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27.03.2004
Der "Bürgerhaushalt" ist eine "Erfindung" der brasilianischen Stadt Porto Allegre. Dort wurden die BürgerInnen in die Aufstellung und Gestaltung des Kommunalhaushalts einbezogen, um das knappe Geld für Aufgaben auszugeben, die den tatsächlichen Bedürfnissen der BürgerInnen entsprachen. Auf diese Weise sollte nicht zuletzt Misswirtschaft und Korruption verhindert oder wenigstens eingedämmt werden.
Auch in Deutschland gibt es in den letzten Jahren zunehmend Versuche, das brasilianische Modell auf bundesrepublikanische Kommunen zu übertragen. Dass dies in einer Zeit geschieht, in der Städte, Gemeinden und Kreise immer weniger Geld zur Verfügung haben und mit ihren Sparstrategien am Ende zu sein scheinen, dürfte kein Zufall sein. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen:
Unsere Tagung zeigte: Der Bürgerhaushalt ist ein Verfahren, um die Haushalts- und Finanzplanung einer Kommune mit den Bürgerinnen und Bürgern zu erörtern. Im Rahmen dieses Verfahrens bietet sich die gute Gelegenheit, den BürgerInnen die finanziellen Möglichkeiten und Grenzen ihrer Kommune zu verdeutlichen. Auf diese Weise entsteht im besten Falle eine neue Form des Dialogs zwischen Politik, Verwaltung und BürgerInnen.
Bei der Diskussion über Bürgerhaushalte sollte aber immer bedacht werden, was Bürgerhaushalte nicht sind:
Diese beiden Punkte zu betonen, ist wichtig, um Missverständnisse von vornherein zu vermeiden: Der Politik, den Stadträten, kann so die Angst genommen werden, ihnen solle ein Kernbereich ihrer Kompetenzen "weggenommen" werden. Auf der anderen Seite sollte es vermieden werden, bei den BürgerInnen "falsche Hoffnungen" in Bezug auf die Reichweite ihrer Mitbestimmungsmöglichkeiten in Sachen Haushalt zu wecken.
Die Dokumentation unserer Tagung kann als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden.
ReferentInnen
Clovis Zimmermann, Politikwissenschaftler, Universität Heidelberg/Porto Allegre
Oliver Haubner, Bertelsmann-Stiftung, Netzwerk "Kommunen der Zukunft"
Peter Gack, Dipl.-Betriebswirt, Geschäftsführer "Grüne und Alternative in den Räten Bayerns" (GRIBS), Stadtrat
Silke Rapp, Frauenreferentin Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Bayern
Partner
Agenda-Forum der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken
KommA 21 Bayern - Infonetzwerk für nachhaltige Kommunalentwicklung
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