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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

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Der Gemeingüter-Report

Publikation der Heinrich Böll Stiftung

Nicht erst seit der Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften an Elinor Ostrom erleben die Gemeingüter eine Renaissance. Die gemeinschaftliche Verwaltung von Ressourcen macht Hoffnung auf ein besseres Wirtschaften. Der Gemeingüter-Report stellt die "Allmende" in leicht verständlicher Form vor.

Silke Helfrich, Rainer Kuhlen, Wolfgang Sachs und Christian Siefkes zeigen auf, wo Gemeingüter gesellschaftliche Chancen bieten. Beispiele aus Natur, Gesellschaft und Kultur machen anschaulich, auf wie vielen Feldern Ressourcen gemeinschaftlich verwaltet und genutzt werden können. Zugleich machen die Autor/innen aber auch deutlich, dass diese Ressourcen in Gefahr sind. Es bedarf einer starken Vision, um sie bewahren.

Download "Gemeingüter Report" (PDF, 52 Seiten, 2 MB)



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20.03.2010

Die Kommunen als Auftraggeber

Gesetzliche Grundlagen – ökologische und soziale Handlungsmöglichkeiten

Die Kommunen verfügen mit ihren Aufträgen und Beschaffungen über eine beträchtliche "Nachfrage-Macht". Fast ein Fünftel des deutschen Bruttossozialprodukts fließt auf diese Weise durch die kommunalen Kassen.

Dass die Kommunen in ihrer Rolle als Auftraggeber eine Vorbildfunktion erfüllen, dass sie bei ihren Aufträgen in besonderem Maße auch ökologische und soziale Belange verfolgen sollten, darüber kann schnell Einigkeit hergestellt werden. Doch der Teufel liegt auch hier im Detail: im komplexen und komplizierten Vergaberecht. Dessen Anforderungen sind zu berücksichtigen, wenn ökologische und soziale Ziele verfolgt werden.

Unsere Fachtagung gab einen Überblick über den aktuellen Stand der rechtlichen Grundlagen – in Deutschland und der Europäischen Union, die hier ja eine immer wichtigere Rolle spielt. Und sie zeigte (nicht zuletzt anhand konkreter, bereits realisierter Beispiele!), wie sich die Zielsetzung einer nachhaltigen Beschaffung umsetzen lässt.

Die Präsentationen und Vorträge der Tagung können Sie bei uns als PDF-Dateien bestellen:

Dr. Angela Dageförde: Die rechtlichen Rahmenbedingungen
der kommunalen Auftragsvergabe: Bund 

Heide Rühle, MdEP: Öffentliche Auftragsvergabe und EU-Recht 

Philipp Tepper: Ökologische Belange in der Auftragsvergabe - kreativ und rechtskonform einkaufen 

Daniel Günthör: Die Landeshauptstadt München als Auftraggeber - Vergabe unter Beachtung von internationalen sozialen Kriterien 

Heiko Glawe: Keine Ausbeutung mit Steuergeldern -  Soziale Belange in der Auftragsvergabe 


Weiterführende Informationen finden sich unter den folgenden Links:

Europäische Kommission: Umweltorientierte Beschaffung! - Ein Handbuch für ein umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen

Deutscher Städtetag: Die Berücksichtigung sozialer Belange im Vergaberecht - Hinweise für die kommunale Praxis

ICLEI: Das Procura+ Handbuch für Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in der öffentlichen Beschaffung (2. Auflage)

Bündnis 90/DIE GRÜNEN BUndestagsfraktion: Fachtagung "Vergaberecht reformieren – Rechtssicherheit schaffen" mit zahlreichen Statements und Präsentationen
Dokumentation der Fachtagung (Reader)

BUY FAIR - Ein Leitfaden für die öffentliche Beschaffung von Produkten aus Fairem Handel

Richtlinien über die Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten bei der Vergabe
öffentlicher Aufträge (Umweltrichtlinien Öffentliches Auftragswesen – öAUmwR)
Bekanntmachung der Bayerischen Staatsregierung vom 28. April 2009 Az.: B II 2-5152-15:
http://www.lfu.bayern.de/abfall/fachinformationen/stoffliche_verwertung/doc/umweltgesichtspunkte.pdf

Philipp Tepper: Kommunale Ansätze und Erfahrungen aus Europa. Sozial-ökologische Beschaffung in der Praxis

Procura+ - Kampagne für nachhaltige Beschaffung: www.procuraplus.org/de

ICLEI - nachhaltige Beschaffung: www.iclei-europe.org/procurement

Smart SPP - Innovation durch nachhaltige Beschaffung: www.smart-spp.eu

Umweltbundesamt: Informationsdienst für umweltfreundliche Beschaffung

Kampagne "Keine Ausbeutung mit Steuergeldern": CorA - Netzwerk für Unternehmensverantwortung

EU entscheidet: Kommunale Grundstücksverkäufe und städtebauliche Verträge unterliegen nicht dem Vergaberecht.

Dokumentation des Prozesses, der zur Verabschiedung des fortschrittlichen Vergaberechts in Bremen führte, in der Broschüre "Es geht auch anders! - Sozial und ökologisch verantwortliche Beschaffung im Land Bremen"

Bundesweites Netzwerk faires Beschaffungswesen

Zwei Lese-Tipps für die, die den Griff zum Papier nicht scheuen:

Alexander Fonari/Vivien Führ/Norbert Stamm (Hg.): Sozialstandards in der öffentlichen Beschaffung. Grundlagen - Erfahrungen - Materialien. Hannover 2009

Vergaberecht & faire Vergabe. AKP 2/2010, S. 37-53

Ein Hinweis für alle KommunalpolitikerInnen und -verwaltungen:
Das ICLEI-Europasekretariat bietet in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut e.V. maßgeschneiderte Vor-Ort Schulungen zur umweltfreundlichen Beschaffung an. In diesen vom Umweltbundesamt geförderten Trainings erfahren Beschaffungspraktiker und/oder politische Entscheidungsträger, wie sie Kosten senken und die Umwelt schützen können. Diese Schulungen sind auf die jeweiligen Kommunen und ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten.
Kontakt: franziska.singer@iclei.org

ReferentInnen

Dr. Angela Dageförde
Fachanwältin für Verwaltungsrecht und für Bau- und Architektenrecht, Lehrbeauftragte an der Uni Hannover
angela.dagefoerde@versteyl.de, Tel.: 0511/270487-0

Heide Rühle
Mitglied des Europäischen Parlaments
heide.ruehle@europarl.europa.eu

Philipp Tepper
Team "Nachhaltiges Beschaffungswesen", ICLEI Europasekretariat, Freiburg
philipp.tepper@iclei.org,  Tel.: 0761/368920

Daniel Günthör
Dipl.-Verwaltungswirt (FH), Landeshauptstadt München, pers. Mitarbeiter von Bürgermeister Hep Monatzeder
daniel.guenthoer@muenchen.de

Heiko Glawe
GewerksschaftsGrün, Abteilungsleiter beim DGB Berlin-Brandenburg im Bereich Wirtschafts- und Strukturpolitik
Heiko.Glawe@DGB.de, Tel.: 030/21 240-130


Partner

Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg



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17.03.2010

Happy Planet Index: Wer ist warum glücklich?

Politische und psychosoziale Folgerungen aus der Krise

Prof. RuckriegelDer Vortrag von Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (Georg Simon Ohm-Fachhochschule Nürnberg) gab einen kompetenten Überblick über die Ergebnisse der Glücksforschung und stellte den sog. Happy Planet Index vor, der neben objektiven und subjektiven Kriterien für die "happiness" (Lebenserwartung und Lebenszufriedenheit) auch das Nachhaltigkeitskriterium des "ökologischen Fußabdrucks" berücksichtigt. Ruckriegels wirtschaftspolitische Konsequenzen waren eindeutig: Weg vom Wachstumszwang und von der Orientierung am Bruttosozialprodukt, weniger Einkommensungleichheit und Stärkung der sozialen Netzwerke.

 

Prof. NiklewskiProf. Dr. Günter Niklewski (Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Nürnberger Klinikum) ging in seinem Kommentar v. a. auf die Ursachen von Depressionen und den damit verbundenen Verlust von Lebensfreude ein. Auch er betonte die kulturellen Dimensionen des Glücks, die – eine Befriedigung materieller Grundbedürfnisse vorausgesetzt – durch Wirtschaftswachstum nicht verbessert würden. Kritisch wies er darauf hin, dass Konkurrenzdenken und Ellenbogenmentalität mittlerweile auch Freizeit- und Sozialverhalten durchdringe.

In der lebhaften Diskussion wurde v. a. auf die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels in der Wirtschaftspolitik (z.B. Grundeinkommen) hingewiesen und der Einfluss verschiedener "Nationalcharaktere" (Skandinavien!) auf das "Glücksniveau" thematisiert.

Das Publikum

Die Präsentation von Prof. Ruckriegel können Sie als PDF-Datei bei uns bestellen, einen Text von ihm gibt es zum unentgeltlichen Herunterladen. Weitere Informationen und Materialien zum Thema Glücksforschung finden Sie auf seiner Homepage.

Informationen zum "Happy Planet Index" finden sich hier: http://www.happyplanetindex.org/

Dort können Sie auch die aktuelle Version des Bericht als PDF-Datei (englisch!) herunterladen.

Unten finden Sie außerdem einen Link zu einem in der "Nürnberger Zeitung" erschienenen Bericht über die Veranstaltung.

Empfohlene Weblinks

www.nz-online.de/artikel.asp


Partner

Evangelische Stadtakademie Nürnberg



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25.02.2010

Wem gehören Wissen und Kultur? - Zwischen "open access" und...

Veranstaltungsreihe "Wem gehört die Welt? - Die 'Gemeingüter' und ihre Bedeutung für die Wirtschaft der Zukunft"

Wie kann die Wissens- und Kulturallmende so genutzt werden, dass sie allen nützt?

Nicht zuletzt die Digitalisierung der Informationsverarbeitung hat den Umgang mit dem für unsere Gesellschaft so wichtigen "Grundstoff" Wissen, Information, aber auch Kultur und Bildung in das Zentrum politischer Debatten gerückt.

  • Wie weit dürfen private Schutz- und Kontrollrechte auf diese Ressourcen ausgedehnt werden?
  • Was leisten „Open Access“-Modelle?
  • Können „Creative Commons“ oder Freie Lizenzen einen Umgang mit Informationen, Kultur und Wissen garantieren, der diese als Gemeingut erhält?
  • Wie können die berechtigten Interessen der Wissensproduzenten und Kulturschaffenden berücksichtigt werden?
  • Kann die viel diskutierte "Kulturflatrate" eine Lösung bieten?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des letzten Abends unserer Veranstaltungsreihe.

Es diskutierten (von links nach rechts) sehr angeregt:

Die Podiumsteilnehmer der Diskussion

Alexander Wolf (Geschäftsführer CELAS, GEMA-Syndikus für internationale Rechtsfragen), Dietlind Klemm (Moderation) und Philipp Frisch (Netzwerk Freies Wissen).

Die Präsentationen zu den einleitenden Statements der Referenten:

Alexander Wolf: Urheberrechtsverletzungen im Internet – Piraterieverfolgung. Die Strategie der GEMA (kann bei uns als PDF-Datei bestellt werden)

Philipp Frisch: Wem gehört das Wissen der Welt ? - Geistiges Eigentum als virtuelles Öl des 21. Jahrhunderts (ca. 5,3 MB)
Dieser Beitrag wird unter einer CC-BY-Lizenz veröffentlicht. genaueres dazu hier:
 

Eine interessante Veröffentlichung zu diesem Themenkreis ist der folgende Reader von der Heinrich-Böll-Stiftung:

Copy.Right.Now!
Plädoyer für ein zukunftstaugliches Urheberrecht
Reader downloaden (PDF, 136 Seiten, 1,3 MB)

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Wem gehören die Gene?
Wem gehört das Wasser?
Manifest: Gemeingüter stärken. Jetzt!




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Was bringt Kopenhagen für das Klima?

 

Der UN-Klimagipfel in Kopenhagen verlief enttäuschend, die Ergebnisse waren mager. Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitete die Klimaverhandlungen mit Berichten, Kommentaren und eigenen Veranstaltungen. Wir dokumentieren die wichtigsten Beiträge.

In einem gemeinsamen Hintergrundpapier zeigen Germanwatch und die Heinrich-Böll-Stiftung ausführlich Greenwashing-Gefahren auf und bieten wichtige Backgroundinformationen zu den Verhandlungen der mehr als 100 Regierungschefs.

Substanz oder Greenwash-Show? Die Zeit für Halbheiten ist vorbei (Download des E-Papers)

 

Die jüngsten Berechnungen von Wissenschaftlern zeigen, dass wir von heute an bis zum Jahr 2050 nur noch 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen dürfen, wenn wir den weltweiten Temperaturanstieg unter 2 Grad halten wollen – jede Steigerung darüber hinaus gilt weder als technisch noch finanziell beherrschbar. Das heißt, dass jedem der heute knapp sieben Milliarden Erdenbürger noch rund 110 Tonnen CO2 zustehen. Doch bei dieser Verteilung hakt es gewaltig...

Die Broschüre "Wärmer ist uncool" der Heinrich-Böll-Stiftung zeigt in einfachen Worten, welche Probleme der Klimawandel mit sich bringt und warum die Länder des Südens den Preis für die Klimasünden der Industrienationen zahlen. Für die UN-Klimakonferenz bietet das Heft wichtige Informationen, aber auch alternative Ansätze, die einen Beitrag für eine umwelt- und klimafreundlichere Zukunft leisten können.

"Wärmer ist uncool" (Download des E-Papers)

 

Außerdem immer lesenswert: das Blog "Klima der Gerechtigkeit".

Unter der Überschrift "Geld für den Klimaschutz - wie muss eine neue Klima-Finanzarchitektur aussehen?" kommentiert  Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, die Ergebnisse des Klimagipfels:
"Die Erwartungen an neue Finanztransfers für den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern waren groß. Mit Zusagen bis zu 30 Milliarden US-Dollars für die nächsten drei Jahre haben sich die Industrieländer erst einmal Zeit gekauft. Eine neue Klima-Finanzarchitektur muss erst noch ausgehandelt werden. Das Prinzip der Gerechtigkeit und Fairness kam weder bei den Zielen zur Verminderung von Emissionen noch bei der Verteilung der Finanzlasten in Kopenhagen zum Zuge."

Lesen Sie den gesamten Kommentar.

 

"Trotz Kopenhagen - die grüne Zukunft hat schon begonnen", meint Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stiftung, zu den Perspektiven nach Kopenhagen und verleiht so seiner Zuversicht Ausdruck, dass die ökologische Transformation der Industriegesellschaft so oder so weitergehen wird.

Den gesamten Text finden Sie hier.

 

Nach Kopenhagen der Weltuntergang? - Das fragt der Politikwissenschaftler Helmut Wiesenthal in einer umfangreichen Analyse für die Heinrich Böll Stiftung. Seine Meinung: "Der Klimagipfel von Kopenhagen war nicht ergebnislos. Er hat immerhin deutlich gemacht, warum wir in diesen Jahren nicht mit einem weltweiten Klima-Abkommen rechnen sollten, das sowohl problemgerecht als auch verbindlich ist. Denn das Debakel von Kopenhagen führt uns das Ende jener Weltordnung vor Augen, in der den Staaten Europas eine Führungsrolle zukommt. Wer dennoch von Europa aus Einfluss auf die Entwicklung des Weltklimas nehmen will, dem bleibt nur eines: eine überzeugende Demonstration, wie Klimaschutz und Prosperität vereinbar sein können."

Den kompletten Text finden Sie hier. Oder Sie laden ihn sich als PDF-Dokument (17 Seiten, 80 KB) herunter.



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28.01.2010

Wem gehören die Gene?

Zwischen Vielfalt und Verwertung

Die genetische Vielfalt – egal ob es dabei um Menschen, Tiere oder Pflanzen geht – ist einer der größten Reichtümer auf dieser Erde. Molekularbiologie und Gentechnologie haben – im Verein mit dem Streben nach wirtschaftlicher Rendite – zu immer stärkeren Versuchen geführt, die genetischen Ressourcen zu privatisieren. Patente auf Saatgut und auf (Nutz-) Tiere sind nur Beispiele dafür, wie diese Entwicklung die Biodiversität gefährden.

Wie kann das Gemeingut „genetische Vielfalt“ erhalten und für eine nachhaltige Nutzung bewahrt werden?

Diese Frage stand im Mittelpunkt des zweiten Abends unserer Veranstaltungsreihe zur Wiederentdeckung" der Gemeingüter.

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Wem gehören Wissen und Kultur? - Zwischen "open access" und "copyright"
Wem gehört das Wasser?
Manifest: Gemeingüter stärken. Jetzt!


ReferentInnen

Benedikt Härlin (rechts)
Leiter des Büros Berlin der Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Gregor Kaiser  (links)
Sozialwissenschaftler und Forstwirt, Doktorand an der Uni Kassel

 

Moderation:

Dietlind Klemm (Mitte)
Redakteurin, Bayerischer Rundfunk



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26.11.2009

Wem gehört das Wasser?

Gemeingut, Privateigentum oder was sonst?

Die Ressource Wasser ist eine unverzichtbare Basis menschlichen Lebens. Sie geht der Gemeinschaft aber immer mehr verloren, wenn sie privatisiert, zur Ware und der allgemeinen Verfügung entzogen wird.

Das Konzept der "Gemeingüter" ist eine Alternative zu dieser Entwicklung, die gleichermaßen Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit anstrebt. 

Am ersten Abend unserer Gemeingüter-Reihe stellte Silke Helfrich, Mitherausgeberin und -autorin des Buchs "Wem gehört die Welt? - Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter", das Konzept der Gemeingüter vor, gab einen Überblick, was Gemeingüter sind und welche Organisationsformen bzw. Institutionen es für ihre Bewirtschaftung gibt, und erläuterte dieses Konzept am Beispiel des gemeinguts Wasser.

Prof. Dr. Ulrich Scheele, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Oldenburg, ging auf die Organisation der Wasserwirtschaft in den Industrienationen ein, thematisierte v.a. Privatisierungs und Deregulierungstendenzen und erläuterte die Rolle des privaten Sektors in den Entwicklungsländern im Hinblick auf die Millennium-Ziele und das das Menschenrecht auf Wasser.

Die Präsentationen von Silke Helfrich und Prof. Scheele können Sie als PDF-Dateien bei uns bestellen.

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Wem gehören Wissen und Kultur? - Zwischen "open access" und "copyright"
Wem gehören die Gene?
Manifest: Gemeingüter stärken. Jetzt!




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19.11.2009

Grüne Wege aus der Autokrise!?

Neue Mobilitätskonzepte und der Umbau der Autoindustrie

Die Podiumsteilnehmer der Diskussion

Auf dem Podium (von links nach rechts): Alexander Kromer, Jürgen Hennemann, Mischa Salzmann (Moderation), Dr. Weert Canzler, Peter Gack

Elektroauto wird "Rennreise-Limousine" ablösen

Ein ökologischer Umbau des Mobilitätssystems und der Autoindustrie ist überfällig. Und dieser Umbau muss wesentlich schneller vonstatten gehen als bisher, wenn der "Standort Deutschland" nicht dauerhaft beschädigt werden soll. Das war das einhellige Fazit der Diskussion "Grüne Wege aus der Autokrise", die die Petra-Kelly-Stiftung im Spiegelsaal der Harmonie veranstaltete.

Weert CanzlerDr. Weert Canzler von der Projektgruppe Mobilität am Wissenschaftszentrum Berlin skizzierte in seiner einleitenden Präsentation (bei uns als PDF-Datei bestellbar), dass das dominante Leitbild der Autoindustrie, die schwere, schnelle "Rennreise-Limousine" mit großer Reichweite, ausgedient habe. Das Auto der Zukunft ist laut Canzler ein "Elektromobil als Element eines umfassenden intermodalen Verkehrsangebots". Ein derartiges "vernetztes öffentliches Auto" müsse an vielen Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs verfügbar sein und werde dann elektronisch geortet, gebucht und auch abgerechnet. Solche E-Mobile seien maximal 48 Stunden buchbar und würden mit zertifiziertem Strom aus regenerativen Energien geladen. Canzler betonte, dass ein solches neues Mobilitätssystem zwar überfällig sei, aber nicht von selbst kommen werde: "Wir brauchen eine verstärkte Kooperation von Autoindustrie, Energieversorgungsunternehmen und öffentlichen Verkehrsmitteln, um diesen Umbau beschleunigt voranzutreiben." Zudem müsse die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, z.B. durch entsprechende Förderprogramme für Elektroautos.

Alexander KromerAlexander Kromer, Abteilungsleiter bei der Bosch GmbH in Bamberg, wies in der von Mischa Salzmann, Radio Bamberg, souverän geleiteten Diskussion darauf hin, dass am Elektroauto schon aus Gründen der Energieeffizienz kein Weg vorbei führe. In der Übergangsphase werde es allerdings noch eine geraume Zeit eine Vielfalt von Antriebsarten nebeneinander geben. "Große Sorge" bereite ihm die Tatsache, dass in Deutschland der notwendige Umbau zu spät und zu langsam angegangen werde. Wenn sich ein Land wie China an die Spitze der Elektromobilitätsbewegung setze, werde Deutschland womöglich abgehängt.

Jürgen HennemannAuch Jürgen Hennemann, Betriebsrat beim Autozulieferer FTE automotive in Ebern, erwartet vorerst ein Nebeneinander von E-Mobilität vor allem in den Städten und herkömmlichen Motoren im ländlichen Raum. Wichtig – so Hennemann – sei, dass Mobilität weiterhin bezahlbar bleibe. Das sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Deutlich Kritik übte Hennemann an Finanzinvestoren, denen es lediglich darum gehe, maximale Profite aus den Betrieben zu ziehen. Die für die Zukunft der deutschen Autoindustrie und ihrer Zulieferer unabdingbaren Investitionen in Forschung und Entwicklung blieben dabei nämlich auf der Strecke.

Peter GackDer Bamberger GAL-Stadtrat Peter Gack ging vor allem auf die Rahmenbedingungen für einen ökologischen Umbau des Mobilitätssystems ein: "Entscheidend ist, dass endlich die wahren Preise für die Mobilität verlangt werden." Zudem müsse die Nutzung eines Elektro-Autos als modularer Bestandteil eines öffentlichen Verkehrssystems deutlich teurer sein als der herkömmliche ÖPNV. Der ÖPNV müsse das Rückgrat des Mobilitätssystems bleiben, auch im ländlichen Raum. Hier könnten Elektromobilität und bedarfsorientierte Angebote einander gut ergänzen.

Dr. Gerd Rudel, Bildungsreferent der veranstaltenden Petra-Kelly-Stiftung, betonte in seinem Schlusswort, die insgesamt vierteilige Reihe zum Umbau der Autoindustrie und des Mobilitätssystems habe gezeigt, dass "alte Fronten" sich zunehmend auflösen: "Industrie, Umweltverbände, Gewerkschaften und Politik gehen in einem konstruktiven Diskurs aufeinander zu." Dies sei ein ermutigendes Ergebnis der Veranstaltungen, das für die Zukunft auf entsprechend gemeinsames Handeln hoffen lasse.

Das Publikum im Spiegelsaal



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12.11.2009

Grüne Wege aus der Autokrise!?

Neue Mobilitätskonzepte und der Umbau der Autoindustrie

Das Podium in Schweinfurt

Von links nach rechts: Robert Henrich, Prof. Dr. Andreas Knie, Holger Laschka, Tomi Engel, Norbert Lenhard

Andreas KnieIn unserer dritten Veranstaltung zum Umbau der Autoindustrie diskutierte Prof. Dr. Andreas Knie, Ko-Autor des Strategiepapiers "Grüne Wege aus der Autokrise", mit Robert Henrich (Daimler AG), Norbert Lenhard, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Schaeffler AG, und Tomi Engel vom Fachausschuss Mobilität der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie.

In seiner einleitenden Präsentation (als PDF-Datei bei uns bestellbar!) zeigte Knie  die derzeitigen Probleme der Autoindustrie, die Veränderungen im Mobilitätsverhalten und die Perspektiven eines multi-modalen Verkehrssystems auf, in dem E-Autos vor allem als öffentliche Verkehrsmittel eine wesentliche Rolle spielen.  

Robert Henrich stellte das überaus erfolgreiche Car2Go-Projekt in Ulm vor, an dem mittlerweile bereits 15.000 Ulmer teilnehmen (das sind weit mehr 10% der Stadtbevölkerung und erheblich mehr als 20% der FührerscheinbesitzerInnen!). Dieses Projekt entwickelt sich für den Konzern allmählich zu einem Exportschlager und wird demnächst in Austin/Texas umgesetzt. Henrich beklagte die in Deutschland (im Gegensatz zu den Erfahrungen, die er im Ausland gemacht hat) äußerst restriktiven und oft bürokratischen Rahmenbedingungen, die solche innovativen Projekte hierzulande immer noch behindern.

Norbert Lenhard, Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Autozulieferers Schaeffler KG, sah zwar die Notwendigkeit eines Umbaus sowohl der Autoindustrie als auch des Mobilitätssystems, bezweifelte aber, ob das Elektro-Auto dabei wirklich eine so hervorragende Rolle spielen werde. Er warnte davor, die Entwicklung dabei allein den Marktkräften zu überlassen und forderte eine demokratisch legitimierte und sozial gerechte Weiterentwicklung. Zudem dürfe der ländliche Raum nicht "abgehängt" werden.

Tomi Engel, Leiter des Fachausschusses Mobilität der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, betonte, dass es mittel- bis langfristig keinerlei Alternative zur Elektromobilität auf der Basis erneuerbarer Energien gebe. Nur so ließen sich die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen und gleichzeitig individuelle Mobilität gewährleisten. Das Elektroauto werde zudem eine wichtige Rolle im Gesamtsystem erneuerbarer Energie spielen, da die dafür benötigten Batterien als Speichermedien der EE große Bedeutung im Lastmanagement hätten.

Zahlreiches Publikum in Schweinfurt

Das zahlreiche Publikum bereicherte die intensive und sehr interessante Diskussion, die vom Schweinfurter TV- und Rundfunkmoderator Holger Laschka geleitet wurde, mit einigen sehr fachkundigen Fragen und Beiträgen. Insbesondere die Garantie der Mobilität auch im ländlichen Raum sowie ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz waren dabei die wesentlichen Anliegen. Am Rande der Veranstaltung präsentierten passionierte Schweinfurter E-Mobil-Fahrer einige ihrer Fahrzeuge....



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15.10.2009

Grüne Wege aus der Autokrise!?

Neue Mobilitätskonzepte und der Umbau der Autoindustrie

In unserer zweiten Veranstaltung zum Umbau der Autoindustrie diskutierte Dr. Weert Canzler, Ko-Autor des Strategiepapiers "Grüne Wege aus der Autokrise", mit Dr. Thomas Becker von BMW und Dieter Janecek, dem grünen Landesvorsitzenden in Bayern. In seiner einleitenden Präsentation , zeigte Canzler (im Bild oben ganz links) die derzeitigen Probleme der Autoindustrie und die Perspektiven eines multi-modalen Verkehrssystems auf, in dem E-Autos vor allem als öffentliche Verkehrsmittel eine wesentliche Rolle spielen. Das Verkehrssystem der Zukunft sieht er im Zusammenspiel verschiedener Mobilitätsmöglichkeiten (Carsharing, Rent-a-bike, Autovermietung, ÖPNV, günstige Zugverbindungen etc.).

Dr. Thomas Becker (zweiter von rechts) von BMW räumte ein, dass sich die Stellung des Autos ändere. Jedoch gäbe es Bürger, die individuell mobil bleiben möchten, also auf ein Auto nicht verzichten wollten. Er betonte, dass kein Autobauer seinen Spritverbrauch in den letzten Jahren so enorm gedrosselt habe wie BMW, zudem forsche man bereits aktiv an Alternativen, sowohl im Bereich des Wasserstoffantriebs als auch bei den E-cars.

Dieter Janecek (ganz rechts) lebt bereits das alternative Verkehrskonzept, bestehend aus einem Mix aus Faltrad, Carsharing, Mietwagen,  rent a bike und Bahn. Er wies darauf hin, dass es für den Bürger in Großstädten kein Problem sei, auf das Auto zu verzichten, der ländliche Raum jedoch noch deutlich besser an den ÖPNV angebunden werden müsse.

Die Diskussion wurde von Thomas Fromm (SZ-Wirtschaftsredaktion, zweiter von links) moderiert.

Ein Artikel von Thomas Fromm in der Süddeutschen Zeitung vom 9. Dezember 2009 bezieht sich auf wesentliche Inhalte unserer Veranstaltung. Hier geht es zu diesem Beitrag (als PDF-Datei).



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