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Monsanto und die Folgen

10.02.2009


Machenschaften eines Biotech-Konzerns

Rund 120 Interessierte, die zum Teil weite Anfahrtswege auf sich genommen hatten, folgten gespannt den Ausführungen von Marie-Moniqe Robin im rappelvollen Eckstein-Saal.

Rund 120 Interessierte, die zum Teil weite Anfahrtswege auf sich genommen hatten, folgten gespannt den Ausführungen von Marie-Moniqe Robin im rappelvollen Eckstein-Saal.

Die Journalistin und Autorin Marie-Monique Robin schilderte eindrucksvoll den über 100 Interessierten, mit welch fragwürdigen Aktivitäten der Monsanto-Konzern mittlerweile zum größten Saatguthersteller weltweit avanciert ist. Sie zeigte die Gefahren auf, die von den Produkten und der Macht des Konzerns ausgehen. 90 Prozent (!!) der heute angebauten gentechnisch veränderten Organismen, darunter Soja, Raps und Mais, sind Monsanto-Patente. Damit ist der Konzern nicht nur wesentlich dafür verantwortlich, dass sich gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auf der ganzen Welt ausbreiten, ohne dass deren Folgen für Mensch und Natur ernsthaft geprüft oder kontrolliert würden. Bald könnte der "Big Brother" der Biotech-Landwirtschaft, seit 2005 größter Saatgutproduzent der Welt, die gesamte Nahrungsmittelkette kontrollieren. 

 

Marie-Monique Robin wies vor allem auf drei Probleme eindringlich hin:

  • die Giftigkeit der Monsanto-Produkte (darunter Agent Orange!);
  • das sog. Hybridsaatgut, das nach der Ernte nicht wieder zur Aussaat verwendet werden kann und dadurch die Landwirte in eine oft ruinöse Abhängigkeit vom Konzern treibt;
  • die von Monsanto betriebene Patentierung von Lebensmitteln.


Sepp Daxenberger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag und seit Jahrzehnten als Öko-Bauer tätig, beleuchtete die politische Seite des Einsatzes von GVO in der Landwirtschaft und kritisierte vor allem die Haltung der Bayerischen Staatsregierung. zwar sei neuerdings ein Abrücken von alten Positionen feststellbar. Dies sei aber solange nicht glaubwürdig, wie der GVO-Anbau in Bayern auf Flächen passiere, die dem Freistaat Bayern gehören. Daxenberger forderte neben einer Veränderung der politischen Rahmenbedingungen aber auch alle Anwsenden auf, sich aktiv für eine Gentechnik-freie Landwirtschaft einzusetzen und auch das eigene Verbraucherverhalten entsprechend auszurichten.

 

Das Buch:

Marie-Monique Robin
MIT GIFT UND GENEN
Wie der Biotech-Konzern Monsanto
unsere Welt verändert

Deutsche Verlagsanstalt, München 2009
463 Seiten


Weiterführende Informationen und Links:

Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln

Betriebsmitteldatenbank für den ökologischen Landbau und Nahrungsmittelherstellung ohne Gentechnik

Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft
Marion Ruppaner, Bund Naturschutz in Bayern e. V. 
Tel.: 0911 81 87 8-20 
Mail
Internet

Informationsdienst Gentechnik

Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bundestagsfraktion: Gentechnik auf dem Acker

Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bundestagsfraktion: Vielfalt statt Agro-Gentechnik 

Das Podium (von links nach rechts): Marie-Monique Robin, Herbert Fuehr (Moderation) und Sepp Daxenberger


Partner

Deutsche Verlagsanstalt



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