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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

15.09.2019 - 14:00

Wohnungspolitischer Spaziergang durch Schwabing-West

 

Bei einem rund zweistündigen Spaziergang durch Schwabing-West erklärt Bernadette Felsch vom AK „Wer beherrscht die Stadt?“ an konkreten Beispielen den Wandel in diesem Stadtteil, der dazu führt, dass viele der ehemaligen und bisherigen Schwabinger*innen verdrängt werden oder die Verdrängung und steigende Mieten fürchten. Thematisiert wird dabei auch, wie es besser laufen könnte. Nach Möglichkeit sollen auch Betroffene zu Wort kommen.

Hinweis: Es sind Foto-, Ton- und ggf. auch Videoaufnahmen geplant.

Treffpunkt: U-Bahn-Haltestelle Hohenzollernplatz, Ausgang Erich-Kästner-Straß

Leider sind derzeit alle Anmeldeplätze belegt. Wer noch mitkommen möchte, kann sich aber auf die Warteliste setzen lassen (Mail an: veranstaltung@muenchner-forum.de). Da wir bei unserem Stadtspaziergang durch Schwabing-West auch in Häuser gehen möchten, können wir leider nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmenden mitnehmen. Wir bitten um Euer Verständnis!

ReferentInnen

Bernadette Felsch
AK „Wer beherrscht die Stadt?“

Veranstaltungsort
München, Schwabing West


Kosten
Eintritt frei


Partner

Eine gemeinsame Veranstaltung von:
Münchner Forum, Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung, Evangelische Stadtakademie, Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, Petra-Kelly-Stiftung


Art der Veranstaltung
Thematische Stadtführung



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07.07.2019 - 14:00

Wohnungspolitischer Spaziergang durch die Maxvorstadt

 

Bei einem rund zweistündigen Spaziergang durch die Maxvorstadt erklären wir an konkreten Beispielen, wie es zur Verdrängung von Bewohner*innen gekommen ist und warum die Mieten und Kaufpreise in der Maxvorstadt stetig steigen. Wir besprechen dabei auch, warum manche Mieterschutzinstrumente stumpfe Schwerter sind und wie es ggf. besser laufen könnte.

Bilderrechte: MUCBOOK

Hier kann man einen Artikel über die Stadtführung lesen.

Hier kann man ein Video über diesen Spaziergang sehen. Das Video wurde im Auftrag des Bayern Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung von MUCBOOK produziert.

Und hier kann man den Audioguide-Podcast über den Spaziergang hören!
Dieser Podcast ist als Tourguide gedacht, für diejenigen, die nicht dabei sein konnten und Interesse an der Wohnungs- und Baupolitik Münchens haben. Wir werden mit dem Podcast derselben Route unseres Spazierganges folgen und vor jedem Beispielsgebäude halten. Man kann den Podcast bequem aufs Smartphone herunterladen und diesem Spaziergang entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad folgen und nach jedem Halt den Podcast stoppen.

ReferentInnen

Es führen:
Svenja Jarchow vom Bezirksausschuss Maxvorstadt und Bernadette Felsch vom AK „Wer beherrscht die Stadt?“. Auch betroffene Maxvorstädter*innen sollen zu Wort kommen.

Veranstaltungsort
München, Maxvorstadt


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Eine gemeinsame Veranstaltung von:
Münchner Forum, Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung, Evangelische Stadtakademie, Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, Petra-Kelly-Stiftung


Art der Veranstaltung
Thematische Stadtführung



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18.05.2019 - 10:00 bis 17:30

„Ich will da rein!“ – So kommen Sie in den Medien vor

Politikmanagement-Grundlagenseminar

„Ideen haben wir schon. Nur weiß keiner davon…“ Wie Sie mit Ihren politischen
Konzepten und Botschaften eine breite Öffentlichkeit erreichen, Medienschaffende richtig ansprechen und für Ihre Themen interessieren und die gesamte Palette an Kommunikationsinstrumenten bestmöglich nutzen, erfahren Sie in diesem Tagesseminar. Dazu gibt’s reichlich „Lifehacks“ aus der Medienarbeit und Gelegenheit, das frisch gelernte in die Praxis umzusetzen.

Themen sind unter anderem:

  • Den Alltag im Medienbetrieb kennen und für die eigenen Ziele nutzen
  • Botschaft schärfen, Relevanz erzeugen: Kriterien für eine gute Pressemitteilung
  • Schreiben, schreiben, schreiben: Workshop mit Feedbackschleife

    Veranstaltungsnummer: 2-19-40

    Die Zahl der Teilnehmer/innen ist auf 15 Personen begrenzt.

    Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Medien" angerechnet werden.

    ReferentInnen

    Holger Laschka
    Ausgebildeter Journalist (Print/TV), studierter Kommunikationswissenschaftler und seit 2012 Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag. Er kennt den Alltag in Tageszeitungsredaktionen, die Bedürfnisse von Reportern und Korrespondenten und bringt politische Botschaften auf den Punkt.

    Veranstaltungsort
    München, Petra-Kelly-Stiftung, Hochbrückenstraße 10


    Kosten
    40,-/ 30,- Euro (inkl. vegetarischer Tagungsverpflegung)


    Art der Veranstaltung
    Tagesseminar



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    03.05.2019 - 19:00 bis 05.05.2019 - 13:00

    Wir gestalten Kommune!

    Vorrausschauend - sozial - ökologisch. Motiviert und engagiert in Dorf, Stadt und Land

    Egal ob bei Bildung, Kinderbetreuung, Energie, Umwelt, Mobilität, Soziales oder bei Haushalt und Finanzen, Wirtschaft, Transparenz und Bürgerbeteiligung, GRÜNE Erfolge und GRÜNE Ideen sind aus der Kommunalpolitik nicht mehr wegzudenken. In immer mehr Kommunen gestalten GRÜNE Bürgermeister*innen und Landräte in vorderster Verantwortung und prägen so ihren Landkreis, ihre Stadt, ihre Gemeinde vorausschauend, bürgerfreundlich, sozial und ökologisch. Und machen unsere Kommunen damit zukunftsfähig!


    Im März 2020 sind Kommunalwahlen in Bayern. Erfolgreiche Beispiele zeigen, was vor Ort alles möglich ist, und motivieren für das eigene Engagement. Wir wollen Lust machen, an vorderster Front mitgestalten zu wollen und Schwung in den Kommunalwahlkampf bringen. Die Tagung will Handwerkszeug und Mut mitgeben, groß zu denken, strategisch zu planen und innovativ zu sein. Es soll Raum sein für frische Ideen, den kollegialen Erfahrungsaustausch und konkrete Fragen.
    Angesprochen sind alle in der Kommunalpolitik Aktiven und solche, die es noch werden wollen.

    Weitere Informationen finden Sie im Programm-Flyer.

    ReferentInnen

    Benedikt Bisping
    1. Bürgermeister, Lauf a. d. Pegnitz
    Franz Heilmeier
    1. Bürgermeister, Neufahrn b. Freising
    Stefan Schneider
    1. Bürgermeister, Bergen
    Jens Marco Scherf
    Landrat, Miltenberg
    Susanna Tausendfreund
    1. Bürgermeisterin, Pullach i. Isartal

    Veranstaltungsort
    Kloster Plankstetten, Klosterpl. 1, 92334 Berching


    Kosten
    siehe Anmeldung


    Partner

    GRIBS Bildungswerk e.V.


    Art der Veranstaltung
    Kongress



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    06.04.2019 - 10:00 bis 17:30

    Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Eine Einführung

    Was nützen die besten Ideen, die besten Programme, die besten Veranstaltungen, wenn die "Zielgruppe" davon nichts merkt? Der (Miss-) Erfolg von Vereinen, Verbänden, Initiativen und Parteien hängt deshalb wesentlich davon ab, die eigenen Inhalten und Themen gut "rüberzubringen". Gefragt ist also eine gewisse Professionalität in der öffentlichen Selbstdarstellung und im Umgang mit den Medien-Macher/inne/n.

    Unser Seminar gibt Hilfestellung für eine gezielte und überzeugende Öffentlichkeitsarbeit. Es bietet eine Einführung in die "klassischen" Pressearbeit (Pressemitteilungen und Pressekonferenzen) und zeigt mit einem Blick hinter die Kulissen der Redaktionsbüros vor allem auf, was beim Umgang mit den Medien-Macher/innen zu beachten ist.

    Immer wichtiger für die Öffentlichkeitsarbeit wird das Internet. Die eigene Homepage und der eigene Auftritt in den sozialen Netzwerken des Web 2.0 (Facebook, Twitter etc.) bildet deshalb den zweiten Schwerpunkt unseres Seminars.

    Dieses Seminar kann für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich „Medien“ angerechnet werden.

    Veranstaltungsnummer 2-19-34

    ReferentInnen

    Daniela Ewers
    Pressesprecherin und Leiterin Kommunikation der bayerischen Grünen
    Angela Kirschbaum
    Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei den bayerischen Grünen

    Veranstaltungsort
    München, EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80, Raum U20


    Kosten
    40,- / erm. 30,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


    Art der Veranstaltung
    Tagesseminar



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    23.03.2019 - 10:00 bis 17:30

    Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Eine Einführung

    Was nützen die besten Ideen, die besten Programme, die besten Veranstaltungen, wenn die "Zielgruppe" davon nichts merkt? Der (Miss-) Erfolg von Vereinen, Verbänden, Initiativen und Parteien hängt deshalb wesentlich davon ab, die eigenen Inhalten und Themen gut "rüberzubringen". Gefragt ist also eine gewisse Professionalität in der öffentlichen Selbstdarstellung und im Umgang mit den Medien-Macher/inne/n.

    Unser Seminar gibt Hilfestellung für eine gezielte und überzeugende Öffentlichkeitsarbeit. Es bietet eine Einführung in die "klassischen" Pressearbeit (Pressemitteilungen und Pressekonferenzen) und zeigt mit einem Blick hinter die Kulissen der Redaktionsbüros vor allem auf, was beim Umgang mit den Medien-Macher/innen zu beachten ist.

    Immer wichtiger für die Öffentlichkeitsarbeit wird das Internet. Die eigene Homepage und der eigene Auftritt in den sozialen Netzwerken des Web 2.0 (Facebook, Twitter etc.) bildet deshalb den zweiten Schwerpunkt unseres Seminars.

    Dieses Seminar kann für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich „Medien“ angerechnet werden.

    Veranstaltungsnummer 2-15-23

    ReferentInnen

    Daniela Ewers
    Pressesprecherin und Leiterin Kommunikation der bayerischen Grünen
    Angela Kirschbaum
    Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei den bayerischen Grünen

    Veranstaltungsort
    Nürnberg, Tagungszentrum Eckstein, Burgstr. 1-3, Raum 1.11/12


    Kosten
    40,- / erm. 30,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


    Art der Veranstaltung
    Tagesseminar



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    23.02.2019 - 10:00 bis 17:30

    „Ich will da rein!“ – So kommen Sie in den Medien vor

    Politikmanagement-Grundlagenseminar

    „Ideen haben wir schon. Nur weiß keiner davon…“ Wie Sie mit Ihren politischen
    Konzepten und Botschaften eine breite Öffentlichkeit erreichen, Medienschaffende richtig ansprechen und für Ihre Themen interessieren und die gesamte Palette an Kommunikationsinstrumenten bestmöglich nutzen, erfahren Sie in diesem Tagesseminar. Dazu gibt’s reichlich „Lifehacks“ aus der Medienarbeit und Gelegenheit, das frisch gelernte in die Praxis umzusetzen.

    Themen sind unter anderem:

    • Den Alltag im Medienbetrieb kennen und für die eigenen Ziele nutzen
    • Botschaft schärfen, Relevanz erzeugen: Kriterien für eine gute Pressemitteilung
    • Schreiben, schreiben, schreiben: Workshop mit Feedbackschleife

      Veranstaltungsnummer: 3-13-11

      Die Zahl der Teilnehmer/innen ist auf 15 Personen begrenzt.

      Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Medien" angerechnet werden.

      ReferentInnen

      Holger Laschka
      Ausgebildeter Journalist (Print/TV), studierter Kommunikationswissenschaftler und seit 2012 Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag. Er kennt den Alltag in Tageszeitungsredaktionen, die Bedürfnisse von Reportern und Korrespondenten und bringt politische Botschaften auf den Punkt.

      Veranstaltungsort
      Nürnberg, Tagungszentrum Eckstein, Burgstr. 1-3, Raum 1.11/12


      Kosten
      40,-/30,- Euro (inkl. vegetarischer Tagungsverpflegung)


      Art der Veranstaltung
      Tagesseminar



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      03.05.2018

      Wie wollen wir wohnen?

      Raumwunder für ein entspanntes Zuhause, lebendige Nachbarschaften und grüne Städte

      Ein Füllhorn guter Ideen schüttete Daniel Fuhrhop bei seinem Vortrag im sehr gut besuchten Bamberger Stephanshof aus, und zeigte, wie es gelingen kann, Platz zu schaffen, Platz besser zu nutzen und dadurch Freiräume zu gewinnen: für sich selbst, für Freunde und Nachbarn, ja sogar für die ganze Stadt. Daniel Fuhrhop ist überzeugt: "Wenn jeder aber nur ein Zehntel weniger Raum benötigen würde, könnten alle bezahlbaren Wohnraum finden."  Stadtviertel würden viel lebendiger, Jung und Alt kämen sich wieder näher – vom Zusammenrücken würden alle profitieren. 

      Fuhrhop sieht das Wohnen in einem direkten Zusammenhang mit einem an Nachhaltigkeit orientiertem „Guten Leben“. Allerdings sei es in diesem Zusammenhang schwieriger, Nachhaltigkeit konkret werden zu lassen als zum Beispiel bei der Mobilität oder beim Lebensmittelkauf. In Bezug auf das Wohnen gebe es nämlich einen ständigen Konflikt zwischen dem notwendigen Erhalt von Freiflächen und dem tatsächlichen oder gefühlten Wohnraummangel.

      Dementsprechend widersprüchlich ist die Situation. Auf der einen Seite nimmt der durchschnittliche Wohnflächenbedarf seit Jahren zu. Derzeit liegt er bei ungefähr 46 qm pro Person. In 4-Personen-Haushalten liegt er bei 31 qm, in Single-Haushalten sogar bei 68 qm. Und die Zahl dieser Single-Haushalte nimmt ständig zu.

      Auf der anderen Seite lässt sich aber ein Trend zum gemeinschaftlichen Wohnen, zumindest zur gemeinschaftlichen Nutzung von Wohnflächen beobachten. Das Spektrum dafür ist – wie Fuhrhop deutlich machte – sehr breit. Es reicht von der Kommune, die nicht nur die Wohnung teilt, sondern auch das Einkommen, bis zur leer stehenden Garage, die man einer Band als Übungsraum zur Verfügung stellt. Oder es werden für leer stehende Zimmer (zum Beispiel nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod des/der Partners/in) neue Mitbewohner*innen gesucht. Dafür gibt es mittlerweile sogar bereits Wohnpartner-Portale, eine Mischung aus Partnerbörse und Immobilienvermittlung (z.B.: https://gold-wg.com/).

      Ausführlich ging Fuhrhop am Beispiel der Münchner Wagnis-Genossenschaft auf das Modell des gemeinschaftlichen Wohnens in Genossenschaftsform ein. Mit "wagnisART" (Details dazu hier!) entstanden im Norden Schwabings knapp 140 unterschiedlich geförderte sowie frei finanzierte genossenschaftliche Wohnungen in fünf Passivhäusern. In ihnen steht das gemeinschaftliche Wohnen im Zentrum. Neben Standard-Wohnungen wird eine neue Form von Gemeinschaftshaushalten angeboten. Diese so genannten Wohnungs-Cluster kombinieren individuelles Wohnen mit Lebensformen der Wohngemeinschaft.

      Der Name wagnisART erinnert nicht nur an die ehemalige Künstlerkolonie, die auf diesem Gelände angesiedelt war, sondern steht auch für eine zukunftsorientierte Lebensart. Es geht um ein gemeinschaftliches Miteinander als urbanes Leben in kreativer, aktiver und generationenübergreifender Nachbarschaft. In den gebäude-Komplexen gibt es Musikräume, Räume für Waschen und Nähen, Gemeinschaftsräume in verschiedener Größe, Gästezimmer, Dachgärten.

      Durch die verschiedenen Finanzierungsformen ist es möglich geworden, dass diese Wohnungen auch für Menschen mit niedrigem Einkommen erschwinglich sind – und dies im äußerst teuren Münchner Wohnungsmarkt.

      Eine weitere Möglichkeit, dem Wohnraummangel abzuhelfen, ohne auf Neubau setzen zu müssen, ist der Wohnungstausch: Wenn sich die Wohnumstände und die Personenzahl ändern, dann kann eine zu groß gewordene Wohnung gegen eine kleiner Wohnung getauscht werden, die diesen Mietern (beispielsweise bei Familienzuwachs) zu klein geworden ist. Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass sich die finanzielle Belastung (Quadratmeter-Preis!) nicht ändert. Fuhrhop plädierte deshalb abschließend für eine "Bürgerbeteiligung für Nicht-Bauen", bei der gemeinsam nach Lösungen gesucht werden sollte, vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen.

      Weiterführende Links:

      Daniel Fuhrhop: Stadtwandel im Zeichen des Klimawandels

      Verbietet das Bauen - Der Blog gegen die Bauwut

      Unabdingbar für ein gutes Leben: das Dach über dem Kopf

      ReferentInnen


      Daniel Fuhrhop

      ist spätestens seit seinem großen Erfolg seiner Streitschrift »Verbietet das Bauen!« ein gefragter Interviewpartner. Mit Ideen für Wohnungssanierung, innovative Wohngemeinschaften oder grünere Städte erreicht er ein breites Publikum – Bürger(innen) und Architekt(inn)en, Umweltschützer(innen) und Stadtplaner(innen). In seinem aktuellen Buch hat der ehemalige Architekturbuch-Verleger die Erfahrungen der letzten drei Jahre in einem kurzweiligen Ratgeber zusammengefasst. Privat zieht er gerade in eine kleinere Wohnung um – mit Gemeinschaftsräumen.

      Veranstaltungsort
      Bamberg


      Partner

      Evangelisches Bildungswerk Bamberg e.V.


      Art der Veranstaltung
      Vortrag



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      27.04.2018 - 18:00 bis 29.04.2018 - 13:30

      Mit Verstand und Augenmaß! Flächensparen in der kommunalen Praxis

      GRIBS-Kommunalkongress 2018

      Zum 32. Kommunalpolitischen Kongress lud die Kommunalpolitische Vereinigung der GRÜNEN mit einer Tagung der Petra-Kelly-Stiftung und des GRIBS-Bildungswerks e.V. unter dem Titel „MIT VERSTAND UND AUGENMASS! - Flächensparen in der Kommunalen Praxis“ am vergangenen Wochenende vom 27.-29. April in die Räume der Bayerischen Bauakademie nach Feuchtwangen.

       

      Den Aufschlag machte Daniel Fuhrhop, Buchautor mit einem provokanten Vortrag unter der Überschrift „Verbietet das Bauen – Der Neubau ist überflüssig!“. Das wirklich ökologische Bauen, so Fuhrhop, ist wenn gar nicht neu gebaut wird und das sei möglich. Seit 20 Jahren hat beispielsweise die Bundesrepublik einen annähernd gleichen Bevölkerungsstand von ca. 81 Mio. Menschen, die Anzahl der Wohnungen aber haben im selben Zeitraum von 35 Mio auf 41 Mio. zugenommen. Was wir brauchen, so Fuhrhop, sind keine neuen Wohnungen, sondern eine intelligentere Nutzung des vorhandenen Wohnraums. Statt Wohnraum bauen, lebendigeren Wohnraum schaffen! Dazu gibt es auch nachahmenswerte Modelle, wie beispielsweise „Wohnen für Hilfe“, Wohnungstauschbörsen, Haustausch u.v.m.  Fuhrhop hielt außerdem ein Plädoyer für einen Bewusstseinswandel beim Wohnflächenbedarf, eine Art „Bürgerbeteiligung für`s Nichtbauen und fordert jede Kommune auf, sich über Baulücken, Leerstände und Innenentwicklungspotenziale ein wirklich klares Bild zu verschaffen und diese Potenziale zuallererst zu nutzen.

      (Vortrag als PDF-Datei)
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      Daran schloss der Beitrag von Gunter Schramm vom Büro Planwerk aus Nürnberg nahtlos an. Er informierte die TagungsteilnehmerInnen über Instrumente, Werkzeuge und Strategien für eine gelingende Innenentwicklung. Der Vorrang der Innenentwicklung vor Außenentwicklung sei nicht nur eine Voraussetzung zur Reduzierung des viel zu hohen Flächenverbrauchs, sondern auch dringend notwendig für eine Belebung und Aufwertung der Ortskerne, Bedingung für den Erhalt wertvoller Bausubstanz und der Verbesserung des Ortsbildes, für die Erhöhung der Nutzungsdichte und damit Garant für eine bessere Auslastung der technischen und sozialen Infrastruktur und Grundlage für eine Sicherung des zentralen Nahversorgungsangebots. Entwicklungspotenziale bieten sich insbesondere bei den Baulücken, bei den nur geringfügig bebauten Grundstücken (z.B. ehemaliger landwirtschaftlicher Betriebe), bei Grundstücken mit Fehl- und Mindernutzungen, bei leerstehenden Gebäuden verschiedener Art, also sowohl bei Wohngebäude, Läden, Hofstellen und beim vom Leerstand bedrohter Gebäude. Schramm bot den Zuhörenden einen ganzen Werkzeugkasten an Instrumenten für die erfolgreiche Innenentwicklung. Dazu gehört in erster Linie erst einmal die Grundlagen zu ermitteln, d.h. die Leerstände, Baulücken und Gefährdungen in einer Flächenmanagement-Datenbank zu erfassen. Mit einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ sind die Qualitäten der Innenentwicklung kontinuierlich zu kommunizieren, um dadurch eine Bewusstseinsveränderung herbeizuführen. Gemeinden können darüber hinaus selbst finanzielle Anreize geben und Förderprogramme zur Leerstandbeseitigung auflegen und zusätzlich die vorhandenen Programme von Städtebauförderung und Dorferneuerung nutzen. Alle Fördermöglichkeiten können in einer eigenen Förderfibel zusammengefasst und beworben werden. Ein wesentliches Element ist zudem die Beratung der potenziellen Bauherren durch kostenlose Bau- und Sanierungs- und Energieberatung. Letztendlich ist das Wichtigste immer und immer wieder beharrlich die Bauinteressenten durch gute Argumente und durch das Vorstellen von Vorzeigeprojekten zu überzeugen. Gunter Schramm erläuterte den vorgestellten Werkzeugkasten anhand von eigenen Projektbeispielen u. a. aus dem nördlichen Fichtelgebirge und von der Kreuzbergallianz in der Rhön.

      (Präsentation als PDF-Datei)
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      „Heißer Boden“ war der Vortrag von Privatdozent Dr. Fabian Thiel aus Frankfurt überschrieben. Dr. Thiel ging der Frage nach, inwieweit die Allgemeinwohlverpflichtung des Grundgesetzes „Eigentum verpflichtet“ für die Innenentwicklung genutzt werden kann und wo die Grenzen dieser Verpflichtung liegen. Schlägt nicht die „Baufreiheit“, die „Niederlassungsfreiheit“ und letztendlich die Eigentumsfreiheit nach europäischen Recht nicht die Allgemeinwohlverpflichtung? Anhand ganz konkreter Fälle erläuterte Dr. Thiel die Möglichkeiten und Grenzen des kommunalen Eingriffs in das Eigentum und appellierte an die anwesenden MandatsträgerInnen zur Vorsicht und zum überlegten Handeln. Etwas desillusioniert über die rechtlichen Möglichkeiten von „Eigentum verpflichtet“ geht der Weg zum Erfolg wohl eher über Reden Reden Reden, Überzeugen und Fördern.

      (Präsentation als PDF-Datei)
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      „Sind neue Baugebiete wirklich gut für den Gemeinde-haushalt?“ fragte Dr. Frank Molder von der Baader Konzept GmbH. Sehr häufig gehen Kommunen äußerst blauäugig an die Erschließung neuer Wohn-Baugebiete, ohne im ausreichenden Maße vorher zu errechnen, welche Folgekosten damit auf die Stadt oder Gemeinde in Zukunft zukommen werden. Sobald man das systematisch tut und die Folgekosten erfasst, kommt man relativ schnell zum Ergebnis, dass Baugebiete früher oder später immer Folgekosten verursachen, für welche die Kommune und die Allgemeinheit aufkommen müssen. Das Programm-Modul „FolgekostenSchätzer“ zeigt auf, wie schnell sich bei welcher Planung welche Folgekosten in den Bereichen technische Infrastruktur und Grünflächen ergeben – und wer sie bezahlen muss. Dabei sind die oft auch sehr teuren Kosten für die soziale Infrastruktur, wie z.B. Kindertageseinrichtungen, Schulen usw. noch gar nicht mit einberechnet. Molder kommt aufgrund seiner vielfältigen Erfahrung aus den Modellprojekten zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich nach 40 Jahren Folgekosten von etwa 45-70% der ursprünglichen Herstellungskosten anfallen, für die im Wesentlichen – erst Recht jetzt nach dem Wegfall der Straßenausbaubeitragssatzung - die Stadt oder Gemeinde und die Allgemeinheit herhalten müssen. Sein Fazit: Neubaugebiete am Ortsrand führen i.d.R. zu höheren Folgekosten, als bei der Innenentwicklung. Die neue Erschließung mit technischer Infrastruktur führt zu hohen zusätzlichen Kosten im Unterhalt bei häufig geringerer Dichte und deshalb zu höheren Kosten pro Kopf bzw. Quadratmeter. Molder empfiehlt in jedem Fall das vorhandene kostenfrei verfügbare Programm-Modul des Folgekostenschätzers zu nutzen. Infrastrukturfolgekosten-Schätzer seien in jedem Fall ein wichtiges Instrument auf dem Weg zur Kostenwahrheit bei der Diskussion der Siedlungsentwicklung in den Kommunen und unbedingt anzuwenden.

      (Präsentation als PDF-Datei)
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      Ein sehr anschauliches Beispiel für eine erfolgreiche Strategie der Innenentwicklung präsentierte der Erste Bürgermeister von Hofheim in Ufr., Wolfgang Borst. Die sogenannte Hofheimer Allianz aus sieben Kommunen mit insgesamt 53 Gemeindeteilen hatte über Jahre hinweg mit einer schrumpfenden Bevölkerungszahl zu kämpfen. Trotzdem wurden, weil das der Wunsch von den „Häuslebauern“ war, Neubaugebiete ausgewiesen bis durch Bgm Borst erkannt wurde, dass dies der Verödung der Ortskerne nur noch weiter Vorschub leistet. „Jeder Siedlungs-Neubau verursacht einen Leerstand im Altort!“, so Bgm Borst. Die in der Hofheimer Allianz zusammengeschlossenen Gemeinden machen sich seither systematisch daran über eine Flächenmanagement-Datenbank ihre Leerstände, die Baulücken und die drohenden Leerstände zu erfassen. Die Eigentümerbefragung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Bei der Vermarktung der Leerstände und Baulücken wird darauf geachtet, dass das Bauen, bzw. Renovieren im Ortskern günstiger ist, als ein vergleichbares Objekt in einem möglicherweisen neuen Siedlungsgebiet. Dabei greifen die Gemeinden den BürgerInnen durch eigene Förderprogramme unter die Arme. Es gibt ein einheitliches Förderprogramm für „Investitionen zur Nutzung vorhandener Bausubstanz (50 €/m²) im Ortskern, Hilfen bei der Entsorgung des Bauschuttes durch die Gemeinde, kostenlose Planungsberatung mit Kostenschätzung durch Architekten der Allianz und eine kostenfreie Erstberatung zur energetischen Sanierung. Häufig können durch die Erfahrung der Gemeinden auch Fördergelder aus Landes- oder Bundesprogrammen abgeschöpft werden. Als Baustein Nummer 2 setzen die Gemeinden der Allianz auf die Erhaltung bzw. Erhöhung der Lebensqualität im Ortskern, um zukünftige Leerstände weitgehend zu verhindern. Das beginnt bei der Hilfe zur Errichtung von Dorf-Läden bis hin zur Unterstützung von Dorfgemeinschaftshäusern zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern in mittlerweile schon 12 Gemeinden oder Gemeindeteilen. Flankiert wird das mit Modellen der Existenzgründerinitiative für Startups, mit Nachbarschaftshilfeprojekten und einer Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen. Das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen. Der Wanderungssaldo hat sich ins Positive gewandelt und trotzdem konnten Baugebietsausweisungen in großer Zahl zurück genommen werden. Insgesamt wurden bereits mehr als 200 Maßnahmen der Innenentwicklung gefördert und es konnten über 90 bereits ausgewiesene Baurechte zurückgenommen werden. Dafür hat die Hofheimer Allianz bereits eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten.

      (Präsentation als PDF-Datei)
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      Mit dem Tübinger Modell einer qualitätsvollen und durchmischten Quartiersentwicklung machte der Tübinger Baubürgermeister Cord Söhlke den Schwenk zu einer Stadt mit 90.000 Einwohnern. Das Tübinger Modell der Stadtentwicklung folgt dabei den Gestaltungsgrundsätzen der „Europäischen Stadt“ mit folgenden Bausteinen: Kleinteilige Nutzungsmischung durch ein Neben- und Miteinander von Wohnen und Handel, Handwerk und Gewerbe; Variable Parzellierung der Grundstücke und Vielfalt in der Architektur; qualitätsvolle städtebauliche Dichte und Integration der Altbauten; Einbinden von privaten Baugemeinschaften und Unterstützung durch die Stadt; Soziale Durchmischung der BewohnerInnen. Das Bündeln des ruhenden Verkehrs in Quartiersgaragen am Rande schafft autoverkehrsarme und autoverkehrsbefreite Zonen mit einer hohen Aufenthaltsqualität und einer intensiven Durchgrünung. Söhlke zog zum Ende seines Vortrags das positive Fazit: Gemischte Quartiere sind attraktiv für vielfältige Gruppen – „es muss nicht immer das Reihenhaus sein“. Das Instrument der Konzeptvergabe von Grundstücken eröffnet Spielräume für neue Akteure, Vielfalt und Qualität – zugegeben bei höherem Aufwand für Kommunen. Und selbst Aufgaben wie Sozialer Wohnungsbau und Flüchtlingsunterbringung sind kleinteilig und stadtverträglich möglich.

      (Präsentation als PDF-Datei)
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      Nachdem sich eine Gemeindeentwicklung nicht nur um das Thema Wohnen dreht, sondern in der Regel auch immer die Frage von Neuausweisungen von Gewerbegebieten eine Rolle spielt, beschäftigte sich der letzte Vortrag mit den Fragen der Gewerbeentwicklung im Bestand. Christian Bretthauer, Zentralgeschäftsführer der Firma DV Immobilien Gruppe aus Regensburg brachte seine  Erfahrung als mittelständischer Projektentwickler bei der flächensparenden und nachhaltigen Gewerbeentwicklung im Bestand an die kommunalen MandatsträgerInnen. Für eine wirklich qualitätsvolle Entwicklung von Gewerbestandorten machte Bretthauer einige Rahmenbedingungen zur Voraussetzung: Am Beginn steht immer eine kritische Marktanalyse. Es hilft nichts, einfach wild darauf los zu planen für einen imaginären potenziellen Bedarf, ohne den Bedarf genau zu hinterfragen. Es folgt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Standort: was ist vorhanden, was wird gebraucht, welche Einrichtungen erwarten welche Mietpartner, Beschäftigte, Endkunden und wie lassen sich interne wie externe Synergien auslösen? Wichtig sind flexible Grundrisse für die Expansion bzw. Neuorganisation von Unternehmen, großzügig gestaltete Freiräume mit Grün- und Freiflächen am besten mit Wasserzonen, eine optimale Verkehrsanbindung (ÖPNV, Autobahn,  Bundesstraßen, moderne Mobilitätsformen), eine Steuerung der Entwicklung durch ein operatives Management und die zusätzliche Ansiedlung  von Service-Bausteine, wie Nahversorgung, Gastronomie, Kinderbetreuungseinrichtungen u.a., das schafft auch im Gewerbegebiet eine hohe Aufenthaltsqualität und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit. Auf einen Nenner gebracht gilt auch für die Entwicklung von Gewerbegebieten der Leitsatz „Qualität geht vor Quantität!“.

      (Präsentation als PDF-Datei)
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      Also: intelligenter, vorausschauender und qualitätvoller Wohnen, Planen und Bauen geht! Der Übertrag auf die eigene Situation vor Ort gelang in den abschließenden Arbeitsforen. Ob Dorf, Stadt oder Landkreis, überall ergaben sich viele geeignete Möglichkeiten, in der eigenen Kommune anzupacken.

      Claudia Bosse, die souverän durch die Tagung führte und die Diskussion mit den Teilnehmenden moderierte, selbst Kreisrätin und im GRIBS-Vorstand, fasste das Resumee zusammen: Die Tagung „MIT VERSTAND UND AUGENMASS! - Flächensparen in der Kommunalen Praxis“ hat gezeigt, es ist möglich, Dörfer, Städte und Landkreise auch ohne hohen Flächenverbrauch voranzubringen. Die Instrumente sind da, es braucht den politischen Willen, diese anzuwenden. Überzeugte Bürgermeister*innen können mit Stadt- und Gemeinderat und der Verwaltung Entscheidendes bewegen. Notwendig dafür sind ein großes Beharrungsvermögen, gelungene Kommunikation, viel Überzeugungsarbeit, Mut zu Neuem und das konsequente Anwenden des vorhandenen Instrumentariums.

      Fotos: Wolfgang Schmidhuber (CC BA-SY 3.0)

      Weitere Impressionen finden Sie auf der Seite von GRIBS.

      ReferentInnen

      Wolfgang Borst
      1. Bürgermeister Stadt Hofheim i.UFr.
      Tel.: 09523/50337-0
      E-Mail: info@stadt-hofheim.de

      Christian Bretthauer
      Zentralgeschäftsführer DV Immobilien Management GmbH Regensburg
      Tel.: 0941/4008-0
      E-Mail: info@dvimmobilien.de 

      Daniel Fuhrhop
      Autor
      Tel.: 0441/9332695
      E-Mail: post@daniel-fuhrhop.de
      Internet: www.daniel-fuhrhop.de

      Dr. Frank Molder
      Dipl.-Ing. Umweltsicherung und Landesentwicklung, Projektleiter, Baader Konzept GmbH
      Tel.: 09831/6193-16
      E-Mail: f.molder@baaderkonzept.de
      Internet: www.baaderkonzept.de

      Gunter Schramm M.A.
      Stadtplaner und Geograf, Soziologe, Politologe, Büro Planwerk
      Äußere Sulzbacher Str. 29
      90491 Nürnberg
      Tel.: 0911/650828-0
      E-Mail: schramm@planwerk.de
      Internet: www.planwerk.de

      Cord Soehlke
      Baubürgermeister der Universitätsstadt Tübingen
      Friedrichstraße 21
      72072 Tübingen
      Tel.: 07071/2042260
      E-Mail: cord.soehlke@tuebingen.de
      Internet: www.tuebingen.de/soehlke

      Dr. Fabian Thiel
      Privatdozent, Landmanagement, Vertretungsprofessur an der Frankfurt University of Applied Sciences
      Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Immobilienbewertung
      Fb 1 - Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik
      Frankfurt University of Applied Sciences
      Nibelungenplatz 1
      60318 Frankfurt am Main
      Tel.: 069/1533-2337
      E-Mail: bodenrecht@fabian-thiel.de
      Internet: www.fabian-thiel.de

      Veranstaltungsort
      Feuchtwangen, Bayerische BauAkademie, Ansbacher Str. 20


      Partner

      GRIBS Bildungswerk e.V.


      Art der Veranstaltung
      Kongress



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      08.12.2017

      Ende der Raumplanung?

      Themenabend mit Diskussion

      Die Änderung des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP), der Angriff auf den Alpenplan und ein neues Baugesetz erleichtern den ungebremsten Flächenverbrauch und gefährden Natur und Umwelt. Wie kann man gegensteuern? Mit dieser höchst aktuellen Thematik befasste sich unsere Veranstaltung in Traunstein.

      Dr. Astrid Rössler, Landeshauptmann-Stellvertreterin (GRÜNE) aus Salzburg, ging zunächst auf die höchst negative Entwicklung der Raumordnung im Bundesland Salzburg in den vergangenen Jahrzehnten ein und stellte das neue Konzept der Landesregierung zur Raumordnung vor. Um unnötige Flächenausweisungen zu reduzieren, würden nun beispielsweise gewidmete Flächen nach einiger Zeit mit einer Flächenabgabe belegt, Vorratsflächen würden damit teurer werden. Parkplätze für Gewerbe dürften nur noch vereinzelt vor dem Haus entstehen, der Rest müsse unter die Erde oder aufs Dach. "Die politische Diskussion hat drei Jahre gedauert, aber es war unbedingt notwendig. Gerade bei uns ist Fläche besonders kostbar und wir müssen Freiräume schützen", betonte die Politikerin.

      Prof. Dr. Manfred Miosga von der Uni Bayreuth stellte die verschiedenen Aufgaben der Raumplanung auf Kommunal- und Landesebene vor. Ziel bei der Planung sei eine großräumige Ausgewogenheit in der Fläche mit Rücksicht auf die ökologischen Funktionen und gleichwertige Lebensverhältnisse für alle. Seit 2013 seien gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen als Staatsziel mit Verfassungsrang festgeschrieben. Trotzdem seien gleichzeitig immer mehr raumordnerische Entscheidungen auf die Ebene der Kommunalplanung übertragen worden und damit der Konkurrenzkampf der Kommunen verstärkt worden.

      Ein wichtiges Instrument des bisherigen Landesentwicklungsprogramms (LEP), das Zentrale-Orte-System, sollte das Angebot an Dienstleistungen und staatlicher Einrichtungen für alle Menschen im Land garantieren, dies könne aber nur mit einem guten ÖPNV-Angebot funktionieren. Ohne übergeordnete Planung käme es zu Abwanderung aus Randgebieten und Überlastungserscheinungen in den Städten und zunehmenden Pendlerbewegungen bei steigenden Entfernungen. Durch die Privatisierung der staatlichen Betriebe habe sich der Staat aus der Daseinsvorsorge zurückgezogen, benachteiligt würden dadurch die ländlichen Gebiete und die Probleme würden auf die Kommunen abgeladen.

      Die Änderungen im neuen LEP (gelockertes Anbindegebot, Aufblähung des Zentrale-Orte-Systems, interkommunale Gewerbegebiete und Tourismusdestinationen ohne Anbindung) würden zu noch weniger Raumordnung und dafür zu erheblich mehr Kosten und dem Verlust dringend benötigter Freifläche führen und seien nicht geeignet, die immer drängender werdenden Probleme im Land zu lösen.

      Der Landes- und Bundesvorsitzende des BUND, Prof. Dr. Hubert Weiger, machte an eindrucksvollen Bildern die Fehlentwicklungen im Land deutlich. Nicht angebundene Gewerbegebiete auf besten landwirtschaftlichen Böden, dafür notwendige riesige Verkehrsprojekte, das Ausbluten der Innenstädte und der Verlust qualifizierter Arbeitsplätze im wohnortnahen Bereich führten zu sinkender Lebensqualität, immer mehr Naturverlust und zu großen Problemen in der Landwirtschaft. Der BUND Naturschutz fordere daher eine Rückkehr zu übergeordneten raumplanerischen Konzepten und die Streichung der Ausnahmen vom Anbindegebot.

      Viele verschiedene Punkte wurden in der anschließenden Diskussion aufgegriffen. Ein Teilnehmer prangerte den zunehmenden Internethandel und die dafür notwendigen riesigen Logistikzentren an. Die länderübergreifenden Vorgaben für Planungen durch die Alpenkonvention wurden angesprochen, sowie nach Möglichkeiten für baurechtliche Vorgaben durch die Kommunen, z.B. beim Parkplatzbau gefragt. Auch eine Gewerbesteuerreform wurde gefordert, um den Konkurrenzkampf zwischen den  Kommunen zu beenden und zu einer gerechteren Verteilung der Steuereinnahmen zu kommen.

      ReferentInnen

      Prof. Dr. Manfred Miosga
      Uni Bayreuth, Vizepräsident der Akademie für den ländlichen Raum in Bayern

      Prof. Dr. Hubert Weiger
      Vorsitzender BN Bayern e.V. und BUND e.V.

      Dr. Astrid Rössler
      Landeshauptmann-Stellvertreterin des Landes Salzburg

      Veranstaltungsort
      Traunstein


      Partner

      BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Traunstein


      Art der Veranstaltung
      Podiumsdiskussion



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