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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

29.10.2004

"Schöner wirtschaften - Europa geschlechtergerecht gestalten!"

Eine Internationale Konferenz

"Wirtschaftsmacht Europa", "Europa braucht (mehr) Wachstum", "Unternehmen drohen mit Jobexport" - so oder so ähnlich klingen aktuelle Schlagworte in einschlägigen Wirtschaftsmagazinen, wenn es um den Europäischen Wirtschaftsraum geht. Wer sind die AkteurInnen, die den europäischen Wirtschaftsraum gestalten? Wie und mit welchen Themen sind Frauen und Männer in Politik und Wirtschaft vertreten? Bislang ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an der Gestaltung und am Wohlstand Europas ein unerreichtes Ziel. Wie wird die Gleichstellung der Geschlechter in der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik in der erweiterten Europäischen Union befördert? Welche Zwischenbilanz kann aus der europaweiten Einführung von Gender Mainstreaming gezogen werden? Wie lauten die Anforderungen einer geschlechtergerechten Ökonomie? Welche alternativen feministischen Vorstellungen existieren? Wie kann es gelingen, diese verstärkt auf die politische Agenda zu setzen?

Mit der Konferenz "Schöner wirtschaften" sollten Frauen in Ost und West ermutigt und darin unterstützt werden, sich um ihre wirtschaftlichen Belange selbst zu kümmern und dazu Bündnisse auf- und auszubauen.

Im Eröffnungsvortrag "Standort Europa – ohne Frauen ist keine Wirtschaft zu machen" empfahl Brigitte Unger-Soyka vom BMFSFJ den Anwesenden, der privaten Wirtschaft gegenüber nicht zu sehr den Aspekt "Geschlecht" zu betonen, da Unternehmen das eher abschreckend empfänden. Sie befürwortete stattdessen die Diversity-Strategie. Gleichzeitig verwies sie auf die Notwendigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Frauen bessere Einstiegschancen zu geben. Hier sieht sie die Schwerpunktaufgabe ihres Ministeriums. In den Diskussionsbeiträgen wurde eingewandt, dass die Diversity-Strategie inzwischen circa zehn Jahren alt ist und der Frauenanteil in Führungspositionen in der Privatwirtschaft in der Folge kaum gestiegen ist. Auch wurde festgestellt, dass die Konzentration auf die Vereinbarkeitsfrage als Erfolgsrezept für Frauen in der Wirtschaft zu kurz greife.

Im Beitrag von Jochen Kubosch, Leiter der Europäischen Vertretung in München, ging es um die Möglichkeiten der EU, auf eine geschlechtergerechte Wirtschaft hinzuwirken. Im Fazit stellte Kubosch fest, dass die Lissabon-Strategie dafür zwar gute Voraussetzungen schaffen würde, dass sie von den Mitgliedstaaten aber bereits heute als mehr oder weniger gescheitert angesehen wird und es enormer Anstrengungen bedürfte, um die angestrebten Ziele planmäßig bis 2010 zu verwirklichen.

In der Podiumsdiskussion "Die erweiterte Europäische Union – eine Chance für eine geschlechtergerechte Ökonomie" ging es wesentlich um die Positionen der Unternehmen einerseits und die der Gewerkschaften andererseits. Die IHK verwies auf die Fortschritte im Hinblick auf familienfreundliche Unternehmen hin und nahm kleine und mittlere Unternehmen in Schutz, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum in der Lage wären frauenfreundliche Bedingungen zu schaffen. Von gewerkschaftlicher Seite wurde entgegen gehalten, dass sich die Betrachtung ändern müsse, dass Kinder allein in der Verantwortung von Frauen lägen. In Bezug auf die Situation der Frauen in den Beitrittländern wurde festgestellt, dass es dort notwendig wäre, bessere staatliche Voraussetzungen für Unternehmerinnen und Gründerinnen zu schaffen, und dass diesbezüglich von Seiten der EU Impulse und finanzielle Unterstützung erwartet werden.

Der erste Konferenztag endete mit einem Weltcafé. Dabei handelte es sich um ein moderiertes Kennenlernen. In drei Runden tauschten sich die Teilnehmenden in stets wechselnden Fünfergrüppchen zu folgenden Fragen aus: Mit welchen Fragen und Anliegen sind Sie heute hier? Was bestätigt, erstaunt oder irritiert Sie? Wo sehen Sie zukunftsweisende Potentiale für Bewegung und Gestaltung? Der Austausch war über Sprachgrenzen hinweg sehr lebendig und ein schmackhaftes Buffet schaffte einen angenehmen Rahmen, die begonnenen Gespräche im Anschluss weiter zu führen.

Der Vortrag der Schweizer Ökonomin Mascha Madörin am Samstagmorgen gab einen Überblick über die feministische Ökonomie. Sie wies deutlich darauf hin, dass Geschlechtergerechtigkeit in der Wirtschaft weit mehr brauche als Kinderbetreuung, was sich u.a. daran zeige, dass es auch kinderlose hochqualifizierte Frauen kaum in Spitzenpositionen schafften. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Verankerung einer feministischen Ökonomie.

In den Workshops gab es rege Diskussionen zu der zwar vergleichbar schlechten Stellung von Frauen in der Wirtschaft in Ost und West, aber den oft sehr unterschiedlichen historischen und aktuellen Voraussetzungen. So wurde deutlich, dass es den Frauen in den Beitritts- und neuen EU-Ländern sehr um eine Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation geht, an der auch sie als Frauen partizipieren möchten. Die Frage der gezielten Frauenförderung oder Gender Mainstreaming in wirtschaftlichen Zusammenhängen spielt für sie – noch? – kaum eine Rolle. Andere Themen waren u.a. eine empirische Studie zu Familienfreundlichkeit als ökonomischer Erfolgsfaktor in großen Unternehmen sowie die Erfolge und Schwierigkeiten von Gender Mainstreaming in den Europäischen Strukturfonds und Gender Budgeting.

Rezzo Schlauch (BMWA) stellte in der abschließenden Podiumsdiskussion fest, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Privatwirtschaft, die beruflichen Chancen von Frauen zu verbessern, gescheitert ist und das Thema wieder auf die politische Agenda müsse. Die Polin Dr. Ewa Ruminska-Zimny (UNECE) wies nochmals darauf hin, dass staatliche Zielformulierungen, wie die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und ausreichende Kinderbetreuung, noch nichts an der tatsächlichen Situation von Frauen ändern.

Als Ergebnisse der Konferenz können gewertet werden: Erstens, dass sich die ökonomische Situation von Frauen in Ost- und Westeuropa im Kern ähnlich schwierig darstellt. Zweitens werden Frauen extrem aufmerksam sein müssen, dass ihre Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit nicht auf die Frage der Vereinbarkeit reduziert wird. Und drittens ist es dringend geboten, eine feministische Ökonomie fest in allen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen in Europa zu etablieren, um den langen Weg zu einem wirtschaftlich geschlechtergerechten Europa zu begleiten und zu forcieren.

Die Tagung "Schöner Wirtschaften – Europa geschlechtergerecht gestalten!", war sehr erfolgreich, vor allem auch unter dem Blickwinkel der notwendigen Vernetzung von Frauen und Frauenorganisationen in West- und Osteuropa, um eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik voran zu treiben. An der Konferenz nahmen knapp 120 Personen aus zwölf europäischen Staaten teil.

 


Partner

FAM Frauenakademie München e.V.

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Friedrich-Ebert-Stiftung

Hanns-Seidel-Stiftung

Heinrich-Böll-Stiftung

Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern


Art der Veranstaltung
Internationale Konferenz



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23.10.2004

Ausverkauf des Gemeinwohls? Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen

GATS und die Folgen für die Kommunen

Das seit 1995 existierende GATS-Abkommen im Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO wird derzeit neu verhandelt. Bis Ende 2004 sollen diese Verhandlungen über eine fortschreitende Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte (GATS = General Agreement on Trade in Services) abgeschlossen sein. Das geplante Abkommen soll alle Dienstleistungsbereiche umfassen - auch solche also, die in Deutschland als mehr oder weniger "hoheitliche Aufgaben" in öffentlicher Trägerschaft sind. Die Kommunen werden deshalb besonders betroffen sein, wenn Wasserver- und Abwasserentsorgung, der ÖPNV, schulische Bildung oder die Abfallbeseitigung behandelt werden wie Banken oder Versicherungen.

Im Folgenden finden Sie einige Materialien zu unserem Tagungsthema. Sie können die entsprechenden PDF-Dokumente unentgeltlich herunterladen.

Daseinsvorsorge unter Globalisierungsdruck - Wie EU und GATS öffentliche Dienste dem Markt ausliefern

Vortrag von Thomas Fritz, Mitglied des Vorstands von BLUE 21, ATTAC Arbeitsgruppe "Welthandel und WTO"
Download des gleichnamigen Aufsatzes (ca. 100 KB)

Privatisierung der Wasserversorgung sowie der Abwasser- und Abfallentsorgung

Stellungnahme von Dr. Ralf J. Tuminski, Dezernent beim Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE)
Download der Präsentation (ca. 2,6 MB)

Stellungnahme von Ulrich Cronauge, Leiter der Abteilung für Wasser- und Abwasserwirtschaft im Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)
Download des Textes (ca. 45 KB)

Stellungnahme des VKU zum GATS-Abkommen im Rahmen der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit des Deutschen Bundestages am 07.04.2003
(Auszüge)
Download des Textes (ca. 50 KB)

Deregulierung und Privatisierung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Überblick über die rechtlichen Grundlagen und den Stand der Deregulierung
Download des Textes (ca. 0,3 MB)

Darstellung der Perspektiven für einen zukunftsfähigen öffentlicher Nahverkehr unter veränderten Rahmenbedingungen von Thomas Schaller, Umweltreferent in Augsburg
Download der Präsentation (ca. 0,3 MB)

Broschüre von VCD und ICLEI zu "Guten Beispielen" im ÖPNV in Europa
Download der Broschüre (ca. 1,7 MB)

Der ineffiziente Markt - Kollektive Güter als Grenze des Staatsabbaus

Vortrag von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie, Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Download eines in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Artikels zum Thema (ca. 30 KB)

GATS und die Folgen: Neue Anforderungen an die Kommunalpolitik!?

Statement zu den Folgen von Privatisierung und Deregulierung für die kommunalen Dienstleistungen von Gabriele Friderich, Kommunalreferentin in München
Download des Vortragstextes (ca. 40 KB)


Partner

Evangelische Stadtakademie München

VHS München

DGB-Bildungswerk

Münchner BIldungswerk



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06.02.2004

Wer Macht Frieden

Frauen und Männer in Friedensprozessen

Frauen kommt eine wichtige Rolle bei der Verhütung und Beilegung von Konflikten zu, das erklärt der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 1325, verabschiedet im Oktober 2000. Diese Resolution fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, "dafür zu sorgen, dass Frauen in den nationalen, regionalen und internationalen Institutionen und Mechanismen zur Verhütung, Bewältigung und Beilegung von Konflikten auf allen Entscheidungsebenen stärker vertreten sind"

1. Warum gibt es diese Resolution? Was ist zu erwarten, wenn Frauen "in allen Anstrengungen zur Wahrung und Förderung von Frieden und Sicherheit gleichberechtigt und in vollem Umfang teilhaben"

2. Machen Frauen andere Friedensarbeit als Männer?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Tagung "WEHR MACHT FRIEDEN?". 

Informationen zur Veranstaltung und den Referentinnen sowie Bilder von der Tagung sind zu erhalten unter: http://wermachtfrieden.agfp.de

 


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF)

Evangelische Stadtakademie München

Frauensicherheitsrat

Frauengleichstellungsstelle der evangelischen Kirche in



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12.07.2003

Prima Klima: Stürme, Fluten, Katastrophen!?

Für einen wirksamen Klimaschutz - global und vor Ort!

Sintflutartige Regenfälle, katastrophale Überschwemmungen, schmelzende Gletscher und verheerende Stürme: Solche immer häufiger werdende Naturerscheinungen werden von immer mehr Wissenschaftlern als Vorboten des globalen Klimawandels interpretiert. Von der Notwendigkeit eines wirksamen Klimaschutzes sprechen deshalb mittlerweile eigentlich alle politisch Verantwortlichen. Von der Ensicht in die Notwendigkeit zu tatsächlichem politischen - und individuellen - Handeln ist indes oft ein weiter Weg.

Unsere Veranstaltung - mit über 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - sollte deshalb konkrete Wege, Maßnahmen und Konzepte aufzeigen, wie das Klima vielleicht doch noch gerettet werden kann - auf internationaler Ebene ebenso wie in der Kommunalpolitik und im persönlichen Alltagshandeln.

Als erster Redner hielt Prof. Dr. Hartmut Graßl, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen, ein Referat zu den Ursachen und Folgen des Klimawandels. Er beklagte, dass die Energiewirtschaft immer noch öffentlich anzweifelt, dass der Mensch Motor des Klimawandels ist. Professor Graßl betonte ausdrücklich die Vorreiterrolle Deutschlands in der europäischen Klimaschutzpolitik. Seit Beginn der 90er Jahre hat sich der Ausstoß des klimarelevanten Treibhauses CO2 in Deutschland um 19 Prozent reduziert; die Hälfte dieser Reduzierung wurde durch den Zusammenbruch der Industrie in der alten DDR ausgelöst, die andere Hälfte seien aber echte Einsparungen, bedingt durch mehr energiebewusstes Verhalten der Bevölkerung und der Industrie", so Hartmut Graßl.

Im Anschluss an Prof. Graßl sprach Bundesumweltminister Jürgen Trittin dann zu internationalen, nationalen und kommunalen Handlungsstrategien beim Klimaschutz.
Heftige Stürme, höhere Fluten und insgesamt eine zunehmende Zahl der extremen Wetterlagen sind die Vorzeichen der bevorstehenden Klimaveränderung. Der weltweite Klimaschutz sei deshalb die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, so der Minister und muss deshalb zur Kernaufgabe internationaler, nationaler und kommunaler Ebene werden. Im Hinblick auf den internationalen Klimaschutzprozess zeigte Trittin sich optimistisch und er betonte, dass er zuversichtlich sei, dass Russland das Kyoto-Protokoll bald ratifiziert. Dann könne dieses wichtige Übereinkommen zum internationalen Klimaschutz endlich in Kraft treten.

Es folgte eine Podiumsdiskussion, an der neben den beiden Rednern auch teilnahmen:
Christian Schneller von der E.ON Energie, der sagte, dass die bisherigen Kyoto- Ziele in Europa sich nur durch den Zusammenbruch der Wirtschaft in den GUS-Staaten positiv darstellen würde. Für ihn ist Kyoto vergleichbar mit dem Versuch, den Mond zu erreichen: man stellt einen Stuhl hin, steigt hinauf und meint, man sei dem Ziel schon ein Stück näher gekommen. Was wir aber weltweit brauchen, ist ein neues Apollo-Programm".

Godelind Alber, Geschäftsführerin des Klima-Bündnis der europäischen Städte, führte aus, dass die Reduktionsziele in Europa nur dann erreicht werden können, wenn die Kommunen mitmachen: bei der Siedlungsplanung, der kommunalen Energieversorgung und der Verkehrspolitik, denn hier liege der Schlüssel für weitere Einsparungen.

Für die deutsche Automobilindustrie, so Ingrid Paulus, Leiterin der Abteilung Umwelt und Verkehr der AUDI AG, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen für die zielorientierte Forschung wichtig. Sie beklagte hier vor allem unterschiedliche technische Prüfvorschriften in Europa.

 



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21.02.2003

Grenzen überwinden. Der EU-Erweiterungsprozess und Visionen für Europa aus frauenpolitischer Sicht

Europa steht vor einem großen Umbruch. Die Europäische Union wird im Jahr 2004 zehn neue Länder aufnehmen. Dieser Erweiterungsprozess wird das Gesicht Europas grundlegend verändern. Die jahrzehntelange Spaltung Europas wird durch die politische und wirtschaftliche Integration zahlreicher ehemaliger Ostblockstaaten überwunden werden.

Als Bedingung für den Beitritt müssen die Kandidatenländer sich den ökonomischen, rechtsstaatlichen und demokratischen Standards der Europäischen Union angleichen. Dazu gehört auch die Umsetzung des Grundsatzes der Chancengleichheit von Frauen und Männern und des Gender Mainstreaming.

Viele Frauen erfahren den Transformationsprozess im Spannungsfeld zwischen Aufbruchstimmung und Ernüchterung. Wie die einzelnen Länder diesen Prozess gestalten und wie sich dieser auf die aktuelle Situation von Frauen im Verhältnis zu Männern auswirkt, wurde an den Beispielen Polen, Tschechische Republik und Ungarn gezeigt. Exemplarisch ging es um die Lage der Frauen im ländlichen Raum, insbesondere der Bäuerinnen.

Marese Hoffmann, Biobäuerin und Kreisrätin, Hackermoos:

Die Betrachtung von Frauen im ländlichen Raum und Ökologie wurde von der Referentin theoretisch begründet im Konzept einer nachhaltigen und gendersensiblen ländlichen Entwicklung im Sinn einer Transformation gesellschaftlicher Naturverhältnisse. Dieser Bezugsrahmen gehe über die Ökologie hinaus und binde kulturelle, gesellschaftspolitische, wirtschaftliche und technologische Faktoren mit ein. Die Integration der Gender Perspektive bedeute zunächst die Berücksichtigung real existierender Geschlechterunterschiede; darüber hinaus ein erweitertes Verständnis von Ökonomie im Sinne „informeller Ökonomie“ und die Berücksichtigung der Wechselseitigkeiten von Umweltveränderungen und Geschlechterverhältnissen. Die reale Situation von Bäuerinnen Europas sei geprägt von zwei gegensätzlichen landwirtschaftlichen Überlebensstrategien: einerseits von kleinbäuerlicher Subsistenz, andererseits von den am Weltmarkt ausgerichteten Agrargroßbetrieben. Kritisch erscheine die Feminisierung der Landwirtschaft in Klein- und Nebenerwerbsbetrieben, wenn Frauenarbeit als unbegrenzt ausbeutbare Naturressource gesehen und darüber hinaus die geschlechterungleiche Segregation des Arbeitsmarktes verfestigt werde. Ebenso kritisch sei eine Agrarwende zu sehen, die eine einseitige ökologische, regionale Wirtschaftsweise von den Bäuerinnen ohne den Rückhalt einer gesamtgesellschaftlichen Konsumwende fordere. Im Mittelpunkt einer Zukunftsdebatte müsse die Neubewertung und Neustrukturierung von ländlicher und nichtländlicher Arbeit in ländlichen Regionen stehen mit dem Ziel, naturräumliche und soziale Interdependenzen anzuerkennen und Chancengleichheit herzustellen.

Chancen für polnische Frauen auf dem Lande durch den EU-Beitritt Polens?
Jadwiga Ziolkowska, Studentin an der Universität Rzewszow und TU Berlin, und Prof. Dr.-Ing. Joachim Leuschner, Vizepräsident der Polnisch-Deutschen Gesellschaft für Ökolandbau, Ökotechnik und Ökokultur, Berlin

Ziolkowska und Leuschner brachten ihre Sorge zum Ausdruck, dass gravierende Mängel der EU-Agrarwirtschaft auf Polen übertragen werden. Zu wenig Berücksichtigung fänden bei den derzeitigen Orientierungen die ökologischen und sozialen Probleme im ländlichen Raum und insbesondere die Situation der Frauen. Viele BäuerInnen befürchteten, dass sich ihre soziale Lage verschlechtern werde, wenn nach den EU-Beschlüssen die polnischen Landwirte nur 25% der Fördermittel gegenüber den alten EU-Mitgliedsländern erhalten. Sie seien der Meinung, dass die Auflagen der EU zur sogenannten Modernisierung der Landwirtschaft die klein- und mittelbäuerlichen Betriebe zur Aufgabe zwingen werde. Experten berechneten, dass sich dadurch die Zahl der Arbeitslosen in der Landwirtschaft und der mit ihr verflochtenen Wirtschaftszweige um ca. 3 Millionen Menschen in Polen erhöhen würde. Bereits jetzt sei der Anteil der Arbeitslosen unter den polnischen Frauen auf dem Lande überdurchschnittlich hoch und ihre Chancen, eine Arbeit zu finden, seien geringer als in anderen Wirtschaftszweigen. Schlechte Gesundheitsversorgung, fehlende Kindergärten und -krippen nähmen den meisten Frauen auf dem Lande die Möglichkeit sich weiter zu bilden.

Die Probleme seien nur zu lösen, wenn die EU stärker auch durch soziale und ökologische Programme die Verbesserung der Infrastruktur auf dem Lande fördere. Die wissenschaftlich- technischen und geistigen Voraussetzungen dafür seien vorhanden. Dazu gehörten ökologische Innovationen, die sich bereits in der Praxis bewährt hätten. Insbesondere sei die regionale Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte so zu gestalten, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe und für die Verbesserung der Infrastruktur, zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie zur Förderung von Existenzgründungen und von Frauen eingesetzt werden könne. 
Die Frauen auf dem Lande hätten große Potentiale, um gestaltend an der Ökologisierung mitzuwirken. Von großer Bedeutung sei jedoch, die Jugend für die ökologische Erneuerung des ländlichen Raumes zu motivieren. Nur Frauen in gleichberechtigtem Zusammenwirken mit ihren männlichen Partnern seien dazu in der Lage, diese komplexe Aufgabe erfolgreich zu lösen.


Partner

FAM - Frauenakademie München e.V. 



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06.02.2003

Zivil Macht Europa - Wie schaffen wir menschliche Sicherheit?

Dokumentation ist erhältlich
Die Dokumentation des Kongresses beinhaltet das Grußwort von Carl Amery, alle Referate, die jeweiligen Ergebnisse der vier Arbeitsforen sowie eine Gesamtzusammenfassung. Sie umfasst 120 Seiten und ist auf Anfrage in unserer Geschäftsstelle erhältlich.

Hintergrundinformationen
Außerdem stellen wir etliche Hintergrund-Informationen zum Herunterladen bereit und verweisen Sie auf einige Links:

Zur Einführung:
Dieter Bricke, Einige Gedanken zum Thema "Zivil Macht Europa - wie schaffen wir menschliche Sicherheit?" auf der Grundlage aktueller politikwissenschaftlicher Publikationen.
Download als pdf-Dokument

1. Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen/Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), Bericht über die menschliche Entwicklung 1994, Uno-Verlag Bonn, 1994, S. 27-30.
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2. Hansjörg Eiff, Zehn Jahre deutsches Konfliktmanagement im früheren Jugoslawien - Erfahrungen und Einsichten, in: Rafael Biermann (Hrsg.): Deutsche Konfliktbewältigung auf dem Balkan. Erfahrungen und Lehren aus dem Einsatz, Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 2002, S. 153-172.
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3. Andrew Mack, The Human Security Report Project, Vancouver, 2002.
Download als pdf-Dokument

4. Barbara Müller, Zivile Konfliktbearbeitung: Positionspapier. Nur zivile Konfliktbearbeitung bekämpft Terrorismus nachhaltig und fördert Frieden. Download als pdf-Dokument
http://www.konfliktbearbeitung.net

5. Hans-Peter Dürr, Sicherheit und dynamische Stabilität.
Download als pdf-Dokument

6. Mit freundlicher Genehmigung des BWV-Berliner Wissenschafts-Verlag stellen wir einen Beitrag von Frau Birgit Mahnkopf zum Konzept der Human Security auszugsweise vor. Er ist der Publikation "Globale öffentliche Güter - für menschliche Sicherheit und Frieden" entnommen, die im Januar 2003 im o.g. Verlag erscheint.
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7. Europäischer Konvent, Schlussbericht der Gruppe VIII "Verteidigung. Brüssel, 2002.
Download als pdf-Dokument

8. Europäischer Konvent, Schlussbericht der Gruppe VII "Außenpolitisches Handeln", Brüssel, 2002.
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Weitere interessante Kommentare und Dokumente zum Thema auf der Homepage von Elisabeth Schroedter

9. Sylvia-Yvonne Kaufmann, Link auf die Homepage:
Friedensmacht Europa? Welchen Beitrag leistet dazu der Europäische Konvent?

10. Manifesto 2000 for a culture of Peace and Non-violence, Link auf die Homepage: www.unesco.org/manifesto2000

11. Weltethos-Erklärung, Link auf die Homepage: www.weltethos.org

12. Earthdialogues, Link auf die Homepage: www.earthdialogues.org


Partner

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V.

Evangelische Stadtakademie München

Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, Deutsche Sektion, Neuburg


Art der Veranstaltung
Tagung



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15.11.2002

Globalisierung: Verheißung oder Katastrophe?

An der Globalisierung scheiden sich die Geister: Die einen halten sie für Teufelswerk, das ökonomische Ausbeutung und ökologische Katastrophen noch in den letzten Winkel der Welt vordringen lässt. Die anderen glauben, die Globalisierung bringe nicht nur ökonomischen Wohlstand für alle, sondern auch kulturellen und politischen Fortschritt in alle Welt. In unserer Konferenz wollten wir nicht nur Raum bieten für kontroverse Auffassungen und engagierten Streit. Wir wollten auch gemeinsam nachdenken, ob und wie die Globalisierung politisch gestaltet werden kann, um die mit ihr verbundenen Herausforderungen und Chancen erfolgreich zu bewältigen. Und wir wollten nach Prägungen und Erfahrungen fragen, die uns zu Befürworter/inne/n oder Skeptiker/inne/n im Blick auf verschiedene Dimensionen der Globalisierung machen.

Die Dokumentation der Eingangsstatements der Podiumsdiskkussion und der wichtigsten Ergebnisse des Open Space kann als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden.

ReferentInnen

Prof. Dr. Elmar Altvater (Professor für Politikwissenschaft an der FU Berlin, Mitglied der Enquetekommission des Deutschen Bundestags)

Dr. Wolfgang Gern (Präsident des Diakonischen Werks Hessen-Nassau)

Dr. Reiner Hengstmann (Global Head Umwelt+Soziales der PUMA AG Herzogenaurach)

Prof. Dr. Brigitte Young (Professorin für Politikwissenschaft, Universität Münster, Mitglied der Enquetekommission "Globalisierung der Weltwirtschaft" des Deutschen Bundestags)



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27.05.2002

Europa Kommunal

Die Teilnehmenden an der Studienfahrt nach Brüssel

Kommunalpolitische Studienfahrt nach Brüssel

Diese Fahrt nach Brüssel war verbunden mit einem Besuch beim Europäischen Parlament, einem Informationsprogramm bei der Europäischen Kommission, einem Besuch des Europabüros der Bayerischen Kommunen und bei der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union.

Zahlreiche Teilnehmer/innen, darunter viele aktive Kommunalpolitiker/innen, informierten sich auf der Studienreise "Europa kommunal" über den wachsenden Einfluss der Europäischen Union auf die Kommunalpolitik.

Die Gespräche mit kompetenten Vertreter/inne/n der Europäischen Kommission, des Europabüros der Bayerischen Kommunen und des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union sowie ein Besuch bei der grünen Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter bot den Teilnehmenden einen guten Einblick in die Arbeitsweise der europäischen Gremien und vermittelte ihnen Kontaktmöglichkeiten und Ansprechpartner für ihre kommunalpolitische Arbeit.

Unser Bild zeigt die Gruppe im Foyer des Europäischen Parlaments in Brüssel. In der obersten Reihe ganz links: Peter Gack vom GRIBS-Kommunalbüro, der die Fahrt organisierte und leitete. 


Partner

GRIBS-Bildungswerk e. V.



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