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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

03.02.2013 - 15:00

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2013: Neustart nach Fehlstarts?

Wird 2013 ein Jahr der Entscheidungen?

Unmittelbar nach Ende der 49. Münchner Sicherheitskonferenz versuchten wir eine erste Bewertung des diesjährigen Treffens mit einigen der Teilnehmenden.

Einige Impressionen von unserer wie immer bestens besuchten Veranstaltung vermitteln die folgenden Bilder.

Zahlreiche Zuhörer/innen im vollen Saal im Künstlerhaus am Lenbachplatz.

Auf dem Podium von links nach rechts: Moderator Gregor Enste von der Heinrich-Böll-Stiftung, Dr. Silke Tempel, Omid Nouripour, MdB, Dr. Jackson Janes, Reymer Klüver.

Omid Nouripour und Jackson Janes

Gregor Enste und Silke Tempel

Wer die Podiumsdiskussion verpasst hat, kann sie auf unserem Soundcloud-Account "in aller Ruhe" nachhören. Dort sind auch die Beiträge aus dem Publikum und die Antworten der Podiumsteilnehmer/innen zu hören.
 

ReferentInnen

Omid Nouripour
MdB, Fraktion B90 / Die Grünen, Sprecher für Sicherheitspolitik  

Dr. Sylke Tempel
Chefredakteurin, Internationale Politik, Berlin  

Dr. Jackson Janes
Executive Director, "American Institute for Contemporary German Studies" an der Johns Hopkins Universität in Washington, D.C.

Reymer Klüver
Außenpolitischer Redakteur, Süddeutsche Zeitung  


Moderation:

Gregor Enste
Referent Außen- und Sicherheitspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Veranstaltungsort
München


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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19.01.2013

Interesse Macht Rüstung - Waffenexporte in Konfliktregionen

Friedenspolitische Tagung aus Anlass der Münchner Sicherheitskonferenz

Die gewaltvollen Entwicklungen im Nahen Osten führen uns vor Augen, wie folgenreich  das Geflecht von Machtinteressen und Waffenlieferungen in Konfliktregionen ist. Einseitige geostrategische Interessen sind ganz offensichtlich wirkmächtiger als umfassende Friedensbemühungen.

Die Rüstungsindustrie - und mit ihr die Staaten, in denen sie eine wichtige ökonomische Rolle spielt - hat ein dezidiertes Interesse an Waffenexporten und trägt somit zumindest indirekt zu vielen bewaffneten Konflikten, aber auch zur Unterdrückung von Opposition bei.

  • Welche Regelungen nationalen und internationalen Rechts gibt es derzeit?
  • Wie wirksam sind sie und reichen sie aus?
  • In welcher Verantwortung stehen die deutsche und die europäische Politik heute?

Den Vortrag "Die deutsche Rüstungsexportpolitik im Spiegel eines globalen Vertrages zur Kontrolle des konventionellen Waffenhandels" können sie im Volltext hier als PDF-Datei herunterladen.

Die abschließende Podiumsdiskussion können Sie in voller Länge auf unserem Soundcloud-Account nachhören.

ReferentInnen

Dr. Simone Wisotzki von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung sprach einleitend über Rüstungstransfers, deren Regulierungen und die dabei auftretenden "Tücken".

Prof. Dr. Carlo Masala (Professur für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, im Bild links) und Otfried Nassauer (Leiter des Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit, im Bild rechts) diskutierten zum Abschluss der Tagung über die politische Verantwortung in Bezug auf Rüstungsexporte. Die Diskussion wurde von Prof. Dr. Bernhard Zangl (Lehrstuhl für Global Governance am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft an der LMU München, im Bild in der Mitte) moderiert. 

Fotos: Martin Pilgram

  

Veranstaltungsort
München


Partner

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Evangelische Stadtakademie München

Professoren der Universitäten München und Augsburg und der Bundeswehruniversität München

Regionalforum ZDD Bayern

Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit

Frauensicherheitsrat


Art der Veranstaltung
Tagung



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17.10.2012

Globaler Wettlauf um Ackerland!

Land Grabbing als neue Form des Kolonialismus

Im Rahmen des Münchner Klimaherbst 2012 – Zukunft auf dem Tisch

Agrarkonzerne, Anlagefonds und staatliche Akteure aus Industrie- und Schwellenländern sichern sich heute mittels langfristiger Pacht- oder Kaufverträge große Agrarflächen in Entwicklungsländern, um dort Nahrungs- und Futtermittel, aber auch Energiepflanzen für den Export anzubauen. Sie entziehen das Land damit Kleinbauern und Nomaden, aber auch der lokalen  Nahrungsmittelversorgung. 

Die Referentin, Antje Schneeweiß, fokussierte ihre Ausführungen zum Thema auf die Frage: Wer sind die Handelnden? Welches sind die Handlungsebenen, um Veränderungen zu bewirken?

Dem globalen Handel von Ackerflächen liegen zwei Motivationen zugrunde: Länder, die wenig Ackerflächen haben (z.B. arabische Staaten), treibt die Sorge um die Ernährungssicherheit ihrer Bevölkerung. Zum anderen geht es schlicht um sichere Geldanlagen vor dem Hintergrund der Finanzkrisen seit 2008. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die wachsenden Kapitalmengen, die auf der Suche nach sicheren Anlagen auf den Agrarmarkt kommen, die Preise von Agrarland und von Nahrungsmitteln steigern – zulasten der wenig kaufkräftigen Verbraucher/innen.

Die meisten Länder, so Schneeweiß, sind sowohl Zielländer (in denen Ackerland gekauft wird) als auch Investorenländer. Ausschließlich sind Zielländer sind vor allem die afrikanische Staaten mit brüchigen Regierungen (failing states). Auf dem von externer Seite gekauften Land werden oft, aber nicht ausschließlich Agrotreibstoffe angebaut. 

Vom auswärtigen Landkauf ist die nicht-vermögende einheimische Bevölkerung in mehrfacher Weise betroffen: Die Nahrungsmittel werden teurer, d.h. die Hungerproblematik verschärft sich. Oft gehen die Landkäufe mit Menschenrechtsverletzungen einher, weil die traditionellen Landnutzer keine juristisch einklagbaren Landtitel besitzen. Das Wasser wird knapper, die Böden ausgelaugt. Oft betreiben die auswärtigen Landbesitzer intensive Landwirtschaft mit der Folge, dass Pestizide in die Flüsse geschwemmt werden und dadurch auch Menschen betroffen sind, die flussabwärts weit weg vom (v)erkauften Land leben.

Bei allen negativen Auswirkungen des Landgrabbing: Es bleibt wahr, dass die Landwirtschaft in den Ländern des Süden Investitionen braucht. Von daher liegt die Lösung nicht in einem strikten Verbot von externem Landkauf. Vielmehr sind „richtige“ Investitionsstrategien zu entwickeln und durchzusetzen.

Mittlerweile gibt es drei Kodizes für „richtiges“ Investieren in Landwirtschaft: Der Kodex der Weltbank ist wertlos, weil er den Menschenrechtsaspekt außer acht lässt. Besser ist der Kodex der FAO, da er menschenrechtliche Standards benennt. Wegweisend ist der Kodex des UN-Welternährungsausschusses, da er auch Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte aufbaut (eine Stelle, an die sich die betroffene Bevölkerung wenden kann).

Von Interesse sind verschiedene Modelle einer für beide Seiten erfolgreiche Beteiligung an den Erträgen. Es gibt verschiedene Modelle von Vertragslandwirtschaft, wobei sich die Frage stellt: Wer trägt das Risiko? Mittlerweile gibt es auch gute Modelle von Joint Ventures. Entwicklungspolitisch am sinnvollsten und am meisten gerechtigkeitsorientiert sind Bauernkooperativen und fairer Handel.

 

 

Empfohlene Weblinks

www.suedwind-institut.de/de/home/

ReferentInnen

Antje Schneeweiß
Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelischen Stadtakademie München

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Münchner Klimaherbst

Ringvorlesung Umwelt an der TUM 



Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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01.10.2012 - 20:00

Der neue Obama: Was von der zweiten Amtszeit zu erwarten ist

 

Mit Spannung blicken Amerika und die Welt der Entscheidung im Herbst 2012 entgegen. Barack Obama hatte die Präsidentenwahl eigentlich schon verloren. Eine klare Mehrheit der Bürger ist unzufrieden mit der Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit. Aber nun kämpft Obama und eröffnet sich plötzlich doch eine Chance auf eine zweite Amtszeit. 

Die ersten vier Jahre im Weißen Haus haben Obama und seine Politik verändert. Er hat erfahren, wie schwer es ist, den versprochenen Wandel gegen den Widerstand der Republikaner durchzusetzen. Vieles ist gelungen: die Gesundheitsreform, die Finanzmarktreform, ein neuer Umgang mit Homosexuellen, die atomare Abrüstung und manches mehr. Aber Guantanamo ist nicht geschlossen, der Frieden im Nahen Osten nicht näher gerückt. Energiewende und Einwanderungsreform sind im ersten Anlauf gescheitert.

Genau diese Erfahrungen, so Christoph von Marschall, könnten ihm zum Sieg verhelfen und seine zweite Amtszeit prägen. 2012 tritt Obama nicht mehr als Messias an, sondern als kühler Mechaniker der Macht. Sein Kampfgeist und sein Gespür für die Wechselwähler werden diesmal den Ausschlag geben.

Für alle die nicht dabei waren, haben wir dem Referenten nach der Veranstaltung noch drei Fragen gestellt. Die Antworten können sie auf unserem Soundcloud-Account hören.

 

Empfohlene Weblinks

soundcloud.com/petra-kelly-stiftung/interview-christoph-von

ReferentInnen

Dr. Christoph von Marschall
Historiker, Träger des Deutsch- Amerikanischen Kommentarpreises und des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises. Seit 2005 berichtet er als Korrespondent für den Berliner Tagesspiegel aus den USA. Erste persönliche Kontakte zu Barack Obama knüpfte von Marschall bereits Anfang 2007, im selben Jahr publizierte er die erste deutschsprachige Biografie zu Barack Obama, die ein Bestseller wurde und in mehrere Sprachen übersetzt worden ist

Veranstaltungsort
München, Amerikahaus, Karolinenplatz 3


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Bayerisch-Amerikanisches Zentrum im Amerika Haus München e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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24.08.2012 bis 01.09.2012

Galizien – Krakau, Lemberg und Czernowitz

Bildungsreise, 24. August bis 1. September 2012

Galizien liegt in weltverlorener Einsamkeit und ist dennoch nicht isoliert … es hat mehr Kultur als seine mangelhafte Kanalisation vermuten lässt; viel Unordnung und noch mehr Seltsamkeit“, so schrieb Josef Roth im Jahr 1924 über seine Heimatregion. Paul Celan spricht später im Zusammenhang mit der Bukowina, deren Hauptstadt Czernowitz ist, von dem „Land, in dem Menschen und Bücher lebten“.

Mit unserer Bildungsreise erkundeten wir die Heimat dieser und vieler anderer bedeutender Schriftsteller. Wir begegneten einer Region, die wie kaum eine zweite bis heute von den Wirren der europäischen Geschichte geprägt ist. Gleichzeitig liegt Galizien unmittelbar vor den Toren der Europäischen Union und steht vor dem Aufbruch in die Zukunft. Spätestens seit der Orangen Revolution in der Ukraine blickt die Öffentlichkeit mit erhöhter Aufmerksamkeit auf diese Region. 

Unsere Bildungsreise nach Galizien führte uns von Lemberg nach  Czernowitz und Kosiw mit Abstechern in Zabolotiv und Kolomea und über Werchowyna wieder nach Lemberg zurück. Außerdem statteten wir Krakau einen Besuch ab. 

Auf der Lesereise standen die Geschichte, Literatur, das jüdische Leben ebenso wie die heutigen gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen in einem Landstrich in unmittelbarer Nähe zur EU-Außengrenze im Mittelpunkt. Die Reise wurde konzipiert und begleitet von dem Journalisten und Autor Uwe von Seltmann.

Einige Impressionen von unserer Reise können Sie sich unter folgendem Link anschauen:
Bitte klicken Sie hier!

Der folgende Überblick über die einzelnen Reisestationen gibt einen kleinen Eindruck von der Vielfältigkeit des Programms

Freitag, 24. August
Anreise nach Czernowitz

Samstag, 25. August
Führung durch das „Kleinwien des Ostens“ mit Tania Bereschnaja mit Erläuterungen zur Geschichte des Ortes und der Bukowina. Danch:
Informationsgespräch bei der Stiftung "Neue Familie" (Drogenhilfeprojekt) über die Arbeit, die Aufgaben, die Finanzierung dieser NGO sowie über die allgemeine Situation des zivilen Engagements vor Ort.

Sonntag, 26. August
Das jüdische Czernowitz: Paul Celan, Rose Ausländer; Stadtrundgang mit Dr. Mykola Kuschnir u.a. mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs, der Besichtigung des jüdischen Museums und einem Gespräch mit Josip Bursuk über die Geschichte der Juden in Czernowitz und deren derzeitige Situation im Ort. 

Montag, 27. August
Fahrt nach Verkhovyna in die Ostkarpaten (Hauptstadt der Huzulen); Rundgang durch Verkhovyna, Besichtigung des Huzulischen Museums, Begegnung mit Anna Pankiv und ihrer Tochter Halina: Austausch über die Situation vor Ort (Abwanderung der jungen Leute, die Region wird „vergessen“ von der Regierung, Straßen sind z.T. nicht passierbar, es fehlt die Kanalisation). Weiterfahrt nach Kosiw. 

Dienstag, 28. August
Busfahrt von Kosiw nach Lemberg mit Zwischenstopps in Zabolotiv (Geburtsort von Manès Sperber) und Kolomea.  

Mittwoch, 29. August
Ganztägige/r Stadtrundgang und -fahrt : „Jüdisches Lemberg“ mit Boris Dorfmann, anschließend Gespräch mit Juri Durkot über die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation in der Ukraine.

Donnerstag, 30. August
Ganztägiger Stadtrundgang (und Rundfahrt) Lemberg: Lembergs wechselhafte Geschichte unter polnischer, österreichischer, deutscher, sowjetischer und ukrainischer Herrschaft, aktuelle Situation und politische Herausforderungen – mit Jurko Prochasko.
Lesung Uwe von Seltmann aus seinem Buch „Todleben“.

Freitag, 31. August
Zugfahrt nach Krakau, geführter Spaziergang zum Rynek und durch die Altstadt.

Samstag, 1. September
Führung durch Kazimierz.
Rückreise nach Stuttgart / München.

ReferentInnen

Reiseleitung:

Uwe von Seltmann, Journalist und Autor

Gesa Tiedemann, Geschäftsführerin Petra-Kelly-Stiftung


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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19.07.2012 bis 21.07.2012

Frau - Macht - Veränderung? - Transformationsprozesse im Nahen und...

 

Der arabische Frühling hat die gesamte Region verändert, da sind sich die ExpertInnen einig. Die Menschen erwarten nach der Revolution, dass es ihnen besser geht, stattdessen zeichnet sich zunächst eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse ab. Die Wirtschaft etwa in Ägypten leidet, weil Touristen und Investoren ausbleiben. Dementsprechend steigt die Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit dem Übergangsregime nimmt zu. Es ist immer noch offen, ob die Revolutionen im arabischen Raum in demokratischen Systemen enden oder Bürgerkrieg und Staatsverfall die Folge sein werden.

Es wird oft übersehen, dass die arabischen Frauen seit Jahrzehnten einen beträchtlichen Beitrag zur Demokratieförderung leisten. Sie setzen sich für Menschenrechte, den interkulturellen Dialog zwischen der arabischen und der westlichen Welt und für die politische und kulturelle Teilhabe von Frauen ein. Und tatsächlich: für eine kurze Zeit erlangten Frauen eine gewisse Handlungsmacht im öffentlichen Raum, indem sie sich bei Protesten ebenso lautstark artikulierten wie Männer.

Obwohl Frauen zum Symbol der Transformation in der Region geworden sind, werden ihnen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten. Die neue politische Elite besteht wiederum fast ausschließlich aus Männern.

Dabei ist es wichtig, dass die Stimmen der Frauen auch in diesen Reformprozessen gehört werden. Da ohne die Gleichberechtigung der Geschlechter in der öffentlichen Sphäre ein dauerhafter und demokratischer Transformationsprozess und eine gerechte Gesellschaft nicht denkbar sind.

Frauen zu stärken, sich zu vernetzen und gemeinsam Ziele zu erreichen, ist ein wichtiger und notwendiger Faktor.

Da Frauen in der Realität zahlreiche Grundrechte vorenthalten werden, führt dies zu einer strukturellen Diskriminierung von Frauen, die eine wesentliche Ursache für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in der Region ist. Die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation von Frauen ist ein Schlüsselfaktor für wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Eine Zwischenbilanz der Demokratieentwicklung in der Region zeigt, dass neue Kräfte ein konservatives Modell propagieren und die politische Elite wieder ausschließlich aus Männern besteht. So gibt es beispielsweise im ägyptischen Verfassungsausschuss keine einzige Frau. Wie sich die Zukunft in den arabischen Ländern für Frauen entwickeln wird, ist nicht abzusehen. 

Auch für die Akteure in Deutschland liefert die arabische Welt seit dem Aufbruch ein neues Bild. Es entstand eine Debatte über die Rolle des Islams  bzw. der sogenannten Islamismen im Bezug auf die demokratischen Werte und die Menschenrechte. Hier stellt sich die Frage: Sind die Frauenrechte eine Ausnahme? Denn um die Frauenrechte in der arabischen Welt nachhaltig durchsetzen zu können, ist die Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Religion und auch internationalen Entwicklungshelfern nötig. Ein Kulturaustausch als auch die Wirtschaftsförderung zur Stabilisierung der Region, die auch Frauen miteinbeziehen soll, bietet sich hier als eine der langfristigen Strategien an. 

Werden Frauen in der arabischen Welt auch in Zukunft in der öffentlichen Sphäre eine marginale Rolle spielen? Welche Perspektiven hat eine echte Demokratie in der gesamten Region? Was kann eine revolutionäre Veränderung zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen? Wie können Deutschland und Europa helfen, zu einer stabilen und geschlechtergerechten Gesellschaft beizutragen?

Diese und ähnliche Fragen sollten und wurden bei der Tagung behandelt und diskutiert.

Empfohlene Weblinks

www.bpb.de/partner/foerderung/155312/frau-macht-veraenderung-transformationsprozesse-im-nahen-und-mittleren-osten

Veranstaltungsort
München


Partner

Frauenakademie München

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Friedrich-Ebert-Stiftung - Bayernforum

Die Tagung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V. gefördert. 


Art der Veranstaltung
Lesung und Tagung



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27.06.2012

Um- und Aufbruch in der arabischen Welt

 

Maghi Gohary lebt seit den 60ziger Jahren in Deutschland und ist politisch aktiv in der Gewerkschafts- und Antiapart-Bewegung, in der Nahostproblematik und in der Friedensarbeit. Derzeit arbeitet er für die TAZ und organisiert alternative Reisen in den Nahen Osten, gemeinsam mit seinem Sohn Karim el Gohary, der als Korrespondent in Ägypten lebt. 

Zuerst machte er die besondere Bedeutung der Region im wirtschaftlicher Hinsicht deutlich. 60-65 % der Erdöl-  und Erdgasvorkommen befinden sich im Nahen Osten. Es stoßen in diesem Dreieck  Europa, Asien und Afrika zusammen und jeder Kontinent hat seine eigenen Interessen.

Gohary ging besonders auf die aktuelle Situation in Ägypten ein: hier leben 86 Millionen Menschen mit einer 7000 jährigen Geschichte. Die Ägypter haben die letzten Jahrzehnte unter despotischen Verhältnissen gelebt. Das Wirtschafts- und Bildungssystem ist zusammengebrochen. Mubarak war ein „moderner Pharao“, vom Westen umworben. Am 27.1.2011 war Gohary in Kairo und hat hautnah den Aufstand erlebt. 1 Million Menschen stellen Forderungen nach Brot und Würde, diese können nicht mehr überhört werden. Es fand eine Solidarisierung über die verschiedenen Bevölkerungsschichten hinweg statt. 40 % der  Menschen leben von 2 Dollar am Tag. Elementare Bedürfnisse müssen befriedigt werden. Aber auch die Würde der Menschen muss beachtet werden. Es muss sich eine freie Gewerkschaftsbewegung entwickeln. Sein Ausblick für Ägypten: der neue Präsident und die Muslimbruderschaft können nicht allein regieren. 

Israels Situation verändert sich insofern, als es seine Südgrenzen schützen muss, den Gazastreifen nicht bombardieren kann. Es besteht eine "letzte Chance" auf einen Ausgleich zwischen Israel und den Palästinensern. Sein Appell, dass wir das Land und die Region in Ruhe lassen, keine guten Ratschläge geben. Wichtig ist Solidarität für Syrien zu erklären und Druck auf die UNO auszuüben. Kritisch wies er auf die veröffentlichte Meinung in den Medien hin. „Wie kann man den Nahen Osten in 2 Minuten erklären?“

Empfohlene Weblinks

www.friedens-raeume.de

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Zeit für ein neues Wirtschaftsmodell: Wir brechen auf in die Gemeinwohl-Ökonomie
Konfliktbereit - versöhnungswillig


ReferentInnen

Magdi Gohary
Gebürtiger Ägypter, lebt seit 55 Jahren in Deutschland. Politische Aktivitäten in der Gewerkschafts- und Anti-Apartheid-Bewegung, in der Nahostproblematik und in der Friedensarbeit. Zeitungsartikel und Rundfunkinterviews sowie Teilnahme an polischen Talk-Shows. Langjährige Tätigkeit als Chemotechniker in der chemischen Forschung.

 

Veranstaltungsort
Lindau


Partner

Pax Christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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14.06.2012

Pakistan heute - Kulturarbeit für eine positive Entwicklung

 

Der Vortrag wurde dialogisch moderiert anhand von Fragen, die abwechselnd an Sheema Kermani und ihren Partner und Autor Anwar Jafri gestellt die Thematik schrittweise aufrollten. Sheema Kermani erläuterte zu Beginn, warum sie sich als Tänzerin gleichzeitig für Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte engagiert. Dieses Engagement ergibt sich für sie aus der kulturpolitischen Situation Pakistans, wo Tanz nie gefördert und seit der Militärdiktatur unter Zia-ul-Haq sogar verboten wurde und wo die kulturelle Selbstbestimmung ethnischer Gruppen sowie die Identifizierung mit der überlieferten Tradition des indischen Subkontinents unterdrückt wurden. Künstlerischer Ausdruck mit diesen Bezügen und insbesondere klassische subkontinentale Tanzformen wurden insofern per se zu einem Statement des Widerstands gegen die herrschende Politik. Tanz als starke und selbstbewusste weibliche Form des Ausdrucks legte in diesem Kontext nahe, dass Sheema Kermani ihn auch nutzte, um Unterdrückung und Selbstbefreiung der Frauen zu thematisieren.

Anwar Jafri erläuterte auf die Frage hin, warum er als Mann zu einer Tanz- und Theatergruppe mit dem Namen Tehrik-e-Niswan, also „Frauenbewegung“ gestoßen ist, dass in der Gruppe von Anfang an Frauen und Männer zusammenarbeiteten. Für ihn und die anderen männlichen Mitstreiter war klar, dass Selbstbestimmung und Gerechtigkeit für die pakistanische Gesellschaft nur möglich sind, wenn auch Männer und Frauen gleichberechtigt zusammenleben und arbeiten.

Beide schilderten, wie sich die Stadt Karachi seit den Anfängen als zunächst pakistanische Hauptstadt und deshalb auch kulturelles Zentrum des Landes im Laufe der Jahrzehnte veränderte. Einen großen Einfluss übte der Krieg in Afghanistan seit Ende der 70er-Jahre aus, u.a. durch die Zuwanderung zahlreicher, oft ausschließlich männlicher Flüchtlinge und durch die zunehmende Rolle der Hafenstadt als zentrale Station des Drogen- und Waffenhandels. Armut und Gewalt bestimmten immer mehr auch das kulturelle Klima der Stadt.

Aus dieser Situation begründeten die Referentin und der Referent schließlich die Notwendigkeit ihrer künstlerischen Arbeit und des großen Projekts ihrer Gruppe: ein Kulturzentrum für Karachi zu schaffen. Hier sollen Künstlerinnen und Künstler Raum zur Entfaltung finden, hier sollen Jugendliche die Möglichkeit erhalten, zu lernen, ihre Zeit sinnvoll zu füllen, sich produktiv mit politischen Problemen zu befassen und kreativ und selbstbestimmt auszudrücken.

Zur Illustration des Gesagten zeigte Anwar Jafri noch die von ihm verfasste Filmdokumentation über die Arbeit und Ziele von Tehrik-e-Niswan, die extra für unsere Veranstaltungen deutsch untertitelt worden war. Durch diesen Film konnten die Inhalte des Vortrags anschaulich und sehr gut nachvollziehbar gemacht werden.

Empfohlene Weblinks

www.ikforum.de

www.tehrik-e-niswan.org.pk

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Raqs Karo! Tanzt!


ReferentInnen

Sheema Kermani
Sheema Kermani ist eine  vielseitige Kulturschaffende: Sie hat den klassischen indischen Tanz in Pakistan wieder eingeführt und dabei ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Tänze wie Odissi, Khatak oder Bharatanatyam versteht sie auch als Tradition Pakistans, das aus der Teilung Indiens hervorgegangen ist.
Seit 30 Jahren tritt sie im Land und auf zahlreichen Festivals weltweit auf und unterrichtete in Karachi bereits mehrere Generationen künftiger Tänzerinnen. Außerdem gründete sie 1979 die politische Theatergruppe Tehrik-e-Niswan (zu deutsch „Frauenbewegung“). In einer Mischung verschiedener Formen von Tanz und Theater wendet sich die Gruppe regelmäßig politischen Themen zu und greift insbesondere Probleme pakistanischer Frauen auf. Sie führt sowohl vor bürgerlichen Kreisen Karachis als auch in den Vorstädten und Slums auf und produziert außerdem politische Fernsehstücke.

Anwar Jafri
Politischer Autor,  schreibt  seit einigen Jahren  für die Theatergruppe von Sheema Kermani.

Veranstaltungsort
München


Partner

Interkulturelles Forum e.V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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13.06.2012

Konfliktbereit - versöhnungswillig

Das Spannungsfeld in der Dreiecksbeziehung zwischen Deutschen, jüdischen Israelis und arabischen Palästinensern

Brigitta Mahr, die Vorsitzende des Vereins „Friendship across borders“ (FAB) gab zunächst einen Rückblick auf die Geschichte des Nahen Ostens vor allem der letzten 60 Jahre. Die al Nakba – der Vertreibung der Palästinenser – sah die Referentin als das einschneidendste Ereignis an. Im zweiten Schritt stellte sie Ihren Verein und dessen Arbeit vor. Mit dem Tod einer palästinensischen Attentäterin und vielen jungen jüdischen Menschen bei einem Anschlag fing ihr persönliches Engagement an. Sie vertritt die Meinung, dass jeder einzelne Deutsche eine Verantwortung hat, sich mit dem besonderen Verhältnis zwischen Deutschen,  jüdischen Israelis und arabischen Palästinensern auseinanderzusetzen. Der Verein organisiert Seminare, an denen alle drei Parteien teilnehmen und in denen Prozesse der Auseinandersetzung und der Annäherung stattfinden. Es ist das Ziel, sogenannte Friedensträger auszubilden, die wiederum vor Ort friedensstiftend wirken sollen. Brigitta Mahr berichtete, wie diese Seminare ablaufen und welche Wirkungen sie erzielen können. Die Referentin zeigt einen kurzen Ausschnitt aus einer Diskussionsrunde im Rahmen ihres Seminars. 

Empfohlene Weblinks

www.friedens-raeume.de

 

In Verbindung stehende Veranstaltungen
Um- und Aufbruch in der arabischen Welt
Zeit für ein neues Wirtschaftsmodell: Wir brechen auf in die Gemeinwohl-Ökonomie


ReferentInnen

Brigitta Mahr
Jahrgang 1950, med. techn. Assistentin und Yogalehrerin BDY/EUY,  verheiratet,  2 erwachsene Kinder. Sie ist Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Frienship Across Borders – FAB“ e.V. Seit 8  Jahren arbeitet sie  mit Gruppen von Deutschen, jüdischen Israelis und Palästinensern daran ein gemeinsames, beruf- bzw. studienbegleitendes Training, „Peace Carrier Training“, für Menschen zwischen 20 Jahren und 70+ Jahren aufzubauen und durchzuführen. 

Veranstaltungsort
Lindau


Partner

Pax Christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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23.05.2012

Once we had a dream

Musical-Drama von Akbay-Preda

Acht philippinische Jugendliche, teils ehemalige Gefängniskinder und Kinderprostituierte, brachten in ihrem selbst verfassten, sehr beeindruckenden Stück „Once we had a dream“ ihr eigenes Schicksal auf die Bühne. Das im Laufe von Jahren immer wieder überarbeitete Theaterstück / Musical erzählt die eigenen Lebensgeschichten der Jugendlichen, ihre Träume, Visionen und auch ihre Enttäuschungen. Durch die authentische Schilderung auf der Bühne und die mutige, engagierte schauspielerische Leistung der Jugendlichen, wird für das Publikum die Dimensionen von Umweltzerstörung, Armut, Kindesmissbrauch und Sextourismus intensiv nachvollziehbar. Dabei verharrt das Musical-Drama nicht einseitig in der beklemmenden Darstellung von Not, Gewalt und Missbrauch, sondern zeugt vom Lebenswillen und Mut, den kindlichen Sehnsüchten und den Stärken der Opfer und deutet Lösungsansätze an.

Durch die starke Wiedergabe von Gefühlen und den dramaturgischen Spannungsbogen der Handlung wurden die Zuschauer in eine beklemmende Atmosphäre hineingezogen, die kaum jemanden unberührt ließ. Musik, Gesang und eine ausgefeilte Choreografie luden die ergreifenden Schilderungen mit Energie. Die Darsteller zogen ihr Publikum über 70 Minuten lang mit einer aufrüttelnden Darbietung in ihren Bann.

Nach der Darbietung kam eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum in Gang. So erhielten die Besucher authentische Informationen und ein Kulturerlebnis aus erster Hand.

ReferentInnen

 

Jugendtheater-Ensemble von AKBAY-PREDA (Philippinen)

Veranstaltungsort
Bayreuth


Partner

Arbeitskreis „Dritte“ Welt Bayreuth e.V.

Evangelisches  Bildungswerk Bayreuth

Weltladen Bayreuth

fair-ein e.V. Kulmbach

 


Art der Veranstaltung
Musical



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