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12.01.2011
Tagung zu aktuellen Problemfeldern am Hindukusch
Das Kernstück der Tagung waren die Workshops, die zu Themen aus Wissenschaft und Praxis Konfliktlinien in Afghanistan nachzeichneten. Um die Teilnehmer/innen angemessen auf diese komplexe inhaltliche Arbeit vorzubereiten, wurde unter der Leitung von Dr. Andreas Bock eine Einführungsveranstaltung am Vorabend abgehalten, in der versucht wurde, den Studierenden ein erstes Verständnis für die vorherrschenden Konflikte und deren Faktoren zu vermitteln.
Im Rahmen der Workshops konnte sich am darauf folgenden Tag jede/r Teilnehmer/in intensiv mit einem Teilaspekt des Afghanistan-Konflikts beschäftigen. In der Arbeitsgruppe, die von Florian Kühn geleitet wurde, lernten die Teilnehmenden die Problematik des Statebuilding in Afghanistan kennen. Schon im Voraus setzten sich die Studenten/-innen mit Texten zu diesem Thema auseinander, sodass zügig ein intensiver und inhaltlich spannender Austausch stattfinden konnte. Florian Kühn, der an der Helmut- Schmidt-Universität in Hamburg lehrt und sich schon lange mit dem Afghanistankonflikt auseinandersetzt, reflektierte mit den Teilnehmern/-innen eigene Thesen und wissenschaftliche Analysen zur Situation in Afghanistan.
Einen ganz anderen, aber nicht minder relevanten Ansatz verfolgte Laila Noor. Die gebürtige Afghanin beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Frauensituation in Afghanistan und setzt mit ihrer Organisation Afghan Women Association bei der Förderung von Bildungsarbeit an. Durch den Bau von Schulen in der Region und den Einsatz für verbesserte Bildungschancen junger Mädchen leistet sie wertvolle praktische Konfliktbearbeitung. Mittels ihrer eigenen Erfahrungen verschaffte Frau Noor den Teilnehmern/-innen einen ganz besonderen, persönlich-authentischen Einblick in die Probleme des Landes.
Malte Gaier, der momentan an der Universität Erfurt promoviert, setzte sich in seiner Arbeitsgruppe aus wissenschaftlicher Perspektive mit Pakistans Rolle im Afghanistan-Konflikt auseinander. Diese Dimension, der oftmals nicht genügend Beachtung geschenkt wird, wurde von den Partizipierenden beleuchtet und spannende Erkenntnisse wurden gemeinsam herausgearbeitet. Besonders an diesem Thema wird deutlich, dass sich die Studierenden in der Planung bewusst für einen weiten Fokus auf den Afghanistan-Konflikt entschieden haben und damit eine breite Auswahl an Workshopthemen bereitstellen konnten.
Die umfassende Betrachtungsweise der Situation veranschaulicht auch der Workshop von Nicole Birtsch. Sie arbeitet im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes an der Universität Kabul und baut dort ein Netzwerk für Friedens- und Konfliktforschung auf. Sowohl ließ sie die Workshopteilnehmer/innen an ihren persönlichen Erfahrungen teilhaben, als auch an der Idee hinter dem Aufbau der Friedensforschung an der Universität Kabul. Dieser für die Studierenden sehr neue Ansatz zur Friedensarbeit stieß auf viel Interesse und Anklang.
Im Anschluss an den intensiven Austausch in den Workshops fand resümierend eine gemeinsame Diskussionsrunde statt, um den jeweils anderen Arbeitsgruppen einen Einblick in die verschiedenen Perspektiven zu gewähren. Ein besonderer Gast des Plenums war PD Dr. Jochen Hippler, der zu den führenden Afghanistanforschern in Deutschland zählt und gerne die Diskussion um seine Expertise ergänzte.
Veranstaltungsort
Augsburg
Partner
Universität Augsburg
Art der Veranstaltung
Tagung
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