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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

08.06.2013 bis 09.06.2013

3. FemFest Würzburg: Gesellschaftskritisches zum Thema Geschlecht

 

Samstag

Julia Scholz: "Inspirationen für Aktivismus aus queer-feministischer Psychologie" 
Julia Scholz, Psychologie-Doktorandin, setzt sich in ihrer Arbeit kritisch mit der  empirischen psychologischen Forschung auseinander, die objektiv sein möchte, jedoch auf Vorannahmen basiert und diese verfestigt, wenn sie nicht kritisch hinterfragt und offengelegt werden. Besonders wenn es um Vergleiche geht zwischen bspw. Männern und Frauen oder Menschen verschiedener Herkunft, kann eine unreflektierte Forschung Vorurteile stärken oder sogar erst kreieren. Die Vortragende zeigte aber auch Wege auf, wie empirische Forschung emanzipatorisch und politisch für eine geschlechtergerechte Gesellschaft tätig werden kann.

Bettina Staudenmeyer: „Bauchtanz – zwischen Selbstermächtigung
und –objektivierung. Eine feministische Perspektive“
 
Nach einer Darstellung der Tradition des Bauchtanzes und der daraus resultierenden Kontroverse durch die gegenläufigen Interpretationsweisen, als emanzipatorisch oder objektivierend, unterzog die Referentin beide Sichtweisen einer kritischen Analyse. Daraus entwickelte sie eine eigene feministische Sichtweise, welche sowohl die systemstabilisierenden als auch die subversiven Momente des Bauchtanzes in den Blick nahm. Darüber hinaus ging es darum, wie man selbst als Tanzlehrer/in oder Schüler/in mit diesem Konflikt umgehen kann.
Der Workshop stellte eine Einführung in die Grundbewegung des Bauchtanzes dar. Im Anschluss an den vorausgehenden Vortrag konnten die Teilnehmer/Innen aufgeworfene Fragen über ihre eigene Leiblichkeit erfahren. 

Miriam Gebhardt: "Das Unbehagen im deutschen Feminismus – eine kritische Diskursgeschichte" 
In einem historischen Abriss stellte die Vortragende den Verlauf des deutschen Feminismus dar. Ihrer These nach wandelte sich die Bewegung, die sich durch Vielstimmigkeit, Bedeutungshaftigkeit und internationale Relevanz auszeichnete, zu einer Bewegung, die programmatisch unbedeutend sich auf die Aussagen der medial redeführenden Alice Schwarzer reduziert hat. Anschließend warf sie die Frage auf, ob die aktuellen Debatten einen neuen Feminismus oder nur eine Weiterführung des Feminismus der siebziger Jahre darstellen.

Sookee: "Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles reden"
Der Vortrag gab einen Überblick über Entstehung, Potentiale und problematische Aspekte von Rapmusik. Aufbauend auf Theorien der Geschlechterkonstruktion und der kritischen Männerforschung stellte die Vortragende einen Zusammenhang her zwischen Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-) Sexismus im deutschsprachigen HipHop. Dabei ging sie insbesondere auf sprachliche Mechanismen und Gepflogenheiten ein – auf ihre Mehrdeutigkeit, Tragweite und Verquickung mit Gewalt, sexualisierter Gewalt, Reproduktion nicht emanzipatorischer Geschlechterrollen und Sexismus.
Das anschließende Konzert von Sookee war ein äußerst stimmungsvoller Ausklang des ersten FemFest Tages und  stieß auf große Begeisterung bei den Zuhörer/inne/n. 

Film „And you belong“
Der Film von Julia Ostertag ist ein künstlerisch-dokumentarisches Portrait des Duos Scream Club und ein gelunges Zeitdokument aktueller Strömungen der queeren Musikszene in Berlin.

Sonntag

Tanzperformance "Empfangsverhütung"

Jagoda Rosul-Gajic: "Auf dem Weg nach Europa – Umsetzung der Gleichstellungspolitik in Kroatien"
Die Referentin stellte die aktuelle Situation Kroatiens im Kontext seiner ereignisreichen Geschichte dar. Gewalt, Krieg und Nationalismus brachten eine Marginalisierung von Frauen und ihrer Interessen hervor, ließen aber andererseits auch die Frauenbewegung aufblühen. Es wurde des Weiteren die Lebenswirklichkeit von Frauen in Kroatien dargestellt und erörtert, welchen Einfluss die Gleichstellungspolitik der EU besitzt.

Katharina Schulz & Markus Weißschnur: "Bauch raus, Brust rein – Geschlechterbilder im Fokus"
Anhand von Standbildern und anschließenden Gesprächsrunden näherten sich die
Teilnehmer/inne/n des Workshops auf kreativ-spielerische Weise dem Thema
Geschlechterstereotypen an. 

Pecha Kucha rund um das Thema Feminismus 
Diese Form der kurzweiligen Vorträge ermöglichte es den Referent/inn/en, ihr
Wissen über spezielle oder ganz allgemeine Themen zu queeren/(trans)gender/
feministischen und damit verbundenen Sachverhalten innerhalb einer kleinen Präsentation zu teilen. Themen waren u.a. die Frage nach Aufklärung über Pornografie im Unterricht, historische Persönlichkeiten Würzburgs und Sexismus in der Werbung.

Podiumsdiskussion  "Sex wie im Porno"
Die queer-feministische Podiumsdiskussion zum Thema sexuelle Selbsterfahrung vor dem Hintergrund pornographischer sowie pornographisierter Bilder und Filme wurde moderiert von Mitorganisatorin Marika Levien, Podiumsgäste waren Maike Brochhaus (Lehrbeauftragte der Kunstwissenschaft und Regisseurin des postpornographischen Experiments „Häppchenweise“), Bianca Kennedy (Studentin der Medienkunst, München), Hans-Peter Breuner (Sexual- und Genderpädagoge bei pro familia), André Wendler (Medienwissenschaftler, Weimar) sowie Anna Schillinger (Studentin der Medienwissenschaften).

Empfohlene Weblinks

femfestwuerzburg.blogspot.de

Veranstaltungsort
Würzburg


Partner

FemFest

Gleichstellungsstelle der Stadt Würzburg

Akademie Frankenwarte


Art der Veranstaltung
Queer-feministisches Fest



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04.01.2013

"Die Hure muss brennen" - Ideologiekritisches zu Reggae und...

 

Wenngleich Reggae wohl überwiegend wegen des Grooves so populär und einflussreich sein dürfte und heute eher eine Art Traditionsveranstaltung bildet, haben auch die transportierten Inhalte immer gewirkt: aufwiegelnd und kraftspendend für viele Ausgeschlossene, aber auch verheerend als Futter fürs Bedürfnis nach Glauben, Abgrenzung und Selbsterhöhung.

Daniel Kulla versuchte in seinem Vortrag, für die Diskussion um Reggae einige Navigationshilfen durch das Dickicht aus Bass & Babylon, christlichem Endzeitkult & Widerstand gegen Rassismus, Homophobie & Frauenfeindlichkeit zu geben. Das selbstverwaltete Zentrum „Z“ in Rosenheim war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das große Interesse des überwiegend jungen Publikums dürfte auf die breiten Diskussionen der vergangenen Jahre über die Auftritte homophober Musiker beim Chiemsee Reggae Festival zurückzuführen sein. 

Der Referent thematisierte zwar auch diese aktuelle Debatte. Der Schwerpunkt des Vortrags war jedoch die dahinterstehende Ideologie des Rastafarianismus. Rastafari ist, so der Berliner Autor, Sänger und Blogger, eine relativ junge, aus dem Christentum entsprungene Glaubensrichtung. Diese Religion der vom Kolonialismus ausgebeuteten Menschen weist jedoch nicht immer emanzipatorische Inhalte auf. Zentral für diese Religion ist die biblische Bedeutung von Babylon, welche von Kulla ausführlich und sehr kritisch dargestellt wurde. In den Interpretationen vieler Rastas gehe es zunächst darum, die angeblich "wahren Interessen" zu "enthüllen", die hinter der prunkvoll erscheinenden Fassade Babylons versteckt liegen sollen, ehe die "Hure Babylon" erniedrigt und dann unter der Anleitung Gottes vernichtet werden soll. Eine "Kollaboration" mit Babylon, welches oftmals als die „westliche Welt“ gesehen wird, ist unter den Rastas weiterhin sehr verpönt. Trotzdem sei laut Kulla die Annahme verfehlt, die Rastas selbst würden im Sinne ihrer Vernichtungsphantasien handeln. Jedoch erzeugen sie ein ideologisches Muster, das anderen als handlungsleitend gilt. 

Nicht nur im Kampf gegen Babylon weist der Rastafarianismus viele alttestamentliche Bezüge auf, sondern auch bei dem oft wörtlich aus der Bibel übernommenen Bild von Frauen, welche als „unrein“ gelten. Oft sind sie weiträumig marginalisiert, müssen sich an strenge Kleidervorschriften halten, sind vom rituellen Ganja-Rauchen ausgeschlossen und werden in bestimmten orthodoxen Gruppen wie den Bobos, denen so populäre Reggaekünstler wie Sizzla angehören, zeitweise in Menstruationshäuser verbannt.

Trotz seiner Religonskritik warnte der Referent davor, alle Rastas als Fundamentalisten zu sehen, und argumentierte für einen differenzierten Blick auf die Thematik. Auch war ihm wichtig zu betonen, dass die Essentialisierung von Geschlechterrollen keine Spezifika des Rastafarianismus sei, sondern in vielen Religionen und Gesellschaften weit verbreitet ist. In Bezug auf die aktuelle Kritik an homphoben Reggae Acts warnte er vor einer Selbsterhöhung gegenüber einer „schwarzen Musik aus der Karibik“, welche nicht zu einer Entlastungsstrategie werden dürfe, um von Homophobie und Sexismus in der eigenen Gesellschaft abzulenken. Er sei selbst kein „Boykottmensch“, sondern er empfahl vielmehr die „positive Aufwiegelungstradition, welche im Reggae zu finden ist“ aufzugreifen. Für Daniel Kulla sollte es nicht darum gehen, die Früchte der Zivilisation zu zerstören, sondern sich diese anzueignen und für alle Leute zugänglich zu machen.

Empfohlene Weblinks

infogrupperosenheim.tk

z-rosenheim.net

ReferentInnen

Daniel Kulla 
Autor, Sänger und Blogger aus Berlin

Veranstaltungsort
Rosenheim


Partner

infogruppe Rosenheim



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19.07.2012 bis 21.07.2012

Frau - Macht - Veränderung? - Transformationsprozesse im Nahen und...

 

Der arabische Frühling hat die gesamte Region verändert, da sind sich die ExpertInnen einig. Die Menschen erwarten nach der Revolution, dass es ihnen besser geht, stattdessen zeichnet sich zunächst eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse ab. Die Wirtschaft etwa in Ägypten leidet, weil Touristen und Investoren ausbleiben. Dementsprechend steigt die Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit dem Übergangsregime nimmt zu. Es ist immer noch offen, ob die Revolutionen im arabischen Raum in demokratischen Systemen enden oder Bürgerkrieg und Staatsverfall die Folge sein werden.

Es wird oft übersehen, dass die arabischen Frauen seit Jahrzehnten einen beträchtlichen Beitrag zur Demokratieförderung leisten. Sie setzen sich für Menschenrechte, den interkulturellen Dialog zwischen der arabischen und der westlichen Welt und für die politische und kulturelle Teilhabe von Frauen ein. Und tatsächlich: für eine kurze Zeit erlangten Frauen eine gewisse Handlungsmacht im öffentlichen Raum, indem sie sich bei Protesten ebenso lautstark artikulierten wie Männer.

Obwohl Frauen zum Symbol der Transformation in der Region geworden sind, werden ihnen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten. Die neue politische Elite besteht wiederum fast ausschließlich aus Männern.

Dabei ist es wichtig, dass die Stimmen der Frauen auch in diesen Reformprozessen gehört werden. Da ohne die Gleichberechtigung der Geschlechter in der öffentlichen Sphäre ein dauerhafter und demokratischer Transformationsprozess und eine gerechte Gesellschaft nicht denkbar sind.

Frauen zu stärken, sich zu vernetzen und gemeinsam Ziele zu erreichen, ist ein wichtiger und notwendiger Faktor.

Da Frauen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten werden, führt dies zu einer strukturellen Diskriminierung von Frauen, die eine wesentliche Ursache für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in der Region ist. Die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation von Frauen ist ein Schlüsselfaktor für wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Eine Zwischenbilanz der Demokratieentwicklung in der Region zeigt, dass neue Kräfte ein konservatives Modell propagieren und die politische Elite wieder ausschließlich aus Männern besteht. So gibt es beispielsweise im ägyptischen Verfassungsausschuss keine einzige Frau. Wie sich die Zukunft in den arabischen Ländern für Frauen entwickeln wird, ist nicht abzusehen. 

Auch für die Akteure in Deutschland liefert die arabische Welt seit dem Aufbruch ein neues Bild. Es entstand eine Debatte über die Rolle des Islams  bzw. der sogenannten Islamismen im Bezug auf die demokratischen Werte und die Menschenrechte. Hier stellt sich die Frage: Sind die Frauenrechte eine Ausnahme? Denn um die Frauenrechte in der arabischen Welt nachhaltig durchsetzen zu können, ist die Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Religion und auch internationalen Entwicklungshelfern nötig. Ein Kulturaustausch als auch die Wirtschaftsförderung zur Stabilisierung der Region, die auch Frauen miteinbeziehen soll, bietet sich hier als eine der langfristigen Strategien an. 

Werden Frauen in der arabischen Welt auch in Zukunft in der öffentlichen Sphäre eine marginale Rolle spielen? Welche Perspektiven hat eine echte Demokratie in der gesamten Region? Was kann eine revolutionäre Veränderung zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen? Wie können Deutschland und Europa helfen, zu einer stabilen und geschlechtergerechten Gesellschaft beizutragen?

Diese und ähnliche Fragen sollten und wurden bei der Tagung behandelt und diskutiert.

Empfohlene Weblinks

www.bpb.de/partner/foerderung/155312/frau-macht-veraenderung-transformationsprozesse-im-nahen-und-mittleren-osten

Veranstaltungsort
München


Partner

Frauenakademie München

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Friedrich-Ebert-Stiftung - Bayernforum

Die Tagung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V. gefördert. 


Art der Veranstaltung
Lesung und Tagung



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10.03.2012

Konzert zum Weltfrauentag

 

Nach einer kurzen Einführung durch eine Sprecherin von United4Iran – Bayern e. V. berichteten die beiden Referentinnen über die Initiative der Mütter vom Laleh-Park und die Arbeit der Frankfurter Solidaritätsgruppe. Ursprünglich lautete der Name der Gruppe "Trauernde Mütter", jedoch habe man sich nach einem Jahr einen anderen Namen geben wollen, der positive Assoziationen weckt. Die Verbindung mit dem (Teheraner) Laleh Park, wo die Gruppe regelmäßig ihre Kundgebungen abgehalten hat, sei naheliegend gewesen. Die Solidaritätsgruppen außerhalb des Iran würden ihre Aktionen gezielt an belebten Orten wie der Frankfurter Hauptwache durchführen. So könne man viele Menschen erreichen, die sich sonst nicht über die Menschenrechte im Iran informieren würden. Im Anschluss an den ca. 20-minütigen Vortrag gingen die Referentinnen auf Fragen aus dem Publikum u.a. zu den Parlamentswahlen im Iran, zur Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen und zu Verbindungen mit anderen Friedensinitiativen von Müttern, z.B. in Lateinamerika, ein.

Der Rest des Abends war der Musik gewidmet. Nasrin Khochsima lud zunächst die Zuschauer
ein, sich ganz auf die Klänge einzulassen und erinnerte mit einem Gleichnis daran, dass alle
Menschen, unabhängig von Sprache und Herkunft, letzten Endes die gleichen Motive und
Bedürfnisse haben. Für Heiterkeit im Publikum sorgte ihre Bemerkung, passend zum
Weltfrauentag, sie gehöre zu den emanzipiertesten Frauen überhaupt, weil sie einen eigenen
"Harem" besitze, nämlich ihre Band. Die Stimmung war von Anfang gut und steigerte sich während des gut einstündigen Konzerts mit Liedern in drei Sprachen noch. Beim letzten Lied durften alle mitsingen, was vom Publikum teils begeistert angenommen wurde. Die Resonanz der Zuschauer war sehr positiv, und es gab viel Lob für alle Beteiligten.

Viele weitere Details, Fotos und Hintergrundinformationen zur Oppositionsbewegung im Iran können Sie dem ausführlichen Sachbericht (PDF-Datei zum Herunterladen!) unseres Kooperationspartners entnehmen.

Downloads zum Artikel

Sachbericht_4-12-02.pdf2.5 M


Empfohlene Weblinks

united4iran-bayern.de

nasrinmusic.de

 

ReferentInnen

Turan Nazemi und Maryam Hekmatshoar
internationales Netzwerk "Solidarität mit den trauernden Müttern vom Laleh Park (Mourning Mothers)" 

Band "Nasrin"
Nasrin Khochsima (Gesang), Alex Haas (Kontrabass), Wolfgang Wallner (Gitarre), Hadi Alizadeh (Tonbak, Daf), Freddy Engel (Flöte, Saxophon, Nay)

 

 

Veranstaltungsort
München


Partner

United4Iran - Bayern e. V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München 


Art der Veranstaltung
Konzert



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07.11.2011 bis 11.11.2011

Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

 

Das Gleichstellungsreferat der Bamberger Studierendenvertretung, die feministische plattform und der AStA Bamberg e.V. organisierten die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie. Hier ein kurzer Rückblick auf die einzelnen Veranstaltungen:

Montag, 7. November 2011
Julia Scholz: Queer Theory – Hilft sie uns bei Politik gegen Sexismus und Homophobie?
Zur Eröffnung der Aktionswoche gab Julia Scholz eine Einführung in die Queer Theorie und versuchte die selbst gestellte Frage „Hilft sie uns bei Politik gegen Sexismus und Homophobie?“ zu beantworten. Auf allgemein verständlichem Niveau erklärte sie sehr anschaulich, mit Bezugnahme auf Judith Butler, die Themen, Erkenntnisse und Fragen der Queer Theorie. U. a. veranschaulichte sie anhand der Geschlechterdichotomie die willkürliche Setzung von Differenzen, die i. A. als natürlich erscheinen und häufig unhinterfragt bleiben. Dieser fraglosen Annahme wirkmächtiger Strategien setzt die Queer Theorie die Dekonstruktion entgegen. Diese ist für Julia Scholz entscheidend für die politische Arbeit mit der Queer Theorie: Sie hält wach. Sie motiviert beständig zum Hinterfragen von Setzungen bzw. zum Aufdecken der selbigen. In der Diskussion wurde dann auch vorgeschlagen, die Queer Theorie als Metatheorie zu begreifen, die anderen Ansätzen übergeordnet werden kann. Kritisiert wurde an der Queer Theorie das Fehlen normativer Vorgaben für die politische Arbeit. Da die Queer Theorie gerade Normen und Normalisierungen zu hinterfragen motiviert, läuft diese Kritik ins Leere.

Dienstag, 8. November 2011
Dr. Martin Weiss-Flache: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ – Die Konstruktion von Männlichkeit(en) im Blickwinkel der kritischen Männerforschung
In seinem Vortrag ging Martin Weiß-Flache der Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“ nach. Dabei sollten zunächst stereotype Fotos und empirische Stichproben in unterschiedlichen Arbeitsbereichen den Zuhörer_innen einen ersten Hinweis auf Männerbilder im Alltag geben. Mit Überlegungen zu Männlichkeit und Mann - Sein gab er dann Einblick in die kritische Männerforschung, die nicht nur ein patriarchales Weltbild, sondern ebenso das Konzept der hegemonialen Männlichkeit kritisiere. So sei für viele Männer ein Idealbild von Mann zur identitären Orientierung nötig. Zugleich leiden auch viele Männer unter einem solchen Ideal, indem das Geschlecht zum Leitbild konstruiert wird. Das Ablegen dieser Leitbilder beschrieb Martin Weiß-Flache als oftmals schwierigen Prozess. Des Weiteren erklärte er, dass vor allem in pädagogischen Bereichen auf Grund der Abwesenheit von Männern ein Bild der Nicht-Männer vorherrsche, wobei das Bild der Nicht-Männer zur Konstruktion von Männlichkeit genutzt wird. In der anschließenden Diskussion wurde diese heteronormative Vorstellung thematisiert und hinterfragt.

Mittwoch, 9. November 2011
Nils Rusche: Geschichte und Geschichten der Homophobie
Nils Rusche referierte über die "Geschichte und Geschichten der Homophobie". Der historische Exkurs spannte den Bogen von der europäischen Antike über das christliche Mittelalter in die westlich-europäische Neuzeit. Abschließend gab es eine kurze Darstellung des Status Quo in Deutschland und anderen Staaten. Neben der Entwicklung der moralischen und juristischen Bewertung homosexuellen Verhaltens erzählte er anhand historischer Dokumente auch immer wieder kurze Geschichten aus der Vergangenheit. In der anschließenden Diskussion wurde vor allem der Blick über die engen regionalen Grenzen hinaus geworfen und die Lage Homosexueller in anderen Regionen der Welt diskutiert. Ebenso entspann sich noch ein kurzer Dialog über die Rolle der Homosexualität in der Bibel.

Donnerstag, 10. November 2011
Charlotte Bradke: Transsexualität/ Trans*identität
Der Vortrag lieferte eine Einführung in das Phänomen der Trans*identität. Als Einstieg zeigte die Referentin den Kurzfilm "Desarmés" aus der Reihe "Fucking Different Tel Aviv", der die  Liebesgeschichte eines schwulen Transmannes und seines Partners erzählt. Nach einer Klärung der Begriffe Transsexualität, Transidentität, Transgender, Intersexualität und Transvestitismus behandelte Bradke ausführlich die Lebenssituation der Betroffenen. Interessanter Weise erleben zum Beispiel Transfrauen und Transmänner ihre Situation aufgrund gesellschaftlicher Normvorstellungen durchaus unterschiedlich. Den Weg der körperlichen Geschlechtsangleichung stellte sie anhand der "Standards of Care " der Harry Benjamin Gesellschaft vor, wobei sie betonte, dass es auch andere Möglichkeiten des Umgangs mit der eigenen Trans*identität gibt und inzwischen der Konsens herrscht, dass eine Vielfalt an Transsexualitäten existiert.
Bradke betonte, dass sie durch ihr Psychologiestudium zwar eher einen psychologischen Blick auf das Thema habe, es aber wichtig sei, Transsexualität nicht zu pathologisieren, sondern als eine der vielfältigen Erscheinungsweisen des Geschlechtserlebens zu sehen.
In der Diskussion wurde unter anderem die Frage des Umgangs mit Pathologisierungen und die Bedeutung der Kostenübernahme durch die Krankenkassen weiter diskutiert.

Freitag, 11. November 2011
Film: Das verordnete Geschlecht (D: 2001)
Thema am Freitag war das Phänomen der Intersexualität. Zum Einstieg in den Abend wurde ein Gedicht von Melanie Jilg vorgelesen, welches sich mit der Thematik der Operationen an Intersexuellen auseinandersetzt. Danach wurde der Film gezeigt, eine Dokumentation. Ihn ihm geht es um Intersexuelle und den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen. Die Existenz von nur zwei Geschlechtern als unhinterfragte  gesellschaftliche Norm ist dabei Ausgangspunkt. Auch heute werden gravierende, irreversible chirurgische Eingriffe an Kindern vorgenommen, um sie einem Geschlecht anzupassen. Im Film geht es um die Geschichte von Intersexuellen und um die weiterreichende gesellschaftliche Bedeutung, die es hat, dass die Gesellschaft nur die Existenz von zwei Geschlechtern anerkennt. Zwei Intersexuelle erzählen, welchen Preis sie dafür zahlten, dass die Vorstellung der Gesellschaft von Normalität erhalten bleibt. Die Geschichten werden durch Ansichten von Eltern und Ärzten, die eine Operation rechtfertigen, kontrastiert. Es ist eine Dokumentation über die gewalttätige Geschlechter- und Körperpolitik, ein Plädoyer für Gleichbehandlung und Anerkennung von Pluralität.
In der Diskussion, welche an den Film anschloss, wurde vor allem offensichtlich, dass sich viele Teilnehmer_innen bisher noch nicht mit Intersexualität befasst hatten, oder überhaupt noch nichts darüber wussten. Es wurde diskutiert, inwieweit es möglich sei, ein Kind ohne Geschlecht in dieser Gesellschaft aufzuziehen, und was die Konsequenzen daraus für das Kind und eventuell langfristige Folgen für die Gesellschaft sein könnten.

 

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

Studierendenvertretung der Universität Bamberg

feministische plattform

AStA Bamberg e.V.


Art der Veranstaltung
Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und Film



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14.10.2011

Demokratiebewegungen in der arabischen Welt - Chance für eine...

 

Frauen in den Demokratiebewegungen Nordafrikas setzen sich für Freiheit, Gerechtigkeit und die Würde des Menschen ein. In den Medien wurden sie als treibende Kraft der Revolution beschrieben. Frauen sind in der arabischen Welt zum Symbol der Transformation in der Region geworden. Es ist wichtig, dass die Stimmen der Frauen auch in diesen Reformprozessen gehört werden. Allerdings besteht die neue politische Elite wieder ausschließlich aus Männern. So gibt es beispielsweise im ägyptischen Verfassungsausschuss keine einzige Frau.

Der arabische Frühling hat die gesamte Region verändert, da sind sich die ExpertInnen einig. Die Menschen erwarten nach der Revolution, dass es ihnen besser geht, stattdessen zeichnet sich zunächst eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse ab. Die Wirtschaft etwa in Tunesien und Ägypten leidet, weil Touristen und Investoren ausbleiben. Dem Entsprechend steigt die Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit dem Übergangsregime. Welche Regierungsmodelle nach dem Sturz eines Regimes zum Tragen kommen, ist ebenfalls unklar. Auf der Veranstaltung führte ein Vortrag über die Zukunftsperspektiven nach dem arabischen Frühling von Dr. Asiem El Difraoui, Stiftung Wissenschaft und Politik, in das Thema ein. Zur arabischen Welt gebe es zur Zeit mehr Fragen als Antworten. Er stellte mögliche Zukunftsszenarien der Demokratieentwicklung im arabischen Raum vor. Es sei völlig offen, ob die Revolutionen in demokratische Systeme enden, Bürgerkrieg und Staatsverfall die Folge seien oder neue Diktaturen entstünden. Darüber hinaus stelle sich auch die Frage, welche Rolle die religiösen Kräfte künftig spielen werden. Es kann sein, dass der politische Islam und die konservativen Mächte in der Politik mehr Einfluss bekommen. Aber es gebe Hoffnung auf mehr Demokratie. Das sei natürlich ein sehr langer Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen sei, so El Difraoui.

Anschließend referierte May Elmahdi, freiberufliche Journalistin, zum Thema „Aufbruch in die Demokratie: Was erwarten Frauen nach der Revolution?“. Sie betonte, dass die Situation von Frauen in der arabischen Welt von vielen sozioökonomischen, kulturellen, inneren und globalen Faktoren abhänge: der staatlichen Politik, den regionalen Entwicklungen, der internationalen Politik, den persönlichen Zugehörigkeiten, dem feministischen Diskurs und dem Konflikt mit dem Staat und den konservativen Kräften. Die Bürgerrechte seien nicht mit Frauenrechten gleichzusetzen. So hat Jordanien beispielsweise in der neuen Verfassung einen Artikel verändert: „Männer und Frauen sind nicht gleichberechtigte Bürger“. Es gebe aber auch gute Beispiele. Der Anteil der tunesischen Frauen ist in den meisten neuen Parteien groß. In hohen Positionen sind sie vor allem in Frauenkomitees aktiv. Das größte Problem liege in der Öffentlichkeit. So kann sich die Mehrheit der Ägypter beispielsweise nicht vorstellen, eine Frau als Präsidentin oder Polizistin zu sehen. 

Die Podiumsdiskussion mit den ExpertInnen wurde von Esther Saoub, SWR, ehemalige ARD-Korrespondentin in Kairo, moderiert. Mit einem einführenden Vortrag zur aktuellen Lage in Ägypten gab Hoda Salah, Kultur- und Politikwissenschaftlerin, Impulse für die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Demokratieentwicklung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Chancen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft“. Frau Salah betonte, dass auch wenn die Revolution nicht alle ihre Ziele erreichen könne eines feststeht: Sie hat die Angst der ÄgypterInnen vor den alten Eliten, dem Staat, dem Sicherheitsapparat und den Religionsautoritäten gebrochen. Viele BürgerInnen betonen ihre Bürger- und Menschenrechte und agieren viel selbstbewusster. Die Revolutionen in der arabischen Welt hätten die Bevölkerungen näher zu einander geführt. Bei den Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Strömungen gehe es vor allem um die Frage, wie die Verfassung des neuen Ägyptens gestaltet werde.  Welche Rolle soll die Religion spielen? Wird Ägypten ein islamitischer Staat?

Salah hob hervor, wie selbstverständlich Frauen und Männer Seite an Seite gegen das Mubarak-Regime demonstrierten und in den Zelten auf dem Tahrirplatz übernachteten, ohne dass es zu Belästigungen kam. Das repressive Regime habe nach Einschätzung von Salah die Männer früher dazu verleitet, ihre Frustration an den Frauen auszulassen. Die Demokratiebewegung habe den Menschen nun ihre Würde zurückgegeben und den gegenseitigen Respekt zwischen den Geschlechtern befördert. Die Zivilgesellschaft sei aufgewacht und dies mache sie zuversichtlich für die Entwicklung Ägyptens. Weit weniger optimistisch äußerte sich El Difraoui. Er mahnte dringende wirtschaftliche Unterstützung und Kulturaustausch zwischen der arabischen Welt und Europa an, damit die Region nicht in Gewalt versinke. Vor allem die ökonomische Situation habe sich für die Bevölkerung seit der Revolution kein bisschen verändert, was den radikalen Kräften Vorschub leisten könne. 

ReferentInnen

May Elmahdi
freiberufliche Journalistin

Hoda Salah
Kultur- und Politikwissenschaftlerin

Dr. Asiem El Difraoui
Stiftung Wissenschaft und Politik

Veranstaltungsort
München


Partner

Frauenakademie München e.V.

BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung

Kulturreferat der Landeshauptstadt München



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13.07.2011

Frauen in der Komfortzone?

Bascha Mika über die Feigheit der Frauen

Ladies Lunch

Weit über 100 Teilnehmerinnen lockte unser diesjähriger Ladies Lunch an. Das lag nicht zuletzt an Bascha Mikas neuem Buch „Die Feigheit der Frauen“, dessen kontroverse und provokanten Thesen diskutiert werden sollten. 

Bascha Mika fragt in ihrem , warum kluge, gut ausgebildete Frauen viele Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben verspielen. Ihre Thesen: Frauen stehen sich selbst im Wege, stolpern in Rollenfallen und werden zu Komplizinnen ihrer eigenen Selbstentwertung. Sie ermutigte zu selbstbewussten und unabhängigen Entscheidungen und Liebe auf Augenhöhe.

Einige Fotoimpressionen von der Veranstaltung:

 
Dichtgedrängte Reihen interessierter Zuhörerinnen beim Vorttrag von Bascha Mika.

 
Die Diskussionen wurden auch beim anschließenden Buffet intensiv fortgeführt. Erfreulich, dass auch in diesem Jahr wieder etliche Vertreterinnen der "jungen Generation" den Weg zum Ladies Lunch gefunden hatten.

ReferentInnen

Bascha Mika
1998 bis 2009 Chefredakteurin der überregionalen tageszeitung, Honorarprofessorin an der Universität der Künste Berlin und freie Publizistin, Autorin von „Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug.“

Veranstaltungsort
München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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30.05.2011

Gegnerinnen-Aufklärung: Mexiko vs. Deutschland

 

Unter dem Motto "Gegnerinnen-Aufklärung" tourte die Heinrich-Böll-Stiftung durch Deutschland, um über die Teilnehmerländer der Frauen-WM zu informieren. Eine der Veranstaltungen fand in Augsburg statt und Womensoccer war dabei, als sich prominente Gäste über den Frauenfußball in Mexiko und Deutschland austauschten.

Den ausführlichen und sehr informativen Artikel über unsere Veranstaltung können Sie hier nachlesen:

http://www.womensoccer.de/2011/06/10/spannende-gesprachsrunde/

 


Partner

DFB-Kulturstiftung

Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung



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07.07.2010 - 17:00 bis 21:00

"Ladies first!" - Frauen in der Politik

Ladies Lunch - nur für Frauen

Die Reihe "Ladies Lunch" fördert die Vernetzung, den Informationsaustausch und den Meinungsbildungsprozess zu gesellschaftliche aktuellen Themen zwischen engagierten Frauen. In diesem Jahr ging es dabei um das Thema "Frauen in der Politik".

Dazu hatten wir eingeladen:

Dr. Isabelle Kürschner (Politikwissenschaftlerin, Autorin von:"Den Männern überlassen wir’s nicht! Erfolgreiche Frauen in der CSU“) und Ekin Deligöz (Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen).

Theresa Schopper bei der BegrüßungIn ihrer Begrüßung erzählte Theresa Schopper (Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen in Bayern) von einem Ausspruch eines ehemaligen Landtagsabgeordneten: "Eine Frau in der Politik ist eine Zierde, mehrere Frauen sind Unkraut". Sie gehe allerdings davon aus, dass sich in den letzten Jahren zum Thema "Frauen in der Politik" doch viel bewegt und verändert hat – quer durch alle Parteien.

Die Diskussion zwischen Frau Dr. Kürschner (Bild unten, links) und Ekin Deligöz (rechts), die von Silke Rapp (Mitte) kompetent geleitet wurde, bewegte sich auf folgenden Hintergrund:

Seit knapp fünf Jahren ist Angela Merkel deutsche Regierungschefin. Viel ist seitdem zu hören und zu lesen von einem neuen, weiblicheren Politikstil, der mehr auf Kommunikation als Konfrontation setzt. Auch bei den konservativen Parteien ist es mittlerweile üblich, Frauen bei der Verteilung von einflussreichen Posten zu berücksichtigen und die Frauenunion fordert inzwischen eine Quote.

  • Hat sich daher durch die erste Frau im Bundeskanzleramt die Situation für Frauen in der Politik generell verändert?
  • Verlaufen Karrieren von Frauen in der Politik heute anders als vor zehn Jahren?
  • Was ist dran am weiblichen Politikstil?

Die DiskussionsteilnehmerinnenDiese und weitere Fragen wurden im Verlauf der Diskussion besprochen. Auch kamen Themen wie  „Ist die Quote sinnvoll?“, Vereinbarkeit von Kindern mit dem Engagement in der Politik sowie Frauennetzwerke zur Sprache.

Dabei wurden von beiden Referentinnen etliche Übereinstimmungen über die Parteigrenzen hinweg festgestellt. So die Tatsache, dass Frauen Netzwerke bilden und damit in der Fläche bleiben - anders als Männer, die sich zu "Seilschaften" zusammentun und sich somit gegenseitig nach oben ziehen. Auch sehen beide Referentinnen die Quote als sinnvoll, hilfreich und für die Beteiligung von Frauen als entscheidend an.

Fazit: Frauen sind nicht die besseren Politiker/innen, aber sie schauken anders auf die Probleme und sie diskutieren unter einem anderen Blickwinkel. Das ist bereichernd für die Lösung der anstehenden Fragen, so die übereinstimmende Aussage.

Im Anschluss an die gut einstündige  Diskussion der beiden Referentinnen beteiligten sich auch die 50 Teilnehmerinnen mit großem Interesse, Engagement und  persönlichen Beiträgen.

Dieser Teil der Veranstaltung endete mit dem Appell, Ideologien und dogmatisches Denken zu überwinden durch Zusammenschlüsse von Frauen aus unterschiedlichen Parteien, um somit den Blick auf die Politik zu verändern und damit andere, bessere Lösungen herbeizuführen.

Nach dem intensiven Austausch, folgten ein kleines Buffet sowie spannende Begegnungen und Gespräche.

Das Interesse an dieser Art des Treffens und der Vernetzung unter Frauen ist weiterhin sehr hoch; die Petra-Kelly-Stiftung wird die Reihe „Ladies Lunch“ fortsetzen.

 

Auch viele junge Frauen unter den interessierten Diskutantinnen



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14.05.2010 - 17:00 bis 21.05.2010 - 18:00

Nigerianische KünstlerInnen klagen an

Ausstellung zur Genitalverstümmelung

Die weibliche Beschneidung oder Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung. Weltweit leben mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktik: das sind 8.000 jeden Tag!

Die Ausstellung, die über das Thema informiert, ist ein Signal im Kampf gegen diese Form von Gewalt an Frauen. Sie solidarisiert sich mit den betroffenen Mädchen und Frauen und will dazu beitragen, ihren Töchtern diese traumatisierende Erfahrung und das damit verbundene, oft lebenslange Leiden zu ersparen.

Und dieses Thema geht auch uns in Deutschland an. Auch in Deutschland leben 20.000 betroffene Frauen. Über 5.000 Mädchen droht dasselbe Schicksal. Ihre Eltern fühlen sich alten Traditionen verpflichtet und glauben, unbeschnittene Töchter finden keinen Ehemann. Die Familien suchen nach willfährigen ÄrztInnen in Deutschland oder Beschneiderinnen in den vorwiegend afrikanischen Herkunftsländern. Selbst in Deutschland sind Mädchen also nicht vor Genitalverstümmelung sicher. 

Weibliche Genitalverstümmelung ist nicht auf die Anhänger einer bestimmten Religion beschränkt. Sie kann sowohl Christinnen, Musliminnen, Jüdinnen als auch Zugehörige anderer Religionen betreffen. Die Begründungen, die zur Rechtfertigung dieser Praktik angebracht werden, sind vielfältig, meist widersprüchlich und variieren von Ethnie zu Ethnie sowie regional. Sie beruhen zumeist auf Mythen und Überlieferungen, der Unkenntnis biologischer und medizinischer Fakten oder einer (missinterpretierten) Religion. In der Regel handelt es sich um eine gesellschaftliche Norm, deren Missachtung mit Ächtung bestraft wird.

Tatsächlich geht es um die Kontrolle weiblicher Sexualität und Fruchtbarkeit im Rahmen männlicher Machtansprüche.

Die Ausstellung war vom 15. bis zum 21. Mai zu sehen.

 

Weitere Informationen...

... zum Thema Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen finden Sie bei unseren Kooperationspartnerinnen Terre des Femmes, Plan International und Forward Germany.

Grußwort von Dr. Pierette Herzberger-Fofana (Forward Germany)


Partner

Terre des Femmes

Plan International

Grüne Liste Erlangen

Forward Germany

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg



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