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06.07.2005
Stärkung der multiethnischen Zivilgesellschaft in Südserbien
Vorträge und Diskussionen auf Einladung des Freisinger Friedensbündnisses
Ziel des Projektes war die Information von Schüler/innen, Jugendlichen und Erwachsenen in Freising über die gesellschaftliche Situation in einem Gebiet von fünf Dörfern in Südserbien in der Umgebung von Bujanovac nach dem Kosovo-Krieg. Das Gebiet grenzt direkt an Mazedonien und den Kosovo und wird vornehmlich von Serben und Albanern bewohnt. Es gehört zu den wirtschaftlich schwächsten Regionen des Landes.
Konkret ging es um die Vorstellung eines Friedensprojektes, in dem fünf multiethnische Jugendzentren gegründet und zu einem Netzwerk zusammengeschlossen wurden. Die Friedensfachkraft Branka Jovanovic sowie zwei delegierte Vertreter des Jugendzentrumsnetzwerkes, Bejtulla Memedovic (Albaner) und Marjan Stojmenovic (Serbe), stellten ihre Arbeit vor Ort und ihre bisherigen Erfolge in Form eines Vortrages und anhand von Fotos vor. Danach beantworteten sie zahlreiche Fragen aus dem Publikum.
Am 5. Juli 2005 fand eine Veranstaltung mit den zehnten Klassen des Camerloher-Gymnasiums in Freising in der Schule statt.
Am 6. Juli 2005 fand eine zweite Veranstaltung im Freisinger Jugendzentrum statt, die von den beiden Freisinger Jugendzentren unterstützt wurde.
In beiden Veranstaltungen wurde sehr direkt und eindrücklich über die wichtige Friedens- und Versöhnungsarbeit vor Ort berichtet. Erste Erfolge der Verständigung zwischen Serben und Albanern stellen sich ein. Ein ganz grundlegendes Problem stellt jedoch die trostlose wirtschaftliche und ökologische Lage in der Region um Bujanovac mit einer sehr hohen Arbeitslosigkeit dar, die fast alle Jugendlichen betrifft. Die Infrastruktur der Region befindet sich in einem katastrophalen Zustand, Strom gibt es nur zeitweise, eine öffentliche Wasserversorgung existiert nicht, geschweige denn eine Abwasserentsorgung. Entsprechend schlecht ist es um die Umweltqualität bestellt, in der die Jugendlichen aufwachsen. In die Region fließen zwar EU-Fördergelder für den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur, die aber nicht dort ankommen, sondern in dunkle Kanäle umgeleitet werden. Unter anderem mit Unterstützung der Friedensinitiativen in Deutschland soll auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden. Angedacht ist die Gründung einer ökologischen Friedensregion Südserbien, in der beispielhaft die friedenspolitischen Bemühungen vor Ort mit Unterstützung durch europäische Initiativen dargestellt werden sollen als Alternative zu gewaltsamen Konflikt"lösungen".
Partner
Freisinger Friedensbündnis
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