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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

24.08.2012 bis 01.09.2012

Galizien – Krakau, Lemberg und Czernowitz

Bildungsreise, 24. August bis 1. September 2012

Galizien liegt in weltverlorener Einsamkeit und ist dennoch nicht isoliert … es hat mehr Kultur als seine mangelhafte Kanalisation vermuten lässt; viel Unordnung und noch mehr Seltsamkeit“, so schrieb Josef Roth im Jahr 1924 über seine Heimatregion. Paul Celan spricht später im Zusammenhang mit der Bukowina, deren Hauptstadt Czernowitz ist, von dem „Land, in dem Menschen und Bücher lebten“.

Mit unserer Bildungsreise erkundeten wir die Heimat dieser und vieler anderer bedeutender Schriftsteller. Wir begegneten einer Region, die wie kaum eine zweite bis heute von den Wirren der europäischen Geschichte geprägt ist. Gleichzeitig liegt Galizien unmittelbar vor den Toren der Europäischen Union und steht vor dem Aufbruch in die Zukunft. Spätestens seit der Orangen Revolution in der Ukraine blickt die Öffentlichkeit mit erhöhter Aufmerksamkeit auf diese Region. 

Unsere Bildungsreise nach Galizien führte uns von Lemberg nach  Czernowitz und Kosiw mit Abstechern in Zabolotiv und Kolomea und über Werchowyna wieder nach Lemberg zurück. Außerdem statteten wir Krakau einen Besuch ab. 

Auf der Lesereise standen die Geschichte, Literatur, das jüdische Leben ebenso wie die heutigen gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen in einem Landstrich in unmittelbarer Nähe zur EU-Außengrenze im Mittelpunkt. Die Reise wurde konzipiert und begleitet von dem Journalisten und Autor Uwe von Seltmann.

Einige Impressionen von unserer Reise können Sie sich unter folgendem Link anschauen:
Bitte klicken Sie hier!

Der folgende Überblick über die einzelnen Reisestationen gibt einen kleinen Eindruck von der Vielfältigkeit des Programms

Freitag, 24. August
Anreise nach Czernowitz

Samstag, 25. August
Führung durch das „Kleinwien des Ostens“ mit Tania Bereschnaja mit Erläuterungen zur Geschichte des Ortes und der Bukowina. Danch:
Informationsgespräch bei der Stiftung "Neue Familie" (Drogenhilfeprojekt) über die Arbeit, die Aufgaben, die Finanzierung dieser NGO sowie über die allgemeine Situation des zivilen Engagements vor Ort.

Sonntag, 26. August
Das jüdische Czernowitz: Paul Celan, Rose Ausländer; Stadtrundgang mit Dr. Mykola Kuschnir u.a. mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs, der Besichtigung des jüdischen Museums und einem Gespräch mit Josip Bursuk über die Geschichte der Juden in Czernowitz und deren derzeitige Situation im Ort. 

Montag, 27. August
Fahrt nach Verkhovyna in die Ostkarpaten (Hauptstadt der Huzulen); Rundgang durch Verkhovyna, Besichtigung des Huzulischen Museums, Begegnung mit Anna Pankiv und ihrer Tochter Halina: Austausch über die Situation vor Ort (Abwanderung der jungen Leute, die Region wird „vergessen“ von der Regierung, Straßen sind z.T. nicht passierbar, es fehlt die Kanalisation). Weiterfahrt nach Kosiw. 

Dienstag, 28. August
Busfahrt von Kosiw nach Lemberg mit Zwischenstopps in Zabolotiv (Geburtsort von Manès Sperber) und Kolomea.  

Mittwoch, 29. August
Ganztägige/r Stadtrundgang und -fahrt : „Jüdisches Lemberg“ mit Boris Dorfmann, anschließend Gespräch mit Juri Durkot über die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation in der Ukraine.

Donnerstag, 30. August
Ganztägiger Stadtrundgang (und Rundfahrt) Lemberg: Lembergs wechselhafte Geschichte unter polnischer, österreichischer, deutscher, sowjetischer und ukrainischer Herrschaft, aktuelle Situation und politische Herausforderungen – mit Jurko Prochasko.
Lesung Uwe von Seltmann aus seinem Buch „Todleben“.

Freitag, 31. August
Zugfahrt nach Krakau, geführter Spaziergang zum Rynek und durch die Altstadt.

Samstag, 1. September
Führung durch Kazimierz.
Rückreise nach Stuttgart / München.

ReferentInnen

Reiseleitung:

Uwe von Seltmann, Journalist und Autor

Gesa Tiedemann, Geschäftsführerin Petra-Kelly-Stiftung


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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19.07.2012 bis 21.07.2012

Frau - Macht - Veränderung? - Transformationsprozesse im Nahen und...

 

Der arabische Frühling hat die gesamte Region verändert, da sind sich die ExpertInnen einig. Die Menschen erwarten nach der Revolution, dass es ihnen besser geht, stattdessen zeichnet sich zunächst eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse ab. Die Wirtschaft etwa in Ägypten leidet, weil Touristen und Investoren ausbleiben. Dementsprechend steigt die Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit dem Übergangsregime nimmt zu. Es ist immer noch offen, ob die Revolutionen im arabischen Raum in demokratischen Systemen enden oder Bürgerkrieg und Staatsverfall die Folge sein werden.

Es wird oft übersehen, dass die arabischen Frauen seit Jahrzehnten einen beträchtlichen Beitrag zur Demokratieförderung leisten. Sie setzen sich für Menschenrechte, den interkulturellen Dialog zwischen der arabischen und der westlichen Welt und für die politische und kulturelle Teilhabe von Frauen ein. Und tatsächlich: für eine kurze Zeit erlangten Frauen eine gewisse Handlungsmacht im öffentlichen Raum, indem sie sich bei Protesten ebenso lautstark artikulierten wie Männer.

Obwohl Frauen zum Symbol der Transformation in der Region geworden sind, werden ihnen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten. Die neue politische Elite besteht wiederum fast ausschließlich aus Männern.

Dabei ist es wichtig, dass die Stimmen der Frauen auch in diesen Reformprozessen gehört werden. Da ohne die Gleichberechtigung der Geschlechter in der öffentlichen Sphäre ein dauerhafter und demokratischer Transformationsprozess und eine gerechte Gesellschaft nicht denkbar sind.

Frauen zu stärken, sich zu vernetzen und gemeinsam Ziele zu erreichen, ist ein wichtiger und notwendiger Faktor.

Da Frauen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten werden, führt dies zu einer strukturellen Diskriminierung von Frauen, die eine wesentliche Ursache für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in der Region ist. Die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation von Frauen ist ein Schlüsselfaktor für wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Eine Zwischenbilanz der Demokratieentwicklung in der Region zeigt, dass neue Kräfte ein konservatives Modell propagieren und die politische Elite wieder ausschließlich aus Männern besteht. So gibt es beispielsweise im ägyptischen Verfassungsausschuss keine einzige Frau. Wie sich die Zukunft in den arabischen Ländern für Frauen entwickeln wird, ist nicht abzusehen. 

Auch für die Akteure in Deutschland liefert die arabische Welt seit dem Aufbruch ein neues Bild. Es entstand eine Debatte über die Rolle des Islams  bzw. der sogenannten Islamismen im Bezug auf die demokratischen Werte und die Menschenrechte. Hier stellt sich die Frage: Sind die Frauenrechte eine Ausnahme? Denn um die Frauenrechte in der arabischen Welt nachhaltig durchsetzen zu können, ist die Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Religion und auch internationalen Entwicklungshelfern nötig. Ein Kulturaustausch als auch die Wirtschaftsförderung zur Stabilisierung der Region, die auch Frauen miteinbeziehen soll, bietet sich hier als eine der langfristigen Strategien an. 

Werden Frauen in der arabischen Welt auch in Zukunft in der öffentlichen Sphäre eine marginale Rolle spielen? Welche Perspektiven hat eine echte Demokratie in der gesamten Region? Was kann eine revolutionäre Veränderung zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen? Wie können Deutschland und Europa helfen, zu einer stabilen und geschlechtergerechten Gesellschaft beizutragen?

Diese und ähnliche Fragen sollten und wurden bei der Tagung behandelt und diskutiert.

Empfohlene Weblinks

www.bpb.de/partner/foerderung/155312/frau-macht-veraenderung-transformationsprozesse-im-nahen-und-mittleren-osten

Veranstaltungsort
München


Partner

Frauenakademie München

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Friedrich-Ebert-Stiftung - Bayernforum

Die Tagung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V. gefördert. 


Art der Veranstaltung
Lesung und Tagung



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27.06.2012

Um- und Aufbruch in der arabischen Welt

 

Maghi Gohary lebt seit den 60ziger Jahren in Deutschland und ist politisch aktiv in der Gewerkschafts- und Antiapart-Bewegung, in der Nahostproblematik und in der Friedensarbeit. Derzeit arbeitet er für die TAZ und organisiert alternative Reisen in den Nahen Osten, gemeinsam mit seinem Sohn Karim el Gohary, der als Korrespondent in Ägypten lebt. 

Zuerst machte er die besondere Bedeutung der Region im wirtschaftlicher Hinsicht deutlich. 60-65 % der Erdöl-  und Erdgasvorkommen befinden sich im Nahen Osten. Es stoßen in diesem Dreieck  Europa, Asien und Afrika zusammen und jeder Kontinent hat seine eigenen Interessen.

Gohary ging besonders auf die aktuelle Situation in Ägypten ein: hier leben 86 Millionen Menschen mit einer 7000 jährigen Geschichte. Die Ägypter haben die letzten Jahrzehnte unter despotischen Verhältnissen gelebt. Das Wirtschafts- und Bildungssystem ist zusammengebrochen. Mubarak war ein „moderner Pharao“, vom Westen umworben. Am 27.1.2011 war Gohary in Kairo und hat hautnah den Aufstand erlebt. 1 Million Menschen stellen Forderungen nach Brot und Würde, diese können nicht mehr überhört werden. Es fand eine Solidarisierung über die verschiedenen Bevölkerungsschichten hinweg statt. 40 % der  Menschen leben von 2 Dollar am Tag. Elementare Bedürfnisse müssen befriedigt werden. Aber auch die Würde der Menschen muss beachtet werden. Es muss sich eine freie Gewerkschaftsbewegung entwickeln. Sein Ausblick für Ägypten: der neue Präsident und die Muslimbruderschaft können nicht allein regieren. 

Israels Situation verändert sich insofern, als es seine Südgrenzen schützen muss, den Gazastreifen nicht bombardieren kann. Es besteht eine "letzte Chance" auf einen Ausgleich zwischen Israel und den Palästinensern. Sein Appell, dass wir das Land und die Region in Ruhe lassen, keine guten Ratschläge geben. Wichtig ist Solidarität für Syrien zu erklären und Druck auf die UNO auszuüben. Kritisch wies er auf die veröffentlichte Meinung in den Medien hin. „Wie kann man den Nahen Osten in 2 Minuten erklären?“

Empfohlene Weblinks

www.friedens-raeume.de

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Zeit für ein neues Wirtschaftsmodell: Wir brechen auf in die Gemeinwohl-Ökonomie
Konfliktbereit - versöhnungswillig


ReferentInnen

Magdi Gohary
Gebürtiger Ägypter, lebt seit 55 Jahren in Deutschland. Politische Aktivitäten in der Gewerkschafts- und Anti-Apartheid-Bewegung, in der Nahostproblematik und in der Friedensarbeit. Zeitungsartikel und Rundfunkinterviews sowie Teilnahme an polischen Talk-Shows. Langjährige Tätigkeit als Chemotechniker in der chemischen Forschung.

 

Veranstaltungsort
Lindau


Partner

Pax Christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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14.06.2012

Pakistan heute - Kulturarbeit für eine positive Entwicklung

 

Der Vortrag wurde dialogisch moderiert anhand von Fragen, die abwechselnd an Sheema Kermani und ihren Partner und Autor Anwar Jafri gestellt die Thematik schrittweise aufrollten. Sheema Kermani erläuterte zu Beginn, warum sie sich als Tänzerin gleichzeitig für Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte engagiert. Dieses Engagement ergibt sich für sie aus der kulturpolitischen Situation Pakistans, wo Tanz nie gefördert und seit der Militärdiktatur unter Zia-ul-Haq sogar verboten wurde und wo die kulturelle Selbstbestimmung ethnischer Gruppen sowie die Identifizierung mit der überlieferten Tradition des indischen Subkontinents unterdrückt wurden. Künstlerischer Ausdruck mit diesen Bezügen und insbesondere klassische subkontinentale Tanzformen wurden insofern per se zu einem Statement des Widerstands gegen die herrschende Politik. Tanz als starke und selbstbewusste weibliche Form des Ausdrucks legte in diesem Kontext nahe, dass Sheema Kermani ihn auch nutzte, um Unterdrückung und Selbstbefreiung der Frauen zu thematisieren.

Anwar Jafri erläuterte auf die Frage hin, warum er als Mann zu einer Tanz- und Theatergruppe mit dem Namen Tehrik-e-Niswan, also „Frauenbewegung“ gestoßen ist, dass in der Gruppe von Anfang an Frauen und Männer zusammenarbeiteten. Für ihn und die anderen männlichen Mitstreiter war klar, dass Selbstbestimmung und Gerechtigkeit für die pakistanische Gesellschaft nur möglich sind, wenn auch Männer und Frauen gleichberechtigt zusammenleben und arbeiten.

Beide schilderten, wie sich die Stadt Karachi seit den Anfängen als zunächst pakistanische Hauptstadt und deshalb auch kulturelles Zentrum des Landes im Laufe der Jahrzehnte veränderte. Einen großen Einfluss übte der Krieg in Afghanistan seit Ende der 70er-Jahre aus, u.a. durch die Zuwanderung zahlreicher, oft ausschließlich männlicher Flüchtlinge und durch die zunehmende Rolle der Hafenstadt als zentrale Station des Drogen- und Waffenhandels. Armut und Gewalt bestimmten immer mehr auch das kulturelle Klima der Stadt.

Aus dieser Situation begründeten die Referentin und der Referent schließlich die Notwendigkeit ihrer künstlerischen Arbeit und des großen Projekts ihrer Gruppe: ein Kulturzentrum für Karachi zu schaffen. Hier sollen Künstlerinnen und Künstler Raum zur Entfaltung finden, hier sollen Jugendliche die Möglichkeit erhalten, zu lernen, ihre Zeit sinnvoll zu füllen, sich produktiv mit politischen Problemen zu befassen und kreativ und selbstbestimmt auszudrücken.

Zur Illustration des Gesagten zeigte Anwar Jafri noch die von ihm verfasste Filmdokumentation über die Arbeit und Ziele von Tehrik-e-Niswan, die extra für unsere Veranstaltungen deutsch untertitelt worden war. Durch diesen Film konnten die Inhalte des Vortrags anschaulich und sehr gut nachvollziehbar gemacht werden.

Empfohlene Weblinks

www.ikforum.de

www.tehrik-e-niswan.org.pk

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Raqs Karo! Tanzt!


ReferentInnen

Sheema Kermani
Sheema Kermani ist eine  vielseitige Kulturschaffende: Sie hat den klassischen indischen Tanz in Pakistan wieder eingeführt und dabei ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Tänze wie Odissi, Khatak oder Bharatanatyam versteht sie auch als Tradition Pakistans, das aus der Teilung Indiens hervorgegangen ist.
Seit 30 Jahren tritt sie im Land und auf zahlreichen Festivals weltweit auf und unterrichtete in Karachi bereits mehrere Generationen künftiger Tänzerinnen. Außerdem gründete sie 1979 die politische Theatergruppe Tehrik-e-Niswan (zu deutsch „Frauenbewegung“). In einer Mischung verschiedener Formen von Tanz und Theater wendet sich die Gruppe regelmäßig politischen Themen zu und greift insbesondere Probleme pakistanischer Frauen auf. Sie führt sowohl vor bürgerlichen Kreisen Karachis als auch in den Vorstädten und Slums auf und produziert außerdem politische Fernsehstücke.

Anwar Jafri
Politischer Autor,  schreibt  seit einigen Jahren  für die Theatergruppe von Sheema Kermani.

Veranstaltungsort
München


Partner

Interkulturelles Forum e.V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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13.06.2012

Konfliktbereit - versöhnungswillig

Das Spannungsfeld in der Dreiecksbeziehung zwischen Deutschen, jüdischen Israelis und arabischen Palästinensern

Brigitta Mahr, die Vorsitzende des Vereins „Friendship across borders“ (FAB) gab zunächst einen Rückblick auf die Geschichte des Nahen Ostens vor allem der letzten 60 Jahre. Die al Nakba – der Vertreibung der Palästinenser – sah die Referentin als das einschneidendste Ereignis an. Im zweiten Schritt stellte sie Ihren Verein und dessen Arbeit vor. Mit dem Tod einer palästinensischen Attentäterin und vielen jungen jüdischen Menschen bei einem Anschlag fing ihr persönliches Engagement an. Sie vertritt die Meinung, dass jeder einzelne Deutsche eine Verantwortung hat, sich mit dem besonderen Verhältnis zwischen Deutschen,  jüdischen Israelis und arabischen Palästinensern auseinanderzusetzen. Der Verein organisiert Seminare, an denen alle drei Parteien teilnehmen und in denen Prozesse der Auseinandersetzung und der Annäherung stattfinden. Es ist das Ziel, sogenannte Friedensträger auszubilden, die wiederum vor Ort friedensstiftend wirken sollen. Brigitta Mahr berichtete, wie diese Seminare ablaufen und welche Wirkungen sie erzielen können. Die Referentin zeigt einen kurzen Ausschnitt aus einer Diskussionsrunde im Rahmen ihres Seminars. 

Empfohlene Weblinks

www.friedens-raeume.de

 

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Um- und Aufbruch in der arabischen Welt
Zeit für ein neues Wirtschaftsmodell: Wir brechen auf in die Gemeinwohl-Ökonomie


ReferentInnen

Brigitta Mahr
Jahrgang 1950, med. techn. Assistentin und Yogalehrerin BDY/EUY,  verheiratet,  2 erwachsene Kinder. Sie ist Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Frienship Across Borders – FAB“ e.V. Seit 8  Jahren arbeitet sie  mit Gruppen von Deutschen, jüdischen Israelis und Palästinensern daran ein gemeinsames, beruf- bzw. studienbegleitendes Training, „Peace Carrier Training“, für Menschen zwischen 20 Jahren und 70+ Jahren aufzubauen und durchzuführen. 

Veranstaltungsort
Lindau


Partner

Pax Christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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23.05.2012

Once we had a dream

Musical-Drama von Akbay-Preda

Acht philippinische Jugendliche, teils ehemalige Gefängniskinder und Kinderprostituierte, brachten in ihrem selbst verfassten, sehr beeindruckenden Stück „Once we had a dream“ ihr eigenes Schicksal auf die Bühne. Das im Laufe von Jahren immer wieder überarbeitete Theaterstück / Musical erzählt die eigenen Lebensgeschichten der Jugendlichen, ihre Träume, Visionen und auch ihre Enttäuschungen. Durch die authentische Schilderung auf der Bühne und die mutige, engagierte schauspielerische Leistung der Jugendlichen, wird für das Publikum die Dimensionen von Umweltzerstörung, Armut, Kindesmissbrauch und Sextourismus intensiv nachvollziehbar. Dabei verharrt das Musical-Drama nicht einseitig in der beklemmenden Darstellung von Not, Gewalt und Missbrauch, sondern zeugt vom Lebenswillen und Mut, den kindlichen Sehnsüchten und den Stärken der Opfer und deutet Lösungsansätze an.

Durch die starke Wiedergabe von Gefühlen und den dramaturgischen Spannungsbogen der Handlung wurden die Zuschauer in eine beklemmende Atmosphäre hineingezogen, die kaum jemanden unberührt ließ. Musik, Gesang und eine ausgefeilte Choreografie luden die ergreifenden Schilderungen mit Energie. Die Darsteller zogen ihr Publikum über 70 Minuten lang mit einer aufrüttelnden Darbietung in ihren Bann.

Nach der Darbietung kam eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum in Gang. So erhielten die Besucher authentische Informationen und ein Kulturerlebnis aus erster Hand.

ReferentInnen

 

Jugendtheater-Ensemble von AKBAY-PREDA (Philippinen)

Veranstaltungsort
Bayreuth


Partner

Arbeitskreis „Dritte“ Welt Bayreuth e.V.

Evangelisches  Bildungswerk Bayreuth

Weltladen Bayreuth

fair-ein e.V. Kulmbach

 


Art der Veranstaltung
Musical



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17.04.2012

Euro-Desaster und Schuldenkrise - Ursachen und Lösungsansätze

 

Die Finanz- und Euro-Krise ist noch längst nicht ausgestanden. Um eine wirklich wirkungsvolle Abhilfe zu schaffen, braucht es aber nicht milliardenschwere Rettungsschirme, die nur der Finanzolicharchie nützen und nicht der Bevölkerung, sondern ein energisches Umsteuern in der Finanz- und Steuerpolitik und eine echte Demokratisierung der europäischen Institutionen. Das war die klare Botschaft des Vortrags von Prof. Max Otte im Nürnberger Eckstein.

Als wesentliche Ursache der Finanzkrise von 2008 und der darauf folgenden gegenwärtigen Euro-Krise benannte er die Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte seit Ende der 70er Jahre und die Konzentration der vermögen in den Händen weniger, die zu einer ungeheueren Aufblähung des Finanzkapitals geführt habe. Die so entstandene neue Finanzaristokratie habe immer mehr Geld für spekulative Finanzinvestitionen zur Verfügung, eine „Blase“, deren Platzen voraussehbar gewesen sei.

Die Rettungsaktionen für die gefährdeten Großbanken sei durchaus richtig gewesen, die aber ebenso notwendige Regulierung des Finanzsektors sei jedoch ausgeblieben. Der heute beklagte Anstieg der Staatsschulden sei eine direkte Folge dieser Rettungsaktionen.

In Bezug auf die gegenwärtige Euro-Krise betonte Otte, dass der Euro im Prinzip eine starke Währung sei und Europa nach wie vor eine sehr starke Wirtschaftsregion. Die Probleme für den Euro entstehen seiner Meinung nach durch die Uneinheitlichkeit der im Euro-Währungsgebiet vereinten Staaten und den daraus resultierenden Interessengegensätzen. Immer noch mangele es an einer gemeinsamen wirtschafts- und vor allem an einer gemeinsamen Steuerpolitik. Die Demokratisierung der EU, in der Otte die Voraussetzung für eine auch wirtschaftlich gedeihliche Zukunft sieht, sei leider ausgeblieben.

Die für die „Rettung“ Griechenlands eingesetzten 200 Mrd. Euro seien jedoch nicht der dortigen Bevölkerung, sondern nur der Finanzoligarchie (auf Kosten der Steuerzahler) zugute gekommen. In Südeuropa gebe es dagegen gegenwärtig eine Refeudalisierung der Lebensverhältnisse. Besser wäre es gewesen, wenn Griechenland aus der Euro-Zone (nicht aus der EU) ausgeschieden wäre und ein echter Schuldenschnitt (den die Gläubigerbanken hätten zahlen müssen) vorgenommen worden wäre. Ähnliches gilt laut Otte auch für Portugal und Spanien. Was jetzt notwendig sei, ist die Solidarität mit der Bevölkerung (statt mit den Finanzkonzernen) und eine tatsächliche Unterstützung der notleidenden Staaten. Dies könne nur im Zuge einer EU-Reform geschehen, die auch entsprechende Transfer-Mechanismen (ähnlich dem bundesdeutschen Finanzausgleich zwischen den Bundesländern) beinhalten müsse. Der – so Otte wörtlich - „Wahnsinn der Sparpakete“ führt dagegen zu einer Selbstentmündigung der Politik. Für dringend notwendig hält Otte dagegen eine Umverteilung der gigantischen Geldvermögen durch eine entsprechende Steuerpolitik (z.B. Erbschaftssteuer).

Otte schlug als kurz- und mittelfristige Gegenmaßnahmen vor:

  • strikte Trennung von Geschäfts- und Investitionsbanken
  • Erhöhung der Eigenkapitalquote der Banken
  • Einführung einer Transaktionssteuer

Literaturhinweis:

Max Otte: Stoppt das Euro-Desaster! Ullstein. Berlin 2011

ReferentInnen

Prof. Dr. Max Otte
Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms und Leiter des von ihm gegründeten Finanzanalyseinstituts IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH in Köln. Im Frühjahr 2011 nahm er zusätzlich einen Ruf an die Karl-Franzens-Universität Graz an. Max Otte hat Volkswirtschaftslehre in Köln studiert und an der Princeton University promoviert. Sein Buch Der Crash kommt, in dem er die Finanzkrise 2008 vorhersagte, wurde ein Bestseller. 

 

Veranstaltungsort
Nürnberg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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14.03.2012

Was ist mit den Amis los?

Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben

Seit 2009 haben die USA einen Präsidenten, den die Deutschen mögen.

Barack Obama hat eine Krankenversicherung für alle eingeführt, die Aufsicht über die Finanzmärkte verschärft und bringt die unter Bush begonnenen Kriege in Afghanistan und im Irak zu Ende. Doch seine Wiederwahl 2012 ist alles andere als sicher. Je länger er regiert und das Land reformiert, desto schneller sinkt sein Ansehen in Amerika. Die Bürger leiden unter der Wirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit. Eine Mehrheit lehnt ihn ab. Auch Amerikas Schuldenkrise und die Herabstufung des Kreditratings legen viele ihm zur Last. (Auch im Ausland sind viele enttäuscht, weil die Wende weg von Bush nicht sehr weit führte. Guantanamo ist nicht geschlossen.) Die Republikaner haben freilich auch wenig Grund zur Zuversicht. Die Partei tut sich schwer, einen aussichtsreichen Gegenkandidaten aufzustellen.

Christoph von Marschall, USA-Korrespondent des Berliner Tagesspiegel, erklärt, warum viele US-Amerikaner Barack Obama "hassen".

Eine kurze Zusammenfassung seines immens gut besuchten Vortrags können Sie hier hören. Der gesamte Vortrag steht zum Nachhören auf unserem Soundcloud-Account zur Verfügung.

ReferentInnen

Dr. Christoph von Marschall
Promovierter Historiker, preisgekrönter Journalist und seit 2005 Korrespondent des Tagesspiegels in den USA. Seine Biografien „Barack Obama. Der schwarze Kennedy“ und „Michelle Obama. Ein amerikanischer Traum“ sind große Erfolge in Deutschland und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er berichtet regelmäßig aus dem Weißen Haus und hat den Kongresswahlkampf in den jüngsten Wochen in mehreren US-Bundesstaaten beobachtet.

Sein aktuelles Buch "Was ist mit den Amis los" ist gerade im Herder Verlag erschienen.

Veranstaltungsort
München


Partner

Amerika-Haus München

Heinrich-Böll-Stiftung


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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10.03.2012

Konzert zum Weltfrauentag

 

Nach einer kurzen Einführung durch eine Sprecherin von United4Iran – Bayern e. V. berichteten die beiden Referentinnen über die Initiative der Mütter vom Laleh-Park und die Arbeit der Frankfurter Solidaritätsgruppe. Ursprünglich lautete der Name der Gruppe "Trauernde Mütter", jedoch habe man sich nach einem Jahr einen anderen Namen geben wollen, der positive Assoziationen weckt. Die Verbindung mit dem (Teheraner) Laleh Park, wo die Gruppe regelmäßig ihre Kundgebungen abgehalten hat, sei naheliegend gewesen. Die Solidaritätsgruppen außerhalb des Iran würden ihre Aktionen gezielt an belebten Orten wie der Frankfurter Hauptwache durchführen. So könne man viele Menschen erreichen, die sich sonst nicht über die Menschenrechte im Iran informieren würden. Im Anschluss an den ca. 20-minütigen Vortrag gingen die Referentinnen auf Fragen aus dem Publikum u.a. zu den Parlamentswahlen im Iran, zur Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen und zu Verbindungen mit anderen Friedensinitiativen von Müttern, z.B. in Lateinamerika, ein.

Der Rest des Abends war der Musik gewidmet. Nasrin Khochsima lud zunächst die Zuschauer
ein, sich ganz auf die Klänge einzulassen und erinnerte mit einem Gleichnis daran, dass alle
Menschen, unabhängig von Sprache und Herkunft, letzten Endes die gleichen Motive und
Bedürfnisse haben. Für Heiterkeit im Publikum sorgte ihre Bemerkung, passend zum
Weltfrauentag, sie gehöre zu den emanzipiertesten Frauen überhaupt, weil sie einen eigenen
"Harem" besitze, nämlich ihre Band. Die Stimmung war von Anfang gut und steigerte sich während des gut einstündigen Konzerts mit Liedern in drei Sprachen noch. Beim letzten Lied durften alle mitsingen, was vom Publikum teils begeistert angenommen wurde. Die Resonanz der Zuschauer war sehr positiv, und es gab viel Lob für alle Beteiligten.

Viele weitere Details, Fotos und Hintergrundinformationen zur Oppositionsbewegung im Iran können Sie dem ausführlichen Sachbericht (PDF-Datei zum Herunterladen!) unseres Kooperationspartners entnehmen.

Downloads zum Artikel

Sachbericht_4-12-02.pdf2.5 M


Empfohlene Weblinks

united4iran-bayern.de

nasrinmusic.de

 

ReferentInnen

Turan Nazemi und Maryam Hekmatshoar
internationales Netzwerk "Solidarität mit den trauernden Müttern vom Laleh Park (Mourning Mothers)" 

Band "Nasrin"
Nasrin Khochsima (Gesang), Alex Haas (Kontrabass), Wolfgang Wallner (Gitarre), Hadi Alizadeh (Tonbak, Daf), Freddy Engel (Flöte, Saxophon, Nay)

 

 

Veranstaltungsort
München


Partner

United4Iran - Bayern e. V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München 


Art der Veranstaltung
Konzert



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05.02.2012

Neue Herausforderungen für Deutschlands Außenpolitik?

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2012

Unmittelbar nach Ende der 48. Münchner Sicherheitskonferenz werteten wir mit einigen Teilnehmenden die diesjährige Konferenz aus. Dabei wurden aktuelle sicherheitspolitische Diskurse (wie die Lage in Syrien) und die sich daraus insbesondere für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ergebenden Herausforderungen erörtert.

Auf unserem Soundcloud-Account können Sie die gesamte Podiumsdiskussion als Audio-File in aller Ruhe noch einmal anhören.

Hier einige Fotoimpressionen von der hervorragend besuchten Veranstaltung, die erneut bewies, wie wichtig es ist, Transparenz für die kritische Öffentlichkeit zu schaffen. Das ist offenbar auch Wolfgang Ischinger, dem Leiter der Sicherheitskonferenz, bewusst, der erstmals mit auf unserem Podium saß.


Großes Interesse im Künstlerhaus am Lenbachplatz


Sehr erfreulich: Wolfgang Ischinger, Leiter der Sicherheitskonferenz, stellt sich der kritischen Öffentlichkeit.


ExpertInnen auf dem Podium (von links nach rechts):
Dr. Jackson Janes, Marieluise Beck und Ulrike Guérot


Renate Grasse (links), Vorstandsmitglied der Petra-Kelly-Stiftung, vertrat die  Projektgruppe "Münchner Sicherheitskonferenz verändern". Gregor Enste von der Heinrich-Böll-Stiftung moderierte die Diskussion.  

ReferentInnen

Wolfgang Ischinger 
Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz

Marieluise Beck 
MdB, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, Sprecherin für Osteuropapolitk der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.

Ulrike Guérot
Leiterin Büro Berlin, European Council on Foreign Relations

Dr. Jackson Janes
Executive Director, "American Institute for Contemporary German Studies" an der Johns Hopkins Universität in Washington, DC

Renate Grasse
Projektgruppe "Münchner Sicherheitskonferenz verändern" e.V.

Moderation:

Gregor Enste
Referent Außen- und Sicherheitspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung

Veranstaltungsort
München


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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