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27.06.2012
Maghi Gohary lebt seit den 60ziger Jahren in Deutschland und ist politisch aktiv in der Gewerkschafts- und Antiapart-Bewegung, in der Nahostproblematik und in der Friedensarbeit. Derzeit arbeitet er für die TAZ und organisiert alternative Reisen in den Nahen Osten, gemeinsam mit seinem Sohn Karim el Gohary, der als Korrespondent in Ägypten lebt.
Zuerst machte er die besondere Bedeutung der Region im wirtschaftlicher Hinsicht deutlich. 60-65 % der Erdöl- und Erdgasvorkommen befinden sich im Nahen Osten. Es stoßen in diesem Dreieck Europa, Asien und Afrika zusammen und jeder Kontinent hat seine eigenen Interessen.
Gohary ging besonders auf die aktuelle Situation in Ägypten ein: hier leben 86 Millionen Menschen mit einer 7000 jährigen Geschichte. Die Ägypter haben die letzten Jahrzehnte unter despotischen Verhältnissen gelebt. Das Wirtschafts- und Bildungssystem ist zusammengebrochen. Mubarak war ein „moderner Pharao“, vom Westen umworben. Am 27.1.2011 war Gohary in Kairo und hat hautnah den Aufstand erlebt. 1 Million Menschen stellen Forderungen nach Brot und Würde, diese können nicht mehr überhört werden. Es fand eine Solidarisierung über die verschiedenen Bevölkerungsschichten hinweg statt. 40 % der Menschen leben von 2 Dollar am Tag. Elementare Bedürfnisse müssen befriedigt werden. Aber auch die Würde der Menschen muss beachtet werden. Es muss sich eine freie Gewerkschaftsbewegung entwickeln. Sein Ausblick für Ägypten: der neue Präsident und die Muslimbruderschaft können nicht allein regieren.
Israels Situation verändert sich insofern, als es seine Südgrenzen schützen muss, den Gazastreifen nicht bombardieren kann. Es besteht eine "letzte Chance" auf einen Ausgleich zwischen Israel und den Palästinensern. Sein Appell, dass wir das Land und die Region in Ruhe lassen, keine guten Ratschläge geben. Wichtig ist Solidarität für Syrien zu erklären und Druck auf die UNO auszuüben. Kritisch wies er auf die veröffentlichte Meinung in den Medien hin. „Wie kann man den Nahen Osten in 2 Minuten erklären?“
ReferentInnen
Magdi Gohary
Gebürtiger Ägypter, lebt seit 55 Jahren in Deutschland. Politische Aktivitäten in der Gewerkschafts- und Anti-Apartheid-Bewegung, in der Nahostproblematik und in der Friedensarbeit. Zeitungsartikel und Rundfunkinterviews sowie Teilnahme an polischen Talk-Shows. Langjährige Tätigkeit als Chemotechniker in der chemischen Forschung.
Veranstaltungsort
Lindau
Partner
Pax Christi Augsburg
Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion
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