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16.11.2007
... hin zu einem Lebensstil ohne Wirtschaftswachstum?
Kein Entkommen aus der "Wachstumsfalle"?
Das Paradigma des (Wirtschafts-) Wachstums scheint nach wie vor fest verankert zu sein: im Bewusstsein der Bürger/innen und Konsument/inn/en ebenso wie den Zielprojektionen der politischen und wirtschaftlichen Eliten. Doch auch Paradigmen verändern sich und sind veränderbar.
Wir gingen im Rahmen unserer Tagung auf die Suche nach Antworten:
Wir dokumentieren die Beiträge unserer Tagung - soweit sie uns digitalisiert vorliegen - als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Download:
Prof. Dr. Mathias Binswanger
Kann eine Wirtschaft auch ohne Wachstum funktionieren?
Dr. Corinna Fischer
Warum die Menschen auf Wachstum fixiert sind - und was man dagegen tun kann (Präsentation und Text)
Dr. Peter Gensichen
Schrumpfen in Deutschland - Zum Zusammenhang von Suffizienz, Glück und Verzicht
Dr. Francois Schneider
Décroissance soutenable - Das Konzept des nachhaltigen Schrumpfens in Frankreich
Dr. Joachim Spangenberg
Nachhaltiges Wirtschaften und Wachstum (aus: Utopie kreativ, Februar 2002, S. 144-155)
Partner
SERI Deutschland
Forum Umwelt und Entwicklung, AG Lebensweise
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08.11.2007
Probleme - Perspektiven - Projekte
Welche Zukunft hat der ländliche Raum?
Soviel scheint sicher: es wird keine einheitliche Zukunft sein. Den ländlichen Raum gibt es ja schon längst nicht mehr. Es gibt ländlich strukturierte Regionen, die nach wie vor wachsen, ja sogar "boomen". Und es gibt Regionen, die unter wirtschaftlicher Auszehrung und schrumpfender Bevölkerung leiden.
Welche Perspektiven hat der ländliche Raum vor diesem Hintergrund? Wo gibt es Beispiele und Modelle, die für eine "zukunftsfähige", "nachhaltige" Regionalentwicklung stehen? Und nicht zuletzt: Welche Rolle wird dabei die Landwirtschaft spielen? Diesen Fragen wollten wir auf unserer Tagung aus unterschiedlichen Sichtweisen und am Beispiel konkreter Projekte nachgehen.
Beiträge zur Tagung werden dokumentiert!
Für alle Interessierten stehen die Präsentationen unserer Referent/inn/en als PDF-Dateien unentgeltlich zum Herunterladen zur Verfügung.
Prof. Dr. Alain Thierstein
Die Entwicklung der ländlichen Räume - Tendenzen und Perspektiven
Präsentation als PDF-Datei (ca. 1,5 MB)
Wolfgang Ritsch
Beispiel 1: Vorarlberg
Wie Architektur zu regionaler Identität und Wertschöpfung beitragen kann...
Präsentation als PDF-Datei (ca. 1,5 MB)
Günther Humer
Beispiel 2: Mühlviertel
Wie in ländlichen Regionen der Aufbruch Richtung Zukunft gelingen kann...
Präsentation als PDF-Datei (ca. 2,8 MB)
Birgit Baindl
Beispiel 3: Landkreis Fürstenfeldbruck
Wie ein Landkreis versucht, sich zu 100% mit erneuerbaren Energien zu versorgen...
Präsentation als PDF-Datei (ca. 10 MB)
Dr. Stephan Beetz
Beispiel 4: Brandenburg
Wie eine Region mit der Herausforderung des Schrumpfens umgeht...
Präsentation als PDF-Datei (ca. 0,5 MB)
Kurzbericht über die Tagung im augsburg.tv
Partner
SRL - Verband für Stadt-, Regional- und Landesplanung
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08.11.2007
Reihe: Alle Macht den Märkten?
Oder: Gibt es eine Wirtschaft jenseits des Kapitalismus?
Regionalgeld-Initiativen, Tauschringe, Genossenschaftsgründungen, aber auch ökologische Unternehmenskonzepte - all dies sind Indikatoren dafür, dass jenseits der von "global players" und Großkonzernen bestimmten Ökonomie lokale und regionale Ansätze aufblühen, deren Ziel eine andere Form der Wirtschaft ist: vor Ort verankert, solidarisch, ökologisch, sozial gerecht.
Haben solche Ansätze eine ökonomische Überlebenschance?
Stellen sie einen Vorgriff auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen dar oder handelt es sich dabei "Nischen-Erscheinungen" mit marginalen Einflussmöglichkeiten und Perspektiven?
Und nicht zuletzt: Ist ein "Anders Wirtschaften" nicht auch im Rahmen "herkömmlicher" Unternehmen möglich?
Wir dokumentieren zwei der Beiträge unserer Veranstaltung als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Download:
Beitrag von Prof. Dr. Susanne Elsen zu Ansätzen lokaler solidarischer Ökonomie (ca. 15 KB)
Beitrag von Franz Galler zum Regio-Geld "Sterntaler" (ca. 2,8 MB)
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17.10.2007
Reihe: Alle Macht den Märkten?
Oder: Gibt es eine Wirtschaft jenseits des Kapitalismus?
Wie soll es weitergehen mit der Wirtschaft? Bietet der Kapitalismus realistische Entwicklungschancen, die eine nachhaltige und sozial gerechte Gestaltung ermöglichen? Ist die "grüne Marktwirtschaft" die Perspektive für das 21 Jahrhundert (ähnlich der "sozialen Marktwirtschaft" in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts)? Oder ist angesichts der sozialen und ökologischen Schieflagen - national wie global - eher eine grundsätzliche Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem angesagt? Ist es notwendig, sich wieder systematische Gedanken über eine Alternative, eine "solare Solidargesellschaft" etwa, zu machen?
Das Thema "Alle Macht den Märkten!?" interessierte rund 120 Menschen im voll besetzten Saal des Instituto Cervantes.
Wer sich intensiver mit dem konkroversen Thema Kapitalismuskritik contra Öko-Kapitalismus befassen möchte, dem empfehlen wir zum Weiterlesen die Veröffentlichungen unserer beiden Referenten:
Das jüngste Buch von Prof. Dr. Elmar Altvater:
Das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen. Eine radikale Kapitalismuskritik, Münster 2005
Die Abschiedsvorlesung von Altvater unter dem Titel "Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir Kapitalismuskritik?" kann man hier unentgeltlich herunterladen.
Fritz Kuhn und einige seiner FraktionskollegInnen haben kürzlich den Reader "Grüne Marktwirtschaft" vorgelegt, den es hier zum unentgeltlichen Herunterladen gibt.
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29.03.2007
Reihe: Steigende Meere - verdorrende Landschaften
Ursachen, Folgen, Perspektiven des Klimawandels
Wenn der Klimawandel noch gestoppt oder wenigsten gemildert werden soll, dann wird die Energiepolitik eines der wichtigsten Handlungsfelder sein, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren. Doch gerade dieses Politikfeld gehört - und das nicht erst seit heute - zu den umstrittensten Themenkomplexen überhaupt.
Diskussionsbeiträge als Download!
Statement von Stefan Ulreich, E.ON Energie AG, Bereich Energiepolitik
Statement von Dr. Gerd Rosenkranz, Deutsche Umwelthilfe
Statement von Dr. Uwe Hartmann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, Vorstandsmitglied Bundesverband Erneuerbare Energie
Partner
Evangelische Stadtakademie München
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22.03.2007
Die Verantwortung von Unternehmen wird in der Öffentlichkeit immer dann breit diskutiert, wenn es um Arbeitsplatzabbau geht. Aber wie sieht es mit der neu-deutsch genannten "Corporate Citizenship" bzw. der "Corporate Social Responsibility" (CSR) in der Praxis aus? Ist es nur ein Feigenblatt oder ernst zu nehmendes Engagement? Sehen globale Unternehmen die Notwendigkeit einer regionalen gesellschaftlichen Verankerung? Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen und für die Gesellschaft?
Veranstaltungsbeiträge als Download!
Begrüßung von Wolfgang Obermair, Vorstand des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising e.V.
Gesamtdarstellung der Siemens AG zum Thema "Corporate Responsibility"
Corporate Responibility-Website der Siemens AG
Partner
Caritas München
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07.02.2007
Zur neuen Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien
Erneuerbare Energien schützen das Klima und nützen der Wirtschaft
Wer das Klima schützen will, hat - jedenfalls in Bezug auf die erneuerbaren Energien - vielfältige Handlungsmöglichkeiten. Dass dies nicht nur der Umwelt nützt, sondern auch regionale Wirtschaftskreisläufe stützt, Arbeitsplätze vor Ort schafft und die regionale Wertschöpfung erhöht, das konnten Johannes van Bergen (am Beispiel der Stadtwerke Schwäbisch Hall), Prof. Dr.-Ing. Gerd Becker (am Beispiel der Solarenergie) und Birgit Baindl (für einen konkreten Landkreis) eindrucksvoll deutlich machen.
Die Referent/inn/en wiesen aber auch nachdrücklich darauf hin, dass die größte "Energiequelle" - das Energiesparen und die effiziente Energieerzeugung mittel Kraft-Wärme-Kopplung - noch weitgehend ungenutzt ist. Hier sei vor allem auch die Politik gefordert, für bessere Rahmenbedingungen und auch finanzielle Förderung zu sorgen. Entscheidend sei aber auch die individuelle Verhaltensänderung beim "Endverbraucher", sei es beim Stand-by-Verbrauch oder beim Einsatz von Energiesparlampen.
Wir dokumentieren die Beiträge unserer Referent/inn/en als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Herunterladen.
Johannes van Bergen (ca. 1,8 MB)
Prof. Dr.-Ing. Gerd Becker (ca. 1,25 MB)
Birgit Baindl (ca. 8 MB)
ReferentInnen
Johannes van Bergen
Geschäftsführer Stadtwerke Schwäbisch Hall
Birgit Baindl
Vorstand von "ZIEL 21" (Zentrum Innovative Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck e.V.)
Prof. Dr.-Ing. Gerd Becker
FH München, Vorstandsmitglied Solarenergieförderverein Nürnberg
Partner
Evangelische Stadtakademie Nürnberg
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24.01.2007
Zur Zukunft von Energie- und Umweltpolitik
Renaissance der Atomkraft? - Auf keinen Fall!
Dass es eine Renaissance der Atomenergie nicht geben wird, darin waren sich die beiden Referenten unserer gemeinsam mit der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg durchgeführten Veranstaltung einig. Das kam - jedenfalls im Falle von Dr. Klemens Gesell, der ja nicht nur Umweltbürgermeister in Nürnberg ist, sondern auch CSU-Mitglied - für etliche der Anwesenden doch etwas überraschend.
Im Folgenden dokumentieren wir die Präsentationen der beiden Referenten als PDF-Deateien zum unentgeltlichen Herunterladen.
Dr. Klemens Gsell: Energiepolitik und Klimaschutz in Nürnberg
Dr. Gerd Rosenkranz: Renaissance der Atomenergie?
ReferentInnen
Dr. Gerd Rosenkranz
Leiter Politik und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Umwelthilfe e. V., Berlin, Mitverfasser der Studie "Mythos Atomkraft"
Dr. Klemens Gsell
3. Bürgermeister, Umweltreferent, Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke Nürnberg
Veranstaltungsort
Nürnberg, Tagungshaus "eckstein", Burgstr. 1-3
Partner
Evangelische Stadtakademie Nürnberg
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09.12.2006
Unternehmer/innen in gesellschaftlicher Verantwortung
Widersprüche ausleuchten
Massenentlassungen bei steigenden Renditen, üppige Managergehälter und spektakuläre Firmenpleiten – mit den von vielen Unternehmen proklamierten ethischen Leitbildern und moralischen Standards will das nicht recht zusammenpassen.
Also einmal mehr nur Wortgeklingel der Marketingstrategen?
Die Debatte um Werte, Nachhaltigkeit und Verantwortung ist jedenfalls in vollem Gange und wird nicht zuletzt von den Unternehmen kräftig befeuert. Die Teilnehmenden der Tagung "Werte für den Wettbewerb" hatten am 9. Dezember 2006 in der Evangelischen Stadtakademie in München reichlich Gelegenheit, diese Entwicklung zu beleuchten und dabei insbesondere über Anspruch und Wirklichkeit unternehmerischen Handelns in und für die Gesellschaft zu diskutieren.
"Der Graben zwischen Teilen der Wirtschaft und der Gesellschaft wird größer", stellte Andreas Buchner, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsverbandes UnternehmensGrün und Vertreter der Petra-Kelly-Stiftung, in seiner einführenden Begrüßung fest.
Viele Manager könnten die Empörung über ihre Entscheidungen und ihr Auftreten schlicht nicht nachvollziehen. Umgekehrt fehlt der Bevölkerungsmehrheit jedes Verständnis für eine allein auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Unternehmenspolitik. Diese Verständnislosigkeit auf beiden Seiten sei insofern problematisch, als Wirtschaft und Gesellschaft keine getrennten Sphären darstellten. So habe beispielsweise "eine familienfreundliche Personalpolitik gesellschaftliche Auswirkungen" – und zwar auch dann, wenn diese allein an den Unternehmensinteressen orientiert sei.
Dieser Einschätzung folgten auch die Vertreterinnen der beiden anderen veranstaltenden Organisationen. In ihren Grußworten betonten Jutta Höcht-Stöhr (Evangelische Stadtakademie München) und Ute Brümmer (Heinrich-Böll-Stiftung) beide die Notwendigkeit, Widersprüche in der Wertediskussion deutlich zu benennen, dabei aber die Interessen und Motive der Akteure in Wirtschaft und Gesellschaft vorurteilsfrei zu untersuchen und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.
Gewinnstreben nicht amoralisch
Als einen wesentlichen Grund für die überzogenen Erwartungen an die Wirtschaft machte Prof. Dr. André Habisch von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die unreflektierte Übernahme der kantschen Pflichtethik für die Beurteilung ökonomischer Entscheidungen aus. Streben nach Umsatz und Gewinn seien nach dieser Sichtweise von vornherein moralisch bedenklich, während sich das Individuum als gesellschaftlicher Akteur stets auf ethisch sicherem Fundament bewegen könne.
Für Habisch handelt jeder Unternehmer oder Manager moralisch korrekt, wenn er für die Existenz und den Erfolg des Unternehmens notwendige Entscheidungen fällt und diese nicht im Widerspruch zu übergeordneten Normen wie der Rechtsordnung stünden. Dementsprechend seien auch gesellschaftliche Aktivitäten eines Unternehmens (Corporate Social Responsibility – CSR beziehungsweise Corporate Citizenship) zu beurteilen: "Dieses Engagement soll Wettbewerbsvorteile bringen." Allerdings müsse jedes Unternehmen einen optimierten Einsatz bringen, nötig seien "Professionalität, Offenheit und ständige Evaluation".
Insgesamt sieht Habisch einen steigenden Bedarf. Durch die Globalisierung induzierte Prozesse bewirken eine "Neujustierung öffentlicher Güter". Der Staat verliere als "Erzwingungsinstanz" zunehmend an Bedeutung. Von daher seien Bereiche wie Ausbildung, Kultur, Verkehr und regionaler Arbeitsmarkt als Betätigungsfelder einer aktiven Bürgergesellschaft prädestiniert. In anderen Ländern wie Dänemark, Niederlande oder USA habe die Bürgergesellschaft diese Rolle bereits erfolgreich übernommen. Trotz guter Ansätze gebe es in Deutschland noch einigen Nachholbedarf, nicht zuletzt, "weil den Politikern der Mut fehlt, Ansprüche der Bürger an den Staat zurückzuweisen".
In der folgenden Diskussion widersprachen mehrere Teilnehmende der Einschätzung, dass der Staat als Akteur ausfiele. Viele Probleme, auch auf internationaler Ebene wie der WTO, seien nur durch einen starken und handlungsfähigen Staat in den Griff zu bekommen. Für Habisch eine "typisch deutsche Antwort auf die Globalisierung", die die Bedeutung und die Möglichkeiten von CSR weit unterschätzt.
"Im Einklang mit der Natur"
Karl Ludwig Schweisfurth war Manager in der traditionellen Fleischverarbeitung ("Herta") und wandte sich schließlich von dort herrschenden Produktionsmethoden ab. Als Gründer und Inhaber der Hermannsdorfer Landwerkstätten (Glonn) stellt er heute nach streng biologischen Methoden her, auch seine bäuerlichen Lieferanten hat er auf diese Qualitätsgrundsätze verpflichtet.
Die Zuweisung persönlicher Verantwortung an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, deren Identifikation mit Produkten und dem Unternehmen und nicht zuletzt die Produkte selbst seien unter ethischen Gesichtspunkten, so Schweisfurth, per se wichtige Werte, die dem Leitprinzip "Bewahrung der Schöpfung" genügen müssten. Selbstverständlich ergäben sich daraus auch Vorteile auf dem Markt. Allerdings stellte Schweisfurth ebenso klar: "Hermannsdorf ist eine kapitalistische Veranstaltung".
Die Konzepte, da ist sich Schweisfurth sicher, lassen sich auch auf die Landwirtschaften der Entwicklungs- und Schwellenländer übertragen. "Das Argument der Agroindustrie, nur mithilfe von Dünger, Chemie und Gentechnik lasse sich die Menschheit ernähren, stimmt nicht". Denn der Hunger in vielen Regionen der Welt sei keine Frage des Angebots, sondern der ungerechten Verteilung.
Neue Einsichten
Die Teilnehmenden hatten nun im Folgenden Gelegenheit, in verschiedenen Foren Referentinnen und Referenten zu speziellen Themen zu hören. Dazu gehörten unter anderem die Bereiche Mitarbeiterbeteiligung, Standortwahl, unternehmerische Verantwortung und familiengerechte Personalpolitik. In diesen Foren dominierte die Unternehmenspraxis, und dabei nahmen viele Teilnehmende neue Einsichten mit nach Hause – etwa bei der Frage, wie eine familienfreundliche Personalpolitik aussehen könne: Denn während sich der öffentliche Fokus und die Politik stark auf die Kinderbetreuung richtet, ist in vielen Unternehmen die Unterstützung kranker und betagter Angehöriger ein Thema von steigender Relevanz für die kurz- und mittelfristige Betriebsorganisation.
Auch das Thema "Mitarbeiterbeteiligung" – zum Zeitpunkt der Tagung wurde auf Bundesebene heftig über das Thema "Investivlohn" diskutiert – stellte sich bei näherer Betrachtung sehr viel differenzierter dar. Denn neben der Frage der Vergütung und Eigenkapitalbildung ist auch der Nutzen für den Unternehmenserfolg insgesamt zu bedenken: Stefan Fritz von der Gesellschaft für Innerbetriebliche Zusammenarbeit GmbH (Forchheim/Oberfranken) konnte dazu mit einigen interessanten empirischen Fakten aufwarten, etwa dass Unternehmen mit Beteiligung in der Regel einen signifikant höheren Umsatz haben, in Forschung und Entwicklung wesentlich innovativer sind und damit letztlich produktiver arbeiten.
Vor überzogenen Erwartungen bei Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility warnte Petra Kinzl, Mitglied der Geschäftsleitung der betapharm Arzneimittel GmbH (Augsburg). "Erfolg ist nur schwer quantifizierbar", bei Investoren und Banken kann dies Probleme bereiten. Insgesamt hätten sich die CSR-Aktivitäten für das Unternehmen aber gelohnt. Es habe einen "spürbare Imageänderung bei Endkunden und im Handel gegeben".
Mythos Standort
Die Verlagerung von Unternehmensteilen oder der Firma insgesamt ins Ausland ist für viele Unternehmer und Manager in Zeiten globalisierter Märkte eine mögliche Alternative. Die Gründe für den Weggang sind unterschiedlich und reichen von niedrigeren Personalkosten, Steuern und Umweltstandards über die Nähe zu den Zielmärkten bis hin zur Inanspruchnahme von Fördermitteln oder Infrastrukturhilfen.
Dr. Thomas Gambke, Geschäftsführer Schott Electronics GmbH (Landshut), und Roland Stelzer, Geschäftsführer Elmerex – Gebrüder Elmer & Zweifel GmbH (Bempflingen), sahen beide Vorteile im Auslandengagement. Beide betonten aber, dass Steuervorteile und vermeintlich niedrigere Personalkosten den Blick auf andere Probleme verstellten. Dazu gehörten insbesondere Qualifikation der Mitarbeiter, kulturelle Barrieren, das Rechtssystem, Korruption und Kriminalität sowie die soziale und politische Stabilität insgesamt.
Bleibt die Zentrale im Deutschland, stelle sich darüber hinaus die Frage nach Vertrauenspersonen vor Ort, Betreuungsaufwand und Informationsfluss. Auch dass viele deutsche Banken dem Auslandengagement ihrer Geschäftskunden skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen, müsse bedacht werden.
Für Stelzer stoße das Auslandengagement gerade dort an Grenzen, wo ökologische Standards für die Produktqualität entscheidend sind. Hier habe es etwa bei potenziellen chinesischen Partnern immer wieder unüberbrückbare "mentale Differenzen" gegeben. Hinzu kämen historische Motive, die bei der Akzeptanz von Investitionen gerade in Osteuropa nicht zu unterschätzen seien. Gambke zu seinen Erfahrungen in Tschechien: "Die deutsche Geschichte kann einen dort auch heute noch schnell einholen".
Braucht der Mittelstand CSR?
Bei der von Bascha Mika, Chefredakteurin der "taz" (Berlin), moderierten Abschlussdiskussion wurde zunächst heftig über die Frage diskutiert, ob und gegebenenfalls wie lange ein Unternehmen mit unlauterem Auftreten gegen die öffentliche Meinung durchhalten könne. "Kurzfristig ja, langfristig wird das Unternehmen Probleme bekommen", meinte Gottfried Härle, Brauerei Clemens Härle (Leutkirch) und Mitglied im Vorstand von UnternehmensGrün. Prof. Dr. Hubert Kleinert, Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, ehemals Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Hessen, bezweifelte dies hingegen: "Es gibt Gewöhnungseffekte", auch sei "das moralische Gefühl der Zeitgenossen nicht frei von Wankelmütigkeit".
In der Runde war man sich jedoch bald einig, man wolle als mittelständische Unternehmer nicht mit den "Großen" in einen Topf geworfen werden. Karl Ludwig Schweisfurth: "Wir dürfen den Ackermännern nicht das Bild vom Unternehmertum überlassen". Im Übrigen, so Markus C. Müller, ubitexx GmbH (München), Stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU), habe es der Mittelstand gar nicht nötig, durch spezielle CSR-Aktivitäten zu glänzen. "Manche Mittelständler bezeichnen irgendwann Dinge als CSR, die sie schon immer gemacht haben".
Gottfried Härle war diese Haltung dann doch zu unscharf, gesellschaftliches Engagement eines Unternehmens dürfe seiner Meinung nach durchaus hervorgehoben werden. "Hingegen sollte man gesetzeskonformes Verhalten nicht mit CSR verwechseln". So weit wollte sein Kollege Schweisfurth schon gar nicht gehen, "wer sich als Unternehmer anständig verhält, der braucht kein CSR". Für Müller hingegen ist unternehmerisches Handeln vor allem Verantwortung für das eigene Unternehmen, die sich nur mittelbar auf die Gesellschaft übertrage. Dazu gehörten auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen: "Die Aufgabe des Unternehmers ist es nicht, Arbeitsplätze zu schaffen" – eine Position, die im Publikum nicht ohne Widerspruch blieb.
Wie weit die Politik auf das gesellschaftliche Engagement der Unternehmer bauen kann und sollte, diskutierte die Runde am Ende der Veranstaltung. Johannes Singhammer Mitglied des Bundestages für die CSU und Ministerialrat a.D., sieht die Politik durchaus im Zwiespalt: "Der Staat muss Rahmenbedingungen schaffen, gleichzeitig aber auch die Leistungsfähigkeit der Untenehmen sichern". Gottfried Härle und Hubert Kleinert forderten von der Politik klare Grenzen bei der Abgabe von Aufgaben an die Unternehmen. Sonst bestehe die Gefahr, so Härle, dass beispielsweise ein Unternehmen das örtliche Theater unterstützt und am Ende den Spielplan bestimmt.
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UnternehmensGrün
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Evangelische Stadtakademie, München
Art der Veranstaltung
Tagesseminar
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11.11.2006
Private Public Partnership in der Kommune
Grundlagen - Projekte - Perspektiven
PPP: Keine Zauberformel, sondern bestenfalls Einzelfall-Lösung
PPP-Projekte - das machten alle ReferentInnen sehr deutlich - sind keine Patentlösung für die Finanzprobleme der Kommunen. Nur Kommunen, die sich auch Investitionen in der herkömmlichen Weise leisten könnten, sind in der Lage, auf PPP zurückzugreifen. Denn auch mit PPP ist eine langfristige - allerdings sehr transparente - finanzielle Belastung verbunden.
Deshalb gilt: In jedem Einzelfall muss sorgfältig geprüft werden, ob PPP angewendet werden kann und wirtschaftlich günstiger ist als eine herkömmliche Investitionsfinanzierung.
Die im Seminar vorgestellten Beispiele - ein bereits realisiertes aus dem Bereich Sport und Freizeit und ein in der Planung befindliches aus dem Bereich Schulsanierung - verdeutlichten und veranschaulichten diese Einschätzung. Beide Beispiele zeig-ten auch, wie komplex die rechtliche und planerische Materie ist und wie groß die Anforderungen an die durchführenden Verwaltungen sind.
Wir stellen Ihnen die Vorträge und Präsentationen als PDF-Dateien zur Verfügung:
Dr. Busso Grabow, Deutsches Institut für Urbanistik
Überblick über PPP-Projekte in Deutschland
Präsentation
Helge Pols, PPP Task Force im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für PPP im Bund
Präsentation
Gabriele Engel, Ministerialrätin, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern
PPP im staatlichen und kommunalen Hochbau in Bayern
Präsentation
Albrecht Müller, Stadtoberbaurat, Hochbauamt Stadt Freiburg
Schulsanierung in Freiburg mit PPP
Präsentation
Hubert Buhl, 1. Bürgermeister, Sonthofen
Kurz- und Familienfreizeitbad Sonthofen
Text und Präsentation
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