolitisches Steuerungsinstrument unverzichtbar seien und zudem große finanzpolitische Bedeutung für die kommunalen Haushalte hätten.

Weitere Informationen: Die Präsentation von Peter Plüsche können Sie als PDF-Datei bei uns bestellen. Dort finden sich auch viele weiterführende Links.

Dieter Gewies zeigte demgegenüber am Beispiel seiner Gemeinde Furth, in der er seit 1998 Bürgermeister ist, auf, dass auch in ländlich strukturierten Regionen die Energiewende vorangetrieben werden kann. Entscheidend dafür sei letztlich der politische Wille, der sich in Furth in einem einstimmigen Ratsbeschluss aus dem Jahr 1999 (!!) niedergeschlagen habe, sich zu 100% mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Alle seither ergriffenen Maßnahmen seien wirtschaftlich und in den Händen der Gemeinde selbst geblieben. Das habe nicht zuletzt zur kommunalen Wertschöpfung beigetragen. Gewies: „Wer jetzt noch nicht mit der Energiewende begonnen hat, handelt zum Nachteil der eigenen Gemeinde.“ Denn die Energiewende sei ein ungeheurer wirtschaftlicher Faktor. Und wenn die Menschen, die vor Ort wohnen, von den Energiewende-Projekten selbst profitieren, dann sind sie dafür auch leichter zu gewinnen. Die Umsetzungsplanung müsse vor Ort selbst erstellt werden und die jeweiligen spezifischen Verhältnisse berücksichtigen. Die Finanzierung könne zu einem Großteil von den Bürger/inne/n selbst übernommen werden. Für größere Investitionen empfahl Gewies Genossenschaften, GmbHs oder Mischformen. In den letzten Jahren wurden so in der Gemeinde über 10 Millionen Euro in Erneuerbare und Energieeinsparung investiert und damit die lokalen und regionalen Wirtschaftskreisläufe ganz erheblich und spürbar gefördert. Das Geld dafür stammt überwiegend und direkt von verantwortungsbewussten Bürger/inne/n aus dem nahen Umkreis. 

Weitere Informationen:
http://www.furth-bei-landshut.de/92-0-Energie.html
http://www.furth-bei-landshut.de/95-0-Further-Energiekonzept.html

Erich Maurer stellte mit dem Energienutzungsplan ein wichtiges Instrument zur Umsetzung der Energiewende in den Kommunen vor. Er empfahl dringend, ein so komplexes Thema wie die Bestands- und Potenzialanalyse nicht von der Kommune selbst erstellen zu lassen, sondern dafür externen Sachverstand einzuholen. Sehr wichtig, wenn auch relativ schwierig sei es, dabei auch Gewerbe und Industrie einzubeziehen. Und: Stadt und Land müssten unbedingt zusammenarbeiten, um die unterschiedlichen Potentiale gemeinsam zu erschließen. Es genüge nicht, "Inseln der Glückseligkeit" zu schaffen, auf denen die Versorgung mit erneuerbaren Energien doppelt oder dreifach erreicht wird, sondern es müssten größere Verbünde geschaffen werden. Auch Maurer sieht in den örtlichen Verbrauchsschwerpunkten den wesentlichen Ansatz- und Ausgangspunkt sowohl für Maßnahmen für eine bessere Energieeffizienz als auch für den Einsatz erneuerbarer Energien. Die eigenen Liegenschaften der Kommune haben dabei für ihn Vorzeige- und Vorbildcharakter.

Weitere Informationen: Die Präsentation von Erich Maurer ist als PDF-Datei bei uns erhältlich.
Leitfaden Energienutzungsplan

Wolfdieter von Trotha skizzierte den Beitrag, den genossenschaftliche Konzepte bei der Umsetzung der Energiewende leisten können. So ist in den vergangenen Jahren ein deutlicher Anstieg bei den Energiegenossenschaften zu verzeichnen, vor allem im Bereich Photovoltaik und Wärmeversorgung. 2011 wurde die erste Windgenossenschaft gegründet. In Bayern gibt es mittlerweile 127 Energiegenossenschaften – Tendenz steigend. Als demokratische Eigentumsform, in der jedes Mitglied unabhängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung eine Stimme hat, bietet sich die Genossenschaft zur Einbindung bürgerlichen Engagements bei der Energiewende an. Durch unterschiedliche Gestaltung der Genossenschaftsstruktur ist es auch möglich, Kommunen und evtl. Regionalversorger wie auch die Bürger/innen einzubinden. Es besteht großes Potenzial für mehr Energie-Genossenschaften zur Umsetzung der regionalen Energieautarkie. Für jedes Energiethema existiert eine vorteilhafte genossenschaftliche Konzeption. 

Weitere Informationen: Sie können die Präsentation von Wolfdieter von Trotha als PDF-Datei bei uns bestellen.
http://www.gv-bayern.de/GVB-Site/Public/Genogruendung/Homepage
Genossenschaftsverband Bayern: Gestaltung der Energiewende nach genossenschaftlichen Prinzipien

Irina Rau gab einen interessanten Überblick über die Ergebnisse von Forschungsprojekten, die sich mit der Akzeptanz von Energiewende-Projekten von Seiten der Bürger/innen befassten. Grundsätzlich ist diese Akzeptanz sehr groß: 70,7 % befürworten solche Projekte, 10,8 % engagieren sich sogar aktiv für deren Umsetzung. Dagegen werden sie nur von 15,3 % abgelehnt und von 3,2 % mit aktivem Widerstand begleitet. Je nach der angewandten Technologie, dem Standort und den spezifischen Planungsverfahren kann die Akzeptanz jedoch durchaus unterschiedlich ausfallen. Die Transparenz des Planungsverfahrens ist für die Akzeptanz von besonders großer Bedeutung. Auch Bürgerinitiativen spielen eine wichtige vermittelnde Rolle, weil sie als Ansprechpartner großes Vertrauen genießen. Auch die Frage der regionalen Gerechtigkeit ist für die Akzeptanz von großer Bedeutung. Es empfiehlt sich deshalb zum einen eine möglichst frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung am Planungsprozess auch durch informelle Verfahren. Außerdem sollte deutlich gemacht werden, dass solche Projekte für die Region von wirtschaftlichem Vorteil sind.  Die Untersuchungen zeigen ganz deutlich, dass die Opposition gegen Energiewende-Projekte am stärksten ist, wenn auswärtige Initiatoren ohne wirkliche Bürgerbeteiligung handeln und eigenen Profit generieren wollen. Haben jedoch glaubwürdige Kräfte der heimischen Region Planung, Betrieb und Ökonomie in der Hand, steigt die Akzeptanz wesentlich; damit ist meist auch die Perspektive günstigerer Strompreise verbunden.

Weitere Informationen: Die Präsentation von Irina Rau gibt es bei uns als PDF-Datei.
Irina Rau/Götz Walter/Jan Zoellner: Wahrnehmung von Bürgerprotesten im Bereich erneuerbarer Energien - Von NIMBY-Opposition zu kommunaler Emanzipation. Umweltpsychologie 2/11, S. 37-51
Aktivität und Teilhabe – Akzeptanz Erneuerbarer Energien durch Beteiligung steigern. Projektabschlussbericht
http://www-e.uni-magdeburg.de/upsy/akzeptanz/index.php

Claudia Bosse und Markus Büchler beschäftigten sich v.a. mit den Zielkonflikten zwischen Landschafts- und Naturschutz auf der einen und dem Einsatz erneuerbarer Energien auf der anderen Seite. Man müsse dabei die emotionale Bindung viele Bürger/innen an die Landschaft, die stark mit Identitäts- und Heimatgefühlen verbunden sei, ernst nehmen. Zu bedenken sei aber auch, dass es in unseren Regionen sicherlich keine echte Naturlandschaft mehr gibt, sondern eine Kulturlandschaft. Und diese habe sich schon immer verändert und werde sich natürlich auch durch Energiewende-Projekte weiter verändern. Zudem - so Büchler – ist die Energienutzung schon immer ein selbstverständlicher und auch landschaftsprägender Landschaftsbestandteil (z.B.: AKW, Kohlekraftwerke und Braunkohleabbau, Stromtrassen, Wasserkraftnutzung). Da es eine grundsätzliche Sympathie für die Energiewende gibt, kommt es v.a. auch darauf an, etwaige Irrtümer und Vorurteile gegenüber bestimmten EE-Projekten auszuräumen und die Vorteile gerade für die jeweiligen Regionen (Wertschöpfung vor Ort) herauszuarbeiten. Wichtig: Wenn die Bürger/innen selbst beteiligt sind, dann erhöht das die Akzeptanz erheblich.

Weitere Informationen: Die Präsentation von Markus Büchler und Claudia Bosse ist bei uns als PDF-Datei erhältlich.
Leitfaden zur Zulassung von Photovoltaik-Freiflächen-Anlagen. Anregungen für Gemeinden
Positionspapier zur Windenergie im Landkreis Freising
Weiterentwicklung der BN-Positionen zu Erneuerbaren Energien in den Bereichen Photovoltaik-Freiland-Anlagen und Windkraftwerken

Johann Gerdenitsch befasste sich – am Beispiel der „Solar- und Denkmalstadt“ Fürth mit dem Zielkonflikt zwischen Denkmalschutz und Solaranlagen. In Fürth ist dies v.a. deshalb ein Problem, weil große Teile der Innenstadt als Einzeldenkmäler oder im Ensemble unter Denkmalschutz stehen. Zwar ist es in Fürth dennoch gelungen Solaranlagen mit 15 MW Leistung zu installieren. Aber die Konflikte mit dem Denkmalschutz waren vorprogrammiert und wurden in aller Regel zuungunsten der energetischen Nutzung „gelöst“. So wurde die Gewinnung von Sonnenstrom vom Rathausdach nicht genehmigt. Im Ortsteil Unterfarrnbach dagegen konnten trotz des Ensembleschutzes viele Solardächer auf den von der Straße abgewandten Dachseiten installiert werden (v.a. auf Scheunen und Ställen in diesem landwirtschaftlich geprägten Ortsteil, aber auch auf einigen Wohngebäuden). Gerdenitsch zeigte sich enttäuscht, dass es bisher nicht gelungen sei, den Denkmalschutz von der Denkmalverträglichkeit von Solaranlagen zu überzeugen, appellierte jedoch, den Kampf noch nicht aufzugeben.

Weitere Informationen: Die Präsentation von Johann Gerdenitsch gibt es bei uns als PDF-Datei.
Johann Gerdenitsch: Solar- und Denkmalstadt Fürth. Konflikte zwischen Solarenergienutzung und historischem Städtebau. In:  DIFU (Hrsg.): Klimaschutz und Denkmalschutz. Schutz für Klima und Denkmal – kommunale Praxisbeispiele zum Klimaschutz bei denkmalgeschützten Gebäuden. DIFU. Köln 2011, S. 55-64

 

Literaturhinweise - Materialien - Links:

Bayerisches Staatsministerium des Innern: Baurechtliche Behandlung von Maßnahmen zur nachträglichen Wärmedämmung an Außenwänden und Dächern. Schreiben an die Bezirksregierungen vom 04.02.2011

Helmut Bröll: Baurechtliche Erleichterungen für energetische Maßnahmen an Gebäuden. In: Bayerischer Gemeindetag 2/2012, S. 66-68

Bund deutscher Landschaftsarchitekten: Windkraft in Bayern – Positionen. Stellungnahme vom 15.12.2011

Bundesverband Solarwirtschaft e.V.: EEG-Solarstromförderung. Marktentwicklung und aktuelle Kostendebatte, 26.01.2012

DIFU (Hrsg.): Klimaschutz und Denkmalschutz. Schutz für Klima und Denkmal – kommunale Praxisbeispiele zum Klimaschutz bei denkmalgeschützten Gebäuden. DIFU. Köln 2011 (auch als PDF-Datei zum Herunterladen!)

Wolfgang George/Thomas Berg (Hrsg.): Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben. Pabst, Lengerich/Berlin/Wien 2011

Bernd Hirschl/Steven Salecki/Timo Böther/Katharina Heinbach: Wertschöpfungseffekte durch Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg. Endbericht. Berlin 2011

Stefan Pützenbacher: Erneuerbare Energien vs. Denkmalschutz. Steht das Denkmalschutzrecht dem Umweltschutz entgegen? In: Publicus 2012.2, S. 18f.

Andreas Schröder/Pao-Yu Oei/Christian v. Hirschhausen/Clemens Gerbaulet: In Ruhe planen: Netzausbau in Deutschland und Europa auf den Prüfstand. In: DIW Wochenbericht 20/2012, S. 3-12 (auch zum Herunterladen als PDF-Datei!)

Umweltbundesamt: Aufbruch ins neue Zeitalter – Elemente einer nachhaltigen Energieversorgung. In: Schwerpunkte 2012

http://relaunch.100-prozent-erneuerbar.de/

http://www.100-ee.de/

http://www.100-ee-kongress.de/

http://www.buergerdialog-bmbf.de/energietechnologien-fuer-die-zukunft/index.php

http://www.deenet.org/

http://www.ee-regionen.de/

http://www.eneff-stadt.info/

http://www.bioenergiedorf.info/

http://www.kommunal-erneuerbar.de/

http://www.regiosolar.de/

http://www.wege-zum-bioenergiedorf.de/

http://www.energiegenossenschaften-gruenden.de/67.html

ReferentInnen

Claudia Bosse
Dipl.-Ing., Landschaftsarchitektin, Gemeinderätin, Neufahrn
Grontmij GmbH Raum & Umwelt München, Valpichlerstr. 49, 80686 München, Fon: (089) 889497-76
E-Mail: claudia.bosse@grontmij.de
Internet: http://www.grontmij.de/DE/Muenchen/Pages/muenchen.aspx

Markus Büchler
Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur, M.A. Geschichte und Philosophie, Mitarbeiter bei Dr. Anton Hofreiter MdB
 slius GmbH - Werkstatt für Webdesign & Grafik,  Freisinger Str. 7, 85764 Oberschleißheim,  Fon: (089) 31597215, Fax: (089) 31594561
E-Mail:  buechler@slius.de
Internet:  www.slius.de

Johann Gerdenitsch
Dipl.-Ing.,  Solarbeauftragter der Stadt Fürth, Amt für Umweltplanung, Abfallwirtschaft und städtische Forste
Königsplatz 2, 90762 Fürth, Fon: (0911) 974-1250, Fax: (0911) 974-1252
E-Mail: johann.gerdenitsch@fuerth.de

Dieter Gewies
1. Bürgermeister, Furth bei Landshut, GRIBS-Vorstand
Am Rathaus 6, 84095 Furth, Fon: (08704) 9119-27
E-Mail: dieter.gewies@vg-furth.de
Internet: http://www.furth-bei-landshut.de/

Ludwig Hartmann
MdL, energiepolitischer Sprecher Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, Stadtrat, Landsberg/Lech
Maximilianeum,  81627 München, Fon: (089) 4126-2989
E-Mail: ludwig.hartmann@gruene-fraktion-bayern.de
Internet: http://www.ludwig-hartmann.de/ und http://www.gruene-fraktion-bayern.de/abgeordnete/ludwig-hartmann

Erich Maurer
Geschäftsführer, Energieagentur Nordbayern
Geschäftsstelle Nürnberg, Landgrabenstr. 94, 90443 Nürnberg, Fon: (0911) 994396-0, Fax: (0911)  994396-6
E-Mail: maurer@ea-nb.de
Internet: www.energieagentur-nordbayern.de

Dr. Peter Pluschke
Dipl.-Chemiker, Dr. rer. nat., Umweltreferent, Stadt Nürnberg, Lenkungskreis Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN)
Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg
Internet: http://www.nuernberg.de/internet/umweltreferat/

Irina Rau
Dipl.-Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsgruppe Umweltpsychologie an der Universität des Saarlandes, Außenstelle an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fon:  (0391) 811-153
E-Mail: irina.rau@fg-upsy.com
Internet: www.fg-umwelt.de

Wolfdieter von Trotha
Gründungsberatung, Genossenschaftsverband Bayern e. V.
Türkenstraße 22-24 80333 München, Fon: (089) 2868-3562, Fax: (089) 2868-3575
E-Mail: gruendungsberatung@gv-bayern.de
Internet: www.gv-bayern.de

Veranstaltungsort
Abensberg


Partner

GRIBS-Bildungswerk e.V.


Art der Veranstaltung
Tagung



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10.05.2012 bis 11.05.2012

Stadtentwicklung im historischen Stadtgefüge

 

Das baukulturelle Erbe unserer Städte unterliegt vielfältigen Ansprüchen Dritter: der ökonomischen Verwertung, der energetischen Ertüchtigung, der adäquaten Nutzung für die Stadtbürger, um nur einige zu nennen. All dies löst städtebauliche Spannungen aus und - planerisches Handeln. Konzepte für die Zukunftsfähigkeit der historischen Städte im Sinne einer Erhöhung der Alltagstauglichkeit jenseits einer Festivalisierung sind gefragt.  

Im Mittelpunkt der Tagung stand deshalb die Frage der planerischen Bewältigung von Problemen des gesellschaftlichen Wandels in Städten mit starkem historischen Kontext.  

Bamberg wurde als Tagungsort gewählt, weil diese Stadt nicht nur exemplarisch für eine typische deutsche Welterbestadt steht, sondern weil hier 2012 die Landesgartenschau stattfindet, die die die Frage einer Nachnutzung einer Industrieanlage stellt, die bedeutendes Beispiel der industriellen Architekturggeschichte der Stadt war.

Die Tagungsbeiträge sind auf der Internetpräsenz unseres Kooperationspartners SRL ausführlich dokumentiert. Bitte klicken Sie hier!

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier:

Forschungsvorhaben "Kommunale Kompetenz Baukultur"

Bundestransferstelle "Städtebaulicher Denkmalschutz"

Empfohlene Weblinks

www.srl.de

ReferentInnen

Dr. Ulrike Laible, Welterbemanagement Bamberg

Carola Neugebauer, TU Dresden

Hathumar Drost, Transferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz, Potsdam

Harald Lang, Leiter Stadtplanungsamt Bamberg

Peter Boie, SES Stadtentwicklungsgesellschaft Stralsund GmbH

Dr. Ulrike Wendland, Landesamt für Denkmalpflege, Halle

Nadya König-Lehrmann, Geschäftsstelle des Zweckverbands Oberes Mittelrheintal

Richard Mühlmann, Projektleiter Welterbekoordination, Stadt Regensburg

Dr. Marta Doehler-Behzadi, BM für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Berlin

André Zaman, LUWOGE, Ludwigshafen

Kerstin Camenisch, Geschäftsführerin Stiftung Ferien im Baudenkmal, Zürich

Michael Bräuer, Architekt, Rostock 

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung


Art der Veranstaltung
Tagung



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09.05.2012 - 19:30

Politik zum Selbermachen - Eine Gebrauchsanweisung

 

 

Die Paasauer Neue Presse berichtete am 11. Mai über unsere Veranstaltung - wir zitieren im Folgenden den Bericht:

Fassade, Intrigen, Macht

Über den Alltag in der Kommunalpolitik

Von Stella Smentek

Zwei rote Ampeln auf dem Weg zur Arbeit – eigentlich kein Drama. Doch auf so mancher Bürgerversammlung wird das zum Thema Nummer Eins. "Es ist wirklich armselig, was ich auf solchen Veranstaltungen bereits erlebt habe", verrät Eva Leipprand. Das soll sich ändern.

Deshalb hat die Grünen-Politikerin ein Buch geschrieben, in einer Lesung hat sie dies am Mittwochabend in der Europa-Bücherei vorgestellt. "Politik zum Selbermachen. Eine Gebrauchsanweisung." Hier beschreibt die 65-Jährige, die von 2002 bis 2008 Augsburgs erste grüne Kulturbürgermeisterin war, den Alltag in der deutschen Kommunalpolitik. Ein Bericht von der Basis.

"Ich bin selbst als Quereinsteigerin in die Politik gekommen und möchte in diesem Buch meine Erfahrungen schildern", so Leipprand. Von der ersten Sitzung im Ortsverein über den Wahlkampf bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse – die Politikerin beschreibt die täglichen Arbeitsabläufe "sehr anschaulich", wie Stimmen aus dem Publikum anerkennend bemerken.

Bei Leipprand kommen auch die zahlreichen Hürden nicht zu kurz – Fassade, Intrigen, Macht. "Die Realität ist manchmal unglaublich", weiß die ehemalige Gymnasiallehrerin.

Macht Politik dann überhaupt Spaß? "Auf jeden Fall", entgegnet Leipprand, "es betrifft ja auch jeden von uns." Der Leser darf in ihrem Buch selbst aktiv werden. In den jeweiligen Kapiteln werden alltägliche Geschehnisse dargestellt, am Ende steht dann die Frage: Was würdest du tun? Vier Antwortmöglichkeiten gibt es, einen Lösungsteil auch. Bestens informiert, steht der Karriere in der Kommunalpolitik nun nichts mehr im Wege. Doch wozu sollten sich die Bürger überhaupt politisch beteiligen? "Es ist fahrlässig, sich im Sessel zurückzulehnen und nur über die Politiker zu schimpfen", so die Autorin. "Immerhin bestimmen sie über uns." Und die meisten Entscheidungen seien immer noch von der Basis abhängig.

Klar, alle Wähler werden niemals zufrieden sein. "Es können eben nicht alle gleichzeitig eine grüne Ampel haben", sagt Leipprand, "sonst funktioniert das System nicht mehr."

Die Lesung zum "Nachhören": auf unserem Soundcloud-Account.

 

 

ReferentInnen

Eva Leipprand wurde 1947 in Erlangen geboren und ist in Nürnberg und München aufgewachsen. Sie studierte Anglistik und Geschichte in Würzburg und München, war dann Gymnasiallehrerin in Stuttgart. Seit 1989 lebt sie in Augsburg und war (von 2002 bis 2008) die erste grüne Kulturbürgermeisterin der Stadt. Sie arbeitet als freie Autorin und Literaturkritikerin und ist stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion.

Eva Leipprand ist außerdem Mitglied im Stiftungsrat der Petra-Kelly-Stiftung und sitzt auch in unserer Mitgliederversammlung.

Veranstaltungsort
Passau


Partner

Europabücherei Passau



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26.04.2012

Innovation und Bürgerprotest - Großprojekte und "Wutbürger" auf dem...

 

Die Zeit ist reif für eine Weiterentwicklung der demokratischen Kultur, für mehr Partizipation, für Transparenz und Offenheit bei Planungsverfahren, auch und gerade bei Infrastrutkur-Projekten. So lassen sich die Ergebnisse unserer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Nürnberger Eckstein zusammenfassen.

Stine Marg vom Göttinger Institut für Demokratieforschung berichtete über die Ergebnisse einiger empirischer Studien (die wichtigsten Ergebnisse finden sich in der Präsentation, die Sie als PDF-Datei bei uns bestellen können), die sich mit der Analyse aktueller Protestbewegungen befasst hatten. Knapp zusammengefasst handelt es sich bei der Mehrzahl der dort aktiven Menschen um eher ältere, überdurchschnittlich gut ausgebildete Menschen mit gesichertem Einkommen und meist längerer Protesterfahrung. Grün-Wähler sind unter ihnen deutlich überrepräsentiert. Insgesamt handelt es sich überwiegend um besserverdienendes Bürgertum, Arbeiter sind höchst selten. Obwohl in den Protestbewegungen ein deutliches Bekenntnis zu demokratischen Werten feststellbar ist, gibt es gleichzeitig aber auch eine große Skepsis gegenüber der Funktionsweise der politischen Institutionen und große Unzufriedenheit mit den handelnden Politikern. Dem korrespondiert ein großer Wunsch nach Ausweitung der demokratischen Partizipation. 

Stine Marg warnte aber davor, zusätzliche oder verstärkte Beteiligungsangebote als Erfolgsgaranten gegen anzusehen, die ein aufkommen von Protestbewegungen von vornherein vermeiden würden. Zudem würden diese Beteiligungsangebote nur selektiv von bestimmten Bevölkerungsschichten wahrgenommen. Es stelle sich deshalb die Frage, was mit denen passiere, die dabei „außen vor“ blieben. Auch Volks- und Bürgerentscheide sind ihrer Ansicht nach keine Allheilmittel, da dabei oft sehr komplexe Sachverhalte auf Ja-/Nein-Fragen verkürzt werden müssten.

Weitere Informationen:
Stine Marg: Alles nur Nimbys?
Göttinger Institut für Demokratieforschung: Stuttgart 21 nach dem
Schlichtungsverfahren. Ergebnisse einer zweiten Untersuchung zu den Protesten gegen Stuttgart 21
(PDF-Datei)
Göttinger Institut für Demokratieforschung: Die Proteste gegen den Flughafen Berlin Brandenburg (BER/BBI). Eine explorative Analyse der Protestteilnehmer (PDF-Datei)

 

Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Bayerischen Landtag, sprach sich demgegenüber sehr dezidiert für eine Verbesserung der Partizipation der BürgerInnen aus. Gerade bei den brennenden Zukunftsfragen sei es wichtig, die Kompetenz der BürgerInnen ganz bewusst einzubeziehen. Ganz entscheidend sei dabei, dass faire Verfahren zum Einsatz kämen. Eine so geartete bessere Partizipation sei schon an sich eine echte Innovation. Und mit ihrer Hilfe könne die anstehende Frage angegangen werden, was denn im 21. Jahrhundert als zukunftsfähige Infrastruktur betrachten werden müsse.

Für Bause ist eine entscheidende Voraussetzung gelingender Partizipation, dass die BürgerInnen alle notwendigen Informationen so frühzeitig wie möglich zur Verfügung gestellt werden. Transparenz und Offenheit auf Seiten der Verwaltung und der Politik seien unabdingbar. Nur auf diese Weise könne das Misstrauen, das derzeit oft noch das Verhältnis zwischen Planenden und Betroffenen beherrsche, nachhaltig abgebaut werden. Ein Informationsfreiheitsgesetz, das den BürgerInnen das Recht auf diese Informationen einräumt, nannte Margarete Bause einen ganz wichtigen Schritt auf diesem Weg.

Sie empfahl, öfters auf das Verfahren der Planungszelle zurückzugreifen, mit dem ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt auf der Basis optimaler Fachinformationen Lösungswege für Probleme ausarbeiten könne, bei denen sich die Politik oft überfordert zeige. Allerdings müssten so zustande gekommene Ergebnisse von der Politik auch ernst genommen werden. Wenn partizipativ gewonnene Empfehlungen dagegen in der Schublade verschwinden, würde sich dies demotivierend auf die BürgerInnen auswirken.

Verbesserte Verfahren und faire Regeln bei der Bürgerbeteiligung könnten – so das Fazit von Margarete Bause – zu einer veränderten Planungskultur führen, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhe und so eine befriedende Wirkung habe.

ReferentInnen


Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Evangelische Stadtakademie Nürnberg



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21.03.2012 - 19:30

Politik zum Selbermachen - Eine Gebrauchsanweisung

 

Lesung mit Eva Leipprand

Einsichten einer kommunalpolitischen Insiderin

„Ja, so erleben wir das hier in Fürth auch!“ – Das war die spontane Reaktion mancher Besucher/in nach der Lesung aus Eva Leipprands Buch „Politik zum Selbermachen“. Die grüne Stadträtin und ehemalige Bürgermeisterin aus Augsburg hatte – gleichermaßen lehrreich, unterhaltsam wie auch nachdenklich stimmend – die wichtigsten Kapitel aus ihrem kommunalpolitischen Insiderbericht vorgetragen.

Eva  Leipprand war in die Buchhandlung Jungkunz nach Fürth gekommen, um ihre „Gebrauchsanweisung“ für die Kommunalpolitik in 22 Lektionen vorzustellen. Es ging um die ersten Schritte der „Seiteneinsteigerin“ in die Politik, wie sich die Autorin und Literaturkritikerin Leipprand selbst bezeichnete, um die Gedanken und Gefühle am Wahlabend, um die Frage, ob man als in die Stadtspitze gewählte Politikerin sich einen Dienstwagen „gönnen“ soll oder eben doch lieber nicht. Das Kapitel über ihre Erfahrungen am Info-Stand ließ sie jedoch bewusst aus: „Ich will ja niemanden demotivieren, der sich vielleicht mit dem Gedanken trägt, in die Kommunalpolitik einzusteigen“, erklärte sie schmunzelnd. Am wichtigsten war Eva Leipprand das Kapitel, das sich mit dem „Bürgerwillen“ befasst. Der nämlich ist gar nicht so einfach zu begreifen, weil er sich allzu oft in widerstreitenden Aussagen von divergierenden Interessengruppen manifestiere. Das Gemeinwohl, der Blick auf das Stadtinteresse als Ganzes, komme dabei sehr oft zu kurz. Aber darum müsse es in der Kommunalpolitik – so ihr Plädoyer in der engagiert geführten Diskussion – letztlich immer gehen. Bürgerbeteiligung muss deshalb ihrer Meinung nach möglichst frühzeitig und mit offenen Formen (Planungszellen, runde Tische und ähnliches) durchgeführt werden. Gerade in diesem Punkte konnte sie sich der Zustimmung des Fürther Publikums sicher sein, das von den Erfahrungen im Zusammenhang mit den Planungen für die „Neue Mitte“ berichtete. 

ReferentInnen

Eva Leipprand wurde 1947 in Erlangen geboren und ist in Nürnberg und München aufgewachsen. Sie studierte Anglistik und Geschichte in Würzburg und München, war dann Gymnasiallehrerin in Stuttgart. Seit 1989 lebt sie in Augsburg und war (von 2002 bis 2008) die erste grüne Kulturbürgermeisterin der Stadt. Sie arbeitet als freie Autorin und Literaturkritikerin und ist stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion.

Eva Leipprand ist außerdem Mitglied im Stiftungsrat der Petra-Kelly-Stiftung und sitzt auch in unserer Mitgliederversammlung.

Veranstaltungsort
Fürth


Partner

Buchhandlung Jungkunz, Fürth


Art der Veranstaltung
Lesung und Diskussion



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