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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

27.06.2019

Nachhaltigkeit in die Wirtschaft bringen!

Projekte - Perspektiven - Probleme

Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, dann muss sie zu allererst dort beginnen, wo Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden: in der Wirtschaft. Wie kann dies konkret aussehen? Dieser Frage sind wir in Zusammenarbeit mit der Neumarkter Lammsbräu nachgegangen, die seit 2002 durch ihren Nachhaltigkeitspreis zukunftsweisende Projekte und Ideen fördert.

Im Rahmen unserer Tagung hatte zunächst die gastgebende Lammsbräu Gelegenheit, über Ziele, Erfolge und Perspektiven des Unternehmens zu berichten. Johannes Ehrnsperger, der mittlerweile die Brauerei leitet und als Nachfolger seines Vaters, des langjährigen Lammsbräu-Chefs Dr. Franz Ehrnsperger, die Familientradition fortsetzt, wies darauf hin, dass Lammsbräu der Bio-Pionier seiner Branche sei. Ihr Motto: „100% Bio, 0% Kompromiss“. Der Umstellungsprozess, der mit der Festschreibung des Umweltschutzes als Unternehmensziel 1977 begonnen hatte, dauerte bis zum Jahr 1994: Seitdem sind alle Biere der Lammsbräu zu 100% Bio-Biere. Die Rohstoffe dafür (also: Braugerste, Dinkel, Weizen, Hopfen und Wasser) kommen allesamt aus der Region. Mit den Öko-Vertragsbauern, die in der „Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe“ zusammengeschlossen sind, gibt es Verträge mit fünfjähriger Laufzeit, die den Landwirten ökonomische Sicherheit für ihre Arbeit und Fixpreise deutlich über dem ansonsten üblichen Marktniveau garantieren.

Inzwischen stellt die Lammsbräu neben diversen Biersorten auch Bio-Limonaden und Bio-Mineralwasser her. Anders als beim Bierbrauen werden für die Limonaden auch Rohstoffe benötigt, die nicht in der Oberpfalz, also in der Region, angebaut werden können. Doch auch hier versucht die Lammsbräu die Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen, obwohl sie keinen direkten Einfluss auf die Umwelt- und Sozialstandards hat. Deshalb haben die Limonaden des Unternehmens seit 2018 eine Naturland-Zertifizierung, die neben der Bio-Qualität der Rohstoffe auch Mindeststandards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen sicherstellen soll.

Die seit 2001 jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte geben im Detail Aufschluss und Rechenschaft über die Unternehmenspolitik und ihre Ergebnisse. Im Mittelpunkt stehen derzeit neben der schon seit langem betriebenen Förderung des ökologischen Landbaus die CO2-Reduktion im Betrieb selbst sowie die Kompensation der nicht vermeidbaren CO2-Emissionen. Einzelheiten dazu sind dem Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2018 zu entnehmen.  

Simon Scholl, Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des „Kartoffelkombinats“ in München (im Bild links am Redepult), informierte über dieses „transformative Pionierprojekt“ der solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Der Grundgedanke dabei: Eine mehr oder weniger große Zahl von Privathaushalten garantiert die Abnahme der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Alles, was für Anbau und Ernte sowie Verteilung notwendig ist, wird vorfinanziert. Diese Gruppe erhält die gesamte Ernte und teilt sie gerecht untereinander auf. Die Beschäftigten erhalten dafür ein garantiertes Einkommen. Sowohl die Lebensmittel als auch das Einkommen sind also von Marktzwängen abgekoppelt. Die Verantwortung, das Risiko, das die landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte auf Grund von Witterungsbedingungen), die Kosten und die Ernte werden solidarisch geteilt – eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten.  

Das Kartoffelkombinat hat sich, um diesen Grundgedanken umzusetzen, in Form einer Genossenschaft organisiert. Es gibt keine Kund*innen, sondern nur Mitglieder. Inzwischen verfügt das Kartoffelkombinat - wie Scholl erläuterte - über eine eigene Biogemüse-Gärtnerei in Oberschweinbach, etwa 35 km westlich von München gelegen. Die jährlichen Kosten (Stand: 2018) liegen bei 1,26 Mio. Euro, die von mittlerweile über 1800 Mitgliedern aufgebracht werden. 1.550 Mitglieder haben einen Ernteanteil, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 75 Euro pro Monat. Die Produktmengen sind durchaus beträchtlich, z.B. 10.000kg Äpfel, 13.000 kg Tomaten oder 47.000 kg Kartoffeln. Dafür stehen als Anbaufläche zur Verfügung: 5 ha Freiland für Gemüse plus 1,6 ha für Kartoffeln, 2.100 qm in Treibhäusern sowie vier Folientunnel.

Ganz bewusst setzen sich die Mitglieder des Kartoffelkombinats mit der Frage auseinander, ob das bisherige Wachstum der Organisation so weitergehen kann. Wenn die betriebswirtschaftliche Stabilität erhalten werden, der soziale Zusammenhalt stabil bleiben soll und der transformative Charakter gestärkt, dann scheint bei 1.800 zu versorgenden Haushalten die Grenze bzw. die optimale Größe erreicht zu sein. Dann heißt es: weitere Solawi-Projekte gründen und aufbauen. Dabei Hilfestellung zu geben und andere Projekte von den eigenen Erfahrungen profieren zu lassen, ist das Ziel des Kartoffelkombinat-Vereins, der 2016 gegründet wurde: Er bietet Seminare und Beratung an, betreibt Forschungsarbeit und erstellt ein Praxishandbuch für die Umsetzung der Solawi-Ideen. 

Nachhaltigkeit – im Finanzsektor ist das leider immer noch eher ein „Fremdwort“. Dass es auch anders geht, zeigt die GLS Bank, die seit 1974 ein sozial-ökologisch orientiertes Bankgeschäft betreibt. Maurice Attenberger (im Bild am Redepult) von der Münchner Filiale erläuterte einige wichtige Wegmarken in der Firmengeschichte: 1989 wurde von ihr der erste Windkraft-Fonds gegründet. Die Schönauer Strom-Rebellen wurden von ihr 1996 bei der Übernahme des kommunalen Stromnetzes unterstützt. Mittlerweile hat sie sieben Filialen in der Bundesrepublik, eine davon in München. Seit 2008 hat sie ihre Bilanzsumme verfünffacht. Auch die beiden anderen auf der Tagung vorgestellten Unternehmen (und auch die Petra-Kelly-Stiftung) sind bei ihr Kunden. 

Das Geschäftsprinzip der GLS Bank ist klar: Sie spekuliert nicht mit dem ihr anvertrauten Geld (kein Derivate-Handel!), sondern sie vergibt Kredite an nachhaltige Unternehmen, die sozial, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Dinge schaffen. Sie unterstützt z.B. die Energiewende und finanziert Bio-Landwirtschaft und Betriebe, die ökologische Lebensmittel verarbeiten. Im Immobiliensektor geht es um die Förderung von Wohnungen und Arbeitsstätten, die Ressourcen schonen, Strom erzeugen, ein lebenswertes Umfeld bieten und durch ihre nachhaltige Bauweise eine langfristig sinnvolle Investition darstellen. Ausdrücklich ausgeschlossen von einer Finanzierung sind beispielsweise folgende Geschäftsfelder: Atom- & Kohleenergie, Rüstung und Waffen, Biozide & Pestizide, Gentechnik in der Landwirtschaft, chlororganische Massenprodukte, Massentierhaltung, Embryonenforschung, Suchtmittel und Tierversuche.

Dr. David Löw Beer vom Institute for Advanced Sustainability Studies (Bild links)  versuchte, den Transformationsgedanken, den die vorgestellten Einzelprojekte in je verschiedener Weise verfolgen, in einen breiteren gesellschaftspolitischen Rahmen zu stellen, vor allem im Hinblick auf das allgegenwärtige Thema Klimaschutz. Das, was die Kohlekommission als Vorschläge zur Reduktion der CO2-Emissionen gemacht hat, ist für Löw Beer jedenfalls ungenügend, um die internationalen Verpflichtungen der BRD einzuhalten. Eine CO2-Bepreisung dagegen sei gerecht, weil sie die Kosten des Klimaschutzes zumindest zum Teil den Verursachern aufbürdet. Es müssten aber kurzfristige Härten für die Haushalte vermieden werden. Um eine tatsächliche Verhaltensänderung zu bewirken, seien als „Einstieg“ mindestens 40 Euro pro Tonne notwendig. Um alle externen Kosten abzudecken, müsste der Preis für eine Tonne CO2-Emission bei 120-180 Euro liegen.

Um einen sinnvollen Einsatz der Einnahmen im Sinne von Klima- und Umweltschutz zu erreichen, schlägt Löw Beer die Einrichtung von Zukunftsfonds vor. Die Mittel dieser Fonds sollen zur einen Hälfte in klimafreundliche Infrastruktur fließen, z.B. in den Ausbau erneuerbare Energien, in Energieeffizienz, Elektromobilität und digitale Infrastruktur. Die andere Hälfte soll in Unternehmen investiert werden, die die UN-Klima- und Nachhaltigkeitsziele verfolgen.

Auch Barbara Unmüßig (Bild rechts), Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, widmete sich den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und warf dabei einen kritischen Blick auf die Versprechen der sog. „grünen Ökonomie“ bzw. die Hoffnung auf ein „grünes“ Wachstum. Die Protagonisten der Grünen Ökonomie – Weltbank, UNEP, OECD – glauben, dass zwar ein „Weiter so“ angesichts der klima- und umweltpolitischen Herausforderungen keine Lösung ist. Sie setzen aber vor allem auf technologischen Lösungen und Effizienzsteigerungen. Ihre Botschaft ist: Die Wirtschaft kann weiter wachsen, Wachstum kann grün werden. Genau das aber macht das Leitbild der Grünen Ökonomie aus der Sicht von Barbara Unmüßig problematisch und kritikwürdig: Es wird suggeriert, dass die Welt, wie wir sie kennen, mit einem effizienteren, ressourcenschonenden und grünen Wachstum weitgehend erhalten bleiben kann. Reale Machtstrukturen im ökonomischen wie politischen Kontext werden aus dieser Perspektive jedoch ignoriert. Die Grüne Ökonomie ist deshalb für Unmüßig keine realistische Zukunftsoption. Ignoriert wird z.B. der sog. Rebound-Effekt: Effizienzgewinne führen zwar zu Ersparnissen, werden aber durch andere ressourcenintensive Ausgaben und Verhaltensweisen wieder zunichte gemacht. Eine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist und bleibt eine Illusion. Eine grundlegende Transformation der Wirtschaftsweise erfordert jedoch - so Barbara Unmüßig – ein echtes Umdenken: nicht nur effizienter, sondern wirklich anders und weniger wirtschaften und konsumieren, weniger individueller Personenverkehr, weniger Fleischkonsum, weniger Flächenverbrauch, eine andere Landwirtschaft ohne Gentechnik, Pestizide und Massentierhaltung.

ReferentInnen

Maurice Attenberger
Regionalleiter Firmenkunden Bayern, GLS Bank München
Dr. David Löw Beer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam
Johannes Ehrnsperger

Geschäftsführender Inhaber Neumarkter Lammsbräu
Simon Scholl
Gründer und Vorstand im Kartoffelkombinat
Barbara Unmüßig
Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Moderation: Theresa Körner, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Bamberg

Veranstaltungsort
Neumarkt in der Oberpfalz


Art der Veranstaltung
Vorträge mit Podiumsdiskussion



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06.06.2019 - 19:30

Die Welt im Zenit (ausverkauft)

Am Amazonas entscheidet sich unsere Zukunft

Zu Gast ist Patricia Gualinga, ehemalige Sprecherin der indigenen Gemeinde Sarayaku. Die Gemeinde kämpfte erfolgreich gegen das Eindringen in ihr Territorium durch internationale Ölkonzerne und erlangte so weltweite Bekanntheit.  Heute ist Gualinga als Botschafterin für den Schutz des Regenwaldes auf der ganzen Welt unterwegs, z.B. auf der Weltklimakonferenz in Paris.  

Mit den lebendigen Erzählungen von Patricia Gualinga und der leidenschaftlichen  Musik von Grupo Sal erwartet Sie eine einzigartige Collage, die hinterfragt, berührt und bewegt.

ReferentInnen

Patricia Gualinga
war lange Zeit Sprecherin der indigenen Kichwa-Gemeinde Sarayaku aus Ecuador. Sie war seit Beginn an vorderster Front im Kampf gegen das Eindringen internationaler Ölkonzerne in das Territorium der Sarayaku, eine Schlüsselfigur im Prozess gegen den Staat Ecuador beim Interamerikanischen Gerichtshof und eine starke Führerin einer stetig wachsenden Frauenbewegung zum Schutz des Amazonas-Regenwalds.
Isabella Radhuber
Politologin, Universität Wien

Veranstaltungsort
Königsbrunn, Pfarrsaal zur Göttlichen Vorsehung, Blumenallee 27


Partner

Eine Welt Königsbrunn e.V.


Art der Veranstaltung
Musik-Text-Kollage



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03.04.2019 - 19:00

Zwischen Gülletourismus und Glyphosatverbot

Braucht Europa eine neue Agrarpolitik?

In diesem Jahr wird die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) für die nächsten sieben Jahre neu verhandelt. Ob Insektensterben, Überdüngung oder Agrarsubventionen, sie ist in aller Munde und stets umstritten. Im Rahmen der GAP vergibt die Europäische Union jährlich Mittel in Höhe von 58 Milliarden Euro. Das sind enorme Summen und dennoch geben immer mehr Bäuerinnen und Bauern auf.

Der Agrar-Atlas der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt, dass kaum etwas von dem Geld den Zielen zugutekommt, die den Europäer*innen wichtig sind, z.B. gesunde Lebensmittel, der Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität oder der Erhalt von kleinen und mittleren Betrieben. Es wäre daher falsch, die Förderung der Agrarpolitik so fortzuführen wie bisher.

In unserer Podiumsdiskussion gehen wir unter anderem diesen Fragen nach:

  • Welche Lebensmittel- und Agrarpolitik wünschen wir uns als Verbraucher*innen?
  • Wie berührt sie uns in Bayern?
  • An welchen Stellen sind europäische Lösungen notwendig und sinnvoll?

Zu dieser Veranstaltung hat die Süddeutsche Zeitung einen Artikel geschrieben.
Außerdem können Sie den Videomitschnitt der Diskussion hier ansehen.

ReferentInnen

Anton Kreitmair
Oberbayerischer Bezirkspräsident und Kreisobmann Bayerischer Bauernverband
Christian Rehmer
Leiter Agrarpolitik BUND e.V., Mitautor Agraratlas
Gisela Sengl

MdL, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung

Moderation: Dr. Helmut Paschlau (Klima- und Umweltschutzexperte)

Veranstaltungsort
Dachau, Gasthaus Drei Rosen, Münchner Str. 5


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. Regionalgruppe München


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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27.03.2019 - 19:00

Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt

 

Wir müssen uns wieder mit der Natur versöhnen, sie zulassen und in unsere Nähe bringen. Wir sind Teil von ihr und können ihr nicht leben.
Anhand zahlreicher Projekte, die der Autor in Europa besucht und dokumentiert hat, wird aufgezeigt, wie das Leben mit Bäumen und anderen Pflanzen an und auf unseren Häusern funktioniert und was dies bewirkt. Grüne Fassaden, Dachgärten Obstbaumalleen oder blühende Baumreihen an Verkehrswegen, natürliche Waldparks, Baumschatten auf Parkflächen und in Gastgärten, Denk-Mal-Bäume u.v.m. Es sind Naturprojekte, die zum Nachdenken anregen und zum Nachmachen einladen sollen. Es ist höchste Zeit, damit zu beginnen!

ReferentInnen

Conrad Amber
Autor, Berater, Fotograf, Naturdenker

Veranstaltungsort
Nürnberg, Evangelische Stadtakademie im eckstein, Burgstraße 1, Raum E.01


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Evangelische Stadtakademie Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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27.02.2019 - 19:00

Overtourism und die Faszination des Reisens

Wie geht Urlaub der Zukunft?

Mit dem Reiseteil der Süddeutschen Zeitung weckt der journalistische Weltenbummler Jochen Temsch jede Woche neue Sehnsüchte nach fernen Ländern. Jedoch: Immer mehr Menschen wollen an den immer selben Orten Urlaub machen. Das führt zu überlaufenen Städten wie Venedig, Palma oder Barcelona, in denen sich die Touristen auf die Füße treten und das Leben für Einheimische unattraktiv und teuer wird. Jürgen Schmude hat das Phänomen Übertourismus erforscht und schlägt Lösungen vor.
Christine Scheel und Gerhard Engel durchqueren jedes Jahr die Alpen und beleuchten in ihrem spirituell-politischen Reiseführer „WeitBlick“, welche Probleme Wander- und Skibegeisterte in die Berge bringen und wie rettendes Engagement aussieht.

ReferentInnen

Gerhard Engel
Pädagoge, Organisationsberater, ehem. Präsident des Bayerischen Jugendrings, Leiter des Filmbildungsvereins Landesmediendienste, gemeinsam mit Christine Scheel Autor von WeitBlick - Einsichten auf dem Weg über die Alpen, 2018
Monika Maier-Albang
Journalistin, Mitgestalterin des Reiseteils der Süddeutschen Zeitung
Dr. Philipp Namberger
Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung an der Fakultät für Geographie an der LMU München
Christine Scheel
GRÜNEN-Politikerin ehem. im Bayerischen Landtag und Deutschen Bundestag, Beraterin für Politik und Wirtschaftsfragen, Vorsitzende des Kuratoriums der Evangelischen Akademie Tutzing

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8.-/ erm. 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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21.02.2019 - 10:00 bis 16:00

Biodiversität, Düngeverordnung und Klimawandel

Lösungsansätze einer bäuerlichen Landwirtschaft und Forderungen an die Agrarpolitik

Insektensterben und der Verlust der Artenvielfalt bedrohen unsere Lebensgrundlagen. Wegen unzu-reichender Umsetzung der EU Nitratrichtlinie hat die EU-Kommission eine Klage gegen die BRD beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Zudem müssen nach der NERC-Richtlinie Luftschadstoffe wie Stick-stoffoxide und Ammoniak deutlich reduziert werden. Dass die Novellierung der Düngeverordnung eine echte Lösung des Problems sein kann, bezweifeln nicht nur Bauern, sondern auch Wissenschaftler. Der vielerorts zu trockene Sommer mit Futterknappheit und Ernte-ausfällen hat die Empfindlichkeit unserer Agrarsysteme angesichts des Klimawandels deutlich gemacht.

Die AbL fordert eine Landwirtschaftspolitik, die sowohl den Umwelt- und Artenschutz als auch die Existenzsicherung der bäuerlichen Betriebe zum Ziel hat. Die Tagung soll hierfür Lösungsansätze aufzeigen.

Weitere Informationen sowie das genaue Programm finden Sie auf dem Flyer zur Tagung.

ReferentInnen

Dr. Andrea Beste
Agrarwissenschaftlerin und Diplom-Geographin, Co-Autorin Bodenatlas
Heinrich-Böll-Stiftung und "Büro für Bodenschutz und Ökologische Agrarkultur“, Mainz
Wolfram Güthler
Ministerialrat und Leiter des Referats Landschaftspflege und Naturschutz-förderung im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Dr. med. vet. Anita Idel
Tierärztin, Mediation und Projektmanagement Agrobiodiversität, Lead-
autorin im UN-Weltagrarbericht (IAASTD) und Kasseler Institut für ländliche Entwicklung
Prof. Onno Poppinga
Kasseler Institut für ländliche Entwicklung (KI)

Veranstaltungsort
Weichering, Landgasthof Vogelsang, Bahnhofstraße 24


Kosten
10,- (Mitglieder) / 15,- Euro (Nichtmitglieder); Mittagessen und Getränke sind selbst zu bezahlen


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Landesverband Bayern e.V.


Art der Veranstaltung
Tagung



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31.01.2019 - 18:30

Nestwärme. Was wir von Vögeln lernen können

Lesung mit dem Autor

Ein Leben mit der Sonne statt nach der Uhr, faire partnerschaftliche Beziehungen, Gewaltverzicht und klimaneutrale Mobilität – was können wir von Vögeln lernen? "Nestwärme" ist ein überraschendes Buch über das Sozialverhalten unserer gefiederten Nachbarn, ein Plädoyer für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur – und eine augenzwinkernde Aufforderung, das eigene Leben hin und wieder aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Der vielfach ausgezeichnete Naturschützer Ernst Paul Dörfler hat ein berührendes Buch über das geheime Leben der Vögel geschrieben, die oft friedvoller und achtsamer miteinander umgehen als wir Menschen.

ReferentInnen

Ernst Paul Dörfler
Autor und Umweltschützer und war Mitbegründer der Grünen Partei in der DDR
Leo Klotz
Biologe, Vorstand Petra-Kelly-Sitftung

Veranstaltungsort
München, Museum Mensch und Natur Schloss Nymphenburg, Nordflügel


Kosten
Eintritt frei!


Art der Veranstaltung
Vortrag



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12.11.2018 - 19:00

Das System Milch

Dokumentarfilm von Andreas Pichler Deutschland 2017, 90 Min.

Längst ist Milch mehr als ein Nahrungsmittel: ein wertvoller  Rohstoff, der ständig umdesignt und neu erfunden wird. Mit  EU-Subventionen wird eine Überproduktion angekurbelt, die einerseits zum Milchpreisverfall führt, andererseits zum weltweiten Export von Milchprodukten und Milchpulver. Opfer sind die kleineren Bauern weltweit und die Kühe, die auf Hochleistung  getrimmt werden. Wieviel Spielraum gibt es in diesem System,  z.B. für landwirtschaftliche Genossenschaften, um nachhaltiger  für Mensch und Tier zu produzieren? Und was muss politisch verändert werden?

ReferentInnen

Andreas Pichler
Regisseur und Grimmepreis-Träger, Bozen
Josef Schmid
Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft  bäuerliche Landwirtschaft ABL Bayern

Veranstaltungsort
München, Monopol Kino, Schleißheimer Str. 127


Kosten
9,50/ erm. 8,50 Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Filmvorführung mit anschließendem Filmgespräch



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03.05.2018

Wie wollen wir wohnen?

Raumwunder für ein entspanntes Zuhause, lebendige Nachbarschaften und grüne Städte

Ein Füllhorn guter Ideen schüttete Daniel Fuhrhop bei seinem Vortrag im sehr gut besuchten Bamberger Stephanshof aus, und zeigte, wie es gelingen kann, Platz zu schaffen, Platz besser zu nutzen und dadurch Freiräume zu gewinnen: für sich selbst, für Freunde und Nachbarn, ja sogar für die ganze Stadt. Daniel Fuhrhop ist überzeugt: "Wenn jeder aber nur ein Zehntel weniger Raum benötigen würde, könnten alle bezahlbaren Wohnraum finden."  Stadtviertel würden viel lebendiger, Jung und Alt kämen sich wieder näher – vom Zusammenrücken würden alle profitieren. 

Fuhrhop sieht das Wohnen in einem direkten Zusammenhang mit einem an Nachhaltigkeit orientiertem „Guten Leben“. Allerdings sei es in diesem Zusammenhang schwieriger, Nachhaltigkeit konkret werden zu lassen als zum Beispiel bei der Mobilität oder beim Lebensmittelkauf. In Bezug auf das Wohnen gebe es nämlich einen ständigen Konflikt zwischen dem notwendigen Erhalt von Freiflächen und dem tatsächlichen oder gefühlten Wohnraummangel.

Dementsprechend widersprüchlich ist die Situation. Auf der einen Seite nimmt der durchschnittliche Wohnflächenbedarf seit Jahren zu. Derzeit liegt er bei ungefähr 46 qm pro Person. In 4-Personen-Haushalten liegt er bei 31 qm, in Single-Haushalten sogar bei 68 qm. Und die Zahl dieser Single-Haushalte nimmt ständig zu.

Auf der anderen Seite lässt sich aber ein Trend zum gemeinschaftlichen Wohnen, zumindest zur gemeinschaftlichen Nutzung von Wohnflächen beobachten. Das Spektrum dafür ist – wie Fuhrhop deutlich machte – sehr breit. Es reicht von der Kommune, die nicht nur die Wohnung teilt, sondern auch das Einkommen, bis zur leer stehenden Garage, die man einer Band als Übungsraum zur Verfügung stellt. Oder es werden für leer stehende Zimmer (zum Beispiel nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod des/der Partners/in) neue Mitbewohner*innen gesucht. Dafür gibt es mittlerweile sogar bereits Wohnpartner-Portale, eine Mischung aus Partnerbörse und Immobilienvermittlung (z.B.: https://gold-wg.com/).

Ausführlich ging Fuhrhop am Beispiel der Münchner Wagnis-Genossenschaft auf das Modell des gemeinschaftlichen Wohnens in Genossenschaftsform ein. Mit "wagnisART" (Details dazu hier!) entstanden im Norden Schwabings knapp 140 unterschiedlich geförderte sowie frei finanzierte genossenschaftliche Wohnungen in fünf Passivhäusern. In ihnen steht das gemeinschaftliche Wohnen im Zentrum. Neben Standard-Wohnungen wird eine neue Form von Gemeinschaftshaushalten angeboten. Diese so genannten Wohnungs-Cluster kombinieren individuelles Wohnen mit Lebensformen der Wohngemeinschaft.

Der Name wagnisART erinnert nicht nur an die ehemalige Künstlerkolonie, die auf diesem Gelände angesiedelt war, sondern steht auch für eine zukunftsorientierte Lebensart. Es geht um ein gemeinschaftliches Miteinander als urbanes Leben in kreativer, aktiver und generationenübergreifender Nachbarschaft. In den gebäude-Komplexen gibt es Musikräume, Räume für Waschen und Nähen, Gemeinschaftsräume in verschiedener Größe, Gästezimmer, Dachgärten.

Durch die verschiedenen Finanzierungsformen ist es möglich geworden, dass diese Wohnungen auch für Menschen mit niedrigem Einkommen erschwinglich sind – und dies im äußerst teuren Münchner Wohnungsmarkt.

Eine weitere Möglichkeit, dem Wohnraummangel abzuhelfen, ohne auf Neubau setzen zu müssen, ist der Wohnungstausch: Wenn sich die Wohnumstände und die Personenzahl ändern, dann kann eine zu groß gewordene Wohnung gegen eine kleiner Wohnung getauscht werden, die diesen Mietern (beispielsweise bei Familienzuwachs) zu klein geworden ist. Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass sich die finanzielle Belastung (Quadratmeter-Preis!) nicht ändert. Fuhrhop plädierte deshalb abschließend für eine "Bürgerbeteiligung für Nicht-Bauen", bei der gemeinsam nach Lösungen gesucht werden sollte, vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen.

Weiterführende Links:

Daniel Fuhrhop: Stadtwandel im Zeichen des Klimawandels

Verbietet das Bauen - Der Blog gegen die Bauwut

Unabdingbar für ein gutes Leben: das Dach über dem Kopf

ReferentInnen


Daniel Fuhrhop

ist spätestens seit seinem großen Erfolg seiner Streitschrift »Verbietet das Bauen!« ein gefragter Interviewpartner. Mit Ideen für Wohnungssanierung, innovative Wohngemeinschaften oder grünere Städte erreicht er ein breites Publikum – Bürger(innen) und Architekt(inn)en, Umweltschützer(innen) und Stadtplaner(innen). In seinem aktuellen Buch hat der ehemalige Architekturbuch-Verleger die Erfahrungen der letzten drei Jahre in einem kurzweiligen Ratgeber zusammengefasst. Privat zieht er gerade in eine kleinere Wohnung um – mit Gemeinschaftsräumen.

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

Evangelisches Bildungswerk Bamberg e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag



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26.02.2018 - 10:00 bis 16:00

Für eine soziale und ökologisch nachhaltige Reform der Gemeinsamen...

 

Die bisherige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU fördert mit vielen Milliarden an Steuergeldern Großstrukturen über Flächenprämien. Sie beschleunigt den Strukturwandel und verschärft die Konkurrenzsituation zu bäuerlichen Betrieben, unabhängig davon, in welchem Umfang Leistungen im sozialen Bereich, zum Umwelt- oder Klimaschutz erbracht werden. Die bei der letzten Reform in 2013 eingeführten Greening-Auflagen und die Förderaufschläge für die ersten Hektare haben keine wesentlichen Verbesserungen bewirkt. Die AbL fordert eine Umverteilung der Direktzahlungen zu Gunsten vielfältiger, kleinstrukturierter Betriebe. Strukturbedingte Benachteiligungen im Vergleich zu größeren Betrieben müssen ausgeglichen werden. Besonders Bauernhöfe mit flächengebundener Tierhaltung müssen in der neuen Förderperiode stark profitieren.

Eine Ausführliche Dokumentation des agrarpolitischen Symposiums können Sie hier herunterladen.

ReferentInnen

Josef Schmid
Vorsitzender AbL-Bayern
Anton Dippold
Leiter des Referats Agrarpolitik u. Agrarstatistik am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Josef Göppel
Vorsitzender Deutscher Landschaftspflegeverband (DVL)
Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heissenhuber
Professor im Ruhestand TU München; Leiter Kommission Landwirtschaft und Umwelt (KLU) am Umweltbundesamt
Maria Noichl
MdEP, SPD
Anton Kreitmair
Landwirt, MdL CSU, BBV-Bezirkspräsident Oberbayern
Stefan Schmidt
MdB Bündnis 90/Die Grünen
Gertraud Gafus
AbL-Bayern

Veranstaltungsort
Erdweg, Kath. Landvolkshochschule, Bischof-Neuhäusler-Str., Unteres Haus, Bischof-Neuhäusler-Saal


Kosten
25,- / 20,- Euro (Mitglieder) Inkl. Mittagessen, Getränke, Kaffee und Kuchen


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Landesverband Bayern e.V


Art der Veranstaltung
Tagung



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