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10.03.2012 - 20:00
Geboren und aufgewachsen in Deutschland als Kind iranischer Eltern, spannt die Sängerin Nasrin Khochsima in ihrer Musik einen Bogen zwischen beiden Kulturen. Zusammen mit ihrer vierköpfigen Band lässt sie faszinierende, von Orient und Okzident inspirierte Klangwelten entstehen. Abgerundet wird diese wunderbar moderne Mischung durch poetische Texte auf Persisch, Aserbaidschanisch und Englisch. Damit ist Nasrin eine wahre Weltmusikerin. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die so perfekt zu den am Jazz orientierten Kompositionen passt, zieht sie ihr Publikum immer wieder in den Bann: In der Münchner Olympiahalle trat die Musikerin bereits im Rahmen des Konzertes „Women's Voice“ vor dem Dalai Lama auf. Auch wirkte sie bei Mike Oldfields Album „Tres Lunas“ im Studio neben Sally Oldfield mit.
Am 10. März 2012 tritt Nasrin anlässlich des Weltfrauentags in der Black Box im Kulturzentrum Gasteig auf. Gewidmet ist der Abend der iranischen Frauenbewegung, die unter schwierigen Bedingungen ungebrochen hinter ihren Zielen und Forderungen steht. Zwei Expertinnen berichten über die aktuelle Lage der Bewegung nach den niedergeschlagenen Protesten gegen die Präsidentschaftswahl 2009 und zeigen Möglichkeiten für einen friedlichen Wandel im Iran auf. Die Verknüpfung von musikalischem Genuss und persönlichen Reflexionen versinnbildlicht, dass die Stimme der Frauen von Bedeutung ist und ein echter Wandel nicht über ihre Köpfe hinweg stattfinden kann. Das Publikum wird ermutigt, sich jenseits von Klischees mit der Thematik zu befassen und voll Optimismus für eine solidarische Weltgemeinschaft einzutreten.
Empfohlene Weblinks
ReferentInnen
Turan Nazemi und Maryam Hekmatshoar
internationales Netzwerk "Solidarität mit den trauernden Müttern vom Laleh Park (Mourning Mothers)"
Band "Nasrin"
Nasrin Khochsima (Gesang), Alex Haas (Kontrabass), Wolfgang Wallner (Gitarre), Hadi Alizadeh (Tonbak, Daf), Freddy Engel (Flöte, Saxophon, Nay)
Veranstaltungsort
München, Black Box im Kulturzentrum Gasteig
Kosten
15 Euro, ermäßigt 12 Euro, Vorverkauf über München Ticket
Partner
United4Iran - Bayern e. V.
Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Art der Veranstaltung
Konzert
Anmeldung nicht erforderlich!
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26.01.2012 - 20:00
Ein Frauenprojekt zur Bekämpfung extremer Armut in Kerala
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Indiens Süden"
Trotz der enormen Entwicklung, die Kerala (31 Mio. Einwohner) bis 1990 in verschiedenen Bereichen wie Alphabetisierung und Gesundheitsversorgung auch bei der ärmeren Bevölkerung aufzuweisen hatte, lebten um 1990 noch immer mehr als 1,5 Millionen Familien in großer Armut. 1999 machte man sich daran, einen neuen Weg zur Verbesserung der Lebensbedingungen einzuschlagen und das Konzept von "Kudumbashree" zu entwickeln.
Das Ziel war es damals, extreme Armut in Kerala in einem Zeitraum von 10 Jahren durch konzertierte Aktionen in den Gemeinden (Panchayats) unter der Leitung der örtlichen Regierungen abzuschaffen. Frauen sollen dabei unterstützt werden, sich zu organisieren, um in Selbsthilfe durch die Entwicklung von nachfrageorientierten Dienstleistungen und Produktionen die Armut ihrer Familien in ihren vielfältigen Dimensionen und Erscheinungsformen zu überwinden.
Das Projekt und wie es sich bis heute entwickelt hat - eine wahre Erfolgsgeschichte - wird im Einzelnen beschrieben. Der Referent hat eine Anzahl von Kudumbashree–Gruppen besucht und kann aus eigener Erfahrung und nach zahlreichen Gesprächen mit Frauen berichten.
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ReferentInnen
Klaus Liebig
Veranstaltungsort
München, Eine-Welt-Haus
Kosten
3,- EUR
Partner
Interkulturelles Forum e.V.
Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Trägerkreis EineWeltHaus München e.V.
Art der Veranstaltung
Vortrag & Diskussion
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06.12.2011 - 19:00
The Story of a Former Man and Former Atheist
Nach 52 Jahren als Mann und einer 30jährigen Ehe, als renommierter Professor für Wirtschaftsgeschichte und Vater zweier erwachsener Kinder, beschloss Donald McCloskey, einen Wunsch wahrzumachen, den er seit seiner Kindheit verspürte: eine Frau zu werden.
Nach zwei Jahren Hormonbehandlung, zahlreichen Operationen und Therapien und einer offiziellen Namensänderung wurde aus „Donald“ „Deidre“. Eine der Veränderungen, die mit der Geschlechtsumwandlung kamen, war eine neu entdeckte Religiosität. Die international anerkannte Expertin für Wirtschaftsgeschichte und -methodologie spricht in diesem Vortrag über ihre Erfahrungen und das Verhältnis von Glaube und Gender.
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.
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ReferentInnen
Prof. Dr. Deidre N. McCloskey
University of Illinois at Chicago (UIC)
Autorin von Crossing. A Memoir
Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie
Kosten
8.-/7.- EUR; SchülerInnen und Studierende frei; Anmeldung erbeten
Partner
Peter-Löscher-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsethik der TU München
Evangelische Stadtakademie München
Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion
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01.12.2011 - 19:00
Mit oder ohne Kopftuch – junge muslimische Frauen nehmen ihr Leben selbst in die Hand - genauso wie ihre Altersgenossinnen. Allerdings haben sie die schwerere Ausgangsposition: Sie werden oft von Eltern, Schule oder Arbeitgebern unterschätzt und gebremst. Sineb el Masrar diskutiert mit Gästen, warum in Deutschland noch nicht anerkannt wird, dass junge muslimische Frauen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.
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ReferentInnen
Sineb El Masrar
1981 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren, Gründerin des multikulturellen Frauenmagazins „Gazelle“, Teilnehmerin der Deutschen Islamkonferenz, Berlin
Es diskutieren:
Dr. med. Elif Cindik
41 Jahre, Fachärztin für Psychatrie und Psychotherapie, Stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschland, Vorstand der Türkischen Gemeinde Bayern, Dozentin und Expertin für Migration und Gesundheit
Nurgül Güner
20 Jahre, Studentin für Lehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München, aktiv bei Idizem e.V. im Bereich Jugend & Bildung
Nadia Nefzi
34 Jahre, alleinerziehende Mutter eines 11-jährigen Sohnes, Leiterin des interkulturellen Gesprächskreises in der Blumenau, Unterstützung der Antidiskriminierungsstelle der Landeshauptstadt München
Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie
Kosten
Eintritt frei - Anmeldung erbeten!
Partner
Evangelische Stadtakademie München
Art der Veranstaltung
Lesung und Diskussion
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07.11.2011 bis 11.11.2011
Das Gleichstellungsreferat der Bamberger Studierendenvertretung, die feministische plattform und der AStA Bamberg e.V. organisierten die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie. Hier ein kurzer Rückblick auf die einzelnen Veranstaltungen:
Montag, 7. November 2011
Julia Scholz: Queer Theory – Hilft sie uns bei Politik gegen Sexismus und Homophobie?
Zur Eröffnung der Aktionswoche gab Julia Scholz eine Einführung in die Queer Theorie und versuchte die selbst gestellte Frage „Hilft sie uns bei Politik gegen Sexismus und Homophobie?“ zu beantworten. Auf allgemein verständlichem Niveau erklärte sie sehr anschaulich, mit Bezugnahme auf Judith Butler, die Themen, Erkenntnisse und Fragen der Queer Theorie. U. a. veranschaulichte sie anhand der Geschlechterdichotomie die willkürliche Setzung von Differenzen, die i. A. als natürlich erscheinen und häufig unhinterfragt bleiben. Dieser fraglosen Annahme wirkmächtiger Strategien setzt die Queer Theorie die Dekonstruktion entgegen. Diese ist für Julia Scholz entscheidend für die politische Arbeit mit der Queer Theorie: Sie hält wach. Sie motiviert beständig zum Hinterfragen von Setzungen bzw. zum Aufdecken der selbigen. In der Diskussion wurde dann auch vorgeschlagen, die Queer Theorie als Metatheorie zu begreifen, die anderen Ansätzen übergeordnet werden kann. Kritisiert wurde an der Queer Theorie das Fehlen normativer Vorgaben für die politische Arbeit. Da die Queer Theorie gerade Normen und Normalisierungen zu hinterfragen motiviert, läuft diese Kritik ins Leere.
Dienstag, 8. November 2011
Dr. Martin Weiss-Flache: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ – Die Konstruktion von Männlichkeit(en) im Blickwinkel der kritischen Männerforschung
In seinem Vortrag ging Martin Weiß-Flache der Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“ nach. Dabei sollten zunächst stereotype Fotos und empirische Stichproben in unterschiedlichen Arbeitsbereichen den Zuhörer_innen einen ersten Hinweis auf Männerbilder im Alltag geben. Mit Überlegungen zu Männlichkeit und Mann - Sein gab er dann Einblick in die kritische Männerforschung, die nicht nur ein patriarchales Weltbild, sondern ebenso das Konzept der hegemonialen Männlichkeit kritisiere. So sei für viele Männer ein Idealbild von Mann zur identitären Orientierung nötig. Zugleich leiden auch viele Männer unter einem solchen Ideal, indem das Geschlecht zum Leitbild konstruiert wird. Das Ablegen dieser Leitbilder beschrieb Martin Weiß-Flache als oftmals schwierigen Prozess. Des Weiteren erklärte er, dass vor allem in pädagogischen Bereichen auf Grund der Abwesenheit von Männern ein Bild der Nicht-Männer vorherrsche, wobei das Bild der Nicht-Männer zur Konstruktion von Männlichkeit genutzt wird. In der anschließenden Diskussion wurde diese heteronormative Vorstellung thematisiert und hinterfragt.
Mittwoch, 9. November 2011
Nils Rusche: Geschichte und Geschichten der Homophobie
Nils Rusche referierte über die "Geschichte und Geschichten der Homophobie". Der historische Exkurs spannte den Bogen von der europäischen Antike über das christliche Mittelalter in die westlich-europäische Neuzeit. Abschließend gab es eine kurze Darstellung des Status Quo in Deutschland und anderen Staaten. Neben der Entwicklung der moralischen und juristischen Bewertung homosexuellen Verhaltens erzählte er anhand historischer Dokumente auch immer wieder kurze Geschichten aus der Vergangenheit. In der anschließenden Diskussion wurde vor allem der Blick über die engen regionalen Grenzen hinaus geworfen und die Lage Homosexueller in anderen Regionen der Welt diskutiert. Ebenso entspann sich noch ein kurzer Dialog über die Rolle der Homosexualität in der Bibel.
Donnerstag, 10. November 2011
Charlotte Bradke: Transsexualität/ Trans*identität
Der Vortrag lieferte eine Einführung in das Phänomen der Trans*identität. Als Einstieg zeigte die Referentin den Kurzfilm "Desarmés" aus der Reihe "Fucking Different Tel Aviv", der die Liebesgeschichte eines schwulen Transmannes und seines Partners erzählt. Nach einer Klärung der Begriffe Transsexualität, Transidentität, Transgender, Intersexualität und Transvestitismus behandelte Bradke ausführlich die Lebenssituation der Betroffenen. Interessanter Weise erleben zum Beispiel Transfrauen und Transmänner ihre Situation aufgrund gesellschaftlicher Normvorstellungen durchaus unterschiedlich. Den Weg der körperlichen Geschlechtsangleichung stellte sie anhand der "Standards of Care " der Harry Benjamin Gesellschaft vor, wobei sie betonte, dass es auch andere Möglichkeiten des Umgangs mit der eigenen Trans*identität gibt und inzwischen der Konsens herrscht, dass eine Vielfalt an Transsexualitäten existiert.
Bradke betonte, dass sie durch ihr Psychologiestudium zwar eher einen psychologischen Blick auf das Thema habe, es aber wichtig sei, Transsexualität nicht zu pathologisieren, sondern als eine der vielfältigen Erscheinungsweisen des Geschlechtserlebens zu sehen.
In der Diskussion wurde unter anderem die Frage des Umgangs mit Pathologisierungen und die Bedeutung der Kostenübernahme durch die Krankenkassen weiter diskutiert.
Freitag, 11. November 2011
Film: Das verordnete Geschlecht (D: 2001)
Thema am Freitag war das Phänomen der Intersexualität. Zum Einstieg in den Abend wurde ein Gedicht von Melanie Jilg vorgelesen, welches sich mit der Thematik der Operationen an Intersexuellen auseinandersetzt. Danach wurde der Film gezeigt, eine Dokumentation. Ihn ihm geht es um Intersexuelle und den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen. Die Existenz von nur zwei Geschlechtern als unhinterfragte gesellschaftliche Norm ist dabei Ausgangspunkt. Auch heute werden gravierende, irreversible chirurgische Eingriffe an Kindern vorgenommen, um sie einem Geschlecht anzupassen. Im Film geht es um die Geschichte von Intersexuellen und um die weiterreichende gesellschaftliche Bedeutung, die es hat, dass die Gesellschaft nur die Existenz von zwei Geschlechtern anerkennt. Zwei Intersexuelle erzählen, welchen Preis sie dafür zahlten, dass die Vorstellung der Gesellschaft von Normalität erhalten bleibt. Die Geschichten werden durch Ansichten von Eltern und Ärzten, die eine Operation rechtfertigen, kontrastiert. Es ist eine Dokumentation über die gewalttätige Geschlechter- und Körperpolitik, ein Plädoyer für Gleichbehandlung und Anerkennung von Pluralität.
In der Diskussion, welche an den Film anschloss, wurde vor allem offensichtlich, dass sich viele Teilnehmer_innen bisher noch nicht mit Intersexualität befasst hatten, oder überhaupt noch nichts darüber wussten. Es wurde diskutiert, inwieweit es möglich sei, ein Kind ohne Geschlecht in dieser Gesellschaft aufzuziehen, und was die Konsequenzen daraus für das Kind und eventuell langfristige Folgen für die Gesellschaft sein könnten.
Veranstaltungsort
Bamberg
Partner
Studierendenvertretung der Universität Bamberg
feministische plattform
AStA Bamberg e.V.
Art der Veranstaltung
Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und Film
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28.10.2011 - 19:00
Shortcut to Justice erzählt die Geschichte der couragierten "Frauen für Gerechtigkeit" aus Vadodara, einer Millionenstadt im Nordwesten Indiens nahe der pakistanischen Grenze.
Die "Frauen für Gerechtigkeit" wehren sich gegen Unrecht und Gewalt, unter denen viele Frauen dort leiden. Weil Polizei und Justiz oft untätig bleiben und kaum Schutz und Hilfe geben, haben sie selbst ein Gericht gegründet. Auf einem staubigen Platz am Rande des Armenviertels Kalyan Nagar versammeln sie sich Woche für Woche unter einem Baum und sprechen Recht.
Mit Schlagfertigkeit und Kreativität weisen sie prügelnde Ehemänner und zänkische Schwiegermütter in die Schranken. Und wenn es sein muss, ziehen sie auch schon mal als Räumkommando los, um die Mitgift einer armen Witwe, die mit ihrer Tochter einfach auf die Straße gesetzt wurde, zurückzuholen.
Der Film wurde auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt, unter anderem auf dem London International Documentary Festival 2010, dem International Women´s Film Festival Ankara 2010 und den Wiener Frauenfilmtagen 2009.
Empfohlene Weblinks
roadside-dokumentarfilm.de/index.php
ReferentInnen
Nach dem Film gibt es die Möglichkeit zur Diskussion mit:
Daniel Burkholz
Er war sowohl Regisseur als auch Kameramann der Produktion. Als Jurist hat er einen ganz besonderen Bezug zur Thematik.
Sybille Fezer
Sie arbeitet bei der kürzlich mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Frauen- und Menschenrechtsorganisation medica mondiale. Sie hatte die Idee für den Film und fungierte als Ko-Regisseurin.
Veranstaltungsort
München, Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1
Kosten
4,- / ermäßigt 3,- EUR
Art der Veranstaltung
Film und Diskussion
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14.10.2011
Frauen in den Demokratiebewegungen Nordafrikas setzen sich für Freiheit, Gerechtigkeit und die Würde des Menschen ein. In den Medien wurden sie als treibende Kraft der Revolution beschrieben. Frauen sind in der arabischen Welt zum Symbol der Transformation in der Region geworden. Es ist wichtig, dass die Stimmen der Frauen auch in diesen Reformprozessen gehört werden. Allerdings besteht die neue politische Elite wieder ausschließlich aus Männern. So gibt es beispielsweise im ägyptischen Verfassungsausschuss keine einzige Frau.
Der arabische Frühling hat die gesamte Region verändert, da sind sich die ExpertInnen einig. Die Menschen erwarten nach der Revolution, dass es ihnen besser geht, stattdessen zeichnet sich zunächst eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse ab. Die Wirtschaft etwa in Tunesien und Ägypten leidet, weil Touristen und Investoren ausbleiben. Dem Entsprechend steigt die Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit dem Übergangsregime. Welche Regierungsmodelle nach dem Sturz eines Regimes zum Tragen kommen, ist ebenfalls unklar. Auf der Veranstaltung führte ein Vortrag über die Zukunftsperspektiven nach dem arabischen Frühling von Dr. Asiem El Difraoui, Stiftung Wissenschaft und Politik, in das Thema ein. Zur arabischen Welt gebe es zur Zeit mehr Fragen als Antworten. Er stellte mögliche Zukunftsszenarien der Demokratieentwicklung im arabischen Raum vor. Es sei völlig offen, ob die Revolutionen in demokratische Systeme enden, Bürgerkrieg und Staatsverfall die Folge seien oder neue Diktaturen entstünden. Darüber hinaus stelle sich auch die Frage, welche Rolle die religiösen Kräfte künftig spielen werden. Es kann sein, dass der politische Islam und die konservativen Mächte in der Politik mehr Einfluss bekommen. Aber es gebe Hoffnung auf mehr Demokratie. Das sei natürlich ein sehr langer Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen sei, so El Difraoui.
Anschließend referierte May Elmahdi, freiberufliche Journalistin, zum Thema „Aufbruch in die Demokratie: Was erwarten Frauen nach der Revolution?“. Sie betonte, dass die Situation von Frauen in der arabischen Welt von vielen sozioökonomischen, kulturellen, inneren und globalen Faktoren abhänge: der staatlichen Politik, den regionalen Entwicklungen, der internationalen Politik, den persönlichen Zugehörigkeiten, dem feministischen Diskurs und dem Konflikt mit dem Staat und den konservativen Kräften. Die Bürgerrechte seien nicht mit Frauenrechten gleichzusetzen. So hat Jordanien beispielsweise in der neuen Verfassung einen Artikel verändert: „Männer und Frauen sind nicht gleichberechtigte Bürger“. Es gebe aber auch gute Beispiele. Der Anteil der tunesischen Frauen ist in den meisten neuen Parteien groß. In hohen Positionen sind sie vor allem in Frauenkomitees aktiv. Das größte Problem liege in der Öffentlichkeit. So kann sich die Mehrheit der Ägypter beispielsweise nicht vorstellen, eine Frau als Präsidentin oder Polizistin zu sehen.
Die Podiumsdiskussion mit den ExpertInnen wurde von Esther Saoub, SWR, ehemalige ARD-Korrespondentin in Kairo, moderiert. Mit einem einführenden Vortrag zur aktuellen Lage in Ägypten gab Hoda Salah, Kultur- und Politikwissenschaftlerin, Impulse für die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Demokratieentwicklung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Chancen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft“. Frau Salah betonte, dass auch wenn die Revolution nicht alle ihre Ziele erreichen könne eines feststeht: Sie hat die Angst der ÄgypterInnen vor den alten Eliten, dem Staat, dem Sicherheitsapparat und den Religionsautoritäten gebrochen. Viele BürgerInnen betonen ihre Bürger- und Menschenrechte und agieren viel selbstbewusster. Die Revolutionen in der arabischen Welt hätten die Bevölkerungen näher zu einander geführt. Bei den Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Strömungen gehe es vor allem um die Frage, wie die Verfassung des neuen Ägyptens gestaltet werde. Welche Rolle soll die Religion spielen? Wird Ägypten ein islamitischer Staat?
Salah hob hervor, wie selbstverständlich Frauen und Männer Seite an Seite gegen das Mubarak-Regime demonstrierten und in den Zelten auf dem Tahrirplatz übernachteten, ohne dass es zu Belästigungen kam. Das repressive Regime habe nach Einschätzung von Salah die Männer früher dazu verleitet, ihre Frustration an den Frauen auszulassen. Die Demokratiebewegung habe den Menschen nun ihre Würde zurückgegeben und den gegenseitigen Respekt zwischen den Geschlechtern befördert. Die Zivilgesellschaft sei aufgewacht und dies mache sie zuversichtlich für die Entwicklung Ägyptens. Weit weniger optimistisch äußerte sich El Difraoui. Er mahnte dringende wirtschaftliche Unterstützung und Kulturaustausch zwischen der arabischen Welt und Europa an, damit die Region nicht in Gewalt versinke. Vor allem die ökonomische Situation habe sich für die Bevölkerung seit der Revolution kein bisschen verändert, was den radikalen Kräften Vorschub leisten könne.
ReferentInnen
May Elmahdi
freiberufliche Journalistin
Hoda Salah
Kultur- und Politikwissenschaftlerin
Dr. Asiem El Difraoui
Stiftung Wissenschaft und Politik
Veranstaltungsort
München
Partner
Frauenakademie München e.V.
BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung
Kulturreferat der Landeshauptstadt München
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06.10.2011 - 19:00
Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten neonazistischen Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsextremistische Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene zu verankern.
Auf der Basis von Insiderwissen und universitärer Forschung informiert der Abend, wo völkische "Sippen" bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen. Thematisiert wird die Rolle und Verantwortung von Politik und Verfassungsschutzbehörden. Im Blick sind außerdem Strategien gegen die rechtsextremistische Unterwanderung der Gesellschaft.
Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter behalten sich gem. § 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören
oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit
durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung
getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.
Downloads zum Artikel
ReferentInnen
Andrea Röpke
Politologin, freie Journalistin, Spezialgebiet Rechtsextremismus
Autorin von "Mädelsache! – Frauen in der Neonazi-Szene", Berlin 2011
Prof. Dr. Renate Bitzan
Professur für „Gesellschaftswissenschaft / gender & diversity“ an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema "Rechtsextreme Frauen"
Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24
Kosten
8,- / 4,- EUR (ermäßigt für SchülerInnen und Studierende)
Partner
Bayerisches Bündnis für Toleranz
Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München
Evangelische Stadtakademie München
Evangelische Jugend München
Friedrich-Ebert-Stiftung - Bayernforum
Kreisjugendring München-Stadt
DGB Bildungswerk Bayern
Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion
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05.10.2011 - 19:30
Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten neonazistischen Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsextremistische Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene zu verankern.
Auf der Basis von Insiderwissen und universitärer Forschung informiert der Abend, wo völkische "Sippen" bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen. Thematisiert wird die Rolle und Verantwortung von Politik und Verfassungsschutzbehörden. Im Blick sind außerdem Strategien gegen die rechtsextremistische Unterwanderung der Gesellschaft.
Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter behalten sich gem. § 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören
oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit
durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung
getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.
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ReferentInnen
Andrea Röpke
Politologin, freie Journalistin, Spezialgebiet Rechtsextremismus
Autorin von "Mädelsache! – Frauen in der Neonazi-Szene", Berlin 2011
Veranstaltungsort
Augsburg, DIAKO – Hotel am alten Park, Großer Saal, Frölichstr. 17
Kosten
5,- / 3,- EUR (ermäßigt für SchülerInnen und Studierende)
Partner
Evangelisches Forum
Augsburger Friedensinitiative (AFI)
Friedrich-Ebert-Stiftung
DFG-VK
Bündnis für Menschenwürde
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion
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04.10.2011 - 19:30
Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten neonazistischen Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsextremistische Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene zu verankern.
Auf der Basis von Insiderwissen und universitärer Forschung informiert der Abend, wo völkische "Sippen" bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen. Thematisiert wird die Rolle und Verantwortung von Politik und Verfassungsschutzbehörden. Im Blick sind außerdem Strategien gegen die rechtsextremistische Unterwanderung der Gesellschaft.
Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter behalten sich gem. § 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören
oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit
durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung
getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.
ReferentInnen
Andrea Röpke
Politologin, freie Journalistin, Spezialgebiet Rechtsextremismus
Autorin von "Mädelsache! – Frauen in der Neonazi-Szene", Berlin 2011
Veranstaltungsort
Bamberg, Grüner Saal der Harmonie, Schillerplatz 7
Kosten
Eintritt frei - Anmeldung erforderlich!
Partner
Projektstelle gegen Rechtsextremismus, Bad Alexandersbad
Evangelisches Bildungswerk Bamberg
Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus
Art der Veranstaltung
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