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Atomkraft am Ende? Perspektiven der aktuellen Atom- und Energiedebatte

07.03.2009


Sie werden das Energiezeitalter nach der Atomkraft prägen: Solaranlagen

Sie werden das Energiezeitalter nach der Atomkraft prägen: Solaranlagen

"Der Ausstieg ist möglich und notwendig!"

So ließ sich das Fazit der Tagung "Atomkraft am Ende?" zusammenfassen. Schon in seiner Begrüßung hatte Landshuts 2. Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner der Hoffnung Ausdruck verliehen, das Fragezeichen im Tagungstitel möge am Schluss der Tagung in ein Ausrufzeichen verwandelt werden...

Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut verwies die Behauptung, nach der Abschaltung der AKW entstehe eine "Stromlücke", ins Reich der Legende. Eine Entlastung bei der CO2-Produktion könne durch längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ebensowenig erreicht werden wie eine Verringerung der Stromkosten für die VerbraucherInnen. Die einzig erfolgversprechende Strategie für die Zukunft besteht - so Matthes - neben dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in mehr Energieffizienz (Stichwort: Kraft-Wärme-Kopplung) und Energieeinsparung. So könne allein durch das Abschalten von Nachspeicherheizungen die benötigte elektrische Leistung um 10% verringert werden.

Rebecca Harms, grüne Europaabgeordnete, forderte eine ergebnisoffene Standortsuche nach einem geeigneten Atommülllager. Sie monierte, dass sich die Bundesrepublik in dieser Hinsicht nach wie vor auf dem Stand der siebziger Jahre befinde und sich weigere, die Konzepte der vergangenheit zu überprüfen. Ein neues Suchverfahren sei unabdingbar. Dabei müsse die Transparenz des Verfahrens und eine optimale Partizipation der BürgerInnen gewährleistet werden.

Karin Wurzbacher vom Umweltinstitut in München erläuterte die Ergebnisse der sog. Kinderkrebsstudie. Ihr Fazit: "Die Strahlenbelastung in KKW-Nähe ist bislang die einzig plausible Erklärung für die erhöhte Leukämierate, auch wenn die Größe des Effekts dem gegenwärtigen Stand der radiobiologischen Wissens widerspricht." Andere Erklärungen seien unplausibel.

Isar 1, das bei Landshut gelegene AKW, ist ein akutes Sicherheitsrisiko, so die These von Oda Becker, unabhängige Gutachterin für Kernkrafttechnik aus Hannover. diese Altanlage sei störanfällig, was durch den Alterungsprozess noch potenziert werde. Becker verwies auf die Gefahr von Bränden, die Korrosion in Rohrleitungen, Auslegungsdefizite und das hohe Risiko durch Terrorangriffe.

100% erneuerbare Energien in Europa sind möglich - das konnte Rainer Hinrichs-Rahlwes, während der rot-grünen Koalition Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium und jetzt Vorstandsmitglied im Bundesverband Erneuerbare Energien, eindrucksvoll nachweisen. Erneuerbare Energien bieten - so Hinrichs - ein unerschöpfliches Potenzial für nachhaltige und sichere Energieversorgung und zur Reduzierung der Treibhausgase. Der Umstieg in wenigen Jahrzehnten sei sowohl notwendig als auch möglich - vorausgesetzt die notwendigen Rahmenbedingungen werden rechtzeitig geschaffen.

Die Präsentationen von vier Vorträgen liegen als PDF-Dateien vor und können unentgeltlich heruntergeladen werden:

Präsentation von Dr. Felix Chr. Matthes (ca. 190 KB) 

Präsentation von Karin Wurzbacher (ca. 1,2 MB) 

Präsentation von Oda Becker (ca. 450 KB) 

Präsentation von Rainer Hinrichs-Rahlwes (ca. 3,8 MB)

Einige Eindrücke von der Tagung vermittelt unsere Bildergalerie


ReferentInnen



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