Schriftgröße ändern

Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

Dokument

Die Hälfte der Macht im Visier

Buchveröffentlichung der Heinrich Böll Stiftung

Mit der erneuten Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin scheinen Frauen auch die letzte Männerbastion in der Politik erobert zu haben. Aber dieses massenmedial vermittelte Bild von erfolgreichen Karrierefrauen entspricht nicht dem durchschnittlichen politischen Alltag.

Lars Holtkamp und Sonja Schnittke analysieren in ihrer politikwissenschaftlichen Studie "Die Hälfte der Macht im Visier" die politische Repräsentanz von Frauen in Bund, Ländern und Kommunen. Auch 90 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sind Frauen in fast allen wesentlichen politischen Positionen in Deutschland unterrepräsentiert. Während andere Staaten durch die konsequente Einführung von Quotenlösungen die Frauenanteile erheblich erhöhen, stagniert in den letzten Jahren der Anteil der Parlamentarierinnen in Deutschland.

Was sind die Ursachen für diesen Stillstand, und wie kann die politische Parität auch in Deutschland erreicht werden? Nach einer differenzierten Ursachenanalyse mit einem empirischen Schwerpunkt auf den deutschen Kommunalparlamenten legt die Untersuchung von Holtkamp und Schnittke als Antwort auf diese Fragen ein Reformmodell vor, mit dem sich die Geschlechterparität kurzfristig realisieren lassen könnte.




Lars Holtkamp und Sonja Schnittke

Die Hälfte der Macht im Visier
Der Einfluss von Institutionen und Parteien auf die politische Repräsentation von Frauen

Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Alternative Kommunalpolitik
320 Seiten, 18,- Euro, ISBN 978-3-9803641-6-4

Bestelladresse:
Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Fon: 030-285340
Fax: 030-28534109
E-Mail: info@boell.de

Sie können das Buch auch als PDF herunterladen (PDF, 320 Seiten, 2.45 MB).



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

Dokument

Gender: Veröffentlichungen und Dokumentationen

 

Ein langjähriger Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Themenfeld Gender und Geschlechterdemokratie. 

Die Ergebnisse sind in Veröffentlichungen dokumentiert, die Sie bei uns bestellen oder unentgeltlich als PDF-Dateien herunterladen können.

Weitere Materialien finden Sie bei einzelnen Seminaren und Tagungen im Rückblick. Oder nutzen Sie unsere Suchfunktion.

Gender-Mainstreaming-Praxis
Arbeitshilfen zur Anwendung der Analysekategorie "Gender" in Gender-Mainstreaming-Prozessen

Von Angelika Blickhäuser und Henning von Bargen
Schriften des Gunda-Werner-Instituts, Band 7
Zweite, überarbeitete Auflage
Berlin, Dezember 2009, 144 Seiten
ISBN 978-3-86928-022-6
PDF-Datei (148 Seiten, 835 KB)

 

Geschlechterdemokratie in Organisationen
Fachtagung am 10. und 11. Juni 1999 in Frankfurt am Main
Eine Zusammenarbeit der Hessischen Gesellschaft für Demokratie und Ökologie, der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Büro für frauenpolitische Forschung und Beratung, der Heinrich-Böll-Stiftung NRW und der Petra-Kelly-Stiftung.


Den Frauen die Ehre, den Männern die Karriere -
wie Frauen und Männer in Europa arbeiten sollen.

26.Juni 1999 in München
Gemeinsame Tagung des DGB Kreisfrauenausschusses München, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Petra-Kelly-Stiftung

 

Dörthe Jung/Margret Krannich (Hrsg.):
Die Praxis des Gender Mainstreaming auf dem Prüfstand
Stärken und Schwächen der nationalen Umsetzungspraxis 

Dokumentation der gleichnamigen Fachtagung vom 29. Januar 2004 in Frankfurt am Main

 

Silke Rapp & Gerd Rudel:
Gender Budget
Grundlagen, Hintergründe, Handlungsmöglichkeiten

Eine Einführung in die geschlechtergerechte Analyse des Kommunalhaushalts
Kommunalpolitische Schriftenreihe. Heft 8/April 2005
2., komplett überarbeitete und aktualisierte Ausgabe 
41 Seiten

 



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

08.07.2009

Ladies Lunch: Frauen und die Finanzkrise

Interessierte Zuhörerinnen beim Ladies Lunch

 

Finanzmärkte scheinen das ideale Spielfeld für Männer zu sein, die dort für hohe Profite große Risiken eingehen.

In Krisenzeiten werden dagegen die Frauen benachteiligt: Mit Konjunkturprogrammen werden vor allem männerdominierte Branchen gestützt. Und mit den häuslichen Finanzkrisen müssen meistens Frauen zurechtkommen, die zudem oft die Kürzungen im Sozialbereich aufzufangen haben.

Verschiedene Untersuchungen belegen, dass Frauen in Unternehmen und an Finanzmärkten besser und nachhaltiger mit Geld umgehen. Aber ist es ein wirklich nur ein Managementproblem?

Silke Ötsch beleuchtete das Thema "Frauen und Finanzkrise" aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ihren Vortrag können Sie sich hier als PDF-Datei unentgeltlich herunterladen.

Im Verlauf der Debatte ergab sich auch die Frage nach den finanziellen Auswirkungen des sogenannten "Cross-Border-Leasing" und hier insbesondere, inwieweit die Landeshauptstadt München dieses Instrument genutzt hat. Informationen hierzu finden Sie im öffentlich zugänglichen Ratsinformationssystem. Wenn Sie die Suchfunktion des Systems nutzen und "Cross-Border-Leasing" eingeben, finden Sie die entsprechenden Informationen.

ReferentInnen

Silke Ötsch

Dr. Silke Ötsch
AG Finanzmärkte und Steuern und wissenschaftlicher Beirat von Attac Deutschland



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

08.05.2009

Der Mann an ihrer Seite

Der Mann an ihrer Seite: in diesem Falle Queen Elizabeth mit Prinzgemahl Philip

Die Ausnahme und die Folgen oder: Er in der Nebenrolle

"Die Frau wird mit Bezug auf den Mann determiniert und differenziert, er aber nicht in Bezug auf sie (…) Er ist das Subjekt, er ist das Absolute, sie ist das Andere."
Simone de Beauvoir: "Das andere Geschlecht". 1949

Aber was, wenn es "andersrum" ist????

Die alte Frage, wie Frauen in Spitzenpositionen die Führungskultur und das Arrangement der Geschlechter verändern, muss erweitert werden:

  • Verändert "der Mann an ihrer Seite" das Bild von Männlichkeit und traditioneller Geschlechterordnung? 
  • Werden die Protagonisten zu "role models" für gleichberechtigte Verhältnisse? 
  • Und wird durch den Ausnahmemann der alte "Code" ( Goffmann ) im Arrangement der Geschlechter verändert?

Unser Workshop befasste sich ausführlich mit diesen Fragen. Die zusammenfassenden Schlussfolgerungen von Workshop-Leiterin gesine Spieß können sie sich als PDF-Datei herunterladen.

Impressionen vom Workshop finden Sie in unserer Bildergalerie

ReferentInnen

Prof. Dr. Gesine Spiess
FH Erfurt, Fakultät Soziale Arbeit, Lehrgebiet Genderstudies, Geschlechterverhältnisse

 


Partner

Frauenbeauftragte der Ludwig-Maximilians-Universität, München



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

09.07.2008

Ladies Lunch

Junge Frauen auf dem Sprung

Die jungen Frauen von heute sind unabhängig, zielstrebig und selbstbewusst, so die Ergebnisse der Studie "Frauen auf dem Sprung".

Im Auftrag der Zeitschrift BRIGITTE haben das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und das Sozialforschungsinstitut infas mehr als 1000 Frauen zwischen 17 und 19 sowie zwischen 27 und 29 befragt. Frauen also, die sich auf den Weg machen in die Ausbildung, ins Studium, in den Beruf, die sich aber auch entscheiden müssen, ob sie eine Familie gründen wollen.

Bildung, Männer, Kinder, Karriere - wie stehen junge Frauen zu diesen Themen?

Was sind ihre Wünsche, ihre Ziele und was ihre Ängste?

Werden sie verwirklichen können, was sie sich heute vornehmen?

Die Präsentation, mit der Doris Hess die wesentlichen Ergebnisse der Studie anschaulich darstellte und die die Basis einer lebhaften Diskussion bildete, können Sie als PDF-Datei bei uns bestellen.

Einige Impressionen von dieser Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie.

ReferentInnen

Doris Hess
Bereichsleiterin Sozialforschung infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH Mitverfasserin der Brigitte-Studie "Frauen auf dem Sprung"



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

16.09.2007

Frauenblicke auf den Bosporus

Eine Frauenreise nach Istanbul

Die Bildungsreise nach Istanbul fand statt vom 16.-23.9.07

Vor Ort erwartete die Gruppe ein umfangreiches Programm bestehend aus Vorträgen zur Geschichte der türkischen Frauenbewegung vom osmanischen Reich bis heute, Vorträge über ethnische Minderheiten, Straf- und Zivilrecht, Besuch von verschiedenen Vereinen, die sich für die Gleichstellung von türkischen Frauen engagieren sowie einer Lesung.

Der Exkurs in die Vergangenheit der türkischen Frauenbewegung zu Anfang der Woche war wichtige Grundlage für die anderen Punkte des Programms. 
Auch die Einbeziehung von Informationen über den Islam hatte in diesem Zusammenhang ihre Bedeutung.

Besonders interessant war für die Teilnehmerinnen der Kontakt zu den Akteurinnen vor Ort. Dabei wurde besonders deren Offenheit geschätzt. Spannend waren Fragen nach der Rolle der Frau in der Türkei und ob bzw. wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat oder mit der Reform von verschiedenen Gesetzen geändert hat. 

Die Teilnehmerinnen mussten feststellen, dass viele Maßnahmen in Politik und Gesellschaft nicht so bei den Frauen ankommt, wie auf dem Papier intendiert. 
Gerade im ländlichen Raum haben Frauen zumeist noch die Rolle als Hausfrau und Mutter und werden über den Mann definiert. Das Zusammenleben von Mann und Frau in der Türkei ist ein sehr tradiertes, an dem Gesetzesänderungen von heute auf morgen nichts ändern werden. 

Die Frage nach der Finanzierung der Vereine und deren Projekte stand auch mehrmals im Mittelpunkt der Diskussion. Großes Unverständnis wurde seitens der deutschen Frauen bezüglich der Diskriminierung von ethnischen Minderheiten und benachteiligten Menschen geäußert. In diesem Zusammenhang sahen die Teilnehmerinnen ein großes Problem für die Türkei auf dem Weg in die EU.

Insgesamt wurde die Reise als überaus informativ und lehrreich eingeschätzt.


Partner

Stiftung Leben & Umwelt, Hannover

Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

11.12.2006

Genderaspekte in der Stadtplanung

Gender in den Mainstream

Das Gesicht der Städte verändert sich, so stehen z.B. innerstädtische Flächen durch Umnutzungen für eine neue Gestaltung zur Verfügung. Ziel der neuen Stadtentwicklung sind Stadtviertel und Gegenden, in denen multifunktionale Nutzungen möglich sind, d.h. das Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten, Konsum und Infrastruktur. Bei den beteiligten Akteur/innen wie Stadtplaner/innen, Architekt/innen, Verwaltungen und Investor/innen stellt sich die Frage, wie der bei Frauen und Männern unterschiedliche Lebensalltag – und damit die unterschiedlichen Bedürfnisse an die bebaute Umwelt - Einfluss nehmen kann auf die Bauleitplanung.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden deshalb Stadtentwicklungspläne auf ihre Genderkonstruktionen und ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer betrachtet.

Vorträge als PDF-Datei

Die Vorträge der Veranstaltung können Sie als PDF-Dateien bei uns bestellen:

Genderaspekte in der Stadtplanung
Allgemeine Überlegungen und grundsätzliche Anliegen

von Dr. Gabriele Schambach

Genderaspekte in der Stadtplanung
Konkrete Beispiele und Überlegungen aus München

von Dr. Marie-Luis Wallraven-Lindl
fileadmin/user_upload/newsartikel/PDF_Dokus/Vortrag_Wallraven-Lindl.pdf



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

11.09.2006

Alt - agil - aktiv!

Leben und Wohnen im Alter

Deutschland wird älter - daran besteht kein Zweifel. Es wird mehr alte Menschen geben, darunter viele Hochbetagte, aber auch "Senioren und Seniorinnen", die agil, fit und unternehmungslustig sind. Leben und Wohnen im Alter - das wird in Zukunft vielfältig und facettenreich sein. Das klassische Alten- und Pflegeheim ist für die wachsende Gruppe älterer Menschen in Deutschland keine attraktive Zukunftsaussicht. Die meisten wollen auch im hohen Alter möglichst selbstbestimmt leben und wohnen, am besten in den eigenen vier Wänden.

Unsere Tagung beschäftigte sich mit den verschiedenen alternativen Wohnformen und stellt konkrete Praxismodelle vor, die den individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden wollen. 

Wir dokumentieren die uns vorliegenden Beiträge der Tagung als PDF-Dateien.

Holger Adolph, Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin
Unser Bild des Alters - Lebensformen im Wandel
Präsentation und Vortragstext

Andrea Rau, Institut für Mobilität & Verkehr (imove), TU Kaiserslautern
mobil & barrierefrei - Altsein im öffentlichen Raum
Präsentation

Heike Skok, Dipl. Soz.
Alter(n) und Geschlecht
Präsentation

Sonja Thiele, SIMBA, Germering
Betreutes Wohnen
Präsentation

Klaus Wuttig, Seniorenforschungsgruppe SENTHA, TU Berlin
Senioren und Technik
Präsentation

Petra Hüttner, Senioren- und Stiftungsamt, Regensburg
Füreinander und Miteinander Miteinander - Engagement im Alter
Präsentation

Rudi Schmid-Geiger, Dipl.-Sozioalpädagoge, Stadt Amtzell
Jung und Alt gemeinsam
Präsentation

Marita Gerwien, Seniorennetzwerk, Stadt Arnsberg
Engagement im Alter: konkret
Präsentation





 


Partner

Akademie für Politische Bildung Tutzing


Art der Veranstaltung
Tagung



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

12.07.2006

Ladies Lunch

Neue Familienpolitik?

Die Familienpolitik ist seit Monaten eines der Top-Themen in den Medien und der politischen Debatte. Ausgelöst durch Zukunfts-Szenarien wie "Die Deutschen sterben aus" oder "Kinderlosen Städten" wird nach Lösungen gesucht, wie in Deutschland Familienleben an Attraktivität gewinnt und wieder mehr Kinder geboren werden könnten. Die große Koalition hat mit dem Elterngeld, das ab 2007 ausgezahlt werden soll, reagiert. Aber wie wird das Elterngeld mit seinen zwei "Vätermonaten" wirken? Wird damit tatsächlich die Neuverteilung der Kinderbetreuung zwischen Männern und Frauen eingeläutet oder ist das Elterngeld - in der Tradition von Kinder- und Erziehungsgeld - eine Geldzahlung mehr an Familien, von der allerdings vor allem besser Verdienende profitieren? Ist die aktuelle Debatte um Familienpolitik vor dem Hintergrund des demografischen Wandels tatsächlich der Aufbruch in eine modernere Gesellschaftspolitik oder doch nur alter Wein in neuen Schläuchen? Was für ein Familienbild wird von Medien und Politik gezeichnet und was hat das mit dem Leben von Frauen, Männern und Kindern in Deutschland zu tun? Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion mit Ihnen! Danach laden wir Sie herzlich ein, bei einem Glas Sekt und einem kleinen Buffet mit den anderen Teilnehmerinnen ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung wendet sich ausschließlich an Frauen. Eine Anmeldung ist erforderlich.

ReferentInnen

Prof. Dr. Elisabeth Beck-Gernsheim Soziologin und Autorin von "Was kommt nach der Familie? Einblicke in neue Lebensformen" und "Die Kinderfrage heute. Über Frauenleben, Kinderwunsch und Geburtenrückgang" (erscheint im Herbst). Begrüßung: Theresa Scho

Veranstaltungsort
Unionsbräu München, Einsteinstraße 42 U4/ U5: Max-Weber-Platz


Kosten
keine


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

29.10.2004

"Schöner wirtschaften - Europa geschlechtergerecht gestalten!"

Eine Internationale Konferenz

"Wirtschaftsmacht Europa", "Europa braucht (mehr) Wachstum", "Unternehmen drohen mit Jobexport" - so oder so ähnlich klingen aktuelle Schlagworte in einschlägigen Wirtschaftsmagazinen, wenn es um den Europäischen Wirtschaftsraum geht. Wer sind die AkteurInnen, die den europäischen Wirtschaftsraum gestalten? Wie und mit welchen Themen sind Frauen und Männer in Politik und Wirtschaft vertreten? Bislang ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an der Gestaltung und am Wohlstand Europas ein unerreichtes Ziel. Wie wird die Gleichstellung der Geschlechter in der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik in der erweiterten Europäischen Union befördert? Welche Zwischenbilanz kann aus der europaweiten Einführung von Gender Mainstreaming gezogen werden? Wie lauten die Anforderungen einer geschlechtergerechten Ökonomie? Welche alternativen feministischen Vorstellungen existieren? Wie kann es gelingen, diese verstärkt auf die politische Agenda zu setzen?

Mit der Konferenz "Schöner wirtschaften" sollten Frauen in Ost und West ermutigt und darin unterstützt werden, sich um ihre wirtschaftlichen Belange selbst zu kümmern und dazu Bündnisse auf- und auszubauen.

Im Eröffnungsvortrag "Standort Europa – ohne Frauen ist keine Wirtschaft zu machen" empfahl Brigitte Unger-Soyka vom BMFSFJ den Anwesenden, der privaten Wirtschaft gegenüber nicht zu sehr den Aspekt "Geschlecht" zu betonen, da Unternehmen das eher abschreckend empfänden. Sie befürwortete stattdessen die Diversity-Strategie. Gleichzeitig verwies sie auf die Notwendigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Frauen bessere Einstiegschancen zu geben. Hier sieht sie die Schwerpunktaufgabe ihres Ministeriums. In den Diskussionsbeiträgen wurde eingewandt, dass die Diversity-Strategie inzwischen circa zehn Jahren alt ist und der Frauenanteil in Führungspositionen in der Privatwirtschaft in der Folge kaum gestiegen ist. Auch wurde festgestellt, dass die Konzentration auf die Vereinbarkeitsfrage als Erfolgsrezept für Frauen in der Wirtschaft zu kurz greife.

Im Beitrag von Jochen Kubosch, Leiter der Europäischen Vertretung in München, ging es um die Möglichkeiten der EU, auf eine geschlechtergerechte Wirtschaft hinzuwirken. Im Fazit stellte Kubosch fest, dass die Lissabon-Strategie dafür zwar gute Voraussetzungen schaffen würde, dass sie von den Mitgliedstaaten aber bereits heute als mehr oder weniger gescheitert angesehen wird und es enormer Anstrengungen bedürfte, um die angestrebten Ziele planmäßig bis 2010 zu verwirklichen.

In der Podiumsdiskussion "Die erweiterte Europäische Union – eine Chance für eine geschlechtergerechte Ökonomie" ging es wesentlich um die Positionen der Unternehmen einerseits und die der Gewerkschaften andererseits. Die IHK verwies auf die Fortschritte im Hinblick auf familienfreundliche Unternehmen hin und nahm kleine und mittlere Unternehmen in Schutz, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum in der Lage wären frauenfreundliche Bedingungen zu schaffen. Von gewerkschaftlicher Seite wurde entgegen gehalten, dass sich die Betrachtung ändern müsse, dass Kinder allein in der Verantwortung von Frauen lägen. In Bezug auf die Situation der Frauen in den Beitrittländern wurde festgestellt, dass es dort notwendig wäre, bessere staatliche Voraussetzungen für Unternehmerinnen und Gründerinnen zu schaffen, und dass diesbezüglich von Seiten der EU Impulse und finanzielle Unterstützung erwartet werden.

Der erste Konferenztag endete mit einem Weltcafé. Dabei handelte es sich um ein moderiertes Kennenlernen. In drei Runden tauschten sich die Teilnehmenden in stets wechselnden Fünfergrüppchen zu folgenden Fragen aus: Mit welchen Fragen und Anliegen sind Sie heute hier? Was bestätigt, erstaunt oder irritiert Sie? Wo sehen Sie zukunftsweisende Potentiale für Bewegung und Gestaltung? Der Austausch war über Sprachgrenzen hinweg sehr lebendig und ein schmackhaftes Buffet schaffte einen angenehmen Rahmen, die begonnenen Gespräche im Anschluss weiter zu führen.

Der Vortrag der Schweizer Ökonomin Mascha Madörin am Samstagmorgen gab einen Überblick über die feministische Ökonomie. Sie wies deutlich darauf hin, dass Geschlechtergerechtigkeit in der Wirtschaft weit mehr brauche als Kinderbetreuung, was sich u.a. daran zeige, dass es auch kinderlose hochqualifizierte Frauen kaum in Spitzenpositionen schafften. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Verankerung einer feministischen Ökonomie.

In den Workshops gab es rege Diskussionen zu der zwar vergleichbar schlechten Stellung von Frauen in der Wirtschaft in Ost und West, aber den oft sehr unterschiedlichen historischen und aktuellen Voraussetzungen. So wurde deutlich, dass es den Frauen in den Beitritts- und neuen EU-Ländern sehr um eine Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation geht, an der auch sie als Frauen partizipieren möchten. Die Frage der gezielten Frauenförderung oder Gender Mainstreaming in wirtschaftlichen Zusammenhängen spielt für sie – noch? – kaum eine Rolle. Andere Themen waren u.a. eine empirische Studie zu Familienfreundlichkeit als ökonomischer Erfolgsfaktor in großen Unternehmen sowie die Erfolge und Schwierigkeiten von Gender Mainstreaming in den Europäischen Strukturfonds und Gender Budgeting.

Rezzo Schlauch (BMWA) stellte in der abschließenden Podiumsdiskussion fest, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Privatwirtschaft, die beruflichen Chancen von Frauen zu verbessern, gescheitert ist und das Thema wieder auf die politische Agenda müsse. Die Polin Dr. Ewa Ruminska-Zimny (UNECE) wies nochmals darauf hin, dass staatliche Zielformulierungen, wie die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und ausreichende Kinderbetreuung, noch nichts an der tatsächlichen Situation von Frauen ändern.

Als Ergebnisse der Konferenz können gewertet werden: Erstens, dass sich die ökonomische Situation von Frauen in Ost- und Westeuropa im Kern ähnlich schwierig darstellt. Zweitens werden Frauen extrem aufmerksam sein müssen, dass ihre Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit nicht auf die Frage der Vereinbarkeit reduziert wird. Und drittens ist es dringend geboten, eine feministische Ökonomie fest in allen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen in Europa zu etablieren, um den langen Weg zu einem wirtschaftlich geschlechtergerechten Europa zu begleiten und zu forcieren.

Die Tagung "Schöner Wirtschaften – Europa geschlechtergerecht gestalten!", war sehr erfolgreich, vor allem auch unter dem Blickwinkel der notwendigen Vernetzung von Frauen und Frauenorganisationen in West- und Osteuropa, um eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik voran zu treiben. An der Konferenz nahmen knapp 120 Personen aus zwölf europäischen Staaten teil.

 


Partner

FAM Frauenakademie München e.V.

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Friedrich-Ebert-Stiftung

Hanns-Seidel-Stiftung

Heinrich-Böll-Stiftung

Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern


Art der Veranstaltung
Internationale Konferenz



Empfehlen Sie diese Veranstaltung oder dieses Dokument weiter!
Besuchen Sie dazu diesen Link und kopieren Sie anschließend den Link aus der Adresszeile in eine Email. Bitte beachten Sie, einen gültigen Adressaten anzugeben.

Treffer 31 bis 40 von 47