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15.10.2009
Neue Mobilitätskonzepte und der Umbau der Autoindustrie
In unserer zweiten Veranstaltung zum Umbau der Autoindustrie diskutierte Dr. Weert Canzler, Ko-Autor des Strategiepapiers "Grüne Wege aus der Autokrise", mit Dr. Thomas Becker von BMW und Dieter Janecek, dem grünen Landesvorsitzenden in Bayern. In seiner einleitenden Präsentation , zeigte Canzler (im Bild oben ganz links) die derzeitigen Probleme der Autoindustrie und die Perspektiven eines multi-modalen Verkehrssystems auf, in dem E-Autos vor allem als öffentliche Verkehrsmittel eine wesentliche Rolle spielen. Das Verkehrssystem der Zukunft sieht er im Zusammenspiel verschiedener Mobilitätsmöglichkeiten (Carsharing, Rent-a-bike, Autovermietung, ÖPNV, günstige Zugverbindungen etc.).
Dr. Thomas Becker (zweiter von rechts) von BMW räumte ein, dass sich die Stellung des Autos ändere. Jedoch gäbe es Bürger, die individuell mobil bleiben möchten, also auf ein Auto nicht verzichten wollten. Er betonte, dass kein Autobauer seinen Spritverbrauch in den letzten Jahren so enorm gedrosselt habe wie BMW, zudem forsche man bereits aktiv an Alternativen, sowohl im Bereich des Wasserstoffantriebs als auch bei den E-cars.
Dieter Janecek (ganz rechts) lebt bereits das alternative Verkehrskonzept, bestehend aus einem Mix aus Faltrad, Carsharing, Mietwagen, rent a bike und Bahn. Er wies darauf hin, dass es für den Bürger in Großstädten kein Problem sei, auf das Auto zu verzichten, der ländliche Raum jedoch noch deutlich besser an den ÖPNV angebunden werden müsse.
Die Diskussion wurde von Thomas Fromm (SZ-Wirtschaftsredaktion, zweiter von links) moderiert.
Ein Artikel von Thomas Fromm in der Süddeutschen Zeitung vom 9. Dezember 2009 bezieht sich auf wesentliche Inhalte unserer Veranstaltung. Hier geht es zu diesem Beitrag (als PDF-Datei).
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08.10.2009
Neue Mobilitätskonzepte und der Umbau der Autoindustrie
Die für die deutsche Wirtschaft so wichtige Autoindustrie ist mehr als andere Branchen von der gegenwärtigen Krise betroffen. Schon vorher litt sie unter erheblichen Überkapazitäten, ihre Modellpalette genügte den Anforderungen des drohenden Klimawandels bei weitem nicht. Wirtschaftskrise und Klimawandel bieten insofern doppelten Anlass für ein Umdenken in Sachen Mobilität.Weert Canzler, Co-Autor des Strategiepapiers "Grüne Wege aus der Autokrise" zeigte Wege für den Umbau der Autoindustrie und ein klimagerechtes Mobilitätssystem auf.
Die seinem Vortrag zugrunde liegende Präsentation können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.
Vpn links nach rechts:
Johann Horn (IG Metall), Weert Canzler, Dr. Gerd Rudel (Petra-Kelly-Stiftung), Thomas Kästner (E.ON Energie AG) und Dr. Anton Hofreiter (MdB)
(Quelle: Donaukurier)
ReferentInnen
Einführendes Referat:
Dr. Weert Canzler, Wissenschaftszentrum Berlin, Projektgruppe Mobilität
Diskussionspartner:
Johann Horn, 1. Bevollmächtigter IG Metall, Verwaltungsstelle Ingolstadt
Thomas Kästner, Leiter Bereich Energiepolitik, E.ON Energie AG
Dr. Anton Hofreiter, MdB, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Obmann im Ausschuss für Verkehr, Bau, Stadtentwicklung
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Dokument
Vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister
Die Autoindustrie befindet sich derzeit nicht nur in einer tiefen Konjunkturkrise, sondern in einer tiefgreifenden Strukturkrise. Notwendig ist deshalb ein weitreichender Wandel der Branche. Denn der Klimawandel, die tendenzielle Verknappung und Verteuerung von Öl, der Verkehrsüberdruck in vielen Städten und die neuen Mobilitätsbedürfnisse vieler Menschen werden die weltweite Nachfrage nach Automobilen stark verändern. Was gestern noch erfolgsträchtig schien – immer höher motorisierte, schwerere Autos zu bauen –, ist heute schon ein Auslaufmodell.
Vor diesem Hintergrund hat die Heinrich-Böll-Stiftung Dr. Weert Canzler und Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin beauftragt, Mobilitätskonzepte der Zukunft zu beschreiben. Das Strategiepapier "Grüne Wege aus der Autokrise: Vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister" analysiert die gegenwärtige Krise und zeigt, wie sich die Nachfrage nach Mobilität in den urbanen Regionen ändern wird.
Die Diagnose lautet:
Schriften zur Ökologie, Band 4:
Grüne Wege aus der Autokrise
Vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister
Ein Strategiepapier von Weert Canzler und Andreas Knie
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
Berlin, Juni 2009, 32 Seiten
ISBN 978-3-86928-005-9
Das Strategiepapier kann hier unentgeltlich heruntergeladen werden (PDF, 36 Seiten, 704 KB).
Die Petra-Kelly-Stiftung hat diese Thematik im Herbst 2009 mit vier Veranstaltungen in bayerischen Städten, die eng mit der Autoindustrie verbunden sind, detailliert weiter verfolgt. Einzelheiten finden sie zu den jeweiligen Veranstaltungen im Rückblick.
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Visionen künftigen Städtebaus und urbaner Lebensweisen
Die Hälfte der Menschheit lebt in Städten. Die Städte sind der Hort unserer Kultur, der Motor unserer Ökonomie, der Proberaum neuer Lebensweisen. Sie sind aber auch für den größten Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich: Die Ballungsräume treiben den Klimawandel voran und werden ihn trotz und wegen der vorhandenen technischen Möglichkeiten deutlich zu spüren bekommen. Neben dem Verkehr und der industriellen Produktion ist der gebäudebezogene Energieverbrauch eine der wesentlichen Ursachen des städtischen CO2-Ausstoßes. Wer dem Klimawandel zu Leibe rücken will, muss sich also mit der Bautätigkeit der Menschen befassen. "Greening the city" heißt nicht von ungefähr der neue Trend. Welche Antworten eine zukunftsfähige Stadtplanung und Architektur noch geben müssen - davon handeln die Beiträge der Expertinnen und Experten in diesem Band.
Schriften zur Ökologie, Band 5:
Urban Futures 2030
Visionen künftigen Städtebaus und urbaner Lebensweisen
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
Berlin, Juni 2009, 96 Seiten, zahlreiche Photos
ISBN 978-3-86928-008-0
Bestelladresse:
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Tel. 030-285340
Fax: 030-28534109
E-Mail: info@boell.de
Der Band kann auch unentgeltlich als PDF-Datei (2,83 MB) heruntergeladen werden!
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Materialien, Manifest, Informationen
Mit dem hochbrisanten Thema, wie denn wirtschaftspolitisch auf die aktuelle Krise zu reagieren sei, befasst sich die neue Ausgabe der "Hauszeitschrift" der Heinrich-Böll-Stiftung. Unter dem Motto "Green New Deal" beleuchtet das aktuelle böllTHEMA verschiedene Facetten der Krise und zeigt auf, wie diese Krise als Chance für den ökologisch-sozialen Umbau der Gesellschaft genutzt werden kann: Der Green New Deal legt die Fundamente für ein zukunftsfähiges Wirtschafts- und Sozialmodell...
Detaillierte Informationen:
Das böllTHEMA zum Herunterladen als PDF-Datei (40 Seiten, 1,3 MB)
Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung zum Green New Deal
Strategiepapier der Heinrich-Böll-Stiftung:
"Auf dem Weg zu einem Green New Deal. Die Klima- und die Wirtschaftskrise als transatlantische Herausforderungen"
Damit das Schlagwort "Green New Deal" nicht zur Phrase verpufft, sondern eine echte, grüne Richtungsänderung der Politik erfolgt, hat Konrad Ott, Umweltethiker an der Universität Greifswald, ein Manifest für einen Grünen New Deal verfasst. Es enthält Ideen und Vorschläge, wie der "Green New Deal" verwirklicht werden könnte.
Das Manifest können Sie hier als PDF-Datei herunterladen. Wenn Sie das Manifest unterstützen möchten. können Sie dies hier mit Ihrer Unterschrift tun.
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25.03.2009
Gibt es so etwas wie einen "klugen Konsum", der Wirtschaft und Umwelt gleichermaßen nützt und zugleich den Abstand zwischen armen und reichen Teilen der Welt verringert?
Dieser Frage gingen Maria J. Welfens vom Wuppertal-Institut und Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender von TransFair, in zwei inhaltsreichen Vorträgen nach. Die Antwort: Ja, der Konsument und die Konsumentin haben zweifellos "Nachfragemacht" und können so die Produktpolitik der Unternehmen beeinflussen. Doch ebenso wichtig sind Rahmenbedingungen, die von der Politik gesetzt werden müssen, und ein neues Verantwortungsgefühl für Nachhaltigkeit und soziale Verpflichtung in den Unternehmen selbst.
Wir können Ihnen die umfangreichen Präsentationen, die den Vorträgen zugrunde lagen, als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Herunterladen anbieten.
Präsentation von Dr. Maria J. Welfens (ca. 10 MB)
Präsentation von Heinz Fuchs (ca. 10 MB)
ReferentInnen
Dr. Maria Jolanta Welfens
Projektleiterin in der Forschungsgruppe "Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren" am Wuppertal-Institut
Heinz Fuchs
Vorstandsvorsitzender von TransFair, Evangelischer Entwicklungsdienst, Bereich Unternehmensverantwortung und Tourism Watch
Partner
Evangelische Stadtakademie Nürnberg
Mission EineWelt
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07.03.2009
"Der Ausstieg ist möglich und notwendig!"
So ließ sich das Fazit der Tagung "Atomkraft am Ende?" zusammenfassen. Schon in seiner Begrüßung hatte Landshuts 2. Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner der Hoffnung Ausdruck verliehen, das Fragezeichen im Tagungstitel möge am Schluss der Tagung in ein Ausrufzeichen verwandelt werden...
Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut verwies die Behauptung, nach der Abschaltung der AKW entstehe eine "Stromlücke", ins Reich der Legende. Eine Entlastung bei der CO2-Produktion könne durch längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ebensowenig erreicht werden wie eine Verringerung der Stromkosten für die VerbraucherInnen. Die einzig erfolgversprechende Strategie für die Zukunft besteht - so Matthes - neben dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in mehr Energieffizienz (Stichwort: Kraft-Wärme-Kopplung) und Energieeinsparung. So könne allein durch das Abschalten von Nachspeicherheizungen die benötigte elektrische Leistung um 10% verringert werden.
Rebecca Harms, grüne Europaabgeordnete, forderte eine ergebnisoffene Standortsuche nach einem geeigneten Atommülllager. Sie monierte, dass sich die Bundesrepublik in dieser Hinsicht nach wie vor auf dem Stand der siebziger Jahre befinde und sich weigere, die Konzepte der vergangenheit zu überprüfen. Ein neues Suchverfahren sei unabdingbar. Dabei müsse die Transparenz des Verfahrens und eine optimale Partizipation der BürgerInnen gewährleistet werden.
Karin Wurzbacher vom Umweltinstitut in München erläuterte die Ergebnisse der sog. Kinderkrebsstudie. Ihr Fazit: "Die Strahlenbelastung in KKW-Nähe ist bislang die einzig plausible Erklärung für die erhöhte Leukämierate, auch wenn die Größe des Effekts dem gegenwärtigen Stand der radiobiologischen Wissens widerspricht." Andere Erklärungen seien unplausibel.
Isar 1, das bei Landshut gelegene AKW, ist ein akutes Sicherheitsrisiko, so die These von Oda Becker, unabhängige Gutachterin für Kernkrafttechnik aus Hannover. diese Altanlage sei störanfällig, was durch den Alterungsprozess noch potenziert werde. Becker verwies auf die Gefahr von Bränden, die Korrosion in Rohrleitungen, Auslegungsdefizite und das hohe Risiko durch Terrorangriffe.
100% erneuerbare Energien in Europa sind möglich - das konnte Rainer Hinrichs-Rahlwes, während der rot-grünen Koalition Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium und jetzt Vorstandsmitglied im Bundesverband Erneuerbare Energien, eindrucksvoll nachweisen. Erneuerbare Energien bieten - so Hinrichs - ein unerschöpfliches Potenzial für nachhaltige und sichere Energieversorgung und zur Reduzierung der Treibhausgase. Der Umstieg in wenigen Jahrzehnten sei sowohl notwendig als auch möglich - vorausgesetzt die notwendigen Rahmenbedingungen werden rechtzeitig geschaffen.
Die Präsentationen von vier Vorträgen liegen als PDF-Dateien vor und können unentgeltlich heruntergeladen werden:
Präsentation von Dr. Felix Chr. Matthes (ca. 190 KB)
Präsentation von Karin Wurzbacher (ca. 1,2 MB)
Präsentation von Oda Becker (ca. 450 KB)
Präsentation von Rainer Hinrichs-Rahlwes (ca. 3,8 MB)
Einige Eindrücke von der Tagung vermittelt unsere Bildergalerie.
ReferentInnen
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10.02.2009
Machenschaften eines Biotech-Konzerns
Die Journalistin und Autorin Marie-Monique Robin
schilderte eindrucksvoll den über 100 Interessierten, mit welch fragwürdigen Aktivitäten der Monsanto-Konzern mittlerweile zum größten Saatguthersteller weltweit avanciert ist. Sie zeigte die Gefahren auf, die von den Produkten und der Macht des Konzerns ausgehen. 90 Prozent (!!) der heute angebauten gentechnisch veränderten Organismen, darunter Soja, Raps und Mais, sind Monsanto-Patente. Damit ist der Konzern nicht nur wesentlich dafür verantwortlich, dass sich gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auf der ganzen Welt ausbreiten, ohne dass deren Folgen für Mensch und Natur ernsthaft geprüft oder kontrolliert würden. Bald könnte der "Big Brother" der Biotech-Landwirtschaft, seit 2005 größter Saatgutproduzent der Welt, die gesamte Nahrungsmittelkette kontrollieren.
Marie-Monique Robin wies vor allem auf drei Probleme eindringlich hin:
Sepp Daxenberger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag und seit Jahrzehnten als Öko-Bauer tätig, beleuchtete die politische Seite des Einsatzes von GVO in der Landwirtschaft und kritisierte vor allem die Haltung der Bayerischen Staatsregierung. zwar sei neuerdings ein Abrücken von alten Positionen feststellbar. Dies sei aber solange nicht glaubwürdig, wie der GVO-Anbau in Bayern auf Flächen passiere, die dem Freistaat Bayern gehören. Daxenberger forderte neben einer Veränderung der politischen Rahmenbedingungen aber auch alle Anwsenden auf, sich aktiv für eine Gentechnik-freie Landwirtschaft einzusetzen und auch das eigene Verbraucherverhalten entsprechend auszurichten.
Das Buch:
Marie-Monique Robin
MIT GIFT UND GENEN
Wie der Biotech-Konzern Monsanto
unsere Welt verändert
Deutsche Verlagsanstalt, München 2009
463 Seiten
Weiterführende Informationen und Links:
Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
Betriebsmitteldatenbank für den ökologischen Landbau und Nahrungsmittelherstellung ohne Gentechnik
Gentechnikfreie Regionen in Deutschland
Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft
Marion Ruppaner, Bund Naturschutz in Bayern e. V.
Tel.: 0911 81 87 8-20
Mail
Internet
Informationsdienst Gentechnik
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bundestagsfraktion: Gentechnik auf dem Acker
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bundestagsfraktion: Vielfalt statt Agro-Gentechnik
Das Podium (von links nach rechts): Marie-Monique Robin, Herbert Fuehr (Moderation) und Sepp Daxenberger
Empfohlene Weblinks
www.gentechnikfreie-regionen.de
www.bund-naturschutz.de/fakten/gentechnologie/buendnis-bayern.html
www.gruene-bundestag.de/cms/publikationen/dokbin/95/95233.gentechnik_auf_dem_acker.pdf
Partner
Deutsche Verlagsanstalt
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22.11.2008
Ergebnisse der Kinderkrebsstudie
Risiken älter werdender Kernkraftwerke
Welchen Anteil an der Krebsentstehung hat die radioaktive Strahlung und auf welche Ursachen sind die Ergebnisse der bun-desweiten Kinderkrebsstudie zurückzuführen?
Dies diskutierten im ersten Teil der süddeutschen Fachtagung "Atomkraftwerke und die Folgen" Umweltschützer und Ärzte. Der Ulmer Facharzt für Allgemeinmedizin Reinhold Thiel stellte die Ergebnisse der Kinderkrebsstudie vor. Diese im Auftrag der Bundesregierung gemachte Untersuchung hat die Hauptfragestellung:
Verursachen radioaktive Emissionen aus den deutschen Kernkraftwerken eine Zu nahme von Krebserkrankungen bei Kleinkindern?
Da man praktisch nicht messen kann, mit wie viel Strahlung ein Mensch in der Vergangenheit belastet wurde, einigten sich die Experten darauf, die Entfernung zwischen den Wohnorten der Kleinkinder und den Kernkraftwerken als Ersatzgröße für die Strahlenbelastung zu messen.
Ergebnis der Studie:
Je näher ein Kleinkind an einem Kernkraftwerk wohnt, desto größer ist die Gefahr, dass es an Krebs, speziell an Leukämie erkrankt. Die meisten Formen der Leukämie gelten aber gerade als strahleninduziert.
Die Kernkraftwerke und ihre Wissenschaftler sagen jedoch, dass die radioaktiven Emissionen ihrer Atomanlagen weit unter den Grenzwerten lägen und insofern nicht die Ursache der überhöhten Zahl von Krebserkrankungen in der Nachbarschaft der Kernkraftwerke sein könnten.
Hier setzte der Vortrag des Münchner Mediziners und Professors für Strahlenbiologie Edmund Lengfelder ein: Es ist schärfsten zu rügen, dass die Grenzwerte nicht vorrangig dem Gesundheitsschutz dienen und dass sogar Wissenschaftler zu Fälschungen bereit waren, um die Folgen der Kernkraftwerke zu verschleiern. Neben Pestiziden und Benzol verursache auch die natürliche Strahlung viele Krebskrankheiten. Als Strahlung teffe uns sowohl die aus dem Weltall kommende Höhenstrahlung, wie auch die aus der Erde kommende terrestrische Strahlung. Beide verursachten zweifelsohne Tumore. Hinzu käme aber auch in beträchtlichem Maße die aus technischen Anlagen rührende Strahlung. Zu viel Röntgen sowie die radioaktiven Gase und Abwässer aus den Kernkraftwerken seien in Deutschland für jährlich hunderte von Krebserkrankungen verantwortlich.
Heftig kritisierte Professor Lengfelder anhand von Zitaten der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), dass bei der Festlegung von Grenzwerten für die Atomanlagen sowohl die Gefahr von Krebserkrankungen vernachlässigt wird als auch dem geschäftlichen Interesse der Anlagenbetreiber ein skandalös hohes Gewicht zugebilligt würde. Leitlinie für die Bestimmung der Strahlengrenzwerte sei die Gefahr von Missbildungen der nächsten Generation bei Eltern bis 3o Jahren gewesen, nicht aber der Schutz der Bevölkerung vor Strahlenkrankheiten.
Die Hintergründe der Festlegung der Grenzwerte für die Strahlenbelastung durch die Atomanlagen war den meisten Tagungsbesuchern neu und löste heftige Reaktionen aus.
Der Berliner Physiker Wolfgang Neumann stellte dar, dass die radioaktiven Emissionen von den Kernkraftwerken selber gemessen werden. Der Staat kontrolliere lediglich und messe einige Immissionswerte. Veröffentlicht würden jedoch nur zusammengefasste Werte, keine Spitzenwerte. Einblick in Einzelmessungen und Messprotokolle würden unter dem Vorwand "Geschäftsgeheimnis" verweigert.
Sie werden älter, sie werden gefährlicher
Im zweiten Teil der Tagung schilderte der Physiker Neumann, der auch in Ausschüssen der Reaktorsicherheitskommission mitgearbeitet hat, dass die heute noch laufenden alten Atomkraftwerke auf Konzepten der 1960er Jahre basieren. Damals hat man beispielsweise versucht, die Anlagen gegen den Absturz von Starfightern zu wappnen. Die Bedrohung durch den Absturz heute im Verkehr befindlicher Flugzeugtypen wie auch durch Terrorangriffe rühre aus erheblich größeren "Kalibern". Diesen seien fast alle deutschen Kernkraftwerke nicht gewachsen.
Auffällig sei auch, dass in den alten deutschen Atomkraftwerken bei den im abgeschalteten Zustand möglichen Untersuchungen immer wieder Risse und Korrosion an unerwarteten Stellen in den Rohren und Armaturen gefunden würden. Selbst die mit der Zeit nachlassende Isolationswirkung von Kabeln bereite Sorgen. Diese habe bisher schon zu mehreren Bränden in Atomkraftwerken geführt.
Da in Kernkraftwerken die Materialien wie in anderen technischen Anlagen durch die Temperaturen und Drücke sowie deren Veränderungen belastet würden, und zusätzlich noch der materialschwächenden Neutronenstrahlung ausgesetzt seien, würden die Störungen in den alten Anlagen zunehmen, wie die AKW in Biblis, Brunsbüttel und Krümmel drastisch gezeigt hätten.
Veranstalter der Tagung war die Bürgerinitiative FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V., die Ärzteorganisation IPPNW, der Bund Naturschutz und die Petra Kelly Stiftung.
R.K.
ReferentInnen
Professor Dr. med. Dr. h.c Edmund Lengfelder
Strahlenbiologe und Arzt
Reinhold Thiel
Facharzt für Allgemeinmedizin
Dr. Alfred Körblein
Physiker und Statistikexperte
Wolfgang Neumann
Diplomphysiker
Raimund Kamm
FORUM und BN Augsburg
Christine Kamm
MdL, Petra-Kelly-Stiftung
Partner
FORUM
Bund Naturschutz
IPPNW
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20.11.2008
Warum scheitern so viele verkehrspolitische Projekte, die eigentlich auf stimmigen Ideen und nachhaltigen Konzepten beruhen? Das war die Ausgangsfrage, die unsere gemeinsam mit dem Planerverband SRL durchgeführte Tagung prägte. Denn genau dieses Problem kennt wohl jeder, der sich intensiv mit Verkehrspolitik befasst, meist aus eigener leidvoller Erfahrung.
Im Mittelpunkt der Tagung stand deshalb der Planungsprozess, in dessen Verlauf diese Konzepte und Ideen umgesetzt werden sollen. Worauf ist dabei zu achten? Welche "Verbündeten" kann man gewinnen? Wie soll man mit "Opponenten" umgehen? Wie kann die Öffentlichkeitsarbeit, das Marketing für das Projekt gestaltet werden?
Solche und ähnliche Fragen stellten sich die Teilnehmenden und versuchten in vier Foren, die sich mit konkreten Projektideen befassten, eine stimmige Antwort darauf zu finden.
Wir dokumentieren die Vorträge der Tagung sowie die Ergebnisse der einzelnen Foren.

Ute Jansen:
Ansätze nachhaltiger Verkehrspolitik. Beispiele - Erfolgsfaktoren - Hemmnisse
Präsentation von Ute Jansen (ca. 200 KB)
Mechtild Stiewe:
Vom Konzept zur Umsetzung - der Planungsprozess als Erfolgsfaktor
Präsentation von Mechtild Stiewe (ca. 200 KB)
Literaturhinweis:
Herbert Kemming u.a.: Nachhaltige Verkehrspolitik - Akteure und Prozess. Ein Leitfaden, ILS NRW Schriften 206, Dortmund 2007
Forum 1: "Shared Space" in einer Kleinstadt
Szenario (ca. 200 KB)
Präsentation von Jörg Thiemann-Linden (ca. 3,7 MB)
Ergebnisse des Forums (ca. 20 KB)
Weiterführende Links zum Thema "Shared Space":
Europäisches "Shared Space"-Forschungsprojekt
Wolfgang Pohl: Shared Space - die Zukunft des öffentlichen Raumes?
"Shared Space"-Pilotprojekt in Bohmte, Niedersachsen
Arndt Schwab: Mischflächen - "Shared Space" und "Begegnungszonen"
Jürgen Gerlach/Rob Methorst/Dirk Boenke/Jens Leven: Sinn und Unsinn von Shared Space. Zur Versachlichung einer populären Gestaltungsphilosophie
Forum 2: Verbesserung des ÖPNV-Angebots im ländlichen Raum
Szenario (ca. 70 KB)
Ergebnisse des Forums (ca. 20 KB)
Forum 3: Autoarme Innenstadt in einem städtischen Oberzentrum
Szenario (ca. 100 KB)
Ergebnisse des Forums (ca. 15 KB)
Forum 4: Radverkehrsförderung in einer Mittelstadt
Szenario (ca. 70 KB)
Ergebnisse des Forums (ca. 10 KB)
Fahrradportal: Internetpräsenz des "Nationalen Radverkehrsplans" mit zahlreichen Praxisbeispielen, Literaturdatenbank, Terminhinweisen etc.
Literaturhinweis:
Juliane Krause/Edzard Hildebrandt: Modellvorhaben "Fußgänger-und fahrradfreundliche Stadt". Schlussbericht, Umweltbundesamt, September 2005
Kapitel "Schlussfolgerungen" als PDF-Datei (ca. 80 KB)
Partner
SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, Regionalgruppe Bayern
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