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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

30.06.2018 - 10:00 bis 17:30

Grundlagenseminar: Politikmanagement für ehrenamtlich Engagierte

 

Wer sich in Initiativen, Vereinen, Verbänden und Parteien engagiert, der tut dies in aller Regel ehrenamtlich. Doch die Mitglieder, aber auch die Öffentlichkeit erwartet von solchen Initiativen und Organisationen professionelle Arbeit. Dies gilt insbesondere für die jeweiligen Vorstandsmitglieder. Dementsprechend groß sind die Herausforderungen, aber auch der Zeitaufwand.

Unser Seminar trägt dazu bei, Klarheit in die Strukturen, Ziele und Inhalte des ehrenamtlichen Engagements und der Vorstandsarbeit zu bringen. Themen können – je nach Interesse und Bedarf der Teilnehmenden – dabei sein: Aufgabenverteilung, Teamarbeit, Zeitmanagement, effektive Gestaltung von Sitzungen, Innen- und Außendarstellung der Organisation, Mitgliederwerbung und -betreuung.

Das Seminar wendet sich an Vorstandsmitglieder, aber auch an andere Engagierte in Politik und Verbandsarbeit, vor allem auch an in der Kommunalpolitik engagierte Menschen. Es eignet sich auch für alle an einer solchen Arbeit Interessierten, die sich frühzeitig fit machen wollen für ihr Engagement.

Ziel des Seminars ist es, Anregungen und Vorschläge für die konkrete Gestaltung des eigenen Engagements zu vermitteln. Patentrezepte aber gibt es nicht und dürfen auch nicht erwartet werden.

Veranstaltungsnummer: 2-18-11

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtsstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Organisation" angerechnet werden. 

ReferentInnen


Peter Gack
Dipl.-Betriebswirt (FH), Geschäftsführer GRIBS-Kommunalbüro, ehem. Stadtrat, Bamberg

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
Nürnberg, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, Raum S 15


Kosten
40,-/erm. 30,- Euro (inkl. Tagungsverpflegung)


Art der Veranstaltung
Tagesseminar


Anmeldung


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09.06.2018 - 10:00 bis 17:30

Ich will Bürgermeister*in werden!

Strategie-Workshop für eine erfolgreiche Wahlkampagne

Wahlen gewinnen macht Freude! Aber leider gehen Wahlkämpfer*innen ihre Wahlkämpfe viel zu häufig hemdsärmlig, ohne ausreichende Vorbereitung und Strategie an und schmälern dadurch ihre Erfolgsaussichten. Viele sind in der Regel inhaltlich sehr gut aufgestellt, die Programme strotzen nur so vor guter Ideen und Maßnahmen. Doch häufig fehlt es an Überlegungen, dafür plausibel, authentisch und überzeugend Mehrheiten zu finden.

Wer wirklich Mehrheiten für sich und für seine Ideen gewinnen will, braucht eine gute strategische Vorbereitung des Wahlkampfs, eine ausführliche Analyse der Ist-Situation (Struktur, Themen, Wählerzusammensetzung, Gegner, Verbündete) und eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit (Profil, Image, Kompetenz, Charisma, Lern- und Entwicklungsbedarf ). Er oder sie muss zudem die Themen identifizieren, die für die Wähler*innen wirklich wichtig sind ("Gewinner-Themen"), und Klarheit schaffen über die vorhandenen und noch notwendigen Ressourcen (Finanzen, Personal, Verbündete). Erst darauf aufbauend können Kampagnen ordentlich geplant und die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit organisiert werden.

Wer ernsthaft vorhat, im März 2020 insbesondere als Bürgermeister*in oder Landrätin/Landrat zu kandidieren und dabei wirklich gewinnen will, muss sich spätestens jetzt mit seiner Strategie beschäftigen und eine abgerundete Kampagne planen. Unser Seminar gibt dazu Anregungen und Hilfen und die Teilnehmenden erfahren von den Erfolgsrezepten bereits durchgeführter Wahlkämpfe.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Weitere Angebote - Kommunalpolitik" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 2-18-07

Achtung: Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Bitte deshalb frühzeitig und verbindlich anmelden!

ReferentInnen

Peter Gack
Geschäftsführer GRIBS-Kommunalbüro, langjähriger Stadtrat in Bamberg

Susanna Tausendfreund
1. Bürgermeisterin, Pullach im Isartal

N.N.
Bürgermeister/in

Franz Heilmeier
1. Bürgermeister, Neufahrn

Veranstaltungsort
München, Tagungszentrum Kolpinghaus München-Zentral, Adolf-Kolping-Str. 1


Kosten
40,- / erm. 30,- Euro


Art der Veranstaltung
Tagesseminar


Anmeldung


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21.04.2018 - 10:00 bis 17:30

Souverän auf rechtspopulistische Äußerungen reagieren

Ein Argumentationstraining

Nicht nur bei den vielzitierten Stammtischen, von AfD-Sympathisant*innen oder auf den sog. "Demos für alle" sind sie zu hören, die menschen- und demokratiefeindlichen Äußerungen von Rechtspopulist*innen. Auch mitten unter uns, in der Verwandtschaft, unter Freund*innen oder Kolleg*innen sind sie inzwischen scheinbar normal geworden. 

Das ist ein Aspekt, der sie so gefährlich macht. Ein weiterer, dass sie uns oft sprachlos zurücklassen, weil uns gar nichts einfallen will, was wir entgegnen könnten.

Um einigermaßen souverän auf rechtspopulistische Aussagen reagieren zu können, brauchen wir außer Geistesgegenwart drei Dinge: Wissen über Argumentationsmechanismen und ihre Wirkung, rhetorische Kenntnisse und praktische Übung. 

Genau darum geht es in diesem Argumentationstraining:

  • Wie funktioniert die Argumentationsweise von Rechtspopulist_innen?
  • Welche Sprache nutzen sie?
  • Welche Argumentationstechniken setzen sie ein?
  • Wie bleibe ich souverän in der Diskussion mit Rechtspopulist_innen?
  • Wie kann ich auf ihre Äußerungen reagieren?
  • Welche Gesprächsführungstechniken sind in welchen Situationen wirkungsvoll?

Wir wechseln im Seminar zwischen Theorie-Input, Diskussion und praktischen Übungen an Beispielen aus dem Kreis der Teilnehmenden und anhand öffentlich bekannter Beispiele.

Dieses Seminar kann mit 9 Unterrichtstunden für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus im Bereich "Kommunikation" angerechnet werden.

Veranstaltungsnummer: 3-18-03

Achtung: Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Bitte deshalb frühzeitig und verbindlich anmelden!

ReferentInnen

Ina Machold
Diplom-Pädagogin und Mediatorin (FH), seit über 15 Jahren Training und Coaching zu den Themen Kommunikation, Rhetorik und Konfliktmanagement
Frauenreferentin, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Veranstaltungsort
München, Petra-Kelly-Stiftung, Hochbrückenstr. 10, Seminarraum


Kosten
60,- / erm. 40,- Euro


Art der Veranstaltung
Tagesseminar


Anmeldung


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13.10.2017 - 16:45 bis 14.10.2017 - 16:30

Die Verrohung der Republik

Politischer Diskurs im Wandel

Politische Auseinandersetzungen wurden in der bundesrepublikanischen Geschichte öfters mit harten Bandagen und deftiger Wortwahl geführt – die "Urgesteine" Franz Josef Strauß und Herbert Wehner stehen hierfür exemplarisch. 

Doch seit einigen Jahren scheint sich die "Qualität" des politischen Diskurses in der deutschen Republik grundlegend zu wandeln: Hasstiraden im Internet gegen politische Gegner, Gewaltandrohungen, ja sogar echte tätliche Übergriffe, undifferenzierte Polemik gegen "die" politischen "Eliten", gegen "die Mainstream"- Medien, gern auch als "Lügen-Presse" verunglimpft, waren in dieser Form bisher nicht üblich. Verschärft wird die Situation durch Gerüchte, Falschmeldungen und Lügen ("fake news"), die bewusst als Mittel der politischen Agitation eingesetzt werden.

Wie kam es zu dieser "Verrohung" des politischen Diskurses? Welche Rolle spielt dabei das Erstarken populistischer Strömungen? Wo liegen die gesellschaftlichen und politischen Ursachen für solche Tendenzen? Und nicht zuletzt: Was kann die Politik, was können wir alle dafür tun, um die demokratische Qualität politischen Streitens zu erhalten und zu verbessern - im Internet, im Alltag, in der Schule?

Mit diesen Fragen wollen wir uns auf unserer Tagung ausführlich befassen. Wir bieten spannende Vorträge und erwarten intensive Diskussionen. 

Die Tagungsausschreibung mit allen Details zu Programm und Referent*innen können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

ReferentInnen

Dr. Christian Boeser-Schnebel
Universität Augsburg, Projektleiter des Netzwerks Politische Bildung Bayern

Dr. Simon Tobias Franzmann
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Nora Fritzsche, M.A.
Wissenschaftliche Referentin für Radikalisierungsprävention der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle NRW e.V., Köln

Prof. Dr. Olaf Jandura
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Prof. Dr. Beate Küpper
Hochschullehrerin für "Soziale Arbeit in Gruppen und Konfliktsituationen", Stellvertretende Leitung des Institutes SO.CON (Social Concepts - Institut für Forschung und Entwicklung in der Sozialen Arbeit) an der Hochschule Niederrhein, Fakultät Sozialwesen, Mercator Fellow 

Dr. Fritz Schäffer
Leiter der Abteilung Schulpolitik im BLLV

Karolin Schwarz
CORRECTIV - Fact Checking Team, Essen

Veranstaltungsort
Tutzing, Akademie für Politische Bildung, Buchensee 1


Kosten
75 Euro (inkl. Ü im DZ + Tagungsverpflegung) bzw. 45 Euro (inkl. Tagungsverflegung, ohne Ü) / ermäßigt 45 Euro (inkl. Ü im DZ, Tagungsverpflegung) bzw. 35 Euro (inkl. Tagungsverpflegung, ohne Ü)


Partner

Akademie für Politische Bildung Tutzing


Art der Veranstaltung
Tagung



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30.06.2017 - 19:30

Die tödlichen Strukturen der Weltwirtschaft

Veranstaltungsreihe: Eine Welt ohne Visionen geht zu Grunde

Die Welt bebt. In vielen Regionen der Erde herrschen Krieg und Gewalt. Sie werden von großen Mächten und Waffenproduzenten geschürt. Die 50 reichsten Weltbürger haben so viel Geld wie 47 Prozent der Menschheit. Massenarmut, Kriege, Klimawandel und ein Welthandel im Dienste der Mächtigen treiben Millionen Menschen in die Flucht. Dort stoßen sie an die Grenzen der Reichen, die ihren Wohlstand abschotten. Doch Angst löst keine Probleme. Es ist höchste Zeit, Altnernativen zur globalen Ökonomie der Zerstörung zu diskutieren.
Die Probleme der gegenwärtigen Weltwirtschaft und mögliche Lösungswege analysiert der Referent in einer für alle verständlichen Sprache.

ReferentInnen

Dr. Wolfgang Kessler
Wirtschaftwissenschaftler, Chefredakteur von ‚Publik-Forum’

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei, Spenden erbeten


Partner

pax christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion



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22.06.2017 - 19:30

Krieg für Menschenrechte?

Veranstaltungsreihe: Eine Welt ohne Visionen geht zu Grunde

Das 2015 verabschiedete Weißbuch der Bundeswehr und zahlreiche weitere Strategiedokumente von NATO und EU bauen auf der Annahme auf, dass Menschenrechte mit militärischen Mitteln verteidigt werden können und müssen. Wenn deutsche Politiker wie Gauck oder Steinmeier von "Verantwortung" reden, dann meinen sie Militäreinsätze, während gleichzeitig die deutsche Regierung und ihre NATO-Verbündeten bei der UN die Verankerung eines "Menschenrechtes auf Frieden" blockieren. Die Referentin setzt sich mit dieser widersprüchlichen Politik auseinander. Sie wird sowohl über die globalen Angriffe auf Menschenrechte berichten, als auch über die Instrumentalisierung des Themas Menschenrechte für Interessen- und Machtpolitik. Claudia Haydt wird zudem konkrete Vorschläge diskutieren, wie eine konsequente und zivile Menschenrechtspolitik aussehen kann.

ReferentInnen

Claudia Haydt
Religionswissenschaftlerin und Soziologin. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V., die 2011 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei, Spenden erbeten


Partner

pax christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion



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06.06.2017 bis 09.06.2017

Orte guten Lebens in Bayern

Reise in eine lebenswerte Zukunft

Das "gute Leben" hat derzeit Hochkonjunktur - selbst die Bundesregierung hat ein umfangreiches Konsultationsprojekt dazu durchgeführt. Was "gutes Leben" aber konkret bedeutet, wird selten genau definiert. Klar ist: Eine intakte Umwelt, Gesundheit, nachhaltiges Wirtschaften, gerechtes Einkommen und menschenwürdige Wohnverhältnisse gehören mit Sicherheit dazu. 

Immer mehr Menschen, in zivilgesellschaftlichen Initiativen oder in der Kommunalpolitik, in Unternehmen, Genossenschaften oder Vereinen, engagieren sich mittlerweile dafür, ihre Visionen vom guten Leben ganz konkret, vor Ort, gemeinsam mit anderen, umzusetzen. Einige dieser Projekte und Initiativen besuchten wir auf unserer Bildungsreise, um die Vielfalt dieser Ansätze in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen kennenzulernen. 

Dieter Gewies (im Bild rechts), der bis 2014 18 Jahre lang Erster Bürgermeister der Gemeinde Furth (ca. 3.500 Einwohner*innen) im Landkreis Landshut war, erläuterte die kontinuierliche, sehr pragmatisch orientierte Politik, die ihm und dem Dorf 2014 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis eingebrachte. Das langjährig entwickelte Further Nachhaltigkeitskonzept ist in acht integrierte Nachhaltigkeitsfelder aufgeteilt und stellt die zentrale Richtschnur für alle Entscheidungen dar. Der Haushalt der Gemeinde wird durchgängig nach Nachhaltigkeitskriterien aufgestellt, verabschiedet und abgearbeitet. Umwelt- und sozialgerechte Beschaffung ist Grundlage für das Beschaffungswesen. 2011 wurde Furth mit dem Gütesiegel „Nachhaltige Bürgerkommune Bayern“ ausgezeichnet. Die starke Partizipation der Bürgerinnen und Bürger ist Teil einer bewusst angelegten Mitmach- und Anerkennungskultur. Sie ist Grundlage der Fortschritte im Nachhaltigkeitsbereich sowie bei notwendigen Investitionen z.B. im Bereich Energiewende und Innenentwicklung.

Schon 1999 wurde beschlossen, sich zu 100% mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Ein Hackschnitzelheizwerk, eine Biogasanlage sowie zahlreiche Sonnenkollektoren und PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden und Privathäusern sorgen bereits heute dafür, dass über 80% der Strom- und Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Eine groß angelegt Gewässerrenaturierung, mit der die Sünden der Flurbereinigung behoben werden konnten, hat durch die Anlage von breiten Gehölzstreifen entlang der Bäche den positiven Nebeneffekt, dass auf diese Weise auch die Versorgung des Heizwerks mit heimischem Brennstoff gesichert werden konnte.

 

In der Dorfentwicklung setzt Furth auf Flächensparen und Innenentwicklung. Im Rahmen eines breit angelegten Bürgerbeteiligungsverfahrens wurden die Pläne für eine neue Dorfmitte entwickelt und umgesetzt. Realisiert wurde eine kleinteilige Struktur von Läden und Dienstleistern (siehe Bild oben links). Trotz großen Zuzugsdrucks betreibt Furth eine restriktive Baulandausweisung.

Ein Eckpfeiler für die Further Entwicklung ist der Schwerpunkt Bildung & Erziehung, für den ein Drittel des Gemeindeetats reserviert ist. Damit ist es der Gemeinde möglich, eine Betreuungsgarantie von 1. bis zum 14. Lebensjahr zu geben. Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule (alle integrativ bzw. inklusiv organisiert) sowie Mittelschule, Hort und Gymnasium befinden sich im Ort. Außerdem gibt es zwei Universitätsinstitute. 

Andreas  Horsche (im Bild ganz oben links), der seit 2014 als Nachfolger des aus Altersgründen nicht mehr kandidierenden Gewies sein Nachfolger im Amt des Bürgermeisters ist, setzt dessen Nachhaltigkeitspolitik konsequent fort. Ein Beispiel dafür ist die derzeit laufende Renaturierung des Further Baches (siehe Bild oben rechts) zwischen Punzenhofen und Obermünchen. Mit diesem Projekt werden gleich vier unterschiedliche Ziele realisiert: die ökologische Aufwertung des Gewässers, die Schaffung zusätzlicher Retentionsflächen, die Anlage eines Fahrradwegs parallel zur vielbefahrenen Straße sowie die Verlegung von Glasfaserkabeln zur Versorgung mit schnellem Internet. Eine vierfache Win-win-Situation sozusagen.

Kurzporträt von Furth (Präsentation als PDF-Datei)

Details: http://www.furth-bei-landshut.de/furth/nachhaltige-entwicklung/


„Tagwerk“, ein relativ kompliziertes Konglomerat aus Genossenschaft, Trägerverein und GmbH (siehe Folie 5 der Präsentation, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann), hat sich dem Motto „Bio aus der Region“ verschrieben. Wie Dr. Michael Rittershofer, der Geschäftsführer des Tagwerk e.V., ausführte, versteht es sich als regionales Netzwerk (siehe nebenstehende Karte), dem gute Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung genauso wichtig sind wie der achtsame Umgang mit der Natur und das solidarische Miteinander von Verbrauchern, Erzeugern, Händlern und verarbeitenden Betrieben. Von den bescheidenen Anfängen im Jahr 1984 bis heute (für 2017 erwarten Genossenschaft und GmbH einen Gesamtumsatz von etwa 8 Mio. Euro) wurde ein weiter Weg zurückgelegt. Ursprünglich setzte man ausschließlich auf regionale Produkte. Später folgte die Öffnung hin zum Vollsortiment, was aber auch für die Regionalprodukte einen deutlichen Schub brachte. Aber nach wie vor setzt Tagwerk auf regionale Produkte aus zertifizierten Betrieben und achtet auf kurze Transportwege und schonende handwerkliche Verarbeitung. Tagwerk kann vergleichsweise hohe Preise an die Erzeuger*innen zahlen. Und sehr wichtig: Für manche Anbieter*innen (mit kleinen oder unregelmäßigen Erzeugermengen, an denen die „großen“ Handelsmarken kein Interesse haben) ist Tagwerk die einzige verlässliche Abnahmealternative neben dem Direktvertrieb. Die regionale Orientierung ermöglicht es, direkte Kontakte zu den Erzeuger*innen herzustellen, Beziehungen zu knüpfen und Vertrauen zu schaffen. Auch für das Tierwohl sorgt Tagwerk – von der Haltung bis zur Schlachtung in der eigenen Öko-Metzgerei. Dies ist gegenüber der Zusammenarbeit mit einer konventionellen Metzgerei in der Vergangenheit ein wesentlicher Fortschritt. So können die Tiere vor der Schlachtung einige Tage ruhen, um den "Stress" zu verringern.

Tagwerk versteht seine Arbeit durchaus auch als politisches und gesellschaftliches Engagement: Dazu zählen Landschaftspflege im Sinne des Arten- und Naturschutzes auf Biohöfen, der Einsatz für eine Öko-Modellregion Isental oder für einen gentechnikfreien Landkreis Erding sowie die Beteiligung an der Demo „Wir haben es satt“. Auch die Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz für das Unternehmen ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

Ob die Verschmelzung der GmbH und der Genossenschaft, die mit dem Umzug vom ländlichen Dorfen in das - nicht sehr ansehnliche - Gewerbegebiet in Garching einher ging, einen Wandel in der Grundorientierung von Tagwerk bringt (zum Beispiel im Sinne einer größeren Orientierung am „Markt“), muss wohl noch abgewartet werden.

Details: http://www.tagwerk.net/

Der Chiemgauer ist Europas wohl ältestes (seit 2003) und auch erfolgreichstes Regio-Geld. Immer mehr Menschen (derzeit etwa 3.200) bezahlen bei fast 600 mitmachenden Unternehmen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein mit dem Chiemgauer. Der regionale Einkauf hat in mehrfacher Hinsicht positive Auswirkungen: er stärkt insbesondere die kleineren Geschäfte vor Ort, kurbelt die regionale Wirtschaft an und bringt zusätzliches Geld in die Kassen von Vereinen und Einrichtungen mit sozialen Zielen. Das Regio-Geld (das es mittlerweile auch als „eChiemgauer“ für die elektronische Zahlung gibt) versteht sich als Ergänzung des Euro um eine regionale Komponente. Und er zielt als „alternative Geldform“ darauf ab, dass die Kaufkraft gebunden wird und die Wertschöpfung in einer eigenen Region bleibt. Auch sollen lebendige Innenstädte und Dörfer, intakte Vereinsstrukturen und ein helfendes Miteinander gefördert werden.

Wichtiges Instrument dafür ist der sog. „Umlaufimpuls“: Die Verbraucher*innen müssen ihre Scheine alle drei Monate um drei Prozent mit Klebemarken aufwerten, wenn sie nicht vorher ausgegeben wurden. Das sorgt für einen schnellen Umlauf und fördert somit die regionale Geschäftstätigkeit. Und es wird verhindert, dass der Chiemgauer spekulativ gehortet wird.

Unternehmen, die beim Chiemgauer mitmachen, „belohnen“ den regionalen Einkauf mit drei Prozent, die dem Verein oder einem sozialen Zweck gutgeschrieben werden, die jedes Mitglied selbst festlegen kann. Rund 200 mitmachende Vereine profitieren davon. In den vergangenen Jahren konnten so mehr als 280 Vereine und Projekte mit einer Summe von insgesamt über einer halben Million Euro  gefördert werden.

Christophe Levannier (Bild oben) vom Chiemgauer-Trägerverein wies in seinem Vortrag aber auch darauf hin, dass das große Interesse am Chiemgauer weit über Deutschlands Grenzen hinaus in einem eigentümlichen Gegensatz zum begrenzten Interesse in der eigenen Region stehe: Der Prophet gelte offenbar nichts im eigenen Land, man werde vor Ort eher belächelt oder gar ignoriert. Angesichts der doch eng begrenzten Wirkung kann ein Regio-Geld zwar die regionale Wirtschaft unterstützen und Projekte fördern, wohl aber kaum die ihm zugedachte Rolle als Alternative zum herrschenden Geldsystem spielen.

Weitere Details:  http://www.chiemgauer.info/

Video „Fehler im Geldsystem“

Margrit Kennedy / Bernard Lietaer: Regionalwährungen. Auf dem Weg zu nachhaltigem Wohlstand, Riemann-Verlag, 2004

Weitere Literaturhinweise: http://www.chiemgauer.info/informieren/lese-ecke-archiv/

Die Molkerei Berchtesgadener Land, die uns bei einer ausführlichen Betriebsbesichtigung von Sabine Fuchs präsentiert wurde, ist seit 1973 auch eine Bio-Molkerei (daneben wird aber immer noch und überwiegend konventionell erzeugte Milch verarbeitet) und damit eine der ersten überhaupt. Sie ist als Genossenschaft organisiert und verarbeitete im Jahr 2016 ca. 306 Mio. kg Milch. Davon waren 89 Mio. kg Bio-Milch. Sie erwirtschaftete damit einen Umsatz von über 200 Mio. Euro. Die Produkt-Palette umfasst Frischmilch, haltbare Milch, Milchmischgetränke, Joghurt, Fruchtjoghurt, Trinkjoghurt, Buttermilch, Fruchtbuttermilch, Kefir, Dickmilch, Speisequark (Topfen), Speisequarkzubereitung, Kräuter- und Fruchtquark, Schlagrahm, Sauerrahm, Schmand, Crème fraîche, Butter; laktosefreie Bio-Produkte. Die  Molkerei-Genossenschaft hat derzeit 1733 Mitglieder, davon sind 491 Bio-Bauern.

Die Molkerei verfolgt den Leitgedanken der Nachhaltigkeit und sieht im Genossenschaftsmodell die Möglichkeit, Herkunft, Nachhaltigkeit und Fairness als gesellschaftliche Werte glaubwürdig umzusetzen. Das kommt zum Beispiel in der seit 2010 verpflichtend für alle Genossenschaftsmitglieder erfolgenden natürlichen Fütterung der Kühe ohne Gentechnik zum Ausdruck. Ein weiteres Projekt, das in ähnliche Richtung zielt und vor allem den Antibiotika-Gebrauch auf ein absolutes Minimum beschränken soll, sind die von der Molkerei angebotenen Homöopathie-Schulungen für die Landwirte.

Auch in der Logistik arbeitet die Molkerei an umweltverträglichen Lösungen. Die Milch-LKWs müssen sowohl von konventionell wie auch von ökologisch wirtschaftenden Landwirten die tägliche Milchmenge einsammeln. Da der Großteil der Landwirte nur wenige Kühe hält und sie teils auf bis zu 1200 m Höhe ihren Hof extensiv bewirtschaften, sind dafür viele Einzelstrecken zurückzulegen. Da es sich um unterschiedliche Milchsorten handelt, sind die Tankwägen schrittweise mit sog. Trema-Systemen (Annahme von mehreren Milchsorten im Tankwagen) ausgestattet worden. Dadurch ist es möglich, auf einer Strecke getrennt voneinander konventionell erzeugte Milch, Naturland Bio-Alpenmilch und Demeter Bio-Alpenmilch zu erfassen, ohne unnötige Strecken zurückzulegen. So ließen sich die Touren zusammenfassen, unnötige Fahrstrecken vermeiden, Spritkosten einsparen und dadurch den CO2-Ausstoß verringern.

Details zu verschiedenen Projekten: https://bergbauernmilch.de/  

Eine Stippvisite führte uns zum „Haus der Berge“, dem Zentrum des Nationalparks Berchtesgaden, das uns von Hans Maltan vorgestellt wurde. Das Haus der Berge verbindet Informationszentrum, Bildungsarbeit und ein Außengelände, letzteres ist allerdings angemeldeten Teilnehmenden der Veranstaltungen des Bildungszentrums vorbehalten. Das – auch architektonisch ansprechende – Haus bietet vielfältige Möglichkeiten zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs in Deutschlands einzigem Alpen-Nationalpark: die preisgekrönte Ausstellung „Vertikale Wildnis“, interaktive Informationen rund um das Schutzgebiet, ein Kino im Foyer mit Naturfilmen, wechselnde Ausstellungen auf zwei Ebenen sowie eine themenbezogene Bibliothek. Rund um das Haus können auf dem Panoramaweg die vier Haupt-Lebensräume des Nationalparks erlebt werden: Wasser, Wald, Alm und Fels.

Details: http://www.haus-der-berge.bayern.de/

Die Nationalparkgemeinde Ramsau bei Berchtesgaden ist das erste Bergsteigerdorf in Deutschland (seit 2015). Bergsteigerdörfer sind Vorzeigeorte, die sich aktiv für den sanften Tourismus und den Schutz der Alpen engagieren. Bergsteigerdörfer sind vorbildhafte regionale Entwicklungskerne im nachhaltigen Alpintourismus mit einer entsprechenden Tradition. Sie garantieren ein professionelles Tourismusangebot für Bergsteiger, weisen eine exzellente Landschafts- und Umweltqualität auf und setzen sich für die Bewahrung der örtlichen Kultur- und Naturwerte ein. Als alpine Kompetenzzentren setzen Bergsteigerdörfer auf Eigenverantwortung, Fähigkeit und Souveränität sowie umweltkundiges und verantwortungsvolles Verhalten ihrer Gäste am Berg.

Die Vorbildwirkung der Bergsteigerdörfer besteht auch darin, dass sie im Einklang und in selbstverständlicher Beachtung einschlägiger gesetzlicher Bestimmungen und Programme das Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum verwirklichen wollen.

Dennoch ist das Etikett „Bergsteigerdorf“, wie Fritz Rasp (im Bild links, daneben Jens Badura vom berg_kulturbüro) von der Tourist-Information Ramsau betonte, kein Marketing-Instrument. Es geht dabei eher um die Einheimischen, um ihren Bezug zum Ort und ihre Identifikation damit. Ramsau hat viel zu bieten, zu allererst natürlich die Natur, die Berge. Aber auch einen funktionierenden ÖPNV, eine Gastronomie, die auf regionale Produkte setzt (zum Beispiel über feste Abnahmeverträge mit den Landwirten). Und man stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels, so waren immense Investitionen notwendig, um den Hochwasserschutz bei Starkregenereignissen zu gewährleisten.

Eine wichtige Rolle in diesem Konzept spielt dass berg_kulturbüro im Mesnerhaus. Es versteht sich als ein Raum für Initiativen und als eine Denkwerkstatt im Bereich alpenpolitischer und -kultureller Fragen. Es zielt darauf, regional relevante Themen wie auch grundsätzliche Fragen zur Kultur und Entwicklung des Alpenraums im Resonanzraum wissenschaftlicher, politischer und kulturell-künstlerischer Zugänge konkret vor Ort zur Diskussion zu stellen. Der direkte lokale Bezug zu den Menschen, der Kultur sowie der Landschaft und Natur wird dabei genauso als notwendige Voraussetzung gesehen wie die enge Vernetzung mit regionalen Gemeinden, der Biospährenregion Berchtesgadener Land, dem Nationalpark Berchtesgaden, den Alpinen Vereinen, alpenpolitischen Organisationen und weiteren auch internationalen Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Kultur im Alpenraum.

Das berg_kulturbüro ist gleichermaßen Arbeits- und Entwicklungsraum, Dialogort und Bibliothek. Einerseits werden Projekte für den regionalen Zusammenhang konzipiert und durchgeführt – wie z.B. das Alpine Philosophicum Ramsau (Thema z.B.: „Brauchtum gestern und heute“), der monatliche berg_kulturstammtisch sowie weitere Kulturveranstaltung wie Lesungen. Andererseits werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich kultureller Wertschöpfung im deutschsprachigen Alpenraum vom berg_kulturbüro her initiiert und begleitet. 

Ganz bewusst versteht sich Ramsau als Modellbeispiel für andere Orte im Alpenraum – über die deutschen Grenzen hinaus.

Bergsteigerdorf: Wie sanfter Tourismus den Alpen hilft – Filmbericht im Bayerischen Rundfunk

Deutscher Alpenverein (Hrsg.): Ramsau b. Berchtesgaden. Nationalpark-Gemeinde am Fuße des Watzmanns. München 2015

Details: http://www.bergsteigerdoerfer.de/378-0-Bergsteigerdorf-Ramsau.html und www.ramsau.de

Michael Pelzer, der ehemalige langjährige (von 1990 bis 2014!) Bürgermeister von Weyarn, stellte dar, dass sich das umfassende Bürgerbeteiligungskonzept, das in Weyarn jetzt schon etliche Jahre praktiziert wird, aus der Suche nach neuen Wegen für die Gemeinde entwickelte. In einer Phase der Krise und Orientierungslosigkeit ging es darum, sich für ein Leitbild zu entscheiden. Die Frage „Wo wollen wir hin?“ wurde am Ende eines längeren Suchprozesses mit dem Leitbild „Ländliche Qualität erhalten!“ beantwortet. Selbstbewusstsein und Identität der Dorfgemeinschaft wurden in diesem Prozess wesentlich gestärkt.

Pelzer betonte die positiven Auswirkungen eines solchen Beteiligungsprozesses: Das politische Klima werde besser, das Vertrauen in die demokratischen Institutionen gestärkt und die Akzeptanz von Politikentscheidungen größer. Zudem könnten auf diese Weise Fehlplanungen und Fehlinvestitionen verhindert werden. Die konkrete Ausgestaltung des Beteiligungsprozesses sollte dabei die jeweilige Ausgangslage vor Ort berücksichtigen. Wichtig sei auf alle Fälle, die Eintrittsschwelle so niedrig wie möglich zu halten und eine professionelle Begleitung und Moderation des Beteiligungsprozesses zu gewährleisten. In Weyarn wird dies durch ein „Mitmach-Amt“ als Koordinationsstelle mit einer hauptamtlichen Mitarbeiterin getan. Information ist die Grundvoraussetzung für das Funktionieren von Bürgerbeteiligung: „Alle müssen alles wissen!“

Als ein konkretes Beispiel, wie ein solcher Beteiligungsprozess funktioniert, nannte Pelzer die Planung des neuen Schulgebäudes, bei dem die Schüler*innen von vornherein als entscheidender Bestandteil einbezogen wurden (z.B. mit Kindergemeinderatssitzungen). So konnten die Wünsche der Schüler*innen berücksichtigt werden, unrealisierbare Vorstellungen argumentativ bearbeitet und sogar Kosteneinsparungen gegenüber herkömmlichen Schulbauten realisiert werden.

Bertelsmann-Stiftung/Staatsministerium Baden-Württemberg (Hrsg.):  Partizipation im Wandel. Unsere Demokratie zwischen Wählen, Mitmachen und Entscheiden, Gütersloh 2014

Michael Pelzer/Theresia Benda: Nicht ohne meine Bürger. Eine Wegbeschreibung zur Bürgergesellschaft. In: Der Bayerische Bürgermeister 1/2009, S. 125-127

Details: http://weyarn.de/aktiv.htm

Satzung: http://weyarn.de/Gemeinde/Satzungen/Buergerbeteiligungssatzung.pdf

Heidrun Eberle von der Nachbarschaftsbörse am Ackermannbogen führte uns durch dieses neue Baugebiet, das auf dem Gelände der 1994 von der Bundeswehr aufgegebenen Kasernen entstanden ist. Das 36 ha große Gelände war von der Stadt München insgesamt aufgekauft worden und mit der bewährten „Münchner Mischung" überplant worden. Das heißt: zu je einem Drittel mit frei finanzierten Wohnungen, mit sozialem Wohnungsbau und dem Münchner Modell für Haushalte mit mittlerem Einkommen, die keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung haben. Mittlerweile leben im Ackermannbogen rund 6700 Menschen, 27% davon sind Kinder und Jugendliche. Im Gebiet gibt es immerhin sechs Kita-Einrichtungen.

Das Quartier ist charakterisiert durch kompakte, weitgehend mehrstöckige Wohnbebauung (siehe die drei Bilder unten als Beispiel) mit großzügigen Grünanlagen und verkehrsberuhigten Bereichen. Etliche Projekte wurden von Baugemeinschaften und Wohnungsbaugenossenschaften realisiert, aber auch die stadteigenen Wohnungsbaugesellschaften waren dort aktiv. Im Quartier gibt es auch einige Pflegewohnungen für ältere Menschen und – in einem anderen Haus untergebracht – einen Pflegestützpunkt. Über das gesamte Viertel verteilt sind insgesamt 10 Gemeinschaftsräume, die für kulturelle Veranstaltungen, Partys oder Kurse genutzt werden (darunter auch einer, der von außen uneinsehbar ist und deshalb gern für Angebote genutzt wird, die sich an Muslimas richten). 

  

„Urban Gardening“ (Bild unten links) findet in einem 1000 Quadratmeter großen Garten statt, der von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Auch die Investitionen für den Bau der Wege und der Gartenlaube wurden von der Stadt im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme getragen. Die Ernte gehört denjenigen, die hier Arbeit investieren. Das Projekt wird von verschiedenen, durch die Nachbarschaftsbörse koordinierten Arbeitskreisen getragen. Der Garten ist jedoch offen für alle und nicht abgesperrt. Ob dies zu „Mitnahme-Effekten“ führen wird, muss sich noch erweisen.

 

Der Stadtplatz (Bild oben rechts) mit Einzelhandelsgeschäften und einem Brunnen (von Kindern gern als „Schwimmbad-Ersatz“ genutzt) als Mittelpunkt wird als Treffpunkt und Kommunikationsort schon gut angenommen.

Informationen der Stadt München zum Bauquartier 

Informationen zur Nachbarschaftsbörse und ihren Aktivitäten

Die wagnis eG ist eine junge Genossenschaft. Sie wurde im Jahr 2000 mit 21 Mitgliedern gegründet und verzeichnete Anfang 2017 bereits über 1.700 Mitglieder. Die Rechtsform Genossenschaft bedeutet Selbst- und Gemeinschaftsorganisation, Mitbestimmung und Selbstverwaltung. Sie ist demokratisch aufgebaut. Jedes Mitglied hat unabhängig von seinen eingezahlten Geschäftsanteilen eine Stimme, das höchste Organ ist die Mitgliederversammlung. Zweck der Genossenschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder vorrangig durch eine sozial und ökologisch verantwortbare und sichere Wohnungsversorgung. Dementsprechend hat die Baugenossenschaft wagnis eG das Ziel, Wohnanlagen (links im Bild: das Projekt "Wagnis 1") zu realisieren, um gemeinschaftlich verwalteten Wohnraum dauerhaft zu sichern, sozial zu binden und der Spekulation zu entziehen. Nachbarliches Miteinander, generationenübergreifendes Wohnen, die Nähe von Arbeits- und Wohnort sowie ökologische Nachhaltigkeit sind wesentliche Ziele, wie Rut-Maria Gollan vom wagnis-Vorstand ausführte.

Wohnbaugenossenschaften stellen einen “Dritten Weg” zwischen den traditionellen Lösungen Eigentum und Miete dar. Typisch ist ihr Doppelcharakter als Wirtschaftsunternehmen einerseits und bewohnerorientierter Selbsthilfeeinrichtung andererseits. Das gesamte Projekt ist Gemeinschaftseigentum, in dem die Wohnenden "Mieter im eigenen Haus" sind. Sie besitzen ein lebenslanges Wohnrecht und zahlen auf Dauer günstige Mieten. Die Wohnungen sind keine Spekulationsobjekte, sondern bleiben langfristig und auch den Erben erhalten. Die Einlagen der Genossen bilden die wirtschaftliche Basis. Diese betragen etwa 30 Prozent des Gesamtinvestitionskapitals, darin enthalten sind auch die Finanzierungen für die Gemeinschaftseinrichtungen, an denen sich jeder hier wohnende Genosse beteiligt.

Rut-Maria Gollan erläuterte, dass jedes Projekt mit der Bildung einer Baugruppe beginnt, die über die wesentlichen Charakteristika des Baus (z.B.: Gemeinschaftsräume) beschließt. Ziel sei es, die Wohnräume auf das wirklich notwendige Maß zu beschränken und für andere Nutzungen (Werkzeuge, Hobby, Waschmaschinen, Gästezimmer usw.) gemeinschaftlich genutzte Räume vorzusehen. Aber natürlich müssen die Gebäude auf Dauer geplant werden und nicht nur für den Erstbezug. Deshalb gebe es auch eine große Bandbreite an Wohngrößen, die die Breite der Gesellschaft abbilden sollen. Barbara Uhl (im Bild) führte uns durch das Projekt „Wagnis 4“ an der Petra-Kelly-Straße (unten links: Blick vom Dachgarten in den Innenhof), das sowohl architektonisch überzeugte als auch durch einen wunderbaren Gemeinschaftsgarten auf dem Dach des Gebäudes (Bild unten rechts) beeindruckte.

 

 

Details: http://www.wagnis.org/ 

Das Projekt „Bellevue di Monaco” in der Müllerstraße 2-6 befindet sich im Glockenbach-Viertel, im „Zentrum der Gentrifizierung Münchens”, wie Vorstandsmitglied Matthias Weinzierl (Bild links) betonte.  Begonnen hatte das Projekt mit dem Protest gegen den geplanten Abriss der renovierungsbedürftigen Gebäude in der Müllerstraße 2-6 und das damit verbundene Verschwinden des angrenzenden Bolzplatzes. Dagegen hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich für den Erhalt aussprach und mit der Goldgrund-Gorilla-Renovierungsaktion auch Medienaufmerksamkeit bekam – nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung durch Prominente aus der Kulturszene. Die Abrisspläne wurden zurückgenommen. Und nach einer Ausschreibung verpachtete die Landeshauptstadt München die Häuser im April 2016 für die nächsten 40 Jahre an die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco, die Wohn- und Kulturzentrum für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge und interessierte Münchner im Herzen der Stadt München realisiert.

  

Die Entrümpelung wurde in Eigenleistung und mit ungeheurem Engagement von Freiwilligen geleistet. Momentan läuft die Renovierung der drei Häuser auf Hochtouren. Dabei kommen natürlich professionelle Handwerksbetriebe zum Zug, die sich aber verpflichtet haben, dabei auch Geflüchtete im  Rahmen ihrer Möglichkeiten einzusetzen. Gleichzeitig werden bereits diverse Veranstaltungen und Aktionen organisiert. In einem provisorisch hergerichteten Teil des Gebäudes findet schon jetzt ein vielfältiges Begegnungs-, Schulungs- und Kulturprogramm statt. Synergieeffekte gibt es mit der benachbarten Glockenbach-Werkstatt (Bürgerhaus), das Kurse anbietet und über Gastronomie und Biergarten verfügt. Nach der Fertigstellung soll das Bellevue di Monaco etwa 40 Menschen Unterkunft bieten sowie mit seinen Beratungsangeboten, seinen Veranstaltungsräumen und einem großen Kulturprogramm eine zentrale Anlaufstelle zum Thema Flucht und Migration sein.

Als „Tür zur Stadt“ wird das offene Info-Café (Bild oben rechts) an der Ecke Müller-/Corneliusstraße fungieren. Der Cafébetrieb (ohne Konsumzwang!) wird gemeinsam mit Flüchtlingen organisiert und umgesetzt. Es wird niedrigschwellige Informations- und Beratungsangebote für Geflüchtete geben, aber auch für alteingesessene Münchner, die Hilfe anbieten oder Kontakt suchen. Im Wohnhaus Müllerstraße 6 werden in zehn Wohnungen junge geflüchtete Menschen nach der Betreuung durch die Jugendhilfe in ein selbständiges Leben begleitet. Die Wohndauer für den einzelnen Jugendlichen soll ca. 2 Jahre betragen. Das Wohnhaus Müllerstraße 4 bietet in sechs Wohnungen Raum für Geflüchtete mit besonderem Bedarf, insbesondere für Familien. Intensivere Beratungsangebote, sowie Schulungen und Kulturveranstaltungen gibt es im Hinterhaus in den Kulturräumen der Müllerstraße 2. Die Kosten werden durch einen Zuschuss der Stadt München in Höhe von 1,2 Mio. Euro plus der gleichen Summe von diversen Stiftungen finanziert.

Wesentliches Anliegen der Bellevue-Sozialgenossenschaft ist es laut Weinzierl, die Flüchtlingsproblematik ins Zentrum zu stellen: ins Zentrum der Stadt und ins Zentrum des Interesses. Deshalb engagiert sich das Projekt neben der Renovierung auch mit Informationsveranstaltungen über Fluchtursachen, der Organisation von Hilfslieferungen und anderen politischen Aktivitäten.

Details: http://bellevuedimonaco.de/

Verena Salz führte uns durch die 2010 gegründete Textilfabrik „manomama“. Deren Personalkonzept beruht vor allem darauf, Personen, die als „unvermittelbar“ gelten, einen Arbeitsplatz zu bieten: Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose, Migrant*innen etc.  Alle, die in der Produktion arbeiten, erhalten einen Grundlohn von 10 Euro pro Stunde. Die Arbeitsverträge sind unbefristet, die Arbeitszeit (zwischen 6 und 22 Uhr) ist flexibel einteilbar. Manomama hat derzeit rund 150 Beschäftigte, fast ausschließlich in der Produktion. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über das Internet (Web-Shop), daneben gibt es den Fabrikverkauf  und einen manomama-Laden in Augsburg. Außerdem gibt es Mitarbeiterinnen, die die Produkte mobil in ihrer Region verkaufen.

Die Produktion orientiert sich an den Kriterien: öko, regional und fair. Alle Rohstoffe, sofern verfügbar, kommen aus der Region. Dazu zählen Hanf, Leder, Schurwolle (von einem Augsburger Schäfer) und Viskose. Nur die Biobaumwolle kommt aus Tansania. Auch die Weiterverarbeitungsschritte wie Spinnen, Weben, Stricken und Ausrüsten sowie alle Zutaten (Reißverschlüsse, Knöpfe, Nähfäden etc.) werden im Umkreis von 300 Kilometer von Augsburg realisiert, in Ausnahmefällen auch in anderen bundesdeutschen Regionen (NRW oder Brandenburg). Außerdem orientiert sich die Produktion (rechts ein Bild der Produktionshalle) an strengen ökologischen Maßgaben. Auch auf Chemikalien, die selbst bei Biotextilsiegeln erlaubt sind, verzichtet manomama. Die bei der Produktion anfallenden Stoffreste werden recycelt und zu neuen Stoffen verarbeitet.

Ein wesentliches ökonomisches Standbein des Betriebs ist – neben der eigentlichen Kleidungsproduktion – die Herstellung von Stofftaschen.  Auch hier wird darauf geachtet, dass nur „korrekte“ Auftraggeber beliefert werden.

Details: https://www.manomama.de/

 

Das Grandhotel Cosmopolis ist ein "gesellschaftliches Gesamtkunstwerk" (im Sinne einer "sozialen Plastik" nach Joseph Beuys) im Augsburger Domviertel und will Akzente setzen für ein friedliches Zusammenleben in der modernen Stadtgesellschaft. Die dringliche Aufgabe der Unterbringung von Asylbewerbern wird hier verknüpft mit kultureller Vielfalt und vor allem mit einem Angebot zur Teilhabe für alle.

Die Diakonie ist Hauseigentümerin und kümmert sich um die Flüchtlingsberatung. Sie hat die Kosten des Umbaus vorfinanziert. Die unterschiedlichen Teilbereiche des Gebäudes werden von zwei verschiedenen Parteien gemietet. Die Regierung von Schwaben ist Mieter der Hotelbereiche mit Asyl.
Der 2013 gegründete gemeinnützige Verein Grandhotel Cosmopolis e.V., der die Idee entwickelt hat, ist Mieter des Hotels ohne Asyl, der Gaststätte, der Ateliers und der Café-Bar. Das Haus diente früher als Altenheim und stand seit 2007 leer.

 

Verschiedene Menschen kommen hier unter: Gäste auf unbestimmte und unterschiedliche Zeit – es ist eine temporäre Heimat, die keine Unterschiede zwischen ihren Bewohnern macht: Hotelgäste mit und ohne Asyl, Künstler, Besucher, Personal, Handwerker. Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Motivationen und Berufen in verschiedensten Lebensumständen treffen zusammen und lassen sich vom Projekt und den Möglichkeiten inspirieren. Für Flüchtlinge – „Hotelgäste mit Asyl“ – sind auf drei Etagen jeweils neun Doppelzimmer und ein Gemeinschaftsraum bereitgestellt. Es wohnen hier überwiegend Familien, aber auch einzelne Frauen, Männer und Heranwachsende. Sie alle sind eingeladen, sich in das Projekt einzubringen, und viele tun dies auch. Die Zimmer im Bereich für Geflüchtete sind genauso groß wie die Hotelzimmer. Die Menschen, die darin – vorübergehend – leben, können ihre Bleibe selbst gestalten. Mit der Folge, dass Vandalismus im Cosmopolis ein echtes Fremdwort geblieben ist. Es gibt hier auch keinen „Sicherheitsdienst“.

Die Hotelgäste – „Hotelgäste ohne Asyl“ – sind am ehesten mit den Nutzergruppen eines großstädtischen Hostels zu vergleichen. Neben den 12 individuell von Künstlern gestalteten Doppelzimmern (ein Beispiel im Bild oben rechts) mit Waschgelegenheit gibt es im Erdgeschoss noch weitere Vier-Bett-Zimmer. Das Angebot richtet sich an internationale (Kultur-)Reisende, Künstler, Neuaugsburger. Die bei der Umgestaltung genutzten Möbel und Materialien stammen aus Spenden und Häuserräumungen. Nachhaltigkeit und Upcycling sind fester Bestandteil der Konzeption. Viele Menschen bringen ihre Erfahrung ein. Das Motto ist – so Peter Fliege (Bild oben links) -: „Nichts ist unmöglich!“

Bei der Renovierung und jetzt im Betrieb engagier(t)en sich sehr viele Freiwillige, die das Projekt so, wie es jetzt funktioniert, erst möglich machen. Dennoch sind natürlich auch feste Angestellte notwendig, um die Kontinuität des Betriebs zu gewährleisten. Gegenwärtig sind das 12 Angestellte, fünf Praktikant*innen, ein Auszubildender. Außerdem werden Sozialstunden im Cosmopolis abgeleistet. Aus Spenden wird die Rechtsberatung für Geflüchtete finanziert sowie Mikrokredite für Geflüchtete, die in ihre Heimatländer zurückkehren möchten.

 

Unsere Gruppe lässt sich das Essen im Grandhotel schmecken - kein Wunder angesichts des gut gelaunten Küchen-Teams.

Das Grandhotel versteht sich aber nicht als „Geflüchteten-Projekt“, sondern als ein gesellschaftlich relevantes Projekt, weil es sich mit Thematiken befasst, die für alle relevant sind.

Details: http://grandhotel-cosmopolis.org/de/

Angesichts der Vielfalt der Projekte, die wir auf unserer Reise besucht haben, fällt es schwer, ein allgemeines Fazit zu ziehen. Drei Punkte lassen sich dennoch festhalten:

1. Wir haben eine Vielzahl von Menschen kennen gelernt, die mit immensem Engagement daran arbeiten, in je verschiedener Weise dazu beizutragen, eine nachhaltige, eine lebenswerte Zukunft, eben ein gutes Leben zu ermöglichen. Das war sehr ermutigend, sehr motivierend - auch und gerade für eigene Projekte in dieser Richtung.

2. Interessant: viele der Projekte haben die Gesellschaftsform der Genossenschaft gewählt, um ihre Projekte umzusetzen. Die Genossenschaften erleben nicht von ungefähr seit etlichen Jahren einen enormen Aufschwung, weil sie es erlauben, wirtschaftliches Handeln mit Selbstorganisation und demokratischer Kontrolle zu verbinden.

3. Natürlich haben all diese Projekte, vor allem wenn sie sich in die Marktkonkurrenz mit profitorientierten Unternehmen begeben (müssen), ihre Grenzen - das war vor allem beim "Tagwerk" und bei manomama zu erkennen. Dies sollte jedoch nicht den einzelnen Projekten als Defizit angekreidet werden, sondern eher dazu führen, über die gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen solcher Unternehmungen kritisch nachzudenken.

Einige weiterführende Links und Literaturhinweise

Themenportal "Gutes Leben für alle!"

Kongresse (mit ausführlichen Dokumentationen!) "Gutes Leben für alle" in Wien

Harald Welzer / Stephan Rammler (Hrsg.): Der FUTURZWEI Zukunftsalmanach 2013. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt. Frankfurt am Main 2012

Harald Welzer / Dana Giesecke / Luise Tremel (Hrsg.): FUTURZWEI Zukunftsalmanach 2015/16. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt. Frankfurt 2014

Bernd Sommer / Harald Welzer: Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne. München 2017

ReferentInnen

Dieter Gewies
1. Bürgermeister a.D., Furth bei Landshut
E-Mail: dieter.gewies@gmx.de

Andreas Horsche
1. Bürgermeister, Gemeinde Furth
Am Rathaus 6, 84095 Furth 
Tel: 08704/9119-27
E-Mail: andreas.horsche@vg-furth.de

Dr. Michael Rittershofer
Algasing 1, 84405 Dorfen
Tel.: 08081/9379-50
E-Mail: michael.rittershofer@tagwerk.net

Christophe Levannier
1. Vorstand, Chiemgauer e.V.
Gapstr. 6, 83278 Traunstein
Tel.: 0861/20995380
E-Mail: levannier@chiemgauer.info 

Sabine Fuchs
Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG
Hockerfeld 5-8, 83451 Piding
Tel.: 08651/7004-0
E-Mail: info@molkerei-bgl.de

Hans Maltan
Nationalparkzentrum "Haus der Berge"
Hanielstraße 7, 83471 Berchtesgaden
Tel.:  08652/979060-0
E-Mail: hausderberge@npv-bgd.bayern.de 

Fritz Rasp
Tourist-Information Ramsau
Im Tal 2, Haus des Gastes, 83486 Ramsau
Tel.: 08657/98 89 20
E-Mail: info@ramsau.de

Jens Badura
Im Tal 78, 83486 Ramsau
08657/1394008
E-Maijens.badura@bergkulturbuero.org

Michael Pelzer
Schwimmbadstr. 19, 83620 Feldkirchen-Westerham
Mobil: 0172-8555766
E-Mail: michael.pelzer@hotmail.com

Heidrun Eberle
Ackermannbogen e.V. 
gemeinnütziger Verein für Nachbarschaft, Umwelt, Kultur
Rosa-Aschenbrenner-Bogen 9, 80797 München
Tel.: 089/30749634
E-Mail: nachbarschaftsboerse@ackermannbogen-ev.de

Rut-Maria Gollan / Barbara Uhl
Wohnbaugenossenschaft wagnis eG
Petra-Kelly-Str. 29, 80797 München
Tel.: 089/18911650
E-Mail: wagnis@wagnis.org und rut.gollan@wagnis.org

Matthias Weinzierl
Bellevue di Monaco eG - Gemeinnützige Sozialgenossenschaft
Müllerstr. 2, 80469 München
Tel.: 089/5505775-0
E-Mail: info@bellevuedimonaco.de und m.weinzierl@bellevuedimonaco.de

Verena Salz
manomama GmbH
Willy-Brandt-Platz 1a, 86153 Augsburg
Tel.: 0821/567428-0
E-Mail: service@manomama.de

Peter Fliege
Grandhotel Cosmopolis e.V.
Springergässchen, 86152 Augsburg
Tel.: 0821/45082411
E-Mail: willkommen@grandhotel-cosmopolis.org 

Veranstaltungsort
Start: Landshut | Ende: Augsburg


Partner

GRIBS-Bildungswerk


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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01.06.2017 - 19:30

„Wir sind noch nicht am Ende“

Veranstaltungsreihe: Eine Welt ohne Visionen geht zu Grunde

Donald Trump bedeutet nicht das Ende der Welt, sondern möglicherweise den Beginn einer massiven globalen Gegenbewegung, die für enkeltaugliche Werte kämpft: Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt und ihre Probleme stehen sich heute feindlich gegenüber. Und der Ausgang dieses Konfliktes wird darüber bestimmen, welche Zukunft vor uns liegt. Das eine herkömmliche Paradigma sieht die Welt als leblose Maschine, manipulierbar und optimierbar, das andere entstehende Weltbild sieht die Erde als komplexen, evolutionären Organismus. Die alte Kultur beutet aus und führt Kriege um Ressourcen, die neue Kultur baut auf Verbundenheit, Vielfalt, Potentialentfaltung, inneren wie äußeren Frieden. Dieser Vortrag wird Projekte dieser neuen Kultur beschreiben und deutlich machen, wie sehr ein ‚Großer Wandel‘ schon heute in der globalen Zivilgesellschaft passiert. Er macht deutlich, wie unverzichtbar aber eine innere Transformation und Besinnung auf lebensfördernde Werte in jedem Einzelnen ist, wenn eine neue Kultur, Politik und Wirtschaft entstehen soll. Und er formuliert die Eckpunkte  einer Spiritualität, die als Grundlage dient um sich als Mensch für einen anderen ‚Frieden‘, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Umwelt und die Zukunft einzusetzen.

ReferentInnen

Geseko von Lüpke
Dr. rer. pol., geb. 1958, studierte Politologie und Ethnologie, arbeitet als Journalist für Rundfunk und Printmedien und ist Autor zahlreicher Buchpublikationen. Im bayerischen Rundfunk und anderen öffentlich-rechtlichen Funkhäusern machte er sich einen Namen durch Features über alternative Lebensformen, interkulturellen Dialog, ganzheitliche Wissenschaft und Spiritualität.

Veranstaltungsort
Lindau, friedens räume, Lindenhofweg 25


Kosten
Eintritt frei, Spenden erbeten


Partner

pax christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag mit Diskussion



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10.05.2017

„Mein Isl@m“

Vom radikalen Islamismus in die Freiheit

Der im Sudan geborene Amir Ahmad Nasr wuchs in Katar und Malaysia auf, kam früh mit dem radikalen Islamismus in Kontakt und konnte sich erst in einem langen Prozess der inneren Transformation daraus lösen. Seine Rettung waren das Internet, die neuen Medien und ein Netzwerk junger Aktivisten, die ihre eigene Tradition hinterfragten und schließlich zur Kraft hinter dem Arabischen Frühling wurden. Einige Jahre lang war er der Mann hinter dem ehemals anonymen Blog „The Sudanese Thinker“ und hielt dann seine Geschichte fest in dem nun vorliegenden Buch. Da er damit öffentlich und sein Name bekannt war, musste er Malaysia verlassen und ging nach Kanada. Dort lebt es heute mit seiner Frau, schreibt an einem Theaterstück und engagiert sich für Friedensprozesse und Menschenrechte weltweit.

Nasr reflektierte kurzweilig, geistreich und sachkundig über seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Islam, die ihn über die radikale Ablehnung jedes religiösen Dogmatismus zu einem differenzierten Blick auf Religion und Spiritualität in unserer säkularen Welt führten. Seine Geschichte eröffnet den Blick auf eine ganze Generation junger Muslime, die sich mithilfe moderner Technologie an engen fundamentalistischen Strukturen vorbei ihren ganz eigenen Weg suchen.

Im hier verlinkten Facebook-Video spricht er darüber, wie die sozialen Medien ihm und vielen anderen jungen Muslimen 2006 eine öffentliche Stimme gegeben haben. Auch über die immer noch anhaltende revolutionäre Wirkung, die z. B. YouTube in Saudi-Arabien hat. Über die jungen Frauen in der arabischen Welt, die online die kulturelle Emanzipation wagen. Amir hofft, dass sie eines Tages in die politische Emanzipation umschlägt.

Empfohlene Weblinks

www.amirahmadnasr.com/blog/

ReferentInnen

Amir Amad Nasr
Blogger und Autor von Mein Isl@m 2016

Einführung und Übersetzung: Mike Kauschke

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag mit anschließender Diskussion



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29.04.2017 bis 07.05.2017

Festival Contre Le Racisme 2017

Justiz und Rassismus

Die Justiz ist eine entscheidende gesellschaftliche Akteurin. Sie prägt die Gesellschaft und wird von ihr geprägt. Gleichzeitig ist sie von gesellschaftlichen Strukturen, wie z.B. strukturellem Rassismus, genauso betroffen wie andere Institutionen. Zudem setzt sich die Justiz aus einzelnen Personen zusammen, die qua Amt versucht sein können, sich ihrer subjektiven Perspektive zu entledigen und sich hinter eine „objektive“ Entscheidung über die Richtigkeit und Gerechtigkeit eines Rechtsstreits zu verstecken.
Aber ist der Anspruch der Objektivität überhaupt erreichbar? Dies ist der Punkt, an dem wir ansetzen. Es gibt viele Gründe, die dazu führen können, dass Urteile bewusst oder unbewusst von persönlichen Vorurteilen oder jedenfalls Vorverständnissen geleitet sind. Über einige möchten wir mit Euch und Ihnen diskutieren.
Gerade im Bezug auf Rassismus vermissen wir eine fortlaufende und tiefgehende (Selbst)Reflexion in der und über die Rolle der Justiz. Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an Expert*innen, sondern an alle Interessierten. Damit Ihr und Sie unterschiedliche Perspektiven auf Justiz und Rassismus kennenlernen, diskutieren und kritisieren könnt und können, haben wir ein vielfältiges Programm zusammengestellt.

Wir freuen uns auf spannende Diskussionen!

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Flyer und auf der Homepage der Veranstaltung.

ReferentInnen

Cengiz Barskanmaz
Postdoc MPI Halle/ Adjunct Faculty Member DePaul University Chicago
Hans-Ernst Böttcher
Präsident des Landgerichts i.R., Lübeck
Friederike Boll
referiert mit Leidenschaft zu queer-feministischen und rechtstheoretischen Themen
Tahir Della
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
Vera Egenberger
Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V.
Roman Grafe
Journalist
Dr. Gerd Hankel
Assoziierter Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung
Prof. Dr. jur. Thomas Henne, LL.M. (Berkeley)
Uni Frankfurt/M. und Uni Luzern
Jana Klein
Journalistin
Ralf Oberndörfer
Vorsitzender des Forum Justizgeschichte e.V.
Prof. Dr. jur. Dres. h.c. Bernd Rüthers

Emeritus
Ass. Iur. Aqilah Sandhu
Wiss. Mitarbeiterin Uni Augsburg

Veranstaltungsort
Passau


Kosten
Siehe einzelne Veranstaltungen


Partner

AStA/Sprecherinnenrat, Universität Passau


Art der Veranstaltung
Veranstaltungsreihe



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