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08.06.2005
Die Mauern in den Köpfen überwinden
Referentin: Mag. Viola Raheb Erziehungswissenschaftlerin und Theologin - christliche Palästinenserin
Ziel der Veranstaltung war es, die derzeitige Situation in Palästina darzustellen. Was hat die Mauer in Palästina in den Köpfen der dort lebenden Menschen angerichtet? Wie ist ein Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit überhaupt möglich? Wie ist menschenwürdiges Leben erreichbar?
Die Referentin beschrieb die "sichtbaren", dazu die "unsichtbaren" und die "psychologischen" Grenzen, die Israel und Palästina trennen. Die ersten und zweiten Grenzen abzubauen, ist pragmatisch gesehen in absehbarer Zeit wohl nicht machbar, wäre aber durchaus möglich. Die dritten Grenzen abzubauen stößt auf die größten Probleme und ist sehr, sehr schwierig, da die Erbitterung seit der 1. und 2. Intifada ständig wuchs. Es herrscht überall große Enttäuschung und Nachdenken über eine lebenswerte Zukunft ist scher schwer, das Ertragen der aussichtlosen Situation kaum möglich. Wer im eigenen Lager etwas verändern will, setzt sich zu leicht in die Nesseln und wird als "Verräter" abgestempelt. In der lebhaften Diskussion wurden Meinungen und Fragen zu o.g. Themen geäußert, die derzeitigen Lebensumstände in Palästina wurden erörtert, wobei die Referentin weitere eindringliche Situationsbeschreibung darstellte.
Östliches Europa ohne Mauer
Referent: Witold Lesniak, Historiker aus Polen und Botschaftssekretär in Berlin
Ziel der Veranstaltung war die Darstellung der derzeitigen Gestaltung der Grenzen im mitteleuropäischen Bereich. Wo verlaufen heute "neue" Grenzen? Was wird die Osterweiterung der EU verändern bzw. hat sie schon verändert?
Der Referent zeigt an Hand zahlreichen Kartenmaterials die historischen Teilungen in "Mittelosteuropa" seit dem Imperium Romanun auf bis zum heutigen Tage mit der Verschiebung der Außengrenzen der EU. Es gelang ihm darzustellen, welche Rollen Polen bei vielen dieser Entwicklungen einnahm und vor welche Probleme viele Bewohner Ostpolens heute gestellt sind, da vielfältige verwandtschaftliche Beziehungen zu den Nachbarstaaten insbesondere Ukraine und Weißrussland bestehen.
Diese Themen kamen auch in der angeregten Diskussion erneut zur Sprache, lag der Schwerpunkt im Vortrag mehr auf der Darstellung der historischen Entwicklung, so wurden in der Diskussion vor allem Fragen zur heutigen Grenzsituation, der derzeitigen polnischen Politik sowie nach den Zukunftsperspektiven erörtert.
Grenzen ignorieren oder respektieren - das Dilemma der Humanitären Helfer
Referentin: Elgin Hackenbruch, Krankenschwester, Gründungs- und Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen
Ziel der Veranstaltung war die Vorstellung der Organisation "Ärzte ohne Grenzen", den Aufbau, Arbeitsweise und die Darstellung der Dilemmas mit denen Helfer in NGOs immer wieder zurechtkommen müssen. Die Referentin stellt mit zahlreichem Bildmaterial "Ärzte ohne Grenzen" als internationale, seit über 30 Jahren bestehende größte private und unabhängige Nothilfeorganisation dar. Diese arbeitet in allen Teilen der Erde, dank einer ausgeklügelten, bestens organisierten Logistik meist als erste Helfer in Kriegsgebieten, bei Fluchtbewegungen, Epidemien u.v.m.
Neben ihrer medizinischen Arbeit ist zum Einen strikte Neutralität den örtlichen "Parteien" gegenüber liebensnotwendig, zum Anderen aber nimmt die Organisation auch Stellung zu systematischen Verstößen gegen das Völkerrecht oder zu Menschenrechtsverletzungen und informiert die Weltöffentlichkeit darüber. Anschaulich erzählte Frau Hackenbruch von ihren zahlreichen Einsätzen für die Organisation seit 20 Jahren und erörterte verschiedene Dilemmas, mit welchen die Organisation als Ganzes aber auch jeder einzelne Helfer zu kämpfen hat. Bereits während des Vortrags wurden rege Fragen gestellt und es ergaben sich zu allen Themenbereichen lebhafte Diskussionen.
Partner
pax christi
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