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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

30.06.2017 - 19:30

Die tödlichen Strukturen der Weltwirtschaft

Veranstaltungsreihe: Eine Welt ohne Visionen geht zu Grunde

Die Welt bebt. In vielen Regionen der Erde herrschen Krieg und Gewalt. Sie werden von großen Mächten und Waffenproduzenten geschürt. Die 50 reichsten Weltbürger haben so viel Geld wie 47 Prozent der Menschheit. Massenarmut, Kriege, Klimawandel und ein Welthandel im Dienste der Mächtigen treiben Millionen Menschen in die Flucht. Dort stoßen sie an die Grenzen der Reichen, die ihren Wohlstand abschotten. Doch Angst löst keine Probleme. Es ist höchste Zeit, Altnernativen zur globalen Ökonomie der Zerstörung zu diskutieren.
Die Probleme der gegenwärtigen Weltwirtschaft und mögliche Lösungswege analysiert der Referent in einer für alle verständlichen Sprache.

ReferentInnen

Dr. Wolfgang Kessler
Wirtschaftwissenschaftler, Chefredakteur von ‚Publik-Forum’

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei, Spenden erbeten


Partner

pax christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion


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22.06.2017 - 19:30

Krieg für Menschenrechte?

Veranstaltungsreihe: Eine Welt ohne Visionen geht zu Grunde

Das 2015 verabschiedete Weißbuch der Bundeswehr und zahlreiche weitere Strategiedokumente von NATO und EU bauen auf der Annahme auf, dass Menschenrechte mit militärischen Mitteln verteidigt werden können und müssen. Wenn deutsche Politiker wie Gauck oder Steinmeier von "Verantwortung" reden, dann meinen sie Militäreinsätze, während gleichzeitig die deutsche Regierung und ihre NATO-Verbündeten bei der UN die Verankerung eines "Menschenrechtes auf Frieden" blockieren. Die Referentin setzt sich mit dieser widersprüchlichen Politik auseinander. Sie wird sowohl über die globalen Angriffe auf Menschenrechte berichten, als auch über die Instrumentalisierung des Themas Menschenrechte für Interessen- und Machtpolitik. Claudia Haydt wird zudem konkrete Vorschläge diskutieren, wie eine konsequente und zivile Menschenrechtspolitik aussehen kann.

ReferentInnen

Claudia Haydt
Religionswissenschaftlerin und Soziologin. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V., die 2011 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei, Spenden erbeten


Partner

pax christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion


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06.06.2017 - 10:30 bis 09.06.2017 - 17:30

Orte guten Lebens in Bayern

Reise in eine lebenswerte Zukunft

Das "gute Leben" hat derzeit Hochkonjunktur - selbst die Bundesregierung hat ein umfangreiches Konsultationsprojekt dazu durchgeführt. Was "gutes Leben" aber konkret bedeutet, wird selten genau definiert. Klar ist: Eine intakte Umwelt, Gesundheit, nachhaltiges Wirtschaften, gerechtes Einkommen und menschenwürdige Wohnverhältnisse gehören mit Sicherheit dazu. 

Immer mehr Menschen, in zivilgesellschaftlichen Initiativen oder in der Kommunalpolitik, in Unternehmen, Genossenschaften oder Vereinen, engagieren sich mittlerweile dafür, ihre Visionen vom guten Leben ganz konkret, vor Ort, gemeinsam mit anderen, umzusetzen. Einige dieser Projekte und Initiativen werden wir auf unserer Bildungsreise besuchen und die Vielfalt dieser Ansätze in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen kennen lernen. 

Das detaillierte Programm unserer Reise können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, deshalb bitte baldmöglichst anmelden!

Anmeldeschluss: 10. April 2017

Die Teilnahmegebühr beinhaltet neben dem kompletten Besuchsprogramm die Busfahrt, drei Übernachtungen mit Frühstück sowie vier Mittagessen. Abendessen sowie Getränke sind in der Gebühr nicht enthalten und werden von den Teilnehmenden selbst übernommen.

Für die Anreise nach Landshut und Rückreise von Augsburg sorgen die Teilnehmenden selbst.

Bei der Anmeldung bitte angeben, ob Unterbringung im Einzel- oder Doppelzimmer erwünscht ist.

ReferentInnen

Reiseleitung:

Peter Gack und Karin Zieg, GRIBS-Kommunalbüro

Dr. Gerd Rudel, Petra-Kelly-Stiftung

Veranstaltungsort
Start: Landshut | Ende: Augsburg


Kosten
390,- Euro (Übernachtung im Einzelzimmer) / 330,- Euro (Übernachtung im Doppelzimmer)


Partner

GRIBS-Bildungswerk


Art der Veranstaltung
Bildungsreise


Anmeldung


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01.06.2017 - 19:30

„Wir sind noch nicht am Ende“

Veranstaltungsreihe: Eine Welt ohne Visionen geht zu Grunde

Donald Trump bedeutet nicht das Ende der Welt, sondern möglicherweise den Beginn einer massiven globalen Gegenbewegung, die für enkeltaugliche Werte kämpft: Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt und ihre Probleme stehen sich heute feindlich gegenüber. Und der Ausgang dieses Konfliktes wird darüber bestimmen, welche Zukunft vor uns liegt. Das eine herkömmliche Paradigma sieht die Welt als leblose Maschine, manipulierbar und optimierbar, das andere entstehende Weltbild sieht die Erde als komplexen, evolutionären Organismus. Die alte Kultur beutet aus und führt Kriege um Ressourcen, die neue Kultur baut auf Verbundenheit, Vielfalt, Potentialentfaltung, inneren wie äußeren Frieden. Dieser Vortrag wird Projekte dieser neuen Kultur beschreiben und deutlich machen, wie sehr ein ‚Großer Wandel‘ schon heute in der globalen Zivilgesellschaft passiert. Er macht deutlich, wie unverzichtbar aber eine innere Transformation und Besinnung auf lebensfördernde Werte in jedem Einzelnen ist, wenn eine neue Kultur, Politik und Wirtschaft entstehen soll. Und er formuliert die Eckpunkte  einer Spiritualität, die als Grundlage dient um sich als Mensch für einen anderen ‚Frieden‘, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Umwelt und die Zukunft einzusetzen.

ReferentInnen

Geseko von Lüpke
Dr. rer. pol., geb. 1958, studierte Politologie und Ethnologie, arbeitet als Journalist für Rundfunk und Printmedien und ist Autor zahlreicher Buchpublikationen. Im bayerischen Rundfunk und anderen öffentlich-rechtlichen Funkhäusern machte er sich einen Namen durch Features über alternative Lebensformen, interkulturellen Dialog, ganzheitliche Wissenschaft und Spiritualität.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei, Spenden erbeten


Partner

pax christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion


Eine Anmeldung ist nicht erforderlich


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12.05.2017 - 17:00 bis 14.05.2017 - 12:30

Nahostpolitik im Spannungsdreieck

Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für deutsche Politik?


SECHS TAGE KRIEG UND KEIN ENDE?
 

50 Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg ist die Stimmung pessimistisch. Die Aussichten auf einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern scheinen in weite Ferne gerückt. Zu befürchten sind vielmehr weitere Zuspitzungen. 

Die Geschichte zeigt, dass sich neue Ansätze auftun können, wenn bisherige Gegner gewillt sind, mutige Schritte zu wagen und historische Chancen zu nutzen. Frieden und Ausgleich sind auch im Nahen Osten nicht unmöglich. Alle Bemühungen verdienen unsere Unterstützung, die gegen Resignation und Fatalismus ankämpfen und auf den Verständigungswillen in beiden Völkern bauen. 

Dass Versöhnung möglich ist, zeigen die israelisch-palästinensischen Friedensgruppen, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten und sich um Ausgleich der Interessen bemühen. Ihre VertreterInnen haben wir nach Tutzing eingeladen und wollen herausfinden, was von ihnen zu lernen ist:

  • Was sind die Lösungsoptionen, die über Abschreckungs- und Sicherheitsstrategien  sowie Boykottaufrufe hinausgehen?
  • Wer sind die Akteure, und wie verfolgen sie ihre gemeinsamen Interessen?
  • Welche Chancen sehen sie für Verständigung?
  • Wie arbeiten sie daran, „Hass und Misstrauen in Vertrauen, Empathie und gegenseitige Unterstützung" (Homepage der „Roots") zu verwandeln? 

Andererseits: Wie stellen sich deutsche PolitikerInnen und  Intellektuelle zu diesen Initiativen und ihren Zielen? Wo stehen sie im Spannungsdreieck? Was können sie und wir alle lernen? 

Herzliche Einladung, sich an einem Wochenende in der Evangelischen Akademie Tutzing auf einen Perspektivwechsel einzulassen und Wege jenseits der ausgetretenen Pfade kennenzulernen.

Die Tagungsausschreibung mit dem detaillierten Programm und Informationen zu den Referent*innen können Sie hier als PDF-Datei herunterladen. Oder auf der Homepage der Evangelischen Akademie Tutzing lesen.

ReferentInnen

Salim Altori
israelisch-beduinischer Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsberater, Rahat

Bassam Aramin 
palästinensischer Sprecher des „Parents Circle – Families Forum", Ramallah

Ali Abu Awwad 
palästinensischer Aktivist und Pazifist, Mitbegründer der „Friends of Roots", Beit Ummar

Akram Baker 
palästinensisch-amerikanischer Unternehmens- und Politikberater, Musiker, Berlin

Volker Beck
Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), seit 1994 im Deutschen Bundestag, migrations- und religionspolitischer Fraktionssprecher, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, Köln/Berlin

Dr. Reiner Bernstein
Historiker, Autor und Publizist, München

Avraham Burg
israelischer Autor und Politiker (von 1999 bis 2003 Sprecher der Knesset), Nataf

Dr. Khouloud Daibes-Abu Dayyeh 
Botschafterin, Leiterin der Palästinensischen Mission, Berlin

Robi Damelin 
israelische Sprecherin des „Parents Circle – Families Forum", Ramat Efal

Mohammad Darawshe 
Friedens- und Konfliktforscher, Director of Planning, Equality and Shared Society, Givat Haviva

Lizzie Doron
Schriftstellerin, Tel Aviv

Rudolf Dreßler 
Politiker (SPD), Bundestagsabgeordneter von 1980 bis 2000, deutscher Botschafter in Israel von 2000 bis 2005, Königswinter

Rabbi Shaul Judelman 
israelischer Siedler, Lehrer und Friedensaktivist, Tekoa

Sulaiman Khatib 
palästinensischer Mitbegründer von „Combatants for Peace", Ramallah

Dr. Amit Kravitz 
akademischer Leiter des israelischen Generalkonsulats, München

Cilly Kugelmann 
Kultur- und Sozialwissenschaftlerin, von 2002 bis 2017 Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin

Ruprecht Polenz
Politiker (CDU), Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2013 und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses von 2005 bis 2013, Münster/W.

Jutta Prediger
Journalistin, Redakteurin, Bayerischer Rundfunk, München

Markus Rosch
Journalist, von 2011 bis 2017 Korrespondent in Tel Aviv, Bayerischer Rundfunk/ARD, München

Dr. Clemens Verenkotte
Journalist und Historiker, von 2006 bis 2011 ARD-Hörfunkkorrespondent in Tel Aviv, München

Dr. Oren Yiftachel
Professor für Politische Geographie, Stadtplanung und Politikwissenschaft an der Ben-Gurion-Universität des Negev, Beersheva

Yehudit Yinhar
israelische Künstlerin und Berliner Repräsentantin von Combatants for Peace, Berlin

Ziad Abu Zayyad
Rechtsanwalt, ehem. Mitglied der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mitherausgeber des "Palestine-Israel Journal", Al-Eizariya

Dr. Moshe Zimmermann
Historiker, emeritierter Professor und Direktor des Richard-Koebner-Zentrums für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem

Veranstaltungsort
Tutzing, Evangelische Akademie, Schlossstraße 2+4


Kosten
Details siehe Website der Evangelischen Akademie oder Ausschreibungsflyer


Partner

Evangelische Akademie Tutzing

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Tagung


Anmeldung


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10.05.2017 - 19:00

„Mein Isl@m“

Vom radikalen Islamismus in die Freiheit

Amir Amad Nasr wurde im Sudan geboren und wuchs in Katar und Malaysia auf. Früh kam er mit dem radikalen Islamismus in Kontakt und konnte sich erst in einem langen Prozess der inneren Transformation daraus lösen. Seine Rettung waren das Internet, die neuen Medien und ein Netzwerk junger Aktivisten, die ihre eigene Tradition hinterfragten und schließlich zur Kraft hinter dem Arabischen Frühling wurden. In seiner Autobiografie „Mein Isl@m“ reflektiert er diese Entwicklung. Gleichzeitig eröffnet seine Geschichte den Blick auf eine ganze Generation junger Muslime, die sich mithilfe moderner Technologie an engen fundamentalistischen Strukturen vorbei ihren ganz eigenen Weg suchen.

ReferentInnen

Amir Amad Nasr
Blogger und Autor von Mein Isl@m 2016

Einführung und Übersetzung: Mike Kauschke

Veranstaltungsort
München, Lost Weekend, Schellingstraße 3


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion


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16.03.2017 - 19:30 bis 21:30

Mehr Fragen als Antworten - 4 Jahre NSU-Prozess - kein Schlussstrich!

 

Nach vier Jahren ist ein Ende des NSU-Prozesses absehbar. Sowohl das Verfahren vor dem OLG München als auch die unterdessen 12 Parlament-arischen Untersuchungsausschüsse haben mehr Fragen als Antworten auf-geworfen. 

Wir ziehen keinen  Schlussstrich: Wer war der NSU wirklich? Welche offenen Fragen und haarsträubenden Ungereimtheiten sind so ungeklärt wie zu Beginn des Prozesses? Was wurde zum  Unterstützungs-Netzwerk wirklich aufgedeckt? Welche Konsequenzen hat es für die tief verstrickten Behörden gegeben – die Polizei und den Verfassungsschutz? Wurden die Erwartungen und Ansprüche der Betroffenen des NSU-Terrors an die Aufklärung erfüllt? Welche Konsequenzen müssen wir aus dem NSU-Komplex ziehen – in Zeiten des weltweiten Rechtsrucks und der zunehmenden Angriffe auf geflüchtete Menschen, Migrant*innen, Solidarische und Aktivist*innen?

Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Veranstaltung.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen und rassistischen Parteien oder Organisationen angehören, der Neonazi-Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

ReferentInnen

Axel Hoffmann Rechtsanwalt aus Kiel, Nebenklagevertreter Keupstraße

Robert Andreasch
freier Journalist, NSU-Watch, a.i.d.a. Archiv

Orhan Mangitay
Mitherausgeber des Buches „Die haben gedacht, wir waren das“, IG-Keupstraße, Mitwirkender NSU-Tribunal

Patricia Kessler
Moderation, RLS-Stipendiatin und Aktivistin

Veranstaltungsort
München, DGB-Haus,Schwanthalerstr. 64


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Kurt Eisner Verein für politische Bildung e.V.


Art der Veranstaltung
Diskussion



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02.02.2017 - 19:00

Hass, Menschenfeindlichkeit und Gewalt in Deutschland

Gesellschaftliche Ursachen und politische Gegenstrategien

 

Auf dem Podium: Werner Fröhlich, Dr. Florian Herrmann (MdL), Franziska Holzschuh (Moderation), Katharina Schule (MdL), Prof. Dr. Elmar Brähler

Deutschland heute: Die Zahl von Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund steigt, Ausländerfeindlichkeit und Hass-Parolen werden salonfähig, Rechtspopulisten erzielen ungeahnte Wahlerfolge. Wo liegen die gesellschaftlichen Ursachen für diese besorgniserregenden Entwicklungen? Wie kann und soll man damit umgehen? Welche politischen Handlungsmöglichkeiten und Strategien gibt es?

Wer die Langzeit-Studien kennt, die sich seit Jahren mit diesen Phänomenen beschäftigen, wird weniger überrascht sein. Die „Mitte-Studien“ und die Untersuchungen zur „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ haben immer wieder gezeigt, dass es ein erhebliches Potenzial für die genannten Haltungen und Einstellungen gibt.

Wir stellten die aktuellen Studien vor und diskutierten mit bayerischen Politiker*innen über die politischen Konsequenzen.

Prof. Dr. Elmar Brähler (seit Jahren der Kopf hinter den Mitte-Studien) stellte die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Untersuchung („Die enthemmte Mitte“) vor. Rechtsextreme Einstellungen und Ausländerfeindlichkeit haben – das zeigt vor allem Vergleich mit den Mitte-Studien der vergangenen Jahre – demnach nicht signifikant zugenommen, sondern bewegen sich auf einem seit längerem besorgniserregend hohem Niveau.  Was in der Tat zugenommen habe, ist die Lautstärke, mit der solche Positionen geäußert werden, und die Bereitschaft, diese auch öffentlich deutlich zu artikulieren. Auch die aktuelle Studie bestätigt zum wiederholten Mal die Tatsache, dass – einigermaßen paradox - die Ausländerfeindlichkeit dort am höchsten ist, wo es am wenigsten Menschen mit Migrationshintergrund gibt.

Ergebnispräsentation (PDF-Datei)

Werner Fröhlich vom soziologischen Institut der LMU betonte, dass die ebenfalls 2016 durchgeführte Untersuchung zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland keine wesentlichen Unterschiede zur deutschlandweiten Mitte-Studie aufweise. Nur in einem Punkt gebe es eine signifikante Differenz: Obwohl in Bayern relativ viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, gibt es einen ziemlich hohen Prozentsatz  an Muslimfeindlichkeit (20%).  Dennoch könne keine Rede davon sein, dass es in Bayern ein umfassendes menschenfeindliches Weltbild gebe.

Was sehr stark zu Abwertungstendenzen gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen fördere, sei eine starke Identifikation mit Deutschland, ein nationalistisches bis chauvinistisches Weltbild also. Faktoren, die solche Abwertungstendenzen abschwächen oder verhindern, sind das weibliche Geschlecht (Frauen haben eine signifikant niedrigere Tendenz zur GMF als Männer!) und ein hoher Bildungsgrad.

Ergebnispräsentation (PDF-Datei)

Katharina Schulze, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, wies darauf hin, dass die hohe Zahl fremdenfeindlicher und rassistischer Straftaten (auch in Bayern) zeige, dass rechtsextreme Einstellungen irgendwann in tatsächliche Handlungen umschlagen. Dies erfordere eine Reaktion in zweierlei Hinsicht: sicherheitspolitisch durch Verfassungsschutz und Polizei, demokratiepolitisch durch Aufklärung und Bildung. Insbesondere hinsichtlich des zweiten Punkts sah sie in Bayern noch erhebliche Defizite. „Demokratie ist etwas Großartiges, das muss erlebbar werden“, forderte sie. Für entsprechende Förderprogramme müsse deshalb endlich auch Geld in die Hand genommen werden.

Auch Dr. Florian Herrmann, CSU-MdL und Vorsitzender des Innenausschusses des Landtags, betonte die Wichtigkeit einer „wehrhaften“ Demokratie als Reaktion auf manifeste Straftaten. Das GMF-Konzept bezeichnete er hingegen als „Arbeitshypothese“, die als Grundlage für die Arbeit von Verfassungsschutz und Polizei nur bedingt geeignet sei. Zudem sei das Handlungsfeld Prävention in ständiger Veränderung.

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer über die Wichtigkeit von Präventionsstrategien. Nur so könne verhindert werden, dass rechtsextreme Einstellungen in entsprechende Handlungsweisen umschlagen. Fröhlich betonte, wie wichtig es sei, die Menschen, die einer GMF-Einstellung zuneigen, wieder in den politischen Diskurs einbeziehen.

Das – sehr zahlreiche - Publikum bereicherte die Diskussion durch kompetente und allesamt erfreulich sachliche Diskussionsbeiträge und Fragen. Mehrfach wurde betont, dass die Zunahme von GMF und rechtsextremen Einstellungen nur dann wirksam bekämpft werden könne, wenn endlich die zunehmende soziale Spaltung in Deutschland als politisches Handlungsfeld betrachtet werde. 

Weiterführende Literatur und Links:

Langzeituntersuchung der Uni Leipzig zu rechtsextremen und antidemokratischen Einstellungen in Deutschland

Ergebnisse der bayerischen GMF-Studie: Soziologisches Institut der LMU München

Projektseite zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit an der Uni Bielefeld

Themenseite zum Rechtsextremismus der Landtagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Volles Haus im Nürnberger Presseclub

ReferentInnen

Prof. Dr. Elmar Brähler
langjähriger Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig, Mitverfasser der Studie „Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland“

Werner Fröhlich
Diplom-Soziologe, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie, Mitverfasser der bayerischen GMF-Studie

Katharina Schulze
MdL, stv. Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus

Dr. Florian Herrmann
MdL, CSU, Vorsitzender des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport

Moderation:
Franziska Holzschuh
Redakteurin, Nürnberger Nachrichten

v.l.n.r.: Dr. Florian Herrmann, Franziska Holzschuh, Katharina Schulze

Veranstaltungsort
Nürnberg, Marmorsaal im Presseclub Nürnberg, Gewerbemuseumsplatz 2


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Projektstelle gegen Rechtsextremismus im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad

Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Podiumsdiskussion



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01.02.2017

Jasmin Siri: Parteiensoziologie: Grundlagen, Herausforderungen,...

 

Die Diskussion um die Unzulänglichkeiten und Krisen von Parteien ist so alt wie  die Partei selbst. Wozu brauchen wir in der modernen Gesellschaft überhaupt noch Parteien? Welche Funktion nehmen sie in unserer Demokratie ein? Und was folgt daraus für die Menschen innerhalb dieser Organisation?

In ihrem Beitrag untersucht Jasmin Siri die Funktion der Parteien im politischen System, die Bedeutung ihrer Mitglieder sowie deren künftige Herausforderungen – vom erstarkenden Rechtspopulismus und Rechtsextremismus über den Wandel  der politischen Öffentlichkeit bis hin zur sozialen Ungleichheit als Problem für  deren Legitimation.

Jasmin Siri ist Soziologin an der Ludwig-Maximilians-Universität  München und vertritt seit April 2016 die Professur für Politische  Soziologie an der Universität Bielefeld. Ihre Arbeitsschwerpunkte  sind politische Soziologie, Gesellschaftstheorie, empirische  Parteienforschung und Organisationssoziologie. 

Ihr Beitrag ist als Policy Paper 19 im Rahmen des Projekts "Gut vertreten? Update für Demokratie" des Heinrich-Böll-Stifttungsverbundes erschienen und kann hier als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden.


Kosten
Download unentgeltlich!


Art der Veranstaltung
Veröffentlichung



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14.12.2016 - 19:00

„Rassismus, Radikalisierung, NSU-Terrorismus: Wie aus Jugendlichen...

 

Rassistisch motivierte Gewalt – bis hin zum Terrorismus - ist ein hausgemachtes Problem. Die Verharmlosung der Gefahr durch rechte Jugendliche und rassistische Deutungsweisen in der Gesellschaft resultieren nicht zuletzt aus der Verweigerung, sich mit den sozialen und sozialpsychologischen Ursachen von Radikalisierungsprozessen, mit Ungleichwertigkeitsvorstellungen und gesellschaftlichen Widersprüchen auseinanderzusetzen. Im Vortrag werden gesellschaftliche sowie gruppendynamische und individuelle Einflussbedingungen bei der Entstehung des NSU thematisiert und deren Aktualität diskutiert.

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe können Sie hier herunterladen.

ReferentInnen

Dr. Matthias Quent
leitet das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft – Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit mit Sitz in Jena. Im Juli erschien sein Buch: „Rassismus, Radikalisierung, Rechtsterrorismus. Wie der NSU entstand und was er über die Gesellschaft verrät.

Veranstaltungsort
Regensburg, Ostbayerische Technische Hochschule – Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften, Seybothstraße 2, 3. Stock (mit Aufzug)


Kosten
Eintritt frei!


Partner

a.a.a. Regensburg


Art der Veranstaltung
Vortrag



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