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Unser Wasser: Lebensgrundlage in Gefahr!?

24.04.2015


Problemfelder und kommunale Handlungsansätze

Wasser ist Leben und Wasser ist Lebensmittel. In den Städten und Gemeinden sind wir hautnah mit dem Thema konfrontiert, sei es bei der Trinkwasserversorgung, bei der Abwasserentsorgung oder  beim Unterhalt der Gewässer Dritter Ordnung.

Mit der Wasserrahmenrichtlinie der EU gibt es seit etlichen Jahren einheitlich geltende Umweltziele für den Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer. Doch der Vollzug dieser Richtlinie hinkt hinter dem Zeitplan weit hinterher: Nach 2015 sollten eigentlich nur noch "Sonderfälle" umgesetzt werden. Bei gegenwärtigen Stand der Umsetzung heißt das aber: Mittlerweile sind 60% der Gewässer Sonderfälle - denn dort ist die Rahmenrichtlinie noch nicht umgesetzt. Rund die Hälfte der Gewässer sind von einem "guten Zustand" noch weit entfernt. Dass und wie sich etwas daran ändern lässt, zeigen verschiedene gute Beispiele, die vor allem von den Landschaftspflegeverbänden umgesetzt wurden. 

Gefahren für das Grund- und Trinkwasser gibt es in vielen Regionen durch die intensive Landwirtschaft und durch Großmastbetriebe in der Tierhaltung, die für viel zu hohe Nitratbelastungen des Grundwassers sorgen. Da in Bayern 48% der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt werden, sind punktuelle Lösungen nicht ausreichend. Was notwendig ist, ist eine Gesamtlösung: umweltverträgliche Landwirtschaft überall! Die eigentlich vorgeschriebene "gute fachliche Praxis" böte eine ausreichende Grundlage dafür. Ihre Einhaltung müsste aber kontrolliert, ihre Nicht-Einhaltung sanktioniert werden. Auf eine Freiwilligkeit bei der Einhaltung dieser Regeln zu hoffen, ist jedenfalls nicht ausreichend. Darauf wies Gisela Sengl, MdL, ausdrücklich hin.

Neuerdings kommt mit dem Fracking eine bisher unbekannte Gefahr auf das Grundwasser zu, das in Bayern sogar die Bierbrauer um die Grundlage ihres Produkts fürchten lässt. Gerade die Erfahrungen, die mit dem Fracking bereits anderswo gemacht worden sind, machen die Notwendigkeit deutlich, dass sich die Kommunen sehr nachdrücklich gegen diese Fördermethode für Schiefergas zur Wehr setzen.

Unser Seminar befasste sich mit diesen Problemfeldern und versuchte, kommunale Handlungsansätze aufzuzeigen. Wir dokumentieren die Beiträge unserer Referenten und Referentinnen hier als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Herunterladen.

Dr. Thomas Henschel: Der "gute Zustand" gemäß  Wasserrahmenrichtlinie  (WRRL) bei den kleinen Gewässern: Anforderungen, Mittel und Wege 

Beate Krettinger: Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie: gute Praxisbeispiele und Förderprogramme

Gisela Sengl: Grundwasserbelastung durch die Landwirtschaft

Franziska Buch: Fracking - neue Gefahren für das Grundwasser?


Weitere Links und Materialien:

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz: Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Bayern

Gewässer-Nachbarschaften Bayern

Landschaftspflegeverbände in Bayern

Umsetzung der WRRL durch Landschaftspflegeverbände

Homepage von Gisela Sengl: Thema Wasser

Umweltinstitut München: Themenseite "Fracking"

Umweltbundesamt: Landwirtschaft verursacht gravierende Umweltprobleme

Broschüre "Umweltbelastende Schadstoffeinträge der Landwirtschaft"

Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft: Stellungnahme zum Fracking

Kommunaler Widerstand gegen Fracking

Übersicht: "Frackingfreie Gemeinden"

ReferentInnen

Dr. Thomas Henschel
Bayerisches Landesamt für Umwelt, Leitender Regierungsdirektor, Referatsleiter 64: "Gewässerentwicklung und Auen"  

Beate Krettinger
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V., Koordinierungsstelle Bayern

Gisela Sengl
Bio-Bäuerin, MdL, agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag

Franziska Buch
Referentin für Energie & Klima, Umweltinstitut München

Veranstaltungsort
München


Partner

 

 


Art der Veranstaltung
Tagesseminar



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