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24.08.2012 bis 01.09.2012
„Galizien liegt in weltverlorener Einsamkeit und ist dennoch nicht isoliert … es hat mehr Kultur als seine mangelhafte Kanalisation vermuten lässt; viel Unordnung und noch mehr Seltsamkeit“, so schrieb Josef Roth im Jahr 1924 über seine Heimatregion. Paul Celan spricht später im Zusammenhang mit der Bukowina, deren Hauptstadt Czernowitz ist, von dem „Land, in dem Menschen und Bücher lebten“.
Mit unserer Bildungsreise erkundeten wir die Heimat dieser und vieler anderer bedeutender Schriftsteller. Wir begegneten einer Region, die wie kaum eine zweite bis heute von den Wirren der europäischen Geschichte geprägt ist. Gleichzeitig liegt Galizien unmittelbar vor den Toren der Europäischen Union und steht vor dem Aufbruch in die Zukunft. Spätestens seit der Orangen Revolution in der Ukraine blickt die Öffentlichkeit mit erhöhter Aufmerksamkeit auf diese Region.
Unsere Bildungsreise nach Galizien führte uns von Lemberg nach Czernowitz und Kosiw mit Abstechern in Zabolotiv und Kolomea und über Werchowyna wieder nach Lemberg zurück. Außerdem statteten wir Krakau einen Besuch ab.
Auf der Lesereise standen die Geschichte, Literatur, das jüdische Leben ebenso wie die heutigen gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen in einem Landstrich in unmittelbarer Nähe zur EU-Außengrenze im Mittelpunkt. Die Reise wurde konzipiert und begleitet von dem Journalisten und Autor Uwe von Seltmann.
Einige Impressionen von unserer Reise können Sie sich unter folgendem Link anschauen:
Bitte klicken Sie hier!
Der folgende Überblick über die einzelnen Reisestationen gibt einen kleinen Eindruck von der Vielfältigkeit des Programms
Freitag, 24. August
Anreise nach Czernowitz
Samstag, 25. August
Führung durch das „Kleinwien des Ostens“ mit Tania Bereschnaja mit Erläuterungen zur Geschichte des Ortes und der Bukowina. Danch:
Informationsgespräch bei der Stiftung "Neue Familie" (Drogenhilfeprojekt) über die Arbeit, die Aufgaben, die Finanzierung dieser NGO sowie über die allgemeine Situation des zivilen Engagements vor Ort.
Sonntag, 26. August
Das jüdische Czernowitz: Paul Celan, Rose Ausländer; Stadtrundgang mit Dr. Mykola Kuschnir u.a. mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs, der Besichtigung des jüdischen Museums und einem Gespräch mit Josip Bursuk über die Geschichte der Juden in Czernowitz und deren derzeitige Situation im Ort.
Montag, 27. August
Fahrt nach Verkhovyna in die Ostkarpaten (Hauptstadt der Huzulen); Rundgang durch Verkhovyna, Besichtigung des Huzulischen Museums, Begegnung mit Anna Pankiv und ihrer Tochter Halina: Austausch über die Situation vor Ort (Abwanderung der jungen Leute, die Region wird „vergessen“ von der Regierung, Straßen sind z.T. nicht passierbar, es fehlt die Kanalisation). Weiterfahrt nach Kosiw.
Dienstag, 28. August
Busfahrt von Kosiw nach Lemberg mit Zwischenstopps in Zabolotiv (Geburtsort von Manès Sperber) und Kolomea.
Mittwoch, 29. August
Ganztägige/r Stadtrundgang und -fahrt : „Jüdisches Lemberg“ mit Boris Dorfmann, anschließend Gespräch mit Juri Durkot über die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation in der Ukraine.
Donnerstag, 30. August
Ganztägiger Stadtrundgang (und Rundfahrt) Lemberg: Lembergs wechselhafte Geschichte unter polnischer, österreichischer, deutscher, sowjetischer und ukrainischer Herrschaft, aktuelle Situation und politische Herausforderungen – mit Jurko Prochasko.
Lesung Uwe von Seltmann aus seinem Buch „Todleben“.
Freitag, 31. August
Zugfahrt nach Krakau, geführter Spaziergang zum Rynek und durch die Altstadt.
Samstag, 1. September
Führung durch Kazimierz.
Rückreise nach Stuttgart / München.
ReferentInnen
Reiseleitung:
Uwe von Seltmann, Journalist und Autor
Gesa Tiedemann, Geschäftsführerin Petra-Kelly-Stiftung
Partner
Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg
Art der Veranstaltung
Bildungsreise
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