Szenische Lesung
- Montag, 15. Dezember 2025 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Szenische Lesung
Decolonizing Dayton - DON’T DREAM DREAMS
Theater & Diskussion
Dayton, Ohio. Vor dreißig Jahren wurde in diesem kleinen US-amerikanischen Städtchen der Bosnienkrieg mit einem Friedensvertrag beendet.
Dreißig Jahre danach stellt die szenische Lesung Don’t Dream Dreams von Tahir Herenda eine unbequeme Frage ins Zentrum: Was bleibt von einem Friedensvertrag, wenn „negativer Frieden“ zur politischen Normalität wird? Und weiter: Wie prägt ein Abkommen eine Gesellschaft, dessen Architektur Blockaden eher erzeugt als überwindet? Basierend auf Originalzitaten am Dayton Prozess beteiligter internationaler Akteure legt das Stück die politischen Mechanismen offen, die den Krieg in Bosnien und Herzegowina beendeten – und zugleich seine langfristigen strukturellen Widersprüche festschrieben. Die Lesung lädt dazu ein, die Verantwortung der internationalen Diplomatie neu zu vermessen: Welche Lehren ziehen wir, wenn Machtkalkül Gerechtigkeit ersetzt – und bis heute politische Realität bleibt?
„Don’t dream, don’t dream that the West will come and solve this problem“ – ein Satz aus den Verhandlungen, der drei Jahrzehnte später nichts an Dringlichkeit verloren hat.
Auch heute ist Bosnien und Herzegowina geprägt von einem Verfassungssystem, das politische Blockaden begünstigt und tief verwurzelte nationale Trennlinien fortschreibt. Sezessionistische Bestrebungen einzelner Landesteile, fragile Institutionen und stockende Reformprozesse erschweren den Weg Richtung EU. Die Lesung wirft damit auch die Frage auf: Wie lange lässt sich Frieden verwalten – ohne ihn tatsächlich zu gestalten? Mit Originalzitaten internationaler Diplomat*innen und Schauspieler*innen des Sarajevo War Theatre.
Szenische Lesung von Tahir Herenda, Maja Burazerović
Mit:
- Selma Alispahić,
- Ana - Mia Karić,
- Jasenko Pašić,
- Davor Sabo,
- Adnan Kreso,
- Sead Pandur
Video von Bojan Stojčić
Anschließendes Gespräch mit:
- Tahir Herenda, Jurist, Autor
- Boris Mjatović, (Bündnis 90/Die Grünen) Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB)
Moderiert von Adelheid Wölfl, Journalistin
Die Lesung wird auf Englisch/Bosnisch teilweise mit engl. Übertiteln aufgeführt, das anschließende Gespräch auf Englisch geführt.
Anmeldung bitte über das Maxim Gorki Theater.
Kontakt: Jana Falkenroth, Heinrich Böll Stiftung
- Zeitzone
- Berlin
- Adresse
- Kiosk des Maxim Gorki Theater, Dorotheenstr 3., 10117 Berlin
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
- Sprache
- Englisch
- Zugang
- Bitte über die Webseite des Maxim Gorki Theaters anmelden
Kooperationspartner/innen
© Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Schumannstraße 8
10117 Berlin
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