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26.09.2011 bis 27.09.2011
FriedenspädagogInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind seit einigen Jahren in einem Netzwerk verbunden, um sich über aktuelle Themen und gemeinsame Veranstaltungen zu verständigen. Ende 2010 entstand im Arbeitskreis der Wunsch, nicht nur PädagogInnen, sondern eine breitere „Friedens-Öffentlichkeit“ einzuladen, um die traditionellen Themen Antimilitarismus und Gewaltfreiheit aufzugreifen und als aktuelle Herausforderung für friedenspolitisches und friedenspädagogisches Engagement zu diskutieren.
Die Ausgangsthese war: Die Wahrnehmung und die kritische Diskussion von Rüstungsexporten, die gesellschaftliche und politische Bewertung von Militär und das Bewusstsein über den wachsenden Erfahrungsschatz von Gewaltfreiheit haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Die jüngsten Ereignisse in Nordafrika fordern dringend eine aktuelle Verortung dieser Themen in der Friedensbewegung und in der Friedenspädagogik.
Zwei Referate thematisierten den aktuellen Stand von Antimiltarismus: Werner Wintersteiner (Universität Klagenfurt) differenzierte unter dem Titel "Vom edlen Krieger zum traurigen Krieger"" die unterschiedlichen Ausprägungen des Militarismus vom feudalen Bellizismus über den patriotischen und rassistisch-imperialistischen Militarismus, dem links-revolutionären Militarismus bis zu den Erscheinungsformen des modernen Söldnertums und des Militarismus in Demokratien. Der Anknüpfungspunkt für die Friedenspädagogik liegt vor allem im "banal militarism" im Sinne der kulturellen Praktiken, die die Kontinuität des Militarismus gewährleisten.
Marc von Boemcken, BICC, gab einen Überblick über Rüstungspolitik und Rüstungsexporte, stellte die Top Ten der Rüstungsexporteure und der Importeure vor und beschrieb v.a. die Rütungsaktivitäten und ihre Akteure im nordafrikanischen Raum und Nahen Osten. Beeindruckend fanden die FriedenspädagogInnen, dass die weltweiten Rüstungsausgaben seit 2000 um 49% gestiegen sind. Infos zum Thema sind zu finden unter www.ruestungsexport.info.
Das Thema Gewaltfreiheit wurde von Reiner Steinweg eingebracht. Er referierte über Gewaltfreiheit in Ägypten, d.h. zur Frage: Wie konnte es passieren, dass der Aufstand in Ägypten im ersten Halbjahr 2011 weitgehend gewaltfrei verlief. In der Diskussion wurde (wie so oft) bedauernd festgestellt, dass wir viel zu wenig Wissen über gewaltfreie politische Veränderungsprozesse haben. Es gibt nun aber eine Bibliographie zum Thema Gewaltfreiheit, zusammengestellt von Reiner Steinweg:
www.friedenspaedagogik.de/service/literatur/bibliographie_gewaltfreiheit_und_soziale_verteidigung
Die Themen wurden in Arbeitsgruppen weiter bearbeitet: Eine Arbeitsgruppe tauschte sich über Theorie und Praxis der Jungenarbeit als Auseinandersetzung mit Männlichkeitskonzepten aus. In einer weiteren Arbeitsgruppe wurden Strategien in Reaktion auf die Kooperationsverträge zwischen Bundeswehr und den meisten Kultusministerien in Deutschland erörtert.
Die Tagung hatte insgesamt knapp 40 Teilnehmende. Ein Teil kam aus dem Nürnberger Raum, der überwiegende Teil aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und aus der Schweiz. Die Teilnehmenden fanden es wichtig, dass an den „Traditionsthemen“ Gewaltfreiheit und Antimiltarismus angeknüpft wurde und überlegt, wie im pädagogischen Bereich, in der Friedensforschung und im öffentlich Diskurs darauf gedrungen werden kann, sich mit diesen Themen wieder mehr zu beschäftigen.
Veranstaltungsort
Stein bei Nürnberg
Partner
Arbeitskreis Friedenspädagogik in der AFK
Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V. München (AGFP)
ASEPaix, association des educateurs a la paix
Institut für Friedenspädagogik Tübingen (ift)
Institut für Konfliktbearbeitung und Mediation (ikm)
Zentrum für Friedensforschung Friedenspädagogik an der Universität Klagenfurt
Art der Veranstaltung
Fachgespräch
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