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12.07.2003
Für einen wirksamen Klimaschutz - global und vor Ort!
Sintflutartige Regenfälle, katastrophale Überschwemmungen, schmelzende Gletscher und verheerende Stürme: Solche immer häufiger werdende Naturerscheinungen werden von immer mehr Wissenschaftlern als Vorboten des globalen Klimawandels interpretiert. Von der Notwendigkeit eines wirksamen Klimaschutzes sprechen deshalb mittlerweile eigentlich alle politisch Verantwortlichen. Von der Ensicht in die Notwendigkeit zu tatsächlichem politischen - und individuellen - Handeln ist indes oft ein weiter Weg.
Unsere Veranstaltung - mit über 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - sollte deshalb konkrete Wege, Maßnahmen und Konzepte aufzeigen, wie das Klima vielleicht doch noch gerettet werden kann - auf internationaler Ebene ebenso wie in der Kommunalpolitik und im persönlichen Alltagshandeln.
Als erster Redner hielt Prof. Dr. Hartmut Graßl, Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen, ein Referat zu den Ursachen und Folgen des Klimawandels. Er beklagte, dass die Energiewirtschaft immer noch öffentlich anzweifelt, dass der Mensch Motor des Klimawandels ist. Professor Graßl betonte ausdrücklich die Vorreiterrolle Deutschlands in der europäischen Klimaschutzpolitik. Seit Beginn der 90er Jahre hat sich der Ausstoß des klimarelevanten Treibhauses CO2 in Deutschland um 19 Prozent reduziert; die Hälfte dieser Reduzierung wurde durch den Zusammenbruch der Industrie in der alten DDR ausgelöst, die andere Hälfte seien aber echte Einsparungen, bedingt durch mehr energiebewusstes Verhalten der Bevölkerung und der Industrie", so Hartmut Graßl.
Im Anschluss an Prof. Graßl sprach Bundesumweltminister Jürgen Trittin dann zu internationalen, nationalen und kommunalen Handlungsstrategien beim Klimaschutz.
Heftige Stürme, höhere Fluten und insgesamt eine zunehmende Zahl der extremen Wetterlagen sind die Vorzeichen der bevorstehenden Klimaveränderung. Der weltweite Klimaschutz sei deshalb die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, so der Minister und muss deshalb zur Kernaufgabe internationaler, nationaler und kommunaler Ebene werden. Im Hinblick auf den internationalen Klimaschutzprozess zeigte Trittin sich optimistisch und er betonte, dass er zuversichtlich sei, dass Russland das Kyoto-Protokoll bald ratifiziert. Dann könne dieses wichtige Übereinkommen zum internationalen Klimaschutz endlich in Kraft treten.
Es folgte eine Podiumsdiskussion, an der neben den beiden Rednern auch teilnahmen:
Christian Schneller von der E.ON Energie, der sagte, dass die bisherigen Kyoto- Ziele in Europa sich nur durch den Zusammenbruch der Wirtschaft in den GUS-Staaten positiv darstellen würde. Für ihn ist Kyoto vergleichbar mit dem Versuch, den Mond zu erreichen: man stellt einen Stuhl hin, steigt hinauf und meint, man sei dem Ziel schon ein Stück näher gekommen. Was wir aber weltweit brauchen, ist ein neues Apollo-Programm".
Godelind Alber, Geschäftsführerin des Klima-Bündnis der europäischen Städte, führte aus, dass die Reduktionsziele in Europa nur dann erreicht werden können, wenn die Kommunen mitmachen: bei der Siedlungsplanung, der kommunalen Energieversorgung und der Verkehrspolitik, denn hier liege der Schlüssel für weitere Einsparungen.
Für die deutsche Automobilindustrie, so Ingrid Paulus, Leiterin der Abteilung Umwelt und Verkehr der AUDI AG, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen für die zielorientierte Forschung wichtig. Sie beklagte hier vor allem unterschiedliche technische Prüfvorschriften in Europa.
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22.05.2003
Wege zu einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik
Verkehrspolitik ist ein besonders sensibles Politikfeld, das oftmals sehr emotional besetzt ist. Offenbar geht es beim Thema Mobilität nicht nur um das Problem der Fortbewegung von einem Ort zum anderen und die Frage, wie dies - möglichst effizient, kostengünstig und umweltverträglich - zu bewerkstelligen ist. Es scheinen vielmehr sehr stark Fragen des Lebensstils, auch und vor allem der Lust und dem Spaß an Mobilität an sich, von großer Bedeutung zu sein.
Kann es gelingen, Wege zu einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik aufzuzeigen, die nicht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei geplant und deshalb zum Scheitern verurteilt sind?
Umfangreiche Tagungsdokumentation liegt vor!
Die Dokumentation unserer Tagung enthält die Beiträge aller Referenten und Referentinnen. Sie kann als PDF-Datei unentgeltlich herunter geladen werden.
Inhalt
Prof. Dr. Rolf Monheim: Einige Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume für eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik
Bente Zahl: Wie Mobilität und Automobilität entkoppelt und die Menschen dafür gewonnen werden können! - Mobilitätsstile und zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategien
Henrik Freudenau: Angebot und Nachfrage in Einklang bringen! - Wie durch Mobilitätsmangement die Wahlmöglichkeiten im Verkehr erweitert werden können
Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann: Was Stadt- und Regionalplanung dazu beitragen kann, Mobilität umweltverträglich zu gestalten
Prof. Dr. Karl-Heinz Schweig: Fahrscheinfreier Stadtverkehr - deutsche und ausländische Beispiele
Jochen Heller: Wie gute Mobilitätsprodukte intelligent verkauft werden können! - Intelligentes Marketing für den ÖPNV
Juliane Krause: Mobilität nach Maß - ohne die üblichen Konflikte? Was moderne Formen der Bürgerbeteiligung zu einem Konsens in der Verkehrspolitik beitragen können
ReferentInnen
Prof. Dr. Rolf Monheim (Lehrstuhl für Angewandte Stadtgeographie, Uni Bayreuth), Bente Zahl, M.A. (Sozialforscherin, Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt), Henrik Freudenau (Dipl.-Ing., Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung d
Veranstaltungsort
Nürnberg, Eckstein
Kosten
30,-/20,-
Partner
Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) Agenda-Forum der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken, Mitwitz
Art der Veranstaltung
Tagung
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08.03.2003
Freie Wahl der Krankenkasse bzw. Altersversorgung auch für die Bauern: Dies fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern und Baden-Württemberg. Auf einer AbL-Tagung zum Thema "Zukunft der Sozialversicherungen in der Landwirtschaft" in Kloster Roggenburg bei Günzburg - in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung - wurde dies als Diskussionsgrundlage für weitere Gespräche festgehalten.
AbL-Bayern-Vorsitzender Sepp Bichler will damit in einer Zeit des bevorstehenden Umbruchs der Sozialsysteme allgemein eine längst überfällige Diskussion in Gang setzen und damit nicht zuletzt erreichen, dass die Landwirtschaft auch in den entsprechenden Debatten und Diskussionsforen, wie etwa in der Rürup-Kommission, zur Kenntnis genommen wird. Die Bauern sollen also heraus aus dem bisherigen für alle verpflichtenden System der landwirtschaftlichen Alters- und Krankenkasse (LAK und LKK) und schrittweise in das allgemeine Sozialversicherungssystem integriert werden. Gleichzeitig wurde aber betont, dass die staatlichen Zuschüsse, die für dieses abgekapselte landwirtschaftliche System der Absicherung in Milliardenhöhe fließen, erhalten werden sollen - zumindest zum Ausgleich für das Problem des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Mittlerweile trifft im landwirtschaftlichen Sozialsystem nämlich auf 1,7 Altenteiler nur noch ein Betragszahler, womit das System ohne Unterstützung von außen natürlich nicht mehr existieren kann.
Der Hintergrund dieser Forderungen ist mehrschichtig. Da ist zum einen der von einer ganzen Reihe von Tagungsteilnehmern harsch kritisierte "Zwang", sich als Bauer oder beispielsweise auch als Gärtner der LKK und LAK anschließen zu müssen. Ein hochinteressanter Vortrag von Fritz Schober, einem Vertreter des schweizerischen Bauernverbandes, beinhaltete viele Vorschläge, die die AbL in die Debatte um die Reformierung des Sozialversicherungssystems einbringen wird.
Obwohl diese Forderungen, die aus dieser Tagung entwickelt wurden, noch weiterer Konkretisierung und Differenzierung bedürfen, gingen die rund 50 Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg zuversichtlich gestimmt nach Hause, mit der festen Überzeugung dass damit endlich eine Diskussion über die Zukunft der sozialen Absicherung der Bauern in Gang kommen werde.
Auch die bei der Tagung anwesenden Vertreter der landwirtschaftlichen Kassen sowie Ministerialdirektor Prof. Hermann Schlagheck von der für die Sozialversicherung zuständigen Abteilung im Bundeslandwirtschafts-Ministerium erlebten die Entschlossenheit der Tagungsteilnehmer, das Problem jetzt endlich anzugehen, und sie bekundeten ihrerseits die Bereitschaft zu weiteren Diskussion mit der AbL aus Bayern und Baden-Württemberg.
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21.02.2003
Europa steht vor einem großen Umbruch. Die Europäische Union wird im Jahr 2004 zehn neue Länder aufnehmen. Dieser Erweiterungsprozess wird das Gesicht Europas grundlegend verändern. Die jahrzehntelange Spaltung Europas wird durch die politische und wirtschaftliche Integration zahlreicher ehemaliger Ostblockstaaten überwunden werden.
Als Bedingung für den Beitritt müssen die Kandidatenländer sich den ökonomischen, rechtsstaatlichen und demokratischen Standards der Europäischen Union angleichen. Dazu gehört auch die Umsetzung des Grundsatzes der Chancengleichheit von Frauen und Männern und des Gender Mainstreaming.
Viele Frauen erfahren den Transformationsprozess im Spannungsfeld zwischen Aufbruchstimmung und Ernüchterung. Wie die einzelnen Länder diesen Prozess gestalten und wie sich dieser auf die aktuelle Situation von Frauen im Verhältnis zu Männern auswirkt, wurde an den Beispielen Polen, Tschechische Republik und Ungarn gezeigt. Exemplarisch ging es um die Lage der Frauen im ländlichen Raum, insbesondere der Bäuerinnen.
Marese Hoffmann, Biobäuerin und Kreisrätin, Hackermoos:
Die Betrachtung von Frauen im ländlichen Raum und Ökologie wurde von der Referentin theoretisch begründet im Konzept einer nachhaltigen und gendersensiblen ländlichen Entwicklung im Sinn einer Transformation gesellschaftlicher Naturverhältnisse. Dieser Bezugsrahmen gehe über die Ökologie hinaus und binde kulturelle, gesellschaftspolitische, wirtschaftliche und technologische Faktoren mit ein. Die Integration der Gender Perspektive bedeute zunächst die Berücksichtigung real existierender Geschlechterunterschiede; darüber hinaus ein erweitertes Verständnis von Ökonomie im Sinne „informeller Ökonomie“ und die Berücksichtigung der Wechselseitigkeiten von Umweltveränderungen und Geschlechterverhältnissen. Die reale Situation von Bäuerinnen Europas sei geprägt von zwei gegensätzlichen landwirtschaftlichen Überlebensstrategien: einerseits von kleinbäuerlicher Subsistenz, andererseits von den am Weltmarkt ausgerichteten Agrargroßbetrieben. Kritisch erscheine die Feminisierung der Landwirtschaft in Klein- und Nebenerwerbsbetrieben, wenn Frauenarbeit als unbegrenzt ausbeutbare Naturressource gesehen und darüber hinaus die geschlechterungleiche Segregation des Arbeitsmarktes verfestigt werde. Ebenso kritisch sei eine Agrarwende zu sehen, die eine einseitige ökologische, regionale Wirtschaftsweise von den Bäuerinnen ohne den Rückhalt einer gesamtgesellschaftlichen Konsumwende fordere. Im Mittelpunkt einer Zukunftsdebatte müsse die Neubewertung und Neustrukturierung von ländlicher und nichtländlicher Arbeit in ländlichen Regionen stehen mit dem Ziel, naturräumliche und soziale Interdependenzen anzuerkennen und Chancengleichheit herzustellen.
Chancen für polnische Frauen auf dem Lande durch den EU-Beitritt Polens?
Jadwiga Ziolkowska, Studentin an der Universität Rzewszow und TU Berlin, und Prof. Dr.-Ing. Joachim Leuschner, Vizepräsident der Polnisch-Deutschen Gesellschaft für Ökolandbau, Ökotechnik und Ökokultur, Berlin
Ziolkowska und Leuschner brachten ihre Sorge zum Ausdruck, dass gravierende Mängel der EU-Agrarwirtschaft auf Polen übertragen werden. Zu wenig Berücksichtigung fänden bei den derzeitigen Orientierungen die ökologischen und sozialen Probleme im ländlichen Raum und insbesondere die Situation der Frauen. Viele BäuerInnen befürchteten, dass sich ihre soziale Lage verschlechtern werde, wenn nach den EU-Beschlüssen die polnischen Landwirte nur 25% der Fördermittel gegenüber den alten EU-Mitgliedsländern erhalten. Sie seien der Meinung, dass die Auflagen der EU zur sogenannten Modernisierung der Landwirtschaft die klein- und mittelbäuerlichen Betriebe zur Aufgabe zwingen werde. Experten berechneten, dass sich dadurch die Zahl der Arbeitslosen in der Landwirtschaft und der mit ihr verflochtenen Wirtschaftszweige um ca. 3 Millionen Menschen in Polen erhöhen würde. Bereits jetzt sei der Anteil der Arbeitslosen unter den polnischen Frauen auf dem Lande überdurchschnittlich hoch und ihre Chancen, eine Arbeit zu finden, seien geringer als in anderen Wirtschaftszweigen. Schlechte Gesundheitsversorgung, fehlende Kindergärten und -krippen nähmen den meisten Frauen auf dem Lande die Möglichkeit sich weiter zu bilden.
Die Probleme seien nur zu lösen, wenn die EU stärker auch durch soziale und ökologische Programme die Verbesserung der Infrastruktur auf dem Lande fördere. Die wissenschaftlich- technischen und geistigen Voraussetzungen dafür seien vorhanden. Dazu gehörten ökologische Innovationen, die sich bereits in der Praxis bewährt hätten. Insbesondere sei die regionale Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte so zu gestalten, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe und für die Verbesserung der Infrastruktur, zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie zur Förderung von Existenzgründungen und von Frauen eingesetzt werden könne.
Die Frauen auf dem Lande hätten große Potentiale, um gestaltend an der Ökologisierung mitzuwirken. Von großer Bedeutung sei jedoch, die Jugend für die ökologische Erneuerung des ländlichen Raumes zu motivieren. Nur Frauen in gleichberechtigtem Zusammenwirken mit ihren männlichen Partnern seien dazu in der Lage, diese komplexe Aufgabe erfolgreich zu lösen.
Partner
FAM - Frauenakademie München e.V.
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15.02.2003
Kommunale Verkehrskonzepte und ihre Umsetzung
Die Verkehrspolitik ist in vielen Städten und Gemeinden kommunalpolitisches Thema Nr. 1. Neue Straßen für "flüssigen" Verkehr oder Verkehrsberuhigung und Förderung der Verkehrsmittel des "Umweltverbunds" (Busse & Bahnen, Rad, zu Fuß gehen) - bei der Anwort auf diese Frage schlagen die Wellen der Emotionen hoch.
Unser Seminar erläuterte die Grundlagen und Voraussetzungen für eine ökologisch verträgliche Verkehrspolitik und formulierte Zielvorgaben für kommunale Verkehrskonzepte. Für einzelne Handlungsfelder der Verkehrspolitik wurden konkrete Maßnahmen und Strategien erarbeitet.
Die vorliegende Dokumentation des verkehrspolitischen Grundlagenseminars enthält Texte, Grafiken, Literaturhinweise und Links zu folgenden Themen:
Die Dokumentation kann als PDF-Datei (ca. 2 MB) unentgeltlich heruntergeladen werden.
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27.11.2002
Nachhaltige Perspektiven für Arbeit und Wirtschaft im ländlichen Raum
Wer außerhalb von Ballungsräumen lebt, hat bei der Wahl eines Berufs oder Arbeitsplatzes oft schlechte Karten. Arbeitslosigkeit oder Abwanderung sind häufige Folgen. Der ländliche Raum wird "abgehängt": Er ist - im besten Fall - von touristischem Interesse, öfters noch fungiert er lediglich als Ver- und Entsorgungsraum der Ballungsgebiete.
Im Rahmen des Seminars wurden Perspektiven entwickelt, die eine "nachhaltige" Entwicklung des ländlichen Raums ermöglichen. Regionale Modellprojekte standen dabei ebenso zur Debatte wie Projekte und Maßnahmen, die sich auf konkrete Zielgruppen oder Wirtschaftsbereiche beziehen.
Zu diesem Seminar liegt eine umfangreiche Dokumentation vor. Die 34-seitige Broschüre enthält alle Vorträge, Literaturkinweise, Links und Adressen. Sie ist als PDF-Datei zum unentgeltlichen Herunterladen erhältlich.
ReferentInnen
Dr. Christa Müller (Soziologin, wiss. Mitarbeiterin der gemeinnützigen Forschungsgemeinschaft "anstiftung", Mitbegründerin des Bielefelder Institut für Theorie und Praxis der Subsistenz (ITPS); Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck, 1998 Schweis-furth Forschungspreis für Ökologische Ökonomie)
Sepp Daxenberger (1. Bürgermeister, Waging, Vorsitzender des Vereins Region aktiv / Chiemgau-Inn-Salzach)
Torsten Brückner (Geschäftsführer Sachsen-Leinen GmbH)
Dr. Georg Gruber (Vereinigte Werkstätten für Pflanzenöl-Technologie, Allersberg)
Dr.-Ing. Klaus Rumer (Geschäftsführer Innovations- und Gründerzentrum Bamberg)
Thomas Schaumberg (Geschäftsführer der Vogelsberg-Consult-Gesellschaft für Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung, Lauterbach, Hessen)
Andreas Raab (Lars-Consult München)
Ulrich Aumann (Zeit & Haben, Coburg)
Partner
Agenda-Forum Mitwitz - Kompetenzzentrum für regionale Wirtschaftskreisläufe, Ökologische Bildungsstätte Oberfranken
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15.11.2002
An der Globalisierung scheiden sich die Geister: Die einen halten sie für Teufelswerk, das ökonomische Ausbeutung und ökologische Katastrophen noch in den letzten Winkel der Welt vordringen lässt. Die anderen glauben, die Globalisierung bringe nicht nur ökonomischen Wohlstand für alle, sondern auch kulturellen und politischen Fortschritt in alle Welt. In unserer Konferenz wollten wir nicht nur Raum bieten für kontroverse Auffassungen und engagierten Streit. Wir wollten auch gemeinsam nachdenken, ob und wie die Globalisierung politisch gestaltet werden kann, um die mit ihr verbundenen Herausforderungen und Chancen erfolgreich zu bewältigen. Und wir wollten nach Prägungen und Erfahrungen fragen, die uns zu Befürworter/inne/n oder Skeptiker/inne/n im Blick auf verschiedene Dimensionen der Globalisierung machen.
Die Dokumentation der Eingangsstatements der Podiumsdiskkussion und der wichtigsten Ergebnisse des Open Space kann als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden.
ReferentInnen
Prof. Dr. Elmar Altvater (Professor für Politikwissenschaft an der FU Berlin, Mitglied der Enquetekommission des Deutschen Bundestags)
Dr. Wolfgang Gern (Präsident des Diakonischen Werks Hessen-Nassau)
Dr. Reiner Hengstmann (Global Head Umwelt+Soziales der PUMA AG Herzogenaurach)
Prof. Dr. Brigitte Young (Professorin für Politikwissenschaft, Universität Münster, Mitglied der Enquetekommission "Globalisierung der Weltwirtschaft" des Deutschen Bundestags)
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31.08.2002
Informationsfahrt der Petra-Kelly-Stiftung war gut besucht
Fazit: Rot-Grün hat ökologische Wende auf den Weg gebracht
Was haben vier Jahre rot-grüne Koalition für die ökologische Modernisierung Deutschlands gebracht? Und wie hat sich diese Politik konkret in Niederbayern ausgewirkt? Diesen Fragen ging am Beispiel der Verkehrs- und Energiepolitik eine gut besuchte Informationsfahrt der Petra-Kelly-Stiftung im Raum Landshut nach.
Albert Schmidt, Bundetagsabgordneter und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, hob in seinem Beitrag zur Bahnpolitik hervor, dass es nicht zuletzt durch die Einführung der Ökosteuer erstmals seit Jahrzehnten gelungen sei, den Benzinverbrauch zu verringern. "Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz", betonte Schmidt. Mit der von den Grünen durchgesetzten Entfernungspauschale sei die steuerliche Privilegierung des Autos beendet, mit der bevor stehenden Einführung der LKW-Maut eine entscheidende Weichenstellung für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erreicht worden.
In der Bahnpolitik hat die Bundesregierung laut Schmidt die Investitionsmittel, die sich unter der Kohl-Regierung auf einem Tiefstand von 2,7 Mrd. Euro befunden hätten, auf 4,6 Mrd. Euro im Jahr 2003 gesteigert. "Das Modernisierungsprogramm für die Bahn, das sich auf insgesamt 42 Mrd. Euro beläuft, kommt nicht nur Groß- und Prestigeprojekten zugute, sondern auch und vor allem den so genannten Regionalnetzen", erläuterte Schmidt. Auch für den Regionalverkehr habe die rot-grüne Bundesregierung erheblich mehr Mittel zur Verfügung gestellt: "Die Regionalisierungsmittel werden von 6,13 Mrd. Euro im Jahr 1998 auf 7,27 Mrd. Euro im Jahr 2007 steigen". Damit - so Schmidt - seien die Bundesländer in die Lage versetzt worden, mehr und besseren Nahverkehr auf die Schiene zu setzen.
Wie dies konkret aussehen kann, demonstrierte Stefan Kühn, Geschäftsführer der SüdostBayernBahn (SOB) am konkreten Beispiel dieser eigenständige Tochtergesellschaft der DB AG, die immerhin 435 Kilometer Schienennetz betreibt und täglich rund 23.000 Reisende befördert. Die Teilnehmer/innen hatten dieses Angebot zu Beginn der Info-Fahrt zwischen Landshut und Vilsbiburg bereits "getestet". Kühn umschrieb das Credo der SOB mit den drei Begriffen 'mehr Service', 'Flexibilität' und 'Innovation'. Eine dezentral verantwortliche Bahngesellschaft könne eigenständig regionales Marketing betreiben und in direktem Kontakt mit den Verantwortlichen in den Kommunen vor Ort schnell auf Probleme reagieren. Als Beispiele für die Initiativen der SOB nannte Kühn das Service-Angebot 'Bäcker im Zug', den 'Event-Wagen', den 'Jazz-Express' nach Burghausen sowie das seit April diesen Jahres angelaufene Engagement im Güterverkehr. Die sehr positive Resonanz auch in den Medien sei Ausdruck einer Erfolgsbilanz, die gerade auch die 484 Mitarbeiter/innen der SOB sehr motiviere, fasste Kühn zusammen.
Hans-Josef Fell, forschungspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, erläuterte die in den vergangenen vier Jahren durchgesetzten Ansätze für eine ökologische Energiewende, die bis spätestens 2040 eine völlige Umstellung auf erneuerbare Energien erreichen will. Dafür will die Bundesregierung die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen: "Durch die Ökosteuer werden die konventionellen Energieträger teurer, staatliche Zuschüsse und Subventionen fördern die erneuerbaren Energien und mit der kostendeckenden Vergütung schaffen wir gleichzeitig den marktwirtschaftlichen Rahmen", hob Fell hervor.
Konkrete Maßnahmen habe Rot-Grün im Energiesparbereich mit der Novellierung der Energiespar-Verordnung und einem Altbausanierungsprogramm in die Wege geleitet, das mit 500 Mio. Euro jährlich dotiert ist. Die Förderung der erneuerbaren Energien sei von 20 Mio. Euro unter Kohl auf 330 Mio. Euro gestiegen. "Mit dem Marktanreizprogramm, dem 100.000-Dächer-Programm und dem Förderprogramm für biogene Treibstoffe ist es gelungen, die erneuerbaren Energien zum wachstumstärksten Wirtschaftszweig in Deutschland zu machen", betonte Fell die enorme wirtschaftspolitische Bedeutung dieser Politik. Die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Bereich habe sich auf mehr als 130.000 mehr als verdoppelt. Dies seien mehr als in der Atom- und Kohleindustrie zusammengenommen.
In Furth bei Landshut, der letzten Station der Informationsfahrt, demonstrierte Dieter Gewies, erst unlängst wiedergewählter grüner Bürgermeister der Gemeinde, wie die Umstellung auf erneuerbare Energien in der Praxis aussehen kann. Furth hat das Ziel, sich zu 100 Prozent mit Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen selbst zu versorgen. Mittlerweile ist die Hälfte des Wegs zu diesem Ziel zurückgelegt - nicht zuletzt wegen der wesentlich besseren Rahmenbedingung, die von der rot-grünen Bundesregierung geschaffen wurden. So ist Furth bun-desweit Spitze bei der Nutzung des 100.000-Dächer-Programms. In Furth sind auf diese Weise Photovolaik-Anlagen mit einer Leistung von über 400 kW installiert worden. Außerdem gibt es ein Holzschnitzelkraftwerk für die Wärmeversorgung. Für all diese Maßnahmen - dies betonte Gewies sehr nachdrücklich - sei es gelungen, privates Kapital vor Ort zu mobilisieren, weil es sich für alle lohne, in erneuerbare Energien zu investieren. "Aber nur wenn die Ansätze für eine ökologische Energiewende, die die rot-grüne Koalition in den letzten Jahren durchgesetzt hat, fortgeführt werden, können wir in Furth unsere Ziele erreichen", fasste Gewies zusammen.
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12.06.2002
Herausforderungen - Perspektiven - Szenarien
Über die Zukunft der Stadt wird gegenwärtig heftig nachgedacht: Es gibt bundesweite Wettbewerbe, viele Städte führen "Leitbild-Diskussionen". In Stadtmarketing- und Agenda-Prozessen wird das gleiche Thema bedacht.
Unsere Fachtagung gab einen Überblick über die verzweigten Diskussionsstränge und stellte am konkreten Beispiel von vier Städten (Tübingen, Esslingen, Erlangen, Leverkusen) die unterschiedlichen Herangehensweisen und mögliche Entwicklungsszenarien dar.
Im Mittelpunkt stand dabei immer die Frage: Gibt es eine "nachhaltige", "zukunftsfähige" Stadtentwicklung?
Die Dokumentation der Referate der Tagung ist als Heft 7 unserer kommunalpolitischen Schriftenreihe veröffentlicht worden. Sie kann bei uns unentgeltlich bestellt werden.
ReferentInnen
Dirk Eisenreich, Geschäftsstelle Leitlinien, Stadtplanungsamt Tübingen
Erich Fritz, Leiter Stadtplanungsamt Tübingen
Prof. Dr. Karl Ganser, Dipl.-Geograph, Stadtplaner
Dr. Dieter Rossmeisl, Berufsmäßiger Stadtrat, Kulturreferent, Erlangen
Frank-Eberhard Scholz, Leiter Stadtplanungsamt Esslingen
Dr. Ulrich Wenzel, Wiss. Assistent, Institut für Soziologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Daniel Zerweck, Dipl.-Geograph, Stadtplaner, Projektleiter Stadtentwicklung Leverkusen
Partner
Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) - Regionalgruppe Bayern
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