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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Frau - Macht - Veränderung? - Transformationsprozesse im Nahen und Mittleren Osten

19.07.2012 bis 21.07.2012


Der arabische Frühling hat die gesamte Region verändert, da sind sich die ExpertInnen einig. Die Menschen erwarten nach der Revolution, dass es ihnen besser geht, stattdessen zeichnet sich zunächst eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse ab. Die Wirtschaft etwa in Ägypten leidet, weil Touristen und Investoren ausbleiben. Dementsprechend steigt die Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit dem Übergangsregime nimmt zu. Es ist immer noch offen, ob die Revolutionen im arabischen Raum in demokratischen Systemen enden oder Bürgerkrieg und Staatsverfall die Folge sein werden.

Es wird oft übersehen, dass die arabischen Frauen seit Jahrzehnten einen beträchtlichen Beitrag zur Demokratieförderung leisten. Sie setzen sich für Menschenrechte, den interkulturellen Dialog zwischen der arabischen und der westlichen Welt und für die politische und kulturelle Teilhabe von Frauen ein. Und tatsächlich: für eine kurze Zeit erlangten Frauen eine gewisse Handlungsmacht im öffentlichen Raum, indem sie sich bei Protesten ebenso lautstark artikulierten wie Männer.

Obwohl Frauen zum Symbol der Transformation in der Region geworden sind, werden ihnen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten. Die neue politische Elite besteht wiederum fast ausschließlich aus Männern.

Dabei ist es wichtig, dass die Stimmen der Frauen auch in diesen Reformprozessen gehört werden. Da ohne die Gleichberechtigung der Geschlechter in der öffentlichen Sphäre ein dauerhafter und demokratischer Transformationsprozess und eine gerechte Gesellschaft nicht denkbar sind.

Frauen zu stärken, sich zu vernetzen und gemeinsam Ziele zu erreichen, ist ein wichtiger und notwendiger Faktor.

Da Frauen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten werden, führt dies zu einer strukturellen Diskriminierung von Frauen, die eine wesentliche Ursache für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in der Region ist. Die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation von Frauen ist ein Schlüsselfaktor für wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Eine Zwischenbilanz der Demokratieentwicklung in der Region zeigt, dass neue Kräfte ein konservatives Modell propagieren und die politische Elite wieder ausschließlich aus Männern besteht. So gibt es beispielsweise im ägyptischen Verfassungsausschuss keine einzige Frau. Wie sich die Zukunft in den arabischen Ländern für Frauen entwickeln wird, ist nicht abzusehen. 

Auch für die Akteure in Deutschland liefert die arabische Welt seit dem Aufbruch ein neues Bild. Es entstand eine Debatte über die Rolle des Islams  bzw. der sogenannten Islamismen im Bezug auf die demokratischen Werte und die Menschenrechte. Hier stellt sich die Frage: Sind die Frauenrechte eine Ausnahme? Denn um die Frauenrechte in der arabischen Welt nachhaltig durchsetzen zu können, ist die Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Religion und auch internationalen Entwicklungshelfern nötig. Ein Kulturaustausch als auch die Wirtschaftsförderung zur Stabilisierung der Region, die auch Frauen miteinbeziehen soll, bietet sich hier als eine der langfristigen Strategien an. 

Werden Frauen in der arabischen Welt auch in Zukunft in der öffentlichen Sphäre eine marginale Rolle spielen? Welche Perspektiven hat eine echte Demokratie in der gesamten Region? Was kann eine revolutionäre Veränderung zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen? Wie können Deutschland und Europa helfen, zu einer stabilen und geschlechtergerechten Gesellschaft beizutragen?

Diese und ähnliche Fragen sollten und wurden bei der Tagung behandelt und diskutiert.

Veranstaltungsort
München


Partner

Frauenakademie München

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Friedrich-Ebert-Stiftung - Bayernforum

Die Tagung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V. gefördert. 


Art der Veranstaltung
Lesung und Tagung



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