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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

12.07.2014

Planen und Bauen in der Kommune

Kommunalpolitisches Grundlagenseminar

Planen und Bauen - das ist das tägliche Brot der Kommunalpolitik. Denn die Planungshoheit ist ein wesentliches Element der kommunalen Selbstverwaltung.

Unser kommunalpolitisches Grundlagenseminar gab eine Einführung in die wichtigsten Regelungen des Bau- und Planungsrechtes. Außerdem vermittelte es wichtige Basisinformationen für eine Bauleitplanung, die sich dem Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung verpflichtet fühlt. Anhand einiger konkreter Beispiele auf dem kreis der Teilnehmenden konnten die neuen Kenntnisse auch gleich praktisch "erprobt" werden.

Die Präsentationen unserer beiden Referenten, die die Basis der Diskussion bildeten, stellen wir hier als PDF-Dateien zur Verfügung:

Präsentation von Frank Sommer zum Bau- und Planungsrecht (ca. 1,5 MB)

Präsentation von Leonhard Valier zur nachhaltigen Stadtentwicklung (ca. 8 MB)

ReferentInnen

Frank Sommer
Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Öffentliches Recht und Baurecht, langjähriger Kreis- und Gemeinderat, Gräfelfing

Leonhard Valier
Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung (Raumplanung), Aufbaustudium Denkmalpflege, langjährige Vorrstandstätigkeit im Planerverband SRL (Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung)

Veranstaltungsort
Nürnberg



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25.06.2014

Energiewende 2.0: So kann es gehen!

 

Die Energiewende ist eines der Schlüsselprojekte des 21. Jahrhunderts: der Ausstieg aus der Atomkraft, die Reduktion des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes und die Umgestaltung des Energiesektors mit erneuerbaren Energiequellen, die eine gleichermaßen sichere wie auch bezahlbare Versorgung garantiert.

Nach der erfolgreichen Markteinführung der Solar- und Windenergie, die durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) unterstützt wurde, geht es in der nächsten Etappe der Energiewende um den Umbau des gesamten bisherigen fossil-nuklearen Stromsystems. Denn je größer der Anteil der erneuerbaren Energien ist, desto weniger kann deren natürliche Schwankung durch den vorhandenen Kraftwerkspark aufgefangen werden. Eine erneuerbare Stromversorgung braucht intelligente Netze, ein flexibles Lastmanagement, Stromspeicher und ein neues Marktdesign, das nicht die Produktion von möglichst viel Strom honoriert, sondern das Bereitstellen von klimaverträglichem Strom entsprechend der Nachfrage.

Gerd Rosenkranz skizzierte in Bayreuth die Grundzüge und Notwendigkeiten dieser "Energiewende 2.0" und diskutierte kritisch die derzeit dazu vorliegenden politischen Konzepte. Er betonte, dass die Energiewende nur dann umgesetzt werden könne, wenn sie ökologisch und ökonomisch erfolgreich sei. Gerade der ökologische Erfolg werde in der jüngsten Vergangenheit massiv in Frage gestellt, weil der neue Boom der Kohlekraftwerke den Kohlendioxid-Ausstoß wieder nach oben getrieben habe.

Die Präsentation von Gerd Rosenkranz mit vielen anschaulichen Grafiken können Sie bei uns als PDF-Datei bestellen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde ein Aspekt der Energiewende vertieft, der im östlichen Oberfranken regional und lokal von besonderem Interesse ist: die Frage des Netzausbaus und der Notwendigkeit neuer Stromtrassen. Während Christian Horzetzky vom Netzbetreiber TenneT die wesentlichen Argumente für die umstrittene Nord-Süd-Trasse darstellte, die in der Nähe von Bayreuth vorbeiführen soll, fasste Reinhard Birkner von der Kreisgruppe Bayreuth des Bund Naturschutz die Kritikpunkte der Trassengegner zusammen. Auch er bestritt nicht die grundsätzliche Notwendigkeit eines Netzausbaus, bezweifelte aber, ob dies auch für diese Trasse gelte. Ehe die Notwendigkeit nicht nicht eindeutig bewiesen sei, dürfe mit dem bau nicht begonnen werden. Gerd Rosenkranz beschrieb seine eigene Position mit den Worten "So viele Trassen wie notwendig, aber nicht so viele Trassen wie möglich". Er betonte auch, dass das Planungsverfahren so angelegt sei, dass eine Revision der bisherigen Pläne immer noch möglich sei.

Die "Frankenpost" berichtete ausfürhrlich über unsere Veranstaltung, der entsprechende Artikel findet sich auch im Online-Archiv der Zeitung.

Empfohlene Weblinks

www.boell.de/de/2014/04/01/ankuendigung-energiewende-20-aus-der-nische-zum-mainstream

www.frankenpost.de/regional/wirtschaft/Plaedoyer-fuer-mehr-Mut-in-der-Energiewende;art2448,3440523

ReferentInnen

Dr. Gerd Rosenkranz

Der promovierte Werkstoffwissenschaftler war nach einem Studium der Kommunikationswissenschaften zwanzig Jahre lang Journalist für überregionale Tages- und Wochenzeitungen, darunter fünf Jahre beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel als Experte für Umwelt- und Energiepolitik. 
Dann neun Jahre Leiter Politik und Presse bei der Deutschen Umwelthilfe in Berlin.
Seit März 2014 ist er Leiter Grundsatzfragen bei Agora Energiewende.

Anschließendes Podiumsgespräch mit:

Christian Horzetzky
TenneT GmbH, Bayreuth, Public Affairs

Reinhard Birkner
Vorsitzender, Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bayreuth

Veranstaltungsort
Bayreuth


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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24.06.2014

Energiewende 2.0: So kann es gehen!

 

Die Energiewende ist eines der Schlüsselprojekte des 21. Jahrhunderts: der Ausstieg aus der Atomkraft, die Reduktion des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes und die Umgestaltung des Energiesektors mit erneuerbaren Energiequellen, die eine gleichermaßen sichere wie auch bezahlbare Versorgung garantiert.

Nach der erfolgreichen Markteinführung der Solar- und Windenergie, die durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) unterstützt wurde, geht es in der nächsten Etappe der Energiewende um den Umbau des gesamten bisherigen fossil-nuklearen Stromsystems. Denn je größer der Anteil der erneuerbaren Energien ist, desto weniger kann deren natürliche Schwankung durch den vorhandenen Kraftwerkspark aufgefangen werden. Eine erneuerbare Stromversorgung braucht intelligente Netze, ein flexibles Lastmanagement, Stromspeicher und ein neues Marktdesign, das nicht die Produktion von möglichst viel Strom honoriert, sondern das Bereitstellen von klimaverträglichem Strom entsprechend der Nachfrage.

Gerd Rosenkranz skizzierte in Bamberg die Grundzüge und Notwendigkeiten dieser "Energiewende 2.0" und diskutierte kritisch die derzeit dazu vorliegenden politischen Konzepte. Er betonte, dass die Energiewende nur dann umgesetzt werden könne, wenn sie ökologisch und ökonomisch erfolgreich sei. Gerade der ökologische Erfolg werde in der jüngsten Vergangenheit massiv in Frage gestellt, weil der neue Boom der Kohlekraftwerke den Kohlendioxid-Ausstoß wieder nach oben getrieben habe.

Die Präsentation von Gerd Rosenkranz mit vielen anschaulichen Grafiken können Sie bei uns als PDF-Datei bestellen.

Empfohlene Weblinks

www.boell.de/de/2014/04/01/ankuendigung-energiewende-20-aus-der-nische-zum-mainstream

ReferentInnen

Dr. Gerd Rosenkranz

Der promovierte Werkstoffwissenschaftler war nach einem Studium der Kommunikationswissenschaften zwanzig Jahre lang Journalist für überregionale Tages- und Wochenzeitungen, darunter fünf Jahre beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel als Experte für Umwelt- und Energiepolitik. 
Dann neun Jahre Leiter Politik und Presse bei der Deutschen Umwelthilfe in Berlin.
Seit März 2014 ist er Leiter Grundsatzfragen bei Agora Energiewende.

Veranstaltungsort
Bamberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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12.04.2014 - 20:00

Wie der Mensch die Welt verändert hat - Es geht um Eure Zukunft!

 

Höhepunkt und Abschluss des Projekts "Natur Umwelt Transformation Zukunft", mit dem Jugendliche und junge Erwachsene für die Auswirkungen unseres Tuns auf Natur und Umwelt sensibilisiert werden sollen, war dieser Vortrag des bekannten Astrophysikers und TV-Moderators Prof. Dr. Harald Lesch.

Die Präsentation zu seinem Vortrag können Sie bei uns als PDF-Datei bestellen.


ReferentInnen

Prof. Dr. Harald Lesch
Astrophysiker, Naturphilosoph und erfolgreicher TV-Moderator


Veranstaltungsort
Ebersberg


Partner

Bund Naturschutz Kreisgruppe Ebersberg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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18.03.2014 bis 19.03.2014

Bericht aus der Zukunft: Wie der grüne Wandel funktioniert

 

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Energiewende: lassen sich die großen Herausforderungen der Gegenwart tatsächlich bewältigen?  

Markus Franken (im Bild oben) ist überzeugt, dass die ökologische Wende keine Zukunftsvision, sondern längst im Gange ist. In seinen Vorträgen in Nürnberg und Würzburg erläuterte er diese These an Beispielen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung und Wirtschaft. Diese „Beispiele des Gelingens“, die nicht nur in einer kleinen Nische funktionieren, sind auf die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft übertragbar, ohne dass es zu großen Einbrüchen, Wohlstandsverlusten oder überhöhten Kosten kommt. Franken wies gleichzeitig auf Hemmnisse und Widerstände hin und ermunterte zu aktivem Handeln jedes und jeder Einzelnen: im Konsumbereich wie auch im politischen Engagement.

Die Präsentation zu seinem Vortrag können Sie bei uns als PDF-Datei bestellen.

Das Buch ist im Buchhandel oder direkt beim Ökom-verlag erhältlich.

ReferentInnen

Marcus Franken
Journalist, Chefredakteur des Magazins zeo2, des Umweltmagazins der taz, Verfasser des 2013 erschienenen Buchs "Bericht aus der Zukunft. Wie der grüne Wandel funktioniert".
Nach dem Studium der Umwelttechnik in Berlin entschied sich Franken gegen den Ingenieursberuf und für den Journalismus. Rund zehn Jahre hat er in Berlin als freier Journalist mit den Themen Umwelt, Energie, Wirtschaft und Technik für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet. Seit 2008 ist er verantwortlich für zeo2.

Veranstaltungsort
Nürnberg / Würzburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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16.03.2014

"So heiß gegessen wie gekocht" - Klimakatastrophe mit Musik

Gastspiel der Berliner Compagnie

 

Die Theaterproduktion der Berliner Compagnie steht im Zusammenhang mit einem europäischen Theaterfestival, das im Oktober 2011 in Berlin, Brno, und Lublin stattfand. Zum Thema „Klimawandel und Afrika“ hatten drei, in den genannten Städten beheimatete Theatergruppen jeweils ein Stück entwickelt, das zunächst am Heimatort und dann jeweils in den Partnerstädten zur Aufführung gebracht wurde.

Die Berliner Compagnie beschreibt die Motivation zu ihrem Stück so:

Für uns stand fest, die Verantwortung unserer Industriegesellschaft für den Klimawandel ins Zentrum des Stückes zu stellen. Der Klimawandel ist vom industrialisierten Norden zu verantworten, seine katastrophalen Folgen treffen vor allem den Süden - nicht zuletzt den durch vier Jahrhunderte Sklaverei und Kolonialismus bereits schwer verwundeten afrikanischen Kontinent. Erzbischof Desmond Tutu: „Wir stehen vor einer Katastrophe von gigantischen Ausmaßen. Bei dem global angestrebten Ziel von 2 Grad Celsius wird Afrika zum Backofen und verliert jede Hoffnung auf Entwicklung." Die EU als zweitgrößter Verursacher des Klimawandels hat eine besondere Verantwortung, die Emissionen zu reduzieren und Afrika bei der Anpassung zu unterstützen. Trotzdem werden in Deutschland unter Verweis auf die vermeintliche Notwendigkeit einer „Brückentechnologie" Dutzende Kohlekraftwerke neu geplant und so die längst mögliche rasche und hundertprozentige Umstellung auf erneuerbare Energie blockiert. Die Aussicht auf das Ende der Profite aus Atomkraft spornt die Energiekonzene und die ihnen willfährigen Politiker an, den Bau neuer Kohlekraftwerke noch vehementer als bisher voran zu treiben. … (Mit) erstaunlichem Erfolg (haben sich) Bürgerinitiativen in ganz Deutschland gegen den Bau dieser Dreckschleudern gewehrt. Der Kampf gegen ein Kohlekraftwerk bestimmt auch die Handlung unseres Stückes.

Zur Handlung: Schauplatz des Stückes ist die Küche eines Gasthofs, in dessen unmittelbarer Nähe ein Kohlekraftwerk entstehen soll. Während die Honoratioren der Stadt im Gastraum mit den Managern mauscheln, laufen in der Küche heiße Diskussionen zwischen den agierenden Personen.

Als linkes Kollektiv hatte man dereinst einmal begonnen. Doch jetzt sind daraus ein bürgerliches Wirtsehepaar mit studierender Tochter und die Küchenbelegschaft mit zwei Köchen und einem illegalen Spüler aus Afrika geworden. Das verlockende Angebot des Konzernchefs von 1 Million für den Gasthof, weil er dem Bau des Kraftwerks im Weg steht, lässt die Wirtin beinahe schwach werden. Doch Tochter und Afrikaner halten dagegen. Umweltbelastung und katastrophale Auswirkung auf das Weltklima, was besonders Afrika schon jetzt ganz hart trifft, sind ihre Argumente. Der illegale Spüler aus Afrika, der sich als Ingenieur aus der Sahelzone entpuppt, kann eindringlich von den Zuständen in seiner Heimat erzählen, was nicht nur den Wirtsleuten und dem Küchenpersonal unter die Haut geht.

Das Stück ist, bei aller ernster und problembeladener Thematik, dennoch nicht kopflastig. Es nimmt mit viel Musik, schmissigen Songs und heißen Rhythmen (Percussion mit Löffel und Gabeln auf Küchengeräten) immer mehr Fahrt auf. Es schildert in stark komprimierter Weise die Phasen von Empörung und Widerstand im Umfeld von Bestechung und Erpressung, Hoffnungslosigkeit und neuem Mut. Es ist weder bitter noch traurig, sondern witzig-ironisch und voll spritziger Fantasie. Ein Mutmacherstück. Nicht umsonst ist es Hermann Scheer gewidmet, der aus dem Off an passenden Stellen über den unaufhaltsamen Siegeszug der erneuerbaren Energien spricht.

Am Ende belohnten die zweihundert Zuschauer die sechs Akteure der Berliner Compagnie mit lang anhaltendem Applaus. Im Foyer wurde die Diskussion über das Stück intensiv weiter geführt. Nicht zuletzt aufgrund der Pläne für eine Stromtrasse durch Nordostbayern und den Protestaktionen dagegen, hatte das Stück eine zusätzliche Aktualität erhalten.

 

Veranstaltungsort
Bayreuth


Partner

Die Brücke e.V., Bayreuth


Art der Veranstaltung
Theaterstück



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04.11.2013 - 19:30

Intelligent wachsen - Vom Aufbruch in eine ökologische Moderne

 

Alle Welt ruft nach Wachstum – trotz der ökologischen Warnsignale durch Klimaveränderung, Wasserkrise und Verknappung fruchtbarer Böden. Führt das in eine Sackgasse, wie der Club of Rome bereits 1972 vorhergesagt hat?  Oder gibt es einen dritten Weg: den Aufbruch in die ökologische Moderne mit einer radikalen Umstellung von Energie, Verkehr, Städtebau, mit hocheffizienten Technologien und intelligenten Stoffkreisläufen. Ist so Wohlstand für künftig neun Milliarden Menschen bei gleichzeitiger Schonung natürlicher Ressourcen möglich? Lassen sich so ökologische Herausforderung der Zukunft bewältigen bei gleichzeitigem stürmischen Wachstum der Länder des Südens?

Das Referat von Ralf Fücks gab einen prägnanten Überblick über den Inhalt seines Buchs und die darin begründete Forderung nach einem ressourcenschonenden, auf umfangreichen technischen Innovationen beruhenden Wirtschaftswachstum. Wobei er sehr deutlich machte, dass nicht so sehr das – schon wegen der weltweiten Bevölkerungszunahme unvermeidliche - Wachstum von entscheidender Bedeutung sei, sondern die notwendige Entkoppelung von Naturverbrauch und Güterproduktion. Nur wenn dies gelinge, könne eine umweltverträgliche Zukunft der Menschheit gesichert werden. Laut Fücks geht es also nicht so sehr um ein "Mehr", sondern vielmehr um ein "Anders und Besser".

Der Kommentar von Karlheinz Ruckriegel war insofern eher eine Ergänzung aus anderer Perspektive (nämlich der der Glücksforschung) als eine Kritik an den Thesen von Ralf Fücks. Denn dass Wachstum kein Selbstzweck ist, Wohlstand nicht mit Konsum gleichzusetzen ist und höheres Einkommen nicht zu mehr "Glück" führt: In diesen Erkenntnissen der Glücksforschung sah auch Ralf Fücks keinen Widerspruch zu den eigenen Thesen.

Volles Haus im "eckstein": Rund 60 Interessierte folgten den Ausführungen von Ralf Fücks.

ReferentInnen

Ralf Fücks
Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, Autor von "Intelligent wachsen. Die grüne Revolution"

Kommentar:

 
Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel
Professur für Volkswirtschaftslehre, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Moderation:

Willy Stöhr
Leiter der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg

Veranstaltungsort
Nürnberg


Partner

Evangelische Stadtakademie Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion



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07.10.2013 - 19:30

Ökologischer Landbau - Luxus oder (überlebens-) wichtig?

Ökologische Landwirtschaft als Grundlage einer zukunftsfähigen Welternährung

Rudolf Buntzel ist Volkswirt mit agrarwissenschaftlichem Hintergrund und war u.a. viele Jahre in afrikanischen Ländern bei kirchlichen Entwicklungsdiensten tätig, zuletzt als Lehrbeauftragter in Uganda. ln den vergangenen Jahrzehnten konnte er viele Erfahrungen in der afrikanischen Landwirtschaft  sammeln. Sein kenntnisreicher Vortrag beschäftigte sich ausführlich mit den Entwicklungen der afrikanischen Kleinbauern einerseits und der industriellen Landwirtschaft in verschiedenen Ländern andererseits.

Dabei stellte er vor allem die These auf, dass die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft die Landwirtschaft vom Boden her denkt, während die Agrarindustrie die Landwirtschaft  von der Pflanze her denkt. Damit ist der Grundunterschied benannt: die einen erhalten den Boden, seine Nährstoffe und seine natürliche Lebenswelt, während die anderen den Boden unbeachtet lassen und die Pflanze mit allen Mitteln stärken, schützen und widerstandsfähig machen. Mit allen Begleiterscheinungen: Bodenerosion, Pestizide, Düngemitteleinsatz. Im Extremfall: gentechnische Veränderungen. Auch diese kommen in afrikanischen Ländern zum Einsatz.

Buntzel stellte den Unterschied auf anschauliche Weise dar: Fotos von industriell arbeitenden Betrieben und Fotos von Anbauflächen kleinbäuerlicher Landwirte unter besonderer Berücksichtigung tropischer Lebensverhältnisse.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine rege Diskussion mit vielen auch fachlich detaillierten Fragen zur landwirtschaftlichen Produktion und zu den schwierigen Lebensbedingungen, unter denen die Kleinbauern ihr Leben sichern müssen.

ReferentInnen

Dr. Rudolf Buntzel
Promovierter Volkswirt mit agrarökonomischem Hintergrund, hat zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Afrika geforscht, war 35 Jahre in wechselnden Funktionen bei kirchlichen Entwicklungsdiensten tätig, zuletzt als Beauftragter für Welternährungsfragen in der EKD. Er ist seit einigen Jahren als Lehrbeauftragter für landwirtschaftliche Entwicklungsfragen in Westafrika an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und demnächst in Uganda.

Veranstaltungsort
München


Partner

InitiativGruppe - Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.

FIAN München

Misereor

Nord Süd Forum

Arbeitskreis Panafrikanismus

Kulturreferat der Landeshauptstadt München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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26.09.2013 bis 29.09.2013

Uranium Film Festival München

 

Das Uranium Film Festival ist das weltweit einzige Festival, das sich der gesamten Atomkette gewidmet hat: Vom Uranbergbau bis zum Atommüll; von Hiroshima bis Falluja und Fukushima. Auch wenn Länder wie Österreich, Italien oder Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen sind oder aussteigen wollen, wird die Menschheit schon aufgrund des bereits produzierten radioaktiven Abfalls noch über Tausende von Jahren weiter mit radioaktiven Gefahren leben müssen. Zudem investieren andere Länder wie Brasilien, China, Frankreich, Südafrika und Indien weiter in Atomkraft und Uranbergbau. Ideologiefreie Aufklärung über Radioaktivität, Atomkraft und strahlendem Abfall sollte deshalb kontinuierlich fortgesetzt werden. Die Folgen der Atombombenabwürfe und Tausender von Atombombentests, die atomaren Unfälle wie Harrisburg 1978, Tschernobyl 1986 oder der radioaktive Unfall von Goiânia 1987 in Zentralbrasilien dürfen nicht vergessen werden. Das Medium Film ist eines der besten Mittel dazu.

Das Wissen um die Gefahren von Uran und anderen radioaktiven Elementen muss von Generation zu Generation weitergetragen werden. Radioaktivität ist unsichtbar, hat keinen Geruch und keinen Geschmack und doch können radioaktive Strahlen töten oder den genetischen Code verändern. Es gilt das Unsichtbare sichtbar, das geruchlose riechbar zu machen. Welches Instrument ist dafür besser geeignet als der Film? 

Insgesamt 44 Filme - Dokumentar-, Spiel-, Experimental- und Trickfilme, neue Komödien und Science Fiktion - hat das 2011 in Rio de Janeiro gegründete Uranium Film Festival für sein Debüt in München aus 14 Ländern ausgewählt: Australien, Brasilien, Deutschland, Estland, Indien, Italien, Israel, Iran, Japan, Rumänien, Russland, Schweden, der Ukraine und den USA. Filmemacher, Produzenten & Regisseure aus Deutschland, Italien, Japan, Russland und den USA werden dabei sein.

Einen ausführlichen Rückblick auf das Festivals können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Downloads zum Artikel

Uranium-Festival.pdf5.3 M


Empfohlene Weblinks

www.uraniumfilmfestival.org/index.php/de/

Veranstaltungsort
München


Partner

Uranium Film Festival

Nuclear Free Future Award

Heinrich-Böll-Stiftung

Stiftung Neue Energie, GLS Treuhand e.V.

Petra-Kelly-Stiftung

Istituto Italiano di Cultura

Deutsch-Brasilianischer Kulturverein e.V.

DENKmal-Film Verhaag GmbH


Art der Veranstaltung
Film-Festival



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04.06.2013

Tiere als Nahrungsmittel: Daten – Fakten – Konsequenzen – Maßnahmen

 

Die industrielle Fleischproduktion hat massive Konsequenzen für Tiere, Umwelt, internationale Ernährungssicherheit und nicht zuletzt für die Gesundheit der Konsument/inn/en. Inzwischen regt sich gegen die Massentierhaltung verstärkt Widerstand. Mit dem „Fleischatlas“ haben die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) eine Publikation vorgelegt, die anschaulich über Fleischproduktion und Fleischkonsum informiert und Argumente für einen verantwortungsvollen Konsum liefert.

Dr. Christine Chemnitz, Referentin für internationale Agrarpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung, stellte die Kernaussagen der Publikation vor. Ihre Präsentation können Sie hier als PDF-Datei herunterladen. Obwohl 2012 der Fleischkonsum erstmals leicht zurückgegangen sei, müsse es weiterhin Ziel sein, dass hierzulande weniger Fleisch gegessen werde. Dafür gibt es viele Gründe: die immensen Futtermittelimporte (Deutschland braucht importiertes Futter in einer Größenordnung wie die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche!), die absolut nicht artgerechte Tierhaltung, die Zerstörung lokaler Märkte z.B. in Afrika durch billige Geflügelteil-Exporte dorthin. 

Stefan Kreppold, Biobauer und AbL-Sprecher in Bayrisch Schwaben, machte deutlich, dass seitens der Landwirte nichts gegen eine deutliche Verringerung des Fleischkonsums spreche, sondern diese im Gegenteil dazu führen würde, dass die Tiere artgerecht und mit einheimischen Futter gehalten werden könnten. Eine solche Reduzierung würde allen helfen: den Tieren, den Verbrauchern, die qualitätsvolleres Fleisch essen könnten, und nicht zuletzt den Bauern, die für solches Fleisch höhere Erträge erzielen könnten.

Dr. Rupert Ebner, Tierarzt und Slow Food-Vorstandsmitglied, machte auf die schädlichen Folgen eines „präventiven“ Antibiotika-Einsatzes in der Tierzucht aufmerksam. Diese dienen nur der Leistungssteigerung und führen zu Resistenzen. Er machte klar: "Der Verbraucher allein wird's nicht richten können, wir brauchen eine Veränderung der staatlichen Rahmenbedingungen." 

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer, dass die Politik verstärkte Anstrengungen unternehmen müsse, um Veränderungen des verbraucherverhaltens zu flankieren. Aufklärung und Information stehen dabei im Vordergrund - und zwar ohne Moralisieren und Verzichtappelle. Außerdem müssten alle Investitionsbeihilfen für Massentierhaltung gestrichen werden. Beihilfen dürfe es nur für eine Landwirtschaft geben, die auf Natur und Lebewesen rücksicht nimmt. Den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Fleischprodukte hielten alle für schädlich. Und die Tierhaltung müsse unbedingt daran gekoppelt werden, das die Futtermittel auf den eigenen Flächen erzeugt werden könnten.

Ausführliche Berichte über unsere Veranstaltung sind auch in den örtlichen Medien erschienen:

Empfohlene Weblinks

www.boell.de/oekologie/gesellschaft/oekologie-gesellschaft-fleischatlas-globale-zusammenhaenge-fleischkonsum-16386.html

ReferentInnen

Dr. Christine Chemnitz
Agrarwissenschaftlerin, Heinrich Böll Stiftung, Referentin für internationale Agrarpolitik

Dr. med. vet. Rupert Ebner
Tierarzt, Vorstandsmitglied von Slow Food Deutschland e.V., Landtagskandidat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Stefan Kreppold
Biobauer, Sprecher der Regionalgruppe Bayerisch Schwaben der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)

Veranstaltungsort
Pfaffenhofen a.d. Ilm



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