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12.03.2005
Im ersten Teil der Tagung wurde im Vorblick auf die Agrarreform die aktuelle Einkommenssituation in der Landwirtschaft beleuchtet und generelle, neue Perspektiven für die Entlohnung bäuerlicher Arbeit aufgezeigt. Am Beispiel der Allgäuer Produktmarke "von hier" wurden Wege aufgezeigt, wie faire Erzeugerpreise im biologischen und regionalen Qualitätsmarkt möglich sind.
Im zweiten Teil wurden mit einem vielfältig besetzten Podium praxisrelevante und gesellschaftlich bedeutsame Fragen zur Lohnarbeit in der Landwirtschaft diskutiert. Hartz IV und Millionen arbeitsloser Menschen einerseits und die großteils sehr hohe Arbeitsbelastung andererseits legen nahe, neue Möglichkeiten für Lohnarbeit in der Landwirtschaft viel stärker in den Blickwinkel zu rücken. Zentrale Frage in der Diskussion war: Wie kann die Landwirtschaft zu einer Entlastung der angespannten Arbeitsmarktsituation beitragen?
Die Grundproblematik des Themas ist, dass es in der Landwirtschaft zwar eine Fülle von abwechslungsreichen Arbeitsplätzen gäbe, diese angesichts der extrem niedrigen Erzeugerpreise und Endpreise bei Lebensmitteln derzeit aber kaum finanzierbar sind. Daher bewegte sich die Diskussion auch stark in volkswirtschaftlichen Zusammenhängen (Aktionen und öffentlich wirksame Informationen gegen die "Geiz ist Geil"-Parolen, Preis-Dumping etc.). Durch die vielfältige Besetzung des Podiums konnten aber auch sehr konkrete Vorschläge diskutiert werden (Werbeoffensive für grüne Ausbildungsberufe, modulares Ausbildungssystem = drei Betriebe tragen einen Auszubildenden, Einbindung der bestehenden Maschinenringe in die Vermittlung zur Schaffung eines regionalen Arbeitskräfte-Pools). Auch für den Bereich der übergeordneten Agrarpolitik wurden Ideen und Forderungen formuliert, da im derzeitigen Fördersystem der Faktor "menschliche Arbeit" keinerlei Berücksichtigung findet.
Als sehr positives Signal erlebten die Tagungsteilnehmer/innen übereinstimmend die gemeinsame Suche nach Alternativen trotz der sehr verschiedenen Gruppen und Interessenslagen.
Partner
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Landesverband Bayern
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