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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

16.03.2006

Wohlstand für alle?

Wirtschafts- und sozialpolitische Perspektiven in einer globalisierten Welt

Die drängenden Fragen der Gegenwart sind bekannt: Mehr als 4 Millionen Menschen in Deutschland suchen einen Arbeitsplatz, viele sind von Armut bedroht. Gleichzeitig gibt es so viel Privatvermögen wie noch nie. Trotzdem stehen die öffentlichen Haushalte kurz vor der Pleite. Auch der stattfindende demografische Wandel und die Globalisierung der Wirtschaft sowie die zunehmenden Ansprüche von Staaten wie Brasilien, Indien oder China auf eine Teilhabe an Wachstum und Entwicklung stellen die Gerechtigkeitsfrage kurz- und langfristig, national wie global neu.

Gerechte Politik muss eine Antwort auf die Probleme in einer veränderten Welt geben. Wie können die genannten Krisenerscheinungen Erfolg versprechend "bearbeitet" werden? Wie kann eine Gesellschaft erreicht werden, in der alle am Wohlstand teilhaben können? Welche "Modelle" gibt es dafür? Sind die beschriebenen Probleme überhaupt im Rahmen der kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft "lösbar"?

Wohlstand ist mehr als materieller Wohlstand!
Die erste Veranstaltung unserer Wohlstandsreihe befasste sich vor allem mit dem Begriff des Wohlstands:

  • Was ist Wohlstand?
  • Ist Wohlstand nur als materieller Wohlstand zu verstehen?
  • Wie steht es mit dem Wohlstand der öffentlichen Hände?
  • Muss im privaten Bereich nicht auch für "Zeit- und Beziehungswohlstand" gesorgt werden?
  • Und wie sieht es mit der Verteilung des Wohlstands weltweit aus?

Auf diese Fragen gaben die Referent/inn/en des Abends sich ergänzende Antworten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dr. Manfred Linz wies v. a. auf die Notwendigkeit des "öffentlichen" Wohlstands hin, der durch die Betonung des "privaten" Güter-Wohlstands massiv gefährdet sei. Prof. Dr. Birgit Mahnkopf zeigte die globalen Folgen des westlichen Wohlstandsmodells eindrucksvoll auf. Und Prof. Dr. Markus Vogt ging insbesondere auf aktuelle Ansätze ein, konkret und praktisch Alternativen zu diesem auf Wachstum und Besitzindividualismus beruhenden Wohlstandsmodell zu entwickeln.

Im Folgenden geben wir einige Hinweise auf weiterführende, von unseren Referenten verfasste Literatur, die zur Vertiefung der Diskussion beitragen können:

Manfred Linz: Was wird dann aus der Wirtschaft? - Über Suffizienz, Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit (PDF, 0,1 MB)
Download

Manfred Linz: Weder Mangel noch Übermaß. Über Suffizienz und Suffizienzforschung (PDF, 221 KB)
Download

Birgit Mahnkopf: Grenzen der Globalisierung. Politik, Ökonomie und Ökologie in der Weltgesellschaft (zusammen mit Elmar Altvater), Münster (Westfälisches Dampfboot), 6. völlig überarbeitete Auflage 2004, 600 Seiten

Birgit Mahnkopf: Management der Globalisierung. Akteure, Strukturen und Perspektiven (Herausgabe und Beiträge), Berlin 2003 (edition sigma), 355 Seiten

Birgit Mahnkopf: Globale öffentliche Güter - für menschliche Sicherheit und Frieden, Berlin 2003 (Berliner Wissenschaftsverlag), 217 Seiten

Zahlreiche Veröffentlichungen von Prof. Dr. Markus Vogt finden Sie hier:
Download Literaturverzeichnis

 

ReferentInnen

Dr. Manfred Linz
Wuppertal-Institut, Leiter des Forschungsprojekts "Ökosuffizienz und Lebensqualität"

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin, Professorin für Europäische Gesellschaftspolitik 

Prof. Dr. Markus Vogt
Professor für Christliche Sozialethik, Philosophisch-Theologische Hochschule Benediktbeuern



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17.11.2005

Mit oder ohne Wachstum in welche Zukunft?

Zukunftsszenarien und politische Alternativen

Was sagt die Zukunftsforschung zum Thema "Wachstum"? Welche Szenarien gibt es und was sind ihre Folgen? Wie reagiert die Politik auf diese Herausforderungen?

Mit unserem Blick in die Zukunft ist die Veranstaltungsreihe "Wachstum, Wachstum - über alles?" abgeschlossen.

Die Präsentation zum Vortrag von Prof. Dr. Rolf Kreibich können Sie als PDF-Datei herunterladen.

ReferentInnen

Prof. Dr. Rolf Kreibich
Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin

Margarete Bause
MdL, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag



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04.11.2005

atomfrei denken

Wege in eine Welt ohne Nuklearwaffen und Atomenergie

 

Ein Symposium in memoriam Robert Jungk und Carl Amery

Das Symposium "atomfrei denken" wollte "Wege in eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie" aufzeigen. Allgemeine Ziele waren:

  • die Herstellung von Öffentlichkeit für die Thematik, nämlich die Nutzung der Nukleartechnologie und der Versuch, diese riskante und damit konflikt-behaftete Technologie zu überwinden;
  • die Sensibilisierung von Menschen, die bereit sind, sich mit dieser Thematik zu befassen;
  • die Motivierung von Menschen, sich in diesem Themenbereich zu engagieren.

Im Einzelnen sollte

  • Aufmerksamkeit auf die sogenannte atomare Teilhabe, d.h. die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland gelenkt werden;
  • deutlich gemacht werden, wie kurz der Weg von der zivilen zur militärischen Nutzung der Kernenergie ist;
  • die Rolle der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) kritisch hinterfragt werden;
  • und die Notwendigkeit einer UN-Agentur für erneuerbare Energien deutlich gemacht werden.

Beim Eröffnungspodium unter dem Titel "Ob Bombe oder Strom – beide Seiten sind tödlich" wurde der Zusammenhang von ziviler und militärischer Nutzung der Kern-energie eingehend diskutiert. Die weiteren drei Blöcke waren (erneut) gegliedert in, "Schlachtfeld", "Müllhalde" und "Sonnenplatz".

Beim "Schlachtfeld" stand die in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung nicht bekannten "atomaren Teilhabe" in Deutschland im Mittelpunkt.

Bei der "Müllhalde" wurde der kurze Weg von der zivilen zur militärischen Nutzung der Kernenergie und die kritische Rolle der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) diskutiert.

Beim "Sonnenplatz" wurde die Idee und Notwendigkeit einer UN-Agentur für erneuer-bare Energien erläutert bzw. hervorgehoben und die positiven Entwicklungen der letzten Jahre im Bereich der erneuerbaren Energien herausgestellt.

ReferentInnen

Claus Biegert, NFF Award
Wolfgang Lohbeck, Abrüstungsexperte "Greenpeace"
Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz 
Prof. Klaus Traube, Physiker, NFF Award 2000
Eva Quistorp, MdEP a.D., "Frauen für Frieden", "Kampagne Atomwaffen abschaffen"
Dr. Peter Becker, "International Lawyers Against Nuclear Arms"
Prof. Hans-Peter Dürr, Astrophysiker, Träger des "Right Livelihood Award"
Roland Egger, Atomstopp International - WISE Austria
Sepp Daxenberger, Bürgermeister in Waging/Obb., Bayerischer Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen
Hermann Scheer, MdB. "Eurosolar"


Partner

Nuclear Free Future Award Berghof

Stiftung für Konfliktforschung GmbH

IPPNW Deutschland



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28.10.2005

"GUT LEBEN!"

Regional und nachhaltig in der Einen Welt

Ziel der Veranstaltung war es, persönliche Einstellungen (zu Konsum, Umwelt, Natur usw.) zu überprüfen und eine veränderte Kultur des persönlichen Handelns in Erwägung zu ziehen. Des weiteren war beabsichtigt, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit neuer Ideen und Ansätze, "anders besser" zu leben zu schaffen und – zumindest punktuell – die Umsetzung entsprechender Ideen zu initieren.
Es sollte deutlich werden, dass es möglich ist: "Anders besser leben!"

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist um einiges zurückgegangen. Nicht nur Wirtschaftsfachleute beklagen das geringe Wachstum. Sie meinen, nur stärkeres Wachstum könne die Konjunktur beleben. Aber ist Wachstum "um jeden Preis" überhaupt sinnvoll? Tatsache ist, dass Wachstum nicht unendlich zunehmen kann; es gibt rein mathematisch Grenzen. Und ökologische Grenzen gibt es auch; das ist seit über dreißig Jahren bekannt.

Es liegt in der gegenwärtigen Situation auch die Chance, die bisherigen Abläufe und vor allem auch das persönliche Verhalten zu überprüfen.

Es gibt ein zentrales Dilemma: Das Wissen um die ökologischen Zusammenhänge und die möglichen negativen Folgen (z.B. Klimaänderungen) unverändert sorg- und verantwortungslosen Verhaltens ist zwar bei vielen Menschen vorhanden, aber es wird von den wenigsten in konkretes Verhalten umgesetzt.

Im Workshop am Samstag wurde eingehender darüber nachgedacht und diskutiert, wie ein verändertes Verhalten aussehen kann.

Am Abend vorher fand eine Podiumsdiskussion statt, wobei sich die Referent/innen sehr gut ergänzten. Barbara Rütting, MdL, mit ihren politischen und konkreten Ideen v.a. hinsichtlich Tierschutz und Ernährung und andererseits Gerhard Breidenstein mit eher grundsätzlichen, ethischen und spirituellen Vorstellungen eines verantwortungsvollen Umgangs mit Natur und Umwelt.

In der Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, wie schwer sich viele Menschen mit Veränderungen tun, wenn sie sich "moralisch unter Druck gesetzt" fühlen. Zukünftige Debatten zu verändertem Verhalten sollten diese "Abwehr" noch mehr berücksichtigen.

ReferentInnen

Gerhard Breidenstein
evangelischer Theologe und Mitbegründer der Initiative "Aufbruch - anders besser leben"

Barbara Rütting
MdL, Schauspielerin und Autorin einer Vielzahl von Koch-, Gesundheits- und Kinderbüchern



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21.10.2005

Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland Rechtliche Grundlagen - Stand - Perspektiven

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die bereits Ende 2000 in Kraft getreten ist, wird die gesamte Wasserpolitik auf eine neue Grundlage stellen. Der nachhaltige Umgang mit dem Wasser steht dabei im Mittelpunkt - egal, ob es um den Gewässer- und Hochwasserschutz, die Wasserversorgung oder die Abwasserentsorgung geht. Bis wann die Ziele erreicht und welche Schritte dafür unternommen werden müssen, ist detailliert festgelegt. Unser Fachseminar informierte über die neue rechtliche Grundlage der Wasserpolitik, skizzierte den Stand ihrer Umsetzung in Deutschland und im Freistaat Bayern und thematisierte speziell die Folgen der WRRL für die Kommunen.

Alle Vorträge liegen als PDF-Dateien vor

"EU-Wasserrahmenrichtlinie: Inhalt und Stand der Umsetzung in Deutschland"
Hans-Peter Ewens (ca. 440 KB)

"Folgen der WRRL für die Kommunen"
Werner Schmid (ca. 100 KB)

"Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie: Bestandsaufnahme in Bayern"
Jens Jedlitschka (ca. 2,7 MB)

"Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Bayern aus Sicht des LBV"
Ulrike Lorenz (ca. 2,7 MB)

"Partizipation im Umsetzungsprozess der Wasserrahmenrichtlinie - Anforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten "
Inga Lutosch (ca. 170 KB)

 


Partner

Ökologische Bildungsstätte Mitwitz



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13.10.2005

"Gut leben" - geht das nur mit Wachstum?

"Handouts" hier als PDF-Dateien erhältlich

Die einleitenden Statements unserer Referenten haben wir in Kurzform als PDF-Dateien bereitgesellt: 

- Statement von Prof. Scherhorn

- Statement von Markus Grünewald

Weitere Informationen zu den angesprochenen Themen finden Sie hier:

http://www.wupperinst.org/Seiten/org-einheiten/qp-suffizienz.html

http://www.der-nachhaltige-warenkorb.de

ReferentInnen

Prof. Dr. Gerhard Scherhorn
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Leiter der Forschungsgruppe "Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren"

Markus Grünewald
imug Institut für Markt - Umwelt ? Gesellschaft an der Universität Hannover



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12.03.2005

Arbeitsplatz Landwirtschaft

Faire bäuerliche Einkommen und Lebensmittelpreise - neue Möglichkeiten der Lohnarbeit im bäuerlichen Betrieb

Im ersten Teil der Tagung wurde im Vorblick auf die Agrarreform die aktuelle Einkommenssituation in der Landwirtschaft beleuchtet und generelle, neue Perspektiven für die Entlohnung bäuerlicher Arbeit aufgezeigt. Am Beispiel der Allgäuer Produktmarke "von hier" wurden Wege aufgezeigt, wie faire Erzeugerpreise im biologischen und regionalen Qualitätsmarkt möglich sind.

Im zweiten Teil wurden mit einem vielfältig besetzten Podium praxisrelevante und gesellschaftlich bedeutsame Fragen zur Lohnarbeit in der Landwirtschaft diskutiert. Hartz IV und Millionen arbeitsloser Menschen einerseits und die großteils sehr hohe Arbeitsbelastung andererseits legen nahe, neue Möglichkeiten für Lohnarbeit in der Landwirtschaft viel stärker in den Blickwinkel zu rücken. Zentrale Frage in der Diskussion war: Wie kann die Landwirtschaft zu einer Entlastung der angespannten Arbeitsmarktsituation beitragen?

Die Grundproblematik des Themas ist, dass es in der Landwirtschaft zwar eine Fülle von abwechslungsreichen Arbeitsplätzen gäbe, diese angesichts der extrem niedrigen Erzeugerpreise und Endpreise bei Lebensmitteln derzeit aber kaum finanzierbar sind. Daher bewegte sich die Diskussion auch stark in volkswirtschaftlichen Zusammenhängen (Aktionen und öffentlich wirksame Informationen gegen die "Geiz ist Geil"-Parolen, Preis-Dumping etc.). Durch die vielfältige Besetzung des Podiums konnten aber auch sehr konkrete Vorschläge diskutiert werden (Werbeoffensive für grüne Ausbildungsberufe, modulares Ausbildungssystem = drei Betriebe tragen einen Auszubildenden, Einbindung der bestehenden Maschinenringe in die Vermittlung zur Schaffung eines regionalen Arbeitskräfte-Pools). Auch für den Bereich der übergeordneten Agrarpolitik wurden Ideen und Forderungen formuliert, da im derzeitigen Fördersystem der Faktor "menschliche Arbeit" keinerlei Berücksichtigung findet.

Als sehr positives Signal erlebten die Tagungsteilnehmer/innen übereinstimmend die gemeinsame Suche nach Alternativen trotz der sehr verschiedenen Gruppen und Interessenslagen.


Partner

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Landesverband Bayern



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17.02.2005

Dem Wachstum geht die Arbeit aus...

Die Zukunft der "Arbeitsgesellschaft" und des Sozialstaats

 

Reihe "Wachstum, Wachstum - über alles?"

Interessante Diskussion zur Zukunft der Arbeitsgesellschaft

In der zweiten Veranstaltung unserer Reihe "Wachstum, Wachstum - über alles?" ging es um die Zukunft der Arbeit. Die beiden Referenten beleuchteten die Frage, wie wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen werden und inwieweit das ehrenamtliche Engagement eine Alternative jenseits bezahlter Arbeit bieten könnte.

Einen Aufsatz, der die Thesen von Prof. Dr. Radermacher zusammenfasst, können Sie als PDF-Datei herunterladen.

Wenn Sie die Thesen von Dr. Röbke nachlesen möchten, dann klicken Sie hier.

ReferentInnen

Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher
Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) an der Universität Ulm

Dr. Thomas Röbke
Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit Nürnberg, Leiter des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement in Bayern



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11.11.2004

Wirtschaftswachstum in, Ökologie out

Diese Podiumsdiskussion mit führenden bayerischen Landespolitiker/innen wurde im Rahmen der Friedensdekade der Evangelischen Kirche durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war, ein breites Spektrum interessierter Bürger/innen mit den Lösungsvorstellungen der Politik für den Konflikt zwischen Wachstums- und Umweltpolitik bekannt zu machen und den Politiker/innen Gelegenheit zu geben, aus den praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden zu lernen.

Wegen der Komplexität des Problemzusammenhangs wurde der Abend mit einem Impulsreferat von Dr. Dieter Bricke eröffnet. Ausgehend von der These, dass schrankenlose Wachstumswirtschaft keine Lösung der wirtschaftlichen Probleme, sondern selbst das Problem darstelle, erläuterte der Referent die Zusammenhänge zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie der unvollkommenen Steuerung des Weltmarktes, den dabei wirkenden Interessen und beschrieb die Auswirkungen auf die zunehmende Diskrepanz zwischen den gesellschaftlichen Gruppen. Eine völlig neue Wirtschaftskonzeption sei anzustreben, in der die Gleichberechtigung von wirtschaftlicher Leistung, sozialer Verantwortung und Schutz der Umwelt gesichert werden könne.

Die Landesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, Sepp Daxenberger, sowie Bernhard Suttner, ÖDP, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bayerischen Landtag, Susann Biedefeld, stimmten den Folgerungen von Dr. Bricke grundsätzlich zu und erläuterten sodann die Problem-Lösungsvorstellungen ihrer Parteien. Während Herr Suttner insbesondere die Stärkung des Staates zu Zähmung des Raubtierkapitalismus für nötig hielt, z.B. durch Abschaffung von Steuern auf Arbeitseinkommen und Ausweitung ökologischer Verbraussteuern, aber auch durch stärkere Verfolgung von Schwarzarbeit, verwies Sepp Daxenberger insbesondere auf die Chancen einer stärkeren Entwicklung der Regionalwirtschaft z.B. durch regional beschränkte Ausschreibungen. Auch er sprach sich gegen Lohndumping bei gleichzeitiger Gewinnmaximierung aus. Frau Biedefeld hob insbesondere auf Bewußtseinsveränderungen in der Gesellschaft ab und hielt dafür spezielle finanzielle Anstrengungen im Bildungsbereich für erforderlich.

Engagierte Beiträge aus dem Publikum verwiesen insbesondere auf die mit Hungerlöhnen in der Dritten Welt erzeugten Warenangebote sowie die steuerlich sogar begünstigten Finanzspekulationen hin, die bei uns Arbeitsplätze vernichteten und letztlich nur zur globalen Verarmung und Vermögenskonzentration bei wenigen führten während gleichzeitig der Schutz der Umwelt auf der Strecke bleibe. Angesichts der Problem-Dimension brauchte es eine Art neuen globalen Marschall-Plan, um den von den Ideologen des Neoliberalismus forcierten weltweiten Wachstumsfetischismus abzulösen.


Partner

Forum Ökologie, Traunstein



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17.06.2004

Das nachhaltige Stadtviertel

Planen - umsetzen - bewerten

Am Leitbild der "nachhaltigen" Siedlungsentwicklung orientiert sich mittlerweile wohl jede Stadt. Aber: Was heißt "nachhaltig" eigentlich konkret? Lässt sich Nachhaltigkeit messen und überprüfen? Und: Lassen sich nachhaltige Siedlungsmodelle einfach von einer Stadt auf die andere übertragen?

Mit unserer Tagung wollten wir den sperrigen Begriff der Nachhaltigkeit an einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Die Neuplanung der Messestadt Riem hat sich von Beginn an dem Leitbild der Nachhaltigkeit verschrieben. Wir stellten das dahinter stehende Konzept vor und erläuterten im Rahmen von vier Exkursionen die Umsetzung dieses Konzepts.

Fast 100 Teilnehmende aus Kommunalpolitik, Planungsbüros, Wissenschaft und Stadtverwaltungen kamen in die Messestadt-Riem, um sich über aktuelle Ansätze für eine "nachhaltige" Stadtentwicklung zu informieren. Die Münchner Stadtbaurätin Christiane Thalgott skizzierte in ihrem Referat, wie die Landeshauptstadt München versucht, dieses Konzept im neuen Stadtteil auf dem ehemaligen Flughafengelände in Riem umzusetzen. Bettina Brohmann vom Öko-Institut in Freiburg berichtete über ein groß angelegtes Forschungsprojekt, das ähnlich orientierte Planungen in Freiburg und Neuruppin untersuchte.

Besonderes Interesse fanden die vier Exkursionen am Nachmittag, bei denen die Teilnehmenden verschiedene Aspekte der nachhaltigen Stadtplanung in der neuen Messestadt hautnah und ganz konkret erleben konnten.

Die Dokumentation unserer Fachtagung "Das nachhaltige Stadtviertel - Planen, Umsetzen, Bewerten" können Sie unentgeltlich als PDF-Datei herunterladen.


Partner

SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung



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